Gräber der Sektion 22

rot: Zählrichtung der Grabreihen · schwarz: Zählrichtung der Grabnummern

#22 – 1 – 1 (Strauss)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Strauss, Bernhard, Dr. med.; – 14.7.1887 (München), 75 Jahre alt; Praktischer Arzt à la suite

Todesanzeige für Dr. med. Bernhard Strauss

Grab der Familie Strauss auf dem Alten Südfriedhof München (Dezember 2017)

#22 – 1 – 2 (Heilmeier)


Hier ruht in Frieden
Herr Jakob Heilmeier
Kaminkehrermeister,
geb. 23. Juli 1836, gest. 8. Mai 1898.
Ihrem teuren unvergesslichen Gatten
und Vater widmen dieses Denkmal
die trauernd Hinterbliebenen.
Georg Heilmeier
ehm. Kaminkehrermeister
in Schrobenhausen
geb. 10. April 1838. gest. 7. Dezember 1921.
Josefa Heilmeier
geb. 22. April 1843. gest. 18. Juni 1924.

22.1.2. Kosenbach.


  • Heilmeier, Georg; 10.4.1838 – 7.12.1921; Kaminkehrermeister
  • Heilmeier, Jakob; 23.7.1836 – 6.5.1898 (München); Kaminkehrermeister
  • Heilmeier, Josefa (vw); 22.4.1843 – 18.6.1924 (Schrobenausen); Kaminkehrermeisters-Witwe

Todesanzeige für Jakob Heilmeier

Todesanzeige für Josefa Heilmeier

Grab der Familie Heilmeier auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2017)

#22 – 1 – 3·4 (Steer)


Carl Steer
kgl. Advokat
1798 – 1855
Deutschland zählte ihn zu des Rechts
erfahrendsten Kennern, die des Gesetzes
Heil wahren zum Besten des Volkes.
Wie für andere das Buch so wußt‘
er in sich zu beleben auch das Gesetz,
das Gott schrieb in die menschliche Brust.
L. Rex.
Elisabeth Steer
1798 – 1878
Gottfried Steer
Gutsbesitzer auf Großlappen
1824 – 1875
Emma Steer
1832 – 1912
Carl Steer
Guts- u. Kunstmühlenbesitzer
1861 – 1894
Maria Steer
1861 – 1937
in memoriam
Emma Steer
1899 – 1956
Mathilde Steer
1887 – 1987


  • Steer, Elisabeth (vw); 1798 – 13.5..1878 (München); Advokatens-Witwe
  • Steer, Emma; 1832 – 1912
  • Steer, Emma [in memoriam]; 1899 – 1956
  • Steer, Gottfried; 1824 – 14.10.1875 (München); Gutsbesitzer
  • Steer, Karl; 1798 – 14.5.1855 (München), 61 Jahre alt; Advokat
  • Steer, Karl; 1861 – 21.5.1894 (Cultursheim); Kunstmühlenbesitzer
  • Steer, Maria; 1861 – 1937
  • Steer, Mathilde [in memoriam]; 1887 – 1987

Todesanzeige für Karl Steer

Todesanzeige für Gottfried Steer

Todesanzeige für Elisabeth Steer

Todesanzeige für Karl Steer

Grab der Familie Steer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2013)

#22 – 2 – 3·4 (Schwaiger)


FRANZISKA SCHWAIGER
geb. HACKL, Seilermeistersgattin
* 29.9.1818 † 2.7.1849
JOSEF SCHWAIGER
Seilermeister
* 13.2.1809 † 16.2.1870
MARIA SCHWAIGER
geb. Ernst, Seilermeisterswitwe
¿


  • Schwaiger, Franziska (vh) / Hackl (gb); 29.9.1818 – 2.7.1849 (München); Seilermeisters-Gattin
  • Schwaiger, Josef; 13.2.1809 – 16.2.1870 (München); Seilermeister
  • Schwaiger, Maria (vw) / Ernst (gb); – 7.10.1884 (München); Seilermeisters-Witwe

Todesanzeige für Josef Schwaiger

Todesanzeige für Maria Schwaiger

Grab der Familie Schwaiger auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2017)

#22 – 2 – 5·6 (Meilbeck)


FAMILIEN-GRABSTÄTTE
DES
KOENIGLICHEN SALZBEAMTEN
LUDWIG MEILBECK.


  • Meilbeck, Kath. Theresia (vh) / Hartmann (gb); 1786 – 25.8.1834 (München); Salzbeamtens-Gattin
  • Meilbeck, Ludwig; – 23.2.1853 (München), 60 Jahre alt; Salzbeamter

Todesanzeige für Kath. Theresia Meilbeck

Grab der Familie Meilbeck auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2017)

#22 – 3 – 2 (Michel · Schuster)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Michel, Michael; – 7.12.1886 (München), 64 Jahre alt; Metzgermeister
  • Schuster, Josef; – (22).5.1897 (München), 54 Jahre alt; Metzgermeister

Todesanzeige für Michael Schuster

Grab der Familien Michel · Schuster auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 4 – 1 (Berlepsch)


Augustus
liber baro de Berlepsch
obiit a. d. 15 cal. Octobr. MDCCCLXXVII
annos natus LXII.
Luc. XXIII, 43.
Karoline
Freifrau von Berlepsch
verwittw. Künstle, geb. Welebil,
geb. 29. IV.1829, gest. 29.III.1899.

R. I. P.


  • Berlepsch, August Freiherr von; 28.6.1815 (Seebach bei Mühlhausen) – 17.9.1877 (München); Bienenzüchter und Zoologe
  • Berlepsch, Karoline Freifrau von (vh) / Künstle (vw) / Welibil (gb); 29.4.1829 (München) – 29.3.1899 (München); Advokatens-Tochter / Schriftstellerin

Todesanzeige für August Freiherr von Berlepsch

Grab der Familie Berlepsch auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2017)

#August Freiherr von Berlepsch

* 28.6.1815 (Seebach bei Mühlhausen)
† 17.9.1877 (München)
Bienenzüchter und Zoologe

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Berlepsch August, von, Freiherr, 1818 (Seebach bei Langensalza/Thüringen) – 1877, Bienenzüchter und Zoologe; er studierte Theologie in Greifswald und München, übernahm aber noch ziemlich jung das väterliche Gut Seebach, wo er einen zahlreichen Bienenstand hielt und durch Beobachtungen die Theorien Dzierzons unterstützte und K. Th. E. von Siebold, Leukart u. a. Zoologen zu bedeutungsvollen Untersuchungen über das Bienenleben veranlaßte; 1858 siedelte er nach Gotha, später nach München über, wo er zur katholischen Kirche übertrat.

Hauptwerke: Die Biene und ihre Zucht in honigarmen Gegenden, Die Bienenzucht nach dem jetzigen rationellen Standpunkte (zusammen mit Vogel herausgegeben).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#22 – 4 – 5 (Ramberg)


Büste
Rückseitige Signatur
J. Zumbusch

ARTHUR
Frhr.
v. RAMBERG.


  • Ramberg, Georg Arthur Freiherr von; 2.9.1819 (Wien) – 5.2.1875 (München); Akademieprofessor, Genremaler und Historienmaler

Todesanzeige für Georg Arthur Freiherr von Ramberg

Nach einer Photographie von Franz Hanfstaengl: Georg Arthur Freiherr von Ramberg.

Georg Arthur Freiherr von Ramberg: Georg Arthur Freiherr von Ramberg.

Georg Arthur Freiherr von Ramberg: Rendevous. 1870.

Georg Arthur Freiherr von Ramberg: Der Hof Kaiser Friedrichs II. zu Palermo. 1865. Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München.

Georg Arthur Freiherr von Ramberg: Schiller in seinem Studierzimmer. Karl & Faber Kunstauktionen GmbH.

Georg Arthur Freiherr von Ramberg: Prinzessin Eboli, Charakter aus dem Schiller-Drama »Don Carlos«; Abbildung aus »Die Schiller-Gallerie. Charaktere aus Schiller’s Werken.«

Grab der Familie Ramberg auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2013)

Grab der Familie Ramberg auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2013)

#Georg Arthur Freiherr von Ramberg

* 2.9.1819 (Wien)
† 5.2.1875 (München)
Akademieprofessor, Genremaler und Historienmaler

#Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich (1872)

Ramberg, Arthur von (Maler, geb. zu Wien im Jahre 1815). Erhielt seine künstlerische Ausbildung in Wien, wo er bis 1850 lebte. In diesem Jahre begab er sich nach München, wo er an der dortigen Akademie seine Kunststudien fortsetzte und im Jahre 1858 Ehrenmitglied derselben wurde. Im Jahre 1860 erhielt er einen Ruf nach Weimar als Professor der großherzoglichen Kunstschule daselbst. Nach einigen Jahren kam er aber in gleicher Eigenschaft an die Münchener Kunstakademie, wo er zur Stunde noch thätig ist. Oesterreichische Blätter haben in ihren Kunstkritiken zu wiederholten Malen bedauert, daß Kräfte wie Ramberg und Moriz v. Schwind, der auch als Oesterreicher im Auslande arbeitete, dem Vaterlande entzogen blieben, oder meinen sie, sollten sie von demselben mit größeren Arbeiten betraut werden. Ramb erg's Name hat sich zunächst durch seine meisterhaften Zeichnungen zu Schillers Gedichten und zu Goethe's »Hermann und Dorothea« in weiteren Kreisen bekannt gemacht. Auch mehrere Staffeleibilder des Künstlers fanden vielfache Anerkennung, so vor Allem sein kolossales: »Empfang der Gesandten des Kalifen durch Kaiser Friedrich II. an seinem Hofe in Palermo«, für das Münchener Maximilianeum gemalt, welches neben Matejko's »Union von Lublin« als das beste große Oelbild historischer Gattung auf der Pariser Ausstellung angesehen wurde. Von seinen anderen Oelbildern sind bekannt: »Der Spaziergang mit dem Hofmeister«, im Stahlstiche nachgebildet, ein Geschenk des Münchener Kunstvereins; – dann »Der blöde Bauernjunge«, ein Bauernbursch geht an drei sauberen Dirnen verlegen vorüber und blickt im Kornfeldweg sich nach ihnen um; »Der Blumenstrauss«, – »Das Fensterln«, alle drei auf der allgemeinen deutschen Ausstellung zu München im Jahre 1858. Ramberg wird von der Kunstkritik zu den begabtesten Künstlern der Gegenwart gezählt. Er hat sich gleich seinem Oheim, dem berühmten Zeichner, Maler und Kupferstecher Johann Heinrich Ramberg, vornehmlich der Illustration und den kleinen Bildern zugewendet. Dabei verbindet er mit Eleganz und Schönheitsgefühl die feinste Beobachtungsgabe für das Individuelle und eine ungemein fruchtbare und schöpferische Phantasie, die es ihm möglich macht, mit gleich feinem Verständnisse, wie er die Gegenwart begreift, auch das Charakteristische in der Erscheinung früherer Jahrhunderte leicht zu erfassen oder nach Bedarf seine Menschenbeobachtung in sie zu übertragen. So sind von seinen Illustrationen zu Schiller's Gedichten: »Laura am Clavier«, »Die Erwartung«, »Das Punschlied«, wahre Meisterstücke feiner, graziöser und wahrer Darstellung. Nicht minder gelungen sind und zu den reizendsten Arbeiten in dieser Richtung zählen seine Blätter zu »Hermann und Dorothea«, welche auf der dritten deutschen Kunstausstellung in Wien, sowohl was die Charakteristik der Figuren, sowie die landschaftliche Umgebung und die landschaftliche Wiedergabe von Tages- und Mondeslicht betrifft, als Leistungen ersten Ranges bezeichnet wurden. Von Ramberg sind auch einige Illustrationswerke im Druck erschienen, und zwar: »Wieland's Oberon«, 36 Blätter Kupferstiche, nach Ramberg's Zeichnungen (Leipzig, Georg Wigand, 4°., 25 Rthlr.); – »Oberbayerische Lieder«, von F. von Kobell. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen von Ramberg (München, Braun und Schneider) und in Gemeinschaft mit F. Pecht: die »Die Schiller-Gallerie. Charaktere aus Schiller's Werken. Gestochen von den vorzüglichsten Künstlern nach Zeichnungen von Arth. v. Ramberg und F. Pecht«, 50 Blätter in Groß-Ouart mit 25 Bogen Text (Brockhaus in Leipzig, 12 Rthlr.). Die Kunstkritik liebt es, Ramberg und Schwind neben einander zu stellen, nur hat letzterer eine phantasiereichere Begabung, während Ramberg ein gründlicheres Naturstudium aufweist. Ist Schwind halb modern, so ist es Ramberg ganz, und mit dem feinen Stilgefühle Schwind's verbindet er moderne Eleganz, schärfere Individualisirung und bessere Durchbildung der Form. Gleich Schwind aber leistet er das Beste in der Zeichnung und auch da wieder in der Regel in solchen Stoffen, in denen das Leichte, Anmuthige, Elegante, Witzige, Heitere vorherrscht. Daß er aber auch im großen Oelbilde Bedeutendes zu leisten vermag, hat er eben in dem schon erwähnten Bilde: »Friedrich's II. Hof zu Palermo« bewiesen, welches als eine in lieblichster Weise ausgeführte, mit echtem Schönheitszauber und überraschender individueller Wahrheit getränkte Verlebendigung einer entfernten Geschichtsperiode bezeichnet wurde. Noch sei bemerkt, daß der älteste Sohn des Freiherrn und Maria Theresien-Ordensritters Georg Heinrich Freiherrn von Ramberg [s. d. Folgenden] auch Arthur heißt. Ist unser Maler Arthur von Ramberg, der jedoch nirgends als Freiherr aufgeführt erscheint, etwa dieser Sohn?

Zeitschrift für bildende Kunst (Leipzig, E. A. Seemann, 4°.) Bd. I, S. 58; Bd. IV, S. 61 u. 64; Beiblatt, Bd. I, S. 2, 5, 12, 40, 60; Bd. II, S. 3; Bd. IV, S. 72. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 1860, S. 525 u. 3077. – National-Zeitung (Berliner polit. Blatt) 1858, Nr. 491, im Feuilleton: »Die allgemeine deutsche Kunstausstellung in München«. Von Ernst Förster. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1868, Nr. 1433 im Feuilleton: »Die Oesterreicher in München«. – Süddeutsche Zeitung (Frankfurt a. M.) 1862, Nr. 61, im Feuilleton: »Die bildende Kunst in Weimar und die Kunstschulen«.

Dr. Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Wien, 1872.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1888)

Ramberg: Georg Arthur Freiherr v. R., Historien- und Genremaler, wurde als der Sohn des k. k. Feldmarschalllieutenants Georg Heinrich Freiherrn v. R. am 2. September 1819 zu Wien geboren, erhielt, insbesondere durch seine Mutter, eine geborene Baronin v. Seydewitz, eine vorzügliche Erziehung und Bildung, um seinen Eintritt, ebenso bei der militärischen oder diplomatischen Laufbahn vorzubereiten. Auch wurde von Jugend auf fleißig gezeichnet, wozu ein vorübergehender Aufenthalt bei dem Großonkel Johann Heinrich R. in Hannover vielerlei anregende und nachwirkende Gelegenheit bot. Ebenso belebend durch fremdartige Eindrücke wirkte der häufige Garnisonswechsel des Vaters in Ungarn, Siebenbürgen und Böhmen, woselbst der junge R. schließlich die Universität Prag bezog, um Philosophie zu studiren und nebenbei an der Akademie unter Franz Kadlik und Anderen zu zeichnen. Das kunterbunte Durcheinander noch zu vermehren, sendeten die Eltern den in ganz aristokratischen Alluren schwimmenden Jüngling ein Jahr lang auf Reisen, wodurch seine Sehweite und Beobachtungsgabe ebenso wie seine chevalereske Tournure weitere Nahrung fand. Schließlich siegte über die übrigen noblen Passionen doch der Entschluß sich ganz der Malerei zu widmen und R. ging zu Hübner nach Dresden (1844). Hier entspann sich ein ebenso interessanter wie intimer Verkehr mit Semper und Rietschel, Hähnel, Schnorr, Bendemann, Alfred Rethel, Ludwig Richter, den Musikern Richard Wagner, Robert Schumann, Hiller, mit den als Mimen gefeierten beiden Devrients, mit den Dichtern B. Auerbach, G. Freytag, Gutzkow, Julius Hammer und unzähligen Anderen. Am wichtigsten wurde für R. die Hinweisung auf den damals noch weniger bekannten Moritz v. Schwind, welche R. seinem Freunde Hähnel verdankte. Sein Vorbild zeigte sich in Ramberg's erstem Bilde, dem »Hochzeitslied« (nach Goethe) mit dem höchst humoristisch erfundenen Zwergen-Gewimmel. Das Sturmjahr 1848 und 1849 brauste über Dresden und den dortigen Freundeskreis in bekannter Weise und bot für R. Stoff zu zahlreichen Caricaturen. Doch fand der junge, in jeder Saison als Dandy glänzende Künstler noch Zeit und Muße zu ernsterem Schaffen, insbesondere zu einem historischen Bilde »Rückkehr Kaiser Heinrichs I. aus der Ungarn-Schlacht bei Merseburg« (für Graf Hohenthal in Püchau), dessen Vollendung übrigens durch einen unfreiwilligen, infolge eines Pistolenduells mit Uffo Horn eingetretenen halbjährigen Festungsarrest auf dem Königstein verzögert wurde. Im J. 1850 übersiedelte R. mit seiner jungen Frau, einer Tochter des Buchhändlers Fleischer aus Leipzig, nach München. Hier näherte sich R. insbesondere mit dem »Ständchen« (1852, lithogr. von Becker) und einem »Elfenleben« (1858) der Richtung von Moritz v. Schwind. In ersterem Bilde kauert ein Zwerg neben seiner Laterne in der Felsenecke und singt zur Laute; Nixen und Elfen schweben zwischen Baumwipfeln über einer Quelle im bläulichen Mondlicht, welches einen wirksamen kalten Gegensatz zum unteren röthlich-gelben Lichtschimmer bildet. Alsbald verband unseren Künstler eine innige Freundschaft mit den jungen, gleichstrebenden Karl Piloty, Theodor Horschelt und Franz Adam, welche einen von den übrigen Kunstgenossen sehr abstechenden chevaleresken Ton liebten und eine kleine, fast aristokratische Körperschaft bildeten, was sie jedoch nicht hinderte, Wildschützen, holde Sennerinnen und dralle Bäuerinnen, kurz echte Dorfgeschichten zu malen und zwar in einem der Düsseldorfer-Süßigkeit widersprechenden gesunderen Realismus, welcher natürlich ebenso viele Gegner wie zuvorkommende Bewunderer fand. Die anfänglich inhaltlich ganz unbedeutenden Stoffe, wie Ramberg's »Dachauerinnen am Sonntag« (1853), »Morgenandacht« (1855, in der neuen Pinakothek zu München), »Landleben«, »Liebes-Erklärung« und »Brunnenscene« (1855), konnten nur durch ihre entschiedene Charakteristik und frische Technik interessiren; dazu gehörte auch der alsbald durch Geyer's Stich vielverbreitete »Spaziergang mit dem Hofmeister«, welcher 1856 um den (heutzutage unbegreiflichen) Preis von 400 Gulden vom Kunstvereine angekauft wurde! Viel glücklicher und das ächte Volksleben warm erfassend, sind die Holzschnittzeichnungen Ramberg's zu Auerbach's und Nieritz' Kalendern und die Titelblätter zur »Bavaria«, die freilich ohne dessen Fähigkeit zu erreichen, aber mit glätterer Form an Ludwig Richter's Vorbild gemahnen. Sie bezeichnen den Uebergang zu Ramberg's nachmaliger Thätigkeit als Illustrator unserer deutschen Classiker, womit der Künstler erst den vollen Ruf und Ruhm seines Namens begründete. Nach fünfjähriger Ehe verlor R. seine Gattin und schloß dann 1857 eine zweite mit Emma v. Schanzenbach; drei Jahre darauf erfolgte seine Berufung an die damals neuorganisirte Kunstschule in Weimar. Daselbst malte er im Auftrage König Max II. das große historische Bild »Kaiser Friedrich II. Hofhalt in Palermo« – in Composition und Farbe eine gleich vorzügliche Schöpfung, welches der Weltgeschicht-Galerie im Münchener Maximilianeum einverleibt wurde. Aber der große historische Styl war nicht nach Ramberg's Geschmack; es zog ihn zu dem stilleren Genre, das sich sogar mit der Reparatur eines »Zerbrochenen Kinderschlitten« begnügte. Am besten gelangen ihm kleine Scenen humoristischen Charakters mit schalkhafter Grazie. So die »Liebeserklärung«, das »Verstecken«, »Nach dem Maskenball« (1858), die »Gratulation« und jene Idyllen, wie die berühmte »Begegnung auf dem See«, »Einladung zur Fahrt« und die »Rose am See«, die man gemalte »Lieder ohne Worte« nennen könnte. Hierher gehören auch die Illustrationen, welche R. zur Cotta'schen Jubiläums-Ausgabe der Gedichte Schiller's lieferte. Diese sind höchst reizend, eigenartig und poetisch congenial, wenn R. beispielsweise im »Punschlied« mit einer lustigen Gesellschaft von je zwei Damen und Herren die vier Bestandtheile des Punsches charakterisirt und in einem der Männer Schiller selbst als den »Geist«, in dem anderen, einem leeren Schwätzer, den »sprudelnden Wasserschwall« personificirt, während eine junge, weiche, schmelzend süße Blondine den »Zucker« so unübertrefflich darstellt, wie eine ältere pikante Brünette die Citrone.

Von gleicher Feinheit der Empfindung zeigen Ramberg's Oelbilder, darunter die »Vorlesung aus Wieland« (gestochen von Deininger), das Concert »Nach Tisch« (Neue Pinakothek), insbesondere aber die grau in grau für die photographische Reproduction ausgeführten Bildercyclen zu Goethe's »Hermann und Dorothea« und zur »Louise« von Voß. Hier gelang es dem Maler mit dem behaglichen Wirth, dem wortweisen Pfarrherrn, insbesondere aber dem ihr Stiergespann leitenden, hochgemutheten edlen Mädchen, wahre Typen aufzustellen, welche lange nicht überboten werden dürften. Gleichzeitig begann er mit seinem Freunde Fr. Pecht die Herausgabe einer »Schiller-« und »Goethe-Gallerie« (gestochen von Gonzenbach, Rordorf, Neumann, Schultheiß, Jacquemont, Geyer u. A.), welche meist in einzelnen Halbfiguren die Hauptpersonen dieser classischen Dichtergestalten vorführen.

In München, wohin R. schon 1866 als Professor an die Akademie berufen worden war, sammelte der Künstler eine Reihe von Schülern, welche insgesammt und obwol jeder von ihnen in der Folge seine eigenen Wege ging, doch ihrem Meister zur Ehre gereichten, darunter z. B. Leibl, Keller, Rasch, Spangenberg, Hirth, Herpfer, Shirlaw, Watter u. A. Mitten in diesem vollen, fröhlichen Schaffen erlag R. am 5. Februar 1875, nach kaum dreitägigem Krankenlager, einer mit ungewöhnlicher Wuth ausgebrochenen Diphteritis, wozu sich noch ein heftiges Scharlachfieber gesellte. Sein seltener Formen- und Schönheitssinn, verbunden mit dem gründlichen Studium und einer höchst vollendeten, virtuosen Technik des Vortrags – alle diese Vorzüge reihen unseren Künstler zu den geschmackvollsten und gediegensten Genremalern aller Zeiten. Seine Freunde errichteten ihm auf dem südlichen Friedhof ein Grabdenkmal mit einer Porträtbüste von Julius Zumbusch (Guß von Hörner). Sein im Kunstantiquarfach, namentlich an Stoffen, Kleidern und Waffen überaus reiche Seltsamkeiten bietender Nachlaß wurde in einer sehr animirten Auction versteigert.

Vgl. Wurzbach 1872, 24 S. 305 ff. – Reber 1876, S. 639 ff. – Fr. Pecht in Beil. 43 Allg. Ztg. 1875 und in Ueber Land und Meer 1875, S. 474 ff.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1888.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Ramberg Georg Arthur, von, Freiherr, 1819 (Wien) – 1875; Historienmaler und Akademieprofessor; Schüler der Dresdener Akademie unter J. Hübner, siedelte R. 1850 nach München über, wo er eine Reihe von Genrebildern vorwiegend heiteren Charakters und Illustrationen zu Schiller ausführte; 1860 wurde er Akademieprofessor in Weimar, 1866 an der Münchner Akademie.

Hauptwerke: Hofhaltung Friedrichs II. in Palermo (Maximilianeum), Begegnung auf dem See, Am Strickrahmen, Einladung zur Kahnfahrt, Kompositionen zu Goethes »Hermann und Dorothea« und Voß’ »Luise«, die durch Zartheit und Vornehmheit der Darstellung großen Beifall fanden, auch malte er zu den Lutherzimmern der Wartburg Fresken und für die Großherzogin von Sachsen-Weimar das Märchen vom Froschkönig.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#22 – 4 – 7 (Aigner · Höflmayr)


FAMILIE
HÖFLMAYR


  • Aigner, Anna; – (29).8.1889 (München), 70 Jahre alt; Köchin und Pfründnerin
  • Höflmayr, Anna (vh); – (21).11.1845 (München), 43 Jahre alt; Eisenhändlers-Gattin
  • Höflmayr, Josef; – 25.11.1870 (München), 81 Jahre alt; Privatier
  • Höflmayr, Kunigunde (vh); – (21).7.1907 (München), 61 Jahre alt; Kaufmanns-Gattin

Grab der Familien Aigner · Höflmayr auf dem Alten Südfriedhof München (September 2019)

#22 – 4 – 8 (Ulsamer)


Hier ruhen in Frieden
Herr August Ulsamer
kgl. Telegraphen Offizial
geb. d. 27. Juli 1834. gest. d. 25. Dez. 1886.
Dessen Gattin
Frau Maria Ulsamer geb. Fuchs
geb. 1814. gest. d. 4. März 1879.
Dessen zweite Gattin
Frau Elisabeth Ulsamer
verwitw. Kugler.
geb. d. 6. April 1844, gest. d. 13. April 1905.
Herr Lorenz Ulsamer Privatier.
gest. d. 8. Sept. 1854. im 66. Lebensjahre.
Frau Magd. Ulsamer geb. Riesch.
gest. d. 1. Febr. 1880. im 87 Lebensjahre.

22.4.8.


  • Ulsamer, August; 27.7.1834 – 25.12.1886
  • Ulsamer, Elisabeth (vw) / Kugler (vw); 6.4.1844 – 13.4.1906
  • Ulsamer, Lorenz; – 8.9.1854 (München), 66 Jahre alt; Hausbesitzer
  • Ulsamer, Magd. (vh) / Riesch (gb); – 1.2.1880
  • Ulsamer, Maria (vh) / Fuchs (gb); 1814 – 4.3.1879

Grab der Familie Ulsamer auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 4 – 9·10 (Krembs · Renner · Seelinger)


KREMBS
RENNER


  • Krembs, Franziska (vh); – 26.11.1869 (München), 30 Jahre alt; Eisenbahnkondukteurs-Gattin
  • Krembs, Wilhelm; – (23).9.1906 (München), 67 Jahre alt; Oberkondukteur a. D.
  • Seelinger, Josefa (vw); – (5).10.1876 (München), 69 Jahre alt; Residenz-Burgpflegers-Witwe
  • Seelinger, Max; – 25.5.1860 (München), 58 Jahre alt; Residenz-Burgpfleger und Ordens-Gardeobier des St. Hubertus-Ordens

Grab der Familien Krembs · Renner · Seelinger auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 5 – 10·11 (Riedl)


Grab der Familie Riedl auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#22 – 6 – 1 (Entrodacher · Hahn)


Herr Johann Hahn
ehm. Klavierfabr.
* 13.3.1855 † 9.6.1936
Frau Anna Hahn
geb. Entrodacher
* 27.7.1858 † 2.2.1940
Hier ruhet in Gott unser lieber Onkel
Herr Max Entrodacher,
kgl. Briefträger
geb. zu Tölz am 30. März 1836,
gest. in München am 1. März 1896.

R. I. P.


  • Entrodacher, Max; 30.3.1836 (Tölz) – 1.3.1896 (München); Briefträger
  • Hahn, Anna (vw) / Entrodacher (gb); 27.7.1858 – 2.2.1940
  • Hahn, Johann; 13.3.1855 – 9.6.1936; Klavierfabrikant

Grab der Familien Entrodacher · Hahn auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 6 – 2 (Buhl · Strelin · Weizmann)


Hier ruhen in Gott
unsere Lieben
Georg Mathäus Buhl
geb. 11. Febr. 1803, gest. 4. März 1871.
Josef Weizmann
geb. 6. Dez. 1839, gest. 9. April 1874.
Oskar Strelin
geb. 23. Nov. 1878, gest. 6. Dez. 1878.
Therese Weizmann
geb. 14. Okt. 1832, gest. 29. Jan. 1907.


  • Buhl, Georg Mathäus; 11.2.1803 – 4.3.1871 (München); Cafetier
  • Strelin, Oskar; 23.11.1878 – 6.12.1878
  • Weizmann, Josef; 6.12.1839 – 9.4.1874
  • Weizmann, Therese; 14.10.1832 – 29.1.1907

Grab der Familien Buhl · Strelin · Weizmann auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 6 – 3 (Reber · Weiss)


Hier ruhet in Gott
unser theuerer unvergeßlicher
Bruder und Gatte, Herr
Gotthard von Reber,
Präsident des kgl.
obersten Gerichtshofes a. D.
Inhaber
mehrerer ¿ Orden etz. etz.
Geb. den ¿ 1801,
Gest. den ¿. Juni 1878.

R. I. P.

Ihm folgte seine Schwester
Frau Katharina Weiss, geb. Reber
k. Revierförsterswitwe, geb. im Nov. 1816,
gest. 31. März 1886.


  • Reber, Gotthard von; 13.11.1801 – 28.6.1878 (München); Präsident des obersten Gerichtshofes
  • Weiss, Katharina (vw) / Reber (gb); 11.1816 – 31.3.1886 (München); Revierförsters-Witwe

Grab der Familien Reber · Weiss auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2014)

#22 – 6 – 4 (Welnhofer)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Welnhofer, Anton; – (6).7.1883 (München), 63 Jahre alt; Ehemaliger Möbelpacker

Grab der Familie Welnhofer auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 6 – 5 (Lindner)


Familien Grabstätte.

Hier ruhet in Gott:
unser unvergesslicher Gatte u. Vater
Herr Josef Lindner.
kgl. Oberconducteur a. D.
geb. 1. Juni 1830, gest. 6. Novb. 1897.

Sockel
Unser liebes Söhnchen
Heinrich.
geb. 7. Jan. 1883, gest. 5. Jan. 1889.

22.6.5. Schnitzer.


  • Lindner, Heinrich; 7.1.1883 – 5.1.1889
  • Lindner, Josef; 1.6.1830 – 6.11.1897

Grab der Familie Lindner auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2014)

#22 – 6 – 11 (Huber)


Hier ruhen
unsere lb. guten Eltern
Herr Gottfr. Huber
8.2.1829 † 20.4.1908
Frau Regina Huber
29.4.1849 † 15.12.1931
mein liebes braves
unvergessliches Weiberl
Irma Huber
1.7.1887 zu Wien
† 25.9.1940


  • Huber, Gottfried; 8.2.1829 – 20.4.1908
  • Huber, Irma (vh); 1.7.1887 (Wien) – 25.9.1940 (München)
  • Huber, Regina (vh); 29.4.1849 – 15.12.1931

Grab der Familie Huber auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 6 – 12 (Freitag · Platzer)


Hier ruhen in Gott:
Frau Antonia Platzer
Kanzlistenswittwe v. Amberg,
gest. 25. Sept. 1854.
Ihr folgte unsere unvergessliche
Gattin und Mutter
Frau Babette Freitag
geb. Platzer,
geb. 31. Okt. 1822 gest. 16. Dez. 1885.
Unser teuerer Sohn u. beste Gatte
Herr Johann Freitag
k. Staatsbahn-Assistent,
gest. 18. Dez. 1886 im 35. Lebensjahre.
Unser unvergesslicher Gatte u. Vater
Herr August Freitag
k. Oberexpeditor,
geb. 4. Jan. 1848 gest. 15. Juli 1900.
Unser lieber theuerer
unvergesslicher Vater
Herr August Freitag
kgl. bayr. Kammermusiker a. D.
geb. 6. Sept. 1820, gest. 26. Juli 1905.
Herr August Freitag
geb. 26. Mai 1878, gest. 17. Nov. 1911.

Sockel
Familiengrab
des
k. Kammermusikus
A. Freitag.

Linke Seite
Kinder:
Adolf Freitag † 31. Mai 1855
Camilla " " 7. April 1859
Walburga " " 17. Mai 1865


  • Freitag, Adolf; – 31.5.1855
  • Freitag, August; 4.1.1848 – 15.7.1900; Oberexpeditor
  • Freitag, August; 6.9.1820 – 26.7.1905 (München); Kammermusiker
  • Freitag, August; 26.5.1878 – 17.11.1911
  • Freitag, Babette (vh) / Platzer (gb); 31.10.1822 – 16.12.1885
  • Freitag, Camilla; – 7.4.1859 (München), 8 Monate alt; Hofmusikers-Tochter
  • Freitag, Johann; – 18.12.1886, 34 Jahre alt; Staatsbahnassistent
  • Freitag, Walburga; – 17.5.1865 (München), 6 Tage alt; Hofmusikers-Tochter
  • Platzer, Antonia (vw); – 25.9.1854 (München), 59 Jahre alt; Kanzlistens-Witwe

Grab der Familien Freitag · Platzer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2017)

#August Freitag

* 6.9.1820
† 26.7.1905
Kammermusiker

#Münchner Neueste Nachrichten (29.7.1905)

Lokales.
München, 28. Juli.

Kammermusiker August Freitag ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Er entstammte einer hier wohlbekannten Musikerfamilie. Im Jahre 1841 war er als Hoboist I. Klasse im 10. Infanterie-Regiment in Amberg eingetreten. Im Jahre 1846 erhielt er dorten längeren Urlaub, um in München sich in der Musik nicht nur im praktischer sondern auch in theoretischer Beziehung weiter auszubilden. Eine Prüfung bei der k. Hofmusikintendanz bestand er mit der Note »Ausgezeichnet«, wodurch noch im selben Jahre seine Aufnahme in die k. Hofkapelle erfolgte. Freitag, der Pikkolo spielte, war auch als Lehrer im Flötenspiel tätig und sehr beliebt. 15 Jahre wirkte er in dieser Eigenschaft an der k. Musikschule, 40 Jahre bei der k. Pagerie und viele Jahre im k. Institut für Studierende. Seine künstlerische Tätigkeit wurde durch Verleihung der goldenen Ludwigsmedaille für Kunst und Wissenschaft anerkannt. Der Sohn des Dahingegangenen, Karl Freitag, wirkt als Orchestermitglied am Gärtnerplatztheater. Das Hinscheiden der Kunstveteranen hat übrigens auch mehrfach zu Verwechslungen Anlaß gegeben mit dem herzoglich bayerischen und großherzoglich luxemburgischen Kammervirtuosen Ludwig Freytag, der namentlich als Zithervirtuos bekannt ist, aber zu der anderen Musikerfamilie Freitag nicht in verwandtschaftlicher Beziehung steht.

Münchner Neueste Nachrichten No. 350. Samstag, den 29. Juli 1905.

#Münchner Neueste Nachrichten (29.7.1905)

Lokales.
München, 29. Juli.

Beerdigung. Der k. Kammermusiker a. D. August Freitag wurde heute Nachmittag im südlichen Friedhofe zur letzten Ruhe bestattet. Hofmusiker, Mitglieder des Orchesters des Gärtnerplatztheaters mit Kapellmeister Horak, Musiklehrer hiesiger Institute und eine Vertretung der Administration des k. Erziehungs-Institutes Albertinum bildeten mit den nächsten Angehörigen das Trauergefolge. Die Musikkapelle des Gärtnerplatztheaters eröffnete unter den Klängen eines Trauermarsches den Zug der Leidtragenden. Das k. Erziehungs-Institut für Studierende, jetzt Albertinum, an dem Freitag über 40 Jahre lang tätig war, ließ unter einem ehrenden Nachrufe einen Kranz am Grabe niederlegen. Auch die k. Akademie der Tonkunst und die Musikalische Akademie hat u. a. Kränze gewidmet.

Münchner Neueste Nachrichten No. 351. Samstag, den 29. Juli 1905.

#22 – 6 – 14 (Gutleben)


Joseph Gutleben
Privatier
geb. 7. November 1810, gest. 9. Mai 1880.
Sophie Gutleben
geb. 4. Mai 1838, gest. 18. September 1891.
Josepha Gutleben
geborene Reifenstuel
geb. 19. März 1818, gest. 13. März 1896.
Joseph Gutleben
Bankier und k. Handelsrichter
geb. 17. September 1835, gest. 26. Januar 1906.
Maria Gutleben
geborene Poll von Pollenburg
geb. 30. Juni 1842, gest. 17. Juli 1926.

Sockel
Ruhestätte der Familie
Gutleben.

22.6.14. A. Aufleger.


  • Gutleben, Josef; 17.9.1835 – 26.1.1906; Bankier und Handelsrichter
  • Gutleben, Josef; 7.11.1810 – 9.5.1880; Privatier
  • Gutleben, Josefa (vh) / Reifenstuel (gb); 19.3.1818 – 13.3.1896
  • Gutleben, Maria (vh) / Poll von Pollenburg (gb); 30.6.1842 – 17.7.1926
  • Gutleben, Sofie; 4.5.1838 – 18.9.1891

Grab der Familie Gutleben auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2017)

#22 – 7 – 2 (Grandauer)


Hier ruhen in Gott:
Joh. Nep. Grandauer, grf. Törring Gutenzellsch.
Patrimonialrichter v. Pertenstein,
* 22.8.1765 † 6.3.1855.
dessen Ehefrau Franziska, geb. Lechner
* 15.3.1785 † 28.11.1858.
Kinder:
Franziska Romana Grandauer
* 24.3.1815 † 12.11.1867.
Anna Elisabetha Grandauer, geb. Erb
* 10.2.1817 † 22.7.1872.
Helena Grandauer
* 2.6.1808 † 3.12.1885.
Kajetan Johann Nep. Grandauer
grfl. Berchem’scher Patrim. Richter v. Haiming-Burghausen
* 4.8.1805 † 21.12.1889.
Amalie Elisabetha
Grandauer
* 7.7.1810 † 15.8.1893.
Hermann Joh. Bapt.
Kajetan Grandauer
22.9.1848 † 2.12.1898.
Studienlehrer.


  • Grandauer, Amalie Elisabetha; 7.7.1810 – 15.8.1893
  • Grandauer, Anna Elisabetha (vh) / Erb (gb); 10.2.1817 – 22.7.1872
  • Grandauer, Franziska (vw) / Lechner (gb); 15.3.1785 – 28.11.1858
  • Grandauer, Franziska Romana; 24.3.1815 – 12.11.1867
  • Grandauer, Helena; 2.6.1808 – 3.12.1885
  • Grandauer, Hermann Joh. Bapt. Kajetan; 22.9.1848 – 2.12.1898; Studienlehrer
  • Grandauer, Joh. Nep.; 22.8.1765 – 6.3.1855; Patrimonialrichter
  • Grandauer, Kajetan Johann Nep.; 4.8.1805 – 21.12.1889; Patrimonialrichter

Grab der Familie Grandauer auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2014)

#22 – 7 – 3 (Grandauer)


Hier ruht
das treueste Herz
der liebevollste Gatte und Vater
Herr Karl Grandauer
kgl. Postinspektor,
1847 – 1896
Ihm folgte nach 40 Jahren seine
Gattin, unsere lb. Mutter
Frau Theodora Grandauer
geb. Zimmermann
geb. 26.9.1850, gest. 17.9.1936.

R. I. P.

Sockel
Ruhestätte
der Familie Grandauer.


  • Grandauer, Karl; 1847 – März 1896 (Speyer); Postinspektor
  • Grandauer, Theodora (vw) / Zimmermann (gb); 26.9.1850 – 17.9.1936; Postinspektors-Witwe

Todesanzeige für Karl Grandauer

Grab der Familie Grandauer auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 7 – 5 (Schegger)


Hier ruhen
Herr Georg Schegger
Gastwirt
geb. 9. Mai 1859, gest. 30. April 1896
und dessen Gattin
Frau Afra Schegger
geb. 15. Jan. 1862, gest. 12. Juli 1922.

Sockel
Familie Schegger.

22.7.5. Schneider.


  • Schegger, Afra; 15.1.1862 – 12.7.1922; Gastwirts-Witwe
  • Schegger, Georg; 9.5.1859 – 30.4.1896; Gastwirt

Grab der Familie Schegger auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 7 – 6 (Wintrich)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Wintrich, Wilhelmine (vw); – 1889; Bezirksarzts-Witwe

Grab der Familie Wintrich auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 7 – 11 (Schadenfroh)


Grabstätte
der Familie
Schadenfroh.


  • Schadenfroh, Therese (vh) / Sedlmaier (gb); – 22.2.1869 (München), 28 Jahre alt; Schuhmachermeisters-Gattin
  • Schadenfroh, Wilhelmine; – (10).2.1869 (München), 3 Jahre alt; Schuhmachermeisters-Tochter

Grab der Familie Schadenfroh auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Schadenfroh auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2014)

#22 – 7 – 13 (Löhr)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Löhr, Katharina (vw); – (19).6.1888 (München); Kaufmanns-Gattin

Grab der Familie Löhr auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 7 – 15 (Schweizer)


Obelisk
Familie
Schweizer.

Sockel
Hier ruhen in Gott:
Frau Creszentia Schweizer
geb. Vogl, Privatiersgattin,
geb. 30. April 1829, gest. 22. Sept. 1893.
Herr Karl Schweizer
geb. 23. Jan. 1873, gest. 12. Dez. 1911.
Herr Joseph Schweizer,
Privatier.
geb. 15. Juli 1830, gest. 9. Okt. 1912.


  • Schweizer, Josef; 15.7.1830 – 9.10.1912; Privatier
  • Schweizer, Karl; 23.1.1873 – 12.12.1911
  • Schweizer, Kreszentia (vh) / Vogl (gb); 30.4.1829 – 22.9.1893; Privatiers-Gattin

Grab der Familie Schweizer auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 8 – 1 (Kohler)


Ruhestätte
der Familie
Anton Kohler


  • Kohler, Anton; – (19).3.1888 (München), 79 Jahre alt; Ministerialbote

Grab der Familie Kohler auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 8 – 4 (Brunner · Müller · Schamberger)


Hier ruhen
Frau Doris Schamberger,
Professorswittwe,
gest. 7.XI.84.
Herr Ludwig Schamberger
Major a. D.
geb. 31.VIII.1872 gest. 9.VI.1940.

Sockel
Heinrich, Josefine u. Maria
Schamberger,
Advokatenskinder.

A. Kilger Deggendorf.

Sockel-Tafel
Herr
Ignaz Brunner
k. Rentamtmann,
geb. 7. Nov. 1860. gest. 4. Nov. 1903.
Herr Fritz Brunner
kgl. bayr. Oberleutnant
geb. 24. Mai 1895, gest. 1. Dez. 1924.


  • Brunner, Fritz; 24.5.1895 – 1.12.1924; Königlich bayerischer Oberleutnant
  • Brunner, Ignaz; 7.11.1860 – 4.11.1903; Rentamtmann
  • Müller, Friedrich; – 22.8.1832 (München), 64 Jahre alt; Mühlenbauer und Mechaniker (perpetuum mobile)
  • Schamberger, Doris (vw); – 7.11.1884; Professors-Witwe
  • Schamberger, Heinrich; Advokatens-Sohn
  • Schamberger, Josefine; Advokatens-Tochter
  • Schamberger, Ludwig; 31.8.1872 – 9.6.1940; Major a. D.
  • Schamberger, Maria; Advokatens-Tochter

Grab der Familien Brunner · Müller · Schamberger auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#Friedrich Müller

† 22.8.1832 (München), 64 Jahre alt
Mühlenbauer und Mechaniker (perpetuum mobile)

#Die Bayer'sche Landbötin (30.8.1832)

Der kürzlich dahier verstorbene Mechanikus Friedrich Müller, der besonders durch seine Verbesserungen in dem Mühlenbauwesen durch ganz Deutschland allgemein bekannt ist, ging schon vor 40 Jahren mit der Idee um, eine Eigenmachtskraft Maschine, perpetuum mobile, zu bauen. Nach etwa 50 neugebauten Maschinen und tausendfältigen Abänderungen arbeitete er auf Einmal an einer Maschine mit angestrengtester Kraft und größter Aufopferung 15 Jahre lang, oft mit 10 bis 20 Arbeitern unausgesetzt fort, und verfolgte durch ununterbrochenes Nachdenken und Arbeiten diesen Versuch selbst bis zu seinem Tod. Sogar auf seinem Sterbelager gab er die Möglichkeit des Gelingens nicht auf und äußerte den Wunsch, diesen Mechanismus nicht verloren gehen zu lassen. Diese Maschine, deren Einsicht für Künstler und Jeden, der für Mechanik Interesse hat, nicht ohne Werth ist, kann man in der Lederergasse Nro. 208 links täglich von 8 bis 12 Uhr sehen. Er hinterließ eine Wittwe, nachdem er ein nicht unbedeutendes Vermögen verlaborirt, in der traurigsten Lage. – Edle Menschenfreunde, ich brauche euch ja nicht mehr zu sagen! Die Landbötin.

Die Bayer'sche Landbötin Nro. 104. München; Donnerstag, den 30. August 1832.

#22 – 8 – 5 (Eckert)


¿
Amalie Eckert
¿


  • Eckert, Amalie (vh); – 14.2.1869 (München), 32 Jahre alt; Schleifmüllers-Gattin
  • Eckert, Anton; – (21).6.1895 (München), 66 Jahre alt
  • Eckert, Gottlieb; – (7).6.1891 (München)

Grab der Familie Eckert auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#22 – 8 – 9 (Bletschacher)


Familien-Grabstätte.

Hier ruhet in Gott
unser innigstgeliebter unvergesslicher
Gatte und Vater
Herr Johann Ev. Bletschacher
Privatier.
geb. den 15. Oktober 1833
gest. den 15. März 1893.
Ihm folgte seine treubesorgte Gattin
unsere herzensgute Mutter,
Schwiegermutter und Grossmutter
Frau Marie Bletschacher
geborne Aidlsburger,
geb. den 6. Januar 1838
gest. den 13. Januar 1911.

Sockel
Trennung ist unser Loos,
Wiedersehen unsere Hoffnung.

C. Stark


  • Bletschacher, Johann Ev.; 15.10.1833 – 15.3.1893; Privatier
  • Bletschacher, Marie (vw) / Aidlsburger (gb); 6.1.1838 – 13.1.1911 (München); Privatiers-Witwe

Todesanzeige für Marie Bletschacher

Grab der Familie Bletschacher auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#22 – 8 – 10 (Donius · Hornung)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Donius, Magdalena (vh); – (18).12.1889 (München), 39 Jahre alt; Oberkellners-Gattin
  • Hornung, Karl; – (18).1.1905 (München), 71 Jahre alt; Ehemaliger Zugführer

Grab der Familien Donius · Hornung auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familien Donius · Hornung auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 8 – 11 (Eschenbecher)


Hier ruh¿
Therese Eschenbecher
† 21.8.1871.
Josefa Eschenbecher
* 13.8.18¿ † 22.2.1935.
Johann Eschenbecher
¿


  • Eschenbecher, Josefa; 13.8.18¿ – 22.2.1935
  • Eschenbecher, Therese (vh); – 21.8.1871 (München), 49 Jahre alt; Steindruckers-Gattin

Grab der Familie Eschenbecher auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 8 – 12 (Sprenzinger)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Sprenzinger, Anna (vh); – 13.1.1865 (München), 44 Jahre alt; Schneidermeisters-Gattin
  • Sprenzinger, Maria; – (10).3.1863 (München), 16 Jahre alt; Schneidermeisters-Tochter

Grab der Familie Sprenzinger auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 9 – 1·2 (Ott)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Ott, Johann Nepomuk; 14.1.1804 (München) – 28.2.1870 (München); Historienmaler und Landschaftsmaler

Grab der Familie Ott auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#Johann Nepomuk Ott

* 14.1.1804 (München)
† 28.2.1870 (München)
Historienmaler und Landschaftsmaler

#Der Sammler (28.5.1895)

Die Landschaftsmalers-Wittwe Viktoria Ott übergab für ihren im Jahre 1870 bereits verstorbenen Gatten Johann Nepomuk Ott, dessen mit Vorliebe geschaffenen Seestücke uns Beweise einer glücklichen Auffassung der Gegenstände und eines tiefen Studiums der Natur geben, drei Aquarelle, darstellend: Sparchen bei Kufstein, Ebenhausen und Kiefersfelden.

Der Sammler Nr. 64. Dienstag, den 28. Mai 1895.

#22 – 9 – 4·5 (Bayer)


FAMILIEN GRABSTAETTE

¿
Herr Ludwig Bayer
Baumeister
¿


  • Bayer, Katharina (vh); – 19.2.1869 (München), 27 Jahre alt; Baumeisters-Gattin
  • Bayer, Ludwig; – (23).9.1890 (München), 52 Jahre alt; Baumeister

Grab der Familie Bayer auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2014)

#22 – 9 – 8 (Leib)


FAMILIEN GRAB

Hier ruhen in Gott
Herr Johann Leib
Zimmermeister
* 10.1.1835 † 13.5.1881
Frau Genofefa Leib
* 21.11.1841 † 21.5.1917
Frau Maria Leib
Architektensgattin
* 24.11.1870 – 16.6.1921

AUF WIEDERSEHN

Sockel
Die Inschrift ist nicht erhalten


  • Leib, Genofefa (vh); 21.11.1841 – 21.5.1917
  • Leib, Johann; 10.1.1835 – 13.5.1881; Zimmermeister
  • Leib, Maria (vh); 24.11.1870 – 16.6.1921; Architektens-Gattin

Grab der Familie Leib auf dem Alten Südfriedhof München (April 2016)

Grab der Familie Leib auf dem Alten Südfriedhof München (September 2011)

#22 – 9 – 15 (Müller)


Grab der Familie Müller auf dem Alten Südfriedhof München (März 2021)

Grab der Familie Müller auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Müller auf dem Alten Südfriedhof München (März 2021)

#22 – 9 – 17 (Pospischil)


FRAU
FRANZISKA ROMANA
POSPISCHIL
GEB. 27. APRIL 1850
GEST. 14. APRIL 1942.


  • Pospischil, Franziska Romana (vh); 27.4.1850 – 14.4.1942
  • Pospischil, Johann; – 9.3.1855 (München), 68 Jahre alt; Kammerdiener
  • Pospischil, Therese; – 29.7.1860 (München), 39 Jahre alt; Kammerdieners-Tochter

Grab der Familie Pospischil auf dem Alten Südfriedhof München (September 2018)

#22 – 10 – 11 (Riepolt · Wagler · Weigl)


Ernst Riepolt
18¿
Maria Riepolt
geb. Weigl
1858 – 1936


  • Riepolt, Ernst
  • Riepolt, Maria (vh) / Weigl (gb); 1858 – 1936
  • Wagler, Johann Georg; 28.3.1800 (Nürnberg) – 23.8.1832 (München), Tod durch Jagdunfall; Zoologe
  • Weigl, Nikolaus; – (30).6.1876 (München), 54 Jahre alt; Zinngießermeister

Grab der Familien Riepolt · Wagler · Weigl auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#Johann Georg Wagler

* 28.3.1800 (Nürnberg)
† 23.8.1832 (München), Tod durch Jagdunfall
Zoologe

#Bayerischer National-Korrespondent (1.9.1832)

II. Vermischte Nachrichten.

(Nekrolog.) Dr. J. G. Wagler hieß der als Mensch, wie als Gelehrter ausgezeichnete Naturforscher, den jetzt ein stilles Grab bedeckt. Wagler, schon von frühester Jugend besondere Geistesanlagen und Geistesthätigkeiten verrathend, bereicherte sich schnell mit den schönsten Schätzen moralischer und intellektueller Ausbildung, so daß er schon in seinem 19ten Jahre als Assistent und später als Adjunkt der k. Akademie dahier beigegeben, und nach mehreren wissenschaftlichen Reisen durch Europa bei Verlegung der Universität nach München daselbst als außerordentlicher Professor der Zoologie angestellt und als Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften anerkannt wurde. Aber wo die Freude am unschuldigsten winkt, waltet die Gefahr oft am drohendsten, und so hat leider die eiserne Hand des Schicksals zu frühe in die Lebenssaiten Waglers eingegriffen. Es war im Dorfe Moosach, wo Wagler am 15. d. in Begleitung seiner liebenden und geliebten Gattin sich dem Jagdvergnügen hingab, und durch das verunglückte Losschlagen eines Schießgewehres nach einem neuntägigen Krankenlager sein theueres Leben verlor. Er soll bei wachsender Gefahr dringend gebeten haben, ihm den Arm abzunehmen, damit sein Leben ihm und der Familie gerettet würde; warum es nicht geschah, ist uns nicht bekannt. Wenn seine Freunde einen geehrten Biedermann, seine Schüler einen hochgestellten Lehrer, und die gelehrte Welt einen thätig forschenden Mann verloren, um wie viel schmerzlicher muß der Verlust um ihn seine Gattin und seine Brüder, die von weiter Ferne kamen, und seine Angehörigen überwältigen, denen er mit aller Gluth seiner Seele und mit aller Innigkeit seiner Gefühle ergeben war. Der höchsten Vollkommenheit, der Dr. Wagler während seiner schön bezeichneten edelbenützten Tage immer eifriger zugestrebt, ist er jetzt anheim gegeben, dort in jener höchsten Himmelsstätte, von wo die Sterne des ewigen Lichtes tröstend auf uns herableuchten, und wo sich die irdischen Nebel des Wissens und der Liebe in lauterster Verklärung lösen. Dr. Wagler hinterließ uns mehrere Werke als hochgeschätztes immerbleibendes Andenken an seinen verklärten Geist, aus denen der Saame des Wissens auf viele studierende Geister empfänglich übergehen und neue Blüthen entwickeln wird. Wagler starb in seinem 32sten Jahre, tief betrauert von Allen, die ihn kannten. Die Sonne seines Sommers ist untergegangen, aber durch düstre Grabesnacht lächelt das Morgenroth der ewigen Lust. Er wurde am Sonnabend zur Erde bestattet; die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften, die Herren Universitäts-Professoren im Ornate, und zahlreiche Freunde folgten trauernd dem Leichenzuge; herzliche Grabreden lockten Thränen in viele Augen. – Se. Hochw. Herr Pfarrer Beck und der Naturforscher Hr. Dr. Joh. Gistl, hielten ergreifende Gedächtnißreden. Der Vorfall wegen der Armverletzung des Hrn. Prof. Dr. Wagler ist kürzlich dieser: Am Maria Himmelfahrtstage waren in dem Fasanerie-Häuschen, dicht bei dem Dorfe Moosach, (1½ Stunden von München) einige Gäste versammelt, um sich da gütlich zu thun, worunter Wagler nebst Familie und drei andere Gäste, welche nicht zu Waglers Gesellschaft gehörten. Mittlerweile entspann sich ein heftiger Streit unter letztern drei Gästen, eine besoffene Mette, die hauptsächlich von einem Schlemmer herrührte. Ein sehr beleidigtes Individuum war im Hergange des Streites, um allen Gemeinheiten auszuweichen, in ein anderes Zimmer gegangen und hatte die Thüre hinter sich zugemacht. Da öffnete der Betrunkene die Thüre und drohte unter höchst beleidigenden Ausdrücken, den Herrn hinauszuwerfen. Dieser, durch die ehrenrührischen Schimpfworte auf das Höchste gereizt, griff nach einer, an der Wand hängenden, Flinte und drohte, den Elenden zu erschießen. Jener that das Nämliche, und Beide hätten sich in der Hitze ohne Zweifel das Leben genommen, wäre nicht Wagler als freundlicher Vermittler zwischen Beide getreten. Er nahm Beiden die Gewehre ab und versteckte sie in der Fasanerie in eine Dornenstaude, jedes fernere Unglück zu verhüten. Zufällig endigte sich der ganze Streit und die Opponenten verließen das Fasanerie-Häuschen. Wagler ging nun mit einem Jägerburschen hinaus, um die Flinten wieder zu holen. Er wollte die eine, mit Hühnerschroten geladene, aus der Staude ziehen und faßte selbe mit der rechten Hand vorne an der Mündung des Laufes, der Hahn des Perkussionsgewehres blieb wahrscheinlich an einem Dorn hängen, der Schuß ging los und Hrn. Prof. Wagler gerade in den Unter- und Oberarm. Wagler ging unter ungeheurem Blutverluste noch bis zur Thüre der Fasanerie, eine lange Strecke, dann stürzte er wie ohnmächtig zu Boden, gerade auf seinen durchschossenen Arm. Da lag der unglückliche Gelehrte unter furchtbaren Schmerzen im Fasanerie-Häuschen, bis der Tod seinen Qualen ein Ende machte.

(Münchn. Conv. Bl.)

Bayerischer National-Korrespondent Nr. 70. Samstag, den 1. September 1832.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1896)

Wagler: Johann Georg W. wurde am 28. März 1800 in Nürnberg geboren. Schon als Kind zeigte er große Liebe für die Natur und beschäftigte sich in seiner freien Zeit mit dem Sammeln der verschiedensten Naturgegenstände. Nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt absolvirt hatte, bezog er die Universität Erlangen, um seiner Neigung folgend Medicin und Naturwissenschaften zu studiren. Nach seiner Promotion zum Doctor der Philosophie und Medicin wurde er 1819 Assistent an dem zoologischen Museum in München. In dieser Stellung veröffentlichte er sein erstes größeres Werk, eine Beschreibung der von J. v. Spix in Brasilien gesammelten Amphibien mit diesem zusammen: »Serpentium brasilianarum icones et descriptiones« (München 1824). Als Anerkennung wurde er zum Mitgliede der königlichen Akademie der Wissenschaften ernannt. Im J. 1825 unternahm W. im Auftrage des Königs Maximilian von Baiern eine wissenschaftliche Reise nach Frankreich, England und den Niederlanden. Nach seiner Rückkehr wurde er 1827 zum Professor der Zoologie in München ernannt und veröffentlichte bald darauf: »Systema avium« (Stuttgart 1827). Bedeutender waren seine Werke über die Amphibien: »Natürliches System der Amphibien« (Stuttgart 1830) und »Icones et descriptiones amphibiorum« (Stuttgart 1831). Sein System der Amphibien vereinigt die Reptilien und Amphibien, trennt die Krokodille von den Eidechsen, erkennt jedoch noch nicht den Zusammenhang der Blindschleichen mit den Eidechsen, sondern führt erstere als eigene Ordnung auf. Von seinen Werken ist noch zu nennen: »Monographia Psittacorum«, welche in den Denkschriften der Münchener Akademie 1832 erschien. Kleinere Aufsätze finden sich im Ausland und der Isis. W. war ein tüchtiger Herpetologe und Systematiker. Leider wurde er der Wissenschaft zu früh entrissen. Er starb am 23. August 1832 in seinem 32 Lebensjahr an einer Schußwunde, die er durch eigene Unvorsichtigkeit erhalten hatte.

W. Heß.

W. Heß: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1896.

#22 – 10 – 12 (Utz)


Familien-Grab.

Hier ruhen in Gott:
Herr Josef Utz
Bäckermeister,
geb. 30. Okt. 1787, gest. 9. April 1855.
Herr Josef Utz
Bäckerei-Geschäftsführer,
geb. 13. Novemb. 1830, gest. 26. März 1858.
Frau Walburga Utz
Bäckermeisters-Wittwe,
geb. 3. Novemb. 1799, gest. 4. Febr. 1859.
Frau Anna Utz
Bäckermeisters-Gattin,
geb. 26. Okt. 1832, gest. 15. April 1883.
Herr Ludwig Utz
Kunstmaler,
geb. 29. Dezemb. 1868, gest. 11. Dezemb. 1891.
Fräulein Anna Utz
Rentners-Tochter,
geb. 5. November 1863, gest. 13. Oktober 1908.
Herr Franz Sales Utz
Rentner
und ehem. Gemeindebevollmächtigter,
geb. 29. Januar 1837, gest. 24. Oktober 1909.
Fräulein Marie Utz
geb. 9. September 1872, gest. 5. Februar 1925.

Sockel
Der Herr Jesus spricht:
Ich bin die Auferstehung und das Leben,
wer an mich glaubt, der wird leben
wenn er gleich stirbt.
Joh.: 11.23.

Kosenbach.

Linke Seite
Die Kinder:

Franz
geb. 3. Jan. 1865,
gest. 19. Jan. 1865.

Josef
geb. 2. April 1866,
gest. 19. April 1866.

Heinrich
geb. 28. Febr. 1867,
gest. 15. März 1867.


  • Utz, Anna; 5.11.1863 – 13.10.1908; Rentners-Tochter
  • Utz, Anna (vh); 26.10.1832 – 15.4.1883; Bäckermeisters-Gattin
  • Utz, Franz; 3.1.1865 – 19.1.1865 (München); Bäckermeisters-Sohn
  • Utz, Franz Sales; 29.1.1837 – 24.10.1909; Ehemaliger Gemeindebevollmächtigter
  • Utz, Heinrich; 28.2.1867 – 15.3.1867 (München); Bäckermeisters-Sohn
  • Utz, Josef; 30.10.1787 – 9.4.1855 (München); Bäckermeister
  • Utz, Josef; 13.11.1830 – 26.3.1858 (München); Bäckereigeschäftsführer
  • Utz, Josef; 2.4.1866 – 19.4.1866
  • Utz, Ludwig; 29.12.1868 – 11.12.1891 (München); Kunstmaler
  • Utz, Marie; 9.9.1872 – 5.2.1925
  • Utz, Walburga (vw); 3.11.1799 – 4.2.1859 (München); Bäckermeisters-Witwe

Grab der Familie Utz auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)

#22 – 10 – 13 (Lindner)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Lindner, Georg; – 19.4.1869 (München), 43 Jahre alt; Wildprethändler

Grab der Familie Lindner auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)

#22 – 10 – 14 (Messerschmid)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Messerschmid, Antonia (vh); – (16).4.1861 (München), 37 Jahre alt; Ministerialassessors-Gattin
  • Messerschmid, Therese; – (15).9.1879 (München), 18 Jahre alt; Ministerialrats-Tochter

Grab der Familie Messerschmid auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)

#22 – 10 – 15 (Blumenthal)


Ruhestätte
der
Familie
Blumenthal

R. I. P.


  • Blumenthal, Ludwig; – (21).2.1890 (München), 57 Jahre alt
  • Blumenthal, Ludwig; – (27).3.1840 (München), 37 Jahre alt; Geheimer Sekretär im Finanzministerium

Grab der Familie Blumenthal auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)

#22 – 10 – 16 (Meusel · Ziehrer)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Meusel, Anna (vh); – (7).11.1901 (München), 65 Jahre alt; Privatiers-Gattin
  • Meusel, Gottlieb; – (10).11.1875 (München), 78 Jahre alt; Spänglermeister
  • Meusel, Karl; – (29).5.1898 (München), 63 Jahre alt; Spänglermeister
  • Meusel, Katharina (vh); – 21.1.1869 (München), 69 Jahre alt; Spänglermeisters-Gattin
  • Ziehrer, Anna; – (13).3.1892 (München), 67 Jahre alt; Spänglers-Tochter

Grab der Familien Meusel · Ziehrer auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)

#22 – 10 – 17 (Bachmaier)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Bachmaier, Michael; – (3).10.1897 (München), 69 Jahre alt

Grab der Familie Bachmaier auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)

#22 – 10 – 18·19 (Wiedemann)


Grab der Familie Wiedemann auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)

#22 – 10 – 20·21 (Driendl)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Driendl, Albrecht; – (25).7.1892 (München), 53 Jahre alt; Kaufmann
  • Driendl, Arthur; – (26).3.1895 (München), 3 Monate alt
  • Driendl, Johanna (vh); – (26).10.1898 (München), 51 Jahre alt
  • Driendl, Mathilde; – (2).2.1903 (München), 30 Jahre alt; Kunsthandlungsinhaberin

Grab der Familie Driendl auf dem Alten Südfriedhof München (April 2015)