SECTION 29

rot: Zählrichtung der Grabreihen · schwarz: Zählrichtung der Grabnummern

#29 – 1 – 2* (Schellerer)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Schellerer, Oskar Freiherr von; 9.6.1813 – 1.5.1885 (München); Kämmerer und Oberpostrat a. D.

Das Grab ist nicht erhalten

#29 – 1 – 3 (Kapp)


Grab der Familie Kapp auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#29 – 1 – 4 (Vogel)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Vogel, Alfred, Dr. med.; 31.3.1829 (München) – 27.9.1890 (München); Arzt
  • Vogel, August Heinrich von, Dr.; 25.7.1778 (Westerhof) – 24.11.1867 (München); Hofrat und Universitätsprofessor
  • Vogel, Josefine (vw) / Hefner (gb); 13.4.1830 Friedberg) – 19.8.1907 (München); Landrichters-Tochter aus Friedberg / Sängerin (Sopran) / Arzt-Witwe
  • Vogel, Sara Maria von (vw) / Schlichtegroll, von (gb); 24.2.1796 – 1.9.1873 (München), 77 Jahre alt; Hofrats-Witwe

Grab der Familie Vogel auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Dr. med. Alfred Vogel

* 31.3.1829 (München)
† 27.9.1890 (München)
Arzt

#Münchener Medicinische Wochenschrift (14.4.1891)

Feuilleton.

Dr. Alfred Vogel †.

Manche der älteren Collegen erinnern sich noch einer kleinen Gruppe von Medicin-Studierenden, welche sich Anfangs der fünfziger Jahre in dem traulichen Dr. Hauner’schen Kinderspitale an der Jägerstrasse zu München zwanglos zusammenfanden und dort in wahrhaft freundschaftlicher Weise mit den Anfängen der Kinderheilkunde im Spitale selbst und im Ambulatorium vertraut gemacht wurden. Der Unterricht hatte einen von den gewöhnlichen Collegien verschiedenen Charakter; die Ungebundenheit und Unmittelbarkeit der Lehr- und Lernweise wirkte in hohem Grade anregend auf die Studierenden, ohne allen Zwang und ohne alle Formalität wurde gelehrt und gelernt, immer aber mit wirksamster Anregung Seitens des Lehrenden und mit intensivster Theilnahme und Aufmerksamkeit Seitens der Lernenden. So wob sich ein unsichtbares, festes Band zwischen den anspruchslosen Lehrern, die kein Honorar nahmen und den wissbegierigen Schülern, auf welchen keinerlei äusserer Zwang lastete, deren Eifer aber sehr hoch angeschlagen wurde. Unter diesen Verhältnissen hatte ich das Glück, mit dem Manne, dem ich in Kürze eine Pflicht der Dankbarkeit abzutragen mich anschicke, bekannt und für Lebensdauer verbunden zu werden.

Alfred Vogel war zu München am 31. März 1829 als der Sohn des o. ö. Professors der Chemie Dr. August Vogel, dessen lebendiger Vortrag dem Reste seiner Zuhörer noch in der Erinnerung sein wird, geboren. Seine Eltern zählten zur jungen protestantischen Gemeinde der Hauptstadt, welche sich am Anfange des Jahrhunderts unter dem Schutze der Churfürstin, nachmaligen Königin Caroline gebildet und durch den Zuzug mehrerer Familien gestärkt hatte, zu welchen auch die Mutter Alfreds, eine geborene Schlichtegroll, Tochter des gelehrten Secretärs der bayerischen Akademie der Wissenschaften, nachmaligen Directors der k. Hof- und Staatsbibliothek zu München, gehörte. Alfreds Vater war am 25. Juli 1778 zu Westerhof bei Göttingen geboren als der Sohn eines Justizbeamten in Schwarzenbeck an der Elbe, dessen Vater Professor der Chemie an der Universität zu Göttingen war Adolph v. Schaden: Gelehrtes München im Jahre 1834. München 1834. Druck von Joseph Rösl.). So stammen von diesem Chemiker der Enkel und der Urenkel ab, welcher vor 2 Jahren als Professor der landwirtschaftlichen Chemie an der Münchener Universität im Alter von 74 Jahren starb, beide Forscher auf den verschiedenen Gebieten der Chemie. Auch in Alfred war die chemische Ader vorherrschend, sie zeigt ihre Herrschaft in seinen verschiedenen Arbeiten aus dem Kreise rein pathologischer und klinischer Beobachtung, wovon schon seine Inaugural-Dissertation über Rhachitis (1858) Zeugniss ablegt.

Vogel’s Studiengang war einfach. Gymnasium und Universität absolvirte er in München, in Würzburg und Berlin bildete er sich fertig aus und trat dann in das Dr. Hauner’sche Kinderspital als Assistent ein. In dieser Stellung konnte seine Neigung zur Kinderheilkunde sich Bahn brechen; der wissenschaftliche Geist, welchen er an einem instructiven, ausgewählten Krankenmaterial zu zeigen und zu fördern in der Lage war, belebte das Haus und unter der Leitung des eminenten Praktikers Dr. Hauner war Vogel das belebende Element für die Studierenden, welche ihn gerne aufsuchten, weil sie von ihm viel lernen konnten. An dieser Wiege der Kinderheilkunde für die bayerischen Universitäten standen treffliche Pathen: Buhl, der liebenswürdige Lehrer der pathologischen Anatomie, der feingebildete, kritische, nüchterne Chirurg Carl Thiersch, welcher bei seiner Abberufung nach Erlangen von dem jugendlich-feurigen Nussbaum abgelöst wurde (October 1854). Im Jahre 1858 trat Vogel an die zweite medicinische Klinik, welche damals unter der Leitung des Obermedicinalrathes von Pfeufer stand, als erster Assistent über. Noch im nämlichen Jahre veröffentlichte er die Ergebnisse einer Reihe von Untersuchungen des Harns auf Harnstoff- und Kochsalzgehalt nach der von Liebig eben angegebenen Titrirmethode in der Zeitschrift für rationelle Medicin von Henle und Pfeufer. Neue Folge. Bd. IV, S. 3 ff. 1853. Die schwere Choleraseuche des Jahres 1854 traf den rüstigen, fleissigen Assistenten ununterbrochen an der Arbeit, trotz deren Uebermaass er seinem innersten Triebe entsprechend täglich einige Augenblicke fand, in welchen er sich der Unterweisung angehender Assistenten hingeben konnte. Hiebei kam ihm sein Talent, in kurzer und prägnanter Weise das Wichtigste des Tages zusammenzufassen, sichtlich zu Statten. Nach Ablauf der Epidemie schied er aus der Assistentenstelle aus, um sich dem Lehramt, zunächst mit der Einschränkung auf die Kinderheilkunde zu widmen. Auch übernahm er im Jahre 1857 in Verbindung mit seinem Freunde Dr. Emil Friedrich, nunmehrigem Generalarzt I. Cl. a. D., die Herausgabe der »Medicinisch-chirurgischen Monatshefte«, von welchen 8 Jahrgänge erschienen sind.

Im Jahre 1855 folgte seine wohlbekannte Habilitationsschrift: »Klinische Untersuchungen über den Typhus auf der II. medicinischen Abtheilung des allgemeinen Krankenhauses zu München«. 1855. Erlangen, Enke. 2. Aufl. 1860. Als Docent hielt er gut besuchte Vorlesungen über verschiedene Gebiete aus der speciellen Pathologie und Therapie, insbesondere über Kinderheilkunde, konnte aber sein Ziel, eine Professur, nicht erreichen. In das Jahr 1860 fallen zwei Arbeiten: eine kleine Schrift, die aber für München von besonderer Wichtigkeit war, indem sie manche Vorurtheile hinsichtlich des damals üblen Rufes der Gesundheitsverhältnisse der Haupt–stadt zerstreute: »Münchens Klima und diätetische Verhaltungsmaassregeln für Einheimische und Fremde«. München, bei Kaiser 1860, und das Hauptwerk seines Lebens: »Lehrbuch der Kinderkrankheiten«, welches nunmehr in der von Dr. Th. Biedert in Hagenau so sorgfältig bearbeiteten und erheblich bereicherten 9. Auflage in Umlauf ist. Dieses Buch, wie die meisten Lehrbücher, aus dem Collegienheft des jungen Docenten entstanden, ist ein getreues Bild des Autors: kurz, deutlich, treffend, alles Unnütze aussschliessend, im Unterricht wie in der Praxis brauchbar. So war Vogel selbst: mit wenigen Worten konnte er viel erklären und Schwieriges auseinandersetzen, auch am Krankenbette folgten nach genauer Untersuchung die zur Festsetzung der Behandlung nothwendigen Schlüsse rasch aber gleichwohl sicher.

So vorbereitet traf ihn im Jahre 1866 die Anfrage, ob er bereit sei, einem Rufe als ordentlicher Professor der speciellen Pathologie und Therapie sowie der medicinischen Klinik nach Dorpat zu folgen.

Bei der geringen Aussicht, an einer bayerischen Universität befördert zu werden, entschloss er sich rasch und siedelte alsbald in die neue Heimath über. Im Jahre 1862 hatte sich Vogel mit Fräulein Josefine Hefner, der Tochter eines königl. Landrichters in Friedberg, der in München hochverehrten Hofopern- und Kammersängerin, verheirathet, welcher glücklichen Ehe ein Sohn entspross. So wurde ihm durch sein glückliches Familienleben der immerhin schwere Abschied von seiner geliebten Vaterstadt an die nordische Schule erleichtert. Dort erwarb er sich bald die Sympathien seiner Collegen und Schüler, sowie das Vertrauen der Bevölkerung als consultirter Arzt. Die literarische Thätigkeit setzte er fleissig fort. Sein Lehrbuch der Kinderkrankheiten war unter ausübenden Aerzten und Studierenden sehr beliebt geworden, so dass alsbald neue Auflagen nothwendig wurden, deren Besorgung ihm oblag. Ausserdem publicirte er in Ziemssen’s »Archiv für klinische Medicin« mehrere interessante Abhandlungen: so 1870 »Die Nägel nach fieberhaften Krankheiten« Bd. 7, »Angeborener état criblé des Kleinhirns« ibid. Bd. 17, 1876, »Hirnerweichung und Arteriensyphilis« ibid. Bd. 20, 1877. In das Jahr 1874 fällt seine in Ziemssen’s Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie Bd. VII 1. Heft aufgenommene Abhandlung über »Die Krankheiten der Lippen und der Mundhöhle«.

Doch trotz aller angenehmen Verhältnisse, die ihn in Dorpat umgaben, ging ihm das Heimweh ohne Unterlass zur Seite. Wenn er ab und zu in den Ferien, welche ihn ja nur nach Südbayern, am liebsten nach Ambach am Starnbergersee zogen, zu den Freunden kam, da war es Jedem von uns klar, wie schwer er wieder von uns ging. Wenn ihn auch die kaiserlich russische Regierung mit Würden und Auszeichnungen aller Art überhäufte – sein Herz war bei uns. Und als sein Vertrag mit der kaiserlich russischen Regierung abgelaufen war, säumte er nicht, die liebe Heimath aufzusuchen, um in ihren freundlichen Gefilden den Abend seiner Tage zuzubringen. Er liess sich in München nieder und suchte vor Allem die alten Freunde wieder auf. Vieles hatte sich während seiner 20 jährigen Abwesenheit in München verändert: Verwandte und Bekannte waren aus dem Leben geschieden, der Personalstand der medicinischen Fakultät hatte sich verändert, sein liebes Kinderspital in der Jägergasse war fortgewandert in die Lindwurmstrasse, um dort in einem Prachtbau neu zu erstehen. Wie natürlich war sein Wunsch, hier die Lehrthätigkeit fortzusetzen, wie er sie im alten Häuschen begonnen hat. Doch diesen Wunsch sah er nicht in Erfüllung gehen, er beschied sich indess mit dem Lehramte der Kinder-Poliklinik am Reisingerianum, welchem er mit allem Eifer diente. Die Verhandlungen des 6. Congresses für innere Medicin (1887) ziert eine Abhandlung aus seiner Feder über Pathologie und Therapie des Keuchhustens. So blieb er lehrhaft und literarisch thätig, bis ihn Krankheit mit quälendem Siechthum zum Aufgeben jeder Anstrengung nöthigte. Der im Jahre 1889 erfolgte Tod seines einzigen Bruders hatte ihn empfindlich getroffen. Voll schwerer, die Geduld auf die höchste Probe stellenden Leiden, die er mit Ergebung trug, erlöste ihn am 27. September 1890 der Tod. Die Section zeigte ein Aneurysma cordis verum.

Vogel hat in München eine Lücke hinterlassen, welche sich erst allmälich ausfüllen wird, denn seine reiche Erfahrung, sein kritisches Vermögen, seine Uebung im Lehren kann nur langsam ersetzt werden.

v. Kerschensteiner.

Münchener Medicinische Wochenschrift No. 15. Organ für amtliche und praktische Ärzte. 14. April 1891.

#Josefine Vogel (vw) / Hefner (gb)

* 13.4.1830 Friedberg)
† 19.8.1907 (München)
Landrichters-Tochter aus Friedberg / Sängerin (Sopran) / Arzt-Witwe

#Der Bayerische Landbote (13.12.1855)

Conzert von Fräul. Jofephine Hefner.

Bei ihrem jüngsten Auftreten war Frl. Hefner auf eine so auszeichnende Art aufgenommen worden, daß ihr der Gedanke nahe liegen mußte, sich in einem eigenen Konzerte vorzuführen, um so mehr, als nach einem »unbegreiflichen« Rathschlusse wenig Hoffnung zu bestehen scheint, sie wieder auf der Bühne zu bewundern. Der glänzende Besuch des Conzertes bewies, daß Frl. Hefner in ihrer Voraussetzung sich nicht geirrt hatte und daß das Publikum sie ungerne vermißt. – Sie bewies auch heute wieder in den vorgetraqenen Nummern, nämlich einer Arie aus Händels »Rinaldo«, in dem bekannten Liede Mendelssohn's »Die Lotosblume« und einem Kinderliede von Taubert: »Wo sind doch all' die Blumen hin?« daß sie an Schönheit und Kraft der Stimme nicht verloren, an Bildung und Geschmack im Vortrage aber gewonnen hat. Namentlich ist ihr Portament vorzüglich, was besonders in den kaum gehauchten und doch allgemein verständlichen Pianostellen hervortrat. Sie wurde durch reichlichen Beifall und wiederholten Hervorruf ausgezeichnet und mußte das letzte Liedchen – eine reizende Composition – wiederholen.

Der Bayerische Landbote No. 347. München; Donnerstag, den 13. Dezember 1855.

#Bayerische Landbötin (14.12.1855)

Fräulein Josephine Hefner, eine der schönsten Blüthen der einst berühmt gewesenen Münchener Oper, hat am Montag im Odeonsaal ein Concert gegeben, welches sich den Concerten unserer Hofkapelle ganz ebenbürtig anschließt. Die Concertgeberin, eine stets sehr gern gesehene Erscheinung, entzückte durch den brillanten Vortrag einer Arie aus der Oper »Rinaldo« und zweier wundervoller Lieder »Auf Flügeln des Gesanges« von Mendelssohn und »Wo sind all' die Blumen hin« von Taubert, so sehr, daß sie nicht nur mit Beifall überschüttet wurde, sondern sogar durch das stürmische Verlangen das letzte Lied wiederholen mußte.

Bayerische Landbötin No. 297. München; Freitag, den 14. Dezember 1855.

#Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik (8.3.1857)

Sonntag, den 8. März 1857.

München, 7. März. (Kgl. Hof- und National-Theater.) Die Opernfreunde werden mit Vergnügen vernehmen, daß das frühere, beliebte Mitglied, Frln. Josephine Hefner, von ihrem jahrelangen Nervenleiden genesen, morgen Sonntag – als Casilda in der komischen Oper »Teufels Antheil« auftreten wird. Wir begrüßen dieses erstmalige Wiederauftreten um so freudiger, als sich damit solche an Frln. Hefner bereits nach ihrem vorjährigen Concerte im kgl. Odeon ergangene Einladung verwirklicht, was für die inzwischen erlangte völlige Genesung und Erkräftigung der verehrten Künstlerin spricht.

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 67. Sonntag, den 8. März 1857.

#Würzburger Stadt- und Landbote (2.1.1858)

Zu der gestrigen Vorstellung des »Barbier von Sevilla«, in welcher Fräul. Josephine Hefner von München die Rosine sang, war der Zudrang des Publikums so groß, daß das Haus in allen Räumen überfüllt war, außerdem aber noch eine sehr große Anzahl von Hörlustigen wegen Mangel an Platz abgewiesen werden mußten, eine Erscheinung, wie sie hier seit geraumer Zeit nicht mehr da war. Die hochgeschätzte Künstlerin erntete wieder enthusiastischen Beifall und öfteren Hervorruf und entzückte das Publikum noch besonders durch zwei allerliebste Einlagen, eine Barcarole von Paer und die Walzerarie von Venzano. Möge die der Künstlerin hier gewordene freundliche Aufnahme dieselbe recht bald zu einem abermaligen Besuche unserer Stadt veranlassen!

Würzburger Stadt- und Landbote Nr. 2. Samstag, den 2. Januar 1858.

#29 – 1 – 5·6 (Rambaldi)


Hier ruhen in Gott:
unsere unvergessliche Gattin u. Mutter
Frau Josephine
Gräfin von Rambaldi
geb. Klemm,
kgl. Regierungsrathsgattin
geb. den 13. April 1814,
gest. den 24. Januar 1852.
Fräulein Emilie
Gräfin von Rambaldi
kgl. Regierungsrathstochter,
St. Anna-Ordens-Stiftsdame
geb. den 30. August 1840,
gest. den 11. Februar 1900.
Amalie Gräfin von Rambaldi
Gutsbesitzersgattin,
geb. den 23. Mai 1854,
gest. den 11. April 1911.
Otto Graf von Rambaldi
Gutsbesitzer,
geb. den 8. September 1846,
gest. den 31. Oktober 1916.
Auf dem Felde der Ehre fiel am 20.5.17,
Richard Ferdinand Graf von Rambaldi
geb. 4.4.75.
k. w. Hauptmann und Batls. Kdr.

Sockel
29.1.5.6. J. Deiser.

Linke Seite
Maria Gräfin von Rambaldi
kgl. Regierungsrathswitwe,
1831 – 1909.

Rechte Seite
Herr Maximilian
Graf von Rambaldi
kgl. Kammerjunker und Hauptmann a. D.
geb. den 16. April 1818,
gest. den 17. März 1893.


  • Rambaldi, Amalie Gräfin von (vh); 23.5.1854 – 11.4.1911; Gutsbesitzers-Gattin
  • Rambaldi, Emilie Gräfin von; 30.8.1840 – 11.2.1900; Regierungsrats-Tochter und St. Anna-Ordens-Stiftsdame
  • Rambaldi, Josefine Gräfin von (vh) / Klemm (gb); 13.4.1814 – 24.1.1852 (München); Regierungsrats-Gattin
  • Rambaldi, Maria Gräfin von (vw); 1831 – 4.6.1909 (München); Regierungsrats-Witwe
  • Rambaldi, Maximilian Graf von; 16.4.1818 – 17.3.1893; Kammerjunker und Hauptmann a. D.
  • Rambaldi, Otto Graf von; 8.9.1846 – 31.10.1916
  • Rambaldi, Richard Ferdinand Graf von [in memoriam]; 4.4.1875 (Allmannshausen) – 20.5.1917 (Champagne), im Cornillet-Tunnel verschüttet; Hauptmann und Bataillonskommandeur

Richard Ferdinand Graf von Rambaldi. Landesarchiv Baden-Württemberg.

Grab der Familie Rambaldi auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

Grab der Familie Rambaldi auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

#29 – 1 – 7* (Wohnlich)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Wohnlich, Freiherr von

Das Grab ist nicht erhalten

#29 – 1 – 8·9 (Bary)


FAMILIE
VON
BARY


  • Bary, Karl von; 29.10.1876 – 23.3.1879
  • Bary, Theodor von; 6.7.1805 (Frankfurt) – 12.5.1872 (München); Gold- und Silberdrahtwarenfabrikant
  • Bary, Therese von; 20.8.1826 – 14.3.1852 (München); Fabrikbesitzers-Gattin

Grab der Familie Bary auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2014)

#29 – 1 – 10 (Utz)


Ruhestätte
des Finanzdirektors
Andreas von Utz,
kgl. Centralstaatskassiers a. D.
geb. zu Selingsdorf am 8. Mai 1817.
gest. zu München am 3. Oktober 1894.
1. Mos. 32. 10.
Ihm folgte seine Gattin
Marie von Utz,
geb. Reichert,
geb. zu Ansbach am 1. August 1821.
gest. zu München am 28. Februar 1895.
2. Cor. 4. 17. 18.
Luise Utz
* 10.VIII.1845 † 26.I.1932.


  • Utz, Andreas von; 8.5.1817 (Selingsdorf) – 3.10.1894; Königlicher Zentralstaatskassierer a. D.
  • Utz, Luise; 10.8.1845 – 26.1.1932 (München)
  • Utz, Marie von (vw) / Reichert (gb); 1.8.1821 (Ansbach) – 28.2.1895 (München); Zentralkassierers-Witwe

Grab der Familie Utz auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)

#29 – 1 – 11 (Kratzeisen)


Grab der Familie Kratzeisen auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#29 – 1 – 13·14 (Höss · Pracher)


Bernhard
Höss
qu. k. Landrichter und Major
der Landwehr von Ebersberg,
geb. 12. August 1780, gest. 12. Juli 1851,
dessen Gattin
Cäcilie Höss, geb. Meyer,
geb. 9. August 1790, gest. 19. Jan. 1870.
Karoline Pracher, geb. Höss,
Regierungsassessors-Gattin,
geb. 20. Mai 1829, gest. 30. Dezbr. 1857.
Max Ritter von Höss,
k. Geheimer Rath. Vorstand der
Rechnungskammer u. Regierungs-
Direktor a. D. Inhaber hoher Orden.
geb. 24. Jan. 1822, gest. 12. April 1903.
Amalie von Höss, geb. Müllbaur,
Oberauditeurs-Gattin,
geb. 28. Juli 1824, gest. 16. Juli 1904.
Karl Ritter von Höss,
k. Oberauditeur
u. Kriegsministerial-Referent a. D.
Inhaber hoher Orden u. von Denkzeichen.
geb. 13. Okt. 1820, gest. 28. April 1905.
Sr. Exzellenz
Josef Ritter von Höss,
k. b. Staatsrat i. a. o. D. und Präsident a. D.
des Obersten Rechnungshofes
Grosscomtur u. Inhaber hoher Orden,
geb. 3. Sept. 1825, gest. 17. März 1906.
Karoline von Höss,
geb. von Itzstein, Geheimrats-Gattin
geb. 10. Sept. 1831, gest. 30. Mai 1915.
Adelinda von Höss, geb. v. Fischer
Staatsrats u. Präsidentens-Witwe
geb. 4. August 1837, gest. 21. April 1916.


  • Höss, Adelinda von (vw) / Fischer, von (gb); 4.8.1837 – 21.4.1916; Staatsrats- und Präsidentens-Witwe
  • Höss, Amalie von (vh) / Müllbaur (gb); 28.7.1824 – 16.7.1904 (München); Oberauditors-Gattin
  • Höss, Bernhard; 12.8.1780 – 12.7.1851 (München); Ehemaliger königlicher Landrichter und Major der Landwehr von Ebersberg
  • Höss, Cäcilie (vw) / Meyer (gb); 9.8.1790 – 19.1.1870 (München); Landrichters-Witwe
  • Höss, Josef Ritter von; 3.9.1825 (Ebersberg) – 17.3.1906 (München); Königlich bayerischer Staatsrat und Präsident des Obersten Rechnungshofes a. D.
  • Höss, Karl Ritter von; 13.10.1820 – 28.4.1905; Oberauditor und Kriegsministerialreferent a. D.
  • Höss, Karoline von (vh) / Itzstein, von (gb); 10.9.1831 – 30.5.1915; Geheimrats-Gattin
  • Höss, Max Ritter von; 24.1.1822 – 12.4.1903; Königlicher Geheimrat, Vorstand der Rechnungskammer und Regierungsdirektor a. D.
  • Pracher, Karoline (vh) / Höss (gb); 20.5.1829 – 30.12.1857 (Augsburg); Regierungsassessors-Gattin

Grab der Familien Höss · Pracher auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)

#Bernhard Höss

* 12.8.1780
† 12.7.1851 (München)
Ehemaliger königlicher Landrichter und Major der Landwehr von Ebersberg

#Neue Münchener Zeitung (15.7.1851)

Bayern. München, 14. Juli. Vorgestern verstarb dahier im 71. Lebensjahre der königl. quieszirte Landrichter und Major der Landwehr zu Ebersberg, Hr. Bernhard Joseph Höß. Energie, strengste Rechtlichkeit, männliche Offenheit und ein herzlich biederer Sinn waren die Charakter-Grundzüge dieses alten Beamten, welche derselbe während 28jähriger ehrenvoller Verwaltung des mühevollen, damals unvollständig besetzten Landgerichts Ebersberg bethätigte. Als er im Jahre 1845 in Folge seiner trotz eingetretener Kränklichkeit fortgesetzten rastlosen Anstrengungen einen Schlaganfall erlitt und nach 38jähriger Dienstleistung in Quieszenz treten mußte, bürgten ihm die wiederholt ausgedrückte Allerhöchste Zufriedenheit und ein von den 39 Gemeinden des Bezirkes aus Dankbarkeit dargebrachter prachtvoller silberner Ehrenbecher für allseitige Anerkennung. Leider konnten ihm in Folge jenes Schlaganfalles der Kreis der Seinigen und seine zahlreichen Freunde nicht mehr den vollen Genuß seines so wohlverdienten Ruhestandes gewähren.

Neue Münchener Zeitung Nr. 166. Dienstag, den 15. Juli 1851.

#Josef Ritter von Höss

* 3.9.1825 (Ebersberg)
† 17.3.1906 (München)
Königlich bayerischer Staatsrat und Präsident des Obersten Rechnungshofes a. D.

#Münchner Neueste Nachrichten (20.3.1906)

Lokales.
München, 19. März.

Staatsrat i. a. o. D. Ritter v. Höß †. Der frühere Präsident des bayerischen Obersten Rechnungshofes, Staatsrat, Exzellenz Ritter v. Höß, dem es vergönnt war noch vor kaum einem halben Jahre seinen 80. Geburtstag zu feiern, bei welcher Gelegenheit wir an dieser Stelle des hochverdienten Beamten gedachten, ist gestern verschieden. Höß, am 3. September 1825 in Ebersberg geboren, war als Akzessist, Rechnungskommissar, Regierungsassessor und Regierungsrat vorwiegend bei der oberbayerischen Kreisregierung beschäftigt. Hierauf war er im Finanzministerium als Referent und Kronanwalt tätig, wurde dort Ministerialrat und dann Staatsrat (als Erster neuerer Ordnung) und mit der Neuorganisation des Staatsrates und vielfach mit der Vertretung des Finanzministers betraut. 1893 wurde Höß zum Präsidenten des Obersten Rechnungshofes ernannt und trat 1897 in den Ruhestand unter Versetzung in die Zahl der Staatsräte im außerordentlichen Dienst. Höß war ein außerordentlich beliebter und hochgeachteter Beamter; er besaß den bayerischen Kronenorden und den Michaelsorden 1. Klasse, den preußischen Kronenorden 2. Klasse und die Prinz-Regent-Luitpold-Medaille. Seit 11.Juli 1857 war Höß mit der Staatsratstochter v. Fischer vermählt, starb also im 49. Jahre dieser glücklichen Ehe.

Münchner Neueste Nachrichten No. 132. Dienstag, den 20. März 1906.

#Münchner Neueste Nachrichten (21.3.1906)

Lokales.
München, 20. März.

Rr. Staatsrat Joseph Bernhard v. Höß †. Der Präsident a. D. des obersten Rechnungshofes fand heute Nachmittag im südlichen Friedhofe seine letzte Ruhestätte. Eine stattliche und vornehme Trauerversammlung hatte sich zu dem Akte pietätvoller Ehrung eingefunden, u. a. auch als Vertreter des Prinzen Ludwig dessen persönlicher Adjutant Frhr. v. Rotenhan, ferner Finanzminister v. Pfaff, Generaladjutant General der Kavallerie Graf Lerchenfeld, die Staatsräte von Geiger, v. Pausch, v. May und v. Auer, der Präsident des protestantischen Oberkonsistoriums Reichsrat Dr. v. Schneider, der Präsident v. Ulsamer mit den Oberrechnungsräten und den übrigen Beamten des Obersten Rechnungshoses, der Vorstand Regierungsdirektor v. Huber und die meisten Beamten der k. Rechnungskammer, der Vorstand der Staatsschulden-Tilgungskommission Ministerialrat Schamberg, die Generale v. Sauer, v. Euler-Chelpin, v. Schumacher u. a., Regierungspräsident von Halder und Beamte des Finanzministeriums. Der Geistliche, Stadtpfarrer Gallinger von St. Ludwig, beschränkte sich in der Grabrede, dem schriftlich niedergelegten Wunsche des Verstorbenen entsprechend, auf die Bekanntgabe der hauptsächlichsten Lebensdaten. Am Grabe waren im Schmucke von Zierpflanzen viele Kränze niedergelegt, darunter die Blumenspende des Regenten und Kränze vom Staatsministerium der Finanzen, von den Staatsräten im ordentlichen Dienste, vom Obersten Rechnungshöfe, von der Gesellschaft »Hoch England« und von der Dienerschaft.

Münchner Neueste Nachrichten Nr. 135. Mittwoch, den 21. März 1906.

#29 – 1 – 15 (Cucumus)


¿

Antoinette,
geb. 9. August 1821, gest. 6. Juni 1886.

Buch-Tafel
Die Inschrift ist nicht erhalten


  • Cucumus, Anna von (vh) / Kirchgessner (gb); 12.6.1803 – 1.6.1864 (München); Oberappellationsgerichtsrats-Witwe
  • Cucumus, Antoinette von; 9.8.1821 – 6.6.1886 (München); Oberappellationsgerichtsrats-Tochter
  • Cucumus, Gottfried von; 1831 (Würzburg) – 11.4.1888 (München); Major a. D.
  • Cucumus, Konrad von, Dr.; 20.1.1792 (Mainz) – 23.2.1861 (München); Oberappellationsgerichtsrat

Grab der Familie Cucumus auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#Konrad von Cucumus

* 20.1.1792 (Mainz)
† 23.2.1861 (München)
Abgeordneter und Jurist

#Landshuter Zeitung (28.2.1861)

Bayern. München, 26. Februar. Bei der gestern stattgefundenen Beerdigung des Oberappellraths Cucumus, in welchem der oberste Gerichtshof eines seiner tüchtigsten Mitglieder verloren hat, fanden sich zahlreiche Leidtragende ein, besonders aus der Juristenwelt. Auch der Justizminister und der Generalstaatsanwalt waren unter den Anwesenden. Cucumus war früher Professor des Staatsrechts an der Universität Würzburg, von wo er in den dreißiger Jahren als Assessor mit Rathsrang zum Appellgerichte für Schwaben versetzt wurde, in welcher Stellung er sieben Jahre verblieb und dann zum Rath am obersten Gerichtshofe befördert wurde. Im Jahre 1848 war er Vertrauensmann beim Bundestage und später Mitglied des Parlaments, in welches er, wenn wir uns recht erinnern, durch den Wahlbezirk Günzburg a/D. gewählt wurde. Er stand bei Allen, die ihn kannten, in hoher Achtung, nicht nur seines gediegenen Wissens, sondern, auch seines wahrhaft edlen Charakters wegen.

Landshuter Zeitung Nr. 49. Donnerstag, den 28. Februar 1861.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1876)

Cucumus: Konrad v. C., geb. am 20. Jan. 1792 zu Mainz, † zu München am 23. Febr. 1861. Sein Vater stand in Diensten des Reichserzkanzlers und Kurfürsten, Erzbischofs von Mainz. Seine Gymnasialerziehung genoß er in Aschaffenburg. 1813 und 1814 machte er den Feldzug in Frankreich als Freiwilliger mit; setzte sodann das Studium der Rechtswissenschaft in Würzburg fort, promovirte am 20. Aug. 1818 zum Doctor der Rechte, wurde dann daselbst Privatdocent und am 25. Oct. 1821 Professor; er hielt Vorlesungen über Institutionen, Pandekten, Naturrecht und Philosophie des positiven Rechts, allgemeine vergleichende Rechtsgeschichte, Lehenrecht, Staatsrecht, Criminalrecht und Proceß. Nachdem er der Reihe nach als Senats- und Verwaltungsausschußmitglied, ferner für das Jahr 1830–31 als Rector der Universität Würzburg und zuletzt noch als deren Abgeordneter zum Landrath für den Untermainkreis und bei diesem als Secretär gewählt worden war, wurde er 1832 unter dem Einfluß der Karlsbader Beschlüsse und der in Baiern damals herrschenden Reaction, in Folge seiner Freisinnigkeit nebst anderen hervorragenden Lehrern der Universität (Schönlein, Friedreich, Brendel, Seuffert und Lauk) von seinem Lehrstuhl entfernt und als Appellationsgerichtsassessor mit Titel und Rang, jedoch ohne die Bezüge eines Appellationsgerichtsraths, die ihm in seiner ehemaligen Stellung als Universitätsprofessor gebührt hätten, nach Neuburg a. d. D. versetzt. 1839 (15. Aug.) wurde er wirklicher Appellationsgerichtsrath und 1842 (11. März) zum Rath an den obersten Gerichtshof Baierns befördert, welche Stelle er bis zu seinem Tode inne hatte. In dieser Stellung hatte er sich die allgemeine Achtung und volles Vertrauen erworben. Seit dem Vollzuge des Gesetzes vom 18. Mai 1852 über die Competenzconflicte wurde er für jede der dreijährigen Perioden als Mitglied des Senats für Competenzconflicte gewählt. 1848 wurde er vom König als Vertrauensmann an den Bundestag nach Frankfurt a. M. gesandt; bald darauf in verschiedenen Theilen Baierns als Abgeordneter gewählt, saß er als Abgeordneter für den Bezirk Schweinfurt in der constituirenden Nationalversammlung. Abgeneigt der Schaffung des Erbkaiserthums hielt er vielmehr die Errichtung eines durch die mächtigeren deutschen Souveräne gebildeten Directoriums für das realisirbare Ziel der damals herzustellenden Centralgewalt. Als Mitglied des völkerrechtlichen Ausschusses kam er in die Lage, von seinen publicistischen Kenntnissen Gebrauch zu machen.

Werke: Dissertation »De jure accrescendi, cui competat post venditam hereditatem«, Wirceburgi 1818; »Ueber das Verbrechen des Betrugs, als Beitrag für Criminalgesetzgebung« (Programm), Würzburg 1820; »Ueber das Duell und dessen Stellung in dem Strafsysteme, Abhandlung aus dem Standpunkt des Vernunftrechts, als Beitrag für Gesetzgebung«, 1821; »Ueber die Eintheilung der Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen in den Strafgesetzbüchern in Beziehung auf constitutionelle Grundsätze«, 1823 (die hier entwickelten Ansichten gehen in vielen Punkten der damaligen Zeit voran; sie sind zugleich ein Beitrag zur Lehre vom strafbaren Unrecht; die Eintheilung des Diebstahls nach dem Betrage wird verworfen); »Ueber den Staat und die Gesetze des Alterthums, akademische Abhandlung zur Feier des 25jährigen Jubiläums Max Josephs«, 1824; in dem »Lehrbuch des Staatsrechtes der constitutionellen Monarchie Baierns«, 1825, drückt sich der loyale und verfassungstreue Standpunkt des Verfassers am deutlichsten aus (vgl. Rob. v. Mohl, Gesch. u. Lit. d. Staatsw., Bd. II, S. 360). Abhandlungen: »Ueber das System eines Strafgesetzbuches hinsichtlich der Polizeiübertr.« N. Arch. d. Cr. R. 1842, Bd. VII, S. 120; »Ueber die Eintheilung der Verbr. u. die Folgerungen daraus für die Gesetzgebung«, ebenda 1828, Bd. V, S. 47; »Ueber den Unterschied zwischen Fälschung und Betrug«, ebenda, S. 513; »Ueber den Unterschied zwischen Complott und Bande«, ebenda 1833, Bd. XIV, S. 1; »Ueber das Verbrechen der Erpressung«, ebenda 1834 (N. F.), S. 55; »Ueber das Verbrechen des Betrugs außer Vertragsverhältnissen«, ebenda 1835, S. 563; »Ueber das Verbrechen des Betrugs in Vertragsverhältnissen«, 1837, S. 431 u. 520; »Ueber den Umfang des Devolutiveffects bei Berufungen gegen Erkenntnisse, welche die Klage bedingt oder unbedingt abweisen oder den Beklagten von derselben entbinden«, Arch. f. civilist. Praxis, 1843 u. 1844 (Bd. XXVI. u. XXVII.), vgl. dazu den Plenarbeschluß des obersten Gerichtshofes vom 26. April 1843 (Rggsbl. 1843, S. 373).

E. Ullmann: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1876.

#29 – 1 – 19 (Buchner)


Hier ruhen
Joh. Andr. Buchner
Univ. Professor
* 6.4.1783 † 7.6.1852
Dessen Gattin
Therese, geb. Frey
* 18.1.1789 † 23.7.1863
Carl Buchner, Chemiker
* 18.2.1821 † 7.5.1897
Dessen Gattin
Maria, geb. Oettl
* 25.10.1837 † 19.5.1872
Franz Buchner
* 10.3.1861 † 27.10.1919
Georg Buchner Chemiker
* 17.4.1858 † 30.11.1944
Carl Buchner Oberst a. D.
* 21.2.1868 † 6.12.1944
Dr. Carl Buchner Chemiker
15.2.1886 † 27.9.1918


  • Buchner, Franz; 10.3.1861 – 27.10.1919
  • Buchner, Georg; 17.4.1858 – 30.11.1944; Chemiker
  • Buchner, Johann Andreas, Dr.; 6.4.1783 (München) – 5.6.1852 (München); Pharmazeut, Chemiker und Universitätsprofessor
  • Buchner, Karl; 18.2.1821 – 7.5.1897; Chemiker
  • Buchner, Karl; 21.2.1868 – 6.12.1944; Oberst a. D.
  • Buchner, Karl, Dr.; 15.2.1886 – 27.9.1918; Chemiker
  • Buchner, Maria (vh) / Öttl (gb); 25.10.1837 – 19.5.1872 (München); Chemikers-Gattin
  • Buchner, Therese (vw) / Frey (gb); 18.1.1789 – 23.7.1863 (München); Universitätsprofessors-Witwe

Grab der Familie Buchner auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2007)

#Dr. Johann Andreas Buchner

* 6.4.1783 (München)
† 5.6.1852 (München)
Pharmazeut, Chemiker und Universitätsprofessor

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Buchner Johann Andreas, Dr., 1783 (München) – 1854, Pharmazeut, Chemiker und Universitätsprofessor; er bildete sich seit 1805 in Erfurt unter Trommsdorff aus und war 1809–1818 Oberapotheker der Zentralstiftungsapotheke in München, dann Professor der Pharmazie in Landshut (seit 1826 in München), außerdem Mitglied der BAkdW; 1815 übernahm er das von Gehlen begonnene Repertorium für Pharmacie, das er bis zu seinem Tod fortsetzte; in diesem sind seine wertvollen analytisch-chemischen und pharmazeutischen Arbeiten insgesamt enthalten.

Hauptwerke: Erster Entwurf eines Systems der chemischen Wissenschaft für »Inbegriff der Pharmacie«: die Abschnitte Toxikologie, Pharmacie, Physik und Chemie; Lehrbuch der analytischen Chemie und Stöchiometrie; B. war einer der tüchtigsten Förderer eines wissenschaftlichen Pharmaziestudiums und erwarb sich um das Apothekerwesen in ganz Deutschland unbestreitbare Verdienste.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 1 – 20 (Stangassinger)


Familien-Grab.

Hier ruhen
Herr Dr. Michael Stangassinger
k. Polizei u. städtischer Veterinär-Arzt,
geb. d. 3. Nov. 1819, gest. d. 17. Juli 1854.
Frau Kreszenz Stangassinger
Privatiere,
geb. d. 25. April 1825, gest. d. 18. Mai 1897.
Ihnen gingen voran die Söhne:
Karl, geb. d. 10. Okt. 1850, gest. d. 27. April 1851.
Franz, geb. d. 19. Sept. 1852, gest. d. 3. Sept. 1879.
Denselben folgte
Herr Anton Stangassinger
Privatier,
geb. d. 30. Mai 1828, gest. d. 31. März 1905.


  • Stangassinger, Anton; 30.5.1828 – 31.3.1905; Privatier
  • Stangassinger, Franz; 19.9.1852 – 3.9.1879
  • Stangassinger, Karl; 10.10.1850 – 27.4.1851
  • Stangassinger, Kreszenz (vw) / Höllriegel (gb); 25.4.1825 – 18.5.1897; Privatiere
  • Stangassinger, Michael, Dr.; 3.11.1819 – 17.7.1854 (München); Städtischer Veterinärarzt

Grab der Familie Stangassinger auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)

#29 – 1 – 22 (Simmen)


Ruhestätte Familie Simmen.

Hier ruhen in Gott
Joh. Alfred Simmen
geb. 10. Jan. 1870, gest. 7. Febr. 1890.
Frau Anna Simmen
geb. Ungerer
geb. 26. Jan. 1847, gest. 10. Sept. 1892.
Herr Alfred Simmen
geb. 28. Juli 1842, gest. 15. Juli 1922.

Sepp & Schnelldorfer.


  • Simmen, Alfred; 28.7.1842 – 15.7.1922 (München); Ingenieur und ehemaliger Besitzer des Hotels National-Simmen
  • Simmen, Anna (vh) / Ungerer (gb); 26.1.1847 – 10.9.1892
  • Simmen, Joh. Alfred; 10.1.1870 – 7.2.1890

Grab der Familie Simmen auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)

#29 – 1 – 27 (Aigner · Stark)


Skulptur
Linke Seite
Geg. J. BRAUN
München

Rechte Seite
ARTHUR AIGNER 1901

FAMILIE
I. B. AIGNER

I. B. AIGNER
KAUFMANN
GEB. 12. APRIL 1820
GEST. 10. DEZ. 1903.
FRAU THERESE
AIGNER
GEB. 26. JULI 1836
GEST. † NOV. 1912.
ARTHUR AIGNER
BILDHAUER
* 29. NOV. 1876 – † 11. SEPT. 1932.
FRAU
FANNY AIGNER
GEB
KLIER
GEB. 12.3.1868. GEST. 19.3.1942

Linke Seite
IN KÜHLER ERDE
RUHEN DIE KINDER:
MATHILDE-GEORG
ROBERT-ARTHUR.

Rechte Seite
FRAU
EMMA STARK GEB. AIGNER
HAUPTMANNSGATTIN
GEB. 22. AUG. 1859. GEST. 22. FEBR. 1897.
FRAU MARIA AIGNER
GEB. SCHRÖDINGER
GEB. 2. FEBR. 1880. GEST. 22. SEPT. 1940


  • Aigner, Arthur; 29.11.1876 – 11.9.1932 (München); Bildhauer
  • Aigner, Fanny (vw) / Klier (gb); 12.3.1868 – 19.3.1942
  • Aigner, I. B.; 20.4.1820 – 10.12.1903; Kaufmann
  • Aigner, Maria (vh) / Schrödinger (gb); 2.2.1880 – 22.9.1940
  • Aigner, Therese (vw); 26.7.1836 – 11.1912
  • Stark, Emma (vh) / Aigner (gb); 22.8.1859 – 22.2.1897

Grab der Familien Aigner · Stark auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

Grab der Familien Aigner · Stark auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

Grab der Familien Aigner · Stark auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

Grab der Familien Aigner · Stark auf dem Alten Südfriedhof München (September 2011)

#29 – 1 – 28 (Schneemann)


Dem
Dr. phil. et. medic.
Carl Schneemann
ordentlichen Professor
der Medizin
und Gründer der Poliklinik
an hiesiger Hochschule
geb. zu Bamberg am 4. Juli 1812
gest. zu München am 7. Apr. 1850
gewidmet
von seinen Schülern
und Freunden


  • Schneemann, Karl, Dr. med. et. phil.; 4.7.1812 (Bamberg) – 7.4.1850 (München); Arzt und Universitätsprofessor

Grab der Familie Schneemann auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2007)

Grab der Familie Schneemann auf dem Alten Südfriedhof München (September 2011)

#Dr. med. et. phil. Karl Schneemann

* 4.7.1812 (Bamberg)
† 7.4.1850 (München)
Arzt und Universitätsprofessor

#Der Lechbote (12.4.1850)

München. 10. April. Gestern nahm das Campo Santo, der neue schöne Friedhof Münchens, in seinen melancholisch leeren Räumen die Leiche des biedern Schneemann auf. Viele Collegen, Freunde und dankbare Verehrer haben sie zur letzten Ruhestätte geleitet. Schneemann war eine Zierde der Münchner Hochschule, nicht bloß durch gediegene Kenntnisse, durch bedeutende Leistungen als Lehrer und Arzt hervorragend, sondern von allem seines milden, ächt menschenfreundlichen Charakters wegen in engeren und weiteren Kreisen geschätzt und geliebt. Die Poliklinik, welche Professor Schneemann mit so viel Mühe, Kampf und Sorge ins Leben gerufen, steht heute verwaist. Er hat dieser Anstalt die ganze Kraft seines thätigen Geistes, zuletzt seine Gesundheit geopfert. Nicht bloß als eine Schule tüchtiger praktischer Aerzte hat sich dieselbe so wirksam bewährt, sie war auch eine unermeßliche Wohlthat für Tausende von armen Hauskranken, welche in den Sälen der Poliklinik Rath und schleunigste Hülfe fanden.

Der Lechbote No. 100. Freitag, den 12. April 1850.

#Neuer Nekrolog der Deutschen (1852)

Dr. Karl Schneemann,
Professor der Polyklinik an der Universität München;
geb. zu Bamberg im Jahre 1812, gest. den 7. April 1850.

Sch., Sohn eines Apothekers, absolvirte das Gymnasium in Bamberg, bezog die Universität München und studirte Medicin. Um sich allseitig auszubilden, besuchte er die medicinischen Anstalten von Berlin, Wien, Paris und Rom und erhielt mit ausgezeichnetem Lobe das Doktordiplom. Als praktischer Arzt habilitirte er sich als Privatdorent zu München; auch wurde er im Jahr 1843 Professor der Klinik, die er gründete. Sein vorzüglichstes Verdienst ist daher auch die Gründung dieser Lehranstalt, deren Mangel vor ihm von den jungen Aerzten, die ihre Universitätsstudien vollendet hatten, schwer gefühlt worden war, und die er, wie es bei jeder neuen Schöpfung zu geschehen pflegt, erst nach mehrjährigen Mühen und nach Ueberwindung von einer Masse von Hindernissen aus kleinen Anfängen mit seltener Beharrlichkeit in's Leben rief und zur öffentlichen Geltung und allgemeinen Anerkennung zu bringen wußte. Die zahlreichen Schüler, die an seiner Hand in die ärztliche Praxis eingeführt wurden, sowie die vielen Tausende von Kranken, welche in dieser Anstalt während der sieben Jahre ihres Bestehens Hilfe und Heilung fanden, werden dem als Arzt wie als Mensch gleich ausgezeichneten Manne jederzeit ein dankbares Andenken bewahren. Er erlag den Folgen einer Lungenentzündung. – Er schrieb: De medorrhoea. Bg. 1836. – Ueber Polyklinik, Rede bei d. Antritte seines Lehramts. München 1843.

Kupferberg. G. A. Thiem.

Neuer Nekrolog der Deutschen. Weimar, 1852.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Schneemann Karl, Dr. med. et phil., 1812 (Bamberg) – 1850, Arzt und Universitätsprofessor; er studierte in Würzburg und München, habilitierte sich in München nach langen Reisen durch Frankreich und Italien als Privatdozent für innere Medizin; als solcher ging sein Bestreben dahin, eine Poliklinik, wie sie schon unter Reisinger in Landshut bestanden hatte, in München ins Leben zu rufen, dabei wurde er von dem berühmten Chirurgen Ph. F. von Walther unterstützt; am 1. XII. 1843 wurde die Universitäts-Poliklinik zu München durch königliche Entschließung gegründet und Sch. zur Leitung derselben bestimmt; 1848 wurde er o. Professor; ein Mann, mit vielen Kenntnissen und entschiedenem Lehrtalent ausgerüstet, sah er sich in der Poliklinik bald von einem größeren Kreis lernbegieriger Schüler umgeben, leider erlag er schon 38jährig einer Tuberkulose-Erkrankung.

Hauptwerke: De metrorrhagia, Übersetzung von B. Panizzas über die Verrichtungen der Nerven, Tractatus de contagiorum venereorum differentia, Entstehen und Wirken der Poliklinik. (Die Büste stammt von J. Halbig)

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 2 – 1 (Kaiser)


Hier ruhen in Gott:
Christian Kaiser,
Buchhändler,
geb. 23. Mai 1814, gest. 17. März 1866.
Christian Kaiser,
geb. 16. Juni 1854, gest. 4. Januar 1862.
Caroline Kaiser,
geb. 9. April 1852, gest. 30. Mai 1895.
Ihren vorangegangenen Lieben folgte
Albertine Kaiser, geb. Gabler,
geb. 16. Febr. 1829, gest. 30. Jan. 1900.
Psalm 37, 5.

Linke Seite
J. Lallinger.


  • Kaiser, Albertine (vh) / Gabler (gb); 16.2.1829 – 30.1.1900
  • Kaiser, Christian; 23.5.1814 (Ansbach/Mfr.) – 17.3.1866 (München); Buchhändler und Verleger
  • Kaiser, Christian; 16.6.1854 – 4.1.1862 (München); Buchhändlers-Sohn
  • Kaiser, Karoline; 9.4.1852 – 30.5.1895

Grab der Familie Kaiser auf dem Alten Südfriedhof München (September 2007)

#Christian Kaiser

* 23.5.1814 (Ansbach/Mfr.)
† 17.3.1866 (München)
Buchhändler und Verleger

#Worte am Grabe (1866)

Gelobet sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel! Amen.

Eine außergewöhnlich zahlreiche Versammlung ist an dieses Grab getreten. Wir haben einen edlen Mann von wahrhaft christlicher Gesinnung begraben, demüthig und bescheiden, treu und gehorsam gegen Gott, treu und gewissenhaft in allen Verhältnissen seines Lebens, wohlwollend und liebevoll gegen Jedermann, einen großen Freund und Wohlthäter der Armen. Die Kunde von seiner schweren Erkrankung hat bei seinen vielen Freunden die innigste Theilnahme geweckt; es haben sich mit seinen und der Seinigen Gebeten Vieler Gebete vereinigt, es hat wiederholt im Gotteshause die Gemeinde, welche dem theuern Manne so grossen Dank schuldet, herzliche Fürbitte geopfert, der Herr wolle sich erbarmen und gnädige Hilfe schenken. Und als man vernahm, daß die Hände der Aerzte ihr Werk glücklich vollbracht haben und daß Hoffnung auf Genesung gegeben sei, war die Freude und der Dank gegen Gott groß. Aber ach die Freude währte nur kurze Zeit; eine neue gefährliche Krankheit trat zu der ersten hinzu und weckte neue Besorgnisse und neue Gebete. Nun der Herr die Gebete nach Seinem Willen erhört und die geängstete Seele aus allen Nöthen erlöset und zu sich gerufen hat, erkennen wir wohl auch hier die Friedensgedanken Gottes und rühmen und preisen sie, im Glauben und in Ergebung, wie sich's gebühret, aber doch mit tiefgebeugten Herzen.

Es stehen viele, viele Leidtragende im vollen Sinne des Wortes an diesem Grabe. Für Leidtragende thut ein Wort des Trostes Noth. Das Wort, mit welchem ich trösten will, ist das Wort, mit welchem der Vollendete selbst in den schweren Leidenstagen, mit welchem seine Gattin sich getröstet hat, das Gebet des Herrn in Gethsemane. In Gethsemane begann das schwere letzte Leiden des Erlösers. Er fühlte hier zum erstenmal die große Last der Sünde, die auh ihn gelegt ward, und die Schrecken des Todes drangen auf seine Seele ein. Die Evangelien erzählen uns: »Er fing an zu trauern und zu zagen und sprach zu seinen Jüngern: »Meine Seele ist betrübt bis an den Tod!« Und ging hin ein wenig und fiel auf sein Angesicht und betete: »Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch von mir, doch nicht, wie ich will, sondern wie Du willst«, und zum andern Male ging er hin und betete: »Mein Vater ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe Dein Wille!« Und ging abermals hin und betete zum dritten Mal dieselbigen Worte. Das Trauern und Zagen des Herrn, Sein Ringen und Kämpfen kommt uns zu Gute. Er hat unsere Sünde getragen. Er hat gezagt, damit wir nicht verzagen müssen; wenn uns am allerbängsten wird um das Herz sein, reißt er uns aus den Aengsten Kraft Seiner Angst und Pein. Er hat gebetet für Sich und für uns, Sein Gebet schafft Trost und Friede und hilft uns zu sicherem Sieg. Wir dürfen beten und sollen beten, wenn es uns bange wird, wie Er gebetet hat, und das Gebet in Seinem Namen gebetet wird von unserem Herrn als Sein Gebet vor dem Vater vertreten und gewinnt uns des Vaters Erbarmen. Es ist aber nicht leicht, dieses Gebet zu beten. Wenn Trübsal da ist, erschrecken wir, und wenn der bittere Leidenskelch uns gereicht wird, so zagen wir, und die bangende Seele möchte sofort des Kelches enthoben sein. Es hält schwer, das Verlangen und Sehnen der Seele zurückzudrängen und Alles in die Hand Gottes zu legen, hiezu bedarf man kindlichen Glaubens an Gottes Herz und Gottes Liebes- und Friedens-Gedanken, hiezu thut Noth, stille sein und hoffen. Aber wenn man es aufrichtig meint, und ob man auch anfänglich die Worte des Herrn nur unter Bangen und Zagen sprechen kann und dabei innerlich seufzt um Kraft zu solchem Gebet, so wächst und erstarkt unter dem Beten der Glaube und endlich wird die Seele ganz stille.

Unser theurer Bruder hat das Gebet der Ergebung zu beten vermocht, er hat nicht umsonst sein Leben lang Gott gesucht und Gott gedient und mit Seinem Lebensbrote fleißig sich gestärkt; so fand er auch in schwerer Zeit die Kraft, sich unter Gottes gewaltige Hand zu beugen und zu hoffen. Er hat sogleich beim Beginn seiner Leiden dieß Gebet gebetet, er hat es gebetet so oft sein Geist frei war, er hat es noch zuletzt gebetet, als es ihm bereits zur Gewißheit geworden war, daß Gottes Gedanken seien, ihn heimzuführen, und hat mit diesem Gebete gesiegt. Wir stehen am Grabe eines Christen, der seinem Herrn gelebt hat und seinem Herrn gestorben ist, und ob wir auch tiefe Trauer fühlen, so trauern wir doch in Hoffnung, in der guten Zuversicht, daß er das Ende des Glaubens davon gebracht hat, der Seele Seligkeit. Unsere ganze herzliche Theilnahme aber wendet sich der treuen, tiefgebeugten Gattin und der weinenden Tochter zu. Gottes Gnade hat sich an ihnen in der schweren Leidenszeit nicht unbezeugt gelassen, vielmehr in ihrer Schwachheit mächtig erwiesen. Gottes Gnade ist unwandelbar und wird sie nicht verlassen. Ihm sei der gebeugten Herzen Schmerz empfohlen, Gott sei und bleibe ihres Herzens Trost und ihr Theil!

Der Vollendete, Herr Buchhändler Christian Kaiser, jüngster Sohn des vor 10 Jahren dahier verstorbenen Herrn Oberkonsistorialraths Dr. von Kaiser, wurde im Jahre 1814 in Ansbach geboren. Von seinen frommen Aeltern hat er das Beste empfangen, was Aeltern ihren Kindern geben können, eine fromme Erziehung in der Zucht und Vermahnung zum Herrn; frühzeitig an Gehorsam gewöhnt, hat er in dem Gehorsam gegen die Aeltern den Gehorsam gegen Gott gelernt. Ich erinnere mich einmal aus dem Munde seines Vaters die Rede gehört zu haben: »Mein Sohn Christian war jederzeit ein gehorsamer Sohn, ihn wird Gottes und seiner Aeltern Segen durch sein ganzes Leben begleiten.« Ja reicher Segen hat ihn begleitet. Seine Jugendjahre verlebte er in Bayreuth, woselbst er die Studienanstalt bis in die zweite Gymnasialklasse besuchte. Im Jahre 1829 kam er mit seinen Aeltern hierher und trat in die v. Cotta'sche Buchhandlung als Lehrling ein. Nach Vollendung der Lehrzeit leistete er 3 Jahre in einer Buchhandlung zu Stuttgart als Commis Dienste und kehrte dann wieder in das Cotta'sche Haus zurück. Einige Jahre darnach begründete er ein eigenes Geschäft, das unter Gottes Segen durch umsichtige und fleißige Leitung sich von Jahr zu Jahr weiter ausbreitete und zu großer Blüthe und Ansehen gelangte. Im Jahre 1849 trat er mit seiner nun tief gebeugten Gattin in die Ehe. Es ward eine reich gesegnete, in jeder Beziehung glückliche Ehe. Er fand in der Gattin eine treue Gehülfin, wie für sein äußeres, so sein inneres Leben, die mit ihm sich freute und Gott dankte am guten Tag, die mit ihm weinte und ihn tröstete und stärkte am bösen Tag. Es haben Gatte und Gattin wiederholt das Vorhaben gegeneinander ausgesprochen und es auch treulich erfüllt, daß sie sich des reichen Segens ihres Gottes in Demuth freuen wollten. Zwei Kinder entsproßten der Ehe, ein Sohn und eine Tochter, beide der Aeltern Lust und Freude und Hoffnung. Zu den schwersten Heimsuchungen, die sie erfuhren, gehörte der Verlust des geliebten Sohnes; die Wunde, die dadurch den Aelternherzen geschlagen wurde, hat sich nicht mehr völlig geschlossen.

Zu jeder Zeit bewies sich unser theurer Bruder als einen treuen Sohn seiner Kirche und als ein eifriges Glied der hiesigen evangelischen Gemeinde. Solches anerkennend hat die Gemeinde ihn vor einigen Jahren zum Mitglied wie des Kirchenvorstands so der Kirchenverwaltung gewählt. Er hat sich dieses Vertrauens von Herzen gefreut und wiederholt geäußert: „Wenn doch mein Vater diese Wahl erlebt hätte! Wie würde er sich gefreut haben, daß sein Sohn zum Dienst an der Kirche berufen ist, in der er selbst einst das Wort Gottes so eifrig gepredigt hat.« Die Dankbarkeit verlangt es, seine seltene Hingebung, mit der er keine Mühe, kein Opfer scheuend seiner Kirche die größten Dienste geleistet hat, an seinem Grabe zu rühmen. In das Bestreben der Gemeinde, eine zweite Kirche zu gewinnen, ist er mit ganzer Seele eingegangen, so daß man wohl sagen kann, er habe dieses Streben sich zu einer Hauptaufgabe für sein Leben gemacht, wie dies auch eine Aeußerung auf seinem Krankenlager kund gibt: »Das gehörte unter die höchsten Wünsche meines Lebens, die Vollendung und die Einweihung der Kirche zu schauen und mit der Gemeinde in der neuen Kirche Gott anzubeten und zu danken, doch, fügte er hinzu, Gott will es anders, Sein Wille geschehe!«

Noch ein Wunsch bewegte in den letzten Tagen sein Herz, daß es ihm vergönnt sein möchte, am Palmsonntage, da die geliebte Tochter eingesegnet werden soll, Zeuge ihres Bekenntnisses und Gelöbnisses zu werden, »aber, sprach er, ich erkenne wohl, daß mein Wunsch keine Hoffnung mehr hat, der Herr segne mein Kind und lasse die Mutter Freude an ihr schauen!« Am vorletzten Tage vor seinem Abscheiden war sein Geist, welcher einige Tage durch heftiges Fieber getrübt gewesen war, wieder frei. Er benützte die Zeit, um sein Haus zu bestellen im Leiblichen und im Geistlichen. Es wird mir diese Feier des heiligen Abendmahls mein Leben lang unvergeßlich bleiben; über seiner Heilsbegierde und Freudigkeit, welche aus jedem seiner Worte sprach, wurde in mir der Gedanke rege, das ist ein wahrhaft frommer Mensch, und der Wunsch, daß Gott mir auch einmal für meine letzte Abendmahlsfeier gleiche Kraft und Freudigkeit des Glaubens schenken möge. Nach dem heiligen Mahle dankte er Gott mit lauter gehobener Stimme für alle Gnade und Barmherzigkeit, sprach Liebes- und Segensworte über Gattin und Kind und betete: »Mein Vater, Dein Wille geschehe, in Deine Hände befehle ich meinen Geist!« Das Gedächtniß des Gerechten bleibet im Segen, verheißet Gottes Wort; das Gedächtniß dieses Gerechten wird in Segen bleiben, bei den Seinigen und in der Gemeinde. Wir beugen uns unter Gottes Willen in der Glaubens-Zuversicht, daß er allzeit ein guter und gnädiger ist, wir beten an und rühmen: »Der Name des Herrn sei gelobet!« Amen.

Dekan Dr. Joh. Math. Meyer: Worte am Grabe des selig vollendeten Herrn Buchhändlers Christian Kaiser gesprochen auf dem Friedhofe zu München am 19. März 1866 von Dekan Dr. Meyer.

#29 – 2 – 5 (Fortner)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Fortner, Andreas; 16.6.1809 (Prag) – 14.3.1862 (München); Bildhauer und Goldschmied
  • Fortner, Eduard; – 1886 (München); Kaufmann

Grab der Familie Fortner auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)

#Andreas Fortner

* 16.6.1809 (Prag)
† 14.3.1862 (München)
Bildhauer und Goldschmied

#Kunstvereins-Bericht für 1862 (1863)

Nekrologe.

Andreas Fortner, Bildhauer und Ciseleur,

geboren am 16. Juni 1809 in Prag, lernte von seinem Vater, einem tüchtigen Silberarbeiter, dessen Geschäft, und zeigte schon frühe besonders in Herstellung getriebener Arbeiten große Geschicklichkeit. Später veranlaßte ihn seine Vorliebe für die Kunst so wie der Umgang mit den Künstlern seiner Vaterstadt sich der Kunst zu widmen, in welcher Absicht er im Jahre 1840 nach München übersiedelte. Nachdem er hier einige Zeit mit großem Eifer und nicht ohne Erfolg im Fache der Historienmalerei gearbeitet hatte, führte ihn eine zufällige Veranlassung zu seiner früheren Beschäftigung zurück. Sein Freund Eugen Neureuther hatte den Entwurf zu einem großen Tafelaufsatze vollendet, den die Stadt Augsburg dem damaligen Kronprinzen Maximilian zur Feier seiner Vermählung zu widmen gedachte. Bei der Ausführung in Silber zeigten sich schwer zu bewältigende technische Schwierigkeiten. Fortner erbot sich, die Ciselirung des figürlichen Theils des Werkes zu übernehmen und löste seine Aufgabe in einer Weise, welche ihm allgemeines Lob erwarb. Dieser Erfolg entschied über seine Zukunft, er widmete sich fortan dem Kunstzweig, welcher, seit ihn Cellini im sechzehnten Jahrhundert mit so glänzendem Erfolge bearbeitete, wenig vertreten war. Bald erhielt er zahlreiche und mitunter umfangreiche Aufträge, welche ihm übrigens durch die ächt künstlerische Weise, in welcher er dieselben ausführte, mehr Ehre als pekuniären Gewinn einbrachten. Wir nennen hier den reichen Tafelaufsatz für den Marquis Pallavicini, dann die zahlreichen Werke, welche er für seinen großen Gönner den Freiherrn von Frankenstein in edlen Metallen und in Bronce ausführte, das Wasserbecken im Wintergarten des Grafen von Bassenheim und den von der bayer. Armee ihrem Feldmarschall Prinzen Carl gewidmeten Ehrensäbel. In der neuesten Zeit erhielt er den Auftrag, für den Baron Stiglitz in St. Petersburg ein Kabinet im Renaissance-Styl auszuschmücken und mit Geräthen etc. in gleichem Style zu versehen, welche Arbeit er bereits theils ausgeführt, theils im Entwurfe vollendet hatte, als ihn der Tod am 14. März 1862 der Kunst und seiner Familie entriß.

Seine ohnedies nicht feste und durch ernstes Unwohlseyn schon seit Jahren öfter unterbrochene Gesundheit scheint den geistigen und körperlichen Anstrengungen, welchen er sich in Folge des letzterwähnten Auftrages unterzog, nicht mehr gewachsen gewesen zu seyn.

Von der Liebe und Achtung seiner Kunstgenossen, die er sich durch sein ernstes Streben wie durch seinen biedern und bescheidenen Charakter erworben, war die allgemeine Theilnahme ein Beweis, welche sich bei seinem Ableben und der Beerdigung kund gab, und welche wohl geeignet war, seiner verwaisten Familie einigen Trost zu gewähren.

Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München während des Jahres 1862. München, 1863.

#Münchener Künstlerbilder (1871)

Andreas Fortner,
Bildhauer und Bildgießer.

Andreas Fortner ward am 16ten Juni 1809 zu Prag geboren, woselbst sein Vater ein gesuchter Silberschmied war. Ihm verdankte er die erste Unterweisung in dessen Gewerbe, das er mit Lust und Liebe erfaßte. Besondere Gewandtheit aber erwarb er sich im Ciseliren, der so selten und noch seltener mit bedeutendem Erfolge betriebenen Kunst. Seine Vorstudien hiefür brachten ihn in lebhaften Verkehr mit den Künstlern Prags und dieser steigerte wieder seine Liebe zur Kunst bis zu dem Grade, daß er sein Gewerbe ganz aufzugeben und sich der Historienmalerei zu widmen beschloß.

Das Künstler- und Kunstleben Münchens zog ihn magnetisch an. Er machte sich von Allem, was ihn in seiner Vaterstadt festhielt, mit der ihm eigenen Energie los und traf am 3. Juli 1840 in München ein, wo er sich einige Jahre mit nicht ungünstigem Erfolge in historischen Compositionen versuchte.

Sein gerades, offenes und biederes Wesen erwarb ihm bald Freunde, darunter auch den unsterblichen Ludw. v. Schwanthaler. Als Ritter der Tafelrunde, welche ihren Sitz in des damals noch kräftigen und lebensfrohen Meisters Humpenburg aufgeschlagen hatte, verlebte er mit ihm und den trauten Genossen manch frohen Tag, manch lustige Nacht, wobei es jedoch auch an vielfacher künstlerischer Anregung nicht fehlte.

Als sich der damalige Kronprinz von Bayern mit der lieblichen Prinzessin Maria von Preußen vermählte, war fast keine Stadt und kein Städtchen im Königreiche die dem Brautpaare nicht ein Zeichen ihrer Liebe und Verehrung darbrachten. Die Stadt Augsburg beauftragte den Maler Eugen Neureuther mit dem Entwürfe eines figurenreichen Tafel-Aufsatzes, und der berühmte Künstler entledigte sich desselben mit gewohnter Meisterschaft. Als er jedoch an die Ausführung der Arbeit in Silber ging, zeigte es sich, wie schwer ein Künstler zu finden, der des Ciselirens in dem Grade mächtig wäre, den der Entwurf voraussetzte. Da erbot sich Fortner, dem Freund Neureuther darüber klagte, die technische Ausführung des figürlichen Theiles der Composition zu übernehmen und machte sich rasch und mit unermüdlichem Eifer an die Arbeit, deren Schwierigkeiten er mit eben so feiner als sicherer Hand überwältigte. Das Werk lobte den Meister, der nun angesichts eines so bedeutenden Erfolgs von seinen Freunden bestürmt wurde, sich diesem Kunstzweige, in welchem er ohne Concurrenten war, vollständig zu widmen.

Er folgte ihrem wohlgemeinten Rathe, und bald liefen von dort und da ehrenvolle, theilweise auch sehr umfassende Aufträge ein. Unter den ersten befand sich der eines großen Tafelaufsatzes für den damaligen sardinischen Gesandten Grafen v. Pallavicini. An ihn schloß sich eine lange Reihe anderer an, die sein ausgezeichnetster Gönner, Freiherr v. Frankenstein, ihm ertheilte und der in Folge dessen eine ausgezeichnete Sammlung der vollendetsten Waffen und Geräthe aller Art besitzt, welche Fortner mit reicher Fantasie, feinstem Verständniß des Angemessenen und einem tiefen Fonds von Originalität schuf, denen nur die Zartheit und der Geschmack der Ausführung gleichsteht. Es sind meist Werke der Ciselirkunst, bald aus Bronce, bald aus edlen Metallen, wobei theilweise auch Edelsteine zur Verwendung kamen. Der treffliche Künstler zog aber auch die getriebene Arbeit wieder aus der Vergessenheit hervor, in der sie so lange Jahrzehnte gelegen und mehrere große Platten von seiner kunstgeübten Hand beweisen wie sicher er auch diese Technik beherrschte. Im Jahre 1847 beschickte er die Kunstausstellung in Prag mit zwei prächtigen Thierstücken in Bronce und auf der großen allgemeinen Industrie-Ausstellung zu München 1854 zog ein Glaskasten voll der anziehendsten echtkünstlerisch durchgebildeten Geräthschaften: Vasen, Schalen, Gefäße, Lampen, Busen-Nadeln, Schwert und Hirschfänger u.s.w. die Aufmerksamkeit aller Kenner auf sich. In seinen letzten Lebens-Jahren schuf er für den Wintergarten des Grafen Waldpot-Bassenheim ein Wasserbecken, auf dem er verschiedenartig einheimische Vögel mit einer überraschenden Wahrheit und Charakteristik anbrachte. Das vornehmste seiner Werke aber ist der von der bayerischen Armee im Jahre 1860 ihrem Feldmarschalle dem Prinzen Carl zu seinem fünfzigjährigen Dienstjubiläum gewidmete Ehrendegen, bei dessen Herstellung er eine besondere Schwierigkeit zu bewältigen hatte, die darin bestand, daß die Form des Ordonanzsäbels strenge beizubehalten war. Er löste die Aufgabe mit der höchsten Meisterschaft und erntete dafür das allgemeinste Lob.

Neben solchen größeren Arbeiten schuf Fortner, gleichsam von jenen ausruhend, eine Menge der originellsten Schmucksachen, in deren Entwürfen er seiner reichen Fantasie besonders gerne den Zügel schießen ließ, und wobei er Zufälligkeiten in der Natur und Form des gegebenen Materials mit überraschendem Erfolge zu benutzen verstand.

Die allgemeinen Zeitverhältnisse gingen auch an Fortner nicht ohne ihm wehe zu thun vorüber, und so übernahm er, um für schlimme Tage sich den Boden unter seinen Füßen wenigstens einigermaßen zu sichern, eine Stelle als Lehrer in der Ciselirkunst an einer öffentlichen Unterrichtsanstalt Münchens, mit welcher jedoch leider keine pragmatischen Rechte verbunden waren.

Fortner’s rastlose Thätigkeit wurde seit Jahren durch öfteres Unwohlsein unterbrochen. Er hatte noch am Vorabend der am 25. Februar 1862 von sämmtlichen Künstlergesellschaften veranstalteten maskirten Abendunterhaltung seine thätige Theilnahme hieran zugesichert, erkrankte jedoch am folgenden Tage so schwer, daß bald alle Hoffnung schwand ihn zu retten, und er am 14. März desselben Jahres mit Hinterlassung einer Wittwe und dreier unversorgter Kinder gerade in einem Zeitpunkte starb, der ihm eine freundliche Aussicht in die Zukunft bot. Durch Vermittlung des in München lebenden Malers v. Swertskoff hatte ihm nemlich der Banquier v. Stieglitz in Petersburg die Herstellung einer vollständigen Zimmereinrichtung an Lustres, Arm- und Wandleuchtern und was sonst der Art in Metall ausgeführt zu werden pflegt, übertragen, und Fortner hatte bereits einen Theil dieser Gegenstände, gleichfalls wieder nach seinen eigenen Entwürfen worin er sich nur im Styl der Renaissance zu halten hatte, vollendet, von anderen waren die Modelle fertig, als ihn der Tod überraschte. Die Trauer seines großen Leichengefolges galt nicht blos dem hervorragenden in seinem Fache unübertroffenen Künstler, sie galt auch dem oft bewährten Freunde, dem echten Ehrenmanne.

Carl Albert Regnet: Münchener Künstlerbilder. Ein Beitrag zur Geschichte der Münchener Kunstschule in Biographien und Charakteristiken. Leipzig, 1871.

#Allgemeines Künstler-Lexicon (1895)

Fortner, Andreas, Silberschmied, geb. 16. Juni 1809 in Prag, † 14. März 1862 in München, wohin er 1840 kam, um Maler zu werden. Dort ciselirte er zuerst einige von Neureuther und Phil. Foltz entworfene Tafelaufsätze mit so grossem Geschick, dass er sich veranlasst sah, sich ganz dieser Kunst zu widmen. Er fertigte allmählich eine Menge so vortrefflicher Arbeiten, dass er als der eigentliche Wiederbegründer dieser Kunst in München anzusehen ist, der zuerst wieder auf die alten Meisterwerke dieser Art zurückgriff.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Fortner Andreas, 1809 (Prag) – 1862, Bildhauer, Ziseleur und Goldschmied; als Sohn eines Silberarbeiters, in diesem Gewerbe, dann in Prag zu einem strengen Zeichner erzogen, kam 1840 nach München, um sich als Maler weiterzubilden; seine Erfolge als Ziseleur und Goldschmied, bewogen ihn aber, sich dieser Kunst zu widmen; F. tat sich als Meister der Goldschmiedekunst hervor, indem er mit seinen Arbeiten in oxydiertem Silber die edelsten Renaissanceformen und fast die Kunst der Antike erreichte; er erprobte als Ritter von Schwanthalers Tafelrunde auf der Humpenburg Schwaneck seine Meisterschaft zuerst an einem figurenreichen Tafelaufsatz zur Vermählung Max’ II. und fertigte phantasiereichsten Waffenschmuck und Geschmeide, womit schon im Mittelalter die bayerischen Meister die Höfe und Burgen, besonders Paris, bereicherten; ein paar prächtige Tierstücke in Bronze erschienen 1847 auf der Kunstausstellung in Prag, die geschmackvollsten Vasen, Schalen und Gefäße, Schwerter und Hirschfänger auf der Allgemeinen Industrieausstellung zu München 1854; das prächtigste aber war der Ehrendegen für den Feldmarschall Prinz Karl zu dessen Kriegerjubiläum; bei Erledigung eines Auftrags von Metallschmuck an Lüstern, Arm- und Wandleuchtern u. dgl. in St. Petersburg (= Leningrad) überraschte diesen vielseitigen Künstler der Tod.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 2 – 7 (Schuhmacher)


Grab der Familie Schuhmacher auf dem Alten Südfriedhof München (September 2015)

#29 – 2 – 8 (Forster · Probst)


Hier ruhen
Herr Andreas Forster,
kgl. Rentbeamter,
Inhaber des Verdienstord. v. hl. Michael I. Cl.
geb. 7.I.1805, gest. 12.VI.1860.
Frau Anna Forster, geb. Probst,
kgl. Rentbeamtensgattin,
geb. 18.VIII.1816, gest. 8.IV.1887.
Herr Josef Ritter von Forster,
kgl. Regierungs-Direktor,
Inhaber hoher Orden,
geb. 12.IV.1840. gest. 15.III.1900.
Herr Justizrat Otto Forster,
Rechtsanwalt,
geb. 28.II.1848, gest. 12.VII.1911.
Fräulein Marie Forster,
Rentbeamtens-Tochter,
geb. 28.VI.1951, gest. 3.IV.1926.

Rechte Seite
Herr
Josef Probst,
geb. 1793. gest. 28.VII.1869.

Sockel
Olga Forster,
Rechtsanwaltskind,
geb. 10.VII.1882, gest. 3.X.1882.
Frau Paula Forster, Justizrats-Witwe
geb. 4. VII.1855. gest. 21.VIII.1937

29.2.8.Schwarz


  • Forster, Andreas; 7.1.1805 – 12.6.1860 (Pfaffenhofen); Rentenbeamter
  • Forster, Anna (vw) / Probst (gb); 18.8.1816 – 8.4.1887; Rentenbeamtens-Witwe
  • Forster, Johann Georg Friedrich von, Dr.; 18.6.1784 – 26.7.1854; Staatsrat
  • Forster, Josef Ritter von; 12.4.1840 – 15.3.1900; Regierungsdirektor
  • Forster, Marie; 28.6.1851 – 3.4.1926; Rentenbeamtens-Tochter
  • Forster, Olga; 10.7.1882 – 3.10.1882; Rechtsanwalts-Tochter
  • Forster, Otto; 28.2.1848 – 12.7.1911; Rechtsanwalt
  • Forster, Paula (vw); 4.7.1855 – 21.8.1937; Justizrats-Witwe
  • Forster, Wilhelmine von (vh) / Ulmer (gb); 26.3.1788 – 10.7.1850
  • Probst, Josef; 1793 – 28.7.1869 (München); Ehemaliger Hutmacher

Grab der Familien Forster · Probst auf dem Alten Südfriedhof München (September 2015)

#29 – 2 – 10 (Caspari)


Karl Heinrich Caspari


  • Caspari, Karl Heinrich; 16.2.1815 (Eschau) – 10.5.1861 (München); Theologe, protestantischer Stadtpfarrer und Schriftsteller

Grab der Familie Caspari auf dem Alten Südfriedhof München (September 2015)

#Karl Heinrich Caspari

* 16.2.1815 (Eschau)
† 10.5.1861 (München)
Theologe, protestantischer Stadtpfarrer und Schriftsteller

#Regensburger Zeitung (12.5.1861)

Frühpost.
Neueste, zumeiste telegraphische Nachrichten.

München, 11. Mai. Gestern Nachmittags um 4½ Uhr erlag der zweite Pfarrer an der hiesigen protestantischen Hof- und Stadtkirche, Karl Heinrich Caspari, einem langwierigen schweren Lungenleiden. Mit ihm ist einer der edelsten Menschen, ein ausgezeichneter Kanzelredner und ein auch durch seine Leistungen im Gebiete der Erzählung und der religiösen Didaktik in ganz Deutschland gefeierter Schriftsteller aus unserer Mitte geschieden.

Regensburger Zeitung No. 130. Sonntag, den 12. Mai 1861.

#Der Schatzgräber (22.5.1861)

An Caspari.*)

Selig bist Du in dem Herrn entschlafen,
Rüst'ger Kämpe für der Wahrheit Licht!
Ruhig lächelt Dir ein sichrer Haven,
Wo kein Sturm mehr bricht.

Nimmer wichst Du von dem rauhen Pfade
Hoher Tugend in dem Drang der Zeit;
Offen war Dein Wesen, bieder grade'
Fremd Dir Haß und Neid.

Den als feigen Heuchler Du erkanntest,
Zogst Du bald die Larve vom Gesicht
Ihn mit Würd' beschämend, doch verkanntest
Du den Armen nicht.

Stumm ist nun der Mund, der einst gesprochen
Donnernd gegen Irrthum, Wahn und Trug;
Still das Herz, im Todeskampf gebrochen,
Das so edel schlug.

Jenseits strebt dein Geist, wo jede Klage
Schweigt, kein Sturm daS müde Herz bewegt,
Nur ein Richter auf gerechter Wage
Menschenthaten wägt.

*) Das Gedicht wurde uns von einem Freunde des Verstorbenen aus der Pfalz zugeschickt mit folgendem Begleitschreiben: »Werthgeschätzter Herr Landsmann! Mit tiefem Bedauern las ich heute in Ihrem geichätzten Blatte den Tod Caspari's, den ich, ach! in Tagen schöner Jahre kennen und schätzen lernte, und unvergeßlich bleibt mir jene humoristische Fußwanderung, welche wir einst als Studenten von Erlangen über Kissingen und Brückenau nach Uffnau – einem vom Thüngischen Besitzthum – mit einander unternommen. Lieb wäre mir's, wenn Sie auch anliegenden Nachruf den Spalten Ihres Feuilletons öffneten!

Der Schatzgräber Nr. 41. Beiblatt zur Isar-Zeitung. München; Mittwoch, den 22. Mai 1861.

#Westermann's Illustrirte Deutsche Monatshefte (3.1862)

Zur Erinnerung an
Karl Heinrich Caspari.

Von
August Vogel.

Caspari's hohe Bedeutung als Mensch, Canzelredner und gefeierter Schriftsteller ausführlich zu würdigen, kann hier natürlich nicht Aufgabe sein, – eine Aufgabe, die überdies meine geringen Kräfte weit übersteigen müßte. Da es mir aber vergönnt war, dem Verstorbenen durch Bande der Liebe und Freundschaft nahe zu stehen, ein Verhältniß, welches ich als ein segensreiches für mein ganzes Sein dankbar empfunden, so möge mir ein anspruchsloses Wort der Huldigung nicht versagt sein.

Die äußeren Lebensverhältnisse Caspari's sind schon wiederholt in öffentlichen Organen (Neue Münchener Zeitung. 1861. Nro. 131. Allgemeine Zeitung. 1861. Nro. 160.) besprochen worden, weshalb ich, auf jene ausführlicheren Darlegungen verweisend, nur das Wesentlichste daraus hervorheben will.

Karl Heinrich Caspari wurde am 16. Februar 1815 zu Eschau, einem Dorfe in Unterfranken, woselbst sein Vater Pfarrer war, geboren. Die romantische Lage seines Geburtsortes, in den herrlichen Wäldern des Spessarts, umgeben von alten Ruinen und Schlössern, an die sich die wunderbarsten Sagen im Munde des Volkes knüpften, mag wohl schon in frühester Jugend nicht ohne Anregung und Einfluß auf sein tief poetisches Gemüth geblieben sein und den ersten Keim zu jener productiven Thätigkeit gelegt haben, welche in der Folge so reiche Früchte getragen.

Nach zurückgelegten Gymnasialjahren studirte er an der Universität Erlangen nach dem Wunsche seines Vaters Theologie und gleichzeitig mehrere Jahre Philologie; zu letzterm Studium veranlaßte ihn ein eigenthümliches Mißtrauen in seine Befähigung zum Prediger. Diese sonderbare Besorgniß, in einem Mangel an Selbstvertrauen begründet, verschwand aber durch seine erste Predigt, die er als Student auf einem Dorfe in der Nähe Erlangens gehalten; Sachverständige haben in diesem ersten Versuche schon seine hohe Begabung für den Beruf als Prediger erkennen wollen. Auf seine spätere Bedeutung als Schriftsteller haben übrigens jene gründlichen philologischen Studien in hohem Grade günstig eingewirkt, indem dadurch allen seinen literarischen Werken unverkennbar der Hauch classischer Vollendung verliehen wurde.

Schon während seines Aufenthaltes im Predigerseminare zu München, wohin er nach Vollendung seiner Universitätsstudien berufen worden, hatte Caspari seine treue Lebensgefährtin gefunden, welche ihm nicht nur eine liebevolle Gattin, ihren beiden hoffnungsvollen Söhnen eine treue Mutter geworden, sondern auch, wie er selbst dankend anerkannte, durch ihren seltenen Geist und richtigen Geschmack auf die Erfolge seiner geistigen Leistungen nicht ohne günstigen Einfluß geblieben ist.

Nachdem er hierauf als Vicar und später als Pfarrer an verschiedenen Stellen gewirkt, auch einige Jahre in seinem Geburtsorte Eschau als Nachfolger seines Vaters, wurde er 1856 als zweiter Pfarrer nach München berufen, wo er am 10. Mai 1861 im fünfundvierzigsten Jahre seines Alters nach segensreichem Wirken gestorben.

Caspari war von Natur aus zur Beredtsamkeit mit den glücklichen Gaben einer imponirenden Gestalt und einer biegsamen sonoren Stimme ausgestattet. Nicht minder aber hatte auch die zur Vorbereitung verwendete Mühe und Arbeit einen großen Antheil an seinen Erfolgen als Redner. Man kann nicht eigentlich sagen, daß es ihm von den Lippen strömte; nur durch ein seltenes Zusammentreffen von Kunst und Talent, beide in ihm innigst verwoben, sich gegenseitig ergänzend, wurde es ihm möglich, in seinen kirchlichen Reden tiefe Gründlichkeit mit gemeinfaßlicher Einfachheit, nüchternen Nachdruck mit poetischem Schwunge zu vereinigen. Durchdrungen von der hohen Aufgabe seines Berufs blieben ihm Lauheit und Gleichgiltigkeit auch bei den geringsten seiner Amtsverrichtungen gänzlich fremd. In dem einsamen, abgelegenen Dorfe Eschau, unberührt von dem aufmunternden, auch für den Canzelredner nicht selten verführerischen Beifall einer feingebildeten Gemeinde, hat er seine später im Druck erschienenen vortrefflichen Predigten über die zehn Gebote gehalten. Mit einem Worte: Es war ihm Ernst, das Herz machte ihn beredt. Wer von Allen, die ihn jemals predigen gehört, sollte nicht erfüllt worden sein im Innersten von dem Gefühle, das dieses Mannes Rede aus vollster Ueberzeugung vom Herzen gekommen? Diese von Herzen zu Herzen gehende Beredtsamkeit war es auch, welche ihn so sehr zum Lehrer der Jugend befähigte, ihn als solchen so überaus beliebt machte; ist ja doch der Jugend ganz besonders das feine Gefühl eigen, diejenigen, die ihr herzlich wohlwollen, mit richtigem Tacte herauszufinden, ihnen liebend anzuhängen.

Von Caspari's theologischen Schriften, deren eigentliche Beurtheilung mir natürlich fern liegt, gedenken wir nur seiner schon oben erwähnten Predigten über die zehn Gebote, nach dem Urtheile der Sachverständigen »ein wahres Musterwerk evangelischer Beredtsamkeit,« seines trefflichen Buches: »Geistliches und Weltliches zum Katechismus Luther's,« ein Buch von der segensreichsten Wirkung in Schule und Haus, und endlich seines im Auftrage der Regierung verfaßten Landeskatechismus, welcher im In- und Auslande große Anerkennung und in kürzester Zeit weit über Deutschlands Grenzen hinaus bis nach Amerika die ausgedehnteste Verbreitung gefunden hat.

Durch Caspari's hervorragendes Talent für volksthümliche Darstellung sind köstliche Perlen zu Tage gefördert worden; es genügt schon die Namen dieser wahren Volksschriften zu nennen. Denn wem sind sie nicht bekannt, seine »alten Geschichten aus dem Spessart, seine Dorfsagen, zu Straßburg auf der Schanz, der Schulmeister und sein Sohn, Christ und Jude,« mit ihren lebenskräftigen Gestalten eines Udalrikus Gast, Olufson, des Jägers von Erlau u. a.?

Alle diese Erzählungen, – kräftige Zeugnisse christlichen Glaubens und christlicher Sitte – sind unverwelkliche Blüthen im Kranze deutscher Literatur. Durch ihre Einfachheit und Wahrheit, durch ihre treue, der volksthümlichen Anschauung unmittelbar entnommene Darstellung haben sie allenthalben offene Thüren und Herzen gefunden und, wir sind dessen gewiß, nicht allein durch ihre Anmuth ergötzt, sondern auch durch ihre ernst christliche Haltung gebessert, getröstet und erhoben. Wie überhaupt heutzutage fast Alles, was mit gesundem Sinne und poetischem Gemüthe aus dem Volksleben gegriffen, in jeder normal organisirten Menschenseele Widerhall, Beifall und Verständniß gewinnt, um so mehr mußten Casparis Erzählungen, ähnlich dem Volksliede, allem Romanhaften, so wie aller Effecthascherei fremd, bei meisterhafter Handhabung eines körnigen, gedrungenen Stils, augenblicklich Eingang finden in die innerste Gemüthstiefe bei Gebildeten und Ungebildeten, – daher die überraschend schnelle und weite Verbreitung seiner Volksschriften.

Wollen wir den Eindruck des persönlichen Wesens bezeichnen, welcher sich bei der ersten Begegnung Caspari's einem Jeden fühlbar machte, so müssen wir sagen: er war eine ernste edle Erscheinung, – edel in dem Sinne und der Bedeutung des Wortes genommen, wie sie nur einem Manne zukommt, dessen liebenswürdige, glückliche Naturanlagen durch das Licht des Christenthums erleuchtet und verklärt erscheinen. Nur so, mit Hereinziehung dieses sein ganzes Sein durchdringenden Einflusses, kann das harmonische Ganze seines äußeren Wesens richtig erfaßt und gewürdigt werden. Um ein getreues Bild von ihm zu bekommen, gab es vielleicht keine bessere Gelegenheit, als die Art und Weise zu beobachten, wie er sich im Freundeskreise gab. Hier ging sein Herz auf und selbst wenn er nur wenig sprach, schon seine Nähe hatte etwas Wohlthuendes. Sein theilnehmendes Interesse an den Verhältnissen Anderer, seine schonende Milde im Urtheil, unterstützt von der ganzen äußeren Erscheinung, den feinen Zügen eines edeln Angesichts und dem innigen Ausdrucke eines freundlich ernsten Auges, gewannen ihm die Verehrung, das Vertrauen und die Lieber Aller, die mit ihm in persönliche Berührung kamen. So hatte er denn wohl auch schwerlich einen persönlichen Feind, und auch solche, denen er seiner Richtung, nach entfernter stand, mußten immer seiner Liebenswürdigkeit als Mensch und Freund gerechte Anerkennung zollen. Nur einem oberflächlichen Beobachter konnte Caspari schwer zugänglich und wortkarg erscheinen; er liebte die Geselligkeit in gewissen Grenzen, wenngleich es nicht leicht war, seinen Freunden beigezählt zu werden. Aber wen er einmal liebgewonnen, an dem hing er mit voller Seele, ja sogar die leichte, wenn schon gerechte Rüge der Schattenseite an Freunden machte ihm einen verletzenden Eindruck, indem für ihn die Mängel neben den Vorzügen derer, die er liebte, keine Bedeutung hatten.

Obwohl schon seit Jahren seine Gesundheit nicht zu den kräftigeren gehörte, so konnte er doch seinem Amte, wenn auch mit Unterbrechungen, vorstehen. Es scheint indeß, daß er selbst schon länger von der Bedeutung seines allerdings immer deutlicher hervortretenden Lungenleidens eine klare Empfindung gehabt habe. Als der Erguß trüber Ahnungen über seinen körperlichen Zustand mag folgendes unter seinen Papieren aufgefundene Gedicht gelten, welches er einem gleichfalls leidenden Amtsbruder während eines gemeinschaftlichen Badaufenthaltes in's Stammbuch geschrieben:

Gott sprach zu Dir und mir: »Ein trüber Schatten
Soll legen sich ob Euern Lebenswegen.
Es soll von Stund an Eure Kraft ermatten
Und nieder sollt den Hirtenstab Ihr legen.
Hier trinkt den Kelch!« – Wir haben ihn getrunken.
Müd' ward der Fuß, das Herz so schwer und bange.
Und weh die Brust, der Stab ist uns entsunken
Und seufzend fragen wir: »Ach Herr, wie lange?«
Noch kein Bescheid ist uns darauf gekommen.
Verborgen ist uns Gottes Rath und Fügen.
Nur jener Trost, – der bleibt uns unbenommen, –
»Laßt Ihr an meiner Gnade Euch genügen.« –

Erst in dem letzten Halbjahre hatte sein Brustleiden trotz der umsichtigsten und kunstverständigsten ärztlichen Behandlung, trotz der sorgfältigsten Pflege solch rasche Fortschritte gemacht, daß er seine amtlichen Functionen auf liebevolles Andringen seiner Freunde größtentheils niederlegen mußte, zuletzt und mit tiefstem Schmerze den ihm so theuern Unterricht der Jugend. »Wenn ich auch das nicht mehr thun darf,« sprach er, »dann bin ich ganz vom Amte, dann lebe ich ein Todter unter den Lebendigen.«

Sein langes und schmerzliches Krankenlager zeugte von der allgemeinen und herzlichen Liebe, welche er sich in allen Kreisen erworben. Die unermüdliche, erfinderische Liebe der Freunde umgab ihn und war von nah und fern bemüht, die Lage des theuern Kranken so viel als möglich zu erleichtern. Es drängt uns, hier noch besonders zu gedenken der ihm in so reichem Maße gewordenen Theilnahme und Anerkennung der hohen Frau, welche auch ohne den glänzenden Schmuck der Krone auf ihrem Haupte als das erhabenste Vorbild jeder christlichen Tugend nicht nur ihrem eigenen, sondern dem ganzen deutschen Volke voranleuchten würde; Sie – die Mutter des Landes in der edelsten Bedeutung des Wortes – hat in echt christlicher Liebe, welche allenthalben den Leidenden Trost und Hilfe spendet, auch das Leben des ihr theuer gewordenen Lehrers durch zartsinnige Beweise persönlicher Huld und Gnade geschmückt, ihre Trostbriefe waren dem zum Tode Erkrankten stets frische Blüthen, an deren wohlthuendem Dufte er sich bis an's Ende noch mit dankbarer Freude erquickte. Sein Sterben, am 10. Mai 1861, war ein würdiger Schlußstein seines edeln frommen Lebens; den schweren Abschied von einer innig liebenden und geliebten Familie bestand er mit der durch sein ganzes Leben schon bewährten christlichen Fassung.

Es erfaßt uns ein unabweisbares Gefühl der Wehmuth, wenn wir uns sagen müssen, diese reine Quelle, aus welcher das deutsche Volk noch so reiche Labung hätte schöpfen können, ist nun versiegt. Wie viele Entwürfe zu neuen Arbeiten, die ihn noch auf seinem Krankenlager beschäftigten, – Knospen, die nicht mehr zur Frucht gedeihen sollten, sind nicht mit ihm zu Grabe getragen? Doch, freuen wir uns dankbar des Schönen und Guten, was uns der seltene Mann aus dem reichen Schatze seines Geistes und Gemüthes in liebevoller Bescheidenheit geboten, freuen wir uns, daß sein treues, segensreiches Wirken durch Wort und Schrift unvergängliche Früchte getragen und das verdiente Glück, erkannt zu werden, gefunden.

August Vogel: Westermann's Illustrirte Deutsche Monatshefte Nr. 66. Braunschweig, März 1862.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1876)

Caspari: Karl Heinrich C., protest. Theol., geb. d. 16. Febr. 1815 zu Eschau in Unterfranken, ausgebildet auf den Gymnasien zu Schweinfurt und Nürnberg und der Universität Erlangen. Seit 1845 Pfarrer in Sommerhausen bei Würzburg, 1848 in Eschau, 1852 in Culmbach, 1855 zweiter protest. Pfarrer in München; † am 10. Mai 1861. Schriftstellerisch zeichnete er sich aus durch treffliche Volksschriften und durch katechetische Arbeiten: »Geistliches und Weltliches«, bis jetzt 11 Auflagen. Zu erwähnen ist noch sein »Katechismus«.

Plitt.

Gustav Leopold Plitt: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1876.

#29 – 2 – 14 (Harter)


Hochw. Herr. Dr. phil.
Maurus Alois Harter
Ord. S. Bened. in Scheyern
Universitätsbibliothekar
in Landshut und München
* 4.4.1777 in Aichach
13.5.1798 Ordensprofeß.
4.4.1801 Priesterweihe
† 13.8.1852 in München

R. I. P.


  • Harter, Alois, Dr. phil. / Maurus (ps); 4.4.1777 (Aichach/Obb.) – 13.8.1852 (München); Bibliothekar und Priester

Grab der Familie Harter auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Dr. phil. Alois Harter / Maurus (ps)

* 4.4.1777 (Aichach/Obb.)
† 13.8.1852 (München)
Bibliothekar und Priester

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Harter Alois (Klostername Maurus), Dr. phil., 1777 (Aichach/Obb.) – 1852, Bibliothekar; nach Studien zu Augsburg trat H. 1796 ins Benediktinerkloster Scheyern ein (Priester seit 1801), wo er Unterbibliothekar war; nach der Säkularisation machte er sich um die Einrichtung der Universitätsbibliothek in Landshut, besonders durch Aufstellen der Inkunabeln, verdient; er wurde 1804 Skriptor, dann Kustos der Universitätsbibliothek, verbesserte seine beruflichen Kenntnisse durch Studienreisen, auf denen er die wichtigsten deutschen Bibliotheken kennenlernte; bei Übersiedlung der Universitätsbibliothek nach München (1826) wurde H. deren eigentlicher Leiter (bis 1849); seinen wissenschaftlichen Ruf krönte er mit der Auffindung und Herausgabe des Gronowischen Briefwechsels (J. Fr. Gronovii Epistolae YMVII ad filium suum Jacobum); H. hat auch eine Autograph-Sammlung berühmter Zeitgenossen angelegt.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 2 – 15 (Siber)


DR. SIBER
THADDAEUS
O. S. B
PHYSIKER

9.9.1774 30.3.1854


  • Siber, Thaddäus, Dr. phil.; 9.9.1774 (Schrobenhausen/Obb.) – 30.3.1854 (München); Mathematiker, Physiker, Geistlicher Rat und Universitätsprofessor

Grab der Familie Siber auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2007)

Grab der Familie Siber auf dem Alten Südfriedhof München (August 2011)

Grab der Familie Siber auf dem Alten Südfriedhof München (September 2011)

#Dr. phil. Thaddäus Siber

* 9.9.1774 (Schrobenhausen/Obb.)
† 30.3.1854 (München)
Mathematiker, Physiker, Geistlicher Rat und Universitätsprofessor

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Siber Thaddäus, Dr. phil., 1774 (Schrobenhausen/Obb.) – 1854, Mathematiker, Physiker, Geistlicher Rat und Universitätsprofessor; S. war zunächst Benediktiner im Kloster Scheyern und wurde nach kurzer Beschäftigung in der Seelsorge und im Gymnasium zu Ingolstadt 1801 Professor der Physik und Mathematik am Lyzeum in Freising, später in Passau, bis er 1810 Professor der Chemie, Physik und Mathematik am Lyzeum in München wurde; als die Universität 1826 nach München verlegt wurde, erhielt er eine Professur der Physik; seine reiche Forschungstätigkeit läßt sich am besten aus seinen Veröffentlichungen erkennen.

Hauptwerke: Anfangsgründe der Physik und angewandten Mathematik, Anfangsgründe der Algebra, Geometrie und Trigonometrie, Anfangsgründe der höheren Mathematik, Grundlinien der Experimentalphysik; auf den meisten seiner Kompendien fußen die im 19. Jahrhundert erschienenen Schulbücher für Mathematik, Physik und Chemie; S. machte auch viele Beobachtungen meteorologischer Natur, die in Kastners Archiv für Chemie und Meteorologie und im Gelehrtenanzeiger der Münchner Akademie veröffentlicht sind.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 2 – 20* (Haller)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Haller, Albert; – 2.1.1862 (München), 11 Jahre alt; Redakteurs-Sohn
  • Haller, Josef, Dr.; 5.10.1810 (Scheinfeld/Mittelfranken) – 28.11.1886 (München); Hofrat

Das Grab ist nicht erhalten


#Albert Haller

† 2.1.1862 (München), 11 Jahre alt
Redakteurs-Sohn

#Neue Münchener Zeitung (9.1.1862)

Danksagung.

In dem schweren Schlage, der mich durch den, wie der Sectionsbefund als unzweifelhaft herausstellt, lediglich und unvermeidlich in Folge einer schon im Frühjahre 1855 durch einen unglücklichen Fall erlittenen Gehirnerschütterung so unerwartet rasch eingetretenen Tod meines einzigen geliebten Kindes Albert getroffen, sind mir von so vielen Seiten, von nah und fern, Beweise der liebevollsten und werkthätigsten Theilnahme geworden, daß sie zu der Stärkung, welche mein Gottvertrauen und meine Ergebung in den Willen des Allerbarmers mir gewährten, eine reiche Quelle lindernden Trostes hinzufügten. Nie in meinem Leben wird das Andenken daran in mir erlöschen.

Ich erfülle nun eine heilige Pflicht, indem ich allen meinen verehrten Gönnern und lieben Freunden meinen tiefgefühltesten Dank dafür öffentlich ausspreche, da ich es unmöglich jedem Einzelnen gegenüber zu thun vermag.

Zu ganz besonders innigem Danke bin ich aber verpflichtet den hochwürdigen Herren P. P. Rector, Professoren und Präfecten des kgl. Erziehungs-Instituts für Studierende dahier für die so unaussprechliche als unermüdliche Liebe, Sorgfalt und Hingebung, mit welcher sie mein liebes Kind vom ersten Augenblicke seines Eintritts in das Institut bis zu seinem vorzeitigen Grabe in jeder Beziehung in wahrhaft väterlicher Weise gepflegt und geleitet haben. Möge ihnen das Bewußtsein, in der kurzen Zeit von drei Monaten ganz das Herz und die kindliche Liebe ihres Zöglings gewonnen, und meine unauslöschliche Dankbarkeit sich gesichert zu haben, einige Entschädigung bieten, und der Himmel ihnen im reichsten Maße vergelten, was ich zu thun nicht vermag. Glücklich die Eltern, die ihre Kinder solch bewährten Händen anvertraut wissen.

Schließlich auch noch den Ausdruck meines innigsten Dankes den sämmtlichen Zöglingen des kgl. Erziehungs-Instituts und Ludwigsgymnasiums, welche ihrem nun in Gott verklärten Mitschüler in ebenso erhebender als rührender Weise die letzte Ehre am Grabe und beim Trauergottesdienste erwiesen.

München, 8. Januar 1862.

Dr. Joseph Haller.

Neue Münchener Zeitung Nr. 8. Morgenblatt. Donnerstag, den 9. Januar 1862.

#Abendblatt (10.1.1862)

Ein Vergißmeinnicht auf das Grab des Albert Haller.

Es kam das Jesukind auf Erden
Mit einem frohen Engelchor,
Und denk! Es suchte sich Gefährten,
Die nahm’s zum Himmel mit empor.

Auch Albert sah’s und fand Gefallen
An seiner Herzensreinigkeit,
An seiner Unschuld doch vor Allem
An seiner Lieb‘ und Frömmigkeit.

»Folg‘ mir, sprach’s Jesukind, zum Himmel,
Komm mit zum Paradiese hin;
Dir tauget nicht das Erdgewimmel!«
Zum Himmel trugen Engel ihn.

Dort findet Eltern, Ihr ihn wieder,
Dort bittet er für Euch auch Den,
Dem er nun singet heil’ge Lieder,
Bis Euch vereint das Wiederseh’n.

Abendblatt zur Neuen Münchener Zeitung Nr. 9. Freitag, den 10. Januar 1862.

#Dr. Josef Haller

* 5.10.1810 (Scheinfeld/Mittelfranken)
† 28.11.1886 (München)
Hofrat

#Allgemeine Zeitung (7.7.1886)

Bayerische Chronik.
München, 6. Juli.

(Dr. J. Haller.) Am 23. ds. begeht Hr. Hofrath Dr. Joseph Haller sein fünfzigjähriges Jubiläum als Doctor der Philosophie. Derselbe wurde am 5. October 1810 zu Scheinfeld (in Mittelfranken) als Sohn eines Uhrmachers geboren, studierte und absolvirte zu Würzburg die Philologie, trat als Erzieher in die Familie des kgl. Advoeaten Dr. v. Hornthal in Bamberg, wirkte als Assistent an der kgl. Studienanstalt daselbst, wurde 1836 durch H. Zschokke als Rector der Bezirksschule nach Muri (Argau) berufen, kehrte aber bald als Chefredacteur des »Fränkischen Merkur« nach Bamberg zurück. Müde der gehässigen Censur-Plackereien, mit dem Ministerium Abel gründlich verfeindet und deßhalb in der eigenen Heimath ohne Aussicht auf eine Staatsanstellung, ging Dr. Haller 1839 nach Paris, wo er sich erst gründlich in der französischen, englischen, italienischen und spanischen Sprache bildete, und nachdem er Paris nach allen Seiten kennen gelernt hatte, als Berichterstatter für deutsche Zeitungen, insbesondere für die »Allg. Ztg.,« blieb. In Paris schloß er Bekanntschaft mit vielen ausgezeichneten Persönlichkeiten, zählte zu den Gründern des »Deutschen Hülfsvereins« daselbst und unternahm mehrere Reisen nach Spanien und Portugal (1843—1847), auch nach Algier und Alexandria. Der Ausbruch der Februar-Revolution 1848 vertrieb ihn nach England, wo er die Familie Louis Philippe's zu Claremont besuchte und einem großen Charlisten-Meeting auf Kennington-Green nächst London beiwohnte. Ueber Brüssel, Aachen, Köln und Frankfurt kam Dr. Haller sodann nach München, um daselbst die Chefredaction der »Neuen Münchener Zeitung« zu übernehmen. In jener vielbewegten, stürmischen Zeit wirkte Dr. Haller auch als Redner sowohl in dem »Constitutionell-monarchischen Verein für Freiheit und Gesetzmäßigkeit,« als auch auf sogenannten Volksversammlungen, wobei er sich durch Besonnenheit und Schlagfertigkeit auszeichnete und ebenso als Landwehrofficier bei höchst tumultuösen Auftritten unerschrockenen Muth bewährte. König Maximilian II. verlieh ihm im Jahre 1854 eigenhändig und unter ausdrücklicher Anerkennung seines patriotischen Wirkens das Ritterkreuz I. Classe des Verdienstordens vom heil. Michael. Ein Jahr darauf schied Dr. Haller aus der Redaction seines Blattes, ohne daß ihm die anfangs stipulirte Anstellung und Verwendung im Staatsdienste gewährt wurde. Dr. Haller vertiefte sich ganz in seine nationalökonomischen Studien, unternahm Reisen nach Hamburg und Amsterdam, betheiligte sich an den Bestrebungen des großdeutschen Vereins und veröffentlichte unter anderem eine in 50,000 Exemplaren verbreitete Flugschrift über »Handelsvertrag und Zollverein« (1863). Zuletzt warf er sich ganz auf kulturhistorische und sprachliche Forschungen; als Frucht davon erschien nach achtjähriger, angestrengtester Arbeit die Sammlung, Erläuterung und, so zu sagen, physiologische Vergleichung »Alt-Spanischer Sprichwörter« (1883, in 2 Bänden) – ein Werk, welches dem deutschen Fleiße zur Ehre gereicht, von der deutschen und außerdeutschen Presse sehr günstig beurtheilt wurde und dem Autor viele Ehren und Auszeichnungen einbrachte. Möge der Abend seines Lebens noch recht lange und glücklich währen!

Allgemeine Zeitung Nr. 186. München; Mittwoch, den 7. Juli 1886.

#Neueste Nachrichten (30.11.1886)

Hofrath Dr. Jof. Haller †.

Josef Haller wurde am 5. Okt. 1810 zu Scheinfeld (in Mittelfranken) als der Sohn eines Uhrmachers geboren, studierte an der Universität Würzburg die Philologie, welche er mit Auszeichnung absolvirte, trat als Erzieher in die Familie des Advokaten Dr. von Hornthal in Bamberg, wirkte als Assistent an der Studienanstalt daselbst und promovirte 1836 zu Erlangen als Doktor der Philosophie. In demselben Jahre wurde Dr. Haller durch den damals berühmten Heinrich Zschokke als Rektor der Bezirksschule nach Muri (im Argau) berufen, kehrte aber bald als Chefredakteur des »Fränkischen Merkur« nach Bamberg zurück. Müde der gehässigen Zensur-Plackereien, mit dem Ministerium Abel gründlich verfeindet und deshalb in der eigenen Heimat ohne Aussicht auf eine Anstellung im Staatsdienste, ging Haller nach Paris, wo er sich erst gründlich in der französischen, englischen, italienischen und spanischen Sprache bildete und nachdem er Paris von allen Seiten kennen gelernt hatte, als Berichterstatter für deutsche Zeitungen, insbesondere für die Augsburger »Allgemeine Zeitung« blieb.

In Paris machte er die Bekanntschaft mit vielen ausgezeichneten Persönlichkeiten, zählte zu den Gründern des »deutschen Hülfsvereins« (er wurde Sekretär und Vizepräsident dieser wohlthätigen Einrichtung, und zahlte zeitlebens dazu alljährig seinen Beitrag), unternahm mehrere Reisen nach der Schweiz, nach Spanien und Portugal (1843), auch nach Algier und Alexandrien (1847). Durch den Minister Frhr. von Lerchenfeld wurde Dr. Haller nach München berufen als Chefredakteur der »Neuen Münchener Zeitung«; gleichzeitig erging an ihn eine ehrenvolle ähnliche Einladung aus Berlin unter glänzenden Anerbietungen. Dr. Haller, welcher es vorzog, seinem engeren Vaterlande zu dienen, begab sich 1848 erst noch nach London und besuchte Brüssel und Aachen. In München entwickelte er eine außerordentliche Thätigkeit; die Mitglieder des »Konstitutionell-monarchischen Vereins für Freiheit und Gesetzmäßigkeit« erinnern sich sicherlich noch, wie Dr. Haller oft spät in der Nacht, unmittelbar von der Redaktionsarbeit hinweg, noch in dem großen Saale des Gasthofs »zu den drei Rosen« erschien, um die neuesten Ereignisse mitzutheilen. Sieben Jahre mühte er sich unter dem damals fast unerträglichen Druck eines offiziellen Journals, welches er in leidenschaftsloser würdigster Weise redigirte. König Maximilian II. verlieh ihm 1854 eigenhändig und unter ausdrücklicher Anerkennung seines patriotischen Wirkens das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienst-Ordens vom heil. Michael. Ein Jahr darauf schied Dr. Haller aus der Redaktion seines Blattes, ohne daß ihm die früher in Aussicht gestellte Pension oder Verwendung im Staatsdienste gewährt wurde. Dr. Haller nahm seine früheren Korrespondenzen theilweise wieder auf, machte mehrere Studien-Reisen nach Hamburg und Amsterdam und vergrub sich gänzlich in nationalökonomischen und statistischen Studien, nachdem er auch an den Bestrebungen des großdeutschen Vereins sich betheiligt hatte. Später erschien er wieder in halb offizieller Stellung als Vertrauensmann der bayerischen Regierung, wofür ihm der Titel eines k. b. Hofraths gewährt wurde. Zuletzt warf er sich ganz auf kulturhistorische und sprachliche Forschungen; als Frucht davon erschien nach achtjähriger, unausgesetzter Arbeit sein großes zweibändiges Werk über die »Altspanischen Sprüchwörter« (1883, 1884 in zwei Bänden, gr. 8°), deren Sammlung er schon vor einem halben Menschenalter begonnen hatte. Er gab darin so zu sagen die ganze Genesis eines jeden einzelnen Sprich- und Wahrwortes wie selbes schon bei den alten Griechen und Römern, bei den Mittel-Lateinern, Italienern, Basken, Portugiesen, durch Frankreich bis nach Norwegen und Island hinauf geographisch verfolgbar ist und versah das ganze mit einer Fülle von sprachlichen, biographischen, geo-, topo- und ethnographischen, statistischen, geschichtlichen und literarhistorischen Notizen und Erläuterungen. Das umfangreiche Werk, welches er ganz auf eigene Kosten drucken ließ, trug ihm viele Auszeichnungen und Orden ein; der Autor wurde Ehrenmitglied vieler gelehrten Gesellschaften des In- und Auslandes; noch in den letzten Tagen seines Lebens wurden ihm neue Zeichen der Anerkennung aus Peru zu Theil. Eine größere Arbeit über die Literatur der Basken und eine Abhandlung über die Dichter des italienischen Mittelalters blieben unvollendet. Die Schmerzen des Alters machten sich fühlbar, obwohl der geistig ungeschwächte Mann noch viele Badereisen unternahm und noch im vergangenen Herbste sein liebes Würzburg und die trauten Genossen der Jugendzeit wieder besuchte. Anfangs November meldeten sich unverkennbar alle Symptome der Wassersucht. Er trug sein namenloses Leiden mit bewunderungswürdiger Geduld, ordnete mit unerschrockenem Muthe alle seine Angelegenheiten bis in's Kleinste mit gewissenhaftester Sorgfalt und der ihm eigenen Pünktlichkeit. Er entschlief am 28. November.

Dr. Haller war ein ehrenhafter Charakter von seltener Reinheit und Tadellosigkeit, dem auch seine politischen Gegner die höchste Anerkennung immerdar zollten; ein Feind aller unnützen Polemik, ein treuer uneigennütziger, unverbrüchlicher Freund, ein gewandter Publizist und achtbarer Gelehrter. Seine Gattin, Amalia Haller, eine Tochter des Augsburger Kupferstechers Bodenehr, starb 1883 zu Zürich; ihr beiderseitiger Sohn war schon in zarter Jugend den Eltern vorangegangen.

Neueste Nachrichten und Münchener Anzeiger No. 334. München; Dienstag, den 30. November 1889.

#29 – 2 – 27·28 (Roth)


Grab der Familie Roth auf dem Alten Südfriedhof München (September 2014)

#29 – 3 – 5 (Lechenberger · Zaska)


Tafel Oben
Familien Grabstaette
Hier ruhen
Theresia Lechenberger
Ihr folgten
Joseph u. Katharina Zaska
Großeltern
Und deren Enkeln
Karl, Karolina u. Karl
Ihnen folgte meine liebe Gattin
Josefine Zaska geb. ¿
Buch¿
geb. ¿

Tafel Mitte
Kreszentia Zaska
geb. Lechenberger
Kassadieners-Gattin
geb. 15. April 1828 ¿
Georg ¿
p. städt. Ka¿
geb. 26. Sept. 1823 ¿

Tafel Unten
Georg Zaska
p. Oberheizer
geb. 22. Nov. 1849, gest. 4. Nov. 1928.
Johanna Zaska
* 13.7.1855, † 21.5.1936.
¿


  • Lechenberger, Theresia (vw) – Dezember 1850 (München), 65 Jahre alt; Wäschers-Witwe
  • Zaska, Georg; 26.9.1823 – (29).10.1912 (München); Städtischer Kassadiener a. D.
  • Zaska, Georg; 22.11.1849 – 4.11.1928 (München); Oberheizer a. D.
  • Zaska, Johanna; 13.7.1855 – 21.5.1936
  • Zaska, Josef
  • Zaska, Josefine
  • Zaska, Karl
  • Zaska, Karolina
  • Zaska, Katharina
  • Zaska, Kreszentia (vh) / Lechenberger (gb); 15.4.1828 – ¿; Wäschers-Tochter aus München / Kassadieners-Gattin

Grab der Familien Lechenberger · Zaska auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2017)

#29 – 3 – 9 (Gatterer)


¿
Herr Franz Gatterer
¿
Frau Maria Gatterer
¿


  • Gatterer, Franz
  • Gatterer, Maria (vh)

Grab der Familie Gatterer auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 3 – 15 (Weigert)


Ruhestätte
des Herrn
Michael Weigert
k. Bezirksamtmann
in Kemnath,
und seiner Gattin
Frau
Amalie Weigert
geb. Lex.
und deren Sohn
Georg.


  • Weigert, Amalie (vh) / Lex (gb); Bezirksamtsmanns-Gattin
  • Weigert, Georg; Bezirksamtsmanns-Sohn
  • Weigert, Michael; Bezirksamtmann

Grab der Familie Weigert auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)

#29 – 4 – 3 (Zörnweg)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Zörnweg, Kreszenz (vh); – 1889 (München); Milchmanns-Gattin

Grab der Familie Zörnweg auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2017)

#29 – 4 – 6 (Peintner)


Hier ruhet in Gott
Herr Jos. Immanuel Sigm. Peintner
Kaufmann von hier
geb. am 30. Mai 1866, gest. am 25. Juni 1891.
Frau Karoline Peintner
geb. am 21. März 1821, gest. am 6. April 1896.
Herr Karl Ernst Peintner
geb. am 4. Oktbr. 1873, gest. am 23. Jan. 1901.
Frau Kommerzienrat
Wilhelmine Friederike Peintner
geb. Ehrmann
Oberinspektors-Gattin
geb. am 1. Oktbr. 1843, gest. am 19. April 1901.
Frl. Josefine Peintner, städt. Kindergärtnerin
geb. am 26. Juni 1868, gest. am 2. Novb. 1909.

Sockel
Herr Kommerzienrat
Josef Peintner,
Oberinspektor a. D.
geb. 5. Dez. 1844, gest. 10. Juni 1907.

Rechte Seite
A. Aufleger


  • Peintner, Josef; 5.12.1844 – 10.6.1907; Oberinspektor a. D.
  • Peintner, Josef Immanuel Sigmund; 30.5.1866 – 25.6.1891; Kaufmann
  • Peintner, Josefine; 26.6.1868 – 2.11.1909; Städtische Kindergärtnerin
  • Peintner, Karl Ernst; 4.10.1873 – 23.1.1901
  • Peintner, Karoline (vh); 21.3.1821 – 6.4.1896
  • Peintner, Wilhelmine Friederike (vh) / Ehrmann (gb); 1.10.1843 – 19.4.1901; Oberinspektors-Gattin

Grab der Familie Peintner auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 4 – 10 (Hoffmann · Müller)


R. I. P.

Barbara Müller
geb. Banzhaf,
geboren 27. Januar 1829,
gestorben 25. März 1897.
Gustav Hoffmann
Fabrikdirektor.
geboren 18. April 1852.
gestorben 31. Mai 1903.
Berta Hoffmann
geb. Müller,
geb. 19. Dez. 1856, gest. 11. Jan. 1936.

Sockel
Herr Carl Müller
Kaufmann
geb. 8. Aug. 1870, gest. 15. Febr. 1940.

29.4.10. Kosenbach.


  • Hoffmann, Berta (vh) / Müller (gb); 19.12.1856 – 11.1.1936
  • Hoffmann, Gustav; 18.4.1852 – 31.5.1903
  • Müller, Barbara (vh) / Banzhaf (gb); 27.1.1829 – 25.3.1897
  • Müller, Karl; 8.8.1870 – 15.2.1940; Kaufmann

Grab der Familien Hoffmann · Müller auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)

#29 – 4 – 28 (Speidel)


Edmund
Freiherr von Speidel
k. Kämmerer, Generallieutenant
und Hofmarschall a. D.
S. K. H. des Prinz Regenten
Luitpold von Bayern,
Großkomthur x. x. Exzellenz,
geb. 27. Dez. 1816, gest. 25. Januar 1887,
dessen Gattin
Luise
Freifrau von Speidel
geb. Edle von Krempelhuber
geb. 25. Aug. 1830, gest. 4. Aug. 1900.
Marie
Freiin von Speidel
Theresienordens-Ehrendame,
¿ März 1869, gest. 18. Nov. ¿


  • Speidel, Edmund Freiherr von; 27.12.1816 – 25.1.1887; Königlicher Kämmerer, Generalleutnant und Hofmarschall a. D.
  • Speidel, Luise Freifrau von (vw) / Krempelhuber, Edle von (gb); 25.8.1830 – 4.8.1900
  • Speidel, Marie Freiin von; ¿.3.1869 – 18.11.¿; Theresienordens-Ehrendame

Grab der Familie Speidel auf dem Alten Südfriedhof München (August 2011)

Grab der Familie Speidel auf dem Alten Südfriedhof München (August 2011)

#29 – 5 – 7 (Tremel)


Hier ruht
unsere liebe Gattin u. Mutter
Frau Kath. Tremel
Bäckermeistersgattin,
geb. 24. Sept. 1836, gest. 29. Jan. 1879.
Ihr folgte unser lieber Vater
Herr Leonh. Tremel,
geb. 16. Febr. 1831, gest. 6. Febr. 1898.


  • Tremel, Katharina (vh); 24.9.1836 – 29.1.1879; Bäckermeisters-Gattin
  • Tremel, Leonhard; 16.2.1831 – 6.2.1898; Bäckermeister

Grab der Familie Tremel auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 5 – 9 (Hofmann)


Hier ruht in Gott
Elis. Martha Hofmann,
Kaufmannswittwe von Weismain,
geb. 31. März 1818, gest. 23. Jan. 1898.
Adam Hofmann
privat. Apotheker,
geb. 3. Juni 1850 zu Weismain,
gest. 9. August 1918.


  • Hofmann, Adam; 3.6.1850 (Weismain) – 9.8.1918; Ehemaliger Apotheker
  • Hofmann, Elis. Martha (vw); 31.3.1818 – 23.1.1898; Kaufmanns-Witwe

Grab der Familie Hofmann auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 6 – 2 (Metsch)


¿
Herr J. Nep. Metsch
cand. med.
¿. Februar 1865 (München), im 26. Lebensjahr
Herr Edmund Metsch
Prof. math.
¿ Januar 1877 im 30. Lebensjahr
Dessen Gattin
Auguste, geb. Ott
† 16. Mai 1918 im 68. Lebensjahr


  • Metsch, Auguste (vw) / Ott (gb); – 16.5.1918, 67 Jahre alt; Mathematikprofessors-Witwe
  • Metsch, Franz Edmund; – 21.1.1877 (München), 29 Jahre alt; Professor für Mathematik und Physik in Wien
  • Metsch, Johann Nepomuk; – 23.2.1865 (München), 25 Jahre alt; Cand. med.

Grab der Familie Metsch auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 6 – 14 (Staudinger)


Grab der Familie Staudinger auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#29 – 6 – 20 (Eger)


¿ Mutter
Frau Laura Eger
¿


  • Eger, Laura (vh)

Grab der Familie Eger auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2017)

#29 – 6 – 27 (Maier)


Grab der Familie Maier auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 7 – 4 (Trinkl)


Hier ruhen
Frau Creszenzia Trinkl
Schuhmachermeistersgattin,
gest. 25. Januar 1879 im 26. Lebensjahre.
Deren Schwägerin
Fräulein Maria Trinkl
gest. 2. Dezbr. 1898 im 50. Lebensjahre.
Unsere liebe Gattin & Mutter
Frau Marie Trinkl
Hotelbesitzersgattin
¿
Ihnen folgte unser lieber Vater
Großvater
Herr Wenzeslaus Trinkl
Privatier
* 18. März 18¿ † ¿. Juni ¿

R. I. P.

A. Weigel.


  • Trinkl, Kreszentia (vh); – 25.1.1879, 25 Jahre alt; Schuhmachermeisters-Gattin
  • Trinkl, Maria; – 2.12.1898, 49 Jahre alt
  • Trinkl, Marie (vh); Hotelbesitzers-Gattin
  • Trinkl, Wenzeslaus; 18.3.18¿ – ¿; Privatier

Grab der Familie Trinkl auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 7 – 5 (Schmutzer · Schöberle)


Familie Schmutzer.

Hier ruht in Gott
unser herzensguter, unvergesslicher Gatte & Vater
Herr Josef Schmutzer
Kgl. Locomotiv-Führer a. D.
geb. 26. März 1829 gest. 31. Okt. 1892.
Dessen Gattin
unsere liebe Mutter
Frau Therese Schmutzer
geb. 19. Jan. 1830, gest. 16. Okt. 1918.
Ihr folgte Ihr Sohn
Herr Karl Ludwig Schmutzer
Kgl. bayr. Hofuhrmacher
geb. 3. Sept. 1861 gest. 5. Sept. 1933.
Dessen Gattin
Frau Emma Schmutzer
geb. Berger
geb. 19. Jan. 1860, gest. 8. Mai 1942.

Sockel
Rechte Seite
29.7.5. Heiligensetzer

Linke Seite
Fräulein
Jos. Schöberle
geb. 10. Apr. 1826
gest. 8. Jan. 1887.


  • Schmutzer, Emma (vw) / Berger (gb); 19.1.1860 – 8.5.1942; Hofuhrmachers-Witwe
  • Schmutzer, Josef; 26.3.1829 – 31.10.1892; Lokomotivführer a. D.
  • Schmutzer, Karl Ludwig; 3.9.1861 – 5.9.1933; Hofuhrmacher
  • Schmutzer, Therese (vw); 19.1.1830 – 16.10.1918; Lokomotivführers-Witwe
  • Schöberle, Josefa; 10.4.1826 – 8.1.1887 (München)

Grab der Familien Schmutzer · Schöberle auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 7 – 9 (Haf · Wittig)


Tafel
Hier
ruht in Gott
unser
lieber, unvergesslicher
Gatte u. Vater
Herr
Johann Wittig,
Baumeister
geb. 13. Mai 1854,
gest. 10. Jan. 1892.

R. I. P.

Tafel
Hierauf folgte
mein
lieber, unvergesslicher
Gatte
Herr Josef Haf,
Lokomotivführer I. Cl.
geb. 26. Juni 1867,
gest. 1. Okt. 1908,
durch einen Unglücksfall.

R. I. P.

Franz


  • Haf, Josef; 26.6.1867 – 1.10.1908 (München), Tod durch Unfall; Lokomotivführer
  • Wittig, Johann; 13.5.1854 – 10.1.1892; Baumeister

Grab der Familien Haf · Wittig auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2017)

#29 – 7 – 14 (Schmidbauer)


Hier ruht in Gott
unser guter Gatte u. Vater
Herr
Nicolaus Schmidbauer
Silberarbeiter,
geb. 5. Dez. 1830, gest. 30. Juli 1897.
Frau
Anna Schmidbauer
geb. Riesch
geb. 24. Nov. 1830, gest. 4. Okt. 1919.

J. Lallinger.


  • Schmidbauer, Anna (vw) / Riesch (gb); 24.11.1830 – 4.10.1919; Silberarbeiters-Witwe / Telegraphenamtsdieners-Tochter
  • Schmidbauer, Nicolaus; 5.12.1830 – 30.7.1897; Silberarbeiter

Grab der Familie Schmidbauer auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 7 – 21 (Berthold)


Familie Berthold.

Hier ruhen:
Herr Johann Berthold
Früchtegrosshändler,
geb. 19. Nov. 1868, gest. 22. März 1924.

Herr Josef Berthold
Schlosser,
geb. 3. Juli 1863, gest. 4. Mai 1889.
Herr Josef Berthold
Privatier,
geb. 1. Dez. 1838, gest. 5. April 1895.
dessen Gattin
Frau Juliana Berthold
geb. 18. Sept. 1841, gest. 3. Juni 1899.

Sockel
Johann Berthold
Früchtegrosshändlerskind,
geb. 19. Juni 1893, gest. 29. Juli 1893.

Linke Seite
A. Lallinger.


  • Berthold, Johann; 19.11.1868 – 22.3.1924; Früchtegrosshändler
  • Berthold, Johann; 19.6.1893 – 29.7.1893; Früchtegrosshändlers-Sohn
  • Berthold, Josef; 3.7.1863 – 4.5.1889; Schlosser
  • Berthold, Josef; 1.12.1838 – 5.4.1895; Privatier
  • Berthold, Juliana (vw); 18.9.1841 – 3.6.1899; Privatiers-Witwe

Grab der Familie Berthold auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 7 – 23 (Seehann)


Grab der Familie Sehann auf dem Alten Südfriedhof München (April 2021)

#29 – 7 – 25 (Fuhrmann · Hage · Zottmayr)


Hier ruhen
Anna Zottmayr, † 2. Dez. 1862, i. 71. Lebensj.
Anton Zottmayr, Kunstmaler
† 18. Mai 1865, i. 70. Lebensj.
Georg Hage, Kunstmaler
† 21. Aug. 1882, i. 75. Lebensj.
Fanny Fuhrmann, geb. Hage,
† 1. Jan. 1898, i. 34. Lebensj.
Ihr folgte unser teure, unvergessliche Mutter
Karoline Hage, Kunstmalerswitwe
geb. 16. Sept. 1824, † 22. Mai 1898.
Hierauf folgte der Sohn
August Hage, Kunstmaler
geb. 11. Aug. 1851, † 15. Sept. 1913.
Unser guter Bruder und Onkel
Max Hage,
geb. 10. Sept. 1856, † 16. Jan. 1930.

Sockel
Grabstätte der Familie
Hage.

Sockel-Tafel
Die Inschrift ist nicht erhalten

Rechte Seite
Karl Zottmayr
† 24. Jan. 1851 i. 22. Lebensj.
Johann Zottmayr
† 2. Mai 1856 i. 30. Lebensj.


  • Fuhrmann, Fanny (vh) / Hage (gb); – 1.1.1898 (München), 33 Jahre alt
  • Hage, August; 11.8.1851 – 15.9.1913 (München); Kunstmaler
  • Hage, Georg; 21.4.1808 (Wangen/Allgäu) – 21.8.1882 (München); Portraitmaler
  • Hage, Karoline (vw) / Zottmayr (gb); 16.9.1824 (Amberg) – 22.5.1898 (München); Kunstmalers-Tochter aus Amberg / Kunstmalers-Witwe
  • Hage, Max; 10.9.1856 – 16.1.1930 (München); Rentier
  • Zottmayr, Anna (vh) / Bleicher (gb); – 2.12.1862 (München), 70 Jahre alt; Pfandleihers-Tochter aus München / Kunstmalers-Gattin
  • Zottmayr, Anton; 16.6.1795 (Amberg) – 18.5.1865 (München); Appellationsgerichtsadvokatens-Sohn / Portraitmaler, Historienmaler und Kirchenmaler
  • Zottmayr, Johann; – 2.5.1856 (München), 29 Jahre alt; Stadtgerichtsfunktionär
  • Zottmayr, Karl; – 24.1.1851 (München), 21 Jahre alt; Uhrmachergehilfe

Grab der Familien Fuhrmann · Hage · Zottmayr auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#Georg Hage

* 21.4.1808 (Wangen/Allgäu)
† 21.8.1882 (München)
Portraitmaler

#Allgemeine Zeitung (8.10.1882)

Nekrologe Münchener Künstler.
XXV.

Eine gegen seine übrigen Fachgenossen sehr abgeschlossene Stellung behauptete der Bildnißmaler Georg Hage. Als derselbe nach kurzer Krankheit am 21 Aug. schied, kannten selbst die wenigsten Fachgenossen seinen Namen; er hatte die älteren fast alle überlebt; die jüngere, vollauf nur mit sich beschäftigte Generation vergißt ohnehin überall ihre Vorgänger. Georg Hage wurde 1808 zu Hatzenweiler (Oberamt Wangen) in Württemberg geboren, kam mit 21 Jahren an die Münchener Akademie, wo er unter Heinrich Heß mit Fleiß und Eifer studierte, und mit besonderer Vorliebe dem Miniatur- und Portraitfach oblag, so daß Hage auf Empfehlung seines wohlwollenden Lehrers alsbald die Prinzessinnen des königlichen Hauses malen durfte. Auf einer Rheinreise machte Hage in Bad Kissingen die Bekanntschaft mehrerer russischen Edelleute, welche ihn zu einer Reise nach Rußland ermunterten; er folgte dem Rufe und malte in St. Petersburg und Moskau, dann in Kasan, Simbirsk, Samara und Orenburg. Nach fünfjähriger Abwesenheit nach München zurückgekehrt, trat Hage zur weiteren Ausbildung in die damals in höchster Blüthe befindliche Schule Bernhardt's, wo er sich in kurzem die damals allgemein bewunderte Manier des Meisters also aneignete, daß seine in der zweiten Hälfte des Jahres 1846 im Kunstverein ausgestellten Proben lauten Beifall erwarben. So ausgerüstet durch erweiterte Technik, ging er abermals nach Rußland, wo der Künstler unter Protection des Herzogs Maximilian Eugen Jos. Napoleon von Leuchtenberg mit ehrenvollen Aufträgen erst anderthalb Jahre zu St. Petersburg, dann 1849 bis 1851 in Reval und Riga (1851 auf 1852) weilte, und er alle hervorragenden Persönlichkeiten als routinirter Portraitmaler für seinen Pinsel gewann. Im Herbst des Jahres 1852 kehrte er nach München zurück, ließ sich bleibend nieder, heirathete und kaufte ein Haus. Auch hier setzte er seine Kunst fort, aber in großer Stille und Zurückgezogenheit, und ohne mit seinen Collegen zu verkehren; nur bisweilen z. B. auf der internationalen Ausstellung von 1863 gab er (Portrait eines Knaben) ein Zeichen seines Daseins und Schaffens in die Oeffentlichkeit. Er arbeitete mit Glück, blieb geistesfrisch und unermüdlich thätig bis in die letzten Tage seines Lebens, wo er noch zwei Bildnisse vollendete. Dann schied er sanft und ruhig, nach kurzen aber schweren Leiden. Seine große Gestalt mit dem energischen Gesicht, den zuletzt nur leicht melirten schwarzen Haaren und den breitbuschigen Augenbrauen, machte, auch bei nur einmaliger flüchtiger Begegnung, dem Beobachter doch einen bleibenden Eindruck, ebenso wie die Persönlichkeit des Kupferstechers Heinrich Merz oder des Architekten Ludwig Lange, womit Hage eine leicht zu verwechselnde Aehnlichkeit hatte.

Allgemeine Zeitung Nr. 281. München; Sonntag, den 8. Oktober 1882.

#Anton Zottmayr

* 16.6.1795 (Amberg)
† 18.5.1865 (München)
Appellationsgerichtsadvokatens-Sohn / Portraitmaler, Historienmaler und Kirchenmaler

#Neues allgemeines Künstler-Lexikon (1852)

Zottmayr, Anton Benno, Maler von Amberg, machte seine ersten Studien in Nürnberg, und begab sich 1813 zur weiteren Ausbildung nach München. Er widmete sich der Historienmalerei, in welcher ihm P. Langer Vorbild war. In Privathäusern und Kirchen finden sich religiöse Darstellungen von seiner Hand, und einen anderen Theil seiner Werke machen Bildnisse aus. Zottmayr wählte München zu seinem ständigen Aufenthalte.

Dr. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Bearbeitet von Dr. G. K. Nagler. München, 1852.

#29 – 7 – 27 (Müller)


Hier ruht
unser lieber, unvergesslicher Gatte
und Vater
Herr Max Müller, Privatier,
ehem. Kohlenhändler
geb. am 22. Aug. 1844, gest. am 18. Okt. 1907.
Ihm folgte
seine treue Gattin unsere liebe Mutter
Frau Maria Müller,
Privatiers-Witwe,
geb. am 11. Aug. 1852, gest. am 3. April 1910.
Deren Tochter
Dora Müller,
geb. am 9. Nov. 1887, gest. am 24. Sept. 1939.

R. I. P.

A. Aufleger 29.7.27.


  • Müller, Dora; 9.11.1887 – 24.9.1939; Kohlenhändlers-Tochter
  • Müller, Maria (vw); 11.8.1852 – 3.4.1910; Kohlenhändlers-Witwe
  • Müller, Max; 22.8.1844 – 18.10.1907; Privatier, ehemaliger Kohlenhändler

Grab der Familie Müller auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

#29 – 8 – 2 (Patronino)


Hier ruhet in Gott
mein innigstgeliebter Gatte
August Patronino,
kgl. Postmeister,
geb. den. 3. September 1824,
gest. den 6. Dezember 1893.
Ihm folgte dessen Gattin
Marie Patronino,
geb. den 27. Mai 1834,
gest. den 25. März 1908.

R. I. P.

Sockel
29.8.2. Welzenbacher


  • Patronino, August Eugen Karl; 3.9.1824 – 6.12.1893; Königlicher Postmeister
  • Patronino, Maria Anna Josefa (vw) / Melzl, von (gb); 27.5.1834 – 25.3.1908 (München); Rechnungskommissärs-Tochter aus München / Postmeisters-Witwe

Grab der Familie Patronino auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#August Eugen Karl Patronino

* 3.9.1824
† 6.12.1893
Königlicher Postmeister

#Allgemeine Zeitung (21.6.1893)

Bayerische Chronik.
München, 20. Juni.

Der k. Postmeister und Vorstand des hiesigen Bahnpostamts, August Patronino begeht am 1. Juli das Jubiläum vierzigjähriger, pragmatischer Beamtung. Bemerkenswerth wird dieses Jubiläum durch den Umstand, daß der verdiente Beamte noch nicht 69 Jahre zählt, also vor dem dreißigsten Lebensjahre seine pragmatische Anstellung erhielt, was vor vierzig Jahren bei Staatsdienstaccessisten mit akademischer Vorbildung zu den Seltenheiten zählte; und dann dadurch, daß Patronino nicht nur seine ganze pragmatische Laufbahn hier durchlebte, sondern schon fünf Jahre vor der pragmatischen Anstellung als Assistent hier bedienstet war. Der Jubilar trat im Jahre 1844 bei der Postanstalt ein, kam als Assistent im Jahre 1848 von Schweinfurt hieher, wurde am 1. Juli 1853 Official, fand am 1. Febr. 1869 seine Beförderung zum Specialcassier und am 1. März 1878 jene zum Postmeister. Er durfte also den ganzen Aufschwung des Münchener Verkehrslebens von der geringen Bewegung der vierziger Jahre bis zur gewaltigen Ausdehnung des heutigen mit erleben und mit erringen helfen. Er sah noch die Zeit, in welcher kaum 100 Beamte und Bedienstete bei der hiesigen Post beschäftigt waren, und blickt jetzt auf deren stattliche Zahl von mehr als 1200. Damals vollzog sich der ganze hiesige Postdienst (es wird immer vom Manipulationsdienste gesprochen) in den Localitäten des Postamtes am Residenzplatze, heute beschäftigt er das Personal von 5 Aemtern und 26 Expeditionen. Was in dieser Zeit des Aufschwunges, welchem selbstverständlich die nothwendige Beschaffung von Localitäten und Erwerbung von Personal nur langsam folgen konnte, an Arbeit und Umsicht der Vorstände gefordert wurde, davon kam Patronino ein kräftiges Wort reden. Er trug redlich und unermüdet das Seine dazu bei. Möge es ihm gegönnt sein, seine Thätigkeit mit in das neue, geräumige und zweckentsprechende Posthaus, dessen dringend nothwendiger Bau demnächst in Angriff genommen werden soll, zu übertragen, und möge er noch manches Jahr in ungeschwächter Gesundheit seinem Berufe leben können!

Allgemeine Zeitung Nr. 170. München; Mittwoch, den 21. Juni 1893.

#Allgemeine Zeitung (7.12.1893)

Bayerische Chronik.
München, 6. Dezember.

Heute Morgen verschied nach längerem Kränkeln der Vorstand des hiesigen Bahnpostamts, August Patronino. Derselbe hatte fast seine ganze postalische Laufbahn in München zurückgelegt und genoß, wie bei Gelegenheit seines Amtsjubiläums in ehrender Weise bekundet wurde, bei Collegen und Untergebenen, wie in weiteren Kreisen warme Verehrung. Patronino war Philister des Corps Bavaria, für welches der nun Verstorbene eine große Anhänglichkeit bewahrt hatte.

Allgemeine Zeitung Nr. 339. München; Donnerstag, den 7. Dezember 1893.

#29 – 8 – 4 (Baumann · Sandberger)


Hier ruht in Gott:
Herr Karl Baumann,
kgl. b. Bahnadspirant,
gest. 28. Jan. 1878, im 25. Lebensjahre.
Herr Theodor Sandberger,
Oekonomie-Verwalter,
gest. 12. Okt. 1888, im 51. Lebensjahre.
Ihm folgte seine Gattin
Fanny, geb. Luppold
gest. 4. Juni 1898, im 67. Lebensjahre.

Sockel
Die Liebe höret nimmer auf!

29.8.4. Burlein.


  • Baumann, Karl; – 28.1.1878, 24 Jahre alt; Bahnadspirant
  • Sandberger, Fanny (vw) / Luppold (gb); – 4.6.1898, 66 Jahre alt; Ökonomieverwalters-Witwe
  • Sandberger, Theodor; – 12.10.1888, 50 Jahre alt; Ökonomieverwalter

Grab der Familien Baumann · Sandberger auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#29 – 9 – 1 (Fehlner)


Hier ruht
unser ¿
Gatte und Vater
Herr Georg Fehlner,
rechtsk. Bürgermeister a. D.
und Ehrenbürger der Stadt Eichstätt
geb. den 4. Dez. 18¿ gest. den ¿. Nov. 1891.
Unsere gute vielgeliebte Mutter
Frau Franziska Fehlner
geb. von Hilger,
geb. den ¿. Nov. ¿ gest. den 26. März ¿

Familien-Grabstätte


  • Fehlner, Franziska (Fanny) (vw) / Hilger, von (gb); – 26.3.1917 (Kempten), 84 Jahre alt; Landrichters- und Gutbesitzers-Gattin / Bürgermeisters-Gattin
  • Fehlner, Georg; 4.12.1817 (Amberg) – 9.11.1891 (München); Mehlhändlers-Sohn / Ehemaliger Bürgermeister von Eichstätt 1849–1885

Grab der Familie Fehlner auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2022)

#Franziska Fehlner (vw) / von Hilger (gb)

† 26.3.1917 (Kempten), 84 Jahre alt
Bürgermeisters-Gattin

#General-Anzeiger (8.4.1917)

Münchner Tagesneuigkeiten
München, 7. April

Im Südfriedhof wurde Frau Franziska Fehlner, Witwe des einst in weiten Kreisen bekannten rechtsk. Bürgermeisters Fehlner von Eichstätt, der Erde übergeben. Neben den nächsten Familienangehörigen nahmen Mitglieder der Familie v. Miller und andere Leidtragende an der Trauerfeier teil. In der Fülle der Kränze waren Spenden von Kronprinz Rupprecht und vom Lehrpersonal des humanistischen Gymnasiums in Kempten.

General-Anzeiger der »Münchner Neueste Nachrichten« Nr. 177. Sonntag, den 8. April 1917.

#29 – 9 – 8 (Reißner · Scheiber)


Herr
Franz Xaver Reißner
† ¿.7.1¿
Frau
Therese Reißner
† ¿.7.1923
Georg Scheiber
* 11.1.1903 † 9.¿.1903


  • Reißner, Franz Xaver
  • Reißner, Therese (vh); – ¿.7.1923
  • Scheiber, Georg; 11.1.1903 – 9.¿.1903

Grab der Familien Reißner · Scheiber auf dem Alten Südfriedhof München (August 2012)

#29 – 9 – 13 (Pestalazzi)


Hier ruhen in Gott
unsere innigstgeliebten Eltern
Herr Heinrich Pestalazzi
kgl. Futtermeister
geb. 4. März 1812, gest. 21. Okt. 1872.
Frau Elisabeth Pestalazzi
geb. 5. Mai 1822, gest. 19. Juli 1885.
Ihnen folgte
deren Sohn mein herzensguter Gatte
Herr Mathias Pestalazzi
kgl. Leibkutscher
geb. 30. Juli 1853, gest. 10. Mai 1911.
Frau Johanna Pestalazzi
geb. 23. Sept. 1860, gest. 12. Dez. 1942.
Herr Ludwig Pestalazzi
geb. 15. Okt. 1855, gest. 20. Mai 1938.


  • Pestalazzi, Elisabeth (vw); 5.5.1822 – 19.7.1885
  • Pestalazzi, Heinrich; 4.3.1812 – 21.10.1872; Königlicher Futtermeister
  • Pestalazzi, Johanna (vw); 23.9.1860 – 12.12.1942
  • Pestalazzi, Ludwig; 15.10.1855 – 20.5.1938
  • Pestalazzi, Mathias; 3.7.1853 – 10.5.1911; Königlicher Leibkutscher

Grab der Familie Pestalazzi auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2013)

#29 – 9 – 15 (Gronemeier)


Hier ruhet
meine liebe gute Gattin
Frau
Louise Gronemeier
geb. Biser,
* ¿. März 1866 † 23. Okt. 1915.


  • Gronemeier, Louise (vh) / Biser (gb); März 1866 – 23.10.1915

Grab der Familie Gronemeier auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2022)

#29 – 9 – 23 (Oehler)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Oehler, Ferdinand; – 22.3.1891 (München), 78 Jahre alt; Porzellanmaler

Todesanzeige für Ferdinand Oehler

Grab der Familie Oehler auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 9 – 24 (Schlegel)


Grab der Familie Schlegel auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#29 – 9 – 27 (Diemer)


Familie
DIEMER


  • Diemer, Max; – 1889; Xylograph

Grab der Familie Diemer auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 10 – 1 (Kammermaier · Mittermeyer)


Familien-Grabstätte.
Hier ruhet
meine unvergessliche Gattin u. Mutter
Frau Therese Kammermaier,
geb. Bino,
gest. den 4. April 1858, im 27. Lebensjahre.
Ihr folgte
die sorgsame Gattin u. Mutter
Frau Magdalena Kammermaier
gest. den 9. Jäner 1890, im 63. Lebensjahre.
Unser guter treubesorgter Vater
Herr Friedrich Kammermaier
gest. den 11. Aug. 1918, im 94. Lebensjahre.

Rechte Seite
Fräulein
Katharina Mittermeyer,
gest. den 22. Sept. 1871
im 33. Lebensjahre.
Frau
Therese Mittermeyer,
gest. den 6. Juli 1884
im 83 Lebensjahre.

J. Lallinger.


  • Kammermaier, Friedrich; – 11.8.1918 (München), 93 Jahre alt; Privatier, ehemaliger Schuhmachermeister
  • Kammermaier, Magdalena (vh) / Bino (gb); – 9.1.1890 (München), 62 Jahre alt; Nagelschmieds-Tochter aus München / Privatiers-Gattin
  • Kammermaier, Therese (vh) / Bino (gb); – 4.4.1858 (München), 26 Jahre alt; Schuhmachers-Gattin
  • Mittermeyer, Katharina; – 22.9.1871 (München), 31 Jahre alt; Ladnerin
  • Mittermeyer, Therese (vh); – 6.7.1884

Grab der Familien Kammermaier · Mittermeyer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2013)

#29 – 10 – 2 (n. n.)


(März 2018)

#29 – 10 – 5 (Leimbach)


FAMILIEN-GRAB.

Hier ruhen in Gott:
Frau Lina Leimbach,
kgl. Lokomotivführers-Gattin,
geb. 1813, gest. 1879.
Ihr folgte unser unvergesslicher Gatte & Vater
Herr Georg Leimbach,
kgl. Lokomotivführer,
geb. 13. Juli 1843, gest. 13. Sept. 1897.
Ihm folgte
seine treue Gattin, unsere beste Mutter
Frau Margaretha Leimbach,
kgl. Lokomotivführerswittwe,
geb. 6. März 1842, gest. 6. August 1898.

R. I. P.

Sockel
Herr Georg Leimbach
kgl. p. Lokomotivführer,
geb. 12. Januar 1808, gest. 29. August 1901.

29.7.5. Kosenbach.


  • Leimbach, Georg; 12.1.1808 – 29.8.1901; Pensionierter Lokomotivführer
  • Leimbach, Georg; 13.7.1843 – 13.9.1897; Lokomotivführer
  • Leimbach, Karoline (Lina) (vh); 1813 – 27.1.1879 (München); Lokomotivführers-Gattin
  • Leimbach, Margaretha (vw); 6.3.1842 – 6.8.1898; Lokomotivführers-Witwe

Grab der Familie Leimbach auf dem Alten Südfriedhof München (April 2021)

#Georg Leimbach

* 12.1.1808
† 29.8.1901
Pensionierter Lokomotivführer

#Generalanzeiger

Münchener Tagesneuigkeiten.

München, 6. September.
Der Senior der bayerischen Lokomotivführer, Herr Georg Leimbach, wurde am letzten Sonntag zur ewigen Ruhe gebettet. Im Jahre 1808 bei Offenbach in Hessen geboren, kam er 1825 nach München, ging 1833 mit der Expedition nach Griechenland, wo er bis 1842 verblieb. In Athen hatte er sich verheiratet. Nach München zurückgekehrt, trat er in die Maffei'sche Fabrik ein, bis er 1844 in die Betriebswerkstätte aufgenommen wurde. Am 1. Januar 1847 war er Lokomotivführer-Lehrling, am 20. August 1849 zum Lokomotivführer befördert, als welcher er bis zu seinem 72. Lebenjahre – 1. Dezember 1879 – Dienst machte. In seinen letzten Lebensjahren hatte er noch seine Lebensgefährtin und seinen Sohn, gleichfalls Lokomotivführer, in's Grab sinken sehen müssen.

Generalanzeiger Nr. 415. Gratisbeilage der Münchner Neuesten Nachrichten. Samstag, den 7. September 1901.

#29 – 10 – 7 (Moser)


Grab der Familie Moser auf dem Alten Südfriedhof München (April 2021)

#29 – 10 – 8 (n. n.)


(April 2021)

#29 – 10 – 11 (n. n.)


(April 2021)

#29 – 10 – 14 (n. n.)


(April 2021)

#29 – 10 – 22 (Stöhr)


Dem Andenken
unserer lieben, treubesorgten,
unvergesslichen Mutter
Frau Felizitas Stoehr,
gest. 8. März 1891 im 71. Lebensjahre.
Der Mutter folgte ihr ältester Sohn
Herr Max Stoehr,
k. b. Bahninspektor
geb. 19. April 18¿2. gest. ¿. Okt. 1904


  • Stöhr, Felizitas (vw); – 8.3.1891, 70 Jahre alt; Apothekers-Witwe
  • Stöhr, Max; 19.4.18¿2 – 21.10.1904 (Augsburg); Bahninspektor

Grab der Familie Stöhr auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 10 – 25 (Kropp)


EMILIE KROPP
1850 – 1883
HERMANN KROPP
1878 – 1931
GEORG KROPP
1848 – 1933

Linke Seite
SCHNEIDER
29.10.25


  • Kropp, Emilie (vh) / Preckle (gb); 1850 – April 1883; Bildhauers-Tochter aus München / Bildhauers-Gattin
  • Kropp, Georg; 1848 – 1933; Bildhauer
  • Kropp, Hermann; 1878 – 1931

Geschäftsanzeige Georg Kropp

Grab der Familie Kropp auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 10 – 26 (Bauer)


Hier ruhen
Katharina Bauer
Holzhändlersgattin,
gest. den 12. Mai 1851 im 45. Jahre.
Lorenz Bauer
gest. den 3. Febr. 1858 im 60. Jahre.
Ihnen folgte ihre Tochter
Jungfr. Brigitta Bauer
gest. den 17. Juli 1861 im 23. Jahre.
Mathäus Bauer
Holzhändler
geb. den 12. Mai 1832, gest. den 31. Mai 1885

Frau Anna Bauer
* 2.12.1861 † 10.4.1943.

R. I. P.

Grabstätte der Familie Bauer

P. Auracher.


  • Bauer, Anna (vh); 2.12.1861 – 10.4.1943
  • Bauer, Brigitta; – 17.7.1861, 22 Jahre alt; Holzhändlers-Tochter
  • Bauer, Katharina (vh); – 12.5.1851, 44 Jahre alt; Holzhändlers-Gattin
  • Bauer, Lorenz; – 3.2.1858, 59 Jahre alt; Holzhändler
  • Bauer, Mathäus; 12.5.1832 – 10.4.1943; Holzhändler

Grab der Familie Bauer auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2018)

#29 – 11 – 1 (Quante)


Grab der Familie Quante auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2017)

#29 – 11 – 2 (Mayer · Meyer)


Friedrich Wilh. Meyer
k. b. Hofkapellmeister,
geb. 1818, gest. 1893.
Dessen Sohn
Richard Meyer
geb. 1854, gest. 1862.
Ihnen folgte die Gattin u. Mutter
Elisabeth Meyer
geb. 1826, gest. 190¿.


  • Mayer, Wilhelm / Herbert, Wilhelm (ps); 11.12.1863 (München) – 13.4.1925 (München); Landgerichtspräsident, Schriftsteller und Theaterschriftsteller
  • Meyer, Elisabeth (vw); 1826 – 190¿
  • Meyer, Friedrich Wilhelm; 2.3.1818 (Altenburg) – 30.5.1893 (München); Dirigent und königlich bayerischer Hofkapellmeister
  • Meyer, Richard; 1854 – 10.4.1862 (München); Hofkapellmeisters-Sohn

Todesanzeige für Richard Meyer

Todesanzeige für Wilhelm Mayer

Grab der Familien Mayer · Meyer auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2018)

#Wilhelm Mayer / Herbert, Wilhelm (ps)

* 11.12.1863 (München)
† 13.4.1925 (München)
Landgerichtspräsident, Schriftsteller und Theaterschriftsteller

#Allgemeine Zeitung (14.4.1925)

Neues aus München

Landgerichtspräsident
Wilh. Mayer †

Der unter dem Schriftstellernamen Wilhelm Herbert in aller Welt wohlbekannte Landgerichtspräsident Wilhelm Mayer ist nach kurzem schwerem Leiden gestorben. Mit ihm ist eine markante Figur der Münchener Gesellschaft dahingegangen, ein vortrefflicher Mensch, ein glänzender Jurist und ein ehrenwerter Charakter. Als Vorstand des Schöffengerichts hat er in vielen bedeutenden Prozessen den Vorsitz geführt und sich durch seine Noblesse und Konzilanz den Dank der Parteien erworben. Bekannt war sein Bestreben, die Prozesse auf gütlichem Wege zu erledigen; das hatte ihm den scherzhaften Beinamen »Ausgleich-Mayer« eingetragen, in Wirklichkeit ist aber gerade diesem seinem Eingreifen zu danken, daß manches aus der breitesten Oeffentlichkeit verschwand, das diese nur mit üblem Skandal und peinlichen Zwischenfällen erfüllt hatte. Von den bedeutsamen Fällen, die unter seinem Vorsitz verhandelt wurden, nennen wir nur den Eulenburg-Prozeß; die Beleidigungsklage Mottl-Speidel gegen den »Bayrischen Kurier«; den Prozeß Peters gegen die »Münchner Post«, wobei Bebel als Zeuge erschienen war, wie den Prozeß der »Münchener Neueste Nachrichten« gegen den Pariser »Matin«. Bezeichnend für das Wesen des Heimgegangenen ist es wohl, daß er als ernster Jurist freilich beseelt vom Geiste der Versöhnlichkeit, sich mit viel Erfolg den schönen Künsten zugewandt und als Schriftsteller eine anerkennenswerte Höhe erklommen hatte. Seine ersten Arbeiten waren kleinere Gedichte, die in den »Fliegenden Blättern« erschienen und die allgemeine Aufmerksamkeit auf den bisher völlig unbekannten Wilhelm Herbert lenkten. Den Gedichten folgten bald längere Erzählungen in den verschiedenen Zeitungen, dann kamen auch einige bemerkenswerte Münchener Romane und zum Schlusse hatte er sich sogar die Bühne mit dem Lustspiel »Das Scheidungsessen« errungen. Dieses Stück, das erst vor ganz kurzer Zeit im Residenztheater zur Uraufführung gebracht wurde, hält sich nach wie vor mit gutem Erfolge im Spielplan. Von den früher erschienenen dramatischen Werken hat »Die Schöffin« bloß einige Wiederholungen erlebt. Der Verstorbene war Vorsitzender des Bühnen-Schiedsgerichts und hat auch als solcher durch seine gründlichen juristischen Kenntnisse wie durch sein verbindliches Wesen sich nur Freunde erworben.

Allgemeine Zeitung Nr. 122. München; Dienstag, den 14. April 1925.

#Friedrich Wilhelm Meyer

* 2.3.1818 (Altenburg)
† 30.5.1893 (München)
Dirigent und königlich bayerischer Hofkapellmeister

#Münchner Neueste Nachrichten (3.6.1893)

Danksagung.

Für die vielen, herzlichen Beweise liebevoller und ehrender Theilnahme bei dem Hinscheiden und der Beerdigung meines unvergesslichen Gatten, des

Herrn Friedrich Wilhelm Meyer,
königl. bayer. Hofkapellmeister a. D.

wie für den schönen, sinnigen Lorber- und Blumenschmuck, womit Liebe und Freundschaft Bahre und Grab ihm so überreich bedeckt, sagt Allen, Allen, im Besonderen aber den Vorständen und Mitgliedern der k. Hofmusik und des k. Hoftheaters, der musikalischen Akademie, dem k. Hoftheater-Singchor und dem Veteranen-Verein der k. Haupt- und Residenzstadt München, wie dessen Sängercorps innigsten, tiefempfundesten Dank.

München, den 1. Juni 1893.

Die tieftrauernde Wittwe: Setti Meyer.

Münchner Neueste Nachrichten No. 250. Samstag, den 3. Juni 1893.

#Allgemeine Zeitung (7.6.1893)

Bayerische Chronik.
München, 7. Juni.

Am 30. Mai d. J. starb hier der k. Hofcapellmeister a. D. Friedrich Wilhelm Meyer, und am Fronleichnamstage hat man den verdienten Münchener Kunstveteranen auf dem südlichen Friedhofe zu Grabe getragen. Meyer war am 2. März 1818 zu Altenburg als der älteste Sohn des dortigen Stadtorganisten August Christian Gottlob Meyer geboren, von welchem er auch den ersten musikalischen Unterricht erhielt. Nach Besuch des Altenburger Gymnasiums bezog er im Jahre 1838 die Universität Leipzig, verließ aber bald das akademische Studium und widmete sich fortan ganz der Kunst, wirkte, erst als Sänger, dann als Musikdirector an den Stadttheatern zu Leipzig, Trier, Saarlouis, Freiburg i. B., am Königsstädter Theater zu Berlin und am Stadttheater zu Stettin, an welch letzterem er eine glanzvolle Aufführung des »Tannhäuser« inscenirte. Im Jahre 1854 erhielt er von dem Münchener Hoftheater-Intendanten Dingelstedt eine Einladung, während des Monats Juli die Opern zu dirigiren, am 1. August 1854 ward er bereits als k. Musikdirector daselbst angestellt, 1858 zum k. Hofmusikdirector, 1869 zum k. Hofcapellmeister ernannt, und 1882, seinem Ansuchen entsprechend, in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Das verdienstvolle Wirken Meyers hatte König Ludwig durch Verleihung der k. Ludwigs-Medaille für Wissenschaft und Kunst geehrt; das k. Hoforchester aber und die musikalische Akademie hatten ihrer Verehrung für den beliebten Dirigenten durch Widmung eines silbernen Lorbeerkranzes und einer Adresse gelegentlich seines 25jährigen Dienstjubiläums im Jahre 1879 Ausdruck gegeben. Meyer hat außerdem auch als tüchtiger Lehrer auf dem Gebiete der Gesangskunst und der Compositionslehre gewirkt, und ist auch durch Composition einer größeren Zahl von Possen, Vaudevilles, Quartetten, Liedern, gemischten und Männerchören selbstschöpferisch aufgetreten. Aus seiner Ehe mit Lotti Scherer aus Zürich sind zwei, jedoch im frühesten Alter verstorbene Kinder hervorgegangen. Daß der Verstorbene ob seines trefflichen, liebenswürdigen, anspruchslosen Charakters die altgemeine Achtung mit ins Grab nahm, zeigte die ehrende Theilnahme bei seinem Leichenbegängnisse.

Allgemeine Zeitung Nr. 156. München; Mittwoch, den 7. Juni 1893.

#29 – 11 – 3 (Zoller)


Herr August Zoller
¿

Frau Elise Zoller ¿
¿
Herr Wilhelm Zoller ¿
¿


  • Zoller, August
  • Zoller, Elise (vh)
  • Zoller, Wilhelm

Grab der Familie Zoller auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2017)

#29 – 11 – 4 (Dirnagl)


Grab der Familie Dirnagl auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2020)

Grab der Familie Dirnagl auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

Grab der Familie Dirnagl auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

Grab der Familie Dirnagl auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2020)

#29 – 11 – 21 (Lane Boalt · Schlimbach)


Obelisk
Familie
Schlimbach
und Boalt.

Hier ruhen:

Sockel
Georg Karl Schlimbach.
Rentier u. Gem. Bevollmächt.
geb. 24. Mai 1831, gest. 1. Mai 1899.
Dessen Gattin, unsere gute Mutter
Frau Anna Schlimbach
geb. Bock
geb. ¿. Dez. 18¿, gest. ¿. Mai ¿
William Lane Boalt,
geb. in Norwalk, Ohio, 4. Juli 1845.
gest. in Prag-Wildsee, 13. Juni 1906.
Cenci Lane Boalt, geb. Bock,
geb. 4. Mai 1854 gest. 2¿. Juli 1909 in München.

Rechte Seite
J. Seb. Schlimbach
Privatier,
geb. 12. Okt. 1793, gest. 16. Nov. 1872.
Josef Schlimbach
k. Centr. Mag. Verwalter,
geb. ¿ Juli ¿, gest. ¿ Sept. ¿.
Dessen Gattin
Amalie Schlimbach,
geb. 5. April 1830, gest. 10. Jan. 1890.


  • Lane Boalt, William; 4.7.1845 (Norwalk/Ohio) – 13.6.1906 (Prag-Wildsee/Südtirol)
  • Lane Boalt, Zenzi (vw) / Bock (gb); 4.5.1854 – 2¿.7.1909 (München)
  • Schlimbach, Amalie (vh); 5.4.1830 – 10.1.1890; Magazinverwalters-Gattin
  • Schlimbach, Anna (vh) / Bock (gb); Cafetiers-Tochter / Rentiers-Gattin
  • Schlimbach, Georg Karl; 24.5.1831 – 1.5.1899; Rentier
  • Schlimbach, J. Sebastian; 12.10.1793 – 16.11.1872; Privatier
  • Schlimbach, Josef; Magazinverwalter

Grab der Familien Lane Boalt · Schlimbach auf dem Alten Südfriedhof München (April 2021)

#William Lane Boalt

* 4.7.1845 (Norwalk/Ohio)
† 13.6.1906 (Prag-Wildsee/Südtirol)

#Neueste Nachrichten (16.1.1877)

WIEN, den 6. Januar 1877.

Getraute:
William Lane Boalt,
Crescenzia Boalt, geb. Bock.

AMERIKA. MÜNCHEN.

Neueste Nachrichten Nr. 16. München; Dienstag, den 16. Januar 1877.

#Lindauer Tagblatt (28.7.1877)

(Die erste Besteigung des Großglockners in dieser Saison.) Am 18. Juni fand, wie man dem »Tir. Boten« schreibt, die erste diesjährige Besteigung des Großglockners und zwar von Kals aus statt durch den Amerikaner William Lane Boalt, welcher mit seiner jungen Frau die Hochzeitsreise durch die deutschen Alpen macht. Die Besteigung war von dem herrlichen Wetter begünstigt und der Fremde war über das Resultat seiner Glocknerfahrt äußerst zufrieden; er stieg am nächsten Tage mit seiner Gemahlin über das Matreier-Thörl nach Windisch-Matrei, wo er sich noch befindet.

Unterhaltungs-Blatt zum Lindauer Tagblatt Nro. 30. Samstag, den 28. Juli 1877.

#Tiroler Volksbote (8.7.1906)

Prags, Pustertal, 15. Juni. Am 13. Juni starb hier im Hotel Wildsee der in Amerika gebürtige 60 Jahre alte Herr William Lane-Boalt. Derselbe wurde nach München überführt. Er und seine Frau wohnten schon viele Jahre im Sommer im Hotel Wildsee.

Tiroler Volksbote Nr. 14. Brixen; Sonntag, den 8. Juli 1906.

#29 – 11 – 25·26 (Seebacher)


Josef Seebacher
geb. 4. Okt. 1843 gest. 23. Okt. 1897.
Rosa Seebacher
geb. Wassenegger
geb. 26. Mai 185¿ gest. 29. Mai 1919

Sockel
Seebacher'sche ¿


  • Seebacher, Josef; 4.10.1843 – 23.10.1897; Realitätenbesitzer
  • Seebacher, Rosa (vw) / Wassenegger (gb); 26.5.185¿ – 29.5.1919

Grab der Familie Seebacher auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

Grab der Familie Seebacher auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

#29 – 12 – 2 (Ebeling · Maier)


Grab der Familien Ebeling · Maier auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#29 – 12 – 3 (Gleich)


Hier ruhen die Gebeine
des pens. kgl. Bataillons
und prakt. Naturarztes
Dr. Lorenz Gleich
* 1.8.1798
† 3.3.1865
¿
Naturheil¿
¿

Liegestein
Die Inschrift ist nicht erhalten


  • Gleich, Lorenz, Dr. med.; 1.8.1798 (Au bei Zusmarshausen) – 3.3.1865 (München); Arzt und Naturheilkundiger

Grab der Familie Gleich auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

Grab der Familie Gleich auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#Dr. med. Lorenz Gleich

* 1.8.1798 (Au bei Zusmarshausen)
† 3.3.1865 (München)
Arzt und Naturheilkundiger

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Gleich Lorenz, Dr. med., um 1799 (Geburtsort unbekannt) – 1865, Arzt und Naturheilkundiger; er studierte in Landshut, wo er sich als Arzt des Naturheilverfahrens niederließ, später wurde er bayerischer Bataillonsarzt; als Schüler von Oertel und Freund von Prießnitz und Schroth hat G. als erster in Bayern das Naturheilverfahrensystem ausgebaut.

Hauptwerke: Nur kein Wasser, Über die Notwendigkeit einer gänzlichen Umgestaltung der sogenannten Heilwissenschaft, Heilresultate der Naturheilanstalten in Brunnthal und Lehel, Grundwesen der Naturheilkunde, Gegen den Tabaksgenuß, Das Naturheilverfahren ohne Medizin im schneidenden Gegensatz zum Heilverfahren mit Medizin, Die Doktorbäuerin in Deisenhofen A. Hohenester und das Naturheilverfahren.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 12 – 12 (Zimmermann)


Hier ruhen
Frau M. Hedwig
Zimmermann
geborne Spinnhirn,
geb. 13. Sept. 1827,
gest. 29. Januar 1858.
Herr Reinh. Seb.
Zimmermann
Großhzl. bad. Hofmaler,
geb. 9. Januar 1815,
gest. 16. Novemb. 1893.


  • Zimmermann, Maria Hedwig (vh) / Spinnhirn (gb); 13.9.1827 – 29.1.1858 (München); Kunstmalers-Gattin
  • Zimmermann, Reinhard Sebastian; 9.1.1815 (Hagnau am Bodensee) – 16.11.1893 (München); Genremaler und Portraitmaler

Grab der Familie Zimmermann auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

#Reinhard Sebastian Zimmermann

* 9.1.1815 (Hagnau am Bodensee)
† 16.11.1893 (München)
Genremaler und Portraitmaler

#Münchener Künstlerbilder (1871)

Reinhard Sebastian Zimmermann,
Genremaler.

Der Genremaler Reinhard Sebastian Zimmermann ist der Sohn eines unbemittelten mit zahlreicher Familie gesegneten Posamentiers in Hagnau am Bodensee und in diesem im badischen Seekreis gelegenen Orte am 9. Januar 1815 geboren. Bis zu seinem zwölften Lebensjahre besuchte er die Schule daselbst mit nicht besonders günstigem Erfolge. Sein Drang zum Lernen war nur gering und wurde durch das Stockregiment des alten Lehrers nicht größer. Träumerisch und zerstreut kritzelte er lieber mit Griffel, Bleistift und Feder auf Tafel, in Heft und Buch, als daß er dem Unterrichte folgte. So waren Lehrer und Schüler gleich zufrieden, als die Schulzeit abgelaufen war. Daheim oder bei der Arbeit auf dem Felde fühlte sich der Knabe behaglicher und war überall seines guten Herzens wegen gerne gesehen.

Sein Vater hatte sich für sein Geschäft einige Kenntnisse im Zeichnen aneignen müssen und benutzte sie gerne auch anderwärts. Zunächst aber zu Nutz und Frommen seiner Kinder. Ein Dorfposamentier hat namentlich zur Winterzeit, wenn auch die Feldarbeit ruht, so manche freie Stunde, oft mehr als ihm lieb ist, und da bosselte denn der Vater an einer Krippe herum, die, wie das zu geschehen pflegt, alljährlich an Umfang zunahm. Unser junger Künstler war dabei des Vaters fleißiger Gehilfe und staffirte die Landschaft mit Hirten und Schafen aus Pappe, versuchte sich auch eifrig im Copiren von mancherlei Figuren, welche ihm der Vater auf der Schiefertafel vorgezeichnet hatte, wobei ihn seine eigene Fantasie zu diesen oder jenen Abänderungen führte.

Im Jahre 1827 wurde der dreizehnjährige Knabe zu einem Verwandten in Meersburg, einem kleinen Städtchen am Bodensee, gebracht, zunächst um in der dortigen besseren Schule noch die nöthige Vorbildung zu erhalten, dann um bei diesem Vetter, der Kaufmann war, die Handlung zu erlernen. Diese Beschäftigung sagte ihm keineswegs zu; jede freie Stunde verbrachte er mit Lectüre und Zeichnen, worin er sich denn auch rasch solche Kenntnisse und Fertigkeit erwarb, daß er bereits in seinem vierzehnten Jahre Porträts nach der Natur lieferte, die bei anderweitigen Mängeln doch den Vorzug großer Aehnlichkeit besaßen. Viel Gewinn zog er um jene Zeit aus einer guten Bibliothek, welche ihm zugänglich gemacht wurde.

Nachdem Zimmermann seine Lehrzeit vollendet und noch weitere zwei und ein halbes Jahr im Hause seines Vetters als Commis verlebt hatte, kam er im Jahre 1836 nach Remiremont im Departement der Vogesen, um dort in der französischen Sprache und in den Handelswissenschaften weiter sich auszubilden. Diese Studien ließen ihm aber Zeit genug übrig, um in der geliebten Kunst Fortschritte zu machen und durch die Anfertigung von Miniatur-Porträts auf Elfenbein gelang es ihm, eine kleine Summe zu erübrigen, die er zu einer Reise durch einen Theil Frankreichs verwendete.

In der Kirche zu Plombières sah er das erste große historische Gemälde, ein Geschenk König Ludwig Philipp’s, das einen ebenso nachhaltigen wie lebhaften Eindruck auf ihn machte. Nachdem er die Sammlungen von Nancy, Metz und Straßburg gesehen, kehrte er sehr aufgeregt und mit tiefer Wehmuth im Herzen nach Deutschland zurück, um in Freiburg im Breisgau wieder als Commis in einem bekannten größeren Geschäfte einzutreten. Seine Stellung im Hause ließ nichts zu wünschen übrig, und doch fühlte sich Zimmermann dabei unglücklich. Alle Mühe, sich in den Beruf, den ihm das Schicksal einmal gegeben, so recht hineinzuleben und ihm die schönste oder auch nur eine schöne Seite abzugewinnen, blieb fruchtlos. Er hatte der Kunst für immer Ade gesagt, sich allen Ernstes vorgenommen, nie mehr Stift oder Pinsel zur Hand zu nehmen; er blieb diesem Vorsatz auch ziemlich lange treu, aber er verfiel darüber in tiefe Melancholie, und als er eine kleine Summe erspart hatte, welche zu reichen schien, ihm für einige Zeit die Existenz zu sichern, verließ er trotz der ernstesten Vorstellungen seiner Verwandten das Geschäft, um sich fortan ausschließlich der Kunst zu widmen.

Im November 1840 ward er als Zögling an der Akademie zu München aufgenommen, wo sich ein Landsmann, der bekannte Thiermaler Rob. Eberle, seiner mit uneigennützigster Freundschaft thatkräftig annahm. Drei Jahre später unternahm er eine Reise zu dem Zwecke, sich durch das Malen von Porträts die Mittel zu ausgedehnteren Studien zu verschaffen. Seine Hoffnung ward nicht getäuscht: im Frühjahr 1844 konnte er nach Paris gehen, wo er bis zum Herbst des nächstfolgenden Jahres blieb. Um leben zu können, mußte er auch dort durch Porträtmalen sich Geld verdienen, da blieb nun freilich keine Zeit zum eigentlichen Studium; er mußte sich darauf beschränken, soviel als möglich zu sehen, und er sah viel. So oft er aber aus den Galerien des Louvre, Louxemburg oder aus Versailles zurückkehrte, ging er schweren und betrübten Herzens heim zu seinen verhaßten Porträts.

Seine ganze Thätigkeit erschien ihm nur als eine handwerksmäßige und wurde ihm endlich so zur Last, daß er nach Deutschland heimzukehren beschloß, wo er gewiß war mit weniger Mitteln durchkommen zu können. So verließ er denn Paris im September 1845 und ging über Havre nach London, woselbst er sich vier Wochen aufhielt und die bedeutenden Sammlungen kennen lernte. Ueber Ostende, Gent, Antwerpen und Brüssel durch Carlsruhe heimkehrend siedelte er nach Constanz über und blieb daselbst bis Anfang 1847, um welche Zeit er sich nach München zurückwandte.

Nun galt es denn von vorne anzufangen, da es an ernsten Studien für das Genre, dem er sich jetzt mit aller Entschiedenheit zuwandte, fehlte. Das Jahr 1848 vermehrte die Hemmnisse bis zum fast Unübersteiglichen, aber es vermochte seinen Muth nicht zu brechen. So lebte er etwa drei Jahre unbeachtet, bis er mit seinem humoristischen Bilde, »Die heiligen drei Könige«, einen glücklichen Griff that. Er erwarb sich damit das Recht der Ebenbürtigkeit unter den besten Genremalern Münchens und zog mit einem Male die Aufmerksamkeit des Publicums auf sich. Er hatte sich inzwischen verehelicht, und die Fürsorge für seine Familie erhöhte noch seinen Drang, es den Ersten gleich zu thun. Rasch folgten »Die theure Zeche«, »Die junge Wohlthäterin«, »Die Landleute im Schlosse«, »Dorfkirchen-Musik«, »Die Bettelmusikanten«, Bilder in denen sich ein gesunder, frischer Humor zeigt. Mit seiner »Fischerhütte«, einer allerliebsten Idylle, trat er in ein neues Stadium. Dasselbe zeichnet sich durch eine Harmonie der Farbe aus, welche es unbedenklich neben die besten Niederländer stellen läßt. Damit ward er zum Liebling des Publicums und zwar im besten Sinne des Wortes. Sein »Verirrter Sohn« (1858), eine Composition von tiefem sittlichen Ernste, ließ noch weiteren ernsthaften Fortschritt erkennen und gewann ihm neue Freunde. Wie er bis dahin meist nur Gelegenheit gegeben hatte, sich seines ungekünstelten Humors zu freuen, so griff er hier mit fester Hand in die Nachtseite des menschlichen Lebens hinein und erschütterte die Herzen, die er früher fröhlich angeregt.

In seiner »Impfstube« (1858) bewältigte er einen an sich spröden Stoff mit sicherem Takte und bewies, daß der Kreis des künstlerisch Darstellbaren weitaus nicht so eng ist, als uns die Mehrheit der Genremaler glauben machen wollte, um ihre eigene Gedankenarmuth zu bemänteln. Die Composition ist reich an Gedanken, voll von plastischer Klarheit, von entschiedener und vielseitiger Charakteristik, der Vortrag frisch und kräftig ohne alle Ansprüche, die Farbe tief und gesättigt. In seiner »Einquartierung französischer Soldaten in einem Schlosse« (1859) gewann er für seinen humoristischen Stoff einen historischen Boden, der ihm neue Anziehungskraft giebt, indem er zugleich die wehmüthigsten Saiten des Gefühles erzittern macht, während sein »Liebesbrief« durch die Anmuth des Gedankens und den wunderbaren Reiz der Farbe fesselt.

Seine »Soldatenspielenden Knaben« (1860) schreiten in ihren improvisirten Uniformen so stolz einher, daß man sich des Gedankens nicht erwehren kann: wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. R. S. Zimmermann ist zu gedankenreich, um sich unter Brei essenden Kindern, Großmüttern an der Wiege ihrer Enkel und zechenden Bauern seine Motive zu holen. Er greift gern in’s volle Menschenleben hinein, wie auch seine »Musikanten« (1860) beweisen, in welchen er einen jungen Menschen, der offenbar einst bessere Tage gesehen, in Gesellschaft dreier vergriffener Bursche zeigt, die den Gewinn der Nacht festzustellen im Begriff sind, während das junge hübsche Schenkmädchen in ängstlich theilnehmender Spannung zu dem jungen Manne herüberschaut, den das Spottwort eines seiner Gefährten auffahren macht.

Von ungewöhnlicher Fruchtbarkeit war das Jahr 1861. Außer der »Ueberraschung« entstanden die »Zeitungsleser«, welche durch die neuesten Nachrichten je nach ihrem Parteistandpunkte und individuellen Charakter verschiedenartig an- und aufgeregt werden, indeß ein junger Mann ein zärtliches Gespräch mit der Wirthin Töchterlein der Politik vorzieht. Den Politikern folgte »Ein zum Kriegszug ausgerüstetes Knabenheer« und »Ein Münchener Schrannentag.« Der Gegenstand ist rein localer Natur und deshalb dem mit den speziellen Verhältnissen Münchens Unbekannten manches Charakteristische nicht ganz zugänglich. Man könnte die Wahl deshalb beanstanden, aber wohl nur mit Unrecht. Es erscheint vielmehr als ein Glück, wenn ein tüchtiger Genremaler locale Vorwürfe behandelt, trotz der bezeichneten Gefahr. Denn die Kunst ist wie die Literatur dazu berufen und in einem gewissen Sinne sogar mehr dazu geschaffen die spezifischen Eigentümlichkeiten von Land und Leuten vor Augen zu stellen und sie bleibt, so lange sie es thut, abgesehen von dem ethnografischen Interesse, sicher davor in jene conventionelle Allgemeinheit zu gerathen, die weder Fleisch noch Bein hat, sondern wie die Figuren eines schlechten Romans in der Luft schwebt.

In seiner »Neckerei« (1862) brachte er einen jungen Bauernburschen, der bei seinem ersten unglücklichen Versuche, sich zu rasiren, von ein paar hübschen Mädchen belauscht wird. Durch äußerst prägnante Charakterisirung zeichnet sich ein im selben Jahre entstandenes Bild aus, das die Wirthsstube eines Landstädtchens zeigt, in welcher die Gäste den Späßen horchen, die der Eine von ihnen aus einem Blatte vorliest. Man möchte wetten, es seien die Münchener fliegenden Blätter, die Jener in der Hand hat; wer über den Kladderadatsch lacht, lacht nicht so harmlos. R. S. Zimmermann macht es sich nicht leicht. Die »Leihbibliothek« war eine Aufgabe, deren Lösung eine bedeutende Kraft voraussetzte. Es galt eine Reihe von Charakteren zur Anschauung zu bringen, ohne daß Affecte dabei in’s Spiel gerathen. Während z. B. Wilkie in seiner berühmten »Testaments-Eröffnung« und Flüggen in seiner »Prozeßentscheidung« und im »Vorzimmer eines Fürsten« Erwartung, Hoffnung, Ueberraschung, Furcht, Besorgniß, Zorn und ähnliche Gemüthsbewegungen darzustellen hatten, während beide einen bestimmten folgeschweren Augenblick festhielten, auf den sich die allgemeine Aufmerksamkeit concentrirt, hat es R. S. Zimmermann hier mit ganz affectlosen Zuständen, mit einem blos zufälligen Zusammentreffen Mehrerer an demselben Orte zu thun, wo sie überdies ein weniger aussprechbares Interesse versammelt. Daß er gleichwohl den Beschauer so zu fesseln verstand, ist der schlagendste Beweis für die Tüchtigkeit seiner Leistung.

Seinen Studien in dem königlichen Lustschlosse Schleisheim verdankt der Künstler das Bild »Inneres eines fürstlichen Schlosses«, welches mehr dem Interieur als dem Genre angehört und in welchem alles Stoffliche mit der größten Vollkommenheit gemalt ist. Die Staffage, zwei gepuderte tagdiebische Lakaien, die sich die Langeweile damit vertreiben, der Neckerei und Balgerei von zwei Hunden und Katzen zuzuschauen, könnte nicht besser gewählt sein.

Im Jahre 1867 sah man in der Wimmer’schen Kunsthandlung zu München ein von dem Künstler ursprünglich für Paris bestimmtes großes Bild »Eine Dachauer Bauernhochzeit«, eine Auerbachische Dorfgeschichte ohne Worte, aber auch ohne Tendenz und Schminke, in völliger Unmittelbarkeit und voll derber Gesundheit. Das nächste Jahr brachte den »Liebesbrief« und die »Werbung« aus dem Hennegau.

In den »Ueberraschten Spielern« (1869) zeigte R. S. Zimmermann ein paar junge Bürschchen, die sich vom Vater im Kartenspiel mit zwei Jägern in einer Kneipe haben überraschen lassen. Neben der Wahrheit in der Composition erfreut die frische entschiedene Färbung des Bildes sowie die außerordentlich feine Pinselführung. Auf der internationalen Münchener Ausstellung von 1869 endlich war R. S. Zimmermann durch ein größeres Bild »Ein Zweckessen« würdig vertreten.

Er gebietet über einen großen Schatz künstlerischer Erfahrungen; seine Reisen nach Frankreich, England und die Niederlande ließen ihn die Vorzüge der Alten wie der Neueren, aber, auch der Letzteren Fehler erkennen. Er ließ sich nicht verführen, einer brillanten Mache den geistigen Gehalt zu opfern und verschmäht es durch Kunstgriffe zu überraschen, da er im Stande ist durch Gediegenheit zu fesseln. Sein feiner Farbensinn läßt ihn in die Reihe der besten Coloristen stellen. Ueberall weiß er das richtige Maß zu halten und jeden Stoff natürlich zu umgrenzen, eine Eigenschaft die ihm nicht hoch genug angerechnet werden kann in einer Zeit, welche täglich Gelegenheit giebt, den Mangel an Gefühl für das Angemessene und Schickliche, ja für das Erlaubte zu beklagen.

Der Großherzog von Baden ehrte R. S. Zimmermann schon vor Jahren durch seine Ernennung zum Hofmaler.

Carl Albert Regnet: Münchener Künstlerbilder. Ein Beitrag zur Geschichte der Münchener Kunstschule in Biographien und Charakteristiken. Leipzig, 1871.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1900)

Zimmermann: Reinhard Sebastian Z., Genremaler, geboren am 9. Januar 1815 zu Hagnau am Bodensee, als der Sohn eines Posamentiers, der nebenbei einen kleinen Spezereiladen und etwas Landwirthschaft betrieb, dessen Geschäft aber infolge der Kriege, bei Mißwachs und theueren Zeiten von Jahr zu Jahr mit der zunehmenden Familie rückwärts ging.

Trotzdem verlebte der kleine Reinhard eine fröhliche Jugendzeit am herrlichen See, in Feld und Wald, bis er zwölfjährig zu einem Vetter nach Meersburg in die Lehre kam und obwol gut behandelt, wenig lernte. Von da trat Z. 1835 in ein größeres Handlungshaus zu Remiremont (einst Reimersberg) in den Vogesen und dann zu Freiburg i/B., wo der schon längst geübte Trieb zu Zeichnen und Malen zum Durchbruch kam. Er lieferte als Autodidact viele Bildnisse, malte Miniaturen auf Elfenbein u. dgl., so daß er, trotz der Bedenklichkeiten seines Principals, den Entschluß durchsetzte, mit seinen kleinen Ersparnissen nach München zu gehen und sich dort ganz der Kunst zu widmen (1840).

Trotz der geringen Förderung, die ihm an der Akademie zu Theil wurde, strengte er doch alle Kraft an, um nicht als Commis hinter den Ladentisch rückkehren zu müssen. Ganz auf sich selbst angewiesen, förderte ihn nur die Freundschaft des durch ähnliche Erfahrungen gestählten Thiermalers Robert Eberle. Der instinctive Wunsch sich als Maler anderswo weiter zu fördern, führte ihn nach der Schweiz, wo er durch Porträts genug erübrigte, um 1845 eine Reise nach Paris zu wagen. Obwol auch hier ohne eigentlichen Lehrer fand er doch so viel Anregung, um sich als Porträtmaler nicht allein anderthalb Jahre hindurch zu halten, sondern gewann auch die Mittel zu einer mehrmonatlichen Reise nach London. Den Rückweg wählte Z. über Belgien nach Constanz und München, wo er im Frühjahr 1847 selbständig als Genremaler zu schaffen begann und bald durch seinen feinen Sinn für Charakteristik, Zeichnung und Colorit, insbesondere aber auch durch den liebenswürdigen Humor seiner Bilder die verdiente Theilnahme der Kunstfreunde gewann und 1851 einen eigenen Hausstand begründete.

Z. wählte seine Stoffe aus dem umgebenden Leben seiner Heimath, Fischer, Bauern, arme »Savoyardenknaben mit einem Affen« (1848), eine heitere Scene aus dem badischen Freischaarenzug (1849), die »Vorbereitungen zu einem Feste« (1850), eine »Gratulation«, »Tanzmusik im Gebirg« (1851) und andere, meist humoristisch angehauchte harmlose Scenen und Sittenbilder, die bald den erwünschten Beifall fanden. Dergleichen paßte durchaus zu seinem bürgerlich soliden, jeder Extravaganz abgeneigten Charakter. Dazu gehörten die Vorbereitungen der durch Hagnauer Buben dargestellten »Heiligen drei Könige« (1852), Erinnerungen an das Fischerleben am Bodensee, die sich durch Eindrücke vom Starnberger- und Wörthsee ergänzten.

Auch holte er sich, ebenso wie der Landschaftsmaler Eduard Schleich, lange bevor es eine eigene »Dachauer Schule« gab, schöne Stoffe von diesem hochgelegenen eigenartigen Markte oder aus dem Schleißheimer Schlosse, wo ihm das Staunen der in die dortige Galerie verirrten Landleute reichlichen Vorwurf zu einem heiteren, öfter variirten Bilde (1858) bot. Auch die »theuere Zeche« (1854) in einer Bahnhofrestauration, die zur Abfahrt verspäteten Landleute, noch mehr die sonntägliche »Orchester-Scene« auf dem Orgelchor der Meersburger Kirche (1854), wo in den dort Musicirenden lauter heimische, junge und alte Dilettanten in ehrlicher Treuherzigkeit agirten, erfreuten sich großen Beifalls.

Man war der romantischen Ritter, der immer wiederkehrenden »Leonoren« und »Goldschmiedstöchterlein« satt, die Zeit der Dorfgeschichten stand in ihrem litterarischen Zenith und Z. war einer der Ersten, welcher selbe zur künstlerischen Ansicht brachte. Das ergreifende Sittenbild der »Musikanten« (1856 gestochen von A. Schultheiß) fand gleiche Theilnahme; auch eine »Impfstube« (1856), »Weinkneipe« (1858), die ihren ersten Liebesbrief lesenden »Landmädchen« und »Feiertagsschülerinnen« (1859), »Wandernde Gaukler« (1860), »Zeitungsleser«, der »Maler auf dem Lande« (1862), «Italienische Musikanten«, »Politiker« u. s. w.

Um frisch zu bleiben weilte Z. nirgends zu lange, sondern liebte das Wandern, und lenkte seine Sommerfahrten ebenso nach dem Schwarzwald wie in das bergfrische Allgäu. Besonders gelangen ihm auch die Kinderbilder, so eine große »Schusterwerkstätte« im Waisenhaus zu Ottobeuern und eine »Kloster-Schneiderei« aus Andechs.
Nur einige Male verstieg er sich, durch die Interieurs des Würzburger oder Schleißheimer Schlosses zu Darstellungen von Concerten oder Tänzen aus der Rococozeit, zu einem ganz à la Flüggen mit Bittstellern aller Art staffirten »Vorzimmer eines Fürsten« (1873), auch die Einquartierung modernen Militärs in ähnlichen Räumen reizte vorübergehend die heitere Laune des Malers, welcher jedoch gleich wieder zur Darstellung eines altbairischen »Schrannentags«, einer ländlichen »Stickschule«, einer »Gemeinderath-Sitzung« oder einem »Kindtaufschmaus« zurückgriff.

Unbegreiflicherweise dauerte es sehr lange, bis Z. durch die vervielfältigenden Künste für weitere Kreise populär gemacht wurde. Bei seinem ersten Auftreten war die Photographie noch ziemlich unbehülflich; sie bemächtigte sich erst seiner späteren Erzeugnisse. Aber auch der Kupferstich und der echt volksthümliche Holzschnitt gingen lange ahnungslos an seinen Schöpfungen vorüber, während viele andere minderwerthigen Leistungen unverdiente Verbreitung fanden.

Seine Arbeiten im Porträtfache hatten ihm als Zeichner großen Vorschub geleistet und sein Aufenthalt in Frankreich und Belgien den Farbensinn gezeitigt; er blieb aber immer mehr »Schilderer« als Maler im heutigen Sinne, wie er denn auch alle Eleganz und Süßigkeit haßte und lieber bei seiner oft etwas eckigen Trockenheit und Ehrbarkeit verharrte. Dafür bahnte er seinen beiden Söhnen Alfred und Ernst Z. den Weg und freute sich, daß sie als Maler neue Erfolge erreichten.

Z. setzte indessen seine Thätigkeit ununterbrochen fort und erhielt vielfache Ehren und Auszeichnungen, wurde zum badischen Hofmaler und Ritter des Zähringer Löwenordens ernannt. Z. machte mit seiner zweiten Gattin eine genußreiche Reise durch ganz Italien und brachte in sehr anmuthender, schlicht erzählender Weise seine »Erinnerungen« in Schrift und Druck (München 1884).

Sicherlich wurden die von ihm bearbeiteten und dargestellten Stoffe seither durch pikanter gemachte und genialer aufgefaßte Bilder vielfach überboten und übertroffen, man wird aber auch sie in ihrer treuherzigen und fast pedantischen Ehrlichkeit noch lange hochschätzen. Nichts lag ihm ferner, als sich irgendwie durch Reclame bemerkbar zu machen und seine Person hervorzudrängen. Z. war, wie Fr. Pecht zutreffend sagt »ein guter Patriot, solider und hochachtbarer Bürger, unverbrüchlich treuer Gatte und Vater; kurz, einer von denen, deren ein Staat nie zu viele, aber leider nur zu oft allzu wenige zählen kann. Mit der heutigen Auffassung des Künstlerberufs und ihrem raffinirten Virtuosenthum hatte seine anscheinend nüchterne und schwunglose, aber unendlich gemüth- und liebevolle, gewissenhafte Natur absolut nichts gemein. Dafür war sie deutsch durch und durch«. Z. starb nach kurzem Unwohlsein am 16. November 1893 zu München.

Vgl. Nagler 1852. XXII, 295. Regnet, Münchener Künstler II, 303. Pecht, Gesch. d. Münchener Kunst im XIX. Jh. 1888, S. 246. Nr. 340 d. Allg. Ztg. v. 8. Dec. 1893. Bericht d. Münchener Kunstver. f. 1893, S. 76 ff.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1900.

#29 – 12 – 23 (Härtinger)


¿
Martin Härtinger

R. I. P.


  • Härtinger, Martin, Dr. med.; 6.2.1815 (Ingolstadt) – 4.9.1896 (München); Arzt und Sänger

Grab der Familie Härtinger auf dem Alten Südfriedhof München (September 2007)

#Dr. med. Martin Härtinger

* 6.2.1815 (Ingolstadt)
† 4.9.1896 (München)
Arzt und Sänger

#Die Scheinwelt und ihre Schicksale (1893)

Von den Novitäten ist in diesem Jahre [1842] nicht viel zu berichten; Raupach und Birch-Pfeiffer beherrschten noch immer die Bühne, doch auch die Pflege classischer Werke wurde nicht vernachlässigt. Die Oper brachte außer Donizetti’s »Lucia von Lammermoor« und »Belisar« nichts Bemerkenswerthes.

Von den zahlreichen Gästen hat für uns das Gastspiel des Mannheimer Tenors Martin Härtinger die meiste Bedeutung, da dieser vorzügliche Sänger bereits vom nächsten Jahre ab, der Unsere wurde. Martin Härtinger war ein ausgesprochener Heldentenor mit einer großen, metallreichen Stimme, die jedoch in den höheren Lagen etwas gepreßt klang; seine Hauptstärke war der dramatische Gesang. Der Name Härtinger wurde zur besonderen Zugkraft für unsere Oper. Wenn Härtinger auf dem Zettel stand und eine seiner Glanzopern gegeben wurde, da gab es schwer noch einen Platz im Theater. Der Sänger, der sich allenthalben großer Beliebtheit erfreute, war außerdem auch ein vorzüglicher Darsteller. Martin Härtinger creirte u. A. in Auber’s »Teufels Antheil« den »Rafael«; den »Cleasar« in der Jüdin; (namentlich in dieser Partie erntete Härtinger große Triumphe, wie auch als Johann von Leiden im Prophet) den »Kronthal« in Lortzing’s »Wildschütz«; »Idomeneus« in Mozarts gleichnamiger Oper und den »Lyonel« in Slotow’s Martha.

Zu erwähnen ist noch das Gastspiel Joh. Fenzl’s mit seinem Kinderballet, das sich lebhaften Beifalles erfreute.

Das nächste Jahr führte wie schon erwähnt, zum Engagement des Tenors Härtinger, während der treffliche Bayer, der seine Stimme verloren hatte, in Pension ging. Alois Bayer, seiner Zeit ein hervorragender Heldentenor, gehört unserer Bühne seit 1826 an und hatte somit eine siebzehnjährige Dienstzeit hinter sich.

[…]

Das Theaterjahr 1855 brachte leider den Abgang eines berühmten Tenors, des Dr. Martin Härtinger, eines ebenso vortrefflichen Sängers wie Darstellers; er trat mit dem 1. Juni in Pension und gehörte unserem Opern-Ensemble zwölf Jahre an. Dr. Härtinger wirkte auch längere Zeit als Gesangs-Professor am hiesigen Conservatorium und erfreut heute noch allgemein durch seine Geistesfrische und Rüstigkeit.

Max Leythäuser: Die Scheinwelt und ihre Schicksale. Eine 127jährige Historie der Münchener kgl. Theater in populärer Form und als Jubiläums-Ausgabe. Zu Ehren des fünf und zwanzigjährigen Dienst-Jubiläums Seiner Exzellenz des Herrn General-Intendanten Freiherrn von Perfall. München, 1893.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Härtinger Martin, Dr. med., 1814 (Ingolstadt) – 1896, Hofopernsänger und Professor; er war in München Schüler des berühmten A. Bayer und wirkte auf Empfehlung F. von Lachners anfangs im Hoftheater zu Mannheim; 1838 promovierte er zum Dr. med. mit der Arbeit »Die menschliche Stimme«; 1842 trat H. erstmals in einem Gastspiel in München auf; 1843 wurde er, vom Grafen von Yrsch berufen, Mitglied der Münchner Hofoper; dieser berühmte Tenor zählt, wie N. Schechner unter den Frauen, zu den bedeutendsten Erscheinungen unter den Männern der Münchner Oper; als Fidelio (1851) riß er durch »erschütternd wahres Spiel und seinen von Gefühl überströmenden Gesang alles zur Bewunderung und Rührung hin«, »abgesehen von dem trefflichen Gesang« zeigte H. »in der ganzen Auffassung des Orest den Mann von klassischer Bildung«; wegen eines chronischen Katarrhs des Kehlkopfs und der Stimmritze trat H. schon 1855, von Fr. von Dingelstedt schlecht behandelt, in den Ruhestand; zuletzt sang er beim Mozartfest 1855 in Salzburg; er wirkte dann als begehrter Lehrer für Sologesang an der Münchner Musikschule; u. a. war er Lehrer von K. Bausewein.

Hauptrollen: Blondel, Idomeneus, Jacob, Eleazar (Die Jüdin), Marcel, Cecil (Raoul), Stradella, Gennaro, Mozart (Der Schauspieldirektor), Fidelio, Orest.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 12 – 25·26 (Seiler)


Hier ruhen
Frau Therese Seiler
Malzfabrikantens-Gattin,
gest. 18. Apr. 1874, im 32. Lebensjahre.
Frau Katharina Seiler
Kunstmühlbesitzers-Wittwe,
gest. 31. Mai 1882, im 79. Lebensjahre.
Frau Magdalena Seiler
Malzfabrikantens-Gattin,
gest. 11. Januar 1885 im 57. Lebensjahre.
Herr Karl Seiler
Privatier, ehem. Malzfabrikant,
gest. am 8. September 1912 im 83. Lebensjahre.

29.12.25&26. Kosenbach.

Linke Seite
Michael gest. 10. März 1864.
Karl ” 6. Apr. 1864.
Josef ” 20. März 1865.
Klara ” 6. März 1866.
Mina ” 19. Feb. 1871.
Sophie ” 23. Apr. 1871.
Laura ” 20. Feb.1874.


  • Seiler, Josef; – 20.3.1865
  • Seiler, Karl; – 6.4.1864 (München), 1 Jahr und 3 Monate alt; Bräurechtsbesitzers-Sohn
  • Seiler, Karl; – 8.9.1912; Privatier, ehemaliger Malzfabrikant
  • Seiler, Katharina (vw); – 31.5.1882; Kunstmühlenbesitzers-Witwe
  • Seiler, Klara; – 6.3.1866
  • Seiler, Laura; – 20.2.1874 (München), 21 Tage alt; Malzfabrikantens-Tochter
  • Seiler, Magdalena (vh); – 11.1.1885 (München), 56 Jahre alt; Malzfabrikantens-Gattin
  • Seiler, Michael; – 10.3.1864
  • Seiler, Mina; – 19.2.1871
  • Seiler, Sofie; – 23.4.1871
  • Seiler, Therese (vh) / Zimmermann (gb); – 18.4.1874 (München), 31 Jahre alt; Malzfabrikantens-Gattin

Grab der Familie Seiler auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

#29 – 12 – 28 (Biersack · Rabl · Uhl)


Hier ruht
Dr. med. Franz Uhl,
praktischer Arzt.
geboren 3. November 1849,
gestorben 23. Septbr 1881.
Ihm folgte
sein vielgeliebter Schwager,
unser unvergesslicher
Gatte und Vater,
Lorenz Rabl, Privatier.
geboren 2. Februar 1822,
gestorben 6. Mai 1884.
Eleonora Rabl, geb. Uhl
geboren 13. April 1835,
gestorben 11. Dezember 1902.
Anton Biersack,
k. Landgerichts-Direktor a. D.
geboren 23. September 1826,
gestorben 12. April 1897.
Rosina Biersack, geb. Uhl
geboren 23. Juni 1833,
gestorben 30. Januar 1918.

Sockel
Rückseite
A. Riedl.


  • Biersack, Anton; 23.9.1826 – 12.4.1897; Landgerichtsdirektor a. D.
  • Biersack, Rosina (vw) / Uhl (gb); 23.6.1833 – 30.1.1918; Landgerichtsdirektors-Witwe
  • Rabl, Eleonora (vw) / Uhl (gb); 13.4.1835 – 11.12.1902; Privatiers-Witwe
  • Rabl, Lorenz; 2.2.1822 – 6.5.1884; Privatier
  • Uhl, Franz, Dr. med.; 3.11.1849 – 23.9.1881; Praktischer Arzt

Grab der Familien Biersack · Rabl · Uhl auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#29 – 13 – 4 (Höyenmayer)


Grab der Familie Höyenmayer auf dem Alten Südfriedhof München (August 2012)

#29 – 13 – 5 (Arnold · Burger · Pfeiff)


Grabstätte der Familie Pfeiff.

Hier ruht
Herr Moritz Arnold,
Kaufmann,
geb. 8. Sept. 1833, gest. 16. Jan. 1881.
Herr Wilhelm Pfeiff,
Privatier,
geb. 2. Febr. 1846, gest. 3. Febr. 1906.
Frau Marie Pfeiff,
Privatierswitwe,
geb. 12. Juli 1839, gest. 11. Sept. 1910.
Deren Enkelin Paula Burger,
geb. 1. Febr. 1904, gest. 10. Aug. 1926.

Sockel
Herr Karl Burger
geb. 30. März 1870, gest. 17. Okt. 1931.


  • Arnold, Moritz; 8.9.1833 – 16.1.1881; Kaufmann
  • Burger, Karl; 30.3.1870 – 17.10.1931; Kaufmann
  • Burger, Paula; 1.2.1904 – 10.8.1926 (Kanisfluh/Bregenzerwald, Östereich), Tod durch Bergunfall; Bankbeamtin
  • Pfeiff, Marie (vw); 12.7.1839 – 11.9.1910; Privatiers-Witwe
  • Pfeiff, Wilhelm; 2.2.1846 – 3.2.1906; Privatier

Todesanzeige für Paula Burger

Grab der Familien Arnold · Burger · Pfeiff auf dem Alten Südfriedhof München (August 2012)

#29 – 13 – 6 (zu Rhein)


Katharina
Freifrau zu Rhein
¿
¿ – 1863
Franziska
¿ zu Rhein
¿ – 188¿


  • zu Rhein, Franziska (Fanny) Freifräulein; – 16.2.1884 (München), 44 Jahre alt
  • zu Rhein, Katharina Freifrau (vh); – 1863

Grab der Familie zu Rhein auf dem Alten Südfriedhof München (August 2012)

#29 – 13 – 7·8 (Baur · Schwarz)


Grab der Familien Baur · Schwarz auf dem Alten Südfriedhof München (April 2021)

#29 – 13 – 10·11 (Foltz)


Grabstätte
der Familie Foltz

Eudoria Foltz,
geb. 1. Juni 1824 † gest. 22. Dez. 1858
Carolina Foltz,
geb. 22. Sept. 1824, gest. 16. Febr. 18¿
Ludwig Foltz
königl. Professor
Baumeister u. Bildhauer
geb. d. 23. März 1809.
geb. d. 10. Novbr. 1867.
Philipp von Foltz,
kgl. bay. Central-Gemälde-Gallerie-
Direktor a. D. Ehrenmitgl. d. Akademie
d. bild. Künste zu München u. Wien
u. Historienmaler.
Ritter d. Verdienstord. d. bay. Krone
Inhab. d. Ritterkreuz. I. Cl. v. hl. Michael
geb. d. 11. Mai 1805 zu Bingen,
gest. d. 5. Aug. 1877 zu München.
Lina Foltz
Kunstmalerin
geb. 14.8.1852, gest. 13.7.1915.


  • Foltz, Eudoria; 1.6.1824 – 22.12.1858 (München); Professors-Gattin
  • Foltz, Karolina (vh); 22.9.1824 – 16.2.1864 (München); Professors-Gattin
  • Foltz, Karoline/Lina; 4.8.1852 (Regensburg) – 13.7.1915 (München); Malerin
  • Foltz, Ludwig; 23.3.1809 (Bingen) – 10.11.1867 (München); Baumeister und Bildhauer
  • Foltz, Philipp von; 11.5.1805 (Bingen) – 5.8.1877 (München); Akademieprofessor, Historienmaler und Direktor der Pinakothek

Grab der Familie Foltz auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2019)

Grab der Familie Foltz auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Karoline/Lina Foltz

* 4.8.1852 (Regensburg)
† 13.7.1915 (München)
Malerin

#Neueste Nachrichten

Amtliche Anzeigen.

K. Amtsgericht München I, Abth. A für Civilsachen.

Es wird bekanntgegeben, daß die über die Professorstochter Karoline Foltz dahier ausgesprochene Entmündigung wegen Geisteskrankheit durch diesgerichtlichen Beschluß vom 4. Oktober ds. Js. wieder aufgehoben wurde.

München, den 23. Oktober 1885.
Banzer, k. Amtsrichter.

Neueste Nachrichten und Münchener Anzeiger No. 300. Dienstag, den 27. Oktober 1885.

#Ludwig Foltz

* 23.3.1809 (Bingen)
† 10.11.1867 (München)
Baumeister und Bildhauer

#Kunstvereins-Bericht für 1867 (1868)

Ludwig Foltz,
Architekt, Bildhauer und Professor an der polytechnischen Schule,

geboren den 23. März 1809 zu Bingen am Rhein, war der Sohn braver und gottesfürchtiger Eltern. Der dritte von acht Brüdern, genoß er den ersten Unterricht auf der Realschule seiner Vaterstadt und widmete sich, angeregt von den allerwärts in dem herrlichen Rheinstrom sich spiegelnden Burgen, Domen, Abteien und Klöstern, der Baukunst. Zu diesem Zwecke besuchte er, sechzehn Jahre alt, Straßburg, woselbst er unter der Leitung des Baumeisters Arnold Verwendung bei der Restaurirung des Münsters und dem Baue eines Schulhauses fand. Nach zwei Jahren in die Heimath zurückgekehrt, zog er die Aufmerksamkeit des Baurathes de Lassaux auf sich, welcher ihm den Ausbau des Schlosses Rheineck unterhalb Andernach im Auftrage des damaligen Professors, später Ministers Bethmann-Hollweg übertrug. Bei dieser Arbeit gewann er die Ueberzeugung, daß ein tüchtiger Baumeister sich nur aus dem Bauhandwerk naturgemäß entwickeln könne. Er bat daher seine Vorstände um zeitweilige Einstellung des Baues und Urlaub auf ein Jahr, um das Steinmetz-Handwerk zu erlernen. Nach Ablauf seines Urlaubs kehrte er aus der Werkstätte des geachteten Scholl in Mainz auf die Burg Rheineck zurück und bewies bei der Fortsetzung des Baues die Richtigkeit seiner Anschauung.

Im Jahre 1830 ging er nach München, wo er Behufs seiner Ausbildung als Bildhauer die Akademie zwei Jahre hindurch besuchte. Im Wissen und Können hinlänglich vorbereitet, kam er in das Atelier von Ludwig Schwanthaler, dem er bald ein Lieblingsschüler wurde, um somehr als er neben seinem glühenden Eifer für die Kunst namentlich für die still neben Schwanthalers hellenischer Geschmacksrichtung herschreitende Vorliebe desselben für deutsche Art und deutsches Wesen so viel Herz und Verständniß zeigte.

Nach mehrjähriger Thätigkeit als Bildhauer kehrte der Künstler zu seinem Hauptfache, der Architektur zurück. Veranlassung hiezu bot ihm der Minister Graf von Armannsperg, welcher auf seine vielseitige Bildung als Steinmetz, Bildhauer und Baumeister aufmerksam gemacht, ihm den Ausbau seines Stammschlosses Egg bei Deggendorf übertrug. Nachdem er sich dieses Auftrags zur höchsten Zufriedenheit des Besitzers entledigt hatte, siedelte er, inzwischen glücklich verheiratet, nach dem alten Regensburg über und wurde daselbst nach kurzer Zeit als Lehrer an der Gewerbschule angestellt.

Die wohlgelungene Ausführung mehrerer Bauwerke, namentlich des Schlosses Egg veranlaßte den höchstseligen König Max II., dem Künstler die Erbauung einer Villa auf der sogenannten Ostenbastei in Regensburg zu übertragen. Nach glücklicher Vollendung dieses Baues wünschte ihn der König in seiner Nähe zu haben, welcher Wunsch seine Versetzung nach München als Professor an der polytechnischen Schule zur Folge hatte.

Die Herstellung des ganz in Verfall gerathenen und seit langer Zeit andern Zwecken dienenden k. Residenztheaters beschäftigte ihn hier zunächst. Zwei Jahre nahm ihn diese Arbeit in Anspruch, während welcher es ihm gelang, diesen Tempel der heiteren Muse ganz in seinem früheren Glanze herzustellen. Durch die Verleihung des Verdienstordens vom heil. Michael sprach der hohe Auftraggeber seine Zufriedenheit mit den Leistungen des Künstlers aus.

Eine Menge Arbeiten im Fache der Architektur und Bildhauerei füllte demnächst die Zeit des Künstlers aus, namentlich erhielt er viele Aufträge von Seiten des hohen Adels, welchem der glückliche Ausbau des Schlosses Egg eine ähnliche Herstellung seiner Stammschlösser wünschenswerth erscheinen ließ. Hiebei benützte Foltz mit vielem Glücke die Bildhauerei zur Erhöhung des innern Komforts, indem er Gegenstände des Luxus und täglichen Gebrauchs in künstlerische Formen brachte.

Die letzten Jahre finden wir Foltz fast ausschließlich für die Domkirche zu unserer lieben Frau beschäftigt. Zwölf Apostelstatuen im Mittelschiff mit reichen Baldachinen und Trägern aus Sandstein, bei dreißig von ihm modellirte Statuen verschiedener Heiligen, zwei reiche Kronleuchter, eine große Monstranz, fünf Altäre und eine Menge anderer Gegenstände sind theils von seiner Hand, theils nach seinen Entwürfen ausgeführt. Während er im Dome selbst als Bildhauer wirkte, war er außer demselben als Architekt thätig, indem er gleichzeitig den auf der Nordseite desselben gelegenen Häuserkomplex ausführte.

Mit den eben so mannigfaltigen als umfassenden Arbeiten der Domrestauration sollte seine künstlerische Thätigkeit ihren Abschluß erhalten. Schon längere Zeit an Verdauungsbeschwerden leidend suchte Foltz in diesem Sommer Linderung im Marienbad, fand sie aber leider nicht. Kaum zurückgekehrt, steigerte sich das Uebel zur ernsten Erkrankung, in deren Folge er am 10. November des vergangenen Jahres verschied.

Vier Töchter und zwei Brüder dann eine große Zahl von Freunden und Künstlern umstanden trauernd seinen Sarg.

Geradheit und strenge Rechtlichkeit, ein liebevoller menschenfreundlicher Sinn, Anspruchslosigkeit und eine bis zur Selbstverläugnung gehende Bescheidenheit als Künstler waren die Grundzüge seines Charakters und sichern ihm ein ehrendes Andenken bei Hoch und Niedrig!

Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München während des Jahres 1867. München, 1868.

#Allgemeines Künstler-Lexicon (1895)

Foltz, Ludwig, Architekt und Bildhauer, geb. 23. März 1800 in Bingen, † 10. Nov. 1867 in München, Sohn eines gleichnamigen Malers, war schon mit 16 Jahren an den Arbeiten des Münsters in Strassburg beschäftigt, baute 1828 im Auftrag des Architekten von Lasaulx die Burg Rheineck, ging 1830 auf die Akademie in München und 1832 ins Atelier Schwanthalers, restauriete die Burg Egg bei Deggendorf im Bayrischen Wald, wurde später Professor am Polytechnikum in München und restaurirte das königl. Residenztheater, wofür er den Michaelsorden erhielt. Als Bildhauer war er besonders in seinen letzten Lebensjahren für die Frauenkirche in München thätig, wo er die 12 Apostel an den Innenseiten der Pfeiler, den Kredenztisch, 2 metallene Kandelaber und viele andere Arbeiten schuf. Ausserdem war er sehr produktiv auf dem Gebiet des Kunsthandwerks.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Foltz Ludwig, 1809 (Bingen) – 1867, Architekt und Professor am Polytechnikum; in Straßburg und Mainz als Architekt und Bildhauer ausgebildet, studierte F. seit 1830 in München bei L. M. von Schwanthaler u. a., wandte sich aber dann ausschließlich der Architektur zu; er schuf viele neugotische Bauten und die Restauration (Regotisierung) der Münchner Frauenkirche und des ehemaligen in München waren die – heute ziemlich umstrittenen – Hauptleistungen dieses ausgesprochenen Romantikers; in seiner Formenbehandlung blieb F. immer derb und klobig, dagegen verbindet er bei seinen kunstgewerblichen Arbeiten, zu denen er großes Geschick besaß, viel gesunden Humor, Phantasie und richtiges Stilgefühl (dekorative Figuren an Ofen, Kaminen und Möbeln).

Andere Werke: Schloß für Baron Künsberg in Oberfranken, gotische Restauration der Schlösser Taxis in Schwaben, Brannenburg am Inn, Donndorf in Oberfranken und Stepperg bei Neuburg a. d. Donau.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#Philipp von Foltz

* 11.5.1805 (Bingen)
† 5.8.1877 (München)
Akademieprofessor, Historienmaler und Direktor der Pinakothek

#Die bildende Kunst in München (1842)

Philipp Foltz,

der Sohn eines Malers aus Bingen, geboren am 11. Mai 1805, ward früh schon durch die herrliche, ihn umgebende Natur, die großartigen Bauüberreste jener Gegenden, die überall wie Geisterstimmen zu einem empfänglichen Gemüthe sprechen, und durch die Arbeiten seines Vaters der Kunst zugeführt. Zwar besuchte er eine Zeit lang die lateinischen Schulen in Mainz, fing aber bald an, mit rastlosem Eifer zu zeichnen und seine inneren Anschauungen in Bildern auszudrücken. Die wunderlieblichen Sagen des Rheinlandes, die Burgen und Dome umher übten einen ungemeinen Zauber auf die Einbildungskraft des Jünglings, und er strebte, jene Märchenwelt in Bildern wiederzugeben.

Hinlänglich herangebildet wollte er nach Düsseldorf zur eigentlichen Kunstentwicklung wandern, da er von den Darstellungen des Cornelius zu Göthes Faust und den Nibelungen, mächtig ergriffen war; als der Meister nach München berufen wurde. Doch er zog ihm nach, und brachte als Zeugnisse seiner Leistungen sechzehn Blätter aus Schillers Wilhelm Tell in Steindruck und andere vielversprechende Entwürfe und Zeichnungen mit. Das jugendlich mit aller Lebenskraft sich entwickelnde Kunststreben so vieler Genossen wirkte auch erregend auf ihn; er übte sich in der Freskomalerei zuerst unter Cornelius Anleitung in der Glyptothek, dann in den Arkaden des Hofgartens, wo er nach seinem eigenen Entwurfe und selbstständig eines der schönsten und gelungensten Bilder der ganzen Reihe vollendete, darstellend: die Gründung der Akademie der Wissenschaften durch den Churfürsten Maximilian III.

Darauf übernahm er im Königsbau den Saal, der zur Ausschmückung mit Darstellungen aus Schillers Gedichten bestimmt war, und theilte mit Lindenschmitt die sämmtlichen Arbeiten desselben. Dann aber wendete er sich entschieden der Oelmalerei zu, worin er gewissermassen sein eigener Lehrer ward, und bald wußte er mit kühnem und zartem Pinsel die lieblichsten Gestalten voll Natur und Anmuth darzustellen. Bei der Wahl seiner Gegenstände erscheint er als wahrer Romanzendichter, und es ist, als seien die Gebilde und Sagen seiner Jugend lebendig geworden, und erstünden in frischer Klarheit, so wie er auch jeder Erscheinung, jedem Ereignisse der Gegenwart eine schöne, durch die Darstellung jeden Beschauer gewinnende, Seite abzulauschen und wiederzugeben versteht.

Dieses zeigte sich schon in den ersten Oelgemälden, in welchen er bei warmer Ausführung der Landschaft einen interessanten, balladenartigen Stoff auf das Gelungenste behandelte, wie in jenem Bilde, welches eine Sullotin darstellt, die in der Morgendämmerung für ihren todesmüden und auf seinem, eine weite Aussicht gewährendem, Posten eingeschlummerten Vater Wache hält, während verwundete Griechen in mancherlei Stellungen umherliegen; oder in jenem Gemälde, das einen kräftigen Jägerburschen darstellt, der hoch oben auf der Bergeskuppe sitzend voll Sehnsucht und Wehmuth den dahin eilenden Flüßen und Bächen und dem Zuge der Wolken über alle die Bergeszinnen und die weiten Thäler nachschaut; in einem Fischermädchen, das am Strande ruhend über den See hinüberschaut, als sollte von dorther irgend ein Stern für sie aufgehen; dann in einer Fischerfamilie, die unter und an der Hausthüre versammelt dem zurückkehrenden Schifflein entgegensieht, daS den Vater bringt. Ein rührendes Bild ist die Fischerin am Achenthalersee mit ihrem Knaben im Arm, die bei dem Ausbruche eines furchtbaren Ungewitters ihren Mann mit angstvoller Ungeduld erwartet, der eben in einem schmalen Nachen über den Wogen schlagenden See zurückkehrt.

Schon diese Bilder sind Zeugen, wie sehr ihn die Alpenwelt und das trauliche Leben in derselben, wie er sie auf manchen Wanderungen in das bayerische Gebirg kennen lernte, angesprochen, welche mit ihrer frischen Lebensfülle einen unendlichen Stoff zu bildlichen Darstellungen gewährt, wie sie auch in jenen kecken naiven Dichtungen und Liedern sich offenbart, die von Berg zu Berg widerklingen. Scenen aun dieser Welt schildern auch die Bilder: zwei Jäger hoch auf dem Gebirge aus einer Höhle hervor auf nahende Gemsen lauernd; die Befreiung eines an einen Baum gebundenen Wildschützen, der eben von seinen Banden losgemacht wird, und mit dem seitwärts gewendeten Kopfe nach seinem Befreier voll Ungeduld hinblickt, wie mit dem Vorsatze, die Schmach bald zu rächen.

Zu den trefflichsten Bildern aus jener früheren Zeit gehören: das trauliche Gespräch zweier Liebenden aus der idyllischen Alpennatur, und aus dem Mittelalter. Das Eine darstellend eine Sennin im Gekose mit dem Jäger, umgeben von allen den großartigen Reizen, welche der schönen und furchtbaren Alpennatur eigen sind; das Andere: der Ritter und seine Braut unter einer schattenreichen Buche vor dem Pförtlein der väterlichen Burg, aus dem so eben des Fräuleins frühere Wärterin heraustritt, unten am Hügel harren die Rosse des Ritters. Die warme Glut der Abendlandschaft und das Gemüth erhebende Schauspiel des Sonnenuntergangs, die Landschaft mit ihren im Abendgolde strahlenden Münstern, Stromburgen und Bergschlössern schließt ergänzend und den Zauber vollendend das Ganze.

Im Jahre 1833 vollendete er die schöne Zeichnung: Otto’s, des Königs von Griechenland, Abschied aus dem väterlichen Schlosse zu München, das durch den Steindruck vervielfältigt und überallhin verbreitet ist. Mit Rührung betrachtet man den jugendlichen König, der, unten an der Treppe des königlichen väterlichen Schlosses von seinen Geschwistern und den königlichen Eltern, einer schönen charakteristischen Gruppe, und einem ausgewählten Kreise von nachfolgenden Edlen umgeben, im Begriffe zu scheiden, seiner liebenden geliebten Mutter die Hand reicht, während der König Ludwig, der Gruppe der griechischen Abgeordneten und den Gliedern der Regentschaft zugewendet, die Hand auf die Schulter des Seehelden Miaulis legt, diesem den theuern Sohn wie ein Kleinod vertrauend. Alle Figuren sind wahre, nach dem Leben gezeichnete, Bildnisse, die tiefdurchdachte Anordnung und Ausführung des historisch merkwürdigen Momentes auf das Trefflichste gelungen.

Ganz in seinem lyrischen Elemente konnte er sich bei der Ausschmückung eines größeren Saales im Königsbau bewegen, und löste die Aufgabe, die Balladen Bürgers in bildlichen Darstellungen enkaustisch zu geben, mit wahrem poetischen Sinne, unterstützt von zwei Schülern. Zu den ansprechendsten gehören: der Bruder Graurock und die Pilgerin, die Weiber von Weinsberg, das Lied vom braven Manne, die Bilder zu Ritter Karl von Eichenhorst, Leonardo und Blandine.

Nach der Vollendung dieser Gemälde, im Spätherbste des Jahres 1835, begab er sich nach Italien, kam um das neue Jahr 1836 in Rom an und schwelgte nun eine geraume Zeit an dem Anblicke der Raphael’schen Werke, deren Innigkeit und Tiefe mit dem bezaubernden Farbenschmelze ihn vor allen anderen Kunstwerken ansprachen. Mit erneuetem Eifer widmete er sich der Erforschung der Farbenverbindung und drang durch beständige Uebung in das Geheimniß des lebendigen und harmonischen Kolorits der großen italienischen Meister. Außer vielen anderen kleineren Arbeiten vollendete er dort zwei Madonnenbilder, die zart und innig aufgefaßt und ausgeführt sind, und die mütterliche, im Anblicke des Kindes beseligte, Liebe auf ergreifende Weise schildern und in den lichten Lufttönen, dem harmonischen Schmelz der Farben und in der Gruppirung ganz im Geiste der früheren italienischen Künstler gedichtet erscheinen. Ein großes Bild: des Sängers Fluch, nach einer Ballade von Uhland, brachte er nach seiner Rückkehr aus Italien gegen das Ende des Jahres 1838 zur Ausstellung nach München, voll lebendiger Kraftentwicklung den Augenblick schildernd, da der grausame, tigerartig auffahrende König in seiner Wuth dem blühenden Sänger-Jüngling das Schwert in die Brust wirft, der alte Vater den Sinkenden umfängt, die Königstochter in Ohnmacht vergeht und alle Diener erstarrt stehen. Ausdruck, Farbengebung und Gruppirung waren im Ganzen und Einzelnen höchst gelungen und die Wirkung bei der klaren Darstellung entschieden.

Nach einem kurzen Aufenthalte in München reiste er in seine Heimat an den Rhein, verkaufte jenes Bild nach Köln und kehrte dann wieder zu neuen Kunstschöpfungen nach München zurück.

Eine Madonna, bestimmt in die Schloßkapelle nach Egg im Auftrage des Grafen von Armansperg, ist im Geiste Raphaels gedichtet.

Dr. Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München, 1842.

#Universal-Handbuch von München (1845)

Foltz, Philipp,

geboren 1805 zu Bingen am Rhein; er kam bald nach Cornelius Ankunft in München selbst hierher. Früher beschäftigte er sich mit Steinzeichnungen, und übte sich sodann in der Freskomalerei unter Cornelius Anleitung in der Glyptothek, dann in den Arkaden des Hofgartens, wo er das Bild »die Gründung der Akademie der Wissenschaften durch den Churfürsten Maximilian III.« malte. In der Folge malte er Darstellungen aus Schillers Gedichten im Königsbau, und theilte mit Lindenschmit die sämmtlichen Arbeiten daselbst. Es erwachte in ihm eine entschiedene Neigung zur Oelmalerei, und seine Gebilde aus dem Reiche der Sagen sind voll Natur und Anmuth. Foltz hat bereits eine große Anzahl von Bildern geliefert, die seinen Ruf als Künstler weit verbreiteten, und deren Aufzählung uns hier zu weit führen würde.

Universal-Handbuch von München. München, 1845.

#Allgemeines Künstler-Lexicon (1895)

Foltz, Philipp, Historienmaler, geb. 11. Mai 1805 in Bingen, † 5. Aug. 1877 in München. Bruder des Vorigen [Ludwig Foltz], kam 1825 nach München, wo er Gehilfe des Cornelius bei den Fresken in der Glyptothek und den Bildern unter den Arkaden des Hofgartens wurde. Später malte er mit Lindenschmit in einem Saal des Königsbaues 23 Darstellungen nach Schillers Balladen, und eine Reihe von Oelbildern theils aus dem Gebiet der Romantik, theils aus dem Gebirgsleben. Von 1835–38 verweilte er in Italien, wo er ebenfalls mehrere bedeutende Bilder malte, darunter besonders Des Sängers Fluch (nach Uhland, Neue Pinakothek in München). Nach seiner Rückkehr wurde er Professor an der Akademie, 1870 Direktor derselben und trat als solcher 1875 in den Ruhestand. Aus den letzten Jahren seines Lebens sind noch zu nennen die beiden Bilder des Maximilianeums: Das Zeitalter des Pericles und Demüthigung Friedrich Barbarossas vor Heinrich dem Löwen, sowie Kampfscenen aus dem Tiroler Kriege, Jagdbilder u. s. w. Eine seiner bekanntesten Zeichnungen ist Der Abschied König Ottos von Griechenland aus München.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Foltz Philipp, von, 1805 (Bingen) – 1877, Historienmaler, Zentralgemäldegaleriedirektor und Akademieprofessor; Sohn eines Malers und Bruder des Architekten und Bildhauers Ludwig F. war er nach humanistischer Ausbildung Schüler von P. von Cornelius in München, er beteiligte sich an den Fresken im Münchner Hofgarten und entwickelte sich immer selbständiger, beeinflußt von E. N. Neureuther, in der Richtung der Spätromantik, malte viele Bilder aus dem Bauernleben, aber auch religiöse Gemälde; von 1837/39 weilte F. in Italien; später wirkte er als Professor an der Kunstakademie in München, seit 1865 Direktor der Pinakothek; sein bedeutendstes Werk ist der Kniefall Barbarossas vor Heinrich dem Löwen im Maximilianeum.

Andere Werke: Aus dem Münchner Volksleben, Messe auf der Alm, Begegnung Max’ II. mit seiner Gemahlin auf der Jagd.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 13 – 14 (Rudhart)


DR
GEORG THOMAS
RUDHART
REICHSARCHIVDIREKTOR
PROFESSOR
FÜR ALTERTUMSKUNDE
1792 – 1860


  • Rudhart, Georg Thomas, Dr. jur. von.; 27.3.1792 (Weismain) – 10.11.1860 (München); Reichsarchivdirektor

Grab der Familie Rudhart auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Dr. jur. Georg Thomas von Rudhart

* 27.3.1792 (Weismain)
† 10.11.1860 (München)
Reichsarchivdirektor

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Rudhart Georg Thomas, Dr. jur., von, 1792 (Weismain/Ofr.) – 1860, Reichsarchivdirektor und Universitätsprofessor; Rs. Vater war Bambergisch-fürstbischöflicher Polizeikommissär, sein Bruder wurde Professor für Rechtsgeschichte; er selbst studierte zu Erlangen und Landshut Rechte, nahm an den Befreiungskriegen teil und blieb bis 1822 in der Armee; hierauf unternahm R. weite Reisen durch Europa und wurde Lyzealprofessor der Geschichte in Bamberg; 1827 kurz studienhalber in Göttingen, erhielt er 1829 neben der alten Professur eine solche für klassische Philologie und Altertumskunde; seit 1847 war R. Professor der Geschichte in München, seit 1849 Reichsarchivdirektor daselbst; er gehörte zu den ersten von König Max II. ernannten Mitgliedern der am 20.VIII.1858 gegründeten Historischen Kommission.

Hauptwerke: Herausgabe von Taschenbuch für vaterländische Geschichte (1850 ff.) und Quellen und Erörterungen zur baierischen und deutschen Geschichte (1856 ff.), Über den Unterschied zwischen Kelten und Germanen, Thomas Morus, Älteste Geschichte Baierns, Lorenz Westenrieder.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#29 – 13 – 16 (Pechmann · Ringelmann)


K. B. STAATSMINISTER DES INNERN
UND DER JUSTIZ PROFESSOR DR.
FRIEDRICH RITTER VON
RINGELMANN 1803 – 1870
WILHELM FRHR. V. PECHMANN
POL. PRÄSIDENT VON MÜNCHEN
K. B. REGIERUNGSPRÄSIDENT
VON SCHWABEN 1839 – 1887
AMALIE FRFR. V. PECHMANN
GEB. RINGELMANN 1847 – 1924


  • Pechmann, Amalie Freifrau von (vw) / Ringelmann (gb); 1847 – (31).1.1924 (München)
  • Pechmann, Wilhelm Freiherr von; 1839 (Günzburg/Schwaben) – 21.5.1887 (Augsburg); Regierungspräsident
  • Ringelmann, Anna von (vh) / Füglein (gb); 6.1.1807 – 28.6.1893 (München); Staats- und Reichsrats-Witwe
  • Ringelmann, Friedrich Ritter von, Prof. Dr. jur.; 24.10.1803 (Würzburg) – 13.1.1870 (München); Staatsminister

Grab der Familien Pechmann · Ringelmann auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

Grab der Familien Pechmann · Ringelmann auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#29 – 13 – 18·19 (Karg-Bebenburg)


GRABSTÄTTE
der Freiherrl. Familie Karg-Bebenburg.


  • Karg-Bebenburg, Benna Helena Charlotte Franziska Maria Freifrau von (vh) / Handel, von (gb); – 12.9.1864 (München), 26 Jahre alt; Bezirksgerichtsrats-Gattin
  • Karg-Bebenburg, Guido Freiherr von
  • Karg-Bebenburg, Klemens von; 28.9.1821 – 4.5.1896; Kämmerer und Bezirksgerichtsrat
  • Karg-Bebenburg, Luise Freifrau von (vh) / Paur, von (gb); 28.4.1799 – 12.12.1867 (München), 68 Jahre alt

Todesanzeige für Benna Helena Charlotte Franziska Maria Freifrau von Karg-Bebenburg

Grab der Familie Karg-Bebenburg auf dem Alten Südfriedhof München (November 2011)

Grab der Familie Karg-Bebenburg auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

#29 – 13 – 21 (Martin)


MARTIN


  • Martin, Hildegard (vh) / von Schubaert (gb); – 18.7.1888 (München), 44 Jahre alt; Medizinalrats-Gattin

Grab der Familie Martin auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2013)

#29 – 13 – 28 (Hall · Raby)


Pray for the soul
of
Elisabeth Raby
widow formerly of Leicester
who died at Munich
Nov. 8th 1855, aged 76 years,
and of
Richard Raby
who died
Aug. 3d 1881, aged 64 years,
and of
Esther Raby, geb. Hall
who died
Sept. 13th 1905, aged 85 years,
and of
Miss Frances Hall
of Derby, England
who died Sept. 26th 1909, aged 90 years.

Sockel
On whose souls, sweet Jesus, have mercy.

A. Lallinger.


  • Hall, Frances; – 26.9.1909, 90 Jahre alt
  • Raby, Elisabeth (vw); – 8.11.1855 (München), 76 Jahre alt; Privatiers-Witwe
  • Raby, Esther (vh) / Hall (gb); 13.9.1905, 85 Jahre alt
  • Raby, Richard; – 3.8.1881 (München), 64 Jahre alt; Sprachlehrer und Schriftsteller

Grab der Familien Hall · Raby auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2022)

#Richard Raby

† 3.8.1881 (München), 64 Jahre alt
Sprachlehrer und Schriftsteller

#Morgenblatt zur Bayerischen Zeitung (10.9.1866)

Notizen.

Während wir Deutsche noch immer keine kritische Ausgabe von Heinrich Suso's (1300–1365) Schriften haben – denn das schöne Werk Diepenbrock's ist nur eine modernisirte Ueberarbeitung der Drucke von 1482 und 1512 – hat dieser Minnesänger der göttlichen Liebe, diese reine Dichterseele, bereits die zweite Auflage in England erfahren: Blessed Henry Suso's Little Book of Eternal Wisdom, translated from the German, by Richard Raby. London 1866 (Thom. Richardson and Son XII u. 202 S. kl. 8.) Das Original bietet natürlich in seiner einfach demüthigen Weise eine Fülle von Schönheiten, welche in einer Uebersetzung beinahe unnachahmlich sind; desungeachtet hat Mr. Raby das Verdienst, den poetischen Hauch nicht verwischt, sondern häufig sehr gut getroffen zu haben, wozu die englische Sprache freilich ein viel handsameres Medium bildet, als das Lateinische; ein Umstand, welcher dem seligen Lorenz Surius († 1578) ehedem viel sauere Mühe bereitet hat. – Mr. Raby, dem wir für seine aufopfernde Ausdauer und sein liebevolles Eingehen, die er auf unsern deutschen Mystiker verwendet hat, zu hohem Danke verpflichtet sind, bemerkt in seiner Vorrede ganz richtig: »I think it superfluous to enlarge here on the intrinsic' merits of Blessed Henry Suso's work. For five hundred years it has enjoyed undiminished popularity, as at once a religious and literary masterpiece. Such a work speaks too eloquently for itself. Such a work is its own best praise, its own best commentary.« Das wäre aber auch Grund genug, daß wir Deutschen uns einmal etwas weitläufiger und aufmerksamer mit unserm Landsmann befassen würden. Suso's kostbare Briefe harren immer noch eines tüchtigen Herausgebers.

Morgenblatt zur Bayerischen Zeitung Nr. 250 & 251. Montag, den 10. September 1866.