SECTION 30

- 30 – 1 – 6·7 (Daffenreither · Möser)
- 30 – 1 – 8···13 (Tattenbach-Rheinstein)
- 30 – 1 – 14 (Cucumus · Dahn · Dahn-Fries)
- 30 – 1 – 15·16 (Fries)
- 30 – 1 – 19·20 (Wulffen)
- 30 – 1 – 21 (Seuffert)
- 30 – 1 – 27 (Andrée · Haumann · Netzsch)
- 30 – 1 – 28 (Engleder)
- 30 – 2 – 1 (Hilber · Seckel)
- 30 – 2 – 2·3 (Schultze)
- 30 – 2 – 4 (Helmschrott)
- 30 – 2 – 9 (Pfannmüller · Zink)
- 30 – 2 – 14 (Schaller)
- 30 – 2 – 17 (Kirmaier)
- 30 – 2 – 19 (Barsch)
- 30 – 3 – 9 (n. n.)
- 30 – 3 – 13* (Bergmann)
- 30 – 3 – 17 (Dietze)
- 30 – 4 – 1 (Sichlern)
- 30 – 4 – 2 (Müller)
- 30 – 4 – 4 (n. n.)
- 30 – 4 – 9 (Schönig)
- 30 – 4 – 12 (Topper)
- 30 – 4 – 13 (Schmidbauer)
- 30 – 4 – 27·28 (Schwarzmann)
- 30 – 5 – 1 (Fries)
- 30 – 5 – 5 (Gerstmaier · Mayerhofer · Ramsperger)
- 30 – 5 – 7 (Ernst)
- 30 – 6 – 2 (Wirth)
- 30 – 6 – 3* (Behrend-Brandt)
- 30 – 6 – 10 (Herrman · Seelstrang)
- 30 – 6 – 14 (Wellnhofer)
- 30 – 6 – 17 (Mayer)
- 30 – 6 – 24 (Schmidbauer)
- 30 – 7 – 13 (Nachmann)
- 30 – 7 – 24 (Hering)
- 30 – 7 – 28 (Weyman)
- 30 – 8 – 27 (Himmler)
- 30 – 9 – 16 (Merthan)
- 30 – 9 – 24 (Marchner)
- 30 – 9 – 25 (Kastner · Metzger)
- 30 – 9 – 26 (Fuchs · Schleich)
- 30 – 10 – 3·4 (Giessen)
- 30 – 10 – 5 (Maerler · Plank)
- 30 – 10 – 15 (Böhm)
- 30 – 10 – 21 (Klaus)
- 30 – 10 – 28 (Häberlein · Helmes)
- 30 – 11 – 12 (Wutz)
- 30 – 11 – 16 (Daimer)
- 30 – 12 – 4 (Dax)
- 30 – 12 – 6 (Wilhelm)
- 30 – 12 – 8 (Fischl · Nussrainer)
- 30 – 12 – 10 (n. n.)
- 30 – 12 – 11 (Hirschmann · Riedl)
- 30 – 12 – 13 (Kienhöfer)
- 30 – 12 – 15 (Spruner von Mertz · Stöger)
- 30 – 12 – 17·18 (Gypen)
- 30 – 12 – 24* (Eiseneck)
- 30 – 13 – 1·2 (Zoller)
- 30 – 13 – 3 (Diez)
- 30 – 13 – 4 (Biermann)
- 30 – 13 – 5 (Frey)
- 30 – 13 – 6 (Vorbrugg)
- 30 – 13 – 7 (Seitz · Wagner)
- 30 – 13 – 9 (Mezger)
- 30 – 13 – 10·11 (Jolly)
- 30 – 13 – 16 (Maurer)
- 30 – 13 – 17 (Horstman)
- 30 – 13 – 27·28 (Oberkamp)

#30 – 1 – 6·7 (Daffenreither · Möser)
Heinrich Möser, Privatier,
geb. 8.III.1792, gest. 22.II.1857.
Anna Möser,
geb. 4.XII.1807, gest. 25.III.1866.
Franz Daffenreither, k. Major,
geb. 17.XI.1814, im Kriege gegen Frankreich gefallen 15.XII.1870.
Ferdinand Möser, Brauereibesitzer,
geb. 4.X.1826, gest. 4.VI.1873.
Theodor Möser, k. Notar,
geb. 8.I.1832, gest. 6.II.1898.
Gustav Möser, Privatier,
geb. 16.IX.1833, gest. 29.XII.1902.
FAMILIEN-GRAB.
30.1.6&7. Kosenbach.
- Daffenreither, Franz; 17.11.1814 – 15.12.1870 (Versailles); Königlicher Major
- Möser, Anna; 4.12.1807 – 25.3.1866 (München); Privatiers-Witwe
- Möser, Ferdinand; 4.10.1826 – 4.6.1873 (Rosenheim); Brauereibesitzer
- Möser, Gustav; 16.9.1833 – 29.12.1902; Privatier
- Möser, Heinrich; 8.3.1792 – 22.2.1857 (München); Privatier
- Möser, Theodor; 8.1.1832 – 6.2.1898; Königlicher Notar

#Franz Daffenreither
* 17.11.1814
† 15.12.1870 (Versailles)
Königlicher Major
#Der Bayerische Landbote (1. u. 2.1.1871)
Lokales
† Heute Nachmittags wird abermals ein bayerischer Major – der dritte innerhalb der kurzen Frist von 8 Tagen – auf dem hiesigen südlichen Friedhofe beerdigt, nämlich der Major vom I. Inf.-Reg. »König«, Franz Daffenreither, welcher am 2. Dezember in den Kämpfen von Orleans verwundet wurde und am 15. zu Versailles gestorben ist.
Der Bayerische Landbote No. 1 und 2. Soontag und Montag den 1. und 2. Januar 1871.
#Weilheimer Tagblatt für Stadt und Land (10.1.1871)
Vom Kriegsschauplatz.
Etampes, 30. Dez. Das »Reg. Tagblatt« schreibt: Während der mehrwöchentlichen Gefechte mit der Loirearmee haben wir bei unseren bayerischen Regimentern vielfache Beweise eines außerordentlichen Heldenmuthes und großartiger Aufopferung zu verzeichnen. So will ich Ihnen heute einen Fall edler Kameradschaftlichkeit erzählen, welcher aufs Neue ein glänzendes und rührendes Zeugniß für das edle Verhältniß zwischen den Offizieren und Soldaten unserer Armee ablegt. Das 1. bayerische Regiment stand am 2. Dezember unerschüttert im gräßlichsten Feuer und hatte große und schmerzlichste Verluste. Da kamen zwei Kugeln geflogen; die eine traf den Major Daffenreither (längere Zeit Kommandant des Landwehrkommandos Weilheim) die andere einen gemeinen Soldaten, und beide Kugeln brachten den Getroffenen schwere Wunden bei. Unbeirrt von dem fürchterlichen Kugelregen nahten sich die Bleffirtenträger und wollten zuvor den Major auf die Tragbahre legen. Der selbst tödtlich getroffene Held gab dies aber durchaus nicht zu, und wies sie an, erst seinen verwundeten Kameraden aus der Feuerlinie zu bringen, weil ihm dessen Wunde gefährlicher als seine eigene erscheine. Die Träger nahmen denn auch den Soldaten und schafften ihn auf den Verbandplatz und höre ich, daß derselbe nun außer Gefahr sein soll. Unterdeß rückte das Regiment vor und um einige Sicherung vor den einschlagenden Kugeln und Granaten zu finden, kroch der Major in einen Straßengraben. Mochten ihn auf diese Weise die Träger nicht mehr erblickt haben, oder dieselben getödtet oder anderweitig in Anspruch genommen worden sein, kurz der tödtlich verwundete Major blieb einige qualvolle Stunden in der grimmigsten Kälte auf dem Schnee liegen, bis er fühlte, daß sich mehr und mehr eine Erstarrung seiner bemächtigte, welche den Tod des Erfrierens zur Folge gehabt hätte. Mit Aufbietung der letzten Kräfte raffte sich der Major auf und kroch mit ungeheurer Anstrengung und unter den größten Schmerzen einer einige Minuten entfernten Scheune zu. Kaum dort angekommen, zog sich das Gefecht wieder in diese Gegend, und wurde die Scheune, in welcher der Major vor der Kälte Zuflucht suchte, derart mit Granaten beworfen, daß sie sofort in hellen Flammen aufloderte. Derselbe, halb von Rauch betäubt, von platzenden Granaten umkracht, fühlte sich unvermögend, sich aus der gräßlichen Gefahr zu retten und vermochte nur noch laut nach Hilfe zu rufen, welche Rufe glücklicherweise vernommen wurden und der Major von bayerischen Soldaten aus dem brennenden Gebäude getragen ward. Leider starb derselbe einige Tage darauf in Versailles; er aber und seine edle Aufopferung, wodurch er einem Kameraden das Leben rettete, wird beim 1. Regiment wohl unvergessen bleiben!
Weilheimer Tagblatt für Stadt und Land No. 10. Dienstag, den 10. Januar 1871.

#30 – 1 – 8···13 (Tattenbach-Rheinstein)
Die Grabinschrift ist nicht erhalten
- Tattenbach-Rheinstein, Alfons von; 26.2.1847 – 27.12.1857 (München); Partikuliers-Sohn
- Tattenbach-Rheinstein, Franz Seraph Graf von; 21.4.1811 – 20.12.1874 (München); Regierungsrat a. D.
- Tattenbach-Rheinstein, Gabriele Gräfin von; 20.12.1814 – 17.12.1877 (München); Finanzrats-Tochter
- Tattenbach-Rheinstein, Heinrich Graf von; 5.5.1819 – 6.12.1891 (München); Oberst a. D.
- Tattenbach-Rheinstein, Helene (vh); 17.8.1859 – 29.6.1912 (München); Technikers-Gattin
- Tattenbach-Rheinstein, Karl Borromäus Graf von; 1.3.1809 – 11.4.1869 (München); Partikulier
- Tattenbach-Rheinstein, Maria Anna von (vw) / Linsinger (gb); 9.9.1783 – 7.1.1860 (München); Rats-Witwe
- Tattenbach-Rheinstein, Maria Magdalena von (vh) / Lion, von (gb); 5.8.1824 – 6.10.1881
- Tattenbach-Rheinstein, Maximilian Exzellenz von; 29.4.1813 – 20.1.1886 (München); General






#30 – 1 – 14 (Cucumus · Dahn · Dahn-Fries)
Tafel
HANNO DAHN
GEB. 24.6.1921
GEFALLEN IN RUSSLAND
9.8.1941
Tafel
SOFIE DAHN-FRIES
GEBOREN 13. APRIL 1835
GESTORBEN 23. JAN. 1898
DIE EDELSTE FRAU
DIE HERRLICHSTE MUTTER
DIE SONNE DER IHREN
Liegestein
JOSA DAHN
GEB. FREIIN V. REITZENSTEIN
15.9.1863 † 12.4.1905.
DR. FRIEDEL DAHN
* 15.2.1859 † 8.4.1933
ANTONIE DAHN
GEB. V. PANNEWITZ
* 17.7.1860 † 27.6.1940.
DER BEIDEN
ERSTGENANNTEN TOCHTER
ELISABETH DAHN
* 22.5.1885 † 21.4.1945.
- Cucumus, Konrad von; 20.1.1792 (Mainz) – 23.2.1861 (München); Abgeordneter und Jurist
- Dahn-Fries, Sofie (vh) / Fries (gb); 13.4.1835 (München) – 23.1.1898 (München); Blumenmalerin und Landschaftsmalerin
- Dahn, Antonie (vw) / Pannewitz, von (gb); 17.7.1860 – 27.6.1940
- Dahn, Elisabeth; 22.5.1885 – 21.4.1945
- Dahn, Friedel, Dr.; 15.2.1859 – 8.4.1933
- Dahn, Hanno; 24.6.1921 – 9.8.1941 (Russland); Sturmmann der Reiterstandarte 85 bei der SA-Gruppe Hochland
- Dahn, Josa (vh) / Reitzenstein, Freiin von (gb); 15.9.1863 – 12.4.1905 (Augsburg), Tod durch Selbstmord; Landgerichtsrats-Gattin



#Josa Dahn (vh) / Freiin von Reitzenstein (gb)
* 15.9.1863
† 12.4.1905 (Augsburg), Tod durch Selbstmord
Landgerichtsrats-Gattin
#Allgemeine Zeitung (14.4.1905)
Bayerische Rundschau.
München, 13. April.
Augsburg, 13. April. (Lebensmüde.) Gestern mittag hat sich im Badezimmer eines hiesigen Hotels die Gemahlin des Landgerichtsrats Dahn aus München durch einen Revolverschuß in den Mund entleibt. Das Motiv der Tat ist hier unbekannt.
Allgemeine Zeitung Nr. 175. München; Freitag, den 14. April 1905.
#Münchner Neueste Nachrichten (15.4.1905)
Bayern und Nachbarn.
Hg. Augsburg, 13. April. (Zu dem gemeldeten Selbstmord) ist weiter zu berichten: Gestern Nachmittag erschoß sich in einem hiesigen Hotel eine aus München zugereiste Dame. Sie war vermutlich mit dem Frühzuge hier eingetroffen und gegen Mittag in dem Hotel abgestiegen, wo sie sich nach dem Mittagessen ein Bad bestellte. Da sie übermäßig lang im Baderaume verweilte und auf Anruf keine Antwort gab, wurde die Zugangstüre eingedrückt, worauf man die Dame mit einer Schußwunde in dem Mund tot in der Badewanne vorfand. Auf ihrem Zimmer lang eine Depesche an ihren Gemahl, k. Landgerichttrat a. D. Dr. Dahn in München, die lediglich die Worte enthielt: »Hole mich in Augsburg ab.« Dr. Dahn ist hier eingetroffen, um das Nötige wegen Ueberführung der Leiche nach München zu veranlassen. [Der schwere Schicksalsschlag, der die hochgeehrte Familie des Herrn Dr. Dahn betroffen, erregt hier das tiefste Bedauern. D.R. der »M.N.N.«].
Münchner Neueste Nachrichten No. 178. Samstag, den 15. April 1905.
#Sofie Dahn-Fries (vh) / Fries (gb)
* 13.4.1835 (München)
† 23.1.1898 (München)
Blumenmalerin und Landschaftsmalerin
#Allgemeine Zeitung (13.9.1894)
Feuilleton.
F. Pt. München, 13. Sept. Die hiesige, unter der Leitung der Frau Dahn-Fries sehr erfreulich aufgeblühte Damen-Akademie wird in diesem kommenden Schuljahre einige Veränderungen ihres Lehrpersonals aufweisen. So wird an Stelle der Frau Lina Blau-Lang Frau Bär-Mathes als Lehrerin der Landschaftsmalerei treten und Hr. Fehr den Actcurs, Hr. Schmid die Vorträge über plastische Anatomie übernehmen. Die Hauptsache bleibt da wohl, daß in dieser Schule sehr tüchtig studirt wird, da der Unterricht in der Kunststadt München selbstverständlich nicht von den Lehrern allein, sondern noch weit wirksamer durch das, was die Schüler da täglich zu sehen bekommen, also durch die ungeheure Anregung eines großen Kunstmittelpunktes, besorgt wird. Ohne Zweifel ist denn auch diese von allen Seiten auf sie einwirkende künstlerische Anregung der Hauptgrund, daß die Schule in fortwährendem Wachsen begriffen ist, wozu denn noch die wohlthätige Einwirkung des Künstlerinnenvereins kommt, der die Schule erhält und ihre eigentliche Nährmutter ist. Denn gute Beispiele wirken ja bekanntlich mehr als alle Theorien, daß aber der Geist der Schule im ganzen ein vorzüglicher ist, sieht man ja schon aus ihren Jahresausstellungen, wo uns immer eine Anzahl echter Talente erfreut.
Allgemeine Zeitung Nr. 253. München; Donnerstag, den 13. September 1894.
#Die Frau (1898)
Totenschau. Vor wenigen Monaten hatten die bayerischen Frauen einen schweren Verlust zu beklagen: nach langem schwerem Leiden ist eine der liebenswürdigsten und bedeutendsten Frauen Münchens, Frau Sophie Dahn-Fries aus dem Leben geschieden, eine Frau, deren Tod eine große Lücke nicht nur für ihre Familie und einen ausgedehnten Freundeskreis, sondern auch für die Gestaltung des künstlerischen Lebens bedeutet. In München geboren, wo sie mit Ausnahme weniger Jahre ihr ganzes Leben verbrachte, aber von Pfälzer Abkunft, verband sie mit Münchener Gemütlichkeit den glücklichen schlagfertigen Humor der Rheinländer. Dabei mit scharfem Verstand, warmem Herzen, hervorragendem Talent für Malerei und Musik und einer schönen sympathischen Stimme begabt, schien sie wie geschaffen zum Mittelpunkt eines angeregten geselligen Kreises, in dem sie als einzige Tochter eines begüterten Großhändlers wie als gefeierte junge Frau lebte.
Nach vollendeter Erziehung ihres einzigen Sohnes, mit dem sie bis zu ihrem Todestage eine auch zwischen Mutter und Sohn seltene zärtliche Liebe und herzliche Kameradschaft verband, widmete sie sich ausschließlich und mit Erfolg der Malerei, als geschickte Blumen- und Landschaftsmalerin.
Bald aber suchte und fand sie neben der Förderung des eigenen Talentes vollste Befriedigung in gemeinnütziger Thätigkeit als Mitbegründerin des dortigen Künstlerinnenvereins, der sein erfolgreiches Aufblühen haupsächlich ihrer aufopfernden Thätigkeit und klugen, besonnenen Leitung verdankt.
Viele der segensreichen Einrichtungen desselben: die Künstlerinnenschule, die jetzt zu einer ansehnlichen Damenakademie herangewachsen ist, der Vorschußfonds, der Weihnachtsmarkt, die Krankenversicherung u. s. w. verdanken ihrer Initiative ganz oder zum größten Teil ihr Entstehen, und als im Jahre 1885 die eben aufblühende Schule durch Zusammentreffen einiger ungünstiger Umstände an finanziellen Schwierigkeiten unterzugehen drohte, da war es einzig ihr energisches, opferwilliges Eintreten, das dann auch andere mit fortriß, so daß der Kunst studierenden Frauenwelt, die vorher unerhörte Opfer für ihre künstlerische Ausbildung bringen mußte, diese erste Gelegenheit zu wirklich ernstem, rationellem Studium erhalten blieb.
Die Sorge für den Verein gehörte im letzten Dezennium ihres Lebens eigentlich ihre ganze Arbeitskraft; unermüdlich thätig, denselben in jeder Weise zu fördern, brachte sie ihm die größten Opfer, sogar das Opfer der eigenen künstlerischen Thätigkeit, für die sie immer weniger Zeit fand.
Für ihre aufopfernde Thätigkeit hat Frau Dahn-Fries in vollstem Maße die Anerkennung ihrer Vereinsgenossinnen gefunden. Ob sie auf großen Festen des Vereins mit der ihr eigenen Liebenswürdigkeit die Honneurs machte oder an kleinen Vereinsabenden oder in Privatzirkeln der Mittelpunkt ihres Kreises war, stets war sie die Seele einer geistsprühenden Unterhaltung. Dem Zauber ihrer Liebenswürdigkeit hat sich kann jemand zu entziehen gewußt, den sie sich zu gewinnen wünschte, während sie andererseits jeder Anmaßung mit größter Entschiedenheit gegenüber zu treten wußte. Sie widerlegte glänzend die irrige Ansicht, man könne nicht die feinfühlende Frau mit der Künstlerin vereinen. Alles in allem: sie war eine bedeutende Frau, eine vortreffliche Mutter, tüchtige Künstlerin und aufopfernde Freundin, deren Gedächtnis in weiten Kreisen lange fortleben wird.
Die Frau. Monatsschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit. Berlin, 1898.
#Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog (1900)
Dahn-Fries, Sophie, Malerin, * 13. April 1835 zu München, † daselbst 23. Januar 1898, Gattin des Dichters, Geheimen Justizraths und Universitätsprofessors Dr. Felix Dahn. Ausgestattet mit einem hervorragenden Talent für Gesang, Musik und Malerei, widmete sie sich nach vollendeter Erziehung ihres einzigen Sohnes ganz der Kunst und cultivirte mit schönem Erfolg das Gebiet der Landschafts- und Blumenmalerei. Im Jahre 1887 trat sie mit zwei, »Erntezeit« und »Waldinneres« benannten, Bildern in die Oeffentlichkeit, auch mit kleinen, wohl arrangirten Stillleben und Blumenstücken. Insbesondere wendete sie ihre Obsorge auf die seit 1868 durch Frau Staatsrath von Weber in München entstandene »Kunstschule für Mädchen« und förderte diese rasch aufblühende Anstalt, welche jetzt ein schönes Haus, ein wahres »Künstlerinnen-Heim« mit prächtigen Ateliers besitzt. Sie veranstaltete nicht nur die fröhlichen Vereinsabende, sondern auch die Ausstellungen von Arbeiten der Schülerinnen, insbesondere bei den zweckmässigen und gedeihlichen »Weihnachtsmärkten«, sie förderte jederzeit die gemeinsamen Interessen (Vorschussfond, Krankenversicherung) und widmete den Interessen dieser Anstalt ihre ganze Arbeitskraft. Als 1886 eine financielle Krisis drohte, trat sie mit opferwilliger Zuversicht mit ihrem Credit in die Bresche und rettete das junge Unternehmen. Mit feinem Takte wusste sie jene falsche Emancipation, welche nur zu häufig eine gefährliche Klippe der Frauenfrage bildet, ferne zu halten.
Vgl. Nr. 57 »Neueste Nachrichten« 5. Februar 1898.
Hyac. Holland.
Dr. phil. Hyazinth Holland: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Berlin, 1900.
#Allgemeine Zeitung (28.11.1907)
Münchener Stadtanzeiger.
München, 27. November.
Zum Jubiläum des Künstlerinnen-Vereins.
Der Münchener Künstlerinnen-Verein feiert am 10. Dezember das Jubiläum seiner 25jährigen Wirksamkeit: gerade ein Anlaß, um einmal seine Bedeutung und Stellung im Münchener Kunstleben zu würdigen und darauf hinzuweisen, was er schon alles geleistet und geschaffen hat. Man kann darüber nicht sprechen, ohne auch ein wenig die Frauenfrage zu streifen. Das moderne Leben mit seinen gesteigerten Anforderungen verlangt nach Betätigung aller Kräfte, es drängt auch die Frau zum Handeln, zum Hinaustreten aus dem engen Kreise häuslichen Lebens. Die Frauenarbeit soll die Frauen im Leben tüchtiger und selbständiger machen. Wir finden heute die Frauen auf allen Gebieten des geistigen und wirtschaftlichen Lebens tätig. Ganz besonders eignet sich die Frau für die künstlerische Tätigkeit, weil sich gerade hier die Persönlichkeit der Frau, ihr Gemüts- und Empfindungsleben am unmittelbarsten mitteilen kann. Aber wenn sich auch die Frau nicht als Pallaspriesterin im Künstlerberufe auslebt, sondern wieder in den Schoß der Familie zurückkehrt, wird doch die künstlerisch gebildete Frau in der Lebensgemeinschaft mit dem Manne im Hause und in der Familie die berufene Vertreterin und Pflegerin des Schönen. Unsere Kultur verdankt neben den Künstlerinnen gerade solchen Frauen unendlich viel.
Die Frau hat im künstlerischen Leben eine Bedeutung gewonnen, die man vor 25 Jahren kaum ahnen konnte. Man kann es heute wohl sagen, daß der Münchener Künstlerinnen-Verein das Seine dazu beigetragen hat. Er ist gerade in der Zeit ins Leben getreten, als die Bewegung, welche zusammenfassend die Frauenfrage genannt wird, sich in ihren ersten Anfängen bemerkbar machte.
Im Jahre 1882 schlossen sich eine Anzahl Gleichgesinnter, angeregt von der damaligen Lehrerin und Aufsichtsdame der weiblichen Abteilung der Kunstgewerbeschule Fräulein v. Braunmühl, zu einer Vereinigung zusammen, die den Grund zu dem heutigen Künstlerinnen-Verein legte. Drei Jahre stand Fräulein v. Braunmühl dieser Vereinigung vor. Als sie, durch amtliche Rücksichten gezwungen, ihr Amt als Vorsitzende niederlegte, trat im Oktober 1885 Frau S. Dahn-Fries an ihre Stelle.
Dieser edlen Persönlichkeit, gleich ausgezeichnet durch hervorragende Intelligenz wie durch herzhafte Energie, verdankt der Verein sein rasches Emporblühen. Sie wußte die kgl. Staatsregierung mit Erfolg dafür zu interessieren, so daß von 1894 an ein jährlicher Staatszuschuß geleistet wurde. Unter ihrer Vorstandschaft wurden auch segensreiche Wohlfahrtseinrichtungen: eine Vorschußkasse und Krankenversicherung ins Leben gerufen; Frau Dahn-Fries dachte auch schon an die Erwerbung eines Grundstückes, damit der Verein zu einem eigenen Heim käme. Der Künstlerinnen-Verein ehrte das Andenken an diese geniale Frau durch die bekannte Gedenktafel im neuen Hause.
Unter der Nachfolgerin der Frau Dahn-Fries, Fräulein Teklenborg, wurde die Idee eines eigenen Heims verwirklicht; nicht zum wenigsten ist dieses Werk, das damals eine Tat war, dieser opferwilligen tatkräftigen Förderin zu danken. Im Jahre 1893 wurde der Bau des jetzigen Vereinshauses an der Barerstraße begonnen und trotz anfänglicher finanzieller Schwierigkeiten und sonstigen Sorgen, Mühen und Lasten glücklich zu Ende geführt.
In dem neuen Hause konnte sich der Verein erst recht entfalten; die größte Sorgfalt wendete sich der Entwicklung der Schule zu.
Es wurden die besten Lehrkräfte herangezogen, um in neueröffneten Ateliers in bisher weniger gepflegten Fächern zu unterrichten. Viele von diesen Künstlern, die an der Münchener Damen-Akademie tätig waren, wurden von hier weg an staatliche Akademien und Kunstschulen berufen.
Die öffentlichen Schulausstellungen geben sozusagen einen Rechenschaftsbericht über die Leistungen der Damen-Akademie des Künstlerinnen-Vereins ab, die sich mit den Ergebnissen der staatlichen Schulen wohl messen können. Eine Reihe hervorragender Künstlerinnen ist aus dieser Schule hervorgegangen. Sie verdient auch darum von staatlicher Seite die tatkräftigste Förderung und Unterstützung.
Wie der Verein seinen Mitgliedern immer wieder neue Anregungen und Förderungen zuteil werden läßt, bekunden die Veranstaltung von Konkurrenzen und Zuerteilung von Prämien, öffentliche Ausstellungen, Vermittlung von Aufträgen zur Unterrichtserteilung etc.
Vorträge in Kunstgeschichte, Anatomie, Perspektive vermitteln eine Fülle allgemeiner und spezieller Kenntnisse. Die Damen-Akademie des Münchener Künstlerinnen-Vereins erweist sich in jeder Hinsicht als eine tüchtige Bildungsanstalt, die dem künstlerischen Leben nur die tüchtigsten und geeignetsten Kräfte zuführen möchte und daher ihrem obersten Prinzip, ernster zielbewußter Arbeit, jederzeit Geltung zu verschaffen weiß. Insofern erweist sich diese Schule auch als eine kräftige Abwehr gen den heutigen Massenandrang von Kunststudierenden. Es liegt ihr ferne, hoffnungsvolle Dilettanten oder Kunstproletariat heranzuziehen.
Auch noch auf einem anderen Gebiete verspüren wir ihren günstigen Einfluß; er äußert sich in der Veredlung des allgemeinen Geschmackes. Wenn man von einer Kultur der Feste spricht, muß man an die Veranstaltungen des Künstlerinnen-Vereins denken. Die Damen Münchens werden sich mit Vergnügen an »Circes Zaubergarten«, dann an das »Fest auf dem Meeresgrund«, ferner an das Rokoko-, das niederländische und japanische Fest, vor allem aber an den glänzenden Verlauf des Festes »Im Garten der Hesperiden«, das im Kaimsaale abgehalten wurde, erinnern.
Das Fest »Ein Tag in Pompeji« verhalf zur Gründung eines Hilfsfonds für erkrankte oder notleidende Künstlerinnen. Diese Veranstaltungen ermöglichten, einen dem Künstlerinnen-Verein angegliederten »Hilfsverein« zu organisieren, der allerdings erst über recht bescheidene Mittel verfügt und dessen Förderung eine sehr dankenswerte Sache wäre.
Von seiten des Vereins, der in der jetzigen Vorsitzenden Frau Martha Giese eine ihrer verdienstvollen Vorgängerinnen würdige Nachfolgerin gefunden hat, wird alles geleistet, was nur immer getan werden kann. Der Vorsitzenden zur Seite steht ein Ausschuß von erfahrenen und dem Verein treuergebenen Künstlerinnen, der ebenfalls sehr verdienstvoll wirkt. Der Verein hat das Glück, immer wieder Persönlichkeiten in seiner Mitte zu sehen, die der guten Sache in hingebungsvoller Einzel- und Gemeinschaftsarbeit dienen.
Wenn nun der Münchener Künstlerinnen-Verein an seinem 25jährigen Stiftungstage, der in der Tonhalle gefeiert wird, auf seine bisherige Wirksamkeit zurückblickt, so darf er sich sagen, daß er Erfolge zu verzeichnen hat, welche nicht nur einzelnen, sondern allen Frauen zugute kommen, weil sie die Frauenfrage im allgemeinen gefördert haben, denn gerade durch künstlerisches Streben und Schaffen wird der Lebensinhalt ungemein vertieft und bereichert. –ci–
Allgemeine Zeitung Nr. 552. München; Donnerstag, den 28. November 1907.

#30 – 1 – 15·16 (Fries)
Hier ruhen
Frau Friederike Fries,
geb. Gebhardt,
geb. in Mainbernheim, gest. dahier 1. Sept. 1858.
Der unvergessliche Gatte und Vater:
Herr Friedrich Fries,
Rentier,
geb. In Manheim 27. Okt. 1803, gest. 18. Aug. 1884.
Seine Gattin:
Frau Therese Fries,
geb. Bergmann,
geb. in Bergen 27. Febr. 1827, gest. 1. Jan. 1886.
Friedrich Fries,
geb. 25. Aug. 1868, gest. 12. Nov. 1894.
beider letzterer Sohn.
Sockel
30.1.15.16 Schwarz
- Fries, Friederike (vh) / Gebhardt (gb); (Mainbernheim) – 1.9.1858 (München); Weinhändlers-Gattin
- Fries, Friedrich; 25.8.1868 – 12.11.1894 (Deinhofen), Tod durch Selbstmord; Gutsbesitzer
- Fries, Friedrich; 27.10.1803 (Manheim) – 18.8.1884; Rentier
- Fries, Therese (vw) / Bergmann (gb); 27.2.1827 (Bergen) – 1.1.1886




#30 – 1 – 19·20 (Wulffen)
Hier ruhen in Gott:
der k. b. Kammerherr, Staatsrat u. Präsident
des Oberappellationsgerichtes
Friedrich Freiherr von Wulffen
geb. den 28. Febr. 1790, gest. den 10. April 1858.
und seine Gemahlin
Luise Freifrau von Wulffen
geb. von Hennebrith von Henneberg
Ehrenstiftsdame des St. Anna-Ordens,
geb. den 15. März 1799, gest. den 2. Febr. 1860.
Den Eltern folgten:
August Freiherr von Wulffen
geb. den 27. Januar 1834, gest. den 24. April 1876.
Emil Freiherr von Wulffen
k. b. Major a. D. Ritter des eis. Kreuzes II. Cl. u. a. h. O.
geb. den 27. Dezbr. 1828, gest. den 5. Sept. 1876.
Friedrich Freiherr von Wulffen
k. b. Kammerherr u. Oberstaatsanwalt
H. O. R. Ehrenbürger der Stadt Passau,
geb. den 14. Oktbr. 1822, gest. den 11. Oktbr. 1882.
Karl Freiherr von Wulffen
kgl. bayer. Major d. Reserve
geb. am 1. November 1866 zu Passau,
gest. am 27. Oktober 1923 zu München.
Ich will euch zu Mir nehmen
damit auch ihr da seid, wo Ich bin.
Joh.XIV.III.
Carl Freiherr von Wulffen
k. b. Kammerherr u. Oberhofmeister,
geb. den 18. März 1824, gest. den 28. Mai 1909.
Rechte Seite
Friedrich Emil
Frhr. von Wulffen
des Oberstaatsanwalts-
Sohn,
geb. 5. Febr. gest. 18. Juni 1874.
Sockel
A. Lallinger.
- Wulffen, August Freiherr von; 27.1.1834 – 24.4.1876 (München); Präsidentens-Sohn
- Wulffen, Emil Freiherr von; 27.12.1828 – 5.9.1876 (Dachau); Königlich Bayerischer Major a. D.
- Wulffen, Friedrich Emil Freiherr von; 5.2.1874 – 18.6.1874 (München); Oberstaatsanwalts-Sohn
- Wulffen, Friedrich Freiherr von; 14.10.1822 – 11.10.1882; Königlich bayerischer Kammerherr und Oberstaatsanwalt
- Wulffen, Friedrich Freiherr von; 28.2.1790 – 10.4.1858 (München); Königlich bayerischer Kammerherr, Staatsrat und Präsident des Oberappellationsgerichtes
- Wulffen, Karl Freiherr von; 1.11.1866 (Passau) – 27.10.1923 (München); Königlich bayerischer Major d. R.
- Wulffen, Karl Freiherr von; 18.3.1824 – 28.5.1909 (München); Königlich bayerischer Kammerherr und Oberhofmeister
- Wulffen, Luise Freifrau von (vw) / Hennebrith von Henneberg,von (gb); 15.3.1799 – 2.2.1860 (München); Staatsrats-Witwe und Ehrenstiftsdame des St. Anna-Ordens







#Friedrich Freiherr von Wulffen
* 28.2.1790
† 10.4.1858 (München)
Königlich bayerischer Kammerherr, Staatsrat und Präsident des Oberappellationsgerichtes
#Landshuter Zeitung (7.5.1858)
Friedrich Freiherr von Wulffen.
Der kürzlich in München verstorbene I. Präsident des Oberappellationsgerichts, Friedrich Freiherr von Wulffen, war am 28. Februar 1790 als der Sohn des fürstlich passau'schen Oberstallmeisters Friedrich Leopold Frhrn. v. Wulffen geboren. In dem jugendlichen Alter von 14 Jahren trat er in die orientalische Akademie zu Wien ein, um sich daselbst für die Diplomatie im Dienst des österreichischen Staates auszubilden. Jedoch die kriegerische Zeit zu Anfang dieses Jahrhunderts, die so viele Pläne zerstörte oder änderte, äußerte ihren Einfluß auch auf diesen und führte Hrn. v. Wulffen nach Bayern zurück, wo er nach vollendetem Rechtsstudium im Jahre 1813 als Protokollist am k. Kreis- und Stadtgerichte München in den Staatsdienst trat, dem er sich von da an bis an sein Lebensende widmete. Nur auf kurze Zeit wurde seine Beamtenlaufbahn unterbrochen, als er in den deutschen Befreiungskriegen zu den Waffen griff und in das freiwillige Jägerbataillon des Salzachkreises als Oberlieutenant eintrat. Das Bataillon wurde indeß nicht mehr im Felde verwendet, so daß Frhr. v. Wulffen schon im Herbste des Jahres 1814 in den Civildienst zurücktrat. Noch im genannten Jahre erfolgte seine Beförderung zum Stadtgerichtsassessor in Erlangen, wie es im Dekrete heißt, »um ihm die allerhöchste Würdigung seiner sowohl im Civildienste gewordenen vortheilhaften Auszeichnung als des von ihm bei der allgemeinen Landesbewaffnungsanstalt erprobten Patriotism zu bezeugen.« Nachdem sein Anerbieten: beim Wiederausbruche des Krieges im Jahre 1815, abermals die Feder mit dem Schwerte zu vertauschen, in Folge der raschen Beendigung des Krieges abgelehnt worden war, wurde er noch in demselben Jahre an das kgl. Kreis- und Stadtgericht München versetzt, wo er als Rath bis zum Jahre 1822 wirkte. Zum Direktor des k. Kreis- und Stadtgerichts Fürth befördert, leitete er diesen Gerichtshof bis zum Jahre 1824, in welchem er als Rath an das Appellationsgericht des Oberdonaukreises berufen wurde. In dieser Stellung verblieb er 13 Jahre, nach welchem Zeitraume er im Jahre 1837 zum Rath des Oberappellationsgerichts ernannt wurde. Im Jahre 1841 in das Justizministerium als Rath berufen, hatte er daselbst nur kurz zu verweilen, denn schon im nächsten Jahre wurde er zum Präsidenten des Appellationsgerichts von Unterfranken und Aschaffenburg befördert. Im Laufe des Jahres 1843 wurde ihm dann die Verwaltung des Kreises Niederbayern als Regierungspräsident und im Jahre 1846 die Justizverwaltung desselben Kreises übertragen. Im Jahre 1848 wurde er in das Frankfurter Parlament gewählt. Im Jahre 1855 – nachdem ihm einige Jahre vorher das Kommenthurkreuz des Verdienstordens vom heil. Michael verliehen worden war – wurde er endlich zum Präsidenten des obersten Gerichtshofes ernannt.
Landshuter Zeitung Nr. 103. Freitag, den 7. Mai 1858.

#30 – 1 – 21 (Seuffert)
Büste
Inschrift Vorderseite
Joh. Ad. v. Seuffert
geb. 15. Maerz 1794
gest. 8. Mai 1857
Signatur Linke Seite
Joh. Halbig inv. et. mod.
Dem Gedächtnisse
des
um Wissenschaft
und Pflege
des vaterländischen
Rechts
hochverdienten Mannes
gewidmet
von seinen Freunden
und Verehrern
1858
Linke Seite
Marie von Seuffert
1871 – 1900
Dr. Ernst August
Ritter von Seuffert
1829 – 1907
Eicke Seuffert
1937 – 1938
Rechte Seite
Maria Anna Theresia
Seuffert
geb. Wolff
1836 – 1865
Marie Seuffert
1825 – 1876
Clementine Seuffert
1828 – 1890
Hedwig Seuffert
1833 – 1895
Maria Seuffert
1820 – 1875
Auguste von Seuffert
AppellationsgerichtsratsWw
1802 – 1883
Auguste Seuffert
1844 – 1890
- Seuffert, Auguste (vh) / Weckbecker zu Sternenfeld, von (gb); 1844 – 27.10.1890 (München); Professors-Gattin
- Seuffert, Auguste von (vw) / Zink (gb); 1802 – 15.10.1883 (München); Appellationsgerichtsrats-Witwe
- Seuffert, Eicke; 1937 – 1938
- Seuffert, Ernst August Ritter von, Dr.; 1.9.1829 (Würzburg) – 7.1.1907 (München); Professor der Rechte
- Seuffert, Hedwig; 18.5.1833 (Würzburg) – 28.5.1895 (München); Appellationsgerichtsrats-Tochter
- Seuffert, Johann Adam von, Dr. jur. / Steinbühl, Justus (ps); 15.3.1794 (Würzburg) – 8.5.1857 (München); Jurist und Universitätsprofessor
- Seuffert, Klementine; 1828 – 1.10.1890 (München); Appellationsgerichtsrats-Tochter
- Seuffert, Maria; 1820 – (12).7.1875 (München); Erziehungsdame
- Seuffert, Maria Anna Theresia (vh) / Wolff (gb); 1836 – August 1865 (München); Privatdozentens-Gattin
- Seuffert, Marie; 1825 – 12.1876 (München); Appellationsgerichtsrats-Tochter
- Seuffert, Marie von; 1871 – 1900








#Dr. jur. Johann Adam von Seuffert / Justus Steinbühl (ps)
* 15.3.1794 (Würzburg)
† 8.5.1857 (München)
Jurist und Universitätsprofessor
#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)
Seuffert Johann Adam, Dr. jur., von, 1794 (Würzburg) – 1857, Rechtsgelehrter und Universitätsprofessor; S. studierte in seiner Heimatstadt und machte den Feldzug von 1814 nach Frankreich mit, habilitierte sich darauf für Geschichte und Staatswissenschaften in Göttingen, 1817 wurde er Professor der Geschichte, Pandekten und bayerischen Zivilrechts in Würzburg, seit 1831 Vertreter der Universitäten im bayerischen Landtag und zweiter Präsident der Ständeversammlung, 1832 Appellationsgerichtsassessor bzw. -rat in Straubing, 1834 in Ansbach und 1838 in Eichstätt, mußte er dann aber aus gesundheitlichen Gründen 1839 vom Staatsdienst ausscheiden; er zog nach München und betätigte sich hauptsächlich fachschriftstellerisch.
Hauptwerke: Begründung der »Blätter für Rechtsanwendung« und des »Archiv für die Entscheidungen der obersten Gerichte in den deutschen Staaten«, Praktisches Pandektenrecht (3 Bde.), Kommentar über die bayerische Gerichtsordnung (4 Bde.); auch als (liberaler) Politiker war S. unter dem Pseudonym Justus Steinbühl literarisch tätig.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#30 – 1 – 27 (Andrée · Haumann · Netzsch)
Hier ruht in Gott
unser unvergesslicher Gatte und Vater
Herr Georg Netzsch
privat. Apotheker,
geb. 30. Aug. 1850, gest. 3. April 1895.
Die treue Gattin und geliebte Mutter
Frau Ernestine Netzsch
Apothekers-Wittwe,
geb. 30. Januar 1826, gest. 6. Juni 1904.
Frau Johanna Andrée
geb. Netzsch,
Oberförsterswitwe,
geb. 9. Dezember 1846, gest. 22. Mai 1931.
Frau Louise Haumann, geb. Netzsch,
kgl. Forstmeisterswitwe,
geb. 13. April 1854, gest. 28. August 1941.
Ruhet in Frieden!
Rechte Seite
Heiligensetzer 30.1.27.
- Andrée, Johanna (vw) / Netzsch (gb); 9.12.1846 – 22.5.1931; Oberförsters-Witwe
- Haumann, Luise (vw) / Netzsch (gb); 13.4.1854 – 28.8.1941; Forstmeisters-Witwe
- Netzsch, Ernestine (vw); 30.1.1826 – 6.6.1904; Apothekers-Witwe
- Netzsch, Georg; 30.8.1850 – 3.4.1895; Apotheker


#30 – 1 – 28 (Engleder)
Elsa
* am ¿5. ¿ 1885, † am 23. XII. 1889
Frau Ernestine Engleder
* am ¿ 1854, † am 3. XII.1901.
Herr Franz Engleder
Hauptlehrer
* am ¿ 1855, † am 23. III. 1931.
- Engleder, Elsa; 1885 – 23.12.1889
- Engleder, Ernestine (vh); 1854 – 3.12.1901 (München); Lehrers-Gattin
- Engleder, Franz; 1855 – 23.3.1931; Hauptlehrer



#30 – 2 – 1 (Hilber · Seckel)
FAMILIE
SECKEL-HILBER
Tafel
Carl Heinr. Seckel, geb. 6. Januar 1820, gest. 15. April 1895.
Katharine Seckel, geb. 10. Januar 1822, gest. 18. März 1879.
Susanne Hilber, geb. 4. März 1825, gest. 30. August 1894.
Max Hilber, geb. 1. Januar 1847, gest. 9. Mai 1905.
Therese Hilber, geb. 22. April 1860, gest. 5. Dezember 1935.
Linke Seite
30.2.1. Schneider
- Hilber, Max; 1.1.1847 – 9.5.1905
- Hilber, Susanne; 4.3.1825 – 30.8.1894
- Hilber, Therese; 22.4.1860 – 5.12.1935
- Seckel, Karl Heinrich; 6.1.1820 – 15.4.1895
- Seckel, Katharina (vh) / Seidl (gb); 10.1.1822 – 18.3.1879 (München); Rentiers-Gattin



#30 – 2 – 2·3 (Schultze)
Hier ruhet in Gott:
Frau Franziska Romana Schultze
geb. Ott,
geb. d. 9. Mai 1828, gest. d. 19. Oktb. 1896.
August Schultze k. Hofdekorations-Maler
geb. d. 3. Aug. 1826, gest. d. ¿. Juni 1903.
Dr. August Schultze
Oberregierungsrat
geb. d. 25. Mai 1863, gest. d. 23. August 1924.
Auguste Schultze
geb. Gilardone
* d. 17. Mai 1867 † d. 20. Juli 1942.
Friedrich Schultze
k. Hofdekorationsmaler
geb. d. 11. Mai 1839. gest. d. 2. Nov. 1928.
Sockel
A. Weigel.
- Schultze, August; 3.8.1826 – ¿.6.1903; Hofdekorationsmaler
- Schultze, August, Dr.; 25.5.1863 – 23.8.1924; Oberregierungsrat
- Schultze, Auguste (vh) / Gilardone (gb); 17.5.1867 – 20.7.1942
- Schultze, Franziska Romana (vh) / Ott (gb); 9.5.1828 – 19.10.1896
- Schultze, Friedrich; 11.5.1839 – 2.11.1928; Hofdekorationsmaler


#30 – 2 – 4 (Helmschrott)
Familie Helmschrott
Hier ruht:
unser liebes einziges Kind
Marie Helmschrott,
k. Postoffizialstöchterchen,
geb. den 2. August 1879, gest. den 17. Mai 1887.
Ihr folgte
Frau
Marie Helmschrott,
k. Postoffzials-Gattin,
geb. den 1. Januar 1859 gest. den 15. Dezemb. 1893.
Ihr folgte unser lieber Gatte u. Vater
Herr Ludwig Helmschrott,
k. Postoffizial,
geb. den 7. Januar 1847, gest. den 5. Novb. 1905.
Sockel
Unser Liebling Horst † 1933.
- Helmschrott, Ludwig; 7.1.1847 – 5.11.1905; Postoffizial
- Helmschrott, Marie (vh); 1.1.1859 – 15.12.1893; Postoffizials-Gattin
- Helmschrott, Marie; 2.8.1879 – 17.5.1887; Postoffizials-Tochter
- Helmschrott, Horst; – 1933



#30 – 2 – 9 (Pfannmüller · Zink)
Obelisk
FAMILIE
PFANNMÜLLER
Sockel
Hier ruhen in Frieden
Frau Elise Pfannmüller
geb. Janzer
gest. 15. Mai 1904 – 48 Jahre alt,
und deren Gatte
Herr Carl Pfannmüller
Kaufmann
geb. 12. April 1858, gest. 9. Januar 1911.
Linke Seite
Dorothea Zink
geb. am 22. Jan. 1828 zu Wertheim
gest. am 10. Nov. 1891 zu München.
Schneider
- Pfannmüller, Elise (vh) / Janzer (gb); – 15.5.1904, 48 Jahre alt; Kaufmanns-Gattin
- Pfannmüller, Karl; 12.4.1858 – 9.1.1911; Kaufmann
- Zink, Dorothea; 22.1.1828 (Wertheim) – 10.11.1891 (München)


#30 – 2 – 14 (Schaller)
Ludwig Schaller
Bildhauer
geb. in Wien am 19. Oktober 1804,
gest. in München am 29. April 1865
Friede seiner Asche
- Schaller, Ludwig; 19.10.1804 (Wien) – 29.4.1865 (München); Bildhauer



#Ludwig Schaller
* 19.10.1804 (Wien)
† 29.4.1865 (München)
Bildhauer
#Münchener Künstlerbilder (1871)
Ludwig Schaller,
Bildhauer.
Für die Kunstwelt hat der Name Schaller schon von früher her einen guten Klang. Der Vater unsers Ludwig, Anton Schaller, stammte aus Waldmünchen in der bayerischen Oberpfalz und war ursprünglich zum Töpfer bestimmt, schwang sich aber durch Talent und Fleiß bald zu den ersten unter den Zöglingen der k. k. Porzellan-Manufactur in Wien auf und zeichnete sich später nicht blos als Porzellan-Maler, sondern auch als Zeichner so hervorragend aus, daß ihm, da er besonders im Gebiete der Anatomie die eingehendsten Studien gemacht, die Stelle eines Professors der Anatomie und der Elementarzeichnung an der k. k. Akademie in Wien übertragen wurde. Von den Oelbildern, welche von dieser Zeit an aus seiner Hand hervorgingen, ist namentlich eine halb lebensgroße Venus bekannt geworden. Auch im Gebiete der Literatur war Anton Schaller tätig und schrieb einige Abhandlungen über die Kunst.
Anton’s Bruder Johann, jünger als jener, war gleichfalls in der Porzellan-Manufactur beschäftigt, aus welcher er sich zur Kunst durcharbeitete. Er ging im Jahre 1812 als Pensionair nach Rom und ward im Jahre 1823 von dort, wo er tüchtige Werke geschaffen, wie die berühmte im Kaisergarten zu Wien aufgestellte Gruppe des »Bellerophon im Kampfe mit der Chimära«, als Professor der Bildhauerei an der dortigen Akademie berufen. Eine gleichfalls weitbekannte Arbeit desselben Künstlers ist das in den Jahren 1831–33 ausgeführte »Monument Andreas Hofer’s« in der Franciskanerkirche zu Innsbruck. Von großer Bedeutung sind namentlich auch die Portraitbüsten dieses tüchtigen Künstlers.
Auch Ludwig’s älterer Bruder Eduard folgte den Traditionen der Familie und erhielt seine Bildung an der Akademie zu Wien. Nach längerem Aufenthalte in Prag wendete er sich 1832, von einer Reise nach Italien zurückkehrend, nach München und vollendete daselbst seine Ausbildung unter Cornelius, worauf er nach seine Vaterstadt zurückkehrte, um sich dort den Ruf eines der vorzüglichsten Meister, besonders im Gebiete religiöser Kunst, zu begründen.
Unser Ludwig nun ist am 10. October 1804 in Wien geboren. Aus Anlaß früh sich zeigender Anlagen zum Künstler bestimmt, erhielt er bald gediegenen Unterricht im Zeichnen und in dem, was dem künftigen Plastiker besonders noth that. Dabei las der vierzehnjährige Knabe Alles, was ihm von Werken über die Geschichte der Völker, ihre Sitten und Gebräuche u. dgl. zugänglich wurde, und sah sich auch in den alten Classikern, besonders Homer, in der Mythologie, nicht minder aber in der Anatomie fleißig um. Seine Lieblingslectüre aber bildeten Shakespeare und Cervantes. Von den deutschen Dichtern kamen ihm zuerst Goethe und Schiller in die Hand, die er mit wahrer Gier verschlang. Bald bildete er sich einen kleinen Kreis gesinnungsverwandter Genossen, der jedoch die Unzufriedenheit der Professoren der Akademie auf sich zog, welcher sie alle angehörten. Jenen schien nemlich nur die Antike von Bedeutung, und sie wiesen ihre Zöglinge mit Strenge auf sie allein hin. An dem in jeder Zeit entbrannten Goethe-Schiller-Streite nahm Schaller lebhaften Antheil, und es war die größere Objectivität Goethe’s, die begreiflicher Weise den jungen Plastiker fesselte.
Hatte sich derselbe bisher mit besonderer Vorliebe dem Helenenthum zugewendet, so machte sich nun, da er im achtzehnten Lebensjahre stand, ein starker Umschwung seiner Anschauungs- und Empfindungsweise bemerkbar. Der ganze Zauber des Mittelalters hatte ihn erfaßt, er verweilte Stunden lang im Stefansdome und in der Kirche Mariä Stiegen, er schwärmte für alte Burgen, Schlösser und Klöster und vergaß in ihnen und in Gottes freier Natur den Schmerz unbefriedigten künstlerischen Strebens. Mit dem größten Unwillen nur besuchte er die Akademie, die ihm Formen in die Hand gab, welche seinen Empfindungen widersprachen. Es kostete ihn bittere Kämpfe, aus denen er jedoch siegreich hervorging, um sich statt der angelernten von innen heraus christlich-mittelalterliche Formen zu bilden.
Von größtem Einflusse auf Schaller’s Dichten und Trachten in jener Periode war namentlich die Lectüre des Nibelungenliedes, das er in Büsching’s Übersetzung kennen lernte. Er verwendete einige ersparte Gulden darauf, in der Ferienzeit den Weg stromaufwärts zu machen, den das Lied die Helden die Donau herab kommen läßt. Sein Wegweiser hierbei war das Lied selbst, und er gewann schon damals die unumstößliche Ueberzeugung, daß der Verfasser desselben, wenigstens des zweiten Theiles, in Oesterreich zu suchen sei, denn, bemerkt eine Sammlung von Notizen von des Künstlers Hand, welche mir vorliegt, »denn man kann Land und Leute nicht besser portraitiren, als es der Dichter thut.«
Er wendete sich mit immer größerer Entschiedenheit dem kirchlichen und geschichtlich-deutschen Elemente zu, und legte seinen Compositionen, von poetischen Einflüssen hingerissen, gerne einen geheimen mystischen Sinn unter, indem er Poesie und Geschichte zu verbinden suchte. Darum hieß er den Professoren der alten hellenischen Richtung wohl ein Überläufer in’s Lager der Nazarener. Aber es war nicht diese schiefe Stellung allein, welche ihm das Leben schwer machte; sein Kopf war der Hand voran geeilt, die Behandlung des Marmors machte ihm, der bisher nur in weichem Thon gearbeitet hatte, Schwierigkeiten, welche nur Geduld überwinden konnte. Aber durch den Kampf mit dem Hergebrachten in seinem innersten Nervenleben aufgeregt, fühlte er nur zu oft, daß auch sie, die Himmlische, ihn verließ. Seine Gegner erhielten dadurch neue Waffen, es hieß: Haben wir es nicht voraus gesagt; nun seht, wie er zurückgeht! Arm, kränklich, innerlich unzufrieden, suchte er in der Narkose des Rauchtabaks, im Wirtshausleben sich zu betäuben und verschlimmerte seine Lage nach allen Seiten hin: da führte ihn eines Tages sein innerer Trieb in die Hofkirche zu den Augustinern, um dort sich an dem Anblick der Denkmäler des Kaisers Leopold von Franz Zauner und der Prinzessin Maria Christina von Canova zu stärken. Es predigte eben Pater Werner, der berühmte Kanzelredner, über das jüngste Gericht, indem er Miachel-Angelo’s riesige Composition dabei zu Grunde legte, mit einer Lebendigkeit und Wahrheit, welche auch Schaller mächtig ergriff und ihn zur Einkehr in sich selber brachte.
In den ersten Tagen des Jahres 1828 wendete sich der rühmlich bekannte Bildhauer Johann Leeb in München an Schaller’s Oheim, den Professor an der Wiener Akademie, mit dem Ersuchen, ihm einen jungen tüchtigen Bildhauer zu schicken, dessen er sich bei der Ausführung vorliegender Aufträge bedienen könnte. Der Oheim zog hie und da Erkundigung ein und umging den Neffen, sei es, weil er selber nicht allzuviel Hoffnung in dessen Zukunft setzte, sei es, weil er in seiner strengen Rechtlichkeit auch den leisesten Schein des Nepotismus vermeiden wollte. Inzwischen hatte Ludwig Kenntniß von der Sache erhalten und bat rasch entschlossen seinen Oheim, bei dem er eben in Arbeit stand, um seine Verwendung in der Sache, erhielt dessen Zusage, verständigte mit blutendem Herzen die geliebten Eltern von seinem Vorhaben und reiste bald darauf, von seinem Oheim mit erbetenen Empfehlungsbriefen an Cornelius und Conrad Eberhard versehen, nach München ab.
Von seinen in Wien gelieferten Arbeiten mag hier nur der Statue des »Perseus mit dem Medusenhaupte« Erwähnung geschehen, welche ihm den akademischen Preis verschafft hatte.
Mit seinem Eintreffen in München am 14. April 1828 begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Sein Gesichtskreis erweiterte sich zwar augenblicklich, aber noch lange fühlte er nach seinen eigenen Worten eine gewisse Kleingeisterei und Beschränktheit der künstlerischen Anschauung. Von allen Künstlern Münchens machte Cornelius den mächtigsten Eindruck auf ihn. Derselbe hatte bereits den Göttersaal in der Glyptothek vollendet und arbeitete eben an seinen Gemälden für den Saal der Heroen ebendort. Diese Vorbilder, noch mehr aber die eiserne Nothwendigkeit des Lebens, ließen Schaller wieder sein Griechenthum hervorsuchen. Professor Leeb hatte allen Grund, mit seinem neuen Gehilfen zufrieden zu sein und übertrug ihm bald Arbeiten, die er Andern abgenommen hatte. Die freundlichen Worte, welche Thorwaldsen’s Schüler, der Däne Hermann Freund, bekanntlich einer der ersten Bildhauer, welche sich mit der Darstellung der nordischen Mythologie befaßten, über seine Leistungen ihm sagte, waren die erste Anerkennung, deren er sich in München zu erfreuen hatte.
Nach drei Monaten ging Schaller zu Ernst Meier über, der sich damals mit den Statuen für das Giebelfeld der Glyptothek beschäftigte. Die Aufforderung war ihm um so erwünschter geworden, als es dort sich um Kolossalfiguren handelte. Die von Schaller rasch hergestellte erste Statue ward von Cornelius und Klenze besichtigt, und der junge Künstler hatte das Glück, daß gerade von ihm herrührende Stellen des Ersteren ganzen Beifall erhielten. In diese seine Lehrzeit fällt auch der Carton eines den Kindermord behandelnden Basreliefs. In der Gestalt der Rahel machte er seinen Schmerzen Luft. Schwanthaler’s Wesen, bei dem er nun in Beschäftigung trat, sagte ihm besser zu. In seiner Werkstätte fertigte er die beiden letzten Wände des Bacchusfrieses und eine große Menge anderer Arbeiten für die fürstlich Turn und Taxis’sche Reitschule und den Königsbau. Der Meister erkannte sein Talent und wußte es fruchtbringend für sich selber zu benutzen, da durchriß Schaller wie ein gehetzter Hirsch das Netz und erklärte sich im Frühling des Jahres 1831 für selbständig.
Einige Portraitbüsten, darunter die Eduard Duller’s und Karl Spindler’s, verschafften ihm die Mittel, eine »Pandora« im Relief auszuführen, die er im Kunstverein ausstellte. Während er sich mit deren Ausführung beschäftigte, trug er sich schon mit dem Gedanken einer neuen Schöpfung. Auf das Gemüth des fünfjährigen Knaben schon hatte der Anblick des Sternenhimmels einen erschütternden Eindruck gemacht. In jener Nacht, in welcher der Donner der Kanonen von Aspern herüberscholl, lag er im Grase und folgte den über ihm kreisenden Gestirnen. Seither fand er nur in ihrem Anblick Ruhe. Nun drängte es ihn, seine Gedanken und Empfindungen künstlerisch zu gestalten, er zeichnete und zeichnete, daß er darüber ganz des Lebens Nothdurft vergaß. Der Kunstverein hatte seine »Pandora« zurückgewiesen und Schaller war ganz ohne alle Mittel. Seine Freunde und ein paar Landsleute, darunter Moritz von Schwind, sahen mit Besorgniß seine Lage. Man schrieb ohne Schaller’s Vorwissen an den Oheim, und als dieser Mittel schaffte, war des jungen Künstlers Stolz so verletzt, daß er fast Lust hatte das Geld mit Dank heimzuschicken.
Schaller bestimmte seine neue Composition für das Schlafzimmer eines Palastes und ordnete demgemäß um einen größeren Kreis, der Luna mit Harpokrates auf rehbespanntem Wagen stehend, von der Dämmerungsstunde geleitet, aufnahm, vier Reliefs gleich dem mittleren auf goldnem Grunde. Hesperus senkt die Fackel und erfrischt die lechzende Erde mit Thau. Die Jungfrau von Sirius bewacht schaukelt sich in ihrem Schleier. Berenike sitzt auf einem Wölkchen, indeß Eros ihre geopferten Locken über den Himmel streut, von ihr am Gängelband geleitet. Lucifer beschließt den Reigen, die Fackel schwingend und Rosenknospen im Haar, taucht er sanft in die Wellen, um darin zu versinken. Die Dioskuren, Plejaden, Hyaden und Orion umgeben im Kreise die äußeren Reliefs. Das Werk ist von ausgezeichneter Schönheit und im ernsten würdigen Style behandelt.
Nach sechs Wochen ununterbrochener Anstrengung waren die Entwürfe dem Abschlusse nah und nun ging Schaller trotz aller Erschöpfung sofort an das Modelliren. Innerhalb weiterer sechs Wochen war die »Jungfrau« in Gyps vollendet. Er hielt sich für gerettet, die Wirkung seines Werkes war eine schlagende, und dennoch wies es der Kunstverein zurück. Schaller, aller Mittel entblößt, erhielt die Hiobsbotschaft bei seinem Freunde Schwind. Er war der Verzweiflung nahe. Des anderen Morgens aber schwebte ihm ein holdes Bild von seiner Seele, mit wenig flüchtigen Zügen entwarf er den Umriß einer in Ohnmacht sinkenden »Psyche«, und als ihn Schwind des Mittags aufsuchte, konnte er ihm bereits die Thonskizze vorzeigen, die seinen Beifall erhielt. Mit dem wunderbar lieblichen Figürchen voll feinster Empfindung drang Schaller endlich bei der Vereinsbehörde durch und nahm sofort die Arbeit an den Sternbildern wieder auf.
Im zweiten Jahre seiner Selbständigkeit erhielt er den Auftrag, eine Porträtbüste der Königin Therese anzufertigen. Obwohl er die Arbeiten Anderer zu Grunde legen und nur die letzte Hand nach der Natur anlegen sollte, ward ihm dennoch die Gnade zu Theil, das Werk ganz nach demLeben modelliren zu dürfen. nach seinen eigenen Worten wollte er nicht ein Idealporträt schaffen, sondern das Wesen in seiner uns sichtbaren Erscheinung in die Plastik einführen und hielt an dem Grundsatze stets getreulich fest.
So war das Jahr 1833 herangekommen, und Schaller ward beauftragt, zwei Säle der Pinakothek mit Reliefs aus dem Leben Johann’s van Eyck, Hans Holbein’s und Albrecht Dürer’s zu schmücken. Waren auch die einzelnen Momente der Wahl des Künstlers entrückt, so fühlte er sich doch durch die Anerkennung seines Werkes einerseits und die Bedeutung des Auftrags andrerseits gehoben und arbeitete mit solchem Fleiße an dessen Ausführung, daß er nicht blos damit, sondern auch mit den Entwürfen von vier allegorischen Figuren für die Decke des Schlafgemachs der Königin im Königsbau (Malerei, Plastik, Architektur und Naturwissenschaft) zu Ende kam und dafür großes Lob erntete. Schwanthaler’s Schüler waren unvorbereitet auf Schaller’s Art zu denken und empfinden einzugehen. Ihre Ausführung der Schaller’schen Entwürfe war auf’s äußerste forcirt und befriedigte ihn in keiner Weise. Leider mußte er für die Fehler Anderer eintreten und ward nur durch das inzwischen aus Rom heimgekehrten Schwanthaler Worte: »Diese Reliefs sind mit Shakspeare’schem Geist erfunden« entschädigt.
Er suchte auf einer Fußreise nach Innsbruck Erholung für Leib und Seele. Sein erster Gang dortselbst war, obwohl ein heftiges Fieber ihn schüttelte, der zum Kaisergrab in der Franciskanerkirche. Hören wir hierüber seine eigenen Worte: »Eine größere Todtenfeier hat die Plastik nie begangen. Dem Christenthume allein war es vorbehalten, sich zu solcher Anschauungs-, zu solcher Darstellungsweise aufzuschwingen. Nur eine deutsche Seele war eines solchen Gedankens fähig, und nur deutsche Einfachheit und Reinheit des Gemüthes, nur deutscher Fleiß konnte es zur Vollendung führen.«
Leidend heimgekehrt ging er mehr zur Zerstreuung als aus Begeisterung an die Arbeit und feierte in der lebensgroßen »Statue der Hygieia« gleichsam das Fest seiner Genesung. Sie kam in den Besitz des Banquiers Hoftig in St. Gallen, der in seinem Garten einen kleinen Tempel darüber errichten Ließ. Ihr folgten eine Anzahl kleinerer Gruppen und Einzel-Statuen; seine damalige Thätigkeit fand jedoch ihren Gipfelpunkt in der vom Könige Ludwig (1840) ihm übertragenen Herstellung des »Prometheus« und des »Phidias« für die Nischen der Glyptothek in Marmor.
In dieselbe Zeit fällt eine sehr umfassende und figurenreiche Composition, in welcher Schaller die verschiedenen »olympischen Spiele« behandelte. Er führte in reicher Bewegung den Wettkampf im Reiten, im Rennen der Wagen, im Diskus-Werfen, im Faustkampf, im Ringen und Laufen vor und zeigt die Bekränzung der Sieger sammt Pindar als dem unsterblichen Sänger der Spiele. Der Entwurf war ursprünglich zur plastischen Ausführung bestimmt, er gelangte jedoch später durch Schwind’s Vermittlung und unter seiner Aufsicht im Akademie-Gebäude zu Carlsruhe zur Ausführung mittels Farbe, roth auf braunem Grunde. Ebendort fanden seine Sternbilder Aufnahme an der Decke eines Saales.
Director Martin Wagner hatte damals eben einen längeren Aufenthalt in München genommen, um die vereinigten Sammlungen zu ordnen. Bald darauf nach Rom zurückgekehrt, sprach er sich über Schaller’s »Prometheus« und »Phidias«, namentlich auch gegen Thorwaldsen, in der anerkennendsten Weise aus. Als Letzterer nicht lange nachher in München durchreiste, hatte Schaller das Glück von dem Meister freundlichst aufgenommen zu werden. In einer längeren Unterredung erschloß ihm derselbe seine große Künstlerseele und sprach mit ebenso großer Offenheit wie Klarheit über ihre Kunst. Den günstigsten Eindruck auf Thorwaldsen machten die Sternbilder, und beim Abschied umarmte und küßte er den Kunstgenossen mit einer Herzlichkeit, deren Gedächtniß einen der höchsten Glanzpunkte in Schaller’s Seelenleben bildet.
Carl Albert Regnet: Münchener Künstlerbilder. Ein Beitrag zur Geschichte der Münchener Kunstschule in Biographien und Charakteristiken. Leipzig, 1871.
#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)
Schaller Ludwig, 1804 (Wien) – 1865, Bildhauer; Sch., Sohn eines Historienmalers, war zuerst Novize bei den Piaristen, studierte alsdann an der Akademie in Wien, zog mit seinem Freund M. von Schwind 1828 nach München und arbeitete mit L. M. von Schwanthaler an der Ausschmückung der Münchner Pinakothek, ebenso am neuen Königsbau (für Königin Therese), schuf viele Statuetten und größere Standbilder, u. a. für das Neue Museum in Budapest, die Ruhmeshalle und die Bayerische Staatsbibliothek in München sowie Prometheus und Pheidias für die Münchner Glyptothek, schließlich das Herder-Denkmal in Weimar (das 1918 eingeschmolzen wurde), wo er deshalb das dortige Ehrenbürgerrecht erwarb; Sch. zählt zu den bedeutendsten Schwanthaler-Schülern.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#30 – 2 – 17 (Kirmaier)
Hier ruhet
unser unvergesslicher Gatte u. Vater
Herr Max Kirmaier
k. Topograph im topogr. Bureau
des k. Generalstabes,
geb. 21. August 1850, gest. 9. April 1897.
Ihm folgte sein Sohn,
unser innigstgeliebter Gatte u. Vater
Herr Max Kirmaier
Versicherungsbeamter,
Inh. d. Eis. Kreuzes II. Kl. u. d. Verd. Kreuzes
geb. 17. Juli 1881, gest. 31. August 1925.
Unsere liebe Mutter u. Grossmutter
Frau Therese Kirmaier
Topographenswitwe,
geb. 12. Januar 1854, gest. 1. Dezember 1942.
Sockel
Herr Joseph Kirmaier
Graveur im k. Steuer-Kataster,
geb. 23. März 1819, gest. 9. April 1879.
Frau Elise Kirmaier
geb. 28. März 1817, gest. 30. Jan. 1883.
Rechte Seite
Kosenbach. 30.2.17.
- Kirmaier, Elise (vw); 28.3.1817 – 30.1.1883
- Kirmaier, Josef; 23.3.1819 – 9.4.1879 (München); Graveur
- Kirmaier, Max; 21.8.1850 – 9.4.1897; Topograph
- Kirmaier, Max; 17.7.1881 – 31.8.1925; Versicherungsbeamter
- Kirmaier, Therese (vw); 12.1.1854 – 1.12.1942; Topographens-Witwe



#30 – 2 – 19 (Barsch)
Die Grabinschrift ist nicht erhalten
- Barsch, Ernst; – (21).1.1890 (München), 20 Jahre alt; Pharmazeut


#30 – 3 – 9 (n. n.)


#30 – 3 – 13* (Bergmann)
Die Grabinschrift ist nicht überliefert
- Bergmann, Ignaz; 1797 (München) – 12.4.1865 (München); Maler und Lithograph
Das Grab ist nicht erhalten

#30 – 3 – 17 (Dietze)
Die Inschrift ist nicht erhalten
Liegestein
Tafel
ARCHITEKT
PAUL DIETZE
1862 – 1936
Tafel
LUZIE DIETZE
GEB. DIEMER
1855 – 1936
- Dietze, Luzie (vh) / Diemer (gb); 1855 – 1936
- Dietze, Paul; 1862 – 1936; Architekt


#30 – 4 – 1 (Sichlern)


#30 – 4 – 2 (Müller)
Hier ruhet
unser innigstgeliebter
Gatte und Vater
Herr Gotthold Müller
Kaufmann
geb. den 3. April 1860,
gest. den 30. März 1892.
Dessen Gattin
Frau Friederike Müller
geb. Gerhäuser,
geb. den 3. Januar 1861,
gest. den 21. Oktober 1912.
Sockel
Familien-Grab.
J. Lallinger.
- Müller, Friederike (vw) / Gerhäuser (gb); 3.1.1861 – 21.10.1912; Kaufmanns-Witwe
- Müller, Gotthold; 3.4.1860 – 30.3.1892; Kaufmann


#30 – 4 – 4 (n. n.)


#30 – 4 – 9 (Schönig)


#30 – 4 – 12 (Topper)
Hier ruhet in Gott
unser bester Gatte u. Vater
Herr Michael Topper,
Privatier
geb. 4. Juli 1822, gest. 18. Mai 1891.
dessen Gattin, unsere innigstgeliebte beste Mutter
Frau Ottilia Topper,
geb. Knobl.
geb. 3. Juni 1832, gest. 24. Mai 1915.
Frl. Barbara Topper,
Privatierstochter
geb. 17. Febr. 1861, gest. 27. Okt. 1898.
unser treubesorgter Bruder,
Herr Josef Topper,
langjähriger Sakristan
geb. 20. Apr. 1862, gest. 27. Jan. 1929.
Familiengrab.
Schwarz
- Topper, Barbara; 17.2.1861 – 27.10.1898; Privatiers-Tochter
- Topper, Josef; 20.4.1862 – 27.1.1929; Sakristan
- Topper, Michael; 4.7.1822 – 18.5.1891; Privatier
- Topper, Ottilia (vw) / Knobl (gb); 3.6.1832 – 24.5.1915; Privatiers-Witwe


#30 – 4 – 13 (Schmidbauer)
Die Grabinschrift ist nicht erhalten
- Schmidbauer, Josef; – (15).4.1891 (München), 47 Jahre alt; Metzgermeister


#30 – 4 – 27·28 (Schwarzmann)


#30 – 5 – 1 (Fries)
HERMANN FRIES
geb. 20. Okt. 1809,
gest. 16. Juni 1865.
LILLY FRIES
geb. Dietz
geb. 27. Mai 1811
gest. 26. Juli 1877.
Dr. ERNST FRIES
geb. 24. Sept. 1885
gest. 21. Mai 1911
FRAU ZOITZA FRIES
geb. Riedel
4.8.1846 – 16.9.1937
- Fries, Ernst, Dr.; 24.9.1885 – 21.5.1911
- Fries, Hermann; 20.10.1809 – 16.6.1865 (München); Ziegelfabrikant
- Fries, Lilly (vw) / Dietz (gb); 27.5.1811 – 28.7.1877 (München)
- Fries, Zoitza (vh) / Riedel (gb); 4.8.1846 – 16.9.1937; Hofbaudirektors-Tochter / Ziegeleidirektors-Gattin



#30 – 5 – 5 (Gerstmaier · Mayerhofer · Ramsperger)
Anna Ramsperger
geb. Freyin v. Gugomos
verwt. Schneider
gest. 22.IV.1865, 64 Jahre alt.
Auguste Mayerhofer
geb. Schneider
Majorsgattin
gest. 14.IV.1903, 75 Jahre alt.
Adolf Mayerhofer
kgl. Major a. D.
gest. 26.VIII.1904, 79 Jahre alt.
Adolf Mayerhofer
Kammermusiker a. D.
geb. 4.VI.1870, gest. 17.III.1936.
Linke Seite
Amalie
Gerstmaier
geb. Freyin
v. Gugomos
gest. 18.V.1872,
72 Jahre alt.
Sockel
Heiligensetzer
- Gerstmaier, Amalie (vh) / Gugomos, Freyin von (gb); – 18.5.1872, 72 Jahre alt
- Mayerhofer, Adolf; – 26.8.1904, 79 Jahre alt; Major a. D.
- Mayerhofer, Adolf; 4.6.1870 – 17.3.1936; Kammermusiker a. D.
- Mayerhofer, Auguste (vh) / Schneider (gb); – 14.4.1903, 75 Jahre alt; Majors-Gattin
- Ramsperger, Anna (vw) / Schneider (vw) / Gugomos, Freyin von (gb); – 22.4.1865, 64 Jahre alt; Gutsbesitzers-Witwe


#30 – 5 – 7 (Ernst)
Hier ruht in Gott
unser guter Gatte u. Vater
Herr Peter Ernst
Hausmeister im blauen Bock
geb. 17. Aug. 1842 zu Dorfacker
gest. 21. Okt. 1899.
Ihm ging voran unsere liebe
einzige Tochter u. Schwester
Creszentia Ernst
geb. 10. März 1876. gest. 13. März 1891.
Ihnen folgte unsere liebe
gute Mutter, Frau
Creszentia Ernst,
Hausmeisterswitwe i. blauen Bock
geb. 24. Mai 1851 z. Rothau,
gest. 1. Mai 1910 z. München.
R. I. P.
- Ernst, Kreszentia (vw); 24.5.1851 (Rothau) – 1.5.1910 (München); Hausmeisters-Witwe
- Ernst, Kreszentia; 10.3.1876 – 13.3.1891; Hausmeisters-Tochter
- Ernst, Peter; 17.8.1842 (Dorfacker) – 21.10.1899 (München); Hausmeister im »Blauen Bock«


#30 – 6 – 2 (Wirth)
Die Grabinschrift ist nicht erhalten
- Wirth, Karl; – 1.3.1858 (München), 32 Jahre alt; Hofsänger



#30 – 6 – 3* (Behrend-Brandt)
Die Grabinschrift ist nicht überliefert
- Behrend-Brandt, Magdalena (vh) / Behrend (gb); 1828 (Wien) – 25.1.1895 (Paris); Sängerin

Das Grab ist nicht erhalten
#Magdalena Behrend-Brandt (vh) / Behrend (gb)
* 1828 (Wien)
† 26.1.1895 (München)
Sängerin
#Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich (1856)
Behrend-Brandt, Magdalena (kön. bairische Hofopernsängerin, geb. zu Wien 1828). In weiterer Linie entstammt sie dem Lande der Kunst, Italien. Die künstlerische Ausbildung ihres seltenen Gesangstalentes ist das Werk des bekannten Gesangsmeisters Gentiluomo in Wien. Zuerst trat sie öffentlich in Pesth und dann als Fräulein Brandt in Leipzig auf. Von Leipzig ging die Künstlerin bald nach Frankfurt a/M, wo sich ihr schönes Talent im Kreise von Musiknotabilitäten und durch das Studium der besten Muster in seltener Weise entwickelte. Daselbst vermälte sie sich auch mit dem Kaufmanne Behrend und führt seit dieser Zeit den Doppelnamen.
Die Erfolge einer Reise zu Gastspielen in Wien, Berlin, Prag, München, Hannover, stellten ihren Namen alsbald auf die Liste der ersten dramatischen Sängerinnen Deutschlands. Nach achtjährigem Wirken auf der Frankfurter Bühne erhielt sie einen Ruf an die Münchener Hofbühne, zu deren Zierden sie heute zählt. Mit den Vorzügen italienischen Naturells verbindet sie die deutscher Kunst und Kunstbildung. Im einfachen, getragenen dramatischen Gesange leistet sie das Höchste, und als Donna Diana, Leonore, Iphigenie, Eglantine, Fides, Valentine, Jüdin steht sie auf dem Gipfelpuncte der Kunst.
Von Rollen, in denen die Coloratur die Leistungen zu einer bedeutenden erhebt, sind zu nennen: Rezia, Norma, Lucrezia Borgia, Antonina, Romeo. Die Kunstkritik schildert sie folgender Maßen: »Die imposante Figur, die schöne Fülle und Rundung der Formen, die Tiefe des Teints, den kühnen Schnitt des Antlitzes, die Schwärze ihres Haares, die heiße Glut ihrer großen schwarzen Augen, die hohe Leidenschaftlichkeit der Empfindung, die Reizbarkeit der Phantasie, mit einem Worte, die dramatische Verve verdankt sie ihrem italienischen Naturell; hingegen sind die Correctheit, die Züchtigkeit ihres Gesanges, die bewundernswerthe Ausdauer, das Edle und Ideale des Gefühls, womit sie jede ihrer Gestalten ausstattet, und zuletzt die Unterordnung des eigenen Ichs unter die strengsten Bedingungen der Kunst, die Kunstweihe und Kunstkeuschheit, die Ergebnisse deutscher Kunstbildung.
Ihre Stimme umfaßt 2 Octaven, so daß die Pole moderner Gesangeskunst: die Königin der Nacht und die Fides, ihr gleich bequem liegen. Dramatischer Ausdruck gilt für ihre Künstlerschaft ihr als das höchste erste Gesetz, wie ihre künstlerische Devise ist: »Kraft, Seele, Leben.«
Leipziger Illustrirte Zeitung (Weber, Fol.) 1855 vom 12. Mai, Nr. 619, mit dem xylographirten Porträte der Künstlerin.
Dr. Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Wien, 1856.
#Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)
Behrendt-Brandt Magdalena, geboren 1828 in Wien. Nachdem sie bei Gentiluomo ihre Ausbildung genossen hatte, betrat sie in Pest zum erstenmal die Bühne, ging hierauf nach Leipzig, wirkte 1850–1854 in Frankfurt a. M., von wo sie an das Hoftheater in München gerufen wurde. Sie debütierte daselbst als »Norma«, »Martha« und »Donna Anna« und verblieb vom 1. Mai 1854 bis 1. Juni 1856 im Verbande dieses Kunstinstitutes. Seit dieser Zeit nahm sie keine fixe Stellung mehr an, sondern zeigt sich nur mehr als Gast (»Fides«, »Elisabeth«, »Fidelio«, »Donna Anna«, »Eglantine«, »Norma«, »Valentine« und »Necha«) in Wiesbaden, Prag, Berlin, Hamburg und Frankfurt, von Publikum und Presse mit Auszeichnung begrüßt. Ende der sechziger Jahre zog sich die Künstlerin, die vornehmlich den Ruf einer ausgezeichneten Meyerbeer-Sängerin genoß, vollständig vom Bühnenleben zurück und nahm in München ständigen Aufenthalt.
Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Leipzig, 1903.

#30 – 6 – 10 (Herrman · Seelstrang)


#30 – 6 – 14 (Wellnhofer)
Hier ruht
unsere unvergessliche
Gattin u. Mutter
Frau Kath. Wellnhofer
gest. 29. April 1891 im 35. Lebensjahre.
Ihr folgte unser lieber Sohn
Bruder Gatte u. Vater
Herr Melchior Wellnhofer
gest. 12. Juni 1914 im 38. Lebensjahre.
- Wellnhofer, Kath. (vh); – 29.4.1891
- Wellnhofer, Melchior; – 12.6.1914


#30 – 6 – 17 (Mayer)
Hier ruhet
mein lieber guter Gatte
Herr Otto Mayer.
Kaufmann.
geb. 22. Juli 1835, zu Dillingen a/D
gest. 19. Mai 1897.
Dessen Gattin
Frau Louise Mayer.
geb. 21. Juni 1846 zu Mannheim
gest. 7. November 1906.
Trennung ist unser Loos
Wiederseh’n unsere Hoffnung!
30.6.17. Schnitzer.
- Mayer, Luise (vw); 21.6.1846 (Mannheim) – 7.11.1906 (München); Kaufmanns-Witwe
- Mayer, Otto; 22.7.1835 (Dillingen) – 19.5.1897 (München); Kaufmann


#30 – 6 – 24 (Schmidbauer)
Hier ruht die Jungfrau
Franziska Schmidbauer,
Oekonomenstochter,
geb. zu Sünching den 12. April 1829,
gest. den 16. Dez. 1892, im 64. Lebensjahre.
Herr Max Schmidbauer,
Braumeister,
geb. zu Sünching den 10. Okt. 1832,
gest. den 19. Febr. 1901, im 69. Lebensjahre.
Ihnen folgte die Schwester
Jungfrau
Maria Schmidbauer,
geb. zu Sünchning den 16. Juni 1831.
gest. den 24. Juni 1903.
- Schmidbauer, Franziska; 12.4.1829 (Sünching) – 16.12.1892; Ökonomens-Tochter
- Schmidbauer, Maria; 16.6.1831 (Sünching) – 24.6.1903
- Schmidbauer, Max; 10.10.1832 (Sünching) – 19.2.1901; Braumeister


#30 – 7 – 13 (Nachmann)
Die Grabinschrift ist nicht erhalten
- Nachmann, Anton; – (18).4.1891 (München), 62 Jahre alt; Hausmeister




#30 – 7 – 24 (Hering)
Oblisk
Familie Hering.
Hier ruhet
Frau Katharina Hering
geb. Birtzle,
Hausbesitzers-Gattin,
geb. 15. August 1857, gest. 7. März 1891.
Hier ruht sanft in Frieden
meine treue Gattin
und beste Mutter ihrer Kinder
Frau Babette Hering
geb. 14. Februar 1872, gest. 7. Dezbr. 1922.
und deren Gatte
unser lb. guter bester Vater
Herr Karl Hering
Kaufmann,
geb. 30. Okt. 1848, gest. 23. Sept. 1931.
R. I. P.
Sockel
30.7.24. Burlein.
- Hering, Babette (vh); 14.2.1872 – 7.12.1922; Kaufmanns-Gattin
- Hering, Karl; 30.10.1848 – 23.9.1931; Kaufmann
- Hering, Katharina (vh) / Birtzle (gb); 15.8.1857 – 7.3.1891; Hausbesitzers-Gattin


#30 – 7 – 28 (Weyman)
Hier ruhen in Gott
Theodolinde Weyman
† 3.8.1910
Herr Dr. Carl Weyman
¿ Professor
20.2.1862 † 14.12.1931
- Weyman, Karl, Dr.; 20.2.1862 – 14.12.1931 (München); Professor für klassische und altchristliche Philologie
- Weyman, Theodolinde; – 3.8.1910




#30 – 8 – 27 (Himmler)


#30 – 9 – 16 (Merthan)
Hier ruht
unser unvergeßlicher Gatte, Vater u. Großvater
Herr Anton Merthan
Schneidermeister
gest. 14. März 1915, im 65. Lebensjahre.
Ihm folgte seine Gattin
unsere liebe Mutter u. Großmutter
Frau Rosina Merthan
gest. 8. Okt. 1939, im 85. Lebensjahre.
- Merthan, Anton; – 14.3.1915, 64 Jahre alt; Schneidermeister
- Merthan, Rosina (vw) / Mehringer (gb); – 8.10.1939, 84 Jahre alt; Regenschirmmachers-Tochter aus München / Schneidermeisters-Witwe


#30 – 9 – 24 (Marchner)
Heinrich Josef Marchner
¿
Dessen Gattin
Fr. Georgine Marchner
- Marchner, Heinrich Josef
- Marchner, Georgine (vh)


#30 – 9 – 25 (Kastner · Metzger)
Hier ruhen in Gott:
meine liebe Gattin, unsere gute Mutter
Frau Anna Kastner
geb. 22.VI.1855 – gest. 29.IX.1928.
Unser lieber Vater
Herr Ludwig Kastner
geb. 29.XI.1848 – gest. 24.VII.1934.
Sockel
Meine lieben unvergesslichen Eltern
Herr Martin Kastner
geb. 1. Aug. 1798, gest. 9. März 1863.
Frau Gertraud Kastner
geb. 29. Okt. 1810, gest. 4. Juni 1880.
Tafel
Hier ruht
Käthchen Metzger,
Rechtskonzipientenskind
geb. u. gest. den 2. Juli 1900.
- Kastner, Anna (vh); 22.6.1855 – 29.9.1928
- Kastner, Gertraud (vw); 29.10.1810 – 4.6.1880
- Kastner, Ludwig; 29.11.1848 – 24.7.1934
- Kastner, Martin; 1.8.1798 – 9.3.1863
- Metzger, Käthe; 2.7.1900 – 2.7.1900; Rechtskonzipientens-Tochter


#30 – 9 – 26 (Fuchs · Schleich)
Benno Fuchs
Kunst- u. Handelsgärtner,
gest. 9. Mai 1865, im 57. Lbsj.
Anna Fuchs
geb. Stuhlmüller,
gest. 28. April 1867, im 54. Lbsj.
Anna Fuchs
gest. 4. Novb. 1875, im 58 Lbsj.
Herr Karl Fuchs
Oberingenieur a. D.
geb. 11. März 1839, gest. 11. Juli 1900.
Emilie Fuchs
geb. Hefele,
Ministerialratsgattin,
geb. 26. Jan. 1890, gest. 26. Dez. 1923.
Herr Karl Fuchs
Ministerialrat
geb. 13. Novb. 1876, gest. 16. Mai 1940.
Sockel
¿
- Fuchs, Anna; – 4.11.1875
- Fuchs, Anna (vw) / Stuhlmüller (gb); – 28.4.1867; Handelsgärtners-Witwe
- Fuchs, Benno; – 9.5.1865; Kunstgärtner und Handelsgärtner
- Fuchs, Emilie (vh) / Hefele (gb); 26.1.1890 – 26.12.1923; Ministerialrats-Gattin
- Fuchs, Karl; 11.3.1839 – 11.7.1900; Oberingenieur a. D.
- Fuchs, Karl; 13.11.1876 – 16.5.1940; Ministerialrat
- Schleich, Anton; 1809 (München) – 15.5.1851 (München); Landschaftsmaler, Lithograph, Porzellanmaler und Zeichner

#Anton Schleich
* 1809 (München)
† 15.5.1851 (München)
Landschaftsmaler, Lithograph, Porzellanmaler und Zeichner
#Neues allgemeines Künstler-Lexicon (1845)
Schleich, Anton, Zeichner und Maler, geb. zu München 1809, der Bruder des Obigen [Adrian Schleich], besuchte ebenfalls die Akademie der Künste in München. Er widmete sich der Landschaftsmalerei, concurrirt aber hierin nicht mit Eduard Schleich. Seine Werke bestehen meistens in Zeichnungen und in lithographirten Blättern.
- Ein Kettenhund, nach Klein, auf Kupfer copirt, qu. 8.
- Landschaftsstudien, nach der Natur und auf Stein gezeichnet, 18 Blätter, fol.
Dr. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Bearbeitet von Dr. G. K. Nagler. München, 1845.
#Münchener Tagblatt (28.5.1848)
Neuestes.
München, 27. Mai. In seiner Wohnung in der Eisenmannsgasse hat der Maler Anton Schleich (ein Bruder des ausgezeichneten Kupferstechers Adrian Schleich und des bekannten Thiermalers Aug. Schleich) eine Privat-Zeichnungsschule errichtet. Wir machen alle Eltern und Erzieher auf dieses empfehlungswerthe Institut aufmerksam. Die landschaftlichen Vorlagen in diesem Institute sind alle Originalzeichnungen des Hrn. Ant. Schleich, und eignen sich um so mehr zum Unterreicht, als sich darin eine feste klassische Manier im Landschaftszeichnen entschieden ausspricht, welche, wenn die Zöglinge eine solche Schule durchgemacht haben, denselben das Zeichnen nach der Natur sehr erleichtert. Schleich's Unterricht beschränkt sich indessen nicht allein auf das Landschaftliche, sondern er läßt auch nach dem Runden zeichnen. Jungen Damen welche an der Landschafts-Malerei Vergnügen finden, empfehlen wir diesen tüchtigen Künstler als Privatlehrer ganz besonders.
Münchener Tagblatt No. 149. Sonntag, den 28. Mai 1848.
#Die Monogrammisten (1858)
Anton Schleich, Landschaftsmaler, wurde 1809 zu München geboren, und an der Akademie daselbst herangebildet. Einige Bilder aus seiner früheren Zeit, welche mit diesem Zeichen, und der Jahreszahl 1830 ff. versehen sind, verdienen Beachtung, da der Künstler nicht ohne Talent war. Später wurde er aber von seinen Namensgenossen überboten. Man darf ihn daher nicht mit dem Landschafts-und Thiermaler August Schleich verwechseln, dess Zeichen wir No. 1233 gegeben haben. Unser Künstler starb zu München 1851.
Dr. Georg Kaspar Nagler: Die Monogrammisten und diejenigen bekannten und unbekannten Künstler aller Schulen, welche sich zur Bezeichnung ihrer Werke eines figürlichen Zeichens, der Initialen des Namens, der Abbreviatur desselben etc. bedient haben. München, 1858.

#30 – 10 – 3·4 (Giessen)
Hier ruhet unser innigstgeliebter,
unvergesslicher Gatte und Vater
Herr Carl Giessen
kgl. Generaldirections-Rath,
geb. 25. März 1839, gest. 27. Juli 1896.
Ihm folgte
unser lieber, guter Sohn und Bruder
Carl Giessen
geb. 28. April 1889, gest. 8. Dezember 1897.
Am 26. August 1935 starb
unsere treubesorgte Mutter
Johanna Giessen
geb. Hayes,
* 25. Juni 1854.
Sockel
30.10.3&4. J. Deiser.
- Giessen, Johanna (vh) / Hayes (gb); 25.6.1854 – 26.8.1935
- Giessen, Karl; 25.3.1839 – 27.7.1896; Generaldirektionsrat
- Giessen, Karl; 28.4.1889 – 8.12.1897


#30 – 10 – 5 (Maerler · Plank)
Plank'sches Familiengrab.
Hier ruhen
Frau Maria Plank
Privatiersgattin
geb. 24. Aug. 1820, gest. 3. Febr. 1904.
Deren Gatte
Herr Anton Plank
Privatier
geb. 6. März 1830, gest. 25. Jan. 1913.
Ihnen ging voran
Frau Brigitta Maerler
Kaufmannswitwe
geb. 24. Okt. 1824, gest. 20. Juni 1899.
- Maerler, Brigitta (vw); 24.10.1824 – 20.6.1899; Kaufmanns-Witwe
- Plank, Anton; 6.3.1830 – 25.1.1913; Privatier
- Plank, Maria (vh); 24.8.1820 – 3.2.1904; Privatiers-Gattin


#30 – 10 – 15 (Böhm)
Hier ruht
mein einzig Glück,
mein unvergesslicher Gatte
Herr Karl Böhm,
Buchdruckereibesitzer,
welcher mir im Alter v. 49 Jahren
am 23. Nov. 1896 in Folge eines
Herzschlages entrissen wurde.
Sockel
Gewidmet
von seiner tieftrauernden Gattin.
30.10.15. Schwarz
- Böhm, Karl; – 23.11.1896, 49 Jahre alt; Buchdruckereibesitzer


#30 – 10 – 21 (Klaus)
Hier ruhen:
Herr
Kaspar Klaus,
kgl. Kreisbauassessor,
geb. d. 26. Juli 1839,
gest. d. 26. April 1891,
und dessen Gattin
Sophie
geb. Spandau,
geb. d. 20. April 1847,
gest. d. 3. Juli 1896.
Sockel
30.10.21. Schnelldorfer.
- Klaus, Kaspar; 26.7.1839 – 26.4.1891; Kreisbauassessor
- Klaus, Sophie (vw) / Spandau (gb); 20.4.1847 – 3.7.1896; Kreisbauassessors-Witwe


#30 – 10 – 28 (Häberlein · Helmes)
Hier ruhet in Gott
unser unvergesslicher Vater
Wolfgang Helmes,
k. b. Oberstlieutenant
Ritter des k.b. Militär-Verdienst-Ord. etz.
geb. den 11. Okt. 1828, gest. den 14. März 1884.
Frau Oberamtsarzt
Dr. Lina Haeberlein,
geb. Helmes
geb. den 24. April 1843, gest. den 25. Sept. 1930.
Linke Seite
Zu Ehren des Sohnes
Hermann Helmes
k. Major z. D. u. Archivar
Batls. Kdeur. R.I.R.17.
* 6. Dezbr. 1866,
verwund. Allerhlg. b. Wytschaete
† begrab. Allerseelen 1914,
b. Garde-Dieu u. A. L.'Espérance
im Glauben und Hoffen
auf die Zukunft
für König und Volk
Kaiser und Reich,
und die Ewigkeit.
- Häberlein, Lina, Dr. (vh) / Helmes (gb); 24.4.1843 – 25.9.1930; Oberamtsärztin
- Helmes, Hermann [in memoriam]; 6.12.1866 – 2.11.1914 (bei Garde-Dieu); Major und Archivar
- Helmes, Wolfgang; 11.10.1828 – 14.3.1884 (München); Oberstleutnant a. D.




#30 – 11 – 12 (Wutz)
Frau
Kunigunde Wutz
1834 – 1891.
Herr
Georg Wutz
1839 – 1910.
- Wutz, Georg; 1839 – 3.11.1910; Privatier, ehemaliger Schreinermeister
- Wutz, Kunigunde (vh); 1834 – 1891


#30 – 11 – 16 (Daimer)
Hier ruhen in Gott
unsere lieben Eltern
Herr Josef Daimer
¿ Dez. 1844 gest. 12. Nov. 1891.
Frau Sofie Daimer
¿ 184¿ gest. 28. Nov. 1913
- Daimer, Josef; 12.1844 – 12.11.1891
- Daimer, Sofie (vw); – 28.11.1913


#30 – 12 – 4 (Dax)
Hier ruht
unser teuerster
unvergeßlicher Vater
Herr
Johann Nep. Dax
Apotheker
geb. 15. Oktober 1835
gest. 13. Dezember 1907.
- Dax, Johann Nepomuk; 15.10.1835 – 13.12.1907; Apotheker


#30 – 12 – 6 (Wilhelm)
Die Grabinschrift ist nicht erhalten
- Wilhelm, Andreas; – 22.4.1891 (München); Garnisonsinspektor und Rechnungsrat a. D.



#30 – 12 – 8 (Fischl · Nussrainer)
Hier ruhen
meine lieben Eltern:
Herr Karl Fischl
Oberbuchhalter d. bayr.
Hypoth.- u. Wechselbank,
gest. den 16. März 1885
im 57. Lebensjahre.
Frau Elise Fischl
geb. Nussrainer,
geb. den 12. Dez. 1827,
gest. den 23. Nov. 1897.
Meine liebe Grossmutter
Maximiliane Nussrainer
Patrimonialrichterswittwe,
geb. 1801, gest. 1890.
- Fischl, Elise (vw) / Nussrainer (gb); 12.12.1827 – 23.11.1897; Oberbuchhalters-Witwe
- Fischl, Karl; – 16.3.1885, 56 Jahre alt; Oberbuchhalter
- Nussrainer, Maximiliane (vw); 1801 – 7.1.1890 (München); Patrimonialrichters-Witwe



#30 – 12 – 10 (n. n.)


#30 – 12 – 11 (Hirschmann · Riedl)
Hier ruhen
Sebastian Hirschmann
1812 – 1893
Franz Riedl
Gastwirt,
1853 – 1917,
unser lieber Gatte u. Vater
Sebastian Riedl
Gastwirt,
geb. 31. Okt. 1882, gest. 7. Juni 1924.
unsere liebe unvergessliche Mutter
Frau Barbara Riedl
1853 – 1935.
Unsere liebe Mutter
Frau Marie Riedl
geb. 12.V.1881. gest. 2.VI.1941.
Sockel
Familiengrab.
38.¿ Kosenbach.
- Hirschmann, Sebastian; 1812 – August 1893 (München), 80 Jahre alt; Privatier, ehemaliger Gastwirt
- Riedl, Barbara (vh); 1853 – 1935
- Riedl, Franz; 1853 – 8.3.1917 (München); Gastwirt zum Stubenvoll
- Riedl, Marie (vh); 12.5.1881 – 2.6.1941
- Riedl, Sebastian; 31.10.1882 – 7.6.1924; Gastwirt



#30 – 12 – 13 (Kienhöfer)
Ruhestätte
der
Familie Kienhöfer.
- Kienhöfer, Karl; – 25.3.1885 (München); Advokat



#30 – 12 – 15 (Spruner von Mertz · Stöger)
Familien Grabstätte.
Hier ruhen
Herr Herman Stöger
kgl. Landgerichtsrat a. D.
geb. 23. Mai 1827 gest. 28. März 1885.
Herr Ludwig Stoeger
k. geh. Ministerial Registrator a. d.
geb. 8. Novemb. 1825, gest. 8. April 1889.
Ludwig Spruner von Mertz
Hauptmannskind
geb. 20. Febr. 1887 gest. 14. Oktbr. 1890.
Frau Anna Stoeger
Appellratswittwe
geb. 5. Oktob. 1802 gest. 21. Juni 1894.
Sockel
Hier ruht unser lieber Gatte u. Vater
Richard Spruner von Mertz
k. b. Major a. D.
geb. 4. Juli 1848, gest. 23. August 1907.
R. I. P.
Linke Seite
Emma Stoeger
Landger. R. Ww.
27.I.1836 – 4.IX.1922.
Luise
Spruner von Mertz
Majorswitwe
17.VI.1859 – 12.IV.1936
Rechte Seite
A. Aufleger
- Spruner von Mertz, Ludwig; 20.2.1887 – 14.10.1890; Hauptmanns-Sohn
- Spruner von Mertz, Luise (vw); 17.6.1859 – 12.4.1936; Majors-Witwe
- Spruner von Mertz, Richard; 4.7.1848 – 23.8.1907; Major a. D.
- Stöger, Anna (vw); 5.10.1802 – 21.6.1894; Appellationsrats-Witwe
- Stöger, Emma (vw); 27.1.1836 – 4.4.1922; Landgerichtsrats-Witwe
- Stöger, Herman; 23.5.1827 – 28.3.1885; Landgerichtsrat a. D.
- Stöger, Ludwig; 8.11.1825 – 8.4.1889; Ministerialregistrator a. D.


#30 – 12 – 17·18 (Gypen)
Gypen'sche Familien Grabstätte.
Hier ruhet in Gott
HERR FRIEDRICH GYPEN
Kunst-Verleger
geb. den 31. Mai 1819, gest. den 14. Dez. 1872.
FRAU CATHARINA GYPEN
Kunstverlegers-Witwe.
geb. den 6. Sept. 1821. gest. den 9. Juli 1912.
K. JOSEPH GYPEN Kunstverleger
† den 23. Sept. 1908, 62 Jahre alt.
Linke Seite
Ihm folgte sein Enkel
JOSEPH KARL GYPEN
geboren den 30. August 1874
gestorben den 16. Mai 1875.
RUDOLPH GYPEN
geboren den 29. Dezember 1875
gestorben den 26. Januar 1881.
KATHINKA GYPEN
geboren den 26. Juli 1877.
gestorben den 3. Februar 1881.
ALPHONS GYPEN
geboren den 17. August 1882
gestorben den 12. Juli 1884.
Rechte Seite
FRITZ HANS GYPEN
Kunstmaler
¿ † 11. ¿
- Gypen, Alfons; 17.8.1882 – 12.7.1884
- Gypen, Friedrich; 31.5.1819 – 14.12.1872 (München); Kunstverleger
- Gypen, Fritz Hans; – September 1927 (Johannesbrunn); Kunstmaler
- Gypen, Josef Karl; 30.8.1874 – 16.5.1875 (München); Kunsthändlers-Sohn
- Gypen, K. Josef; – 23.9.1908, 62 Jahre alt; Kunstverleger
- Gypen, Katharina (vw) / Schlenk (gb); 6.9.1821 – 9.7.1912; Wirts-Tochter aus Hersbruck / Kunstverlegers-Witwe
- Gypen, Kathinka; 26.7.1877 – 3.2.1881
- Gypen, Rudolf; 29.12.1875 – 26.1.1881

#Fritz Hans Gypen
† September 1927 (Johannesbrunn)
Kunstmaler
#Münchner Neueste Nachrichten (22.9.1927)
Kurze Stadtnachrichten
Bei den Barmherzigen Brüdern in Johannesbrunn, wo er Erholung von schwerem Leiden (Herzwassersucht) suchen wollte, starb der Kunstmaler Fritz Gypen. Während des Krieges war er im Dienst der Freiwilligen Krankenpflege im Felde tätig; auch im Durchgangslager Lechfeld zeichnete er sich im Sanitätsdienst, dann bis Mai 1921 als Leiter der Versorgungsabteilung des Inf.-Ers.-Bat. I B 16 durch große Umsicht und Pflichttreue aus.
Münchner Neueste Nachrichten Nr. 258. Donnerstag, 22. September 1927.

#30 – 12 – 24* (Eiseneck)
Die Grabinschrift ist nicht überliefert
- Eiseneck, Barbara (vw); – (10).7.1888 (München), 60 Jahre alt; Hofschauspielers-Witwe
Das Grab ist nicht erhalten

#30 – 13 – 1·2 (Zoller)
Linke Spalte
Ludwig
Freiherr von Zoller
Hofmarschall und Oberst
10.6.1807 – 27.4.1858.
Josefine
Freifrau von Zoller
geb. Gräfin v. Reigersberg
21.1.1812 – 10.1.1886.
deren Kinder
Alexander, Maximiliane,
Heinrich Hugo, Marie,
Otto
Freiherr von Zoller
k. Hauptmann und Adjutant
23.11.1815 – 29.4.1855.
Oskar
Freiherr von Zoller
k. b. Generalleutnant
und Divisionskommandeur
13.11.1808 – gefallen 10.7.1866
im Gefecht bei Kissingen.
Rechte Spalte
Alexander
Freiherr von Zoller
k. Oberappellationsgerichtsrat
13.2.1806 – 23.10.1857.
dessen Enkel
Rosa, 22.12.1876 – 20.2.1877.
Ludwig, 5.12.1875 – 13.1.1892.
Friedrich
Freiherr von Zoller
k. b. Generalleutnant
und Generaladjutant
15.2.1843 – 8.11.1900.
Ludwig
Freiherr von Zoller
k. b. Kämmerer u d Rat
am Obersten Landesgericht
3.1.1842 – 21.6.1906.
Margarethe
Freifrau von Zoller
geb. Freiin von Beust
30.9.1853 – 23.6.1935.
Caroline
Freiin von Zoller
14.10.1845 – 18.11.1923.
Sockel
Herr Dein Wille geschehe.
- Zoller, Alexander Freiherr von; 13.2.1806 – 23.10.1857; Königlicher Oberappellationsgerichtsrat
- Zoller, Alexander von
- Zoller, Friedrich Freiherr von; 15.2.1843 (München) – 8.11.1900 (München); Königlich bayerischer Generalleutnant und Generaladjutant
- Zoller, Heinrich Hugo von
- Zoller, Josefine Freifrau von (vh) / Reigersberg, Gräfin von (gb); 21.1.1812 – 10.1.1886
- Zoller, Karoline Freiin von; 14.10.1845 – 18.11.1923
- Zoller, Ludwig Freiherr von; 10.6.1807 – 27.4.1858; Hofmarschall und Oberst
- Zoller, Ludwig Freiherr von; 3.1.1842 – 21.6.1906
- Zoller, Margarethe Freifrau von (vh) / Beust, Freiin von (gb); 30.9.1853 – 23.6.1935
- Zoller, Marie von
- Zoller, Maximiliane von
- Zoller, Oskar Freiherr von; 13.11.1809 (Straubing) – 10.7.1866 (Kissingen); General
- Zoller, Otto Freiherr von; 23.11.1815 – 29.4.1855; Hauptmann und Adjutant



#Oskar Freiherr von Zoller
* 13.11.1809 (Straubing)
† 10.7.1866 (Kissingen)
General
#Landshuter Zeitung (14.7.1866)
Deutschland.
Bayern. München, 12. Juli. Welche große und innige Theilnahme der auf dem Felde der Ehre erfolgte Tod des Generallieutenants Frhn. v. Zoller hier in allen Kreisen erregt, das zeigte sich diesen Abend bei der Beerdigung desselben. Die Leiche wurde nemlich hieher gebracht und vom Bahnhof aus nach dem Leichenacker gebracht, begleitet von dem Generallieutenant Prinzen Adalbert, K. H., den höchsten Hof- und Staatsbeamten und fast allen hier anwesenden Offizieren der Linie und der Landwehr der verschiedensten Waffengattungen. Unser Stadt-Commandant, Generallieutenant v. Manz, commandirte die ausgerückten Truppenabtheilungen, welche bei Einsenkung des Sarges die drei Ehrensalven gaben. So möge er denn im Frieden ruhen, der für das Vaterland den Tod fand; in Bayern's Kriegsgeschichte wird sein Name stets in der ehrenvollsten Weise erwähnt sein.
Landshuter Zeitung No. 165. Samstag, den 14. Juli 1866.
#Allgemeine Militär-Zeitung (21.7.1866)
Nachrichten.
Bayern.
München, 15. Juli. [Personalchronik, General Frhr. von Zoller †.] Der bei Kissingen am 10. d. gefallene Generallieutenant Oskar Frhr. v. Zoller stammte aus einer altlothringischen Familie, welche in der Stadt Bitsch ihren Wohnsitz hatte und im Jahre 1674 nobilisirt wurde. Des Verstorbenen Großvater war Oberst in französischen Diensten. Zur Zeit der französischen Revolution traten dessen beide Söhne Friedrich und Carl in die Dienste des Pfalzgrafen Max Joseph von Zweibrücken, bei dessen Erhebung zum Churfürsten von Pfalzbayern in bayerische Dienste. Im Jahre 1812 wurden sie der bayerischen Adelsmatrikel einverleibt. Beide zeichneten sich als bayerische Generale in den damaligen Feldzügen aus. – Carl Frhr. v. Zoller, der Oheim des Verblichenen, welcher die Napoleonischen Feldzüge als Artillerieoffizier mitmachte, den Max-Joseph-Orden erhielt und im Jahr 1849 als Feldzeugmeister starb, hat sich durch die Einführung des nach ihm benannten Artilleriesystems einen berühmten Namen erworben. Sein Bruder Friedrich, der Vater des jüngst Gefallenen, machte gleichfalls die Napoleonischen Feldzüge als Stabsoffizier mit, starb 1821 zu Regensburg als Max-Joseph-Ritter und bayerischer Divisionsgeneral. Aus seiner Ehe mit der Tochter eines pfalzzweibrückischen Beamten, Namens Klick, waren vier Söhne hervorgegangen, von denen der eine, Otto Frhr. v. Zoller als Hauptmann und Adjutant des Fürsten Taxis im Jahre 1855, der zweite, Alexander Frhr. v. Zoller als Oberappelrath im Jahr 1857 und der dritte, Ludwig Frhr. v. Zoller, als Oberst und Hofmarschall Sr. Maj. des höchstseligen Königs Max II. im Jahre 1858 zu München verstarben. Der letzte nun von den 4 Brüdern, Oskar Frhr. v. Zoller, war am 13. Nov. 1809 zu Straubing geboren. Nachdem er das Gymnasium absolvirt und auf der Universität Philosophie studirt hatte, trat er im Jahre 1827 beim Infanterie-Leibregiment als Junker ein, ward 1828 im selben Regiment zum Lieutenant, dann 1840 zum Oberlieutenant und 1842 zum Hauptmann befördert, und von Sr. Maj. dem König Ludwig I. erst zum Ordonnanzoffizier seines Erstgebornen Max, dann 1839 zum k. Kämmerer, dann zum Flügeladjutanten, und 1844 zum Major und Hofmarschall des Kronprinzen ernannt. 1848 ward er Oberstlieutenant und als solcher am 3. Juli 1850 zum Infanterie-Regiment Prinz Carl nach Augsburg versetzt, woselbst er 1851 Oberst und Regimentscommandant wurde. Am 31. März 1855 ernannte ihn König Maximilian II. zum General-Major und Commandanten der VI. Infanterie-Brigade zu Bayreuth. In gleicher Eigenschaft commandirte er 1859 die Brigade zu Schifferstadt in der Pfalz. Im selben Jahre wurde er als Bundes-Inspector ins Königreich Württemberg, im Jahre 1860 zu den Manövern nach Frankfurt an der Oder geschickt. Im Jahre 1861 erfolgte seine Ernennung zum Generallieutenant und General-Commandanten des III. General-Commandos in Nürnberg. – Seine Brust schmückten das Comthurkreuz des königlich bayerischen Verdienstordens der bayerischen Krone, ferner das Comthurkreuz des k. griechischen Erlöserordens und des k. sächsischen Civilverdienst-Ordens, sowie das Ritterkreuz des königl. preußischen rothen Adler-Ordens II. Classe. – Zoller war niemals verehelicht. Er war ein ächt militärischer Charakter, wegen seiner Gewissenhaftigkeit und Strenge im Dienste ebenso wie wegen seines leutseligen Benehmens allgemein beliebt, was sich am deutlichsten bei seiner Ernennung zum Brigade-General manifestirte, wo ihm in Augsburg zum Abschied ein großartiger Fackelzug gebracht wurde.
Allgemeine Militär-Zeitung No. 29. Darmstadt, den 21. Juli 1866.

#30 – 13 – 3 (Diez)
Hier ruht
Maximilian Diez,
Hauptmann im kgl. 11ten Infanterie-Regimente
v. Ysenburg, geboren zu Alsen den 4ten August 1836,
Gefallen auf dem Feld der Ehre im Gefechte bei Helmstadt den 25ten Juli 1866.
Hier begraben den 4ten August 1866.
Familien-Grabstätte
Herr Franz Diez,
kgl. Haushofmeister,
Ritter des portug. Christus Ordens,
Inhaber d. Militär Denkzeichens f. 1815 usw.
geb. zu Vilseck den 10. Novbr. 1798
gest. zu München den 16. Jan. 1871
Louise Noël Diez,
geb. zu Nimes, Südfrankreich, 24. Dez. 1810,
gest. in Straßburg i/S. 16. Oktbr. 18¿
hier beerdigt den 18. Oktober ¿
A. Sickinger.
- Diez, Franz; 10.11.1798 (Vilseck) – 16.1.1871 (München); Haushofmeister
- Diez, Luise Noël; 24.12.1810 (Nimes/Südfrankreich) – 16.10.18¿ (Straßburg)
- Diez, Maximilian; 4.8.1830 (Alsen) – 25.7.1866 (Helmstadt); Hauptmann



#30 – 13 – 4 (Biermann)
Grabstätte der Familie Biermann.
Hier ruhen
die heißgeliebten Kinder
Laura, geb. 31. Juli 1862, gest. 15. Okt. 1862.
Hugo, geb. 14. Aug. 1869, gest. 1. März 1873.
Ihnen folgte
der treue Gatte und theure Vater
Herr Otto Biermann Partikulier
geb. zu Augsburg 11. Juli 1826
gest. zu München 15. Juni 1883.
die treubesorgte Mutter
Frau Luise Biermann, geb. Spörl,
geb. d. 7. Mai 1839, gest. d. 20. Novbr. 1912.
Sockel
R. I. P.
Linke Seite
Die Inschrift ist nicht erhalten
- Biermann, Hugo; 14.8.1869 – 1.3.1873 (München); Privatiers-Sohn
- Biermann, Laura; 31.7.1862 – 15.10.1862 (München); Privatiers-Tochter
- Biermann, Luise (vw) / Spörl (gb); 7.5.1839 – 20.11.1912; Partikuliers-Gattin / Kreiskassierers-Tochter
- Biermann, Otto; 11.7.1826 – 15.6.1883 (München); Partikulier


#30 – 13 – 5 (Frey)


#30 – 13 – 6 (Vorbrugg)


#30 – 13 – 7 (Seitz · Wagner)
BERTHA WAGNER
GEB. OLDENBOURG
GEB. 20. APRIL 1844, GEST. 26. APRIL 1869
IHR GING VORAN IHR ERSTGEBORENES KIND
GEB. UND GEST. 31. MAI 1865.
BERTHA SEITZ
GEBORENE WAGNER
GEB. 16. APRIL 1869, GEST. 20. SEPT. 1891.
ALEXANDER VON WAGNER
KGL. PROFESSOR DER AKADEMIE
D. B. KÜNSTE A. AD.
GEB. BUDAPEST 16. APRIL 1838
GEST. MÜNCHEN 19. JANUAR 1919.
ICH HABE DICH JE UND JE GELIEBT
DARUM HABE ICH DICH ZU MIR GEZOGEN
AUS LAUTER GÜTE. JEREM. 31.V.3.
- Seitz, Bertha (vh) / Wagner (gb); 16.4.1869 – 20.9.1891
- Wagner, Alexander von; 16.4.1838 (Pest) – 19.1.1919 (München); Akademieprofessor, Historienmaler, Illustrator und Tiermaler
- Wagner, Bertha (vh) / Oldenbourg (gb); 20.4.1844 – 26.4.1869

#Alexander von Wagner
* 16.4.1838 (Pest)
† 19.1.1919 (München)
Akademieprofessor, Historienmaler, Illustrator und Tiermaler
#Allgemeines Künstler-Lexikon (1921)
Wagner, Alexander, Maler, geb. 16. April 1838 in Budapest, Schüler von Blaas, Geiger und Meyer in Wien, dann bis 1864 von Piloty, auf Reisen in Italien und Spanien weitergebildet. 1859 wurde er Prof. an der Münchener Akademie. Er malte speciell Pferde gut. Von ihm Titus Dugonics u. 2 A. (1859 Nat.-Mus., Budapest), Zwei geschichtliche Fresken (1861–64 Altes Nat.-Mus., München), desgl. (Redoutensaal, Budapest), Römischer Cirkus, Husarenbravour, Spanisches Stiergefecht, etc. Von ihm auch das Panorama Rom z. Z. Constantins (?).
Allgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Frankfurt am Main, 1921.
#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)
Wagner Alexander (Sandor), von, 1838 (Budapest) – 1919, Historienmaler und Akademieprofessor; er studierte auf der Münchner Kunstakademie bei K. von Piloty und war dort seit 1869 Professor; von ihm stammen dramatische Tierbilder, lebendige Schilderungen aus dem spanischen Volksleben (Stiergefechte) und aus seiner ungarischen Heimat (ungarische Csikós); historischen Motivs sind seine Fresken für das alte Bayerische National-(heute Völkerkundliches) Museum an der Maximilianstraße (Gustav Adolfs Einzug in Aschaffenburg, Vermählung Ottos von Bayern) und im Redoutengebäude zu Budapest; W. war auch ein tüchtiger Illustrator.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#30 – 13 – 9 (Mezger)
HIER RUHET:
EDUARD
MEZGER
K. OBERBAURAT u. PROFESSOR.
GEB. 13. FEBR. 1807
GEST. 16. SEPT. 1894
FRAU
MARGARETA MEZGER
OBERBAURATSWITWE.
GEB. 24. MAI 1825.
GEST. 9. JUNI 1905.
EMILIE MEZGER
GEB. 18. OKT. 1872.
GEST. 1. OKT. 1939.
- Mezger, Eduard, Prof.; 13.2.1807 (Pappenheim) – 16.9.1894 (München); Oberbaurat, Maler und Schriftsteller
- Mezger, Emilie; 18.10.1872 – 1.10.1939
- Mezger, Margareta (vw); 24.5.1825 – 9.6.1905; Oberbaurats-Witwe

#Prof. Eduard Mezger
* 13.2.1807 (Pappenheim)
† 16.9.1894 (München)
Oberbaurat, Maler und Schriftsteller
#Conversationslexicon für Bildende Kunst (1844)
Baukunst.
Nach Ohlmüller ist es in München nur Prof. Eduard Metzger, welcher dem mit Unrecht so lange verlassenen deutschen Baustyl ferneren Eingang zu verschaffen strebt. Metzger, ein genialer Kopf und äusserst geschmackvoller Zeichner, der mit wissenschaftlichem Geiste Griechenlands und Italiens Bauwerke an Ort und Stelle studirte, ward durch verschiedene Aufgaben, die der Kronprinz Max ihm stellte, auf ein gründlicheres und organisches Studium der Gothik geleitet; er erkannte in ihr ein Element, das in sich die Fähigkeit trage, unsern modernen Baubedürfnissen vollständig zu genügen, andrerseits aber auch alle Bedingungen zu einer einfach schönen, nach griechischem Kunstprincip durchzuführenden Behandlung in sich enthalte. Seine Entwürfe zu Kirchen, Palästen, Kapellen, Lehranstalten, Wohnhäusern, Grabdenkmalen etc. geben lebendiges Zeugniss von seiner reichen, kühnen, aber durch ein ernstes gediegnes Schönheitsgefühl gezügelten Fantasie. Das Haus des Generalmajors Heideck zu München ist Metzgers erstes Werk der Art und ein anschaulicher Beweis, wie anmuthig und heiter gothische Gebäude sein können, und wie eine glückliche Verbindung der Elemente dieses Baustyls mit den Erfordernissen unsers Häuserbaues und unsers Klima's durch Vereinfachung nicht allein möglich, sondern von höchstem Vortheil ist.
Conversationslexicon für Bildende Kunst. Leipzig, 1844.

#30 – 13 – 10·11 (Jolly)
RUHESTÄTTE
DER
FAMILIE JOLLY
Linke Seite
KARL WILHELM JOLLY
geb. ¿. Jan. 1861 gest. ¿
Rechte Seite
PHILIPP JOLLY
Dr. med. / Reg-Med. Rat
geb. 26. Aug. 1880, gest. 17. Febr. 1932
- Jolly, Karl Wilhelm; ¿.1.1861 –
- Jolly, Philipp Gustav von, Dr.; 26.9.1809 (Mannheim) – 24.12.1884 (München); Geheimrat, Physiker und Universitätsprofessor
- Jolly, Philipp, Dr. med.; 26.8.1880 – 17.2.1932; Medizinalrat

#Dr. Philipp Gustav von Jolly
* 26.9.1809 (Mannheim)
† 24.12.1884 (München)
Geheimrat, Physiker und Universitätsprofessor
#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)
Jolly Philipp Gustav, Dr., von, 1809 (Mannheim) – 1884, Physiker, Geheimrat und Universitätsprofessor; nach mathematisch-physischen Studien in Heidelberg, Wien und Berlin habilitierte sich J. 1834 in Heidelberg, wo er Professor wurde, 1854 wurde er als solcher nach München berufen; J. verbesserte die Meßmethoden der endosmotischen (= Inbegriff aller Erscheinungen an zwei durch eine poröse Scheidewand getrennten ungleichartigen Flüssigkeiten) Erscheinungen, der Schwankungen in der Atmosphäre, der Ausdehnung von Gasen, vervollkommnete die wissenschaftlichen Waagen und Luftthermometer, konstruierte die Quecksilberluftpumpe, bestimmte die Abnahme der Schwerkraft bei Entfernung von der Erdoberfläche, die Dichtigkeit und Masse der Erde.
Hauptwerke: Prinzip der Mechanik, Physik der Molekularkräfte, Anleitung zur Differential- und Integralrechnung; J. gilt als einer der bedeutendsten Physiker seiner Zeit.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#30 – 13 – 16 (Maurer)
KONRAD MAURER
RECHTSHISTORIKER
1823 – 1902
VALERIE MAURER
1833 – 1912
Linke Stele
DEM ERFORSCHER
DES NORDISCHEN ALTERTUMS
DEM FÖRDERER
ISLÄNDISCHER FREIHEIT
DEM FREUND
ISLANDS
- Maurer, Konrad von, Dr. jur.; 29.4.1823 (Frankenthal/Rheinland-Pfalz) – 16.9.1902 (München); Rechtshistoriker
- Maurer, Valerie von (vw); 1833 – 1.11.1912 (München); Geheimrats-Witwe


#Dr. jur. Konrad von Maurer
* 29.4.1823 (Frankenthal/Rheinland-Pfalz)
† 16.9.1902 (München)
Rechtshistoriker
#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)
Maurer Konrad, Dr. jur., von, 1823 (Frankenthal/Rheinland-Pfalz) – 1902, Rechtshistoriker, Geheimrat und Universitätsprofessor; sein Vater war der berühmte Rechtshistoriker und Ministerverweser Georg Ludwig von M.; er studierte in München, Leipzig und Berlin, wandte sich 1844 der juristischen Praxis zu und wurde 1847 Professor des deutschen Privat- und Staatsrechts in München, seit 1865 Mitglied der BakdW.
Hauptwerke: Bekehrung des norwegischen Stammes zum Christentum (2 Bde.), Island von seiner Entdeckung bis zum Untergang des Freistaates, Zur politischen Geschichte Islands, Isländische Volkssagen der Gegenwart; M. ist ein hervorragender Kenner und Forscher der germanischen und skandinavischen Kultur- und Rechtsgeschichte.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#30 – 13 – 17 (Horstman)


#30 – 13 – 27·28 (Oberkamp)
KARL AUGUST
FREIHERR
VON OBERKAMP
GEHEIMER RAT
1788 – 1850
- Oberkamp, Anna Maria von (vw) / Liboschitz (gb); 24.8.1788 – 17.8.1872; Geheimrats-Witwe
- Oberkamp, Karl August Freiherr von; 12.5.1788 (München) – 2.8.1850 (München); Geheimrat und Diplomat

#Karl August Freiherr von Oberkamp
* 12.5.1788 (München)
† 2.8.1850 (München)
Geheimrat und Diplomat
#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)
Oberkamp Karl August, von, Freiherr, 1788 (München) – 1850, Diplomat und Geheimer Rat; O. war nach Studien in Landshut, wo er im dortigen Kreis der Romantiker verkehrte, bayerischer Gesandter am badischen Hof in Karlsruhe und (seit 1826) auch bayerischer Geschäftsträger am kurhessischen Hof in Kassel, später auch in Wiesbaden und Frankfurt und Legationsrat in Wien und von 1843/47 bayerischer Bundestagsgesandter in Frankfurt; im April 1847 wurde O. wegen seiner Zugehörigkeit zu den katholischen Kreisen, die den Lola-Montez-Skandal bekämpften, in den Ruhestand versetzt; er wurde von Freiherm von Stein hochgeschätzt, und Ringseis, zu dessen Freundeskreis er zählte, bezeichnet ihn als »einen der vielseitig gelehrtesten Laien«.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.