SECTION 16

rot: Zählrichtung der Grabreihen · schwarz: Zählrichtung der Grabnummern

#16 – 1 – 1·2 (Mauromichalis)


Rückseite
HIER RUHT
ELIAS MAUROMICHALIS DER SPARTIATE
RITTER DES K. GR. ERLOESERORDENS
OBRIST UND ADJUTANT
S. M.
DES KOENIGS OTTO VON GRIECHENLAND
IM XXXVI JAHRE
SEINES LEBENS STARB ER AN DER CHOLERA
ZU MUENCHEN DEN 8. NOVEMBER 1836.
DAS DENKMAL ERRICHTETE
LUDWIG
KOENIG VON BAYERN
SPARTAS BERGE VERLASSEND BESCHIRMT ICH DES INNIGGELIEBTEN
HERRSCHERS LEBEN UND RUHM SORGEND MIT TREUEM BEMUEHN.
HELDENMUETHIGER MAENNER GESCHLECHT DIE ICH OFT ZU DER WAFFEN
THATEN GEFUEHRT IN DES KRIEGS LEUCHTENDEN WERKEN GEUEBT.
DOCH MICH SCHUETZTE DER MANNLICHE MUT UND UNENDLICHE KRAFT NICHT
ALS VON DEN MEINIGEN FERN SCHRECKLICHE SEUCHE MICH SCHLUG.
O HEIMAT O KOENIG O HAUS UND UNMUENDIGE KINDER
LEBT WOHL! KLAGE JEDOCH ZIEMET NICHT MEINEM GESCHLECHT.


  • Mauromichalis, Elias; 1800 (Sparta/Griechenland) – 8.11.1836 (München); Offizier

Grab der Familie Mauromichalis auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

Grab der Familie Mauromichalis auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

Grab der Familie Mauromichalis auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2007)

#Elias Mauromichalis

* 1800 (Sparta/Griechenland)
† 8.11.1836 (München)
Offizier

#Die Bayer'sche Landbötin (12.11.1836)

München, 9. Nov. Mauromichalis, der gestern zur Erde bestattet wurde, hatte zwei Tage vor seinem Tode, als man ihn warnte, sich vor der Brechruhr in Acht zu nehmen, geantwortet: »Ein Weib bezwingt mich nicht.« Aber sie hat ihn bezwungen, den jungen Mainottenhäuptling, der einst mit dem Yataghan und einem hölzernen Pflok dreihundert Türken erschlagen. Noch vor wenigen Tagen sah ich ihn in einem der herrlichen Conzerte, die jetzt unter Lachners Leitung im Odeon gegeben werden. Es war die prachtvollste Gestalt, in reichem griechischem Kostüm herausragend und der ganzen modernen Umgebung. Die Aerzte, die ihn (leider zu spät, da er durchaus nicht krank seyn wollte) behandelten – Breslau, Wenzel und Wibmer – staunten über die Eisen-Muskulatur, die noch der Todte besaß, und die nur in einem solchen Leben, das sich stets in Feld und Gebirg, in Sonnenschein und Sturm, bald im Kampf, bald im behaglichen Müssiggange herumtrieb, erlangt werden konnte. Die Augenblicke des Todes waren furchtbar tragisch. In den lezten Stunden hatten sich die heftigsten Krämpfe eingestellt, mit denen ringend er brüllte wie ein vom Pfeil getroffener Löwe. König Otto verlor an ihm einen seiner tapfersten und treuesten Anhänger; aber die ganze, mächtige Familie Mauromichalis theilt diese Gesinnung, und wie sie entschieden ist in Liebe und Haß, zeigt unter Anderm das kleine Messer mit schwarzem Heft, mit dem von einem Mauroraichalis Graf Capodistrias ermordet wurde, und das jetzt als ein denkwürdiges Erbstück stets von dem Erstgebornen der Familie getragen wird. Die Bewohner der deutschen Städte, welche den König Otto auf seinen lezten Reisen in Deutschland überall so freudig begrüßten, werden sich noch wohl der imponirenden Heldengestalt Maupomichalis erinnern, der die nahe Vermählung seines königlichen Herrn nicht mehr schauen sollte. Um so inniger schließen sich die Wünsche für eine freundliche Zukunft an Kduig Otto an.

Die Bayer'sche Landbötin Nro. 136. München; Samstag, den 12. November 1836.

#Kunst-Blatt (4.1.1838)

Nachrichten vom November.

Bildnerei.

München, 9. November. Die Grabdenkmäler des Mauromichalis und Leonidas (des jungen Sohnes des Feldherrn Odysseus), die S. Maj. diesen hier verstorbenen Griechen nach Klenze's Erfindung hat aufführen lassen, sind Cippen in reingriechischem Style mit bunten Farben in den architektonischen Gliedern; das des Knaben einfacher, das des reifen Helden größer und geschmückter, mit himmelblauem Felde und einem sterbenden Löwen. Die Inschriften in deutschen und griechischen elegischen Versen rühren von Thiersch her.

Kunst-Blatt No. 2. Donnerstag, den 4. Januar 1838.

#Bayerische National-Zeitung (22.11.1836)

Nekrolog.

Elias Mauromichalis,
(genannt Kazakos.)

Schon eine lange Reihe von Menschenaltern waren die Mauromichalis unter den Kapitanis der Maina, und ihr Geschlecht wird wegen seines hohen Alterthums nach einer heidnischen Volkssage von den Nereiden abgeleitet. Daher gehört es zu einem der durch Ansehen und Thaten glänzendsten in ganz Griechenland. Die Altvordern, an der Spize der mainotischen Heerhaufen, kämpften während des rußischen Krieges unter der Kaiserin Katharina mit Heldenmuth, und befreiten das Land von den türkischen Besazungen. Nach dem Frieden fand die Pforte sich veranlaßt, den Kapitän Peter Mauromichalis als Bey oder Fürst der Maina gegen einen Tribut anzuerkennen, der aber nie bezahlt wurde. Bei seinem Tode gieng die fürstl. Würde an den ältesten Sohn Petras über, der unter dem Namen Petrobey sich während des ganzen Verlaufes der griechischen Revolution durch Tapferkeit und Edelmuth hervorgethan, hierauf Verfolgung und Gefängniß unter Capodistrias erduldet hat, und gegenwärtig als Vicepräsident des Staatsraths in Athen lebt. Einer von seinen 7 tapfern Söhnen, Georgios, rächte nebst seinem Oheim Constantinos die Verfolgungen des Johann Capodistrias durch dessen Ermordung, ein anderer, Demetrios, der sich im Kampfe gegen die Insurgenten in Böotien ausgezeichnet, ist Ordonnanz Offizier des Königs. Des Petrobey nächster Bruder, Johannes, bekam in seiner Jugend von seiner Gelenkigkeit und Leichtigkeit, mit der er Felsen und Abgründe erklimmte, den Namen Kazis (Ziege), und hatte 3 Söhne, wovon der eine, Elias, dessen Tod wir beklagen, nach seinem Vater Kazakos (Zieglein) hieß.

Elias Mauromichalis gehörte zu den schönsten und tapfersten Jünglingen seines Volkes. Unerschrocken, und den Feinden furchtbar im Kriege, nahm er an allen Gefahren zum Schirme der Heimat während der lezten 13 Jahre, und an vielen Feldzügen in die fernern Provinzen Theil; sein Muth gränzte an Verwegenheit; er allein soll mit einem langen krummen Messer, (Yataghan) und einer Holzkeule mit Eisenspizen 300 Türken umgebracht haben. Unter der gewaltigen Herrschaft des Capodistrias war er einer der ersten, welcher die anfangs geheimen Verfolgungen des Präsidenten gegen seine Familie durchschaute. An ihn hatte der schlaue Diplomat sich zunächst mit den Künsten der Verführung gemacht; hierauf, dem Gewaltherrscher verdächtig geworden, entfloh er der Polizei-Aufsicht, in welcher die Corsioten ihn in Nauplia hielten, und brachte sein Volk gegen sie unter die Waffen, während der Präsident sich seines Vaters, und des Chefs der Familie Petrobey bemächtigt und sie in's Gefängniß gelegt hatte. Nach dem Sturze der corsiotisch-russischen Parthei schloß er sich mit Enthusiasmus, sowie seine ganze Familie, der Sache des Königs an, und hatte deshalb in Messenien gegen die wiedererwachende feindselige Macht der Andern einen Kampf zu bestehen, der ihn gegen Nikitas dem Untergange nahe brachte. Dieser führte unter der Farbe der Corsioten und Colocotronisten die ganze Bauernschaft von Messenien gegen ihn zu Felde, und hielt ihn im Dorfe Mikromain drei Tage belagert. In der vierten Nacht rettete sein junger, kaum 18 jähriger Bruder Antonios, der sich den Namen Germanos (der Teutsche) beigelegt, ihn durch plözlichen Ueberfall des Feindes mit einer neu zusammen gerafften Schaar der Mainoten. Bei Ankunft der Regentschaft ward Elias nach der angenommenen Reduction der Militär-Grade vom General auf den Hauptmann zurückgesezt. Dieß hinderte ihn nicht, mit aller Kraft, zur Unterdrückung des Aufstandes von Messenien gegen die Regentschaft zu wirken. Er wurde, infolge dieses neuen Beweises von Ergebenheit, zum Obristlieutenant, zugleich Adjutanten des Königs Otto ernannt, und erhielt zu dem Kreuze für die Sieger im Freiheits-Kampfe den neugestifteten Erlöser-Orden. In obiger Eigenschaft und mit Beibehaltung seines reichen National-Costüms, begleitete derselbe seinen jungen Monarchen nach Teutschland, und bereiste mit ihm den ganzen Süden, dann die Rheingegenden, Sachsen und Brandenburg, dann die böhmischen Bäder. Ueberall zog zuerst die große, herrliche Gestalt des 36jährigen Mannes mit gebräuntem Gesichte, funkelnden Augen, dunklen Haaren und Schnurrbart, der stolze Gang und die edle Haltung an. Seine Umgebung erfreute die freundlich offene, aller Täuschung fremde Gesinnung und Rede.

(Schluß folgt.)

Bayerische National-Zeitung Nro. 184. Dienstag, den 22. November 1836.

#Bayerische National-Zeitung (24.11.1836)

Nekrolog.

Elias Mauromichalis,
(genannt Kazakos.)

(Schluß.)

Abgehärtet von Jugend auf in freiem Felde wie in steilem Gebirge, bei Sonnenhize und Sturm, bald in wüthendem Kampfe, bald in behaglicher Ruhe, Entbehrung oder Ueberfluß menschlicher Bedürfnisse, besaß Elias erstaunliche Körper-Muskulatur, Stärke und Gesundheit. Daher er, am 3. November, unser tückisches Klima und die rauhe Jahreszeit nicht achtend, in zu leichter Kleidung einer kgl. Jagd beiwohnend und hierauf Anzeichen der eben in München grassirenden Brechruhr verspürend, es verschmähte, als ein Weichling sogleich sich zu Bette zu legen und sich der Pflege des Arztes zu unterziehen. Er suchte daher sein Uebelbefinden zu verhehlen, und schalt die Freunde, welche ihm Rath boten oder Warnung. Andere wies derselbe mit Scherz zurück, wenn sie ihm von der Brechruhr sprachen: »Diese sei ein Weib und er fürchte keine Weiber.« So entwickelte sich das Uebel ungehemmt in dieser starken Constitution und kam am 6. Nov. früh zu einem Ausbruche, dessen Heftigkeit ihn troz der Anstrengung der Hrn. Leibärzte Wenzl, Breslau, Wibmer, dann der Stärke seiner Natur, unter fürchterlichen Schmerzen von Krämpfen nach 16 Stunden dem Tode entgegenführte. Er sah diesen mit der Gelassenheit eines Helden kommen, empfieng von dem griechischen Poppen in Fassung und Erbauung die Sterbsakramente, und noch 2 Stunden vor seinem Tode, als er diesen in seinem Zimmer mit dem Gebetbuche beschäftigt sah, sprach er fast heiter: »Bete für mich, für mich ist keine Hoffnung des Lebens mehr, und öffne mir die Pforten der göttlichen Barmherzigkeit« Gegen 10 Uhr hatte der heftige Kampf seiner widerstehenden Natur geendet, und er entschlief eine halbe Stunde darauf sanft, umgeben von wehklagenden Landsleuten und teutschen Freunden. Sein Tod, so plözlich, mitten in der königl. Residenz, fast unter den Augen der beiden Monarchen, und einige Wochen vor der bevorstehenden Vermählung seines Königs, der ihm mit voller Huld zugethan war, hat überall großen und schmerzlichen Eindruck gemacht. Am 8. Nov., Nachmittags 3 Uhr, nach Aussezung der Leiche in gewöhnlicher Nationaltracht in dem 1. Leichensaale auf dem allgemeinen Gottesacker, ward dieselbe mir dem gradmäßigen militärischen Condukte, einem Bataillon Infanterie, welches die 3 Grabsalven gab, dem dießseitigen Hoffourier, bayer. u. griech. Hofliaquaien, dann Bedienten des griechischen Gesandten und Consuls mit Flambeaux, und übriger zahlreicher Ehrenbegleitung zu Grabe getragen, und nach dem Gebrauche der griechischen Kirche zur Erde bestattet. Elias Mauromichalis starb als Wittwer und hinterließ 2 Söhne in zartem Alter, die in Kalamata bei Verwandten erzogen werden. Zu bemerken ist, daß Lykobunon, das Vorband der Spartaner, von einem Mauromichalis mit dem Leben von den Türken erkämpft, durch die Gnade des Königs ihr Eigenthum geworden ist. Wie entschieden übrigens diese vielverzweigte Heldenfamilie in Liebe und Haß sich bezeigte, bewies in lezterer Beziehung das furchtbare kleine Messer mit schwarzem Hefte, mit welchem Capoditstrias ermordet worden, und das als ewig denkwürdiges Erbstück stets von dem Erstgebornen in der Familie im Gürtel getragen zu werden pflegt. Ein Gesandschafts-Courier gieng mit der Todes-Nachricht, und bald darauf der Diener des Entseelten mit seinem lezten Willen und obigem Kleinode von München nach Athen ab.

Möge die deckende Erde dem jungen, edlen Helden leicht sein, dem, gleich so Vielen unserer wackern Bayern, nicht vergönnt war, in mutvoller Verteidigung seiner Heimat auf ihrem Boden, sondern in der Fremde an einer Seuche zu fallen, aber doch neben seinem Könige, und geehrt durch seine, wie durch Aller, die ihn kannten, herzliche Trauer!

Bayerische National-Zeitung Nro. 185. Donnerstag, den 24. November 1836.

#Melpomene oder Grablieder (1839)

  1. Bei dem Grabe des griechischen Adjutanten Mauromichalis, der an der Kolera starb.

Melod. I.

1. Es ist und bleibt der Menschen Loos,
Daß alle sterben müssen,
Denn alle müssen, klein und groß,
Die Schuld der Sünde büssen,
Die Adam schon im Paradieß
Uns zugezogen; denn er biß
In den verbothnen Apfel.

2. Er war an Leib und Seel verderbt,
Und alle seine Kinder,
Von Gott verstossen und enterbt;
Denn alle sind ja Sünder:
Und ward auch unsre Straf und Schuld
Getilgt durch des Erlösers Huld,
Blieb doch der Tod zurücke.

3. Wir können also über Gott
Uns keineswegs beklagen,
Indem wir in dem Leibestod
Die Straf der Sünde tragen,
Die uns schon angebohren war,
Und die wir leider noch sogar
Aus eigner Schuld begehen.

4. Deswegen kommt der bittre Tod
Uns überall entgegen,
Wir können uns, von ihm bedroht,
Nie sicher niederlegen,
Und wenn ein Mensch ins Leben tritt
So macht er schon der ersten Schritt
Zu seinem Lebensende.

5. Und ach! wie ist so groß die Zahl
Verschiedner Todesarten!
Er trift uns, wo wir seine Qual
Am wenigstens erwarten,
Und biethet allen Mitteln Trutz,
Und ach! es wächst vor ihn zum Schutz
Kein Kräutchen auf der Erde.

6. Besonders aber wüthet er
In unheilbaren Seuchen,
Er spottet aller Gegenwehr,
Und häufet Leich auf Leichen,
Und mähet ohne Unterschied
Die Sterblichen von Glied zu Glied
Mit seiner Sense nieder.

7. Dazu bedient er sich der Pest,
Und jeder Art der Fieber,
Und rufet noch von Ost und West
Die Kolera herüber,
Wo sie auf ihrer weiten Reis
Die Menschen millionenweis
In kurzer Zeit dahinrafft.

8. Sie machte in Italien
Sehr große Niederlagen,
Es war ihr nicht zu widerstehn,
Und ach! in wen’gen Tagen
Erschien sie schon in Mittewald,
Und war mit ihrem Gifte bald
In Bayerns Residenzstadt.

9. Und ach! wie grausam wüthet sie
In ihrer Volkesmenge!
Und trotz der angewandten Müh,
Damit man sie verdränge,
Hat sie schon eine große Zahl
Durch ihre namenlose Qual
Dem Tode überliefert.

10. Dabei befindet sich ein Ries
An Leib- und Seelenkräften,
Der Grieche Mauromichalis,
Den sich zu den Geschäften
Fürs wahre Wohl von Griechenland
Des weisen Königs Otto Hand
Zum Adjutanten wählte.

11. Er schenkte ihm auf jede Weis
Sein gänzliches Vertrauen,
Und nahm ihn auf die weite Reis
Mit sich nach Deutschlands Gauen.
Da lebte er im frohen Muth,
Obwohl die Kolera mit Wuth
In Münchens Mauern herrschte.

12. Man warnte ihn: er möchte da
Mit Vorsicht sich bequemen;
Er habe vor der Kolera
Sich wohl in Acht zu nehmen,
Er aber war voll Zuversicht,
Und sprach: ein Weib bezwingt mich nicht,
Und lebte ohne Sorgen.

13. Auf einmal nahm das böse Weib
Ihm alle Lebensfreude,
Durchwühlte schmerzend seinen Leib
Und seine Eingeweide:
Er traute seiner Kraft zu sehr,
Und suchte keine Hülf, da er
Durchaus nicht krank seyn wollte.

14. Die Hülfe kam daher zu spat,
Die Krankheit zu besiegen,
Er mußte bei dem beßten Rath
Der Ärzte unterliegen,
Denn als die nöth’ge Hülf erschien,
So war es nicht mehr möglich, ihn
Dem Tode zu entreissen.

15. Denn schon begann das böse Weib
Sein Leben zu bekämpfen,
Und bald erlag sein Riesenleib
Den Zuckungen und Krämpfen;
Vereitelt war der Ärzte Müh,
Er röchelte, und brüllte, wie
Ein pfeildurchbohrter Löwe.

16. So unterlag dem Todesschmerz
Der griechische Athlete,
Und krachend brach sein Felsenherz
Auf seinem Sterbebette,
Und schon vom Tode hingerafft
Ward seiner Muskeln Eisenkraft
Bewundert von den Ärzten.

17. So muß die größte Körperkraft
Der Kolera erliegen,
Und der von ihr verdorbne Saft
Des Eingeweids versiegen,
Und wer nicht Anfangs widersteht
Der suchet alle Hülf zu spät
Und muß im Tod erblassen.

18. Da liegt er nun, der große Held,
Alt sechs und dreissig Jahre,
Und eine schwere Thräne fällt
Auf seine Todtenbahre
Von König Ottos Aug herab,
Das unterm Thränenflor sich ab
Von seinem Liebling wendet.

19. Denn es beweint sein Thränenblick,
Nebst seiner Kraft und Jugend,
Auch seines Freunds verlohrnes Glück,
Und seine treue Tugend,
Das wahre Wohl für Griechenland,
Das des verblichnen Helden Hand
So mächtig unterstützte.

20. Doch, schon genießt der Tugendheld,
Im ewig wahren Frieden,
Den Tugendlohn in jener Welt,
Den er verdient hienieden;
Denn wer hier treu nach dem Geboth
Dem König dient und seinem Gott,
Wird ewig selig werden.

21. Laßt uns daher die Bahn der Pflicht
Mit fester Treue wandeln,
Und stets vor Gottes Angesicht
Nach seinem Willen handeln,
Dann führt des Todes Freundeshand
Uns ein ins wahre Vaterland,
Ins Reich des ew’gen Friedens.

Michael von Jung: Melpomene oder Grablieder. Ottobeuren, 1839.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Mauromichalis Elias, 1800 (Sparta/Griechenland) – 1836, griechischer Offizier (Oberst), Adjutant des Königs Otto von Griechenland und Rittter des königlich-griechischen Erlöserordens; er war Führer im griechischen Befreiungskampf und ist während eines Aufenthalts in München der Cholera-Epidemie erlegen; sein von König Ludwig I. gestiftetes und von L. von Klenze geschaffenes klassizistisches Grabmal gehört zu den künstlerischen und kulturgeschichtlichen Denkwürdigkeiten des Südlichen Friedhofs, es ist vorne mit griechischen, hinten mit lateinischen Lettern (deutscher Text) versehen; das Epigramm dürfte von Ludwig I. selbst stammen:

»Spartas Berge verlassend beschirmt ich des inniggeliebten = Herrschers Leben und Ruhm sorgend mit treuem Bemühn = heldenmütiger Männer Geschlecht die ich oft zu den Waffen = Stätten geführt in des Kriegs leuchtenden Werken geübt = Doch mich schützte der männliche Mut und unendliche Kraft nicht = als von den Meinigen schreckliche Seuche mich schlug = O Heimat, O König, O Haus und unmündige Kinder = lebt wohl! Klage jedoch ziehmet nicht meinem Geschlecht.«

Epigramm wurde von P. Prosper Wagner O. F. M. Cap., München, St. Anton, entziffert, nach dessen Angaben noch Nachkommen des Mauromichalis in Griechenland leben.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 1 – 3 (Tauber)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Tauber, Anna (vh) / Kainz (gb); – 12.5.1886 (München), 55 Jahre alt; Kaufmanns-Gattin
  • Tauber, Karl; – (16).1.1906 (München), 71 Jahre alt; ehemaliger Kaufmann
  • Tauber, Maria; – (9).12.1895 (München), 33 Jahre alt; Ladnerin
  • Tauber, Otto; – (29).1.1870 (München), 1 Jahr alt; Buchhalters-Sohn

Todesanzeige für Anna Tauber

Grab der Familie Tauber auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#16 – 1 – 5 (Morgenstern)


Christian Morgenstern
Landschaftsmaler,
Ritter d. Verd. Ord. v. h. Michael,
Ehrenmitglied d. Academie
geb. 1805, gest. 1867,
dessen Gattin
Louise geb. von Lüneschloss
geb. 1805. gest. 1874,
Deren Schwiegertochter
Charlotte geb. Schertel
geb. 1849, gest. 1880.


  • Morgenstern, Charlotte (vh) / Schertel (gb) [in memoriam]; 1849 – April 1880 (Aibling); Landschaftsmalers-Witwe
  • Morgenstern, Christian Ernst Bernhard; 29.9.1805 (Hamburg) – 27.2.1867 (München); Landschaftsmaler
  • Morgenstern, Louise (vw) / Lüneschloss, von (gb); 1805 – 8.6.1874 (München); Kunstmalers-Witwe

Todesanzeige für Christian Ernst Bernhard Morgenstern

Todesanzeige für Louise Morgenstern

Todesanzeige für Charlotte Morgenstern

Grab der Familie Morgenstern auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

Grab der Familie Morgenstern auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

#Christian Ernst Bernhard Morgenstern

* 29.9.1805 (Hamburg)
† 27.2.1867 (München)
Landschaftsmaler

#Artistisches München im Jahre 1835 (1836)

Morgenstern, Christian, geb. zu Hamburg 1805, bereiste mit Cornelius Suhr, Besitzer eines Panoramas, bis zum Jahre 1824 die Hauptstädte des nördlichen Deutschlands, Dänemarks und Rußlands.

Da Morgenstern nun eine große Liebe zur Kunst gefaßt, und ihm das fernere Reisen mit Suhr keinen Nutzen bringen konnte, so beschloß er, in Hamburg bei Herrn Professor Suhr, dem Bruder des erst Genannten, zu bleiben, bei welchem er aber auch bald alle Hoffnungen auf einen tüchtigen Unterricht aufgeben mußte, weil Professor Suhr höchst kränklich war, weshalb er sich an den Maler Siegfried Bendixen, einen tüchtigen Künstler, wandte, der sich auch bereit erklärte, für ihn zu sorgen, bis es ihm gelungen seyn würde, sich selbst helfen zu können.

Im Jahre 1827 fand es Bendixen zweckmäßig, seinen Schüler nun zu entlassen; er verschaffte ihm ein kleines Stipendium, womit Morgenstern eine Reise nach Norwegen unternahm, um daselbst landschaftliche Studien zu machen; im Winter ging Morgenstern nach Kopenhagen, wo er sich bis Ende des Jahres 1828 aufhielt, und mehrere Bilder malte; von dort ging er nach Hamburg zurück, und begab sich im Winter 1829 nach München, wo er sich bis jetzt aufhält.

Die Motive zu seinen Bildern sind aus der Natur entlehnt, und tragen den Charakter der Gegenden an sich, welche der Künstler früher gesehen, und nach welchen er Studien gemacht hat. Morgensterns Bilder befinden sich in den Händen verschiedener Besitzer.

Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835 oder Verzeichniß gegenwärtig in Bayerns Hauptstadt lebender Architekten, Bildhauer, Tondichter, Maler, Kupferstecher, Lithographen, Mechaniker etc. Aus den von ihm selbst entworfenen oder revidirten Artikeln zusammengestellt und als Seitenstück zum gelehrten München im Jahre 1834 herausgegeben durch Adolph von Schaden. München, 1836.

#Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (20.12.1838)

Gallerie einiger in München lebender Künstler.
(Fortsetzung.)

Morgenstern, Christian.

Wer sich in einem großen Kreise von Trefflichen zu einer bedeutenden Höhe emporschwingt, darf auf die Krone des Ruhmes Anspruch machen. Morgenstern, geboren zu Hamburg im Jahre 1805, wird zu den Glücklichen gezählt, denen es gelang, nicht nur die vorzüglichsten Landschaftsmaler zu erreichen, sondern selbst Viele seiner künstlerischen Concurrenten, die als Meister sich Verdienste erwarben, zu überragen.

Die Entwicklung manches Talentes findet nicht selten ihren Grund in seltsamen abenteuerlichen Veranlassungen. Das Talent, das im Schooße der Heimat unbemerkt verblüht wäre, muß der Fremde sich preisgeben, um auf ihren Boden verpflanzt, tiefe Wurzeln zu schlagen, oder von Land zu Land wandernd, unter dem Wechsel der klimatischen und socialen Einflüsse sich zu entfalten.

Morgenstern mußte sich einem Cornelius Suhr anschließen, um mit diesem, Besitzer eines Panorama, die Hauptstädte des nördlichen Deutschlands, Dänemarks und Rußlands zu bereisen. Auf diesen Reisen prägten sich ihm die Bilder des Nordens und seines Lebens ein und erweckten die ersten Keime der Kunst in der Seele des Jünglings. Morgenstern überzeugte sich, daß die Kunst einer festen, ruhigen Stätte bedarf, und beschloß, in Hamburg bei dem Professor Suhr, dem Bruder des oben Genannten, zu bleiben, bey welchem er aber bald alle Hoffnungen auf einen tüchtigen Unterricht aufgeben mußte, weil Professor Suhr durch Kränklichkeit abgehalten wurde, seinen Kunstzögling zu unterweisen. Er wandte sich daher an den Maler Siegfried Bendixen, einen vorzüglichen Künstler, der auch mit Bereitwilligkeit die Hand bot, den hoffnungsvollen Schüler zu führen, bis er eine gewisse Stufe von Selbstständigkeit erreicht hätte. Im Jahre 1827 fand es Bendixen zweckmäßig, den Zögling zu entlassen, verschaffte ihm aber ein kleines Stipendium, womit er eine Reise nach Norwegen unternahm und daselbst landschaftliche Studien machte.

Morgenstern ging nach Kopenhagen, wo er sich bis Ende des Jahres 1828 aufhielt und mehrere Bilder malte. Von dort reiste er nach Hamburg zurück und begab sich im Winter 1829 nach München, wo er gegenwärtig als einer der ersten Landschaftsmaler Deutschlands neue Kunstschöpfungen zu Tage fördert.

Morgenstern lebte wie Christoph Etzdorf in der Anschauung der nordischen Natur und ihrer wundersamen Phänomene. Wer von der Höhe des Egeberged hinabschaut in die malerische Thaltiefe, welche die Hauptstadt Norwegens, Christiania, mit dunklen Wäldern und ausgedehnten Parken umschließt, wer von diesem herrlichen Punct aus das Glück hat, den schonen Golf von Christiania, von Masten und Segeln belebt, mit dem Entzücken des überraschten Wanderers zu betrachten und den freudetrunkenen Blick über den Spiegel des Golfes oder über die grünen Hügel und herrlichen Landsitze der norwegischen Hauptstadt schweifen zu lassen, fühlt schon den unwiderstehlichen Drang in sich, dieses reizende Panorama durch den Pinsel oder durch die Sprache des Dichters sich fort und fort zu vergegenwärtigen. Wie viel mehr muß eine so bezaubernde Natur, die Majestät mit höchster Anmuth verbindet, ein Künstlergemüth ergreifen und es zur Darstellung begeistern? Etzdorf und Morgenstern überließen sich mit der ganzen Innigkeit edler Künstlerseelen den Eindrücken dieser herrlichen Scenerien; sie bewahren in lebendiger Frische den Schmuck jener Thäler Norwegens in sich und das liebliche Glammenthal mit seinem blauen Strome gleichen Namens; die pittoresken Seen mit ihren waldumkränzten Ufern, mit ihren steilen, fichtenbekleideten, hohen Felswänden, mit den im Rosenschimmer des Morgens in der Ferne sich in den Äther ruhig erhebenden Fjölds (Gletschern) begegnen uns nicht selten in den Landschaftsgemälden Morgenstern's, die ihrer Analogie gemäß, wenn gleich südlich in den Formen, doch ein verwandtes Gepräge an sich tragen mit dem Charakter der arktischen Zone, und treten uns mit diesem ihnen eigenthümlichen Geiste entgegen. Morgenstern trägt die Motive der nordischen Natur in seine Tableaux über, die unserer südlichen Umgebung angehören und eine Katarakte der Isar, von seiner Meisterhand dargestellt, braust und flutet über Felstrümmer, als beleuchtete sie der Himmel der Harolde und der Axel. Etzdorf und Morgenstern verschmelzen die nordische und südliche Natur vielleicht ganz absichtslos, und ein Künstler, heimisch am Fuße der Salzburger und Kärnthneralpen, würde in Christiania oder in Stockholm seinen Compositionen, die er im Anschauen norwegischer oder schwedischer Landschaft entwirft, immer den warmen Frühlingshauch des Südens geben und die üppige Flora der Heimat den Arctus-Blumen beygesellen.

(Werden fortgesetzt.)

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode 152. Donnerstag, den 20. Dezember 1838.

#Universal-Handbuch von München (1845)

Morgenstern, Christian,

geboren 1805 in Hamburg, begann als Schüler von Siegfried Bendixen, der Lehrer- und Vaterstelle bei ihm vertrat. Nach drei Jahren ging er nach Norwegen und von da nach Kopenhagen, wo er zwei Jahre sich aufhielt und mehrere Bilder im Landschaftsfache für Kunstfreunde in Kopenhagen und Hamburg malte; dann kehrte er nach Deutschland zurück, besuchte das Harzgebirge, und ging 1829 nach München, von wo er mehrere Studienreisen an den Rhein und andere Gegenden unternahm. Von Morgenstern’s Bildern befinden sich in Kopenhagen, Hamburg, England, Hannover, Wien, Stuttgart und München. Der Name Morgenstern ist weit bekannt.

Universal-Handbuch von München. München, 1845.

#Münchener Künstlerbilder (1871)

Christian Morgenstern,
Landschaftsmaler.

Der Landschaftsmaler Christian Ernst Leonhard Morgenstern ward am 29. September 1805 zu Hamburg geboren. Sein Vater war der Miniaturmaler Johann Heinrich Morgenstern, welcher, nachdem er lange körperlich gelitten, während der Druck der französischen Gewaltherrschaft auf seiner Vaterstadt lastete, im Jahre 1813 dortselbst mit Tod abging. Die Lage der Wittwe, welche zwei Knaben und drei Mädchen zu ernähren hatte, war nichts weniger als günstig. Als Davoust alle Familien aus der Stadt trieb, welche sich nicht über den Besitz von Proviant für ein halbes Jahr auszuweisen vermochten, gelang es ihr durch die Beihilfe von Verwandten, die gestellte Bedingung zu erfüllen. Unter solchen Verhältnissen mußte die bedrängte Mutter es als ein Glück betrachten, daß der damals in Hamburg hervorragende Maler Christoph Suhr sich des neunjährigen Knaben annahm. Christoph Suhr war auf dessen unwiderstehliche Neigung zum Zeichnen aufmerksam gemacht worden, und da er mit seinen Brüdern, Cornelius und Peter, neben Ausübung seiner Kunst in geschäftlicher Verbindung stand, gab es für den kleinen Christian gar mancherlei Beschäftigungen, die seinem künftigen Berufe bald näher bald entfernter standen. Die Brüder Suhr besaßen nemlich eine bedeutende Spielkarten-Fabrik und Kupferdruckerei, zu der später noch eine lithografische Anstalt kam. Der anstellige Knabe ward abwechselnd hier und dort angewendet und erwarb sich dadurch eine Menge praktischer Kenntnisse; seine geistige Ausbildung aber hielt mit der technischen keineswegs Schritt, da sie den industriellen Brüdern keinen finanziellen Vortheil bringen konnte, sohin lediglich als Nebensache betrieben wurde. So ward ihm nur dann gestattet die Schule zu besuchen, wenn die Arbeiten in der Fabrik es gestatteten. Die Gebrüder Suhr hatten auch ein optisches Panorama gefertigt und ließen dasselbe während der Winterabende dem Hamburger Publicum in ihrem eigenen Hause vorzeigen, eine Beschäftigung, welche häufig Morgenstem übertragen wurde.

Unter solchen Verhältnissen gab es der Mußestunden natürlich gar wenige. Morgenstern verbrachte sie regelmäßig, um seinem innern Drange zu genügen, hinter dem Zeichnungstische. Er sollte indeß bald eine Gelegenheit finden, die Kenntnisse, die er sich im Zeichnen erworben, auch zu einem praktischen Zwecke zu verwenden. Im Jahre 1818 entschloß sich nemlich Cornelius Suhr, mit seinem Panorama, das nachgerade für die Hamburger den Reiz der Neuheit zu verlieren begann, eine Reise zu unternehmen und es zugleich zu zeigen und durch Aufnahme neuer Objecte zu bereichern. In Aachen tagte damals der Congreß, Suhr fand dort, bei dem Zusammenflusse vieler Fremden, was er gesucht, seinen Vortheil. Morgenstern, bei dem Geschäfte vielseitig verwendet, hatte dabei Gelegenheit, alle Notabilitäten jener Zeit zu sehen, welche Suhr’s Panorama besuchten. Im Herbste kehrte er mit diesem nach Hamburg zurück und in dem darauf folgenden Winter begann nun für ihn ein wahres Wanderleben. Vorerst ging es nach Kopenhagen, im nächsten Jahre nach Berlin und in den Jahren 1820 und 1821 durchzog er Rußland, wobei in Moskau, Riga, Reval und Mitau ein längerer Aufenthalt genommen wurde. Morgenstern fand auf diesen Reisen wohl mannigfachen Gewinn an Erfahrungen und Belehrungen, andrerseits aber war seine Stellung bei Suhr in der Fremde noch weit drückender als daheim im Vaterlande. Alles Mißliche seiner Lage – mußte er doch als Wächter der Suhr’schen Habseligkeiten nach Zigeunerart die meisten Nächte im Wagen zubringen, der jene enthielt – konnte ihm jedoch die Lust an der Kunst nicht nehmen. Da er nur über wenige Freistunden gebieten konnte, so erleichterte er sich die Arbeit durch eine selbst gefertigte Camera obscura, mittelst deren er viele Städteansichten anfertigte und so gut es eben gehen wollte in Wasserfarben ausführte, um sie als Erinnerungsblätter aufzubewahren. Leider konnten sie diesen Zweck nicht erfüllen, da ihn die Verhältnisse dazu drängten, sie alle um eine unbedeutende Summe zu veräußern.

Die Aufstellung der Camera auf offener Straße zog natürlich den süßen Pöbel in Masse herbei und überdies fand es die hohe Polizei nicht zulässig, daß ein Fremder dies und jenes Schloß oder sonstige öffentliche Gebäude abzeichnete; es wäre sonach gar bald um Morgenstern’s Arbeiten geschehen gewesen, hätte ihm nicht ein glücklicher Zufall die Bekanntschaft des General Miloradowitsch, damaligen Stadtkommandanten von Petersburg, verschafft, der ihm ein Dokument behändigte, aller Orten nach der Natur zu zeichnen. Der Zauber zeigte sich auch bald: wo er seine dunkle Kammer aufstellte, trat ihm die Polizei nicht blos nicht mehr entgegen, sondern hilfreich zur Seite, und hielt ihm die Neugierigen, die sich um ihn zu drängen pflegten, nach Bedarf selbst mittelst Stockschlägen vom Leibe. Ein andermal dagegen, es war in Narwa, trug er aus Versehen sein polizeiliches Amulet nicht bei sich, als er von der Brücke aus das alte in Ruinen liegende Schloß zeichnete. Wegen dieses Attentats gegen den russischen Staat wurde er sofort vor den Höchstcommandirenden der Stadt gebracht, der eben mit seiner Gattin beim Frühstück saß. Nur auf Fürbitte der Letzteren, einer Deutschen von Geburt, wurde er straffrei entlassen, mußte jedoch seine kaum begonnene Skizze in der Hand der Polizei zurückzulassen.

Während dieser großen und an sich schon beschwerlichen Reisen hatte Morgenstern durch Cornelius Suhr’s Behandlung zu leiden, so daß er, nach Hamburg zurückgekehrt, Alles aufbot, um es durchzusetzen, daß er fortan nicht mehr mit ihm auf Reisen zu gehen brauchte, sondern bei Professor Suhr beschäftigt ward. Freilich war auch diese Beschäftigung der Art, daß dabei an ein gründliches Kunststudium gar nicht zu denken war. Sie bestand hauptsächlich im Coloriren, Lithografiren, Schneiden in Holz, z. B. von Spielkarten. Dabei ward auch im Uebrigen Morgenstern’s Lage nichts weniger als besser. Er konnte es nicht länger mehr ertragen. Ein längerer Versuch, Professor Christoph Suhr dazu zu bewegen, daß er ihm neben seinen Arbeiten für ihn auch in der Kunst sich auszubilden Gelegenheit gebe, scheiterte an dessen hartem Sinne. Morgenstern war inzwischen an den damaligen ersten Künstler Hamburgs, den Maler, Kupferstecher und Lithografen Siegfried Bendixen, empfohlen worden. Derselbe zeigte lebhafte Theilnahme für ihn und sein Talent und sicherte ihm die unentgeltliche Aufnahme in seine Kunstschule, sowie freie Verpflegung zu, während Morgenstern’s Vetter Rüdiger ihm sein Haus zur Wohnung anbot.

Eines Tages (im Jahre 1824) ließ er nur einen die nöthige Aufklärung enthaltenden Brief zurück und verließ dessen Haus, um es nie mehr zu betreten. Von diesem Zeitpunkte an datirt nunmehr Morgenstern’s Künstlerleben. Drei Jahre hindurch genoß er Bendixen’s gründlichen Unterricht und erfreute sich dessen wahrhaft väterlicher Freundschaft. Bendixen’s Schule konnte wohl eine treffliche genannt werden, da er einerseits eine ausgezeichnete Sammlung von Werken guter alter Meister den Schülern als Muster vorhielt, sie auf deren Vorzüge aufmerksam machte und zum Copiren derselben veranlaßte, andrerseits aber auf das strengste Naturstudium drang. Durch Bendixen machte Morgenstern auch die Bekanntschaft mehrer hochgebildeten Familien, wie denn besonders sein Umgang mit Erwin und Otto Speckter nicht wenig zu seiner geistigen Ausbildung beitrug. Ebendort wurde er auch mit Felix von Rumohr bekannt, der ihn öfters auf sein Gut in Holstein zu Gaste lud und ihm seinen reichen Schatz von Kunstkenntnissen und Erfahrungen aufschloß.

Im Winter des Jahres 1827 hatte Morgenstern seine erste selbständige Arbeit, eine Waldpartie mit Sumpfwasser, ausgeführt. Sie ward von Bendixen dem Comité des Averhoff’schen Stipendiums mit der Bitte vorgelegt, dem jüngern Künstler ein Stipendium zu einer Reise nach Norwegen zu verleihen. Als diese Bitte erfüllt worden war, ging Morgenstern zu Ende Mai zunächst nach Kopenhagen und von da nach Norwegen hinüber, durchstreifte dieses höchst malerische Land während des Sommers zu Fuß, das Ränzchen auf dem Rücken, und sammelte eine erkleckliche Anzahl von Studien. Den nächsten Winter verlebte er in Kopenhagen, besuchte die dortige Akademie und machte im freundschaftlichen Umgänge mit mehreren ältern und jüngern Künstlern tüchtige Fortschritte. Besonders waren es die Professoren Lund und Möller, die sich des jungen Mannes freundlich annahmen, dazu der Statsrath Thomsen. Lund besaß in Friedrichsthal einen reizenden Landsitz, dessen herrliche Buchenwälder Morgenstern Stoff vieler Studien gaben. Um dieselbe Zeit besuchte er das Vorgebirge Kulln in Schweden zum gleichen Zwecke. Auch im Hause des Statsrathes Brun, dem Versammlungsorte vieler Gelehrter und Künstler, ward er eingeführt und erfreute sich der Theilnahme der Frau vom Hause, der Dichterin Friederike Brun, in hohem Grade.

Morgenstern blieb bis zum Herbst 1828 in Kopenhagen und führte während dieser Zeit etwa 10 größere und kleinere Bilder aus, von denen eines vom Prinzen Christian von Dänemark bestellt war. Darunter befanden sich vier Prospecte aus der Nähe von Christiania, wie die Kobaltwerke Fosum auf Modum, der Wasserfall von Houg-Foß. Letzteren malte er später noch zweimal, das einemal für den Fürsten von Turn und Taxis in Regensburg.

Auf den Rath des Professors Lund, durch den Aufenthalt in anderen größeren Städten seinen künstlerischen Gesichtskreis zu erweitern, begab sich Morgenstern mit seinem eben vollendeten Bilde »Ein felsiger Saumweg in Norwegen« nach Hamburg zurück. Seine Arbeit sicherte ihm in den maßgebenden Kreisen eine ehrenvolle Aufnahme. Der Herbst zog ihn mit seinem Freunde Petzold nach dem Harz, und, wieder in seine Vaterstadt heimgekehrt, beschloß er nun, im lieben Kreise der Seinen dauernden Aufenthalt zu nehmen. Aber sein von ihm hochverehrter Lehrer Bendixen, dem Morgenstern’s weitere Künstlerlaufbahn so warm am Herzen lag, als ob es das Schicksal eines geliebten Sohnes gegolten hätte, überredete ihn bald, daß er noch im November des Jahres 1829 seine Mutter und Geschwister, wenn auch schweren Herzens, nochmals verließ, um nach München überzusiedeln, wo König Ludwig der Kunst eine neue Heimat geschaffen hatte. Er fand bereits tüchtige Kräfte vor und fühlte gerade darin einen Sporn zu regsamster Thätigkeit.

Die Münchener Landschaftsmaler holten damals ihre Stoffe fast ausschließlich aus dem benachbarten Hochgebirge. Morgenstern lehnte sich in seiner Auffassungsweise an die Niederländer, und seine weithin gestreckten Ebenen und Seeküsten, insbesondere aber seine großen, von bedeutenden Wolkenmassen reich bewegten Lüfte hatten, abgesehen von dem bereits hohen künstlerischen Werthe, der ihnen innewohnte, den Reiz der Neuheit. Einige Bilder mit Motiven aus der Lüneburger Haide und aus der nächsten flachen Umgebung von München, fanden das verdiente Lob und bereitwillige Anerkennung. Morgenstern war der Erste, der, obwohl ein Fremder, die Hochebene, auf der München liegt und die von niemand mehr als von den Einheimischen gelästert ward, durch echt künstlerische Auffassung zu Ehren brachte, ein Umstand, der, so einfach er an sich erscheint, gleichwohl in der Geschichte der Münchener Landschaftsmalerei von sehr eingreifender Bedeutung ist.

Andrerseits konnte sich der Künstler aber auch seinerseits dem Einflüsse nicht entziehen, den der Anblick der Hochalpen auf jeden Besucher, um so lebhafter auf den Künstler zu äußern pflegt. Von mehrfachen Wanderungen durch das Bayerische und Tyroler-Gebirge brachte er zahlreiche Studien heim, und es drängte ihn, dieselben in Bildern zu verwerthen. Und so malte er wieder wilde Schluchten und Wasserfälle, wie früher aus Norwegen so nun aus den süddeutschen Alpen. Das bedeutendste seiner Werke aus jener Zeit war eine frei componirte großartige Schlucht, von Tannen begränzt und von einem brausenden Bache durchtobt. Es hat eine Breite von 7 und eine Höhe von 6 Fuß und kam in den Besitz des Herzogs von Cambridge nach Hannover, von da später nach England. Morgenstern hatte den Carton hierzu in derselben Größe auf das gewissenhafteste ausgeführt und zuletzt mit Oelfarbe skizzirt. Derselbe ist Eigenthum des trefflichen Landschafters Daniel Fohr, Morgenstern’s langjährigen Freundes.

In diese Zeit fällt auch seine Bekanntschaft mit Carl Rottmann, die sich bald zu inniger Freundschaft gestaltete und in künstlerischer Beziehung für ihn von großer Bedeutung wurde.

Im Jahre 1836 ging Morgenstern in Folge einer Einladung des General-Lieutenants von Weber, dessen Nichte, Fräulein Th. von Weber, er in der Malerei unterrichtete, nach dem Elsaß, woselbst jener in Rothenberg bei Rappolsweiler ein Gut besaß. Dort trat er auch mit der Familie Stubberg in engere Beziehungen, welche zur Folge hatten, daß Morgenstern noch dreimal in jenes gesegnete Land zurückkehrte, nicht ohne durch tüchtige und zahlreiche Studien für seine Kunst großen Gewinn zu ziehen. Einige jener Studien verarbeitete der Künstler auch alsbald zu werthvollen Gemälden, darunter eine bedeutende, »Felsige Haide bei St. Hypolit am Fuße der Vogesen,« welche nach Amerika verkauft wurde, und ein andres verwandtes Motiv, das sich zur Zeit in einer englischen Privatsammlung befindet, zwei Arbeiten, welche zu den besten Leistungen Morgenstern’s aus jener Zeit gerechnet werden. Er fand unter den Engländern lebhaften Beifall. So waren es Briten, welche drei seiner Bilder rasch hinter einander erwarben: eine »Fischerhütte an einem stillen Wasser unter mächtigen Bäumen«, einen »Mondaufgang an der Elbe bei Hamburg« und einen »Waldausgang an der Lüneburger-Haide.«

Das letztbezeichnete Motiv radirte Morgenstern auch in Kupfer, wie er sich denn in diesem Kunstzweig schon bei Bendixen mit bestem Erfolge versucht hatte; von den 10 von seiner Hand herrührenden radirten Blättern stammen nicht weniger als sieben aus der Zeit seines Aufenthaltes bei Bendixen.

Im Jahre 1839 machte Morgenstern vom Elsaß aus einen Ausflug den Rhein entlang nach Köln und verweilte eine Woche lang in Düsseldorf, um sich darauf nach Hamburg zu wenden, woselbst er den Winter zubrachte. Er stand mit der von Hermann’schen Kunsthandlung in München in geschäftlicher Verbindung und vollendete auch während jener Zeit mehrere Bilder für dieselbe.

Im Frühlinge des Jahres 1840 nach München, wo er eine zweite Heimat gefunden, zurückgekehrt, traf er wieder mit dem russischen Obersten von Barischnikoff zusammen, der mit ihm und C. Rottmann in lebhaftem Verkehre stand und namentlich auch mehrere Bilder Morgenstern’s erwarb, unter denen der »Zehmgrund in Tyrol« das hervorragendste ist.

Welche ehrenvolle Stellung der Künstler bereits in jener Zeit in der Künstlerwelt einnahm, dafür spricht der Umstand zur Genüge, daß ihn die Akademie der bildenden Künste zu München im Jahre 1842 zu ihrem Ehrenmitgliede ernannte. Seine Freude über diese Auszeichnung wurde leider durch ein öfter wiederkehrendes Unwohlsein getrübt, das nicht ohne Einfluß auf sein sonst heiteres Temperament blieb, seine Stimmung herabdrückte und seine künstlerische Thätigkeit nicht selten unterbrach. Nachdem verschiedene, als tüchtig bekannte Aerzte ihre Kunst an ihm versucht, war es endlich seine kräftige Natur, die den Sieg davon trug. In’s selbe Jahr fällt eine mit seinem Freunde, dem berühmten Landschafter Eduard Schleich, unternommene Reise nach Oberitalien.

Seit Fohr, mit dem er so lange Jahre zusammengelebt, nach Carlsruhe übergesiedelt war, dachte Morgenstern lebhafter daran, sich einen eignen Heerd zu gründen. Fräulein Louise v. Lüneschloß, die Tochter eines königl. Hauptmanns, in Mannheim geboren, hatte schon früher einen dauernden Eindruck auf ihn gemacht; nun, 1843, bot er ihr Herz und Hand und wurde mit ihr am 31. December des darauf folgenden Jahres getraut. Im engsten Zusammenleben mit der Familie des Miniaturmalers Carl Restallino, in welcher seine Gattin erzogen worden war, fand Morgenstern an der Seite derselben das höchste häusliche Glück, das durch die am l4. September 1847 erfolgte Geburt eines Sohnes, der nach seinem Pathen Restallino Carl getauft ward und der jetzt selber als tüchtiger Landschaftsmaler bekannt ist, noch erhöht wurde.

In der vollen Ruhe seines Gemüthes konnte er sich nun wieder mit ganzem Herzen der Kunst widmen. Wenn er auch den Sommer über im Kreise der Seinen in der Umgebung Münchens, wie in Murnau, Starnberg und Brannenburg lebend, die schönsten Motive zu Bildern fand, so zog ihn doch stets sein Sinn wieder nach der fernen Heimat. Dieser Sehnsucht verdanken seine reizenden Mondnächte auf den ausgedehnten Ebenen Norddeutschlands, am Elbestrand und der Seeküste ihren Ursprung. Sie sind in einer Menge von Privatsammlungen zerstreut, eine ganz vorzügliche Arbeit dieser Art besitzt auch das Städel’sche Institut zu Frankfurt.

Ein Künstler, der mit solcher Pietät an der Kunst hängt wie Morgenstern, giebt sich seinen Arbeiten auch mit ganzer Seele hin. So kam es, daß er im Jahre 1847 von einem schweren Nervenleiden befallen wurde, das ihn der Kunst fast ganz entzog. Endlich, aber nur zögernd, wich das Uebel. Als er sich wieder in Etwas gekräftigt fühlte, vermochte er dem Verlangen, seine alte Mutter wieder zu sehen, nicht zu widerstehen und trat im Juli 1850 eine Reise nach Hamburg an, die er auf ärztliches Anrathen nach der Insel Helgoland ausdehnte, um dort fünf Wochen lang seiner Gesundheit und seiner Kunst zu leben. Er fühlte sich dort so recht in seinem Elemente: die öde Düne mit den lang darüber hinrollenden Wogen, die malerisch zerklüftete Westküste der Insel selber fesselten und begeisterten ihn. Dies Alles und ein während drei Tagen anhaltender Sturm, der mehrere Schiffe in der Nähe Helgolands scheitern machte, gaben treffliche Stoffe zu Bildern. Nach München zurückgekehrt, machte er sich, obwohl noch immer leidend, an eine »Sturmnacht mit Mondaufgang«, die in den Besitz eines Mr. Graham aus England kam und wiederholt wurde. Seinem Aufenthalt auf Helgoland verdanken eine Reihe größerer und kleinerer Bilder ihre Entstehung: darunter eine »Brandung mit dem Leuchtthurm bei Mondlicht«, »Die Höhle Mörmersgatt bei Mondaufgang«.

Im Jahre 1853 wählte Morgenstern mit seiner Familie den schön gelegenen Markt Dachau, 4 Stunden von München, zum Sommeraufenthalte und sammelte in diesem und den nächsten fünf Sommern daselbst eine Menge der werthvollsten Studien, wozu die großartigen Fernsichten über die ungeheure, von den Alpen begrenzte Ebene, die malerisch gelegenen alten Dörfer reichliches Material darboten. Ihm folgten bald mehrere Künstler, und so war Morgenstern’s Wanderung nach jener Richtung nicht ohne wesentlichen Einfluß auf die Münchener Landschaftsmalerei selber, die sich nun auf der Fläche ebenso behaglich findet, wie früher auf den Bergen.

Morgenstern war eine echte Künstlernatur, reich begabt und im Besitze eines wahren Schatzes von künstlerischen Erfahrungen. Leicht empfänglich für alles Schöne, weiß er es in Linien und Farbe festzuhalten und den Beschauer sicher in jene Stimmung zu versetzen, welche er beabsichtigte. Seine Arbeiten sind immer wahr und ursprünglich, sie sprechen deshalb auch immer frisch und kräftig an. Am gelungensten erscheinen immer jene, welche als ein Ganzes in seiner Seele auftauchten und an’s Licht sprangen, ohne im Großen nachträglich modificirt zu werden. Seine Studien nach der Natur, deren er eine ungewöhnliche Anzahl besaß und welche nach seinem am 27. Februar 1867 erfolgten Tode theilweise in fotografischer Nachbildung erschienen, geben den besten Beweis für die Unmittelbarkeit seiner Auffassung. Die meisten derselben können mit geringen, viele ohne alle Modifikationen zu einem künstlerisch vollendeten Ganzen gestaltet werden. Die meisten Freunde aber haben ihm wohl seine von tiefster Poesie durchhauchten, das Gemüth wunderbar ansprechenden Mondnächte erworben, wie denn überhaupt seine Hauptstärke in der Darstellung mehr oder minder reich bewegter Lüfte liegt, deren Reich er mit der größten Umsicht beherrschte.

Es giebt kaum eine bedeutendere Sammlung, welche nicht ein Werk Morgenstern’s aufzuweisen hätte, wie denn Morgenstern bei aller Sorgfalt der Durchbildung eine außerordentliche Produktivität entwickelte. Die Galerie Schack wie die Neue Pinakothek in München besitzen sehr bedeutende Arbeiten des Künstlers, den König Maximilian II. im Jahre 1861 zum Ritter des Verdienstordens vom heiligen Michael machte und die Akademie von München zu ihrem Mitgliede.

Carl Albert Regnet: Münchener Künstlerbilder. Ein Beitrag zur Geschichte der Münchener Kunstschule in Biographien und Charakteristiken. Leipzig, 1871.

#Das Wesen der modernen Landschaftsmalerei (1898)

In der Reihe dieser Meister erscheint auch Christian Morgenstern, der sich durch seine Lüneburger Haide zu einem geachteten Namen verhalf. Seine Motive – oft sehr schön, oft aber auch höchst gleichgültiger Natur – sind theils aus dem Gebirge, theils aus den Ebenen von Oberbayern, theils aus Schweden, theils vom Meeresstrande. Seine Bilder zeigen zwar meist gute Anordnung, aber es mangelt ihnen die Feinheit der Farbe und der Behandlung.

Dr. phil. Franz Friedrich Leitschuh: Das Wesen der modernen Landschaftsmalerei. Strassburg, 1898.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Morgenstern Christian, 1805 (Hamburg) – 1867, Landschaftsmaler; Sohn eines Miniaturmalers, bereiste M. als Gehilfe der Spielkartenfabrik und Kupfer- und Steindruckerei Suhr halb Europa, lernte dann Lithographie und Holzschnitt und bildete sich in Hamburg bei Bendixen zum Landschaftsmaler aus; 1830 übersiedelte er nach München, wo er neben den üblichen Gebirgslandschaften zuerst Motive aus der Münchner Hochebene mit Betonung des Stimmungselements romantisch behandelte; er wurde dabei sehr von K. Rottmann beeinflußt; wiederholte Besuche Norddeutschlands gaben Stoff zu Bildern vom Elbestrand, der Seeküste und Helgoland; am stärksten war M. in seinen poetischen Mondscheinbildern und in Gemälden, bei denen der Schwerpunkt in der Darstellung der mehr oder minder bewegten Lüfte liegt; auch die bayerischen und Tiroler Seen und Berge boten ihm viele Motive.

Hauptwerke: Seesturm, Aus dem Elsaß, Mondnacht in Partenkirchen (Bayerische Staatsgemäldesammlung), Ansicht von Villafranca, Tassos Haus in Sorrent, Küste von Capri (Schack-Galerie), Partie am Ilsenstein im Harz, Isar bei Wolfratshausen, Schiffbruch an der Norwegischen Küste; M. hat auf die Entwicklung der neueren Münchner Landschaftsmalerei einen großen Einfluß ausgeübt.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 1 – 6 (Odysseus)


Hier ruht Leonidas, Sohn des Odysseus, Enkel des Andrustos, als Knabe gestorben zu München, den 8. Dezember 1836. Das Denkmal errichtete ihm ein alter Griechenfreund, Ludwig I., König von Bayern. – Würdig der Klagen war ich von treuen, guten = Männern entsprossen = welche für Thaten des Ruhms schmerzliches = Schicksal erlöst = den Großvater vertilgte der mitleidlose = Tyrann mir tötlichen Gifttrank ihm reichend = mit tückischer List = und den Erzeuger, der nie in dem = Kampf der Waffen besiegt ward = stürzten von hohem Turm feindliche = Männer herab = aber die Mutter, die mich in Parnassos = Höhlen geboren = hat in dem zwölften Jahr hier den = Gestorbenen beweint.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


  • Odysseus, Leonidas; 1824 (Parnassos/Griechenland) – 8.12.1836 (München); Grieche aus dem Gefolge von Mauromichalis

Grab der Familie Odysseus auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

Grab der Familie Odysseus auf dem Alten Südfriedhof München (April 2009)

Grab der Familie Odysseus auf dem Alten Südfriedhof München (April 2009)

#Leonidas Odysseus

* 1824 (Parnassos/Griechenland)
† 8.12.1836 (München)
Grieche aus dem Gefolge von Mauromichalis

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Odysseus Leonidas, 1824 (Pamassos/Griechenland) – 1836, griechischer Knabe; im Gefolge des Mauromichalis war dieser nach München gekommen und der Cholera erlegen; auch sein Grabmal, gestiftet von Ludwig I. und geschaffen von L. von Klenze, im zierlichen Klassizismus, etwas kleiner als das von Mauromichalis, ist griechisch (vorne) und deutsch (hinten) beschriftet und erinnert an das traurige Schicksal eines in fremdem Land gestorbenen Kindes; den Text der Inschrift dürfte wohl Ludwig I. selbst verfaßt haben: »Hier ruht Leonidas, Sohn des Odysseus, Enkel des Andrustos, als Knabe gestorben zu München, den 8. Dezember 1836. Das Denkmal errichtete ihm ein alter Griechenfreund, Ludwig I., König von Bayern. – Würdig der Klagen war ich von treuen, guten = Männern entsprossen = welche für Thaten des Ruhms schmerzliches = Schicksal erlöst = den Großvater vertilgte der mitleidlose = Tyrann mir tötlichen Gifttrank ihm reichend = mit tückischer List = und den Erzeuger, der nie in dem = Kampf der Waffen besiegt ward = stürzten von hohem Turm feindliche = Männer herab = aber die Mutter, die mich in Parnassos = Höhlen geboren = hat in dem zwölften Jahr hier den = Gestorbenen beweint.«

Epigramm wurde von P. Prosper Wagner O.F.M. Cap., München, St. Anton, entziffert.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 1 – 7 (Sautter)


Ruhestätte
der
Familie Sautter.

Sockel
Babenstuber.


  • Sautter, Franz; – 25.6.1860 (München), 4 Monate alt; Schlossermeisters-Sohn
  • Sautter, Georg; – (20).12.1857 (München), 1 Monat alt; Schlossermeisters-Sohn
  • Sautter, Karl; – 14.1.1868 (München), 3 Monate alt; Schlossermeisters-Sohn
  • Sautter, Luise; – (18).6.1862 (München), 11 Tage alt; Schlossermeisters-Tochter
  • Sautter, Luise; – (20).4.1859 (München), 1 Monat alt; Schlossermeisters-Tochter

Grab der Familie Sautter auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#16 – 1 – 9 (Kaufmann)


Familien-Grabstätte.

Anton Kaufmann,
Königl. qu. Hauptkassier,
Ritter I. Cl. d. Verdienstord. v. hl. Michael
geb. 28. Okt. 1792, gest. 5. April 1882.
Xaveria Kaufmann,
geb. von Schmid,
geb. 24. Febr. 1798, gest. 17. Febr. 1861.
Rosa Kaufmann,
Apothekers-Töchterchen,
geb. 30. April 1877, gest. 30. Jan. 1886.
Fräul. Xav. Kaufmann,
geb. 9. Dez. 1840, gest. 28. Jan. 1920.
Anton Kaufmann,
Apotheker,
geb. 8. Jan. 1843, gest. 20. Nov. 1910.
Rosa Kaufmann,
geb. Kirchmaier,
geb. 18. Juli 1850, gest. 19. Febr. 1920.

16.1.9. A. Riedl.


  • Kaufmann, Anton; 28.10.1792 – 5.4.1882; Königlicher Hauptkassier
  • Kaufmann, Anton; 8.1.1843 – 20.11.1910; Apotheker
  • Kaufmann, Rosa; 30.4.1877 – 30.1.1886; Apothekers-Tochter
  • Kaufmann, Rosa (vw) / Kirchmaier (gb); 18.7.1850 – 19.2.1920; Apothekers-Witwe
  • Kaufmann, Xaveria; 9.12.1840 – 28.1.1920
  • Kaufmann, Xaveria (vh) / Schmid, von (gb); 24.2.1798 – 17.2.1861 (München); Hauptkassierers-Gattin

Grab der Familie Kaufmann auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#16 – 1 – 10 (Gruber · Scherer)


Familien-Grab.

Hier ruhen in Gott:
Philipp Gruber, Privatier,
geb. 4. Apr. 1834, gest. 25. Jan. 1897.
Caroline Gruber, geb. Scherer,
geb. 17. Apr. 1841, gest. 9. Juli 1876.
Dr. med. Friedrich Gruber, pr. Arzt,
geb. 23. Juni 1861, gest. 30. Dez. 1889.
Valentin Gruber
geb. 22. Mai 1864, gest. 15. Okt. 1865.
Michael Scherer, Federbuschfabrikant,
geb. 14. Febr. 1793, gest. 8. Febr. 1861.
Katharina Scherer, geb. Kreis,
geb. 19. März 1799, gest. 8. Apr. 1862.

Trennung ist unser Loos,
Wiedersehen unsere Hoffnung.

16.1.10. Kosenbach.


  • Gruber, Friedrich, Dr. med.; 23.6.1841 – 30.12.1876; Praktischer Arzt
  • Gruber, Karoline (vh) / Scherer (gb); 17.4.1841 – 9.7.1876 (München); Verwalters-Gattin
  • Gruber, Philipp; 4.4.1834 – 25.1.1897
  • Gruber, Philipp Valentin; 22.5.1864 – 15.10.1865 (München); Federbuschfabrikantens-Sohn
  • Scherer, Katharina (vw) / Kreis (gb); 19.3.1799 – 8.4.1862 (München); Federbuschfabrikantens-Witwe
  • Scherer, Michael; 14.2.1793 – 8.2.1861 (München); Federbuschfabrikant

Grab der Familien Gruber · Scherer auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#16 – 1 – 11* (Hagn)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Hagn, Johann von; – 1.11.1847 (München), 65 Jahre alt; Major
  • Hagn, Therese von (vw) / Zeiller (gb); – 1878; Majors-Witwe

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 1 – 14 (Kirchner · Zeller)


Hier ruht in Frieden
Frau Therese Ki¿
¿
Ihr unvergesslicher B¿
Friedrich Zell¿
Portraitmaler
gest. am 13. Aug. ¿
im 6¿. Lebensj¿

R. I. P.


  • Kirchner, Therese (vw); – 1886 (München); Kunstmalers-Witwe
  • Zeller, Friedrich; 16.2.1816 (München) – 13.8.1884 (München); Portraitmaler, Landschaftsmaler und Architekturmaler
  • Zeller, Henriette (vw); – 9.6.1853 (München), 70 Jahre alt; Privatiers-Witwe

Grab der Familien Kirchner · Zeller auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#Friedrich Zeller

* 16.2.1816 (München)
† 13.8.1884 (München)
Portraitmaler, Landschaftsmaler und Architekturmaler

#Allgemeine Zeitung (10.2.1885)

Nekrologe Münchener Künstler.
XL.

Außerdem starben noch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahres [...] der Portraitmaler Friedrich Zeller (geb. 16. Febr. 1816 zu München, gest. das. 13. Aug. 1884), welcher auch im Gebiete der Landschaft und architektonischen Darstellung Schönes und Gediegenes leistete.

Allgemeine Zeitung Nr. 41. München; Dienstag, den 10. Februar 1885.

#16 – 1 – 17 (Marschalek)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Marschalek, Eberhard; – 14.12.1830 (München), 15 Jahre alt; Advokatens-Sohn aus Passau
  • Marschalek, Ferdinand; – (21).3.1872 (München), 57 Jahre alt; Kontrolleur der königlichen Staatsschulden-Tilgungs-Spezialkasse
  • Marschalek, Theresia; – (12).8.1854 (München), 29 Jahre alt; Advokatens-Tochter aus Passau

Grab der Familie Marschalek auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 1 – 18 (Tretter)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Tretter, Josef; – 11.1.1854 (München), 57 Jahre alt; Artillerieoberstleutnant
  • Tretter, Kaspar Alois, Dr.; – (6).8.1884, 50 Jahre alt; Landgerichtsrat
  • Tretter, Lina (vw); – (18).10.1902, 62 Jahre alt; Landgerichtsrats-Witwe
  • Tretter, Margaretha (vw); – 19.5.1869 (München), 59 Jahre alt; Oberstleutnants-Witwe
  • Tretter, Philippina Josefa Sofia; – 26.3.1854 (München), 17 Jahre alt; Oberstleutnants-Tochter

Grab der Familie Tretter auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 1 – 22 (Fleischmann · Künell)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Fleischmann, Elisabeth (vw); – 13.4.1861 (München), 69 Jahre alt; Lehrers-Witwe
  • Fleischmann, Michael; – 2.4.1861 (München), 78 Jahre alt; Ehemaliger Lehrer und Chorregent von Gößweinstein
  • Fleischmann, Peter; – 12.7.1864 (München), 44 Jahre alt; Regierungsrat
  • Künell, Elise (vh) / Fleischmann (gb); – (31).10.1906, 75 Jahre alt; Schulinspektors-Gattin

Grab der Familien Fleischmann · Künell auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familien Fleischmann · Künell auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 1 – 24 (Bolland)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Bolland, Anna (vw) ; – 3.5.1864 (München), 77 Jahre alt; Kaufmanns-Witwe
  • Bolland, Franz; – 29.1.1854 (München), 70 Jahre alt; Vorstadtkrämer

Grab der Familie Bolland auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 1 – 25 (Gaugigl · Haller · Hochmuth)


Hier ruhen in Gott:
unsere liebe Gattin u. Mutter
Frau Magdalena Gaugigl,
geb. Haller, Schmiedmeisters-Gattin,
geb. 4. April 1857. gest. 17. Okt. 1897.
Ihr folgte
unser unvergesslicher Gatte u. Vater
Herr Joseph Gaugigl,
Schmiedmeister,
geb. 14. März 1849. gest. 6. Okt. 1904.

Eine starke Hand hat nun ausgeschlagen!

Ihm folgte unsere liebe Tochter
u. einzige Schwester
Frl. Anna Gaugigl,
geb. 12. Aug. 1886. gest. 21. Sept. 1925.

R. I. P.

Sockel-Tafel
Rosina Gaugigl
30. Mai 1856, gest. 27. Dez. 1950

Linke Seite
Ursula Hochmuth,
gest. 29. Mai 1882, 79 Jahre alt.

Rechte Seite
Josef Gaugigl
Schmidmeisters-Kind,
geb. 3. Mai. gest. 10. Juli 1889.

Rückseite
Hier ruhen in Gott:
Anna Haller,
Schlossermeisters-Gattin
geb. 5. Jan. 1805. gest. 26. Febr. 1842.
Ihr innigstgeliebter Sohn
Paulus Haller,
geb. 26. Febr. 1838. gest. 27. März 1861.
Unser unvergesslicher Gatte u. Vater
Georg Michael Haller,
Schlossermeister
geb. 28. Dezbr. 1802. gest. 26. Jan. 1869.
Magdalena Haller,
Schlossermeisters-Wittwe
geb. 15. Juni 1819. gest. 13. Septbr. 1873.
Michael Haller,
Schlossermeister
geb. 24. Jan. 1845, gest. 18. März 1891.


  • Gaugigl, Anna; 12.8.1886 – 21.9.1925; Schmiedmeisters-Tochter
  • Gaugigl, Josef; 14.3.1849 – 6.10.1904; Schmiedmeister
  • Gaugigl, Josef; 3.5.1889 – 10.7.1889; Schmiedmeisters-Sohn
  • Gaugigl, Magdalena (vh) / Haller (gb); 4.4.1857 – 17.10.1897; Schmiedmeisters-Gattin
  • Gaugigl, Rosina [in memoriam]; 30.5.1856 – 27.12.1950
  • Haller, Anna (vh); 5.1.1805 – 26.2.1842; Schlossermeisters-Gattin
  • Haller, Georg Michael; 28.12.1802 – 26.1.1869 (München); Schlossermeister
  • Haller, Magdalena (vw); 15.6.1819 – 13.9.1873 (München); Schlossermeisters-Witwe
  • Haller, Michael; 24.1.1845 – 18.3.1891; Schlossermeister
  • Haller, Paulus; 26.2.1838 – 27.3.1861 (München); Schlossermeisters-Sohn
  • Hochmuth, Ursula; – 29.5.1882, 79 Jahre alt

Grab der Familien Gaugigl · Haller · Hochmuth auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2017)

#16 – 1 – 27 (n. n.)


(August 2019)

#16 – 1 – 30 (Krätzer)


¿ KRÄTZER

¿ Krätzer
¿
¿ gest. ¿ Dez. 1843
dessen Gattin
Charlotte Krätzer
geb. 6. April 1781 gest. 26. Febr. 185¿
deren Sohn
Dr. Adolf Krätzer
k. b. Oberlandesgerichtsrat
geb. 31. Dez. 1812 gest. 7. Jänner ¿
dessen Gattin
Bertha Krätzer
geb. 13. April 1820 gest. 22.¿
deren Sohn
Adolf Krätzer
ehem. Verleger des Münchener Fremdenblatts
geb. 7. Febr. 1845 gest. 12. Oktbr. 1906
dessen Gattin
Frau Anna Krätzer, geb. Weniger
geb. 28. Januar 1843 gest. 11. Januar 1925
Bertha Krätzer
geb. 1874 gest. Novbr. 1880
Maria Krätzer
geb. Juli 1881 gest. August 1881.


  • Krätzer, Adolf; 7.2.1845 – 12.10.1906; Verleger des Münchener Fremdenblatts
  • Krätzer, Adolf, Dr.; 31.12.1812 – 7.1.1881 (München); Oberlandesgerichtsrat a. D.
  • Krätzer, Anna (vw) / Weniger (gb); 28.1.1843 – 11.1.1925; Verlegers-Witwe
  • Krätzer, Bertha; 1874 – 1880; Verlegers-Tochter
  • Krätzer, Bertha (vw) / Völk (gb); 13.4.1820 – 22.11.1896 (München); Oberlandesgerichtsrats-Witwe
  • Krätzer, Charlotte (vw); 6.4.1781 – 26.2.1851 (München); Privatiers-Witwe
  • Krätzer, Maria; 7.1881 – 8.1881; Verlegers-Tochter

Todesanzeige für Bertha Krätzer

Grab der Familie Krätzer auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#Adolf Krätzer

* 7.2.1845
† 12.10.1906
Verleger des Münchener Fremdenblatts

#Münchner Neueste Nachrichten (13.10.1906)

Lokales.
München, 12. Oktober.

Adolf Krätzer †. Nach einer Leidensperiode von einem Jahr und fünf Monaten ist Herr Adolf Krätzer in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag plötzlich gestorben. Krätzer stand im 62. Lebensjahre. Im Jahre 1878 gründete er das »Münchner Fremdenblatt«, das er mit Hilfe seiner rastlosen Tätigkeit in kurzer Seit empor brachte und das der Centrumspartei wesentliche Dienste leistete. Im Jahre 1888 zog er sich infolge eines Augenleidens von dem Geschäfte zurück. Er blieb in der Parteileitung des Centrums aber unermüdlich tätig, bis ihn im Jahre 1905 ein schweres Leiden zwang, sich gänzlich vom politischen Schauplatze zurückzuziehen. Er hinterläßt eine tieftrauernde Witwe und zwei in Augsburg und Kissingen verheiratete Töchter.

Münchner Neueste Nachrichten No. 480. Samstag, den 13. Oktober 1906.

#Allgemeine Zeitung (16.10.1906)

Aus Stadt und Land.

Münchener Stadtanzeiger.
München, 15. Oktober.

Verleger Adolf Krätzer †. Dem Streiter der Feder, dem Politiker, hochgeachteten Mann und Freund galt das ehrende Geleite am Sonntag Nachmittag im Südlichen Friedhof. Vor dem Sarge schritt das Katholische Kasino St. Ludwig mit Fahne, während hinter dem Sarg die Brüder und Verwandten, eine größere Abordnung des Münchener Journalisten- und Schriftsteller-Vereins, der Redaktionsstab des Bayerischen Kurier, die Verleger des Münchener Tagblattes und viele andere Leidtragende, darunter Domkapitular Dr. Schädler, Rechtsrat Dr. Panzer u. a. folgten. Dem ausgesprochenen Wunsch des Verstorbenen gemäß beschränkte sich Stadtpfarrer Gallinger auf wenige Worte, die er dem geschätzten Vertreter der katholischen Publizistik ins Grab sandte, dabei betonend, daß der Verstorbene mit klarem Blick, rastlos schaffendem Geist organisatorisch tätig war wie kein Zweiter, daher seine Popularität in Stadt und Land. Kgl. Rat Leher widmete dem langjährigen Freund, Lehrer und Berater namens des Journalisten- und Schriftsteller-Vereins Dankesworte für das, was er durch Jahre hindurch als Mitbegründer und Vorstand zum Segen dieser Institution getan. Redakteur Steinberger legte für Verlag und Redaktion des Bayerischen Kurier und Fremdenblatt dem Gründer und langjährigen Leiter und Verfechter der guten Sache den wohlverdienten Lorbeer aufs Grab, das noch Dutzende anderer herrlicher Kranzspenden schmückten.

Allgemeine Zeitung Nr. 479. München; Dienstag, den 16. Oktober 1906.

#16 – 1 – 31 (Lupin)


Familie
Freiherr von Lupin
1816 – 1945

Karl Freiherr von Lupin
geb. 15.7.1848
gest. 21.3.1922
Gisela Freifrau von Lupin
geb. Freiin von Wolzogen
verw. von Esmarch
geb. 22.4.1858
gest. 29.12.1940.


  • Lupin, Adolf Freiherr von; 22.11.1811 – 19.8.1888; Kämmerer und Oberappellationsgerichtsrat
  • Lupin, Gisela Freifrau von (vw) / Esmarch, von (vw) / Wolzogen, Freiin von (gb); 22.4.1858 – 29.12.1940
  • Lupin, Karl Freiherr von; 15.7.1848 – 21.3.1922

Grab der Familie Lupin auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2013)

#16 – 1 – 35 (Herrmann)


Tafel
Franz Herrmann,
cand. jur.
geb. 25. April 1872, gest. 14. Juni 1894.
Josef von Herrmann.
k. b. Staatsrat a. D.
geb. 23. Febr. 1836. gest. 6. Januar 1914.
Mathilde von Herrmann.
geb. 10. Jan. 1848. gest. 18. Nov. 1930.

Nicht gestorben, nur vorangegangen.


  • Herrmann, Franz; 25.4.1872 – 14.6.1894
  • Herrmann, Josef von; 23.2.1836 (Weiden/Opf.) – 6.1.1914 (München); Staatsrat
  • Herrmann, Mathilde von; 10.1.1848 – 18.11.1930

Grab der Familie Herrmann auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#16 – 1 – 37 (Kugler)


Hier ruhen in Gott
Frau Maria Kugler,
geborne Hochstrasser
k. Hoftheater-Oekonomie-Raths-Gattin,
geb. 6. Jänner 1828, gest. 4. Dezember 1875.
Herr Karl Kugler,
k. Hoftheater-Oekonomie-Rath,
geb. 31. Dez. 1813, gest. 1. Mai 1886.
Ihm folgte sein Sohn
unser lieber Gatte und Bruder
Herr Philipp Kugler,
geb. 19. Mai 1849, gest. 20. Dez. 1913.


  • Kugler, Karl; 31.12.1813 – 1.5.1886
  • Kugler, Maria (vh) / Hochstrasser (gb); 6.1.1828 – 4.12.1875 (München); Hoftheaterökonomierats-Gattin
  • Kugler, Philipp; 19.5.1849 – 20.12.1913 (München)

Todesanzeige für Philipp Kugler

Grab der Familie Kugler auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Kugler auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#16 – 1 – 39 (d’Orville)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • d’Orville, August; – 23.11.1870 (München), 64 Jahre alt; Weinhändler
  • d’Orville, Franziska (vh) / Litzlkirchner (gb); – 8.4.1846 (München), 38 Jahre alt; Weinhändlers-Gattin
  • d’Orville, Luise; – 25.5.1858 (München), 6 Monate alt; Weinhändlers-Tochter
  • d’Orville, Ludwig; – (2).2.1851 (München); Weinhändlers-Sohn

Grab der Familie d’Orville auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie d'Orville auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#16 – 1 – 52 (Haupold · Naumann)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Haupold, August; – (17).2.1904, 79 Jahre alt; Rechnungsführer
  • Haupold, Karoline (vh) / Graf (gb); – 16.2.1854 (München), 31 Jahre alt; Rechnungsführers-Gattin
  • Naumann, Johanna (vh); – (23).5.1895, 25 Jahre alt; Privatdozentens-Gattin

Grab der Familien Haupold · Naumann auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 1 – 54* (Stich)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Stich, Josef von; – 25.3.1854 (München), 76 Jahre alt; Hoftheaterintendant

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 1 – 56 (Steger)


Familie
Steger


  • Steger, Barbara (vw); – (30).9.1893, 82 Jahre alt; Kreiskassierers-Witwe
  • Steger, Dr.; – (10).4.1884, 69 Jahre alt; Praktischer Arzt
  • Steger, Georg; – (16).3.1842 (München), 63 Jahre alt; Regierungsrat und Kreiskassierer von Oberbayern
  • Steger, Josefine (vh); – (29).4.1868 (München), 55 Jahre alt; Arzt-Gattin
  • Steger, Karoline; – 28.7.1889 (München), 17 Tage alt; Telegraphenexpeditors-Tochter
  • Steger, Karoline (vh); – (19).3.1883; Hauptkassieres-Gattin
  • Steger, Kunigunde (vh); – (2).2.1831 (München), 39 Jahre alt; Kreiskassierers-Gattin
  • Steger, Ludwig; – (25).6.1895, 76 Jahre alt; Hauptkassierer
  • Steger, Margaretha; – (19).2.1890, 2 Monate alt; Majors-Tochter

Grab der Familie Steger auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 2 – 1 (Seitz)


Hier ruht in Gott
die Asche unserer lieben
Mutter und Grossmutter
Frau
Marianne Seitz
geb. Fleischmann,
Kommerziensratswitwe
19.IX.1853 – 8.I.1932.

R. I. P.

Glaube – Hoffnung – Liebe
¿


  • Seitz, Marianne (vw) / Fleischmann (gb); 19.9.1853 – 8.1.1932; Kommerzienrats-Witwe

Grab der Familie Seitz auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2013)

#16 – 2 – 2 (Pfister)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Pfister, Amalie (vh); – (4).4.1885, 46 Jahre alt; Lehrers-Gattin

Grab der Familie Pfister auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 2 – 3 (Aiblinger · Gablonsky)


Grabstätte
der Familie
Gablonsky.

Fern von den Seinen
ruht in St. Laurent bei Arras,
Hans Gablonsky
geboren: 5. Nov. 1883,
gefallen: 25. Okt. 1914.

R. I. P.

Rückseite
Ruhestätte
des berühmten Komponisten
und Hofkapellmeisters
Johann Kaspar Aiblinger
geb. 23. Aug. 1779
gest. 6. Mai 1876


  • Aiblinger, Johann Kaspar; 23.8.1779 (Wasserburg) – 6.5.1867 (München); Komponist und Hofkapellmeister | Wikipedia
  • Gablonsky, Hans [in memoriam]; 5.11.1883 – 25.10.1914

Grab der Familien Aiblinger · Gablonsky auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#Johann Kaspar Aiblinger

* 23.8.1779 (Wasserburg)
† 6.5.1867 (München)
Komponist und Hofkapellmeister

#Universal-Lexikon der Tonkunst (1849)

Aiblinger, J. Kaspar, Königl. Bayerischer Capellmeister in München, von Geburt ein Bayer, insbesonderheit ein vortrefflicher und geschmackvoller Kirchenkomponist, der die bei unsern neueren Tonsetzern seltene Gabe besitzt, mit einer vollkommenen Reinheit und qewissen Freiheit des Satzes zugleich doch auch eine einfache Würde und nicht selten großartige Erhabenheit des Styls zu verbinden. Von seinen zahlreichen, freilich meistens ungedruckt gebliebenen, hierher gehörenden Werken, nennen wir nur sein zu Mailand erschienenes »Pastorale«; das Offertoire (Jubilate Deo) à 4 voix sans accompagnement, Mainz, bei Schott, und das eben daselbst erschienene Offertoire (Deus, noster Deus) p. 2 Sopr. 2 Alt., 2 Tenor. et 2 Bass.

Als Operncomponist scheint A. weniger Glück machen zu wollen, so erfahren er sich auch in der Behandlung der menschlichen Stimme durch fast alle seine Gesänge zeigt. Diese sind zart, überbieten und übertreiben nie, und zeugen von einem woblgebildeten ästhetischen Gefühle; dennoch aber konnte die Oper »Rodrigo und Ximene« keinen weiter verbreiteten Eingang in die Bühnenrepertoire finden. Uebrigens müssen wir gestehen, daß, so weit wir wissen, es auch gar nicht das Streben dieses Mannes ist, Aufsehen zu erregen; geziert mit dem seltenen Schmucke jener dem Künstler so wohlstehenden Bescheidenheit beschränkt er alle seine Kräfte fast nur allein auf seine nächsten Umgebungen, und suchte er auf den mehrfach unternommenen größern Reisen (auch nach Italien) nur sich zu bilden und auf sich selbst der Tonkunst segensreiches Wirken gerichtet seyn zu lassen. So hat er sich derselben aber schon als ächter Musensohn gezeigt, und im Stillen, im engen Kreise schon manches große Verdienst sich erworben.

Erkennend den verderblichen Einfluß des neuen Italianismus auf den edleren deutschen Geschmack bietet er in seiner jetzigen Stellung alle seine Kräfte auf, durch Aufführung guter und ächt deutscher Musikwerke dem weiter um sich greifenden Eindringen italienischer Produkte aufs nachdrücklichste zu wehren. Und mit Dank und Bewunderung müssen wir es anerkennen, daß er es vor einigen Jahren, in Gemeinschaft mit der verehrten Sängerin Nanette Waagen, geb. Schechner, sogar dahin brachte, daß Glucks Iphigenia von Neuem in die Scene gesetzt wurde. Um vollständiger seinen eigentlichen Zweck dabei zu erreichen, instrumentirte er selbst mehrere Parthien daraus ganz neu. Von welch‘ segensreichem Erfolge müßte es seyn, wenn noch mehrere andere deutsche Operndirectoren in dieser Hinsicht an A. sich anschlössen!

Von den Gesangscompositionen A.’s verdienen, außer den bereits genannten, wohl die meiste Aufmerksamkeit noch die großen Bravour-Arien, welche derselbe für die oben genannte Sängerin besonders componirte. Er machte 1833 auf Veranlassung seines Hofes eine neue Reise nach Italien und hielt sich diesmal auch lange bei seinem Freunde Simon Mayer in Bergamo auf.

Universal-Lexikon der Tonkunst. Stuttgart, 1849.

#Allgemeine Realencyclopädie (1850)

Aiblinger, Johann Kaspar, Kapellmeister in München, ein geborener Bayer, hatte in früher Jugend nicht Gelegenheit, bei einem tüchtigen Meister Studien zu machen, wofür er jedoch in seinem eigenen Studium und in Reisen, die er, um sich als Komponist auszubilden, unternahm, den reichsten Ersatz fand. Während eines längern Aufenthaltes in Italien lernte er dort erst die Inhaltslosigkeit und Geschmacklosigkeit der italienischen Musik recht kennen und wandte sich daher mit desto grösserem Eifer und desto entschiedenerer Neigung der deutschen Musik zu. Nach seiner Rückkehr brachte er mit Hilfe der berühmten Sängerin, Nannette Waagen, Gluck’s Iphigenia in Tauris auf die Bühne und mehre Partien derselben wurden von ihm neu instrumentirt. Noch weniger kann A.s Verdienst um die Kirchenmusik verkannt werden, denn unter seinen verschiedenen Compositionen stehen seine Kirchenmusiken oben an. Er weiß mit der Freiheit des neuern Satzes die Erhabenheit des alten Styls auf das Trefflichste zu verbinden; so namentlich in seinem Pastorale (Mailand) und in seinem Offertoire a six voix sans accompagnement (Mainz). Weniger Beifall schien seine Oper Rodrigo und Ximene zu finden.

Allgemeine Realencyclopädie oder Conversationslexicon für das katholische Deutschland. Regensburg, 1850.

#Sion (1867)

† Aiblinger.

Am 6. Mai starb zu München der auf dem Gebiete der katholischen Kirchenmusik verdienstvolle Hofkapellmeister Aiblinger, dessen wir hiemit (nach einer Mittheilung der Augsb. Postzt. Nr. 110) gedenken wollen.

Johann Caspar Aiblinger war in Wasserburg geboren, dem bayerischen Venedig i. J. 1779, machte seine Studien in den Klöstern Tegernsee und Polling, wo er auch bereits für die Tonkunst Vorliebe gewann, und ging dann an die Universität Landshut.

Er wollte und sollte sich dem geistlichen Stande widmen und erhielt auch bereits die niederen Weihen. Aber die Liebe zur Musik obsiegte, er ging, seinem bisherigen Plane entsagend, nach Italien, mit wenigen Zwanzigern in der Tasche. Dort, in dem classischen Lande der Musik, machte Aiblinger erst seine ernsteren Musikstudien, besonders in Bergamo unter Simon Mayer, kam dann nach Vicenza und Venedig i. J. 1810, wo er ein Conservatorium errichtete, Unterricht gab und zu componiren begann, besonders Ballete, Hymnen und Psalmen von ergreifender Wirkung. Nach ungeheurer Tätigkeit und vielen Reisen durch ganz Italien kehrte er nach Bayern i. J. 1819 zurück, wurde Kapellmeister an der italienischen Oper zu München, für welche er eine Oper »Rodrigo und Ximene« componirte und später Gluck’s Iphigenia wieder in Scene setzte. Seit dem Jahre 1825 wurde er Capellmeister an der Hofkirche, sowie Freund und Schüler Ett’s, dessen Hackbrettchen er auch erbte. In dieser Stellung hat er mit Segen bis vor 3 Jahren gewirkt. Nur eine Reise nach Spanien, um die alten spanischen Musikschätze zu studiren, unterbrach diesen langen Münchner Aufenthalt.

Aiblinger war einer der begabtesten und fruchtbarsten Compositeurs der Neuzeit, indem er die Vorzüge der allen Musik mit den Errungenschaften der modernen Technik am Besten zu verbinden verstand. Man hat von ihm über 30 Messen, mehrere mit Harfen, 3 Serien-Vespern, 5 Requiems, Miserere’s, Psalmen, Passionslieder, die weitbekannten Marienlieder und zahllose andere religiöse Lieder. Denn er ging keinen Tag zu Bett, ohne etwas componirt zu haben zu Mariens Ehren in den letzten 20 Jahren.

Die Klöster der Servitinen und Schulschwestern in München, wo er den Unterricht in der Musik und den Chor leitete, sowie früher in Dietramszell, verdanken ihm viel, sie haben auch noch viele ungedruckte Compositionen des Meisters!

Er war unvermählt, mit einer Schwester brüderlich lebend, feingebildet, bescheiden, aufrichtig, fromm und kindlich katholisch. Er starb, reif für den Himmel, im Alter von 88 Jahren, gerade im Mai, wo er so viel gethan, für das Lob der Marienkönigin.

Sion Nr. 38. Eine Stimme in der Kirche für unsere Zeit. Augsburg; Samstag, den 12. Mai 1867.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1875)

Aiblinger: Johann Caspar A., Capellmeister und Componist. geb. zu Wasserburg in Baiern 23. Febr. 1779, † 6. Mai 1867. Als elfjähriger Knabe kam er nach Tegernsee zu den Benedictinern auf die lateinische Schule, wo auch seine schon früher zu Tage getretenen musikalischen Anlagen Pflege und Nahrung fanden. Eigentliche musikalische Ausbildung erhielt er aber erst auf dem darauf bezogenen Gymnasium zu München, durch den Professor Jos. Schlett, damaligen Organisten an der St. Michaelshofkirche, welcher die Zöglinge des Seminars in Generalbaß und Composition zu unterrichten hatte. Es war nämlich dies Seminar 1473 von Herzog Albert V. blos für Studirende, welche zu Musikern erzogen werden sollten, gestiftet worden.

1800 ging A. auf die Universität Landshut um Theologie zu studiren und dann als Ordenspriester in die Abtei Polling einzutreten. Die 1803 erfolgte Säcularisation der Klöster veranlaßte ihn jedoch, ganz zur Musik überzugehen. Er zog nach Italien, lebte 8 Jahre zu Vicenza und siedelte 1811 nach Venedig über, wo er 1817 in Verbindung mit dem Abbate Gregorio Trentino den Verein »Odeon« gründete. Derselbe sollte für Musikliebhaber einen Vereinigungspunkt bilden, um durch Ausführung der classischen Werke eines Marcello, Leo, Pergolese, Jomelli, Valotti, Gluck, Mozart und anderer großen Meister ihre Ideen über die Kunst zu bereichern, ihren Geschmack zu bilden und ihre Technik zu fördern (s. Leipziger allgem. Musikzeitung XIX. 865). Doch hielt das verdienstliche Unternehmen nicht lange Stand gegen den verwahrlosten Geschmack der Italiener. Im Carneval 1819 wurde A. vom Balletmeister Vigano nach Mailand berufen, um die Musik zu fünf neuen Balleten zu componiren; doch setzte er nur die Musik zum ersten, »Bianca«, und zum zweiten Acte von »I Titani«, löste dann seinen Contract mit Vigano und kehrte alsbald wieder nach Deutschland und in seine Vaterstadt zurück.

Als hier Königin Karoline den Entschluß gefaßt hatte, eine italienische Oper an ihrem Hofe zu gründen, wurde 1819 A. mit dem Balletmeister Friedrich Horschelt nach Italien geschickt, um namentlich Sängerinnen dafür zu gewinnen; in der That bewog er die meisten der damals bewunderten italienischen Sängerinnen zum Auftreten in München, deren Einfluß dort auch z. B. in der Schechner fortwirkte. A. wurde nun Maestro bei dieser neuen italienischen Oper; allein er gerieth bald in Zwistigkeiten mit dem Sängerpersonale, welche ihm seine Stellung vollständig verleideten. Der König ernannte ihn deshalb 1825 zum Vicecapellmeister und 9. Nov. 1826 zum wirklichen Capellmeister seiner deutschen Hofmusik.

Seit 1816 hatte der damalige Organist an der St. Michaelshofkirche Casp. Ett in Verbindung mit seinem Freunde dem Hofcapellmeister Schmid die classische Musik des 16. Jahrhunderts in seiner Kirche dem erstaunten Publikum wieder vorzuführen angefangen; Publikum und Hof nahmen an dieser Erscheinung gleich freudigen Antheil, namentlich auch der Kronprinz, später König Max II. Dieser wollte seinen ehemaligen Musiklehrer und Ett nach Italien senden, um von den Schätzen jener längstvergangenen Zeit so viel als möglich wieder aufzusuchen. Ett aber, der von seinen musikalischen Lectionen nur spärlich lebte, konnte sich von seinen Schülern nicht trennen, und schlug deshalb dem Kronprinzen A. vor, der in Italien ausgebreitete Bekanntschaft besaß. A. ging also 1833 wieder nach Italien und brachte von da manches Interessante zurück, das in der Münchener Staatsbibliothek bewahrt wird.

A. hatte die Direction der eigentlichen Hofcapelle übernommen, während Kapellmeister Stunz und Direktor Moralt die Oper im Hoftheater zu dirigiren hatten. Da in der neuen von Klenze 1826 erbauten Allerheiligen-Hofkirche Instrumentalmusik nicht wirkte, wurden nun dort klassische Vocalwerke eingebürgert, um deren vollendete Aufführung sich A. die größten Verdienste erwarb, und denen er auch seine ganze Thätigkeit widmete, bis die Kräfte des nahezu 80jährigen Mannes wichen.

Als Komponist hat sich A. in Italien herangebildet. Als er nach München zurückkehrte, wurde ihm der Antrag gemacht, eine Oper zu componiren. Er wählte einen heroisch romantischen Text »Roderigo e Chimene«. Die Oper erlebte aber nur eine Aufführung. Nach einem gleichzeitigen Berichte in der Allgemeinen musik. Zeitung (von seinem Lehrer Prof. Schlett verfaßt) hatten nur die Chöre Werth, im übrigen war die Oper bei großer Länge arm an Melodie und eigenen Gedanken, voll von auffälligen

Reminiscenzen an Mozart etc., in der Harmonie und Instrumentirung stark überladen u. s. f. Obwol A. die menschliche Stimme trefflich zu behandeln verstand und mehrere Bravour-Arien, z. B. für die Schechner und für Pellegrini setzte, die sehr gefielen, fehlte es ihm doch an tieferer Erfindung und dramatischem Talent.

Nach diesem unglücklichen Erfolg entsagte er jeder weiteren dramatischen Composition und widmete seine ganze Kraft von nun an der Kirchenmusik. Wenn auch seine Stärke im eigentlichen strengen Stile nicht lag, so war er doch Meister in dem freieren Stile seiner Zeit, besaß Formgewandtheit und tiefes religiöses Gefühl, so daß seine Kirchencompositionen mit ihren sangbaren und leicht faßlichen Melodien sehr beliebt wurden. Seine Werke tragen ganz seinen eigenen Charakter: obwol beim Dirigiren oft sehr aufbrausend, war A. doch im Leben höchst bescheiden, einfach, weich, mehr zurückhaltend, als sich hervordrängend. Er vertritt deshalb in der Kirchenmusik ungefähr die Stelle, die Weigl im Gebiete der Oper einnimmt.

Seine Kirchencompositionen leben in der katholischen Kirche, vorzüglich in Süddeutschland, noch immer fort, und werden sich ohne Zweifel noch lange erhalten. Sie bestehen in einer Anzahl Messen (darunter auch solche für kleine Stadt- und Landchöre), einige Todtenmessen, zahlreiche Gradualien und Offertorien, Litaneien, Psalmen, ein Ave Regina und andere Stücke, meist mit Orgel oder Orchester und Orgel begleitet. Gedruckt sind davon mehrere in München bei Falter; in Augsburg bei Böhm und bei Kollmann; in Paris bei B. Schott’s Söhnen. Auch ein Pastorale für Orgel ist bei Riccordi in Mailand herausgekommen. Schafhaeutl.

Schafhaeutl: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1875.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Aiblinger Johann Kaspar, 1779 (Wasserburg) – 1867, Komponist und Hofkapellmeister; Benediktinerzögling von Tegernsee, in München erzogen, studierte A. in Landshut, wurde Kandidat in Polling und zog 1803 nach Italien; befreundet mit Simon Mayr in Bergamo und vermutlich dessen Schüler, gründete er 1817 in Venedig den Verein »Odeon«, betätigte sich 1819 in Mailand als Ballettkomponist und richtete dann in München die italienische Oper ein (seit 1826 Leiter der deutschen Hofmusik zu München); 1833 begleitete A. den Kronprinzen Maximilian nach Italien; als Komponist ist er sehr von Italienern und Mozart abhängig; seine undramatische Oper Roderigo e Chimene hatte keinen Erfolg, bedeutend dagegen war seine Kirchenmusik (Messen, Stabat Mater, Marienlieder); A. gilt als ein Vorkämpfer Palestrinas und Wiedererneuerer der Kirchenmusik.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 2 – 6 (Beismann)


Kreuz-Inschrift
Christus ist mein Leben,
Sterben mein Gewinn.

Hier ¿
Herr Paul Beismann
¿
Frau Emma Beismann
* 9.IX.1845 † 29.VIII.1935.
Voran gingen die Kinder:
Fritz ¿ † 31.X.1881
Paul * 27.10.1880 † ¿ 1883

Sockel
GRABSTAETTE
DER FAMILIE BEISMANN.

Linke/Rechte Seite
16.2.6.


  • Beismann, Emma (vh) / Petersen (gb); 9.9.1845 – 29.8.1935
  • Beismann, Fritz; – 31.10.1881
  • Beismann, Paul
  • Beismann, Paul; 27.10.1880 – 4.1.1883 (München)

Todesanzeige für Paul Beismann

Grab der Familie Beismann auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 2 – 8 (n. n.)


(Oktober 2014)

#16 – 2 – 9 (Hettig)


Tafel
¿
Lina Hettig
geb. d. 20. Sept. ¿
gest. d. 19. Jan. 1902


  • Hettig, Lina; 20.9.¿ – 19.1.1902
  • Hettig, Walburga (vw); – 1888 (München); Bezirksingenieurs-Witwe

Grab der Familie Hettig auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2014)

#16 – 2 – 12 (Schmid · Ostermayer)


Grab der Familien Schmid · Ostermayer auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2013)

#16 – 2 – 13 (n. n.)


(August 2019)

#16 – 2 – 16 (Bucher · Ruhland)


Kreuz-Inschrift
Im Kreuze ist Heil.

Hier ruhet in Gott
mein unvergesslicher Gatte
unser bester Vater
Herr Karl Bucher
Privatier,
geb. den 28. Jan 1841, gest. den 20. April 1905.
Dessen Gattin
unsere liebe Mutter
Frau Elise Bucher
geb. den 4. Febr. 1851 gest. den 2. Sept. 1932.
Deren Tochter
Frau Else Ruhland
geb. den 10. April 1887. gest. den 23. April 1941.

Sockel
Wiedersehen ist unser Trost.

Rehm


  • Bucher, Elise (vw); 4.2.1851 – 2.9.1932; Privatiers-Witwe
  • Bucher, Karl; 28.1.1841 – 20.4.1905; Privatier
  • Ruhland, Else (vh) / Bucher (gb); 10.4.1887 – 23.4.1941

Grab der Familien Bucher · Ruhland auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 2 – 20 (Gedon)


HIER RUHEN IN FRIEDEN
JOHANN und CRESZ. GEDON
6.6.1810 – 24.6.69. 9.5.1816 – 2.4.66.
JOHANN und URSULA GEDON
24.3.1854 – 3.8.1923 13.4.54 – 12.3.1925.


  • Gedon, Kreszentia (vh); 9.5.1816 – 2.4.1866 (München); Tändlers-Gattin
  • Gedon, Johann; 24.3.1854 – 3.8.1923
  • Gedon, Johann Nepomuk; 6.6.1810 – 24.6.1869 (München); Tändler und Magistratsschätzer
  • Gedon, Karl; – 17.6.1888 (München), 46 Jahre alt; Tändler und Gerichtsschätzer
  • Gedon, Ursula (vw); 13.4.1854 – 12.3.1925

Grab der Familie Gedon auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Gedon auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Gedon auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 2 – 21 (n. n.)


(Februar 2021)

#16 – 2 – 22* (Maier)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Maier, Anton; – 19.2.1881 (München), 39 Jahre alt, Opfer des Kolosseum-Brandes; Photograph

Weitere Opfer des Kolosseum-Brandes:
Gemeinschaftgrab 20 – 8 – 14 (Opfer des Kolosseum-Brandes)

  • Christ, Adam; 12.3.1856 (Bamberg) – 19.2.1881 (München), Opfer des Kolosseum-Brandes; Bildhauer
  • Einhart, Emil; 27.11.1854 (Konstanz) – 19.2.1881 (München), Opfer des Kolosseum-Brandes; Bildhauer
  • Gehrke, Adolf; 8.11.1849 (Berlin) – 20.2.1881 (München), Opfer des Kolosseum-Brandes; Bildhauer
  • Guttermann, Ernst; 6.1.1859 (Ulm) – 20.2.1881 (München), Opfer des Kolosseum-Brandes; Bildhauer
  • Hößbacher, Adolf; 2.10.1863 (Frankfurt a. M.) – 19.2.1881 (München), Opfer des Kolosseum-Brandes; Bildhauer
  • Kraus, Karl; 8.9.1857 (Ulm) – 19.2.1881 (München), Opfer des Kolosseum-Brandes; Bildhauer
  • Schnetzer, Johann; 7.9.1850 (Fürstenfeldbruck) – 19.2.1881 (München); Opfer des Kolosseum-Brandes; Goldarbeiter

14 – 10 – 16 (Emmerling)

  • Emmerling, Otto; 30.10.1860 (München) – 19.2.1881 (München), Opfer des Kolosseum-Brandes; Bildhauer

Todesanzeige für Anton Maier

Das Grab ist nicht erhalten


#Anton Maier

† 19.2.1881 (München), 39 Jahre alt, Opfer des Kolosseum-Brandes
Photograph

#Allgemeine Zeitung (24.3.1881)

Nekrologe Münchener Künstler.

XIV.

Die Opfer vom 18 Februar.

[...]

Anton Maier war, als Photograph vielfach mit Künstlern in Berührung gekommen, vorgeschlagen von A. Christ, in die Gruppe der Eskimos getreten. Fünfzehn Stunden trug er, ein schönes Beispiel geduldiger Ergebenheit, sein schweres Leiden, bis er gleichfalls am 19 Februar Nachmittags 2 Uhr endete – 39 Jahre alt. Er besaß ein sehr einnehmendes Aeußere. Neben vielen guten Porträtbildern hatte Maier eine Anzahl photographischer Aufnahmen von Münchener Ansichten begonnen, welche meist durch glücklich gewählte malerische Wirkung überraschen; auch kurz vorher eine Lichtdruck-Anstalt begründet, welche gerade ihre Aufträge für auswärtige Verleger zu liefern begann.

[...]

Allgemeine Zeitung Nr. 83. Augsburg; Donnerstag, den 24. März 1881.

#16 – 2 – 25 (n. n.)


(August 2019)

#16 – 2 – 32 (Seidel)


Grab der Familie Seidel auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 2 – 50 (Müller)


Familie
Franz Theresia
Müller.


  • Müller, Maria; – 1887 (München); Kohlenhändlers-Tochter

Grab der Familie Müller auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Müller auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 2 – 51 (Eisenschmid · Wacker)


Hier ruht in Gott
unsere liebe Schwester
Therese Eisenschmid
1849 – 1926
Ihr folgte
unsere liebe Schwester
Maria Eisenschmid
1852 – 1934
Ihnen folgte
meine liebe Schwester
Katharina Eisenschmid
1858 – 1935
Ihnen folgte
die letzte Schwester
Babette Eisenschmid
1853 – 1944
Pauline Wacker
geb. 13. Sept. 1870
gest. 13. Sept. 1950

¿ Reuter.


  • Eisenschmid, Babette; 1853 – 1944
  • Eisenschmid, Katharina; 1858 – 1935
  • Eisenschmid, Maria; 1852 – 1934
  • Eisenschmid, Therese; 1849 – 1926
  • Wacker, Anna; – September 1891 (München), 45 Jahre alt; Hebamme
  • Wacker, Mathias; – 1888 (München); Bader und Friseur
  • Wacker, Pauline [in memoriam]; 13.9.1870 – 13.9.1950

Grab der Familien Eisenschmid · Wacker auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 2 – 54 (Reuss)


Grab der Familie Reuss auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Reuss auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 2 – 57* (Freyschlag)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Freyschlag von Freyenstein, Ignaz Theodor Freiherr; 12.7.1827 (Landau) – 11.11.1891 (München); Kämmerer und Generalleutnant
  • Freyschlag von Freyenstein, Karoline Amalie Freifrau (vh) / Schneider (gb); 24.5.1841 (Landau) – 3.11.1887; Rentiers-Tochter / Generalmajors-Gattin
  • Freyschlag von Freyenstein, Luise Freifrau (vh); 14.5.1833 – 8.7.1860 (München); Oberleutnants-Gattin

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 3 – 1·2 (Angstwurm)


Familien-Grab

Hier ruhen:
Caroline Angstwurm, geb. Mayr,
Hauptmanns-Gattin,
geb. 20. August 1833, gest. 5. Dezbr. 1869.
Theodor Ritter von Angstwurm
Excellenz, k. b. Generallt. z. D.
Ritter d. k. b. Militär-Max-Joseph-Ordens
Inhaber des eisernen Kreuzes, etc. etc.
geb. 18. Dezbr. 1826, gest. 20. März 1893.

Rechte Seite
J. Lallinger.


  • Angstwurm, Karoline (vh) / Mayr (gb); 20.8.1833 – 5.12.1869 (München); Hauptmanns-Gattin
  • Angstwurm, Theodor, Exzellenz Ritter von; 18.12.1826 (Damenstift-Osterhofen, Lkr. Vilshofen/Ndb.) – 20.3.1893 (München); Generalleutnant

Grab der Familie Angstwurm auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Exzellenz Ritter Theodor von Angstwurm

* 18.12.1826 (Damenstift-Osterhofen, Lkr. Vilshofen/Ndb.)
† 20.3.1893 (München)
Generalleutnant

#Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden (1882)

Theodor
Ritter von Angstwurm,

geboren am 18. Dezember 1826 zu Vilshofen in Niederbayern, absolvierte das Gymnasium zu München und besuchte 2 Jahre lang die dortige Universität.

Unterm 21. August 1848 wurde er zum Unterlieutenant im 3. Infanterie-Regimente »Prinz Karl« in provisorischer Eigenschaft, und am 21. November 1850 definitiv als solcher ernannt.

Vom 1. Februar 1858 an war er bis zu seiner unterm 16. Mai 1859 erfolgten Beförderung zum Oberlieutenant im topographischen Bureau kommandiert. Der ihm unterm 1. Juni 1859 übertragenen Funktion als Regimentsadjutant im 3. Infanterie-Regimente wurde er am 2. März 1861 enthoben und am 1. April 1863 wiederholt in das topographische Bureau beordert.

Nach seiner am 20. Mai 1866 erfolgten Beförderung zum Hauptmann 2. Klasse ward Angstwurm bei dem Ausbruche des Krieges gegen Preußen im Jahre 1866 dem Hauptquartiere der mobilen Armee zugeteilt und nahm an den Gefechten bei Zella (4. Juli), Kissingen (10. Juli), Helmstadt und Roßbrunn (25. u. 26. Juli) teil.

Bald nach Schluß des Feldzuges ward Angstwurm unterm 17. September 1866 dem Generalquartiermeisterstabe zur Dienstleistung vorerst zugeteilt und am 1. Juni 1868 in denselben versetzt.

Bei Mobilisierung der Armee im Jahre 1870 erfolgte Angstwurm’s Zuteilung zur mobilen 1. Infanterie-Brigade.

Im Armeebefehl vom 29. September 1870 für seine Leistungen in der Schlacht von Wörth (6. August) belobt, dann für jene in der Schlacht bei Sedan (1. September) im Armeebefehle vom 1. November 1870 mit dem Ritterkreuze 2. Klasse des Militär-Verdienst-Ordens, ferner für Artenay (10. Oktober) und Orleans (11. Oktober) mit dem eisernen Kreuze 2. Klasse belohnt, zeichnete Angstwurm sich auch am 21. November 1870 im Gefechte bei La-Fourche aus. Wegen seines Verhaltens im Gefechte bei Villepion am l. Dezember 1870, wo Angstwurm durch aus freiem Antriebe unternommene sehr kluge Anordnungen und tapferes Verhalten wesentliche Dienste zum Vorteile der Armee leistete, wurde er unterm 11. August 1871 zum Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens ernannt.

Vom 4. Juli 1871 bis 1. Januar 1872 dem Generalkommando München zugeteilt, ward Angstwurm den 16. Februar 1872 zum Major im Generalquartiermeisterstabe befördert und gleichzeitig zum Lehrer an den Militär-Bildungs-Anstalten bestimmt.

Unterm 24. April 1874 der 2. Division zugeteilt, erfolgte noch am 4. Dezember desselben Jahres Angstwurm’s Ernennung zum Oberstlieutenant im Generalstabe.

Den 22. Juni 1876 ward Angstwurm zum Chef des Generalstabes I. Armeecorps ernannt und am 23. November 1877 zum Oberst im Generalstabe befördert.

Endlich unterm 13. Juni 1879 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur des 14. Infanterie-Regiments »Herzog Karl Theodor«.

Am 19. August 1880 ward Angstwurm aus der 2. Klasse der Ritter des Militär-Verdienst-Ordens in die 1. Klasse befördert.

Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder. München, 1882.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Angstwurm Theodor, von, Ritter, Exzellenz, 1826 (Damenstift-Osterhofen, Lkr. Vilshofen/Ndb.) – 1893, Generalleutnant; nach Besuch des Gymnasiums studierte A. zunächst einige Semester auf der Münchner Universität Philosophie und Rechte, betrat dann aber die militärische Laufbahn; als Unterleutnant (1850) wirkte er im Topographischen Bureau, als Oberleutnant (1859) war er Regimentsadjutant, 1866 wurde er als Hauptmann ins Hauptquartier berufen, mit dem er an den Gefechten bei Zella, Bad Kissingen, Helmstadt und Roßbrunn teilnahm, im Krieg von 1870/71 erwarb er sich als Generalstabsoffizier mehrere Orden und Belobungen und erhielt wegen seiner klugen Anordnungen und seines tapferen Verhaltens im Gefecht bei Villepion am 1. Dezember 1870 den Militär-Max-Josef-Orden, 1872 wurde A. Major im Generalstab und zugleich Lehrer an der Kriegsschule, 1874 Oberstleutnant, 1876 Generalstabschef des I. Armeekorps und –1877 Oberst; 1879 bekam er das 14. Infanterie-Regiment und 1883 wurde er Kommandeur der 7. Infanterie-Brigade und Generalmajor; bei seinem Abschied aus der Armee aus gesundheitlichen Rücksichten (1889) wurde ihm der Charakter eines Generalleutnants mit dem Prädikat »Exzellenz« wegen seiner großen Verdienste für die bayerische Armee verliehen; A. zählt anerkanntermaßen zu den »tapfersten, wissenschaftlich gebildetsten und verdientesten Offizieren« der alten bayerischen Armee.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 3 – 4 (Häusler)


Hier ruhen:
Frau Mathilde Häusler,
geb. Steichele,
geb. den 5. Januar 1835,
gest. den 17. August 1897.
Herr Johann Häusler,
Privatier,
geb. den 13. März 1838,
gest. den 30. Dezember 1910.
Sein Leben war Liebe,
Seine Liebe unser Glück.

R. I. P.

Familie Häusler.


  • Häusler, Johann; 13.3.1838 – 30.12.1910; Sattlermeister
  • Häusler, Mathilde (vh) / Steichele (gb); 5.1.1835 – 17.8.1897; Spänglermeisters-Tochter aus Augsburg / Sattlermeisters-Gattin

Grab der Familie Häusler auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2013)

#16 – 3 – 29 (Dauer · Eckner · Fuchs)


Familien-Grabstätte
Fuchs-Dauer

Ruhet in Frieden!

Sockel
16.3.29. Babenstuber.


  • Dauer, Ulrich; – (22).3.1906, 44 Jahre alt; Rentamtsassessor
  • Eckner, Franziska (vw); – (23).8.1886 (München); Hoftänzers-Witwe
  • Fuchs, Franz; – (1).10.1892, 55 Jahre alt

Grab der Familien Dauer · Eckner · Fuchs auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 3 – 31* (Fritz)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Fritz, Hermann; – (7).10.1886 München; Kunstmaler

Todesanzeige für Hermann Fritz

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 3 – 42 (Schmidt)


Zur Erinnerung an
Adolf Schmidt
Kunstverleger aus Nervi,
gest. 6. Juni 1902 zu München
im 26. Lebensjahre.

Durch Kampf zum Sieg rang seine
edle Seele im Glauben sich zu Gott.
Offb. Joh. 7.17.

Gewidmet v. s. Pflegemutter.


  • Schmidt, Adolf; – 6.6.1902 (München), 25 Jahre alt; Kunstverleger

Grab der Familie Schmidt auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 3 – 43 (Schelle)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Schelle, Auguste (vw); – (26).9.1900 (München), 58 Jahre alt; Professors-Witwe
  • Schelle, Franziska; – (30).4.1895 (München), 16 Jahre alt; Professors-Tochter
  • Schelle, Kaspar Anton; – (24).8.1886 (München), 55 Jahre alt; Gymnasialprofessor

Grab der Familie Schelle auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 3 – 45 (Mayer)


Ruhestätte
der Familien
Kammermusiker &
Landgerichtsrat
Christian & Wilhelm
Mayer.


  • Mayer, Anna; – (7).12.1895 (München), 38 Jahre alt; Kammermusikers-Tochter
  • Mayer, Anna (vw); – (5).1.1899 (München), 66 Jahre alt; Kammermusikers-Witwe
  • Mayer, Christian; – 13.2.1901 (München), 73 Jahre alt; Kammermusiker
  • Mayer, Wilhelm; Landgerichtsrat

Todesanzeige für Christian Mayer

Grab der Familie Mayer auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#Christian Mayer

* 1828 (München)
† 13.2.1901 (München)
Kammermusiker (Fagott)

#Bayerischer Kurier (12.4.1892)

Bayern.
Tages-Neuigkeiten.

Jubiläum. Der in den weitesten Musikkreisen als 1. Fagottist bekannte Kammermusiker Herr Christian Mayer feiert am 8. April sein 45jähriges Dienstjubiläum als 1.Fagottist im k. Hoforchester und zugleich sein 25jähriges als Lehrer an der k. Musikschule. Aus seiner Schule sind hervorgegangen die HH. Max Mayer †, Karl Kästl †, Eduard Unterberger, Josef Merkl, sämmtliche k. Hofmusiker im hiesigen Orchester, Simon Kellner, Hofmusiker in Mannheim, Friedrich Fischer, Musikdirektor in St. Louis, Julius Satzenhofer. k. k. Kammermusiker und Professor des Fagott am k. k. Konservatorium in Petersburg u. A.

Bayerischer Kurier No. 92. München; Samstag, den 12. April 1892.

#Neue Musikalische Presse (25.4.1897)

Personal-Nachrichten.

Dem kgl. Kammermusiker Christian Mayer in München wurde anlässlich seiner 50jährigen Thätigkeit in der kgl. Hofcapelle vom Prinzregenten der Ludwigsorden verliehen. Mayer ist einer der ersten Künstler auf dem Fagott und hat als Lehrer an der kgl. Akademie der Tonkunst viele Schüler ausgebildet.

Neue Musikalische Presse Nr. 17. Zeitschrift für Musik, Theater, Kunst, Sänger- und Vereinswesen. Sonntag, den 25. April 1897.

#Münchner Neueste Nachrichten (16.2.1901)

Lokales.
München, 18. Februar.

Beerdigungen. Am Freitag Nachmittags wurde auf dem südlichen Friedhofe der k. Kammermusiker a. D. Herr Christian Mayer zu Grabe getragen. Er wurde im Jahre 1828 zu München geboren, 1847 als Hof-Musiker im k. Hoforchester angestellt und 1869 als Lehrer an die k. Musikschule berufen. Der Verstorbene war Inhaber der Ludwigs-Medaille für Kunst und Wissenschaft, des Verdienstordens vom heiligen Michael vierter Klasse und der Ehrenmünze des Ludwigs-Ordens. Der Beerdigung wohnten Landgerichtspräsident Wünsch, Hofrath Fesenmeier, Hofkapellmeister Fischer und mehrere Mitglieder des k. Hoforchesters an. Kränte waren u. A. niedergelegt von der k. Akademie der Tonkunst und der k. Musikschule in München.

Münchner Neueste Nachrichten No. 79. Samstag, den 16. Februar 1901.

#16 – 3 – 46 (Volkhardt)


Familien Grabstätte.

Hier ruhet
unsere treue Gattin u. beste Mutter
Frau Anna Volkhardt
Hotelbesitzers-Gattin
zum Kaiserhof
geb. den 23. Dezember 1855,
gest. den 13. September 1893.
Ihr gingen in den Tod voran
sechs geliebte Kinder.
Ihnen folgte
unser herzensguter, treubesorgter
Gatte und Vater
Herr Hermann Volkhardt
Hotelbesitzer,
geb. den 19. April 1851,
gest. den 24. Dezember 1909.
und innigstgeliebte Mutter
Eleonore Volkhardt
geb. Mayr,
* 16.8.73 zu Lauingen,
† 13.10.27 in Egern.

R. I. P.


  • Volkhardt, Anna (vh); 23.12.1855 – 13.9.1893; Hoteliers-Gattin
  • Volkhardt, Eleonore (vw) / Mayr (gb); 16.8.1873 (Lauingen) – 13.10.1927 (Egern)
  • Volkhardt, Hermann; 19.4.1851 (Amorbach/Odenwald) – 24.12.1909 (München); Hotelier

Grab der Familie Volkhardt auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Volkhardt auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#16 – 3 – 51* (Mayer)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Mayer, Max; – 2.12.1887 (München), 47 Jahre alt; Königlicher Hofmusiker

Todesanzeige für Max Mayer

Todesanzeige für Max Mayer

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 4 – 1 (Mayr)


Familie
Mayr


  • Mayr, Georg von; 28.10.1774 – 23.7.1858 (München); Ministerialrat
  • Mayr, Bartholomäus, Dr.; – 15.5.1886 (München), 84 Jahre alt; Oberappellationsgerichtsrat a. D.
  • Mayr, Maria von (vw); 20.1.1786 – 2.8.1866 (München); Ministerialrats-Witwe

Todesanzeige für Dr. Bartholomäus Mayr

Grab der Familie Mayr auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 4 – 14 (Blumfelder · Warsönke)


Hier ruhen
Herr Michael Blumfelder
Roßhaarreiniger. gest. im 54. Jhr. 1874.
Ihm folgte sein Sohn
Georg Blumfelder, gest. im 18. Jhr. 1884.
Anna Blumfelder
geb. 15. Aug. 1828, gest. 18. Febr. 1904.
Deren Tochter
Maria Warsönke,
Schreinermeistersgattin,
geb. 6. Mai 1869. gest. 18. Jan. 1932.


  • Blumfelder, Anna; 15.8.1828 – 18.2.1904
  • Blumfelder, Georg; – 1884
  • Blumfelder, Michael; – 25.1.1874 (München), 53 Jahre alt; Roßhaarreiniger
  • Warsönke, Maria (vh) / Blumfelder (gb); 6.5.1869 – 18.1.1932 (München); Schneidermeisters-Gattin

Todesanzeige für Maria Warsönke

Grab der Familien Blumfelder · Warsönke auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#16 – 4 – 28 (n. n.)


(April 2018)

#16 – 4 – 29 (Mayrhofer)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Mayrhofer, Georg; – 1886 (München); Privatier

Grab der Familie Mayrhofer auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 5 – 2 (Staltmaier)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Staltmaier, Anton; – (25).11.1877, 35 Jahre alt; Privatier
  • Staltmaier, Anton; – (4).5.1846 (München), 42 Jahre alt; Bierwirt
  • Staltmaier, Elise; – (5).1.1869, 21 Jahre alt; Wirts-Tochter
  • Staltmaier, Katharina (vw); – (27).4.1882, 74 Jahre alt; Privatiers-Witwe

Grab der Familie Staltmaier auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Staltmaier auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 5 – 3 (Harscher · Wunder)


Grabstätte der Familie Wunder
Franz Seraph Wunder,
k. Regmts.-Quartierm. u. Kassier,
gest. 1. Jan. 1857 im 73. L.J.
Ihm folgte seine Tochter
Josefine Harscher, geb. Wunder,
k. Ing.-Hauptmanns-Gattin
gest. zu Metz den 23. April 1873 im 31. L.J.
und dessen Gattin
Therese Wunder, gest. 2. Jan. 1883 im 75. L.J.
Betty Wunder, geb. Morgenroth,
Sekretärs-Gattin,
gest. 30. Sept. 1893 im 37. L. J.
Friedrich Wunder, Sekretär a. D.
gest. 3. März 1916 im 70. L.J.
Franz Wunder,
k. Oberlt. a. D. u. pens. Bahnbeamter
30.9.1849 † 11.5.1924.
dessen Gattin
Louise Wunder,
* 3.3.1848 † 24.11.1926.


  • Harscher, Josefine (vh) / Wunder (gb); – 23.4.1873 (Metz), 30 Jahre alt; Hauptmanns-Gattin
  • Wunder, Betty (vh) / Morgenroth (gb); – 30.9 1893, 36 Jahre alt; Sekretärs-Gattin
  • Wunder, Franz Seraph; – 1.1.1857, 72 Jahre alt; Quartiermeister
  • Wunder, Franz; 30.9.1849 – 11.5.1924; Oberleutnant a. D.
  • Wunder, Friedrich; – 3.3.1916, 69 Jahre alt; Sekretär a. D.
  • Wunder, Louise (vw); 3.3.1848 – 24.11.1926; Oberleutnants-Witwe
  • Wunder, Therese (vh); – 2.1.1883, 74 Jahre alt

Grab der Familien Harscher · Wunder auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familien Harscher · Wunder auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 5 – 4 (n. n.)


(Februar 2021)

#16 – 5 – 24 (Griebler · Müller · Stettler)


Hier ruht in Gott
Herr Blasius Stettler
geb. 2. Feb. 1827 gest. 17. Jan. 1883.
Mein inniggeliebter Gatte
Herr Ludwig Müller
Kaufmann
geb. 12. Juli 1860 gest. 7. März 1902.
Unsere innigstgeliebte Mutter
Frau Therese Stettler
geb. 2. April 1831 gest. 26. April 1912

Sockel
Mein ¿ Gatte
Herr Heinrich Griebel
kgl. Hoflieferant
geb. 3. Aug. 1862. gest. 13. Mai 1916.

16.5.24. Schwarz.


  • Griebel, Heinrich; 3.8.1862 – 13.5.1916
  • Müller, Ludwig; 12.7.1860 – 7.3.1902; Kaufmann
  • Stettler, Blasius; 2.2.1827 – 17.1.1883
  • Stettler, Therese (vh); 2.4.1831 – 26.4.1912

Grab der Familien Griebler · Müller · Stettler auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familien Griebler · Müller · Stettler auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 5 – 32 (Dommel · Remold)


Hier ruhet in Frieden
unser innigstgeliebter Gatte
u. Vater
Herr Jakob Dommel
Kasernwärter,
geb. 11. Nov. 1843, gest. 9. Nov. 1893.
Ihm folgte seine treue Gattin,
unsere liebe Mutter
Frau Margar. Dommel
geb. 13. Febr. 1843, gest. 6. Okt. 1919.

Sockel
16.5.32. Kosenbach.


  • Dommel, Jakob; 11.11.1843 – 9.11.1893; Kasernwärter
  • Dommel, Margar. (vw); 13.2.1843 – 6.10.1919
  • Remold, Jakob; – 1886 (München); Ehemaliger Schäfflermeister

Grab der Familien Dommel · Remold auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 5 – 34 (Hansjakob · Mescher · Schweighart)


Hier ruhen:
¿ unvergeßlichen Gatten
Herr Josef Hansjakob,
Schreinermeister.
geb. ¿. März 1829. gest. 11. Sept. 1886.
Herr Johann Schweighart
Schreinermeister.
geb. d. ¿. Mai 1830. gest. d. 14. April 1898.
Dessen Gattin
Frau Therese Schweighart
geb. d. ¿2. Febr. 1844. gest. d. 1. Okt. 1917.
Frau Theresia Mescher,
geb. Dopp. Cafétiers-Witwe.
geb. d. ¿. April 1829, gest. d. 4. Mai 1905.

Rückseite
Familie
Schweighart.


  • Hansjakob, Josef; ¿.3.1829 – 11.9.1886; Schreinermeister
  • Mescher, Theresia (vw) / Dopp (gb); ¿.4.1829 – 4.5.1905; Cafétiers-Witwe
  • Schweighart, Josef; ¿.5.1830 – 14.4.1898; Schreinermeister
  • Schweighart, Therese (vw); ¿2.2.1844 – 1.10.1917; Schreinermeisters-Witwe

Grab der Familien Hansjakob · Mescher · Schweighart auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 5 – 38 (Graf)


Grab der Familie Graf auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2013)

#16 – 5 – 53* (Jaud)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Jaud, Thaddäus; – 7.8.1888 (München), 62 Jahre alt; Lithograph

Todesanzeige für Thaddäus Jaud

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 5 – 57 (Pauli · Seybold)


Hier ruhen in Gott:
Herr Josef Seybold
Rentier
ehemaliger Maurermeister,
geb. zu Lauingen den 7. Dez. 1822
gest. zu München den 5. Mai 1900.
dessen Gattin
Frau Elise Seybold
geb. Pauli,
geb. zu München den 18. Juli 1831
gest. den 12. Septbr. 1900.
Frau Elise Pauli
Privatiere,
geb. den 7. April 1792,
gest. den 14. Mai 1864.


  • Pauli, Elise; 7.4.1792 – 14.5.1864 (München); Privatiers-Witwe
  • Seybold, Elise (vw) / Pauli (gb); 18.7.1831 (München) – 12.9.1900; Maurermeisters-Witwe
  • Seybold, Josef; 7.12.1822 (Lauingen) – 5.5.1900 (München); Maurermeister

Grab der Familien Pauli · Seybold auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2014)

#16 – 6 – 1 (Braunmüller)


Familie
Braunmüller.

Sie ruhen in Frieden!


  • Braunmüller, Franz; – (19).11.1900 (München), 43 Jahre alt; Brauereikassier
  • Braunmüller, Hermann; – (1).7.1892 (München), 3 Jahre alt; Brauereikassiers-Sohn
  • Braunmüller, Karl; – (3).5.1893 (München), 45 Jahre alt; Gastwirt
  • Braunmüller, Rosalie (vh); – (27).5.1901 (München), 48 Jahre alt; Schneidermeisters-Gattin

Grab der Familie Braunmüller auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 6 – 3 (n. n.)


(Februar 2021)

#16 – 6 – 13 (n. n.)


(Februar 2021)

(Februar 2021)

#16 – 6 – 17 (n. n.)


(Februar 2021)

#16 – 6 – 18 (Kiederle)


Auferstehung des Fleisches
und ewiges Leben!

Hier ruhen in Gott
Frau Barbara Kiederle
* 20.¿.1839 † 2.¿
Ihr folgte unser
liebes Töchterlein
Marie
* 21.XII.1889 † 17.VII.1893
Unser treuer Vater
Herr Leonhard Kiederle
* 27.IV.1857 † 18.IX.1932

AUFLEGER


  • Kiederle, Barbara (vh); 20.¿.1839 – ¿
  • Kiederle, Leonhard; 27.4.1857 – 18.9.1932; Städtischer Pensionist
  • Kiederle, Marie; 21.12.1889 – 17.7.1893

Grab der Familie Kiederle auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

Grab der Familie Kiederle auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2021)

#16 – 6 – 48 (Spengler)


Familiengrab: Spengler

Hier ruht
unser lieber Sohn
Hugo Spengler
Stud. Techn.
gest. 18. März 1900 im 20. Lebensjahre.
Ihm folgte unsere liebe Mutter
Elise Spengler
geb. 22. Juli 1852. gest. 26. Okt. 1907.
Ihnen folgte der Gatte und Vater,
Herr Gustav Spengler
geb. 8. Febr. 1852. gest. 11. Dez. 1932.


  • Spengler, Elise (vh); 22.7.1852 – 26.10.1907
  • Spengler, Gustav; 8.2.1852 – 11.12.1932
  • Spengler, Hugo; – 18.3.1900, 19 Jahre alt; Student am Technikum Winterthur

Todesanzeige für Hugo Spengler

Grab der Familie Spengler auf dem Alten Südfriedhof München (August 2012)

#16 – 6 – 49 (Fischer)


Hier ruhen in Gott
unsere geliebte Mutter
Frau Marie Fischer,
geb. Peschl,
Posthalterswitwe aus Pocking
geb. zu ¿bach 18. Juli 1835.
gest. zu München 31. März 1893.
unser ¿ Bruder
Herr Carl Fischer,
geb. zu Pocking 22. Sept. 18¿.
gest. zu München 28. Febr. 1906.

Schwarz.


  • Fischer, Karl; 22.9.18¿ (Pocking) – 28.2.1906 (München)
  • Fischer, Marie (vw) / Peschl (gb); 18.7.1835 – 31.3.1893 (München); Posthalters-Witwe

Grab der Familie Fischer auf dem Alten Südfriedhof München (August 2012)

#16 – 6 – 57 (Gerstner)


Dr. Maximilian von Gerstner,
K. Regierungs-Finanz-Direktor,
Comthur des Verdienstordens
vom heiligen Michael,
Ritter des Verdienstordens
der Bayrischen Krone,
gestorben am 24. März 1871
im 64. Lebensjahre.
Anna von Gerstner,
geborene Bürger,
dessen zweite Gemahlin,
gestorben am 19. November 1898
im 69. Lebensjahre.

J. Lallinger.

Linke Seite
Amalie Gerstner,
geborene Bauer,
dessen erste Gemahlin,
und beider Sohn
Ludwig Gerstner,
k. Rentamtmann a. D.
gest. am 19. Februar 1898
im 61. Lebensjahre.


  • Gerstner, Amalie (vh) / Bauer (gb); – 7.2.1854 (München), 40 Jahre alt; Oberrechnungsrats-Gattin
  • Gerstner, Anna von (vw) / Bürger (gb); – 19.11.1898; Finanzdirektors-Witwe
  • Gerstner, Ludwig; – 19.2.1898; Rentamtmann a. D.
  • Gerstner, Maximilian von, Dr.; – 24.3.1871 (München), 65 Jahre alt; Regierungsfinanzdirektor

Grab der Familie Gerstner auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 7 – 34* (Mayer)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Mayer, Andreas; – 1886; Bildhauer

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 7 – 38·39 (Schäringer)


Familiengrab.

Hier ruhet in Gott
mein unvergesslicher,
innigstgeliebter Gatte
Herr Ludwig Schäringer
kgl. Rat u. Fondskassier a. D.
geb. 15. April 1839, gest. 14. März 1915.
Dessen Gattin
Frau Rosina Schäringer
geb. Ullein,
geb. 26. Oktober 1847, gest. 15. April 1937.
Joh. Ev. Schäringer
Schneider von hier,
geb. 3. Sept. 1795, gest. 23. Sept. 1875
und dessen Gattin
Barbara Schäringer
geb. Zeitz,
geb. 2. Januar 1799, gest. 13. Aug. 1876.

Sockel
Joseph Schäringer
geb. 3. Aug. 1830, gest. 21. April 1861.

16.7.38–39.


  • Schäringer, Barbara (vw) / Zeitz (gb); 2.1.1799 – 13.8.1876 (München); Schneiders-Witwe
  • Schäringer, Johann Ev.; 3.9.1795 – 23.9.1875 (München); Schneider
  • Schäringer, Josef; 3.8.1830 – 21.4.1861 (München); Schuhmachergeselle
  • Schäringer, Ludwig; 15.4.1839 (München) – 14.3.1915 (München); Fondskassier
  • Schäringer, Rosina (vw) / Ullein (gb); 26.10.1847 – 15.4.1937; Fondskassiers-Witwe

Grab der Familie Schäringer auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#16 – 7 – 48 (Glogger)


Unsere lb. Großmutter
Frau Regina Glogger
geb. 2. Jan. 18¿ gest. 10. Okt. 1922


  • Glogger, Regina (vh); 2.1.1836 – 10.10.1922 (München); Privatiere

Todesanzeige für Regina Glogger

Grab der Familie Glogger auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2017)

Grab der Familie Glogger auf dem Alten Südfriedhof München (Dezember 2012)

#16 – 8 – 42·43 (Fassmann)


Hier ruhen in Gott
Ludw. Ritter v. Fassmann,
geb. 8. Aug. 1785, gest. 11. Juli 1852.
Josefine v. Fassmann,
gest. 26. Dez. 1865.
Carl v. Fassmann,
Buchdruckereibesitzer
u. Premierlieut. d. Landwehr a. D.
Inh. d. Feldzugdkz. 1866, 1870/71
u. d. Landwehrauszchng. I. Cl.
geb. 20. Feb. 1844, gest. 7. Feb. 1887.
Magdalena v. Fassmann
geb. Schreiber,
Buchdruckereibesitzers- u.
Premierleutenantsgattin,
geb. 15. Juni 1838, gest. 29. Okt. 1926.

R. I. P

Sockel
Andreas u. Ferdinand v. Fassmann,
Zwillingsbrüder,
gest. 7. Aug. 1878, im 3. Lebensjahre.

J. Deiser.


  • Fassmann, Andreas von; – 7.8.1878 (München), 2 Jahre alt
  • Fassmann, Ferdinand von; – 7.8.1878 (München), 2 Jahre alt
  • Fassmann, Josefine von; – 26.12.1865 (München), 56 Jahre alt; Aktuars-Witwe
  • Fassmann, Karl von; 20.2.1844 – 7.2.1887; Buchdruckereibesitzer und Premierleutnant der Landwehr a. D.
  • Fassmann, Ludwig Ritter von; 8.8.1785 – 11.7.1852 (München); Oberaufschlagamts-Aktuar
  • Fassmann, Magdalena von (vw) / Schreiber (gb); 15.6.1838 – 29.10.1926; Buchdruckereibesitzers-Witwe

Grab der Familie Fassmann auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2015)

#16 – 8 – 57 (Gebhart)


¿
Katharina Gebhart
geb. ¿ November ¿ zu München
gest. 3. Juni 1884 zu München
Ferdinand Gebhart,
geb. ¿. Dezember 1802 zu München
gest. 25. Januar 1886 zu München.

Sockel-Tafel
Dem
Wohlthäter
der Witwen u. Waisen
Herrn Privatier
Ferdinand
Gebhart.


  • Gebhart, Ferdinand; ¿.12.1802 (München) – 25.1.1886 (München)
  • Gebhart, Katharina; ¿.11.¿ (München) – 3.6.1884 (München)

Grab der Familie Gebhart auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 9 – 43 (Schwind)


MORITZ VON SCHWIND
1804 – 1871

Sockel
HERMANN VON SCHWIND
1843 – 1906


  • Schwind, Hermann von; 6.7.1843 (Karlsruhe) – 20.7.1906 (Hals/Passau); Ingenieur, Eisenbahningenieur und Offizier
  • Schwind, Moritz von; 21.1.1804 (Wien) – 8.2.1871 (München); Akademieprofessor, Historienmaler und Zeichner


Grab der Familie Schwind auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

Grab der Familie Schwind auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#Moritz von Schwind

* 21.1.1804 (Wien)
† 8.2.1871 (München)
Akademieprofessor, Historienmaler und Zeichner

#Die bildende Kunst in München (1842)

Moritz von Schwind,

geb. 1804 zu Wien, wo er auch den ersten Unterricht in der Kunst von Ludwig Schnorr erhielt, dann die dortige Akademie besuchte, zeigte schon früh ein reiches Talent zur Erfindung besonders in heiteren und satyrischen Darstellungen. Seine ersten Arbeiten waren Zeichnungen für Stammbücher, Taschenbücher; vor allen wurden bekannt die höchst gelungenen lebendigen Schilderungen zu Tausend und Einer Nacht, welche Göthe beifällig öffentlich besprach und dadurch die Aufmerksamkeit auf den jungen Künstler wendete, der sich im Jahre 1828 nach München begab, wo er bis zum Jahre 1834 weilte und hier Gelegenheit fand, seine sinnigen Phantasiegebilde in Zeichnungen und Freskobildern auszuführen. Ueberall zeigt sich in denselben eine heitere gefällige Auffassung und Gruppirung; davon zeugen die Bilder im Bibliothekzimmer I. M. der Königin nach Tieck’s Dichtungen, davon die schönen und mannigfaltigen Aquarellzeichnungen, ihrer über fünfzig, in sechs Zimmern des Schlosses Hohenschwangau.

Schon in München begann er in Oel zu malen, setzte dieses mit großem Eifer und Erfolg während seines Aufenthaltes in Italien – 1834 und 1835 – fort, und wußte mit kräftigem Pinsel Leben und Bewegung in seinen Gemälden auszudrücken; dabei scheint er mit Vorliebe in der Auffassungsweise der älteren deutschen Meister seine reichen Gebilde zu geben, wie dieses geschah im Lebenslauf zweier Brüder, da er einen kleinen Noman in drei Feldern schilderte und die Brüder am Ende ihrer Laufbahn als Einsiedler auftreten läßt; noch mehr zeigte es sich in Ritter Kurt’s Brautfahrt nach Göthe, einem höchst lebendigen gruppenreichen Gemälde, ganz im kräftigen Geiste der Aelteren angeordnet und auögeführt: im Hintergrunde, entfernt, das Schloß des Helden; im Vordergrunde die der Hochzeit harrende Braut mit ihren Verwandten, aber zugleich der Ritter im Gedränge von ungestümmen Gläubigern auf offenem bewegten Marktplatze.

Von seinen anmuthigen zarten Darstellungen nennen wir den Gefangenen, der im Gefängnisse auf einem Strohlager ruht, indem Zwerge, kleine wundersame Wesen, einer über dem andern zum vergitterten Fenster hereinsteigend und so eine Leiter bildend, ihn befreien wollen; dann die vier Fresken aus Amor und Psyche, welche der Künstler in Sachsen auf dem Gute des Hrn. v. Crusius ausführte, und die drei Figuren: Friede, Kunst und Natur im Landhause des Hrn. v. Arthaber bei Wien.

Zu seinen größeren Entwürfen, die wir in München von ihm sahen, gehört die Gründung des Freiburger-Domes durch die erlauchten Zähringer. Das Gebäude erhebt sich, bis über das große Eingangsthor hinauf vollendet, in der Mitte des Bildes aus einer waldbewachsenen Gegend; die feierliche Einweihung soll geschehen, und zu dem Portale heran kommen von rechts und links die in schönen Gruppen vertheilten Anwohner der Gegend: Landbebauer, Jäger und Hirten; eine Hochzeit; die Geistlichkeit und der Stifter, dem der Plan der Kirche mit dem durchbrochenen Thurme vorgetragen wird, wie er künftig sich erheben soll; schöne kräftige Gestalten, zum Theil in dem jetzt noch üblichen Kostüme des nahen Schwarzwaldes, zu dem die ritterliche und geistliche Kleidung einen wirksamen Gegensatz bildet. Verwundert und ärgerlich höhnisch schaut ein Teufel durch die Bäume nach dem Feste. Das Bild führt der Künstler jetzt im Stiegenhause der neuen Gallerie in Carlsruhe aus, wo er auch schon im Sitzungssaale der ersten Kammer acht allegorische Figuren vollendete.

Dr. Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München, 1842.

#Kunstvereins-Bericht für 1872 (1873)

Nekrologe.

Moritz Ritter von Schwind,
Historienmaler und Professor an der k. Akademie der bildenden Künste,

wurde am 21. Januar 1804 zu Wien geboren, woselbst sein Vater, den er frühzeitig verlor, die Stelle eines Hofsekretärs bekleidete. Mit seiner Mutter und seinen zahlreichen Geschwistern lebte er nach dem Tode desselben in einem kleinen Häuschen am Wall, genannt »zum Mondschein«, in ziemlich gedrückten Verhältnissen. Verschiedene Umstände übten schon in früher Knabenzeit einen nachhaltigen Einfluß auf seine Phantasie und sein Seelenleben überhaupt. Katholischer Eltern Kind ward er frühzeitig zur Messe geführt und von der Feierlichkeit des Cultus so ergriffen, daß er das Amt eines Ministranten als höchstes Glück sich wünschte und erlangte, und daraus die Vorliebe für die romantische Zeit in spätere Jahre mit sich nahm.

Schwind’s große Freude an der Musik und sehr feines Gefühl für ihre wahren Schönheiten reichen gleichfalls in seine Knabenjahre und in den »Mondschein« zurück, wo die Musik mit Eifer betrieben wurde, vielleicht in Erinnerung an den Großvater väterlicherseits, der in Böhmen gelebt hatte. Er hatte die Schule und das Gymnasium hinter sich und trieb, ursprünglich dem wissenschaftlichen Berufe sich widmend, bereits im dritten Jahre philosophische Studien, als er durch die neuromantische Richtung, welche damals in der Poesie nicht minder wie in der bildenden Kunst sich geltend machte, so eingenommen wurde, daß die Neigung, sich der Kunst zu widmen, in ihm erwachte und bald zum festen Entschluß heranreifte. Mit einiger Fertigkeit im Zeichnen ausgerüstet, trat er bei Ludwig Schnorr v. Carolsfeld als Schüler ein. Schwind’s gesundem Sinne sagte jedoch ein gewisser mystischer Zug, welcher bei seinem Lehrer damals sich zeigte, nicht zu und so verließ er ihn schon nach einem Jahre wieder, um in die Akademie überzutreten. Auch hier von dem sich breitmachenden geistlosen Schematismus abgestoßen, beschloß er im Jahre 1828 nach München überzusiedeln, nachdem er sich ein Jahr vorher durch eine Reise dahin von dem mächtigen Aufschwung überzeugt hatte, welchen die Kunst unter König Ludwig zu nehmen begonnen.

Durch den Ankauf seines ersten noch ganz im Style der Schnorr’schen Schule gehaltenen Bildes seitens des Münchener-Kunstvereines wurde ihm über die erste Zeit des Aufenthaltes am neuen Domicile hinweggeholfen. Er beschäftigte sich nun eifrig mit Componiren und entwarf eine Menge von Zeichnungen, die er zum Theil auch auf Stein übertrug. Im Jahre 1832 erhielt er den ersten größeren Auftrag. Es war dies die Ausschmückung des Bibliothekzimmers der Königin mit einem Cyklus von Darstellungen aus den Tieck’schen Dichtungen. Dieser Auftrag, welcher dem Künstler Gelegenheit gab, seinen Reichthum an Geist, Phantasie und köstlichem Humor, wie sein tiefes Verständniß echt deutscher Romantik zu dokumentiren, war für ihn um so ehrenvoller, als die malerische Ausschmückung des von König Ludwig damals nahezu vollendeten Königsbaues einer wahren Elite von Künstlern übertragen worden war. Noch glücklicher löste er die ihm bald darauf ertheilte weitere Aufgabe, für den im nördlichen Flügel der Residenz befindlichen Saal des Rudolph von Habsburg einen Fries zu componiren, in welchem die Folgen des durch Kaiser Rudolph geordneten und neuaufblühenden bürgerlichen Lebens in Deutschland in einem Festzuge von Kindern dargestellt werden sollten. Auch der damalige Kronprinz Maximilian betraute ihn mit dem Auftrage, für die restaurirte Burg Hohenschwangau Entwürfe zu Wandgemälden, welche Scenen aus dem Leben Karls des Großen darstellten, anzufertigen.

Mittlerweile war Schwind’s Bedeutung auch anderwärts erkannt worden und so kam es, daß er durch die nun folgenden Arbeiten eine Reihe von Jahren von der Stätte ferngehalten wurde, an welcher sein Genius zuerst in Epoche machender Weise sich entfaltet hatte. Wir finden ihn zunächst (1838) auf Schloß Rödingsdorf bei Leipzig, der Besitzung des Dr. Crusius, mit der Ausführung einer Reihe von Wandgemälden aus der antiken Mythe von »Amor und Psyche« beschäftigt, worauf er nach Wien gieng, um hier das bekannte Bild »die Brautfahrt des Ritter Kurt«, eine von Humor und geistvollen Bezügen übersprudelnde Composition, zu malen. In Wien erhielt er einen Ruf nach Carlsruhe und den Auftrag, das Stiegenhaus und sonstige Räume der neuen Kunsthalle mit Wand, und Deckengemälden auszuschmücken. Im Jahre 1845 siedelte er dann nach Frankfurt a. M. über, woselbst er für das Städel’sche Institut ein Gemälde »Der Sängerkrieg auf der Wartburg« malte. Diese und andere Arbeiten Schwind’s, insbesondere die zahlreichen kleineren und größeren Zeichnungen, welche er für Holzschnitt, Radirung oder Kupferstich ausführte, können hier nur angedeutet werden, da durch diese Zeilen ein umfassendes Bild der künstlerischen Thätigkeit Schwind’s nicht gegeben werden soll.

Im Jahre 1847 wurde der Meister durch seine Ernennung zum Professor der neuorganisirten bayerischen Akademie München wieder gewonnen. Aus den nun folgenden Werken sei nur eines hervorgehoben, das »Märchen von den sieben Raben«, mit welchem der Künstler alle Welt entzückte und auf der allgemeinen deutschen Kunstausstellung zu München im Jahre 1858 den Preis davontrug. Er hatte sich hiemit, wie auch schon früher, auf einem Gebiete gezeigt, dessen Reichthum und Anmuth zu verwerthen sein Genius vorzugsweise berufen war. Ja man kann sagen, daß erst von Schwind an für die bildende Kunst die Wiedergeburt des deutschen Märchens datirt.

Nur um seine Vielseitigkeit anzudeuten, sollen hier auch die Arbeiten religiösen Inhaltes erwähnt werden, welche Schwind unternahm. Es sind dies eilf für die Ausschmückung des Hauptaltars der Münchener-Frauenkirche bestimmte Gemälde und Entwürfe zu den Glasgemälden im Dome zu Glasgow, deren Entstehung in das Jahr 1860 fällt. Die glänzendste und fruchtbarste Periode seines Schaffens ist jene, in welcher er die herrlichen Compositionen für das Wiener-Opernhaus und die »Schöne Melusine« schuf. Die Idee zu der letzteren hatte ihn hinsichtlich ihrer Gestaltung schon Jahrzehnte hindurch vorher beschäftigt. An seinem 66. Geburtstage legte er die letzte Hand an dieses seine künstlerische Thätigkeit abschließende, unübertroffene Werk, dessen Schönheiten alle mit einem Blicke zu erfassen selbst dem Eingeweihteren unmöglich ist.

Schon vor dem eben erwähnten Zeitpunkte traten bei Schwind Krankheitserscheinungen auf, welche im Laufe der Zeit keinen Zweifel darüber ließen, daß das kostbare Leben des Meisters durch eine Verfettung des Herzens ernstlich bedroht sei. Gegen Weihnachten des Jahres 1870 nahm die Krankheit in schmerzlichster Weise zu und Schwind litt unter den Beklemmungen seines Herzens unsäglich. Am 8. Februar 1871 entriß ihn der Tod seiner Familie. Die Nachricht hievon erfüllte Alle mit der tiefsten Trauer, welche ein Verständniß für die schöpferische Kraft seines Genius und die Reinheit und ächt nationale Bedeutsamkeit seines von dichterischem Geiste erfüllten Strebens hatten.

Der lohnenden Aufgabe, Schwinds Verdienste um die Kunst, sein Leben, seine Beziehungen zu vielen großen Männern seiner Zeit, die ihm überall entgegengetragene Bewunderung und zu Theil gewordenen Ehren in einem umfassenden Bilde zu schildern, haben sich manche seiner Verehrer unterzogen, und es ist auf diese Weise eine Reihe von Schriften entstanden, auf welche zu verweisen um so mehr Pflicht sein dürfte, als durch eine biographische Skizze, wie sie der hier zugemessene Raum zu geben gestattet, die Leistungen eines großen und fruchtbaren Geistes unmöglich in der wünschenswerthen Weise dargestellt werden können.

Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München während des Jahres 1872. München, 1873.

#Allgemeines Künstler-Lexicon (1901)

Schwind, Moritz von, berühmter Maler und Radierer, geb. 21. Jan. 1804 in Wien, † 8. Febr. 1871 in München, Schüler von L. Schnorr an der Wiener Akademie, dann (1828) der Münchener Akademie; 1832–34 malte er schon in der Münchener Residenz, 1834–35 im Schloss Hohenschwangau und besuchte darauf 1835 Rom. 1839 siedelte er nach Karlsruhe über und malte im Treppenhaus der dortigen Kunsthalle Die Einweihung des Freiburger Münsters. 1844 kam er nach Frankfurt a. M. und malte für das Städel’sche Institut den »Sängerkrieg«. 1847 wurde er Akademie-Prof. in München. 1853–55 führte er die bekannten Cyclen zur Legende der Hl. Elisabeth u. A. in der Wartburg, 1864–67 die Bilder in der Wiener Hofoper aus. Kein anderer Maler des Jahrhunderts hat uns eine romantische Kunst so frei von allem theatralischen und sentimentalen Beigeschmack gegeben wie S., wenige eine so ächte, volksthümliche Kunst wie er, den man mit Stolz zu den grössten Meistern Deutschlands rechnen darf.

Wie Richter der Maler des schlichten deutschen Volksgemüths ist, so ist S. der Maler des deutschen poesievollen Märchens. Die beste Sammlung seiner Werke (35) befindet sich in der Schack-Gal. zu München, wenn sie auch keines der grossen Hauptwerke birgt. Ferner von ihm Vater Rhein (Berlin, Gal. Raczynski), Die Rose (Nat.-Gal., das.), Der Sängerkrieg (1846 Frankfurt a. M.), Ritter Kurts Brautfahrt u. A. (Karlsruhe), Rudolf v. Habsburg (Kiel), Ritter Falkensteins Ritt u. A. (Leipzig), Symphonie (1852 München), Die 7 Raben u. A. (Weimar), Melusine (Wien), Kaiser Max an der Martinswand u. A. (Akademie-Gal. das.), Elfentanz, Dornröschen, Die 7 Raben (1858), Anbetung der Könige (1858 Frauenkirche, München), 34 Cartons zu Glasfenstern (Dom, Glasgow), Der Rhein, etc. (Trinkhalle, Baden-Baden), etc. S. radierte eine Folge von Pfeifen und Becher, Der Eremit mit dem Ritter und Der Sänger mit der Nymphe. Ehrenmitglied der Akademien Berlin und Wien; zahlreiche Orden, etc. Sein Leben von Führich (1871 Leipzig), Holland (1873 Stuttgart), Müller (1873 Eisenach).

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Vierter Band. Frankfurt am Main, 1901.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Schwind Moritz, von, 1804 (Wien) – 1871, Historienmaler, Zeichner und Akademieprofessor; Schüler von L. F. Schnorr von Carolsfeld in Wien, kam Sch. 1828 nach München, um bei P. von Cornelius zu studieren; nachdem er an der Ausschmückung von Bauten Ludwigs I. mitgewirkt und zur Ausmalung von Hohenschwangau Entwürfe geliefert hatte, reiste er 1832 nach Rom, ohne dort nachhaltige Eindrücke zu gewinnen; nach München zurückgekehrt, malte er den Saal Rudolfs von Habsburg im Königsbau der Residenz aus, wirkte 1839/44 in Karlsruhe und dann kurz in Frankfurt; 1847 wurde Sch. Professor an der Münchner Akademie; er, der Hauptmeister der deutschen Spätromantik, ist in seinen Wandbildern (München-Residenz, Karlsruhe-Kunsthalle und Ständehaus, Wartburg, Wiener Opernhaus u. a.), die, obwohl nicht ganz frei von Schwächen (Hohenschwangau), koloristisch wie stimmungshaft individuelle Züge zeigen, den Nazarenern bedeutend überlegen; sein Bestes und Bleibendes aber gab Sch. in seinen Tafelbildern (zyklische Kompositionen und Einzelbilder, Stoffe meist aus deutschen Märchen, Dichtung und Volkslied), besonders in Ölbildern, in denen romantischer Zauber der Landschaft, Innigkeit und ungesuchte Schlichtheit mit viel Naturbeobachtung sich paaren; ein Großteil seiner Ölgemälde ging beim Brand des Münchner Glaspalastes (1931) zugrunde.

Hauptwerke: Wandbilder: Genovefa im Tiecksaal der Münchner Residenz, Leibliche Werke der Barmherzigkeit auf Wartburg, Fresken in der Pfarrkirche von Bad Reichenhall, Tafelbilder: Huldigung der Künstler an Maria, ehemaliger Hochaltar der Münchner Frauenkirche, St. Wolfgang (in der Schack-Galerie), Kartons zu Glasfenstern für Kirchen in Glasgow und London; Werke herausgegeben von O. Weigmann, 1906.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 9 – 48 (Landes)


Gewidmet dem Andenken
der teuersten unvergesslichen
Gattin und Mutter
Frau Maria Landes,
Hof-Uhrmachersgattin
geb. 1. Sept. 1833, gest. 26. April 1911.
An ihrer Seite ruht
ihre vielgeliebte Tochter
Frl. Agathe Landes,
Hauptlehrerin
geb. 24. Okt. 1863. gest. 7. Jan. 1918.

R. I. P.

Karolina Landes, gest. 3. Dez. 1866.
Maria Landes, gest. 18. Okt. 1873.

Rehm. 16.9.48.


  • Landes, Agathe; 24.10.1863 – 7.1.1918; Hauptlehrerin
  • Landes, Karolina; – 3.12.1866 (München), 6 Jahre alt; Uhrmachers-Tochter
  • Landes, Maria; – 18.10.1873 (München), 7 Monate alt; Uhrmachers-Tochter
  • Landes, Maria (vh); 1.9.1833 – 26.4.1911; Uhrmachers-Gattin

Grab der Familie Landes auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

#16 – 9 – 53·54 (Mayer)


HIER RUHEN IN GOTT
Joseph Gabriel Mayer
Gründer der Mayer’schen kgl. Hofkunstanstalt
geb. 18. März 1808, gest. 16. April 1883,
dessen Gattin Anna Mayer, geb. Stöger,
geb. 21. Dez. 1806, gest. 30. März 1880.
Joseph Leonh. Mayer, Bildhauer und Direktor,
geb. 3. Juli 1846, gest. 30. Nov. 1898,
dessen Gattin Marie Mayer, geb. Niedermayer
geb. 2. Febr. 1851, gest. 27. Sept. 1890,
deren Kinder: Clothilde Mayer, geb. 19. März gest. 1. Juli 1876
Marie u. Anna Mayer, beide geb. und gest. 10/11 Nov. 1881
Clara Mayer geb. 17. Dez. 1877 gest. 22. Dez. 1886.
Therese Mayer, geb. Pustet,
Kommerziensratsgattin, geb. 29. März 1861, gest. 17. Sept. 1901
deren Kinder: Helene Mayer, geb. 26. Aug. 1887
Adalbert Mayer, geb. 4. Okt. 1891, beide gest. 1. Febr. 1893.
Anna Mayer geb. 19. Juli 1844
gest. nach einem frommen Gott geweihten Leben 18. Okt. 1921.
Franz Mayer,
Kommerzienrat u. Hof-Kunstanstaltsbesitzer
geb. 10. Okt. 1848, gest. 4. Dez. 1926.


  • Mayer, Adalbert; 4.10.1891 – 1.2.1893
  • Mayer, Anna; 10.11.1881 – 11.11.1881
  • Mayer, Anna; 19.7.1844 – 18.10.1921
  • Mayer, Anna (vh) / Stöger (gb); 21.12.1806 – 30.3.1880; Bildhauers-Gattin
  • Mayer, Clothilde; 19.3.1876 – 1.7.1876
  • Mayer, Franz; 10.10.1848 – 4.12.1926; Kommerzienrat und Kunstanstaltsbesitzer
  • Mayer, Helene; 26.8.1887 – 1.2.1893
  • Mayer, Josef Gabriel; 18.3.1808 (Gebrazhofen/Wttbg.) – 16.4.1883 (München); Bildhauer und Gründer der Mayersche Kunstanstalt
  • Mayer, Josef Leonhard; 3.7.1846 – 30.11.1898; Bildhauer
  • Mayer, Klara; 17.12.1877 – 22.12.1886
  • Mayer, Marie; 10.11.1881 – 11.11.1881
  • Mayer, Marie (vh) / Niedermayer (gb); 2.2.1851 – 27.9.1890; Bildhauers-Gattin
  • Mayer, Therese (vh) / Pustet (gb); 29.3.1861 – 17.9.1901; Kommerzienrats-Gattin

Grab der Familie Mayer auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

#Josef Gabriel Mayer

* 18.3.1808 (Gebrazhofen/Wttbg.)
† 16.4.1883 (München)
Bildhauer und Gründer der Mayersche Kunstanstalt

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Mayer Josef Gabriel, 1808 (Gebrazhofen/Wttbg.) – 1883, Bildhauer und Kunstanstaltsbesitzer; M. ging als Schreinergehilfe auf Wanderschaft durch Süddeutschland, studierte dann an der Münchner Akademie bei J. Schlotthauer und Kl. Zimmermann, gründete 1836 eine kunstgewerbliche Vorbereitungsschule, trat später in den Vorstand der staatlichen Anstalt für Erziehung und Unterricht krüppelhafter Knaben ein und rief 1858 mit Hilfe des Holzbildhauers J. Knabl eine Anstalt für Kunsterzeugnisse, die er später durch Einbeziehung der Glasmalerei zu einer Weltfirma ausbaute (Mayersche Kunstanstalt, München), ins Leben.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#Josef Leonhard Mayer

* 3.7.1846
† 30.11.1898
Bildhauer

#Münchner Neueste Nachrichten (26.6.1889)

Bildende Kunst und Kunstgewerbe.

(Auszeichnung.) Der »Moniteur de Rome« meldete vor Kurzem die Verleihung des päpstlichen Gregoriusordens an Herrn Kunstanstaltsbesitzer Josef Leonhard Mayer in München und fügte dieser Mittheilung einen längeren Artikel über die Entstehung und den jetzigen Bestand dieser hervorragenden Anstalt für christliche Kunst bei. Die Herren Josef Leonhard und Franz Mayer hätten das von ihrem Vater ererbte Werk fortgesetzt und in rühmenswerther Weise an dessen Vervollkommnung gearbeitet. Veranlaßt durch diese Gediegenheit habe Papst Leo XIII., der Gönner der schönen Künste, sein Augenmerk auf diese Anstalt gelenkt und auf die zahlreichen Gegenstände, welche zu seiner Jubiläumsfeier einliefen. Es genüge, zwei prachtvolle Glasgemälde zu erwähnen, welche die Haupttreppe des Vatikans schmücken.

Münchner Neueste Nachrichten No. 288. Mittwoch, den 26. Juni 1889.

#Allgemeine Zeitung (3.12.1898)

Bayerische Chronik.
München, 2. Dezember.

Beerdigungen. Im südlichen Friedhof wurde heute Nachmittag der nach längerem schweren Leiden verstorbene artistische Direktor der Mayerschen kgl. Hofkunstanstalt, Joseph Leonhard Mayer, beerdigt. Den ungemein langen Trauerzug eröffnete das Personal der Anstalt mit schwarzer Trauerfahne, dem der kaufmännische Verein »Hansa«, der katholische Zentral-Gesellenverein und der Arbeiterverein München Nord mit umflorten Fahnen, sodann wiederum Personal der Anstalt mit einer großen Anzahl prächtiger Kränze sich anschlossen. Hinter dem von Flambeauxträgern geleiteten reich geschmückten Sarg folgte nach den Anverwandten eine lange Reihe von Leidtragenden, darunter Mitglieder der verschiedenen katholischen Vereine und Kasinos, Künstler u. s. w. Der von Pater Max gehaltenen Grabrede ist zu entnehmen, daß der Verewigte am 3. Juli 1846 als Sohn des Kunstanstaltsbesitzers Gabriel Mayer hier geboren wurde. Schon früh zeigte der Knabe Liebe und Anlage zur Kunst. Er besuchte die Akademie der bildenden Künste und wandte sich dann der christlichen Kunst zu. Nach Beendigung seiner akademischen Studien war er zunächst als Bildhauer thätig und unternahm zu seiner weiteren Ausbildung Reisen nach England und Italien, wo er sich längere Zeit in Rom aufhielt. Kränze wurden niedergelegt von der Künstlergenossenschaft, von den obengenannten Vereinen, von den verschiedenen Abtheilungen der Mayer'schen Kunstanstalt und vielen anderen mehr.

Allgemeine Zeitung Nr. 335. München; Samstag, den 3. Dezember 1898.

#Teplitz-Schönauer Anzeiger (10.12.1898)

Aus Stadt und Land.

[Sterbefälle]. In München verschied am 30. v. M. Herr Josef Leonhard Mayer, artistischer Director der Mayer'schen königl. Hofkunstanstalt und Ritter des päpstl. Gregorius-Ordens, im 52. Lebensjahre. Der Verblichene genoß als Künstler einen hervorragenden Ruf und war ein bekannter Wohlthäter der Armen. Die außerordentliche Beliebtheit des Verblichenen gab sich bei dem am 2. d. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse kund. Die Münchener Blätter widmeten dem Verstorbenen höchst ehrende, eingehende Nachrufe. Die Witwe des Verblichenen, Frau Marie Mayer, ist eine geborene Teplitzerin und zwar die Tochter des hier lebenden fürstl. Clary'schen Schloßverwalters i. P., Herrn Wenzel Fiala.

Teplitz-Schönauer Anzeiger Nummer 99. Teplitz; Samstag, den 10. Dezember 1898.

#16 – 9 – 56 (Schuller · Sutner)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Schuller, Ludwig; – (9).2.1876, 69 Jahre alt; Kanzleifunktionär
  • Sutner, Friederike; – (27).2.1889 (München), 84 Jahre alt; Privatiere

Grab der Familien Schuller · Sutner auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 10 – 1 (Jeetze)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Jeetze, Marie Karoline Freifrau von (vh) / Köring, von (gb); 4.8.1780 – 25.8.1838 (München); Majors-Gattin
  • Jeetze, Wilhelmine Freiin von; 14.12.1809 – 17.5.1882

Grab der Familie Jeetze auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2015)

Grab der Familie Jeetze auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2015)

#16 – 10 – 2 (Wittwer)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Wittwer, Charlotte (vw); – (18).10.1856 (München), 40 Jahre alt; Arzt-Witwe
  • Wittwer, Franz Xaver, Dr.; – (27).3.1854 (München), 36 Jahre alt; Arzt

Grab der Familie Wittwer auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2015)

#16 – 10 – 3 (Seebacher)


HIER RUHEN
UNSERE LIEBEN KINDER
ANNERL
* 5. JUNI 1899 † 13. JUNI 1900
PEPPERL
* 29. SEPT. 1900 † 16. DEZ. 1905
UNSER LIEBER
UNVERGESSLICHER SOHN
FRANZ
cand. ¿
* 3. JUNI 1898 † 6. AUG. 1922

Säule
FAMILIE
FRANZ
SEEBACHER


  • Seebacher, Anna; 5.6.1899 – 13.6.1900
  • Seebacher, Franz; 3.6.1898 – 6.8.1922
  • Seebacher, Peter; 29.9.1900 – 16.12.1905

Grab der Familie Seebacher auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#Franz Xaver Hacker / Franz von Seeburg (ps)

* 20.1.1836 (Nymphenburg/München)
† 28.1.1894 (München)
Lehrers-Sohn / Priester und Schriftsteller

#Deutscher Hausschatz in Wort und Bild (1894)

Franz Xaver Hacker †.

Vom Herausgeber.

Am 28. Januar 1894 verschied in München der Stiftsceremoniar und Ehrenkanonikus von St. Cajetan, der Kgl. geistl. Rat Franz Xaver Hacker, Inspektor des kgl. Zentral-Blinden-Instituts. Tausende haben den Dahingeschiedenen innig verehrt und geliebt, Tausende, soweit die deutsche Zunge klingt, haben sich an seinen zahlreichen Romanen und Novellen erquickt – aber nur wenige wußten, daß unter dem allbekannten Schriftstellernamen Franz von Seeburg sich der eben Verstorbene verbarg. Seine Bescheidenheit verbot ihm, mit seinem wahren Namen hervorzutreten, als er schon ein berühmter Mann war und viele sich gefreut haben würden, Näheres über ihren Lieblingserzähler zu erfahren.

Franz Xaver Hacker wurde am 20. Januar 1836 zu Nymphenburg als der Sohn eines Lehrers geboren. Er besuchte das Wilhelmsgymnasium zu München und studierte sodann Philosophie, Theologie und Jurisprudenz. Nachdem er zum Priester geweiht war, fand er zuerst in der Seelsorge Verwendung, welche ihm reiche Gelegenheit bot, Einblicke in das Leben der Armen und Elenden zu thun, die seiner Schriftstellerei zu gute kam. Eine schwere Erkrankung zwang ihn aber schon bald, drei Jahre nur der Pflege seiner erschütterten Gesundheit zu widmen. Volle Genesung fand er in einer Stellung am Chiemsee, von wo aus seine Berufung als Hofstiftsvikar nach München veranlaßt wurde. Er wurde sodann Religionslehrer und Prediger am Wilhelmsgymnasium und endlich, 1886, Inspektor des kgl. Zentral-Blinden-Instituts in München. Was er als solcher geleistet, wird unvergeßlich bleiben. Er hat die von König Ludwig I. gestiftete Anstalt zu einer Höhe gehoben, daß sie im In- und Auslande als Muster der Blindenerziehung anerkannt ist. Hacker war dabei auch unermüdlich bestrebt, seinen Pflegebefohlenen den Wohlthätigkeitssinn der Bevölkerung zu erschließen. Seinen Bemühungen gelang es, eine lange als Bedürfnis erachtete Versorgungsanstalt für frühere weibliche Zöglinge des Institutes zu begründen, welche in der Maria-Ludwig-Ferdinand-Anstalt in Neuhausen untergebracht ist. Das letzte Schriftstück, das er auf dem Sterbebette unterzeichnete, betrifft eine hochherzige Spende für die Blinden. Nachdem er denselben bereits aus seinem Vermögen einen Betrag von 10000 Mark zugewendet hatte, vermachte er, wie damals schon versprochen, der Anstalt noch den hauptsächlichsten Rest seiner Hinterlassenschaft mit 30 000 Mark bar.

Aber die Bedeutung Hacker's für die weiteren Kreise der katholischen Bevölkerung des In- und Auslandes knüpft sich an den gefeierten Namen Franz von Seeburg. Wie er überhaupt dazu gelangte, sich der großen Zunft der Schriftsteller anzuschließen, das ist interessant und belehrend für alle, die mit dem Geiste und der Feder in der Hand arbeiten und zeigt so recht, wie es manchmal vom Zufall – der natürlich streng genommen Fügung ist – abhängt, ob ein hervorragendes Talent zur Entfaltung gelangt oder nicht. Einer der jetzigen Chefs der Firma Friedrich Pustet hatte vor Jahren von München aus eine Reise zu machen. Er trat bei dem ihm befreundeten Buchhändler Zipperer in München ein und suchte bei ihm etwas Reiselektüre. Der Kuriosität wegen gab ihm Zipperer ein auf schlechtem Papier schlecht gedrucktes Büchlein mit, welches einen auf Kosten des Verfassers hergestellten Separatabdruck, der als Feuilleton in einer Tiroler Zeitung veröffentlichten Erzählung Franz von Seeburg's – wer kannte damals einen Erzähler dieses Namens! – Das Marienkind enthielt. Herr Zipperer wußte damals selbst nicht den wirklichen Namen des Verfassers, aber er klagte, niemand bekümmere sich um die Erzählung, die er selbst zufällig gelesen und die ihm so gut gefallen habe. Sie verdiene ein besseres Los, als Vergessenheit unter den Menschen, unter denen es vielleicht recht viel Gutes stiften könne. Herr Pustet las das Büchlein, und die Folge war, daß er sofort nach einer Rückkehr dem Namen des Verfassers nachforschte und diesen seinem damals in München lebenden Vater Friedrich Pustet sen. mitteilte. Dieser wurde durch die Lesung desselben Buckes ebenfalls höchst eingenommen für den Verfasser und reiste bald darauf nach dem Chiemsee, um ihn kennen zu lernen und ihn zu weiteren Schöpfungen zu ermuntern. Das Zusammentreffen der beiden Männer hat Franz von Seeburg selbst im Vorwort zu seinem prächtigen Buche über Joseph Haydn, das er dem Andenken seines Freundes Friedrich Pustet sen. gewidmet hat, sehr anziehend geschildert. Vater Pustet gelang es, den begabten Mann, der angesichts seines ersten Mißerfolgs keine Neigung hatte, den dornenvollen Weg noch einmal zu beschreiten, für die Schriftstellerei zu gewinnen und der katholischen Litteratur einen Erzähler zu schenken, auf den wir stolz sein können.

Von jenem Zeitpunkt an begann Seeburg's rege Thätigkeit auf litterarischem Gebiete. Neben einer großen Anzahl kraftvoller, im Regensburger Marienkalender erschienenen Volkserzählungen, schrieb er die größeren Romane: Das Marienkind 1869 (5. Auflage 1890), Durch Nacht zum Licht 1872 (3. Auflage 1893), Die Nachtigall 1876 (2. Auflage 1884), Die Fugger und ihre Zeit 1879 (3. Auflage 1892), Joseph Haydn 1882, Die Hexenrichter von Würzburg (3. Auflage 1894), sowie den blütenreichen Text zum Ägyptischen Joseph 1878, der als eines der schönsten Bilderbücher, die wir haben, in vielen Auflagen in deutscher, englischer, französischer, italienischer und spanischer Sprache große Verbreitung fand.

Gewiß war es nicht allein jener unwiderstehliche Schaffensdrang, welcher dichterisch veranlagte Geister zur Schriftstellerei treibt, und der unserm Erzähler die Feder in die Hand drückte; ich nehme vielmehr, der Tendenz seines ganzen Wirkens entsprechend, an, daß er in erster Linie bei all seinen Werken einen ethischen Zweck verfolgt. Er will dem Volke packende Bilder vorführen aus Vergangenheit und Gegenwart, will es abschrecken und warnen durch die Vorführung menschlicher Verworfenheit, sündhafter Leidenschaften und deren furchtbaren Folgen für Leib und Seele, will es bessern und für die Tugend begeistern durch die ergreifende Schilderung schöner christlicher Zustände und trefflicher Menschen. Ersteres zu erreichen, schildert er das Leben, wie es ist, ohne alle Schönfärberei, aber auch ohne ins Platte zu verfallen. Seeburg legt einen ganz besonderen Wert darauf, seine Leser wissen zu lassen, daß er nur Thatsachen mitteile, und weist im »Marienkind« (S. 10) ausdrücklich darauf hin. In der That ist rücksicktlich einiger Charaktere und Scenen in seinen Romanen eine solche Versicherung nicht überflüssig; denn ohne sie würde der Leser das Mitgeteilte kaum für wahr halten. Daraus ergeben sich Auswüchse, aber sie können den guten Eindruck des Ganzen doch nicht vernichten. Wo Seeburg innerhalb der Grenzen des erlaubten Realismus bleibt, da sind wir ihm auch dankbar für seine strenge Wahrheilsliebe; denn er führt uns in seinen kulturhistorischen Romanen umfangreiche Gemälde aus vergangenen Zeiten vor, welche von liebevollem Versenken in den Geist verflossener Jahrhunderte Zeugnis geben. Welch ein Stück trockener Arbeit sitzt in dem lebensvollen Bildercyklus »Die Fugger und ihre Zeit«! Das ist farbenprächtige Mosaikarbeit, über deren Betrachtung wir vergessen, welch unsägliche Mühe ihre feinsinnige Zusammensetzung dem Künstler gekostet. Doch, das war ein Aufwand von Arbeit, der den Verfasser reich belohnte; denn sie bot der freudenreichen Momente eine große Fülle. Aber mit welcher Unlust mochte er Archive und Aktenbündel für das Zeitgemälde »Durch Nacht zum Licht« durchstöbern, wo jeder Fund ihm einen neuen Beleg für die Größe menschlicher Schlechtigkeit brachte, ihm Blätter aus der Geschichte seines Vaterlandes aufdeckle, die ihn mit tiefem Unwillen erfüllen mußten! Denn in all seinen Romanen, nur »Haydn« ausgenommen, bildet Bayern den Schauplatz, wenigstens zum größten Teile.

In »Die Fugger und ihre Zeit« führt er uns in das mittelalterliche Augsburg und öffnet uns einen kulturhistorischen Bildercyklus, wie ihn umfassender und farbenprächtiger auch Franz Trautmann nicht hervorgebracht. Hier möchte man fast sagen, Seeburg erweise sich als ein poetischer Janssen. Beide mußten vielfach aus denselben Quellen schöpfen; dem einen entstand ein bedeutsames Geschichtswerk, dem anderen eine fesselnde Dichtung.

Ein Jahrhundert weiter führen uns »Die Hexenrichter von Würzburg«. Der Titel besagt alles. Was der Dichter uns vorführt, sind erschütternde Scenen menschlichen Unverstandes und menschlicher Bosheit, das Licht der Vernunft scheint erloschen, alle Bande der Freundschaft und des Blutes werden gelöst durch die unselige Sucht, überall des Teufels Pferdefuß zu entdecken, und Rechtlosigkeit herrscht allenthalben. Doch über dies entsetzliche Chaos erhebt sich leuchtend die imponierende Gestalt des edlen Jesuitenpaters Spee.

Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts spielt »Durch Nacht zum Licht«. Der Roman bietet gleichsam ein düsteres Seitenstück zu den »Fuggern«, alles erscheint schwarz in schwarz gemalt, weil auch die Zeit, in welcher er spielt, der Lichtblicke nur wenige aufzuweisen hat. Es ist die Zeit der Aufklärung, der Illuminaten und Klosterstürmer. Das alte München steigt vor uns auf, wie in den »Fuggern« das alte Augsburg; das Hofleben entfaltet sich vor uns; das Treiben der geheimen Gesellschaften und ihre Mitwirkung bei der Inscenierung des schändlichen Klosterraubes zeigt sich im hellsten, entsetzlichen Lichte.

In »Joseph Haydn« führt der Dichter uns nach Österreich. Wenn in den bis jetzt genannten Romanen vorwiegend soziale, politische und religiöse Zustände geschildert sind, so behandelt »Haydn« die Stellung der schönen Künste, namentlich die Musik und ihre Vertreter im Österreich des 18. Jahrhunderts.

Ebenfalls im Beginn des 19. Jahrhunderts spielt der Roman »Das Marienkind«, in welchem die wechselvollen Schicksale einer Gouvernante geschildert werden. Vielleicht war es die Absicht des Verfassers, den Darstellungen der Romanschriftsteller, welche das Gouvernantentum mit einem lügenhaften romantischen Schimmer umwoben haben, ein der Wahrheit entsprechendes Bild entgegenzusehen. Dadurch gewann er genügenden Raum, das Leben und die Gesinnungen in den höheren Gesellschaftskreisen zur Anschauung zu bringen, ihre falschen Erziehungsansichten und deren furchtbare Folgen zu brandmarken, ihr dem Glauben und der Sitte entfremdetes Dasein gebührend zu geißeln und es in seiner ganzen Häßlichkeit zu kennzeichnen.

Mehr lokaler Natur endlich ist die Dorfgeschichte: »Die Nachtigall«, welche in den bayerischen Alpen spielt und das Lieben und Hassen der derben Gebirgsbewohner zum Gegenstände hat.

In diesen Romanen erweist sich Seeburg als ein Charaktermaler ersten Ranges. Er hat eine Welt von anziehenden Gestalten geschaffen und, was eben so hoch zu schätzen ist, jeder ihr scharf abgegrenztes, individuelles Gepräge gegeben, vorab den Hauptpersonen seiner Romane, denen die Aufgabe gestellt ist, anzukämpfen gegen Aberglauben, Niedrigkeit und Gemeinheit, und dem guten Prinzip zum Siege zu verhelfen. Auch die Nebenfiguren weiß Seeburg so anschaulich zu zeichnen, daß sie voll ausgerundet vor unseren Äugen stehen. Allerdings ist in seinen Erstlingswerken die Darstellung der Charaktere weniger gelungen; in »Marienkind« sind nur einige Figuren gut zu nennen; in »Durch Nacht zum Licht« finden wir schon eine größere Anzahl, wie Werner, Guttenheim und Konrad; in den »Fuggern«, in »Haydn« und in den »Hexenrichtern« sind alle von hoher Vollendung. Derselbe Unterschied macht sich in der Darstellung bemerkbar. In den ersten Romanen hat sie nur wenig von dichterischer Schönheit, hin und wieder ist sie sogar etwas hart; in den letzten aber erhebt sie sich zu lyrischem Schwunge und zeigt die den Lesern so sehr anmutende Übereinstimmung zwischen Inhalt und Form. Vorzüglich ist in dieser Beziehung »Die Hexenrichter von Würzburg«, in welchem eine schöne – vielleicht manchmal etwas überschwengliche – Darstellung sich dem erhebenden Inhalt anpaßt. Die Krone gebührt jedoch, wie in jeder Hinsicht, dem Hauptwerke Seeburg's, dem Zeitgemälde: »Die Fugger«.

Hier hat er versucht, den naiven Chronikenstil der vergangenen Jahrhunderte nachzuahmen und sich in deren Anschauungsweise zu versetzen. Das ist ihm vollständig gelungen, und damit hat er ein Doppeltes erreicht: sein Roman gewann auf diese Weise jene hohe Objektivität, welche die alten Chroniken auszeichnet, wo der ehrliche Schreiber nur insofern mit der Nachwelt in Beziehung tritt, als er am Schlusse die Bitte ausspricht, für seine arme Seele zu beten. Dann aber gab er seiner Dichtung durch seine Darstellungsweise auch einen eigentümlichen Reiz, dem sich kein Leser wird entziehen können. So erzählt nur ein Mann, dem das Leben in seinen Höhen und Tiefen offen liegt, der sich aber ein wahrhaft kindliches Gemüt bewahrt hat. Und er weiß alle Saiten unseres Gemütes anzuschlagen: hier jubeln wir mit der glücklichen Liebe, dort trauern wir mit der verlorenen; hier zerreißt unser Herz der Anblick tiefsten menschlichen Elends, dort erhebt uns Seelengröße und Charakterstärke.

Trauernd stehen wir, daß uns der Tod ein solches Talent entriß zu einer Zeit, wo die katholische Litteratur an Überfluß guter Erzähler wahrlich nicht zu leiden hat.

Deutscher Hausschatz in Wort und Bild No. 23. 1894.

#Stimmen aus Maria-Laach (1895)

Empfehlenswerthe Schriften.

1. Das Marienskind. Von Franz von Seeburg. Für die reife Jugend. 7. Aufl. 12°. (XVI u. 546 S.) Regensburg, Pustet, 1895. Preis M. 3.30; eleg. geb. M. 4.70.

2. Joseph Haydn. Ein Lebensbild von Franz von Seeburg. 2. Aufl. 12°. (VIII u. 440 S.) Ebd. 1895. Preis M 2.80; eleg. geb. M. 4.

3. Die Nachtigall. Eine Dorfgeschichte aus dem bayerischen Hochlande von Franz von Seeburg. 3., unveränderte Auflage. 12°. (VI u. 326 S.) Ebd. 1895. Preis M. 2; eleg. geb. M. 3.20.

4. Die Hexenrichter von Würzburg. Historische Novelle von Franz von Seeburg. 3. Aufl. 12°. (IV u. 298 S.) Ebd. 1895. Preis M. 1.80; eleg. geb. M. 2.80.

1. Die 7. Auflage dieser Erstlingserzählung des im vorigen Jahre verstorbenen Verfassers ist mit dessen Bildniß geschmückt und von einem kurzen Gedenkblatt des Verewigten aus der Feder H. Keiters begleitet. Franz Xaver Hacker, viel bekannter unter seinem Schriftstellernamen Franz von Seeburg, wurde am 20. Januar 1836 zu Nymphenburg bei München als der Sohn eines armen, aber frommen und wackern Schullehrers geboren. In seiner Studienzeit hatte er mit Noth und Elend zu kämpfen, zeichnete sich aber durch glänzenden Erfolg seiner Studien aus und erreichte das Ziel seiner Wünsche, die heilige Priesterweihe. Mit grossem, vielleicht übergroßem Eifer weihte er sich nun der Seelsorge, wurde aber bald, wohl infolge zu angestrengter Arbeit und früherer Entbehrungen, von einem schweren, langwierigen Siechthum befallen, das ihn drei Jahre ans Krankenbett fesselte. Endlich siegte seine an sich kräftige Natur. Damit er völlig genese, wurde ihm ein leichter Seelsorgsposten an dem schönen und gesunden Chiemsee übertragen. Da erwachte in ihm zugleich mit der wiederkehrenden Kraft der Beruf des katholischen Volksschriftstellers, der von wenigen in Deutschland so edel aufgefaßt und begeistert durchgeführt wurde wie von Hacker. Die erste Frucht, das Marienkind, das er am Chiemsee schrieb, hatte trotz ihrer Vortrefflichkeit freilich einen harten Kampf zu bestehen, bis sie auch nur einen Verleger fand. Zuerst erschien die schöne Erzählung in einem kleinen Blättchen, natürlich ohne dem Verfasser auch nur einen Pfennig Honorar einzubringen, und als sie zum erstenmal in Buchform erschien, mußte er selbst – nicht zur Ehre unseres katholischen Buchhandels! – die Kosten tragen. Erst als er später mit Fr. Pustet bekannt wurde, eröffnete sich seinem Talente der geeignete Wirkungskreis. Hacker wurde nach seiner vollen Genesung als Hofstitlsvicar nach München berufen, wirkte daselbst als Religionslehrer am Wilhelmsgymnasium und seit 1886 als Inspector des Central-Blindeninstituts, und wurde Ehrencanonicus von St. Cajetan in München. Allgemein betrauert starb der fromme Priester, der unter unsern katholischen Volksschriftstellern immer einen hervorragenden Platz einnehmen wird, am 28. Januar 1894.

[...]

Stimmen aus Maria-Laach. Katholische Blätter. Achtundvierzigster Band. Freiburg im Breisgau; 1895.

#Das Marienkind (1895)

Franz von Seeburg
Ein Gedenkblatt.

Zum siebenten Male wandert die Erzählung »Das Marienkind« in die Welt hinaus, um die Herzen zu erfreuen und die Stunden der Muße in einer Geist und Gemüt bildenden Weise auszufüllen – aber dem Schöpfer dieser so allgemein beliebten Erzählung war es nicht vergönnt, ihr erneutes Erscheinen zu erleben; am 28. Januar 1894 wurde er in jenes Land hinüber gerufen, wo ihm der Lohn für sein reiches und selbstloses Wirken zugemessen ward. Und jetzt erst, nach seinem Tode, ist es gestattet, vor aller Welt das Dunkel zu lichten, mit welchem der bescheidene Mann seinen wahren Namen umhüllte; er hat niemals daran gedacht, für seine schriftstellerischen Leistungen jene Lorbeeren einzuernten, welche manchem Dichter für die Erhöhung seiner Schaffensfreudigkeit unerläßlich sind. Er war und blieb für die große Masse seiner Leser Franz von Seeburg, der Erzähler mit dem poetischen Namen, welcher aller Herzen im Fluge gewann.

Franz Xaver Hacker war sein bürgerlicher Name, und er wirkte als Direktor der Zentral-Blindenanstalt in München. Obgleich sein verantwortungsvolles Amt ihn vollauf in Anspruch nahm und er sich mit einer wahren Begeisterung seinem hohen Berufe als Vater der armen Blinden widmete, so zwang er sich doch noch die Zeit ab, um dem katholischen deutschen Volke jene Reihe von Erzählungen zu schenken, welche in allen Kreisen so gern gelesen werden und einen Hausschatz in des Wortes bester Bedeutung bilden. Das Interesse für seine Schöpfungen steigerte sich von Jahr zu Jahr, und der Name Franz von Seeburg ward von hoch und niedrig mit Achtung und Liebe genannt. Aber am meisten doch wohl vom Volk, denn an das Volk hat der edle Verstorbene sich in erster Linie gewandt und ihm stets ein so warmfühlendes Herz bewiesen, wie nur ein Sohn des Volkes es besitzt.

Franz Xaver Hacker wurde am 20. Januar 1836 zu Nymphenburg bei München geboren. Sein Vater war Volksschullehrer, der, wie es zu jener Zeit fast überall der Fall war, in ärmlichen Verhältnissen lebte. Aber er war ein wackerer Mann, der unter schweren Entbehrungen es möglich machte, seinen talentvollen Sohn, wie dieser es lebhaft wünschte, studieren zu lassen. Hacker besuchte nach seiner Entlassung aus der Volksschule das Wilhelmsgymnasium zu München, wo er im Jahre 1855 mit glänzendem Erfolg das Abiturientenexamen bestand. Aber welch ein Leben voll Mühe und Entbehrungen lag nun bereits hinter ihm, wo er erst neunzehn Jahre zählte! Wie so mancher arme Student mußte er auf Vergnügungen und Erholungen verzichten und lediglich seinen Studien obliegen, und das nicht allein – auch seinen jugendlich-gesunden Magen mußte er in starke Disziplin nehmen, um seinen Lieblingswunsch, studieren zu dürfen, erfüllt zu sehen. Aber er ertrug alles freudig, um nur das Ziel seiner Sehnsucht, Priester zu werden, zu erreichen. Mit großem Eifer studierte er Theologie, aber sein Wissensdrang und der Wunsch, etwas Rechtes zu werden, waren so groß, daß er in angestrengtem Fleiße auch in die Tiefen der übrigen Wissenschaften, namentlich der Philosophie und der Rechtswissenschaft, hinabstieg und sich so eine gründliche allgemeine Bildung aneignete. Ohne diese umfassende Bildung wäre Hacker nicht der Schöpfer eines so ausgezeichneten historischen Bilderryklus wie »Die Fugger und ihre Zeit« geworden; sie gibt die Grundlage für das dichterische Schaffen ab und verbindet sich mit dem schöpferischen Geiste zu einer innigen Harmonie.

Nachdem Hacker zum Priester geweiht war, fand er, nach allgemeinem Brauch, zunächst in der Seelsorge Verwendung, wodurch er, wie in seiner Jugendzeit, reichlich Gelegenheit hatte, das Volksleben in seinen Licht- und Schattenseiten kennen zu lernen. Dadurch gewann Hacker für seine spätere literarische Thätigkeit einen Vorteil über andere Volksschriftsteller, der nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Nur wer das Volk kennt, kann es richtig schildern; aber mit der scharfen Beobachtung des Lebens und Treibens der unteren Stände muß sich auch die Liebe verbinden, sonst wird die Auffassung vieler Vorkommnisse im Volksleben eine falsche. Diese Liebe besaß Hacker; sie war ihm angeboren, weil er ein Sohn des Volkes war, sie wurde veredelt, als die priesterliche Würde ihm die Verpflichtung anferlegte, zu den Armen und Elenden hinabzusteigen.

Mit wahrhaft apostolischem Eifer widmete der junge Priester sich seinem neuen Berufe, bis eine schwere Krankheit, zu welcher vielleicht Überanstrengung die Hauptursache wurde, seiner Thätigkeit ein Ziel setzte. Fast drei Jahre lang lag er auf dem Krankenlager, aber endlich siegte seine gesunde Konstitution. Freilich hatte er immer noch große Schonung nötig, und deshalb sandte ihn die geistliche Behörde an den Chiemsee, wo seine Gesundheit sich rasch kräftigte. Hier, in einer wundervollen Umgebung, im Angesicht der majestätischen Bergesriesen, erwachte in Hacker die Neigung, die Gedanken und Empfindungen, welche seine Seele bewegten, die Bilder, welche seine Phantasie beschäftigten, niederzuschreiben und sie einem größeren Kreise zugänglich zu machen. So wurde er Schriftsteller, und die vorliegende Erzählung, das Marienkind, war die erste, welche er in die Welt hinaussandte unter dem klangvollen Verfassernamen Franz von Seeburg.

Aber dies erste Kind seiner Muse war ein Schmerzenskind; es hatte wenig Glück auf seiner Reise in die Welt und verursachte dem Dichter manchen Kummer. Die Erzählung erschien in einem kleinen, wenig verbreiteten Blatte Tirols und brachte dem Verfasser nicht einen Pfennig Honorar ein, ja, als er die Erzählung auch als Buch erscheinen lassen wollte, mußte er obendrein noch die Kosten bezahlen. Solche Erfahrungen waren ganz dazu angethan, dem angehenden Schriftsteller die weitere literarische Thätigkeit zu verleiden, aber eine glückliche Fügung rettete ihn für die katholische Literatur. Der Begründer der Firma Pustet wurde bei einem Aufenthalt in München, wo er sich mit Reiselektüre versorgte, auf das Buch aufmerksam und erkundigte sich nach dem Verfasser, dessen Persönlichkeit ihm nunmehr hohes Interesse einflößte. Bald darauf machte er ihm am Chiemsee einen Besuch, und das Resultat dieser Zusammenkunft war, daß die beiden Manner Freunde wurden, und daß Franz von Seeburg sich auch ferner mit Freuden dem schriftstellerischen Berufe widmete. Dem Marienkind ließ er folgen: Durch Nacht zum Licht, 1872, 3. Auflage 1893; Die Nachtigall, 1876, 3. Auflage 1895; Die Fugger und ihre Zeit, 1879, 3. Auflage 1892; Joseph Haydn, 1882, 2. Auflage 1895; Die Hexenrichter von Würzburg, 3. Auflage 1894, sowie den blütenreichen Text zum ägyptischen Joseph, der als eines der schönsten Bilderbücher, die wir haben, in vielen Auflagen in deutscher, englischer, französischer, italienischer und spanischer Sprache große Verbreitung fand. Daran reihten sich die Erzählungen im Regensburger Marienkalender, welche zu den besten Volkserzählungen gerechnet werden müssen, und die demnächst in Buchform erscheinen.

Am Chiemsee wirkte Hacker einige Jahre, bis seine Versetzung nach München als Hofstiftsvikar bewirkt wurde. Bald darauf erfolgte seine Ernennung zum Religionslehrer und Prediger am Wilhelmsgymnasium, und 1886 wurde er zum Inspektor des Zentral-Blinden-Institutes ernannt. Andere Ehren blieben dem rastlos thätigen und verdienten Manne nicht aus, indem ihm auch der Titel eines Kgl. Geistl. Rats und eines Ehrenkanonikus von St. Kajetan in München verliehen wurde – aber er blieb immer derselbe bescheidene, liebenswürdige Charakter, als welchen Tausende, die ihn persönlich kannten, ihn verehrten.

Franz Xaver Hacker oder, wie wir ihn nennen wollen, Franz von Seeburg wandte sich der Schriftstellerei zu nicht allein, um einem unwiderstehlichen inneren Drange zu genügen, sondern um Werke der Erzählungskunst zu schaffen, die durch sittlichen Ernst und echt christliche Weltauffassung geeignet waren, geist- und herzbildend auf den Leser einzuwirken. Er wollte der Sturmflut von leichtfertigen Romanen und Novellen, die alljährlich Deutschland überschwemmt und oft genug auch in katholische Kreise dringt, eine gesunde Lektüre entgegensetzen. Er wollte dem Volke, wie an anderer Stelle gesagt worden ist, packende Bilder vorführen aus Vergangenheit und Gegenwart, wollte es abschrecken und warnen durch die Vorführung menschlicher Verworfenheit und sündhafter Leidenschaften und deren furchtbaren Folgen für Leib und Seele, wollte es bessern und für die Tugend begeistern durch die ergreifende Schilderung schöner christlicher Zustände und trefflicher Menschen. Und dabei war sein Hauptbestreben darauf gerichtet, das Leben so zu schildern, wie es ist, und nicht, wie die Phantasie der Dichter es so gern auszumalen liebt; er wollte der gefährlichen Verwirrung, welche durch die Lektüre überspannter Romane und Novellen in der urteilslosen Jugend und im Volk hervorgerufen werden kann, einen festen Damm entgegensetzen und so die Leser vor herben Enttäuschungen bewahren. Er liebte es deshalb, in seinen Erzählungen genau den Thatsachen zu folgen, wie sie ihm bekannt geworden waren, und legte Wert darauf, den Leser wissen zu lassen, daß er nur nach Thatsachen berichte.

Mit dieser Neigung, stets nach der Wirklichkeit zu schildern, verband sich eine Vorliebe für geschichtliche Stoffe, denn die Geschichte ist, ohne Vorurteil betrachtet, die unbestechlichste Richterin über Menschen und Thaten. Und so sind denn die meisten seiner größeren Romane historischer Natur, und Bayern, das Vaterland des Dichters, bildet fast immer den Schauplatz. Die Begebenheiten in all diesen Werken sind so überreich, daß der Leser von Anfang bis zu Ende in steter Spannung erhalten bleibt. In dem Roman: Durch Nacht zum Licht, führt uns der Dichter in das erste Viertel unseres Jahrhunderts, in die Zeit der Aufklärung, der Illuminaten und Klosterstürmer, welchen so viele herrliche Glaubensdenkmale im Königreich Bayern zum Opfer fielen, wo ein Vandalismus, der sich nur mit der Bilderstürmerei des 16. Jahrhunderts vergleichen läßt, seine Orgien feierte. Der Dichter hat, um ein getreues Bild jener traurigen und schmachvollen Periode in der Geschichte seines Vaterlandes zu geben, die umfassendsten und genauesten Studien gemacht. Das alte München steigt in prächtigen Schilderungen vor uns auf; das Hofleben wie das Leben der höheren und mittleren Stände entfaltet sich vor uns. Am besten gelungen ist aber dem Dichter die Darstellung des Treibens der geheimen Gesellschaften, wie ein ingrimmiger Haß gegen den Katholizismus sich bei vielen ihrer Mitglieder mit gemeinster Habsucht verband, und wie sie es hauptsächlich waren, die bei den Klosterräubereien ihre Hand im Spiele hatten.

In »Die Hexenrichter von Würzburg« wählte Seeburg einen ähnlichen Stoff; auch hier zeigte er die Verderbtheit der menschlichen Natur. Die Hexenprozesse, welche einen der dunkelsten Flecken in der Geschichte des deutschen Vaterlandes bilden, finden in Seeburg eine echt dichterische Beleuchtung. Er zeigt uns, wie weit menschlicher Unverstand sich verirren, bis zu welcher Höhe eine geistige Epidemie sich erheben kann, aber auch, wie gern menschliche Bosheit die Verirrungen des Verstandes zu ihrem Vorteil zu benutzen pflegt. Er zeigt, wie durch den unseligen Hexenwahn die Bande der Freundschaft, der Liebe, ja sogar des Blutes gelöst werden und ein Zustand allgemeiner Rechtlosigkeit eintritt. Auf diesem überaus dunklen Hintergrunde erhebt sich die Gestalt Friedrich von Spees, jenes edlen Jesuitenpaters, der mit Aufopferung seines Lebens Licht in die umnachteten Seelen zu bringen suchte.

Welch ein ganz anderes Gemälde entwirft Seeburg dagegen in dem großen Roman: Die Fugger und ihre Zeit! Da befinden wir uns im hellsten erwärmenden Sonnenlicht und atmen freudig auf. Bürgerliche Tüchtigkeit, gepaart mit einer echt christlichen Gesinnung, feiert ihren schönsten Triumph und zeigt dem deutschen Volke wie in einem leuchtenden Spiegel, welch einen goldenen Boden ehedem das Handwerk hatte. Gleichzeitig aber erfahren wir, daß die Fugger auch eine geistige Macht auszuüben verstanden, und daß sie manches Mal eingriffen in das Rad der Weltgeschichte. Gekrönte Häupter verweilten nicht selten an ihrem Kamin, wo sie Trost und Hilfe in ihren mannigfachen Bedrängnissen suchten und auch fanden. Seeburg erweist sich in diesem Roman, wie wir an anderer Stelle bereits ausführten, als ein poetischer Janssen. Mit unsagbarer Mühe hat er für die prächtigen Bilder deutscher Vergangenheit, welche er uns entwirft, das nötige Material aus Chroniken und Archiven zusammengeholt, aber man merkt der wundervollen Mosaik nicht an, wie viele Monate peinlicher Arbeit sie dem Künstler abverlangt hat. Mit der Entwicklung des Fuggerschen Reichtums und der Fuggerschen Machtentfaltung ist eng verknüpft die Gestaltung des bürgerlichen und sozialen Lebens in Augsburg, da der Einfluß der großen Kaufherren sich auf allen Gebieten bemerkbar machte. Und weiter knüpft sich an das Wirken der Fugger das Aufblühen des deutschen Kolonialhandels, an welchem sie so bedeutenden Anteil hatten. Ferner thun wir Einblicke in das Städteleben und die Städteverfassung des Mittelalters, wir bewundern ihre Solidität und staunen über ihre trotzig betonte Selbständigkeit, selbst dem Kaiser gegenüber. Und endlich zieht Seeburg auch die gewaltige religiöse Revolution des sechzehnten Jahrhunderts in den Bereich seiner Darstellung. Er zeigt, wie durch den »Reformator« Augsburg zu einem Feuerherde für die neue Lehre wurde, und wie die stolze Stadt daran zu Grunde ging. Seeburg zeichnet das traurige Ende eines so mächtigen Gemeinwesens mit unbestechlicher Wahrheitsliebe, aber ohne jede Gehässigkeit gegen Andersgläubige. Der Mann mit dem edlen Herzen und reichen Gemüt hätte es nicht fertig gebracht, wissentlich jemand weh zu thun. Nur Bosheit und Treulosigkeit finden in ihm einen unbestechlichen Richter.

Diese schöne Eigenschaft christlicher Milde tritt so recht in der reichen Zahl anziehender Charaktere, welche er in seinen Romanen geschaffen, und welche die abstoßenden weit überragen, hervor. Die Hauptpersonen in seinen Erzählungen, welchen er die Aufgabe zuerteilt hat, gegen Aberglauben, Niedrigkeit und Gemeinheit anzukämpfen, sind sämtlich Gestalten, die uns ins Herz hineinwachsen, von denen wir uns selbst nach beendigter Lektüre nur schwer zu trennen vermögen. Abgesehen von den Prachtmenschen, welche der Roman: Die Fugger und ihre Zeit, uns bietet – welch ein schön durchgearbeiteter Charakter ist Haydn, dessen Kampf mit materiellem Elend und menschlicher Niedrigkeit so packend geschildert ist. Wie sehr erhebt uns Pater Spee in seinem aufopferungsvollen Wirken, in seinem begeisterten Kampfe gegen Dummheit, gemeine Gesinnung und Aberglauben! Welch ein idealer Schimmer umgibt das Haupt des Marienkindes, die mit der Sittenlosigkeit und Glaubenslosigkeit ihrer Umgebung zu kämpfen hat! Und wie lieblich erscheint uns die Nachtigall aus den bayrischen Bergen, welche so herbe Erfahrungen durchzumachen hat und Liebeen und Hassen ihrer derben Landsleute kennen lernen muß. Seeburg versteht es als echter Dichter, die Seelen der von ihm geschilderten Personen vor uns offen zu legen, ihre Gedanken und Gefühle so meisterhaft zu schildern, daß wir mitdenken und -fühlen. Alle Saiten des menschlichen Gemüts weiß er mit seiner zauberkräftigen Hand in Schwingungen zu versetzen. Wir jubeln mit der beglückten echt christlichen Liebe und trauern mit dem verratenen Herzen; wir erheben uns an den Bildern echter Seelengröße und seltener Charakterstärke und fühlen tiefstes Mitleid mit dem Anblick tiefsten menschlichen Elends.

Hand in Hand mit der Herausgabe dieser Romane, welche von der Kritik mit fast einhelligem Beifall aufgenommen und vom Publikum gern gelesen wurden, ging die Veröffentlichung einer Anzahl besonders für das Volk bestimmter Erzählungen, welche im Regensburger Marienkalender und dann teilweise auch einzeln erschienen. Hier zeigt sich so recht die gründliche Kenntnis des Volkslebens, der Einblick in die schwierigsten Verhältnisse, welche Seeburg durch scharfe Beobachtung sich erworben hatte. Jeder Erzählung liegt ein tiefer Gedanke zu Grunde, der durch die Begebenheiten in das hellste Licht gesetzt wird. Die Darstellung ist echt volkstümlich und spricht zum Herzen, weil sie aus dem Herzen eines echten Dichters entsprungen ist. Wieviel Segen Franz von Seeburg mit diesen kleinen Erzählungen, die von Millionen gelesen sind, gestiftet hat – wer kann es ermessen!

Der Dichter ist tot, aber seine Werke leben und werden noch lange eine Lieblingslektüre in katholischen Familien bilden. Ein reiches Leben sank mit ihm zu Grabe; er hat unablässig gearbeitet und glaubte doch, nie genug gethan zu haben. Er war einer jener seltenen Menschen, deren Seelenkräfte in inniger Harmonie zusammenklingen, und die deshalb auch wohlthätig wirken, wo sie nur immer erscheinen. Mag er selber jetzt im Grabe ruhen – seine Dichtungen werden diesen selben Einfluß ausüben, wo sie in katholischen Familien Eingang finden.

H. K.

Franz von Seeburg. Ein Gedenkblatt. in: Das Marienkind. Siebente Auflage. 1895.

#16 – 10 – 6 (Bernhard · Hacker · Hörhager)


Hier ruht in Gott:
unser unvergeßlicher Gatte u. Vater,
Herr Franz Bernhard
k. Lehrer von Geroldshausen
geb. 31. Jänner 1840 zu See¿
gest. 4. Juni 1902 zu München.

Hier ruhet
der hochwürdige Herr
Franz Xaver Hacker,
Franz v. Seeburg,
kgl. geistl. Rat, Inspektor am Central-
Blinden-Institut,
geb. zu Nymphenburg 20. Jan. 1836,
gest. zu München 28. Jan. 1894.

R. I. P.

Sockel
Ferner dessen Mutter Frau
Magdalena Hacker,
geb. zu Nymphenburg 8. Sept. 1810, gest. zu München 18. Sept. 1838
dessen Tante Frl.
Kath. Hörhager,
k. Institutsleiterin,
geb. zu Nymphenburg 3. Okt. 1801, gest. zu München 10. März 1855
dessen Großmutter Frau
Margaretha Hörhager,
k. Hofschreinerswitwe,
geb. zu Bellheim 12. Mai 1766, gest. zu München 23. Jan. 1855.


  • Bernhard, Franz; 31.1.1840 – 4.6.1902 (München); Lehrer
  • Hacker, Franz Xaver / Seeburg, Franz von (ps); 20.1.1836 (Nymphenburg/München) – 28.1.1894 (München); Priester und Schriftsteller
  • Hacker, Magdalena (vh); 8.9.1810 (Nymphenburg/München) – 18.9.1838 (München); Hausmeisters-Gattin
  • Hörhager, Katharina; 3.10.1801 (Nymphenburg/München) – 10.3.1855 (München); Institutsleiterin
  • Hörhager, Margaretha (vw); 12.5.1766 (Bellheim) – 23.1.1855 (München); Hofschreiners-Witwe

Grab der Familien Bernhard · Hacker · Hörhager auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 10 – 10 (Morasch · Reithmayer)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Morasch, Otto; – 16.9.1889 (München); Rechnungsführer
  • Reithmaier, Katharina (vw); – 1889 (München); Forstwarts-Witwe

Todesanzeige für Otto Morasch

Grab der Familien Morasch · Reithmayer auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 10 – 12* (Schwarz)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Schwarz, Friedrich; – 5.12.1888 (München), 31 Jahre alt; Operettensänger

Todesanzeige für Friedrich Schwarz

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 10 – 22 (Dippold)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Dippold, Johann Friedrich; – 3.11.1886 (München), 51 Jahre alt; Kunstmaler

Todesanzeige für Johann Friedrich Dippold

Grab der Familie Dippold auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 10 – 23 (Jaumann)


Obelisk
Hier ruhet in Gott
unser unvergesslicher
Gatte & Vater
Herr Johann Jaumann,
Gastwirth
geboren den 22. Februar 1839,
gestorben den 11. Oktober 1886.
Ihm folgte seine treue Gattin
unsere herzensgute Mutter
Frau Creszentia Jaumann
geb. 28. Juni 1838,
gest. 4. Juni 1910.
Meine liebe Gattin & Mutter
Frau Alma Jaumann
ehem. Hausbesitzer und Photogr. Gattin,
geb. 13. Juni 1873, gest. 23. Mai 1927.

Sockel
Die am Abend freudig sich umfassen
sieht die Morgenröthe schon erblassen:
Selbst der Freundschaft u. der Liebe Glück
läßt auf Erden keine Spur zurück.

Grabstätte
Familie Jaumann.

Schneider.


  • Jaumann, Alma (vh); 23.6.1873 – 23.5.1927; Photographens-Gattin
  • Jaumann, Johann; 22.2.1839 – 11.10.1886; Gastwirt
  • Jaumann, Kreszentia (vw); 28.6.1838 – 4.6.1920; Gastwirts-Witwe

Grab der Familie Jaumann auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#16 – 10 – 26 (Brugger)


BILDHAUER
FRIEDRICH
BRUGGER
1815 – 1870


  • Brugger, Friedrich; 13.1.1815 (München) – 8.4.1870 (München); Bildhauer

Grab der Familie Brugger auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

#Friedrich Brugger

* 13.1.1815 (München)
† 8.4.1870 (München)
Bildhauer

#Die Bildende Kunst in München (1842)

Zu den Schülern Schwanthalers, die sich durch ein reiches Talent für Composition und ausübende Kunst auszeichnen und darin bereits Treffliches leisteten, gehören:

Friedrich Brugger aus München, dessen in Gyps ausgeführte lebensgroße Figur eines Jägers, der einen Hasen hält, zu welchem ein Hund emporschaut, sehr gelungen erscheint; ausgezeichnet sind seine Compositionen zu Friesen im Geiste der Antike.

Dr. Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München, 1842.

#Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst (20.5.1870)

Nekrolog.

Friedrich Brugger †. Die deutsche Künstlerschaft hat durch das Ableben des Bildhauers Friedrich Brugger wieder ein schwerer Verlust getroffen. Brugger’s Werke zeichnen sich durch Gediegenheit, edle Auffassung und fleißige, meisterhafte Ausführung, endlich durch den darin an den Tag gelegten großen Schönheitssinn auf das Vorteilhafteste aus. Die bekanntesten darunter sind: die in Ueberlebensgröße ausgeführte Figur eines Jägers mit einem Hasen, zu dem ein Hund emporschaut, Theseus mit den Waffen seines Vaters, Chiron, welcher den jungen Achilleus die Leier spielen lehrt, eine Penelope, das edel aufgefaßte Standbild Gluck’s auf dem Promenade-Platz in München, die Statue des kriegerischen Max Imanuel ebendaselbst, das Denkmal des Geschichtschreibers Jobannes von Müller mit den Figuren der Gerechtigkeit und Geschichte und der Büste des Gefeierten auf dem Friedhofe zu Cassel, ein Werk von edelster Einfachheit und Würde, Dädalus und Ikarus (kürzlich in der Zeitschrift abgebildet), ein Faun, der mit einem Panther scherzt u. s. w. Von seinen Büsten ist wohl die des Philosophen Franz von Baader die gelungenste.

Für Brugger war das antike Ideal in formeller Auffassung der absolute Maßstab für die plastische Kunst. Dadurch erklärt sich wohl eine gewisse Kühle, welche uns aus den meisten seiner Werke anweht. Er fühlte sich beengt, wenn ihm Aufträge gegeben wurden, welche einer andern Sphäre angehörten als der antiken Welt, und wenn Arbeiten dieser Art dem wackeren Künstler mit Recht wenig Ehre eintrugen, so trifft ein Theil der Schuld ohne Zweifel Jene, welche nicht begriffen, daß man einem Künstler, dessen ganzes Dichten und Trachten der untergegangenen klassischen Welt zugewendet ist, nicht zumuthen darf, seine Zeitgenossen in Sackpaletot und Pantalons plastisch zu gestalten.

Brugger war 1815 in München geboren, woselbst sein Vater Tischlermeister war, und erreichte sonach ein Alter von nur 55 Jahren. Er starb nach kurzem Leiden am 9. April unvermählt, von seinen zahlreichen Freunden tief betrauert.

Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst Nr. 15. Leipzig, den 20. Mai 1870.

#Kunstvereins-Bericht für 1870 (1871)

Nekrologe.

Friedrich Brugger,
Bildhauer und Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste,

geboren den 13. Januar 1815, war der Sohn eines in München ansässigen, geachteten bürgerlichen Geschäftsmannes. Nachdem er die Elementarschulen seiner Vaterstadt besucht hatte, trat der an Geist und Körper sich ungemein rasch und harmonisch entwickelnde Knabe schon im vierzehnten Lebensjahre als Schüler in die Akademie der bildenden Künste ein, und zwar war es die Bildhauerklasse, in welcher wir ihn unter des alten Conrad Eberhard sorgfältiger Leitung thätig finden. Die glücklichen Erfolge, welche die ersten Schritte Brugger’s auf dem Gebiete der plastischen Kunst begleiteten, veranlaßten nach dem Rücktritte Eberhard’s von seiner Stelle als Lehrer an der Akademie den großen Ludwig v. Schwanthaler, den jungen Künstler aus der betretenen schwierigen Bahn mit vollster Theilnahme und einer ihn auszeichnenden, besonderen Berücksichtigung weiter zu geleiten.

Schon im Jahre 1836 wurde Brugger von seinem genialen Lehrmeister mit der selbstständigen Ausführung der Walküren, welche das Gebälke der Walhalla bei Regensburg stützen, betraut. Nachdem er diese Aufgabe, deren Durchführung mehrere Jahre erforderte, in glänzender Weise gelöst hatte, zog er 1841 nach Rom. Aus der unversieglichen Quelle des Schönen und Erhabenen, welche die Kunstschätze der ewigen Stadt bieten, haben wohl wenige mit solcher Begeisterung und solchem Eifer geschöpft, wie Brugger, dessen künstlerischer Genius bei der ihm eigenen, ausgesprochen idealen Richtung sich nirgends glücklicher entwickeln konnte, als umgeben von den unvergänglichen Vorbildern des classischen Alterthums. Nach seiner Vaterstadt im Frühlinge des Jahres 1844 zurückgekehrt, hat Brugger durch seine erste Arbeit, eine halblebensgroße Gruppe, welche den Centaur Chiron vorstellt, wie er den jungen Achilleus die Lyra spielen lehrt, sich sofort die ungetheilte Bewunderung seiner Fachgenossen erworben. Ihr folgte eine gleichfalls halblebensgroße Statue der Penelope, vielleicht des Künstlers bedeutendstes Werk, durch welches er ein so tiefes Verständniß der Antike bekundet hat, wie es bis dahin nur einem Canova und Thorwaldsen eigen zu sein pflegte. Diese Statue ist wiederholt in Marmor ausgeführt worden.

So treffliche Leistungen mußten selbstverständlich der Aufmerksamkeit Ludwig I. erregen, der gerade um jene Zeit mit der Durchführung seiner großartigen Projekte auf dem Gebiete der Kunst einen zahlreichen Kreis der namhaftesten Künstler beschäftigte. In diesen ward auch Brugger gezogen, und so sehen wir unter seiner emsig schaffenden Hand eine Reihe größerer plastischer Werke entstehen, welche der Künstler im Auftrage des königlichen Gönners ausführte. Es befinden sich unter ihnen das überlebensgroße Erzstandbild des Tondichters Gluck auf dem Promenadeplatz und die Colossalfigur der Bavaria auf dem Siegesthor in München; dann einige der Victorien an der Befreiungshalle bei Kehlheim, die Statuen G. Fugger’s in Augsburg, Ludwig des Reichen in Landshut und des Feldmarschalls Wrede in Heidelberg; endlich eine größere Anzahl von Portraitbüsten, welch’ letztere meistentheils für die Ruhmes-Halle nächst der Bavaria bestimmt waren. Die Erledigung dieser und zahlreicher anderer nicht minder ehrenvoller Aufträge, welche zum Theil von König Max II. herrührten, zum Theil auch von auswärts einliefen und den Künstler fast zwei Decennien in regster Thätigkeit erhielten, hinderten ihn gleichwohl nicht, während dieses Zeitraumes in seinem eigentlichsten Wirkungskreis, dem idealen Gebiete der griechischen Mythe, in welchem des Meisters schöpferische Kraft sich ja am fruchtbarsten zeigte, gleichfalls Neues zu schaffen. Sein Oedipus, von der frommen Tochter Antigone geführt, sein mit einem Panther spielender Faun und vor Allem die wundervolle Gruppe des Daedalus und Icarus bilden die sprechendsten Beweise der Hingebung, mit welcher der Künstler sein ganzes Leben an den Schöpfungen der classischen Vorzeit hing und des hohen Grades von Vollendung, welchen er in dem Bestreben, diesen Gleichkommendes zu schaffen, erreichte. Ehe wir diesen kurzen und wegen des beschränkten Raumes nur unvollständig zu gebenden Ueberblick über Brugger’s plastische Arbeiten schließen, sei noch die Kolossalstatue des Feldmarschalls Fürsten Michael Woronzow erwähnt, welche aus seinem Atelier hervorgieng und 1863 zu Odessa in Gegenwart des Meisters enthüllt wurde. Dieser Akt war für Brugger mit einer Reihe der ehrenvollsten Auszeichnungen verknüpft, welche ihm sowohl in Odessa selbst als auch insbesondere gleich darauf in der Krimm von Seite des Kaisers von Rußland zu Theil wurden. Die Erinnerung hieran und die Eindrücke, welche Brugger auf einer demnächst unternommenen Reise nach Konstantinopel, Griechenland, Neapel, Rom und Venedig empfieng, waren für den edlen Mann in seinen spätern Jahren eine Quelle der schönsten Stunden. In der Heimath fand sein Wirken die in so hohem Maße verdiente öffentliche Anerkennung durch die Ernennung zum Ehrenmitgliede der k. Akademie der bildenden Künste im Jahre 1851 sowie die später erfolgte Verleihung des Michaels-Ordens.

Einige Zeit, nachdem Brugger von der ebenerwähnten Reise in die Heimath zurückgekehrt war, machte sich bei ihm ein schon früher mehrfach aufgetretenes Magenleiden von Neuem und in einem Grade fühlbar, der des Künstlers Thätigkeit nicht mehr so fruchtbar sich entfalten ließ, wie vordem, wenn auch die aus dieser Periode stammenden Werke zeigen, daß er von seinem Genius noch treu begleitet wurde. Eine Badereise, im Sommer 1869 nach Kissingen unternommen, brachte nur scheinbar Heilung. Am 9. April 1870 entriß ihn der Tod nach blos zweitägigem Krankenlager dem Kreise seiner schmerzgebeugten Angehörigen und Freunde. Mit ihm schied eine Künstlerseele von der Erde, deren Bedeutung und Größe in ein klares Licht zu stellen eine der dankbarsten Aufgaben für solche sein wird, welche sich zur Darstellung einer Geschichte der Kunst unserer Zeit berufen fühlen. Hier sei nur noch erwähnt, daß im Einklang mit seinem künstlerischen Streben nach dem ewig Wahren und Schönen auch sein ganzes übriges Leben stand. Es war das Leben eines Mannes, dessen Handlungen alle Aeußerungen eines fleckenlosen, reinen Gemüthes und sanften, aber edlen, festen Charakters bilden.

Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München während des Jahres 1870. München, 1871.

#Allgemeines Künstler-Lexicon (1895)

Brugger, Friedrich, Bildhauer, geb. 13. Jan. 1815 in München, † 9. April 1870 das., war auf der dortigen Akademie Schüler von Schwanthaler, arbeitete von 1841–43 in Rom und schuf nach seiner Rückkehr sehr geschätzte Bildwerke in klassischem Geist und Stil. Dahin gehören: Chiron den Achilleus unterrichtend, Oedipus und Antigone, Dädalus und Ikarus, Merkur mit der Kalypso. Dazu kommen Marmorbüsten für die Ruhmeshalle und mehrere im Ganzen weniger gelungene colossale Portraitstatuen in Erz. Die letzteren sind in München der Componist Gluck (1848), der Kurfürst Max Emanuel, der Architekt v. Gärtner, in Augsburg Johann Jakob Fugger (1857), in Landshut der Herzog Ludwig der Reiche, in Heidelberg der Feldmarschall Wrede, in München an der Aussenseite der Glyptothek die trefflichen Marmorstatuen von Ghiberti, Donatello, und Peter Vischer, in Odessa der Feldmarschall Fürst Woronzow. Allzu antik behandelt sind seine wenigen christlichen Bildwerke, z. B. Christus mit dem Versucher und Christus am Kreuz.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Brugger Friedrich, 1815 (München) – 1870, Bildhauer; von L. M. von Schwanthaler auf die Antike hingewiesen, studierte B. auf der Münchner Akademie und lebte von 1841–1843 in Italien; in Rom entstanden ein Theseus und das Relief »Odysseus bei Kalypso«; nach seiner Rückkehr schuf B. mehrere Marmorbüsten für die Ruhmeshalle und einige Bronzestatuen.

Hauptwerke: Bronzestatuen von Gluck, Max Emanuel und Schelling in München, Jakob Fugger in Augsburg, Ludwig dem Reichen in Landshut, Wrede in Heidelberg, Maximilian II. in Bayreuth; die Walküren für die Walhalla bei Regensburg sind Bs. Jugendwerk, seine besten Schöpfungen sind Cheiron den Achilleus unterrichtend, Ödipus und Antigone, Dädalos und Ikaros.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 11 – 2 (Fallmerayer)


JAKOB
FALLMERAYER
UNIVERSITÄTS-
PROFESSOR
* 1790 † 1861


  • Fallmerayer, Jakob Philipp, Dr. phil.; 10.12.1790 (Tschötsch bei Brixen/Südtirol) – 25.4.1861 (München); Historiker, Publizist und Universitätsprofessor

Grab der Familie Fallmerayer auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#Dr. phil. Jakob Philipp Fallmerayer

* 10.12.1790 (Tschötsch bei Brixen/Südtirol)
† 25.4.1861 (München)
Historiker, Publizist und Universitätsprofessor

#Allgemeine Deutsche Biographie (1877)

Fallmerayer: Jacob Philipp F. *) wurde am 10. December 1790 in dem Weiler Baierdorf geboren, welcher auf der weinreichen Höhe von Tschötsch, eine Stunde südlich von Brixen, der rhätischen Bischofstadt, gelegen ist. Ein schwärmerischer Sinn für landschaftliche Schönheiten entstand in dem Knaben wol schon frühe, schon in jenen Tagen, da er noch als Jokele unter den Tschötscher Kastanienbäumen die Schafe hütete. Sein Vater war nämlich ein nothleidender Taglöhner, der zwölf Kinder zu ernähren hatte, von denen wenigstens sieben zu ihren Tagen kamen. Indessen fanden sich in der Nachbarschaft wohlwollende Priester, welche in dem armen Jungen einiges Talent zu bemerken glaubten und ihn als Chorknaben in der Domschule zu Brixen »zu künftigem Nutzen der Kirche« unterbrachten. Der öffentliche Unterricht ließ zwar damals in Methode wie an Umfang ziemlich viel zu wünschen übrig; doch pflegte es der baierische Professor noch in späteren Jahren zu rühmen, daß er an jener Schule einen Valentin Forer († 1845 als Consistorialrath zu Brixen) gefunden hatte, der ihn wenigstens in der griechischen Grammatik tüchtig einzuschulen wußte. »Ein unbändiger Trieb nach eigener Meinung, nach Unabhängigkeit und freier Bewegung drängte sich vielleicht zu frühzeitig und zu stürmisch hervor und brachte manche Verdrießlichkeit.« Jedenfalls wurden dem Domschüler die inneren Zustände der Schule nach und nach unerträglich. Er entschloß sich heimlich zu entweichen und ging im Spätherbst 1809 mitten durch die Schrecken des Tiroler Aufstandes nach der damals baierischen Universitätsstadt Salzburg. Hier mußte er sich »freilich ärmlich behelfen und großentheils durch Privatstunden den nöthigen Unterhalt gewinnen. Er hatte aber unverdrossenen Sinn, vortreffliche Lehrer und die reiche Büchersammlung der menschenfreundlichen Benedictiner von St. Peter zu unbedingter Benutzung. Das Gefühl, unbehindert seiner Wege zu gehen, machte jegliche Entbehrung leicht. Mit Eifer und nicht ohne Erfolg ward unter Leitung des in Göttingen gebildeten Pater Albert Nagnzaun (später Prälat des uralten und gelehrten St. Peterstiftes) das Studium der semitischen Sprachen betrieben und zu gleicher Zeit durch die seltene Lehrgabe eines für den wißbegierigen Schüler nur zu früh nach Lemberg versetzten Geschichtslehrers (v. Maus) die angeborene Liebe für historische Wissenschaft wunderbar entzündet und angeregt.« Fallmerayer’s Profession war damals die Theologie. Um sich für das ganze Leben aller Nahrungssorgen entschlagen und lediglich der Wissenschaft leben zu können, meldete er sich am Schlusse des ersten Jahres, das er auf der Hochschule zugebracht, zum Eintritt in die berühmte und reiche Abtei zu Kremsmünster in Oberösterreich und sein Vorhaben wurde nur durch die Schwierigkeiten vereitelt, welche die baierischen Behörden seinem Auswanderungsgesuche entgegensetzten. Nach zweijährigem Studium der Gottesgelahrtheit auf der Hochschule zu Salzburg, welche aber im Januar 1811 zu einem theologischen Lyceum herabgesetzt worden war, bezog F. gegen Ende des J. 1812 die Universität Landshut. Er ließ nun die Theologie auf sich beruhen, nippte ein wenig an der Rechtsgelehrsamkeit, warf sich aber dann ausschließlich und mit vollstem Eifer auf classische, linguistische und historische Studien. Seine äußere Lage hatte sich mittlerweile viel freundlicher gestaltet. Er hatte ein k. Stipendium erhalten und ein wohlhabender Gönner versah ihn mit reichlichen Zulagen. Doch mußte er seinem Stillleben zu Landshut bald ein Ende setzen. Der Befreiungskrieg war ausgebrochen und die studirende Jugend wurde zum Waffendienste aufgerufen. F. trat im Juli 1813 als Unterlieutenant in die baierische Infanterie. Er focht am 30. October in der Schlacht bei Hanau und zwar so tapfer, daß er wegen guten Verhaltens öffentlich vor der Fronte des Regiments belobt wurde. Der dreimonatliche Winterfeldzug und »die mörderischen Gefechte im Innern Frankreichs waren zwar für unerfahrene Jugend eine harte Probezeit, aber bei dem großartigen Umschwung der Ideen und der Dinge zugleich die fruchtbarste Lehrübung für ein empfängliches Gemüth«. Nach dem ersten Pariser Frieden blieb der junge Held ein volles Jahr beim Occupationscorps auf dem linken Rheinufer, in der fröhlichen Pfalz. Im folgenden Feldzuge – nach der Schlacht bei Waterloo – brachte er als Adjutant des Generals v. Spreti beinahe ein halbes Jahr auf einem Landsitze in der Umgegend von Orleans zu. »Die Gelegenheit mit fremder Redeweise auch gute Formen und feinere Sitte zu lernen, hat unter solchen Umständen wenigstens nicht gefehlt.« Dorthin, auf das Schloß bei Orleans, verlegte der Fragmentist jene gründliche Metamorphose, welche ihn, den blöden Tschötscher Bauernjungen, zum weltläufigen Gentleman umgestaltete. Namentlich den dortigen Marquisen und andern französischen Damen schrieb er große Verdienste um seine Verfeinerung zu. Nach dem zweiten Pariser Frieden – im December 1815 – kam F. mit dem elften Infanterieregimente in sein baierisches Vaterland zurück und erhielt seine Garnison zu Lindau am Bodensee. »Die Liebe zu den unterbrochenen Studien erwachte mit neuer Kraft. Volle Muße nach einer sturmbewegten Zeit, die schöne Landschaft am Bodensee und die reiche, freundlich offene Büchersammlung der alten Reichsstadt nährten den frischen Trieb. Mehr als zwei Jahre unausgesetzter Anstrengung füllten die Lücken, die der Krieg gerissen, wieder aus und schufen neuen Gewinn. Zur Grammatik der alten Sprachen, mit denen der neue Arbeitscyclus begann, ward mit zähem Fleiße die neugriechische, die persische und die türkische hinzugethan.«

Indessen hatte der Friede seine militärische Würde ihres Reizes entkleidet und er nahm 1818 seinen Abschied, um in das Lehrfach überzutreten. Augsburg sah ihn als Lehrer einer Unterclasse, Landshut bald in höherer Stellung. Als 1826 die Hochschule aus dieser Stadt nach München verlegt und dort zu einigem Ersatze ein Lyceum errichtet wurde, erhielt er da die Kanzel der Universalhistorie und der Philologie. Von dieser schreibt sich sein Ruf als Lehrer der Geschichte, obwol diese Thätigkeit nur vier Jahre dauerte. Sein geistreicher sarkastischer Vortrag zog das ganze gebildete Landshut in seinen Lehrsaal. Die Hörer aus damaliger Zeit sprachen noch in späten Tagen mit Begeisterung von dem großartigen, unauslöschlichen Eindruck jener Vorlesungen.

In Landshut begann auch Fallmerayer’s schriftstellerische Thätigkeit. Als die Akademie zu Kopenhagen einen Preis für die Geschichte des Kaiserthums Trapezunt ausgeschrieben hatte, ging er, von diesem Thema besonders gereizt, rasch an die Arbeit und förderte eine Abhandlung zu Tage, welche von jener gelehrten Gesellschaft 1824 mit der goldenen Medaille gekrönt und überdies mit besonderen Lobsprüchen bedacht wurde. Nach weiteren Forschungen zu Wien und Venedig, in griechischen und orientalischen Handschriften erschien im J. 1827 die »Geschichte des Kaiserthums von Trapezunt«, welche über die Länder am Phasis und ihre Schicksale im Mittelalter ein reiches Licht verbreitet, obwol selbst Gibbon noch gemeint hatte, daß keine Hoffnung mehr sei, die Finsterniß, welche jene Gegenden einhülle, jemals zu zerstreuen. Diese Schrift brachte dem Professor zu Landshut bei der gelehrten Welt allerdings viel Ehre ein, aber im Lande Baiern gedieh sie ihm nicht zum Segen. In der Vorrede erging sich nämlich der Historiker in sehr ernsten Worten hauptsächlich über die Herrschsucht der christlichen Clerisei. »Eine ganz natürliche Erscheinung ist es, daß die weltliche Macht der Priester in dem Grade wächst, in welchem die Sitten und die Cultur der Völker verwildern und daß folglich die tiefste Erniedrigung des menschlichen Geschlechtes jedes Mal der Höhepunkt geistlicher Allmacht ist.« So sprach er schon im J. 1827, als sich in Baiern noch alles in dem oberflächlichen, von dem neuen Könige angehefteten Liberalismus gütlich that. Nach dem J. 1830 aber, als jenes kurze Vergnügen zu Ende war und die politischen Untersuchungen, sowie die Umtriebe einer unduldsamen Priesterkaste begannen, wollte man solche Sprüche nicht ungerochen hinnehmen, und so wurde denn die Vorrede zu jener gekrönten Preisschrift der Hauptvorwand, um den Verfasser späterhin aus seiner amtlichen Stellung zu verdrängen und ihn in seinen besten Jahren unmöglich zu machen. Das andere Werk Fallmerayer’s aus dieser Zeit (1830) ist seine »Geschichte der Halbinsel Morea während des Mittelalters«, deren zweiter Theil übrigens erst im J. 1836 erschien. Auch dieses Werk war nicht in der Lage, den Verfasser wieder zur angenehmen Person zu machen, denn auch darin spricht er laut von der unverbesserlichen Natur der Machthaber und der geringen Hoffnung, welche die Freunde der Freiheit auf den guten Willen der Könige setzen dürfen.

Im J. 1828 hatte sich F., jedoch ohne Erfolg, um die Lehrstelle der allgemeinen Geschichte an der Universität zu München beworben. Er fing selbst an, sich in die weite Welt zu sehnen (»mein Talisman ist der Wanderstab,« pflegte er zu sagen), und so war es ein glücklicher Zufall, daß er im J. 1831 zu München mit dem russischen Feldmarschall Grafen Ostermann-Tolstoy bekannt wurde. Dieser, »der Sieger von Culm«, hatte sich mit dem neuen Czaren bald nach dessen Thronbesteigung überworfen, und da ihm eine Reise nach dem Ausland dringend empfohlen war, so entschloß er sich, nach dem Orient zu wandern, wollte aber einen heitern und gelehrten Begleiter mit sich nehmen. F. fand seine Einladung unwiderstehlich und da er schon ziemlich verdächtig war, so erhielt er auch leicht Urlaub und zog mit dem Grafen gegen Mittag in die heißen Länder. Sie kamen wohlbehalten nach Aegypten, stiegen bis gen Nubien hinauf und blieben ein ganzes Jahr im Lande der Pharaonen. Ebensolange wanderten sie in Palästina, in Syrien und in den Thälern des Libanon herum, betrachteten Jerusalem, Antiochia, Aleppo und Damaskus, und besuchten auch die Ruinen von Baalbek und den Drusenfürsten in seiner Residenz. Dann fuhren sie nach Cypern und Rhodus, stiegen in Lycien aus, landeten am ionischen Gestade und endlich auch in Konstantinopel. Hier war willkommene Gelegenheit, die Sprache der Osmanli und zwar in dem feinen Dialekt von Stambul einzuüben. Die türkische wurde auch dem Fragmentisten unter den mancherlei Sprachen, die er zu sprechen vermochte, bald die liebste, das eigentliche Schooßkind. Als er Konstantinopel verlassen hatte, ging die Reise nach den Cycladen und nach Athen – er sah zum ersten Male die Akropolis und den Parthenon. Hierauf wurde das griechische Festland von Sparta bis nach den Thermopylen durchzogen; dann der angebliche Freistaat der sieben Inseln besucht und endlich auch das Königreich Neapel und seine Hauptstadt gründlich in Augenschein genommen.

Als F. nach drei Jahren im Sommer 1834 wieder zu Hause erschien, fand er aber allerlei Veränderungen und allenthalben die Zeichen einer neueren, schlimmeren Zeit. Seine Stelle am Landshuter Lyceum war einem Anderen übertragen; ihm selbst bemerkte man, nachdem er so große Reisen gemacht, auch schon Verschiedenes geschrieben habe, so sei für ihn im Lehrfach nichts mehr zu thun, »sein Platz sei in der Akademie, wo er Abhandlungen verfassen und Vorträge halten könne, wie viel und wie oft es ihm beliebe«. Im Frühjahr 1835 wurde denn auch seine Wahl als ordentliches Mitglied der historischen Classe der Akademie der Wissenschaften vom König bestätigt und nach einem kurzen Ausflug, welcher Leipzig, Dresden und Prag berührte, im August desselben Jahres durch eine feierliche Antrittsrede von der Stelle Besitz genommen. Zu gleicher Zeit trat F. bei den Münchener gelehrten Anzeigen als fleißiger Mitarbeiter ein und erhielt 1836 Erlaubniß, öffentliche Vorlesungen über Universalgeschichte anzukündigen, zu denen jedoch der Zutritt nur dem höheren Publicum offen stehen, den Universitätsstudenten aber strenge verboten sein sollte. Statt dem höheren Publicum vorzulesen, verwendete aber F. die nächsten Jahre lieber auf seine Studien und verschiedene kleinere Reisen, ging endlich im Sommer 1836 nach Italien, ins südliche Frankreich, dann nach Paris, welches er seit den Befreiungskriegen nicht mehr gesehen hatte, und brachte den Winter von 1839 auf 1840 in Genf zu, bei seinem früheren Reisegefährten, dem Grafen Ostermann, der seinen Alterssitz an den lemanischen See verlegt hatte. »Vieljähriger Verkehr mit Russen von Rang und Welt erweiterte den Blick und brachte mancherlei Gewinn.«

Im Frühling 1840 besuchte er Heidelberg und dann auch Tübingen, wo er sich mit G. L. F. Tafel, der ja in der Wissenschaft die gleichen Wege ging, aufs innigste befreundete. Als er wieder in München angekommen, begann er sogleich die nöthigen Anstalten zu einer zweiten Reise in den Orient. »Angeborene Wanderlust und Neugierde, die Wendung der türkischen Angelegenheiten in der Nähe zu sehen, gönnten ihm keine Ruhe.« Er fuhr im Juli von Regensburg auf der Donau ins schwarze Meer, nach Trapezunt, wo er zwei Monate verblieb. Da sah er zum ersten Male die Trümmer jener Paläste, in denen die Komnenen gehaust, die Kaiser von Trapezunt, aus deren Geschichte er sich seinen ersten Lorbeerkranz geflochten. Er ging mit größtem Eifer allen ihren Spuren nach, copirte die wenigen verblichenen Aufschriften, die aus jener Zeit sich noch an den Wänden der verfallenen Kirchen und Capellen erhalten haben, und sammelte auch Chroniken und anderes Materiale, was er später (1843–44) alles in den Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften veröffentlichte. Hierauf durchstreifte er das colchische Paradies, »das aber den sehnsuchtsvollen Sinn für schöne Landschaftsbilder selbst in dreimonatlicher Wanderung nicht zu sättigen vermochte«. Auf dem Rückwege wurde der weitgereiste und im Orient schon weidlich bekannte Forscher in Konstantinopel mit großer Auszeichnung bewillkommt und aufgenommen. Er galt als eine Zierde der Salons und verkehrte viel mit Diplomaten, Gesandten, Internuntien, deren Gattinnen und Töchtern. Das Leben am Bosporus dünkte ihm damals so behaglich, daß er ein volles Jahr, vom October 1840 bis October 1841, in Stambul verbrachte. »Der Aufenthalt in Konstantinopel ward ausschließlich auf bessere Erlernung des Türkischen verwendet und nebenher eine Reihe Artikel über die Dinge des Orients in der ›A. A. Z.‹ ununterbrochen fortgeführt.« Von da besuchte er den heiligen Berg Athos, lebte dort einige Zeit unter unwissenden, aber gutmüthigen Mönchen und war trotz der schlechten Verpflegung hingerissen von dem herrlichen Blick auf Land und Meer. Vom Hagion Oros herunter ritt er nach Thessalonike, wo er fünf Wochen blieb. Dann pilgerte er durch das Tempethal nach Turnowo in Thessalien und verlebte dort den größten Theil des Winters. Im Frühling 1842 zog er über Pharsalus, Zitun und Euböa nach Athen. »In der griechischen Hauptstadt hatte F. wegen eigenthümlicher Meinungen über hellenische Vergangenheit zwar mancherlei Gezänke und Anfechtung zu bestehen, brachte es aber doch im Laufe mehrerer Wochen zu einigem Verständniß mit den ›Hellenen‹ und kehrte im Sommer nach zweijähriger Wanderschaft wieder glücklich ins Vaterland zurück.« Er besuchte dabei auch seine Heimath, das schöne Thal von Brixen, wo man ihn als den ersten Brixener des Jahrhunderts mit großen Ehren begrüßte und aufnahm. Endlich kam er auch wieder in München an und bald darauf erschienen in der »A. Allgemeinen Zeitung« jene vielbewunderten Berichte über Trapezunt und den immergrünen Buschwald von Colchis, über den Berg Athos und seine Klöster. Originell und geistreich, humoristisch und sarkastisch geschrieben, brachten sie neben meisterhaften Landschaftsschilderungen eine Fülle neuer Mittheilungen über den Orient, über Byzantinismus und das Türkenthum. Sie erregten daher allgemeine Aufmerksamkeit und es ging viel Rede davon durch ganz Deutschland. Im J. 1845 traten sie als: »Fragmente aus dem Orient« gesammelt ans Licht, mit ihrem wuchtigen, blitzenden Vorwort, von welchem Professor Marx Müller in der Rede, die er am Grabe des Fragmentisten hielt, mit Wahrheit sagte: »Es ist in die große Bewegung der vierziger Jahre kein gewaltigerer Zündstoff geworfen, die Schäden unserer Zeit und unseres Vaterlandes sind nirgends lebendiger, schwungvoller und schärfer charakterisirt und so ihre Heilung angebahnt worden; sie allein würde unserem Todten die Fortdauer unter jenen Gelehrten sichern, welche ihre geistige Kraft und ihre Forschungen zum Heile des Geschlechtes verwerthen.«

Damals wünschte der Fragmentist, über seine morgenländischen Erinnerungen und Gedanken in öffentlicher Sitzung der Akademie der Wissenschaften einen Vortrag zu halten, stieß aber auf Hindernisse, gegen die er nichts vermochte. König Ludwig I. ließ ihn nicht zu Worte kommen, weil nach seiner Meinung F. allein die Schuld war, daß der hellenische Credit im Abendland so ganz zerstört worden. Seine Tage füllten nunmehr wieder Studium und litterarische Arbeiten aus; auch unternahm er mehrere kleine Reisen, nach Italien, nach Wien, Amsterdam, Hamburg und Berlin. »Im J. 1846 blieb er fünf volle Monate von Haus und Arbeit weg und lebte abwechselnd in Wien, in Graz, in Cilli, in Venedig, in der Lombardei, auf den lustigen Bergen in Tirol und am Bodensee.«

Um diese Zeit hatte auch Maximilian, der Kronprinz von Baiern, der damals noch in stiller Zurückgezogenheit den Künsten und den Wissenschaften lebte, ein Auge auf den Fragmentisten geworfen und ihn in seine Nähe gezogen. Im Spätherbst 1844 wurde F. nach Hohenschwangau eingeladen, von dem hohen Paare und seiner feingebildeten Umgebung freundlichst aufgenommen und in besonderen Ehren gehalten. Die angeknüpfte Verbindung erhielt sich frisch und warm bis zum J. 1848.

Im Frühling des J. 1847 ging F. zum dritten und letzten Male in den Orient, »um das deutsche Publicum für die Gunst, mit der es seine früheren Berichte aufgenommen, vermuthlich mit einem neuen Band Fragmente heimzusuchen«. Er kam damals wieder nach Athen, nach Jerusalem und nach dem theuern Trapezunt. Fast den ganzen Sommer verlebte er in Bujukdere unter dem Diplomatenvolke. Auch Sultan Abdul-Medschid nahm gnädige Notiz von dem berühmten Orientalisten und verlieh ihm den türkischen Orden des Nischan Istichar. Er hatte ihn nicht umsonst (»Gesammelte Werke« II. 95) »die letzte Zufluchtsstätte der europäischen Freiheit, den letzten Anker eines gesitteten und menschlichen Regiments« genannt. Der türkische Nischan Istichar mußte übrigens den deutschen Professor dafür trösten, daß ihm die Orden der Christenheit sämmtlich versagt blieben.

Aus dieser Reise gingen die »Anatolischen Reisebilder« und die »Aufsätze über Palästina« hervor, wie sie im ersten Bande der gesammelten Werke zu lesen sind.

Mittlerweile war aber die Zeit gekommen, da den deutschen Fürsten bange ward und Furcht wie Reue durch ihre lang verschlossenen Herzen zog. In der Verlegenheit des Augenblicks suchte man viel Verletzendes, was einst geschehen war, schnell wieder gut zu machen und durch edle Handlungen sich dem unmuthigen Volke neuerdings zu empfehlen. So dachte man damals in Baiern auch wieder an F., den man seit achtzehn Jahren vergessen hatte, und schickte ihm geschwind ein Decret des Inhalts, daß er an des verstorbenen Görres Stelle zum Professor der Geschichte an der Universität zu München ernannt sei. Es traf ihn am 20. März 1848 zu Smyrna, als er eben am Hafendamme lustwandelnd auf und nieder ging. Vier Wochen darauf fuhr er wieder in München ein, wo ihn die Nachricht überraschte, daß man ihn als Candidaten für das Parlament zu Frankfurt ausersehen und daß die Wähler der Vorstadt Au, von Haidhausen und den umliegenden Dörfern ihm ihr ganzes Vertrauen zugewendet hätten. In der That zog er auch bald als der Auserkorene dieses Wahlbezirks zum vielversprechenden Reichstag an den Main. Diese ungesuchte Ehre warf leider einen trüben Schatten auf all sein kommendes Leben, vereitelte die Hoffnung, je wieder auf dem Katheder zu glänzen, trieb ihn ins Exil und zerstörte das freundliche Verhältniß zu seinem hochgestellten Gönner, der nunmehr Landesherr geworden, zu dessen verehrter Gemahlin und zu den schäkernden Hofdamen, denen er so anhänglich gewesen. Eine parlamentarische Thätigkeit stimmte ohnedem nicht zu seinem Wesen. Concrete staatsrechtliche Fragen hatten für ihn keinen Reiz. Auch widersprach es seinem ungeduldigen Temperamente, durch Denkschriften, Commissionsberichte, Constitutionsentwürfe und Organisationsprojecte, Präjudicialanträge, Amendements und Superamendements, durch endlose, oft recht langweilige Debatten hindurch, zumal auf dem tödtlichen Umwege der Grundrechte nach dem erwünschten Ziele zu streben. Die tobenden, zuchtlosen Verhandlungen in der Paulskirche empörten ihn, der an das Flüstern der Salons, an leichtes Witzspiel und urbanen Scherz gewohnt war. Schon die tumultuarischen Eröffnungsscenen am 18. Mai 1848, die er sehr naturgetreu geschildert hat (»Gesammelte Werke« II. 255 ff.), erregten nur peinliche Eindrücke. Er ging damals »mit Ekel im Herzen, von schlimmen Vorahnungen geängstigt, verzagten Sinnes ohne Trunk und Abendkost zur Ruhe«. Auch die späteren Berichte aus der Paulskirche deuten nicht auf hoffnungsvollere Stimmung. Er kam übrigens nie dazu, als Redner aufzutreten – eine beständige Heiserkeit entschuldigte es, wenn er den gefährlichen Versuch, sich mit seinem schwachen Organ und seinen reizbaren Nerven der wild brandenden Versammlung gegenüberzustellen, auch nicht ein einziges Mal unternommen hat. Er selber fühlte schon in den allerersten Wochen, daß er hier nichts leisten könne und daheim nur Ansehen und Credit verliere. Er wurde unwirsch, tiefsinnig, schwermüthig und sehnte sich aus ganzem Herzen nach Urlaub oder Abschied. Zwei Mal kam er in jener Zeit nach München, um sich einigermaßen zu erholen, vielleicht auch um ganz und gar wegzubleiben; aber von den Gesinnungsgenossen ermahnt, seinen Posten nicht zu verlassen, ging er gleichwol auch das zweite Mal wieder nach Frankfurt zurück, wo der jüngste Tag des Parlamentes schon in ziemlich sicherer Aussicht stand. Er zog mit dessen Rumpf sogar nach Stuttgart, weil er es als Sache des Anstandes betrachtete, bis zum letzten auszuharren. Aber als mit dem 18. Juni 1849 auch die letzte Stunde der deutschen Nationalversammlung hereingebrochen war, verließ er die schwäbische Residenz und begab sich, krank und schwach, nach St. Gallen, in die freie Schweiz. Man erlebte es bald darauf, daß die baierischen Amtleute den ersten Schriftsteller ihres engeren Vaterlandes, den Geschichtschreiber von Morea und Trapezunt, mit exacter Personalbeschreibung in die Zeitungen setzen ließen und alle Schergen der Christenheit aufforderten, ihn lebendig oder todt zur Stelle zu bringen. Indessen kam er gleichwol durch die gesunde Schweizerluft bald wieder in die Höhe und gedieh zu leidlicher Rüstigkeit. Auch wurde er von den wohlwollenden und gebildeten Bewohnern seiner Freistätte auf mannigfache Weise ausgezeichnet und gehoben, sodaß er diese Tage der Verbannung immer in freundlichem Andenken behielt. Endlich, im April 1850, nach neunmonatlichem Aufenthalt im helvetischen Exile, kehrte er zurück nach München, wo er durch das Amnestiegesetz, das mittlerweile ergangen, zwar aller weiteren Verfolgung, aber durch ein königliches Decret auch seiner Professur enthoben war.

Von da an lebte er stille dahin, ging aber während der schönen Jahreszeit noch immer in die Fremde. Drei Mal noch besuchte er die Freunde, die er sich in der Schweiz erworben, und den alten Grafen Ostermann, der am 11. Februar 1856, an seinem 87. Geburtstage, auf seiner Villa Petit-Sacconay aus diesem Leben ging, worauf ihm der Fragmentist einen höchst anerkennenden Nachruf widmete. Für die körperlichen Gebrechen, welche immer fühlbarer wurden, suchte er in Wildbad, in Adelholzen, in Steben, in Aibling Heilung oder Milderung. Einmal besuchte er auch seinen ehemaligen Freund und Kronprinzen, jetzt König Max II., und erlebte zwar freundliche Aufnahme, aber keine Einladung wiederzukommen.

In den letzten Zeiten seines Lebens nahm er die Revision seiner kleineren Schriften vor, die er, soweit seine Tage reichten, mannigfach kürzte, erweiterte, ergänzte, abrundete und druckfertig machte.

Von Anfang April 1861 an stellten sich hie und da kleine Ohnmachten ein, und am 26. desselben Monats wurde er nach einem heiteren, in kleiner Gesellschaft verbrachten Abend des Morgens leblos im Bette gefunden. Professor Marx Müller, der Orientalist, früher, als der Verblichene noch Studienlehrer zu Augsburg gewesen, sein Schüler, hielt, wie schon erwähnt, die Grabrede. – Fallmerayer’s Gestalt war von mittlerer Größe, kräftig und gedrungen, seine Haltung militärisch; seine dunkelrothe Gesichtsfarbe schien die festeste Gesundheit zu verrathen, aber dennoch hatte er immer mit kleineren Leiden, mit Katarrh, Husten, Heiserkeit, mit Beschwerden der Verdauung und Schlaflosigkeit zu kämpfen. Er lebte daher sehr mäßig und einfach, trank weder Bier noch Wein, nahm dagegen eine freundliche Einladung zu einer guten Mahlzeit nicht ungern an. Im Umgang war er sehr liebenswürdig, bescheiden und zuvorkommend. So herb und schneidend, so bitter und sarkastisch sich F. mit der Feder geberdete, so friedfertig und umgänglich zeigte er sich im persönlichen Verkehr. – Er war nie verheirathet.

Die zahlreichen kleineren Arbeiten von mancherlei Art, welche F. seit dem Erscheinen der »Fragmente« für verschiedene Journale, doch die meisten für die Allg. Zeitung zu Augsburg, geschrieben, die »Neuen Fragmente«, die »Politischen und culturhistorischen Aufsätze«, die »Kritischen Versuche« hat noch im Todesjahre sein langjähriger Freund, Dr. G. M. Thomas, k. Bibliothekar zu München, in drei Bänden (Leipzig, W. Engelmann) herausgegeben und sie mit einer Biographie des Verlebten eingeleitet.

F. hatte sich für sein litterarisches Leben zwei große Aufgaben gesetzt, die ihm beständig vor Augen schwebten, auf die er allenthalben wieder zurückkam, die er immerdar mit Geist und Witz zu behandeln wußte. Die eine dieser Aufgaben war die Abstammung der jetzigen »Hellenen«, die andere das Schicksal von Byzanz und dessen bevorstehende Katastrophe. Die Abstammung der Hellenen erörterte er zunächst und hauptsächlich in der oben erwähnten »Geschichte der Halbinsel Morea während des Mittelalters.« Den Inhalt und die Tragweite des Buches faßt er schon in der Vorrede in folgenden Sätzen zusammen: »Das Geschlecht der Hellenen ist in Europa ausgerottet – denn auch nicht Ein Tropfen echten und ungemischten Hellenenblutes fließt in den Adern der christlichen Bevölkerung des heutigen Griechenlands.« – Nach einer vortrefflich geschriebenen Einleitung, welche die Geschichte des Landes seit dem peloponnesischen Kriege erzählt, beginnt der Verfasser auseinanderzusetzen, daß das alte Hellas schon durch die Römer entvölkert und verödet, von der Zeit der großen Wanderung an – etliche feste Seestädte ausgenommen – durch Barbaren aller Art verheert, durch Hunger und Pest noch vollends verwüstet, endlich aber von slavischen Stämmen eingenommen und besiedelt worden sei. Diese Slaven seien seit dem 8. Jahrh. von Byzanz aus unterjocht, bekehrt und gräcisirt worden, worauf dann im 14. Jahrh. eine neue, aus den albanischen Gebirgen kommende Einwanderung sich auf dem Festlande, im Peloponnes, wie auf den Inseln Hydra und Spezia festgesetzt habe. Daraus ergebe sich denn, daß die Neugriechen, soweit sie nicht Albanesen, eigentlich Slaven seien. Es ist begreiflich, daß diese Thesis, welche damals selbst die Gelehrten überraschte, im gebildeten Publicum, das sich eben für den griechischen Befreiungskampf so hoch begeistert hatte, großes Aufsehen und vielen Widerwillen erregte. Was nun die Kritik jener Entdeckung betrifft, so sind die Albanesen als Bestandtheil der Bevölkerung des Königreichs Griechenland ohne Widerrede hingenommen worden, zumal da schon frühere Reisende ihr Dasein constatirten; auch hat dies robuste Völklein noch allenthalben seine Sprache bewahrt und ist daher nicht leicht zu verkennen. F. schrieb später auch eine eigene Untersuchung über »das Albanesische Element in Griechenland«, welche die Abhandlungen der Münchener Akademie in drei Abtheilungen (1857, 60, 61) veröffentlichten. Desto mehr wurde aber über die von F. behauptete Ausrottung der Hellenen und deren Ersatz durch slavische Stämme gestritten. Zu den kärglichen Stellen der byzantinischen Historiker, welche von einer Slavisirung des Peloponneses sprechen, fand F. auch noch, daß die Ortsnamen im heutigen Griechenland zum größten Theile ungriechisch seien. Er fand dort ein Krakowa und Warsowa, ein Kamenitzi und Weligosti und stellte den unwiderleglichen Satz auf, daß das Volk, welches hier im Land des Pelops jene Namen ausgestreut, dasselbe sein müsse, welches auf der nordischen Heide sein Krakau und Warschau, sein Kamenz und Wolgast erbaut. Doch war noch immer der Zweifel erlaubt, ob denn wirklich, wie der Forscher behauptete, im Peloponnes das Griechische mehrere Jahrhunderte lang ganz verschollen gewesen, ob dieses wirklich erst nach der byzantinischen Zurückeroberung durch griechische Kriegsleute, Handwerker und Mönche wieder eingeführt worden sei? Ist nicht eben so leicht anzunehmen, daß sich bei der slavischen Ueberfluthung, gleichwie in den Seehäfen, so auch in den vielen befestigten Bergstädtchen und Burgflecken doch noch griechische Gemeinwesen in ziemlicher Zahl, wenn auch unter slavischer Botmäßigkeit erhalten und daß diese dann später im Verein mit den byzantinischen Eroberern die Gräcisirung der peloponnesischen Slaven übernommen und durchgeführt haben? Um diese Frage etwa kann sich der Streit noch drehen – in der Hauptsache ist Fallmerayer’s Aufstellung durchgedrungen; es handelt sich nur noch um das Procentmaß des slavischen Blutes in neugriechischen Adern, – gerade dieses aber wird sich nie genau bestimmen lassen.

Was das Schicksal von Byzanz betrifft, so prophezeit der Fragmentist, daß es den Russen in nicht zu langer Zeit gelingen werde, die seit einem Jahrtausend geplante Eroberung und Einnahme Konstantinopels und des türkischen Reichs endlich durchzusetzen, daß die christlichen Stämme des anatolischen Bekenntnisses, wie sie jetzt im osmanischen Gebiete wohnen, jenen Tag mit Sehnsucht herbeiwünschen, daß das russische Reich, wenn es auch diese Stämme an sich genommen, eine unumschränkte Herrschaft bilden werde, welche von Nowa-Zembla bis zum Cap Matapan reiche und die größten Gefahren für die Freiheit und Unabhängigkeit der uneinigen abendländischen, zunächst der germanischen Reiche in sich berge. Jedenfalls stünden ungeheure Kämpfe zwischen Orient und Occident bevor, welche vielleicht dereinst ein zweiter Tag von Chalons schließen werde. Unsere Generation scheint nun in der That dazu bestimmt, selbst zu erproben, ob der Fragmentist die Wahrheit geweissagt habe oder nicht.

Eben so gern als über das Fatum von Byzanz und die slavische Abstammung, sowie die daraus hervorgehende Nichtswürdigkeit der gegenwärtigen Hellenen sprach der Fragmentist auch über die bösen Instincte der Machthaber, die Feigheit, Feilheit und Niederträchtigkeit der Untergebenen und die Dickköpfigkeit der deutschen Professoren und Schriftgelehrten. Ja, eigentlich war seine Lyra – denn man darf ihn als Feuilletonisten immerhin zu den Poeten rechnen – nur mit diesen fünf Saiten bespannt und man wird auch in den Fragmenten etc. kaum Einen Abschnitt finden, in dem nicht eine oder zwei oder auch alle jene Saiten erklingen. So lange nun seine Schöpfungen in größeren, dem Vergessen förderlichen Zwischenräumen durch die deutsche Presse gingen, konnte man nicht umhin, sie beim jedesmaligen Erscheinen freudigst zu begrüßen und sie wegen des harmonischen Redeflusses, der glücklichen Wahl des Ausdrucks, des Reichthums ansprechender Gedanken, der heitern Ironie und der treffenden Satire unumwunden zu bewundern, – nunmehr aber, da sie in den »Fragmenten« und den »Gesammelten Werken«, d. h. in fünf Bänden, zusammengestellt sind, wird der Leser, der sie jetzt in rascher Folge kennen lernt, trotz alles Eifers, den der Fragmentist auf die Variationen seiner fünf Themata verwandt hat, doch einer leisen Anwandlung von Monotonie sich schwerlich erwehren können.

*) Der Name geht von einem ehemals romanischen Bauernhofe, Valmarei, val Maria, aus. Dieser liegt auf der Höhe von Tschötsch, war früher im Besitz der Familie, ist aber längst in anderen Händen. – Die hier gegebene Lebensskizze des Fragmentisten beruht bis zum Jahre 1846 auf einem eigenhändigen Concept desselben, welches er dazumal dem Verfasser als Material zum künftigen Nekrolog übergab. Die mit Anführungszeichen versehenen Stellen sind wörtlich aus diesem Concept genommen.

Steub.

Steub: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1877.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Fallmerayer Jakob Philipp, Dr. phil., 1790 (Tschötsch bei Brixen/Südtirol) – 1861, Historiker, Publizist und Universitätsprofessor, ursprünglich Brixener Domschüler und Theologiestudent zu Salzburg, sattelte F. zur philosophischen Fakultät (in Landshut) um und machte 1813 als bayerischer Leutnant die Befreiungskriege mit; erste Anerkennung fand der Landshuter Lyzealprofessor durch seine Geschichte des kaiserlichen Trapezunt; in der Folge bereiste F. wiederholt den Orient, Frankreich, Holland, Italien und Griechenland, war 1848 Mitglied des Frankfurter Parlaments, der BAkdW, vorübergehend auch als Nachfolger J. von Görres Geschichtsprofessor in München; er war ein hervorragender Länder- und Kulturschilderer, sowie ein feiner Stilist (bekannt als »Fragmentist«) und regelmäßiger Berichterstatter der »Allgemeinen Zeitung«.

Hauptwerke: Abhandlung über die Entstehung der Neugriechen, Fragmente aus dem Orient (2 Bde.), Gesammelte Werke, herausgegeben von G. M. Thomas (3 Bde.), 1861, Schriften, herausgegeben von H. Heigl und E. Molden (2 Bde.), 1913, Fragmentistenbriefe, mitgeteilt von F. Babinger, 1925.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 11 – 3·4 (Rengly)


Familie
Rengly


  • Rengly, Josef; – (7).1.1889 (München); Privatier

Todesanzeige für Josef Rengly

Grab der Familie Rengly auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2017)

#16 – 11 – 17 (Manz)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Manz, Heinrich; – 1891; Spänglermeister

Grab der Familie Manz auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2017)

#16 – 11 – 18* (Reisinger)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Reisinger, Josef; – 6.5.1820 (München), 22 Jahre alt, Tod durch öffentliche Hinrichtung; Tagelöhner, Todesurteil wegen Raubmordes

Das Grab ist nicht erhalten


#Josef Reisinger

† 6.5.1820 (München), 22 Jahre alt, Tod durch öffentliche Hinrichtung
Tagelöhner, Todesurteil wegen Raubmordes

#Flora (9.5.1820)

Miszellen.

(Hinrichtung) Am Sonnabend den 6. wurden zu München 2 Mörder, Johann Wimmbauer, 32 Jahre alt, und Joseph Reisinger, 20–24 Jahr alt; ersterer ein Deserteur des 8. Linien-Regiments, letzterer ein Taglöhner, mit dem Schwerte hingerichtet. Sie hatten am 17. Septbr. 1817 in der Gegend von Paßau in Gemeinschaft mit noch 2 andern: Kugler einem Schiffknecht und Ziska ebenfalls Deserteur, einen einzeln liegenden Bauernhof beraubt und bei diesem Raube eine Bauerndirne ermordet, um nicht verrathen zu werden. – Kugler, der dritte Theilnehmer am diesem Morde ist während des Arrestes gestorben, und die Unteruchung gegen Ziska konnte noch nicht zum Schluße gebracht werden.

Flora Nro. 21. Ein Unterhaltungs-Blatt. München; Dienstag, den 9. Mai 1820.

#16 – 11 – 19 (Schneider)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Schneider, Mathias; – 1886; Hauptzollamtsassistent

Grab der Familie Schneider auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2017)

#16 – 11 – 20 (Fuchsbichler · Wimbauer)


Hier ruhen in Gott
mein lieber Gatte unser guter Vater
Herr Georg Fuchsbichler
ehem. Schneidermeister,
geb. 26. März 1830, gest. 5. Nov. 1886.
Frau Crescenz Fuchsbichler
geb. König,
geb. 20. Oktbr. 1831, gest. 12. Nov. 1904.
Deren Tochter
Fräulein Maria Fuchsbichler
geb. 14. April 1866, gest. 14. Nov. 1888.
Herr Georg Fuchsbichler
ehem. Schneidermeister,
geb. 6. Dez. 1855, gest. 20. Nov. 1904.

Sockel
J. Lallinger.


  • Fuchsbichler, Georg; 26.3.1830 – 5.11.1886; Ehemaliger Schneidermeister
  • Fuchsbichler, Georg; 6.12.1855 – 20.11.1904; Ehemaliger Schneidermeister
  • Fuchsbichler, Kreszenz (vw) / König (gb); 20.10.1831 – 12.11.1904; Schneidermeisters-Witwe
  • Fuchsbichler, Maria; 14.4.1866 – 14.11.1888; Schneidermeisters-Tochter
  • Wimbauer, Johann; – 6.5.1820 (München), Tod durch öffentliche Hinrichtung; Soldat, Todesurteil wegen Raubmordes

Grab der Familien Fuchsbichler · Wimbauer auf dem Alten Südfriedhof München (Dezember 2017)

#Johann Wimbauer

† 6.5.1820 (München), Tod durch öffentliche Hinrichtung
Soldat, Todesurteil wegen Raubmordes

#Flora (9.5.1820)

Miszellen.

(Hinrichtung) Am Sonnabend den 6. wurden zu München 2 Mörder, Johann Wimmbauer, 32 Jahre alt, und Joseph Reisinger, 20–24 Jahr alt; ersterer ein Deserteur des 8. Linien-Regiments, letzterer ein Taglöhner, mit dem Schwerte hingerichtet. Sie hatten am 17. Septbr. 1817 in der Gegend von Paßau in Gemeinschaft mit noch 2 andern: Kugler einem Schiffknecht und Ziska ebenfalls Deserteur, einen einzeln liegenden Bauernhof beraubt und bei diesem Raube eine Bauerndirne ermordet, um nicht verrathen zu werden. – Kugler, der dritte Theilnehmer am diesem Morde ist während des Arrestes gestorben, und die Untersuchung gegen Ziska konnte noch nicht zum Schluße gebracht werden.

Flora Nro. 21. Ein Unterhaltungs-Blatt. München; Dienstag, den 9. Mai 1820.

#16 – 11 – 25 (Wintergerst)


In Gottes Frieden ruhen
Else Wintergerst
1888 – 19¿3
August Wintergerst
18¿


  • Wintergerst, August
  • Wintergerst, Else; 1888 – 19¿3

Grab der Familie Wintergerst auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 11 – 27 (Hubel)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Hubel, Antonie (vw); – 1.8.1887 (München); Stadtgerichtregistrators-Witwe

Todesanzeige für Antonie Hubel

Grab der Familie Hubel auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 11 – 28·29 (Mayer)


Hier ruht in Gottes Frieden
unvergeßlich und auf's Tiefste betrauert
Herr Joh. Mich. Mayer
kgl. b. Hofsattler u. Hofwagen Fabrikant
geb. zu Moorenweis 28. Sept. 1817 gest. 9. Dez. 1873.
Herr Anton Julius Mayer
Hofsattler u. Hofwagen Fabrikant
geb. 13. Juni 1853, gest. 29. Juli 1882.
Frau Magdalena Mayer
geb. Seifers, Hofwagen-Fabrikantenswitwe
geb. 13. Dez. 1819 gest. 22. Febr. 1888.
Herr J. Magnus Mayer,
kgl. b. Hofsattler u. Hofwagen-Fabrikant
geb. 15. Aug. 1859, gest. 19. Dez. 1912.


  • Mayer, Anton Julius; 13.6.1853 – 29.7.1882; Hofsattler und Hofwagenfabrikant
  • Mayer, J. Magnus; 15.8.1859 – 19.12.1912; Hofsattler und Hofwagenfabrikant
  • Mayer, Joh. Mich.; 28.12.1817 (Moorenweis) – 9.12.1873 (München); Hofsattler und Hofwagenfabrikant
  • Mayer, Magdalena (vw) / Seifers (gb); 13.12.1819 – 22.2.1888; Hofsattlers-Witwe

Grab der Familie Mayer auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 12 – 4·5 (Braun · Lindner · Merz)


Säule
Familie
v. Merz.

Sockel
Lina v. Merz,
Oberstlandesger.Raths-Gattin
gest. 3. Febr. 1883.
Albert Ritter v. Merz,
k. Senatspräsident a. D.
gest. 21. Dez. 1887

Linke Seite
Marie Braun
geb. Merz
Oberstlandesger.Rats-Gattin
geb. 13. Juli 1849 gest. 8. Oktober 1907.

Rechte Seite
Ludwig Merz
gestorben am 7. März 1887.
Dr. Wilhelm Merz
Assistent a. d. tech. Hochschule
gestorben am 11. Sept. 1891.

Babenstuber 6.2.29.

Rückseite
Dr. Hilmar Ritter von Lindner
kgl. Geheimer Rat
Regierungsdirektor a. D.
geb. 19. Sept. 1847, gest. 3. März 1921.
Dessen Gattin
Frida von Lindner geborne Schmid,
geb. 14. August 1850, gest. 1. Juni 1925.

Tafel
Theodor Merz
kgl. Ministerialrat,
geb. 28. Jan. 1847, gest. 5. Dez. 1896.
Mathilde Merz, geb. Lindner,
geb. 19. Sept. 1852. gest. 6. März 1934.


  • Braun, Marie (vh) / Merz (gb); 13.7.1849 – 8.10.1907; Oberstlandesgerichtsrats-Gattin
  • Lindner, Hilmar Ritter von, Dr.; 19.9.1847 – 3.3.1921; Geheimrat und Regierungsdirektor a. D.
  • Lindner, Frida von (vh) / Schmid (gb); 14.8.1850 – 1.6.1925; Geheimrats-Witwe
  • Merz, Albert Ritter von; – 21.12.1887; Senatspräsident a. D.
  • Merz, Lina von (vh); – 3.2.1883; Oberstlandesgerichtsrats-Gattin
  • Merz, Ludwig; – 7.3.1887
  • Merz, Mathilde (vw) / Lindner (gb); 19.9.1852 – 6.3.1934; Ministerialrats-Witwe
  • Merz, Theodor; 28.1.1847 – 5.12.1896; Ministerialrat
  • Merz, Wilhelm, Dr.; – 11.9.1891; Assistent an der Technischen Hochschule

Grab der Familien Braun · Lindner · Merz auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

#16 – 12 – 11 (Fortner · Zechmeister)


Hier ruhen in Gott
Franziska Zechmeister,
Lohnkutschers-Gattin
geb. 14. Aug. 1809, gest. 25. April 1861.
Ihr Gatte
Michael Zechmeister,
geb. 23. Sept. 1796. gest. 23. Sept. 1877.
Constanze Zechmeister,
geb. 13. Mai 1831 in Hohenwart
gest. 13. Oktober 1900 in München.
Herr Ludwig Zechmeister,
Hütten- und Civilingenieur,
geb. 26. Januar 1836. gest. 6. April 1904.

Sockel
Nikolaus Fortner,
kgl. Wagenwärter,
geb. 6. Dez. 1840, gest. 3. Juli 1885.

M. Burlein.


  • Fortner, Nikolaus; 6.12.1840 – 3.7.1885; Wagenwärter
  • Zechmeister, Franziska (vh); 14.8.1809 – 25.4.1861 (München); Lohnkutschers-Gattin
  • Zechmeister, Konstanze; 13.5.1831 (Hohenwart) – 13.10.1900 (München)
  • Zechmeister, Ludwig; 26.1.1836 – 6.4.1904; Hütten- und Zivilingenieur
  • Zechmeister, Michael; 23.9.1796 – 23.9.1877 (München); Lohnkutscher

Grab der Familien Fortner · Zechmeister auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 12 – 12·13 (Moralt · Pellegrini)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Moralt, Anna (vh) / Burgsteiner (gb); 1832 – 17.2.1894 (München); Rats-Gattin
  • Moralt, Anna Maria (vh) / Maier (gb); 26.3.1809 (München) – 15.10.1856 (München); Hofmusikers-Gattin
  • Moralt, Anna Maria (vw) / Götz (gb); 1801 – 4.9.1871 (München); Konservators-Witwe
  • Moralt, Josef; 1802 – 6.4.1858 (München); Konservator
  • Moralt, Josef Anton; 1835 – (26).3.1874 (München); Hofkalkent
  • Moralt, Julius Cäsar; 1827 – April 1861 (München); Archivkonservatoriumspraktikant
  • Moralt, Karl Franz; 22.6.1800 (München) – 21.11.1853 (München); Musiker (Kontrabass)
  • Moralt, Katharina; 1840 – 28.3.1858 (München); Konservators-Tochter
  • Moralt, Magdalena (vh) / Auracher (gb); 1782 – 20.7.1829 (München); Hofmusikers-Gattin
  • Moralt, Maria Antonia Alexandrina; 24.7.1832 (München) – ?.3.1899 (München); Klavierlehrerin
  • Moralt, Maria Josefa (vw) / Bleicher (gb); 1806 – 29.12.1860 (München); Hofmusikers-Witwe
  • Moralt, Maria Viktoria; 1842 – 1.7.1867 (München); Konservators-Tochter
  • Moralt, Peter Josef Karl; 1840 – 4.3.1906 (München); Intendanzrat a. D.
  • Moralt, Theodolinde (vh) / Lindl (gb); 1838 – 27.1.1865 (München); Hofkalkantens-Gattin
  • Pellegrini, Klementine (vh) / Moralt (gb); 9.10.1797 (München) – 7.7.1845 (München); Sängerin

Todesanzeige für Anna Moralt

Grab der Familien Moralt · Pellegrini auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2015)

#Peter Josef Karl Moralt

* 1840
† 4.3.1906 (München)
Intendanzrat a. D.

#Allgemeine Zeitung (7.3.1906)

Münchener Stadtanzeiger.

München, 6. März.
Beerdigung. Unter ehrender Anteilnahme von zahlreichen Trauergästen trug man gestern Nachmittag den langjährigen Sekretär weiland Ihrer Majestät der Königin Marie von Bayern, Intendanzrat a. D. Peter Moralt, zu Grabe. Dem von sechs Flambeauxträgern begleiteten Sarg folgten die noch lebenden Beamten des ehemaligen Hofstaates der verstorbenen Königin mit dem kgl. Oberhofmeister a. D. Graf Pappenheim, weiter Geheimrat v. Klug, die Mitglieder der kgl. Hoftheater-Intendanz u. v. a. Auch die Zöglinge des Zentral-Blindeninstituts gaben ihrem Gönner das Ehrengeleite; der Veteranen- und Krieger-Verein mit Musik und Fahne schritt vor dem Sarge. An der herrlich gezierten Grabstätte widmete der amtierende Geistliche dem Toten einen hochehrenden Nachruf. Unter den vielen Kranzspenden befanden sich auch solche der Hoftheater-Intendanz, des Oberhofmeisters Grafen Pappenheim und des Zentral-Blindeninstituts. Mit dem Grabliede »Ueber den Sternen«, gesungen von den Zöglingen des Zentral-Blindeninstituts, schloß die Trauerfeier.

Allgemeine Zeitung Nr. 107. München; Mittwoch, den 7. März 1906.

#Klementine Pellegrini (vh) / Moralt (gb)

* 9.10.1797 (München)
† 7.7.1845 (München)
Sängerin

#Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften (1841)

Pellegrini, Clementine, geb. Moralt, Gattin des vorhergehenden, Königl. Hof- und Capellsängerin, und ebenfalls Mitglied der K. Hofbühne. Sie ist am 8ten October 1797 zu München geboren und erhielt den ersten Gesangsunterricht von der damaligen Hofsingmeisterin Dorothea Güthe, durch deren Lehre ihre schöne und klangreiche Contraltstimme so weit ausgebildet wurde, daß sie im Jahre 1817 als Königl. Hof- und Capellsängerin eingestellt werden konnte. Im Jahre 1819 wurde sie durch die Gnade Ihrer Majestät der Königin Carolina dem ausgezeichneten Gesangslehrer Domenico Ronconi zur höhern Ausbildung übergeben, betrat am 8ten Mai 1820 zum ersten Male in der Oper »Emma di Resburgo« von Meyerbeer die italienische Hofbühne, und gefiel so außerordentlich, daß sie unmittelbar nachher bei der italienischen Hofoper engagirt wurde. Die Umstände waren indessen damals dieser vielversprechenden Sängerin nicht günstig; denn die ersten Sängerinnen der italienischen Oper waren theils schon im Besitz der besten Rollen, theils hatten sie durch ihre Kontrakte ein unbestreitbares Recht auf die ferner zur Darstellung zu bringenden, und so kam denn an die später Angestellte nur selten eine wirklich gute Parthie, durch die sie sich in der öffentlichen Meinung hätte höher stellen können. Demungeachtet wirkte sie mit Fleiß und Liebe auch in der weniger glänzenden Sphäre, die ihr zugewiesen war, und erhielt sich in der fortdauernden Achtung des Publikums. Im Jahre 1825 trat sie nach Auflösung der italienischen Hofoper mit ihrem Gatten, mit welchem sie sich nicht lange vorher verheirathet hatte, zur deutschen Oper über, wo sie nun seit bald 12 Jahren als ein achtungswerthes und nützliches Mitglied wirkt. Sie ist eine Sängerin von guter Schule und vorzüglich musikalisch gebildet, als Kirchensängerin ausgezeichnet, und auf der Bühne wie im Koncertsaale vielseitig verwendbar, besonders aber im Vortrage ausdrucksvollen und gemüthreichen Gesanges ganz an ihrem Platze, wogegen das sog. Brillante, wie das bei allen Contraltstimmen der Fall ist, weniger für sie paßt. PNJ.

Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften oder Universal-Lexicon der Tonkunst. Fünfter Band. Stuttgart, 1841.

#16 – 12 – 14 (Werner)


Hier ruhen
die h. b. Hofsekretärsehegatten
Herr Franz Georg
u. Frau Babette Werner
gest. am 21. Okt. 1845, resp. 31. Dez. 1893.
Ihnen folgte ihr Sohn,
mein lieber Gatte
Herr Theodor Werner.
freires. kgl. Notar.
geb. am 14. Okt. 1834. gest. am 18. Dez. 1914.
Dessen Gattin
Frau Josephine Werner
geb. am 15. Sept. 1856, gest. am 19. Jan. 1932.

16.12.14 Kosenbach.


  • Werner, Babette (vw); – 31.12.1893; Hofsekretärs-Witwe
  • Werner, Franz Georg; – 21.10.1845 (München), 45 Jahre alt; Hofsekretär
  • Werner, Josefine (vw); 15.9.1856 – 19.1.1932; Notars-Witwe
  • Werner, Theodor; 14.10.1834 – 18.12.1914; Notar

Grab der Familie Werner auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

#16 – 12 – 23 (Winkler)


HIER RUHT IN FRIEDEN
MEIN LIEBER GATTE UNSER GUTER VATER
HERR JOSEF WINKLER
KAMMFABRIKANT
GEB. 9. NOV. 1875. GEST. 23. NOV. 1928.
IM TODE GINGEN VORAN
HERR JOSEF WINKLER
KAMMFABRIKANT u. DISTRIKTSVORSTEHER
GEB. 13. MÄRZ 1846. GEST. 31. DEZ. 1897
UND DESSEN GATTIN
FRAU KATHARINA WINKLER
GEB. 4. JUNI 1848. GEST. 6. MAI 1910.

Sockel
FAMILIE WINKLER

Linke Seite
Lotterl
GEB. 14. OKTOBER 1908.
GEST. 25. JUNI 1909.

16.12.23. SCHNEIDER.


  • Winkler, Brigitta; – Januar 1889 (München), 71 Jahre alt; Privatiere
  • Winkler, Charlotte; 14.10.1908 – 25.6.1909
  • Winkler, Josef; 13.3.1846 – 31.12.1897; Kammfabrikant
  • Winkler, Josef; 9.11.1875 – 23.11.1928; Kammfabrikant
  • Winkler, Katharina (vw); 4.6.1848 – 6.5.1910; Kammfabrikantens-Witwe

Grab der Familie Winkler auf dem Alten Südfriedhof München (September 2012)

#16 – 12 – 24 (n. n.)


(August 2019)

#16 – 12 – 26 (n. n.)


(August 2019)

#16 – 12 – 28 (Thumhart)


¿
Frau Josefa Thumhart
* 23.3.48 † 15.7.32.


  • Thumhart, Josef; – 23.7.1888 (München); Hofinstrumentenfabrikant
  • Thumhart, Josefa (vh) / Fleischmann (gb); 23.3.1848 – 15.7.1932

Grab der Familie Thumhart auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2020)

#16 – 12 – 30 (Seifers)


Hier ruht in Frieden
unser unvergesslicher, teurer
Gatte & Vater
Herr Wilhelm Seifers
k. Hofoffiziant,
geb. 2. Nov. 1835. gest. 5. Aug. 1900.
ihm folgte die treue Gattin,
Frau Walburga Seifers
geborne Karmann,
geb. 3. Januar 1845. gest. 22. Juli 1913.

16.12.30.


  • Seifers, Walburga (vw) / Karmann (gb); 3.1.1845 – 22.7.1913; Hofoffiziantens-Witwe
  • Seifers, Wilhelm; 2.11.1835 – 5.8.1900; Hofoffiziant

Grab der Familie Seifers auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 12 – 31 (Bauer · Wördich)


Hier ruhet
meine unvergessliche, liebe
Frau Wally Wördich
kgl. Hofbau-Werkmeisters-Gattin
gest. 8. Dezbr. 1891 im 51. Lebensjahre
Unser herzensguter Gatte und Vater
Herr Hieronymus Wördich,
kgl. Hofbau-Werkmeister,
geb. 30. Sept. 1838, gest. 31. Aug. 1906.
Frau Centa Wördich,
geb. 24. IV.1858 – 22.XII.1929.

R. I. P.

Sockel
Familien-Grabstätte.

16.12.31.

Sockel-Tafel
Frau Anna Bauer
Hofbrauamt-Werkmeisters-Wittwe
gest. 9. Aug. 1900 im 83. Lebensjahre.


  • Bauer, Anna (vh); – 9.8.1900 (München); Werkmeisters-Witwe
  • Wördich, Zenta (vh); 24.4.1858 – 22.12.1929 (München)
  • Wördich, Hieronymus; 30.9.1838 – 31.8.1906 (München); Hofbau-Werkmeister
  • Wördich, Walburga (vh) / Bauer (gb); – 8.12.1891 (München); Hofwerkpaliers-Tochter aus München / Hofbauwerkmeisters-Gattin

Grab der Familien Bauer · Wördich auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 12 – 33 (Berger · Gratzl)


Hier ruhen in Gott:
Herr Michael Gratzl
k. Hofoffiziant,
geb. 1805, gest. 1881.
dessen Gattin
Frau Johanna Gratzl
geb. Eichberger,
geb. 1811, gest. 1856.
deren Tochter
Frau Maria Berger
geb. Gratzl,
Baumeistersgattin,
geb. 1839, gest. 1867.
Frau Emilie Gratzl
geb. Frech,
geb. 1842, gest. 1918.
Ihr folgte der Gatte
Jakob Gratzl
geb. 1843, gest. 1923.


  • Berger, Maria (vh) / Gratzl (gb); 1839 – 18.7.1867 (München); Maurermeisters-Gattin
  • Gratzl, Emilie (vh) / Frech (gb); 1842 – 25.8.1918 (München); Rentners-Gattin
  • Gratzl, Jakob; 1843 – 29.10.1923 (München); Rentner
  • Gratzl, Johanna (vh) / Eichberger (gb); 1811 – 12.1856 (München); Hofoffiziantens-Gattin
  • Gratzl, Michael; 1805 – 1881; Königlicher Hofoffiziant

Todesanzeige für Emilie Gratzl

Todesanzeige für Jakob Gratzl

Grab der Familien Berger · Gratzl auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 12 – 34 (Fruhmann)


Familien-Grab
Hier ruhen
Nanette Fruhmann, geb. Soratroy
1786 – 1843.
Wilhelm Fruhmann
Rat a. o. Gerichtshofe
Ritter d. Verd. Ord. v. hl. Michael I. Cl.
geb. 12. Dez. 1816. gest. 26. Juni 1879.
Dessen Gattin
Wilhelmine Fruhmann, geb. Walther,
geb. 23. Nov. 1825. gest. 22. Febr. 1909.
Ernst Fruhmann
Regierungsdirektor a. D.
Ritter hoher Orden
geb. 18.IX.1834 – gest. 9.VII.1928.
Dessen Gattin
Lina Fruhmann, geb. Rupprecht
geb. 23.IV.1866 – gest. 14.V.1937.

Linke Seite
August Fruhmann
Oberleutnant im Generalstab
1811 – 1845
Ferdinand Fruhmann
k. Hauptmann
1815 – 1853


  • Fruhmann, August; 1811 – 10.1845 (München); Oberleutnant
  • Fruhmann, Ernst; 18.9.1834 – 9.7.1928; Regierungsdirektor a. D.
  • Fruhmann, Ferdinand; 1815 – 16.3.1853 (München); Hauptmann
  • Fruhmann, Lina (vw) / Rupprecht (gb); 23.4.1866 – 14.5.1937; Regierungsdirektors-Witwe
  • Fruhmann, Nanette (vh) / Soratroy (gb); 1786 – 7.1.1843 (München); Rechnungskommissärs-Witwe
  • Fruhmann, Wilhelm; 12.12.1816 – 26.6.1879 (München); Rat am Obersten Gerichtshof
  • Fruhmann, Wilhelmine (vw) / Walther (gb); 23.11.1825 – 22.2.1909; Gerichtsrats-Witwe

Grab der Familie Fruhmann auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 12 – 35 (Spahn · Weinmayr)


Hier ruhen in Gott
Frau Ursula Weinmayr
* 11. April 1811 † 10. Febr. 1882
Herr Rup. Benno Weinmayr
Gärtnereibesitzer
* 12. Juni 1812 † 16. Sept. 1885
Herr Frz. Xav. Weinmayr
* 15. April 1845 † 10. Jan. 1927
Rosa Weinmayr
* 10. Dez 1878 † 8. Juni 1907
Frau Ursula Weinmayr
* 5. Aug. 1849 † 8. Aug. 1930

Sockel
Herr Jos. Spahn
14. Sep. 1835 † 6. April 189¿
Frau Karol. Spahn
6. Aug. 1839 † 4. Febr. 1903


  • Spahn, Josef; 14.9.1835 – 6.4.189¿
  • Spahn, Karol. (vh); 6.8.1839 – 4.2.1903
  • Weinmayr, Frz. Xav.; 15.4.1845 – 10.1.1927
  • Weinmayr, Rosa; 10.12.1878 – 8.6.1907
  • Weinmayr, Rup. Benno; 12.6.1812 – 16.9.1885; Gärtnereibesitzer
  • Weinmayr, Ursula (vh); 11.4.1811 – 10.2.1882
  • Weinmayr, Ursula (vh); 5.8.1849 – 8.8.1930

Grab der Familien Spahn · Weinmayr auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 12 – 45·46 (Zenner)


R. I. P.

Margarete
Zenner


  • Zenner, Margarete

Grab der Familie Zenner auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#16 – 12 – 47 (Scharrer)


Familien-Grabstätte.

Hier ruhen in Gott
Kaspar Scharrer
qu. Lehrer der Dompfarrschule
und des k. Max-Joseph-Stifts
geb. 12. April 1770. gest. 4. März 1833.
Dessen Gattin
Ursula Scharrer
geb. 12. März 1782. gest. ¿. Mai 1864.
Deren Tochter
Anna Scharrer
Privatiere
geb. 13. Mai 1821. gest. ¿. Dezbr. 1884.
Deren Sohn
Herr Ludwig Scharrer
kgl. ¿

Sie ruhen in Frieden!


  • Scharrer, Anna; 13.5.1821 – ¿.12.1884; Privatiere
  • Scharrer, Kaspar; 12.4.1770 – 4.3.1833; Ehemaliger Lehrer der Dompfarrschule und des Max-Joseph-Stifts
  • Scharrer, Ludwig; Königlicher Stadtrichter
  • Scharrer, Ursula (vw); 12.3.1783 – 7.5.1864 (München); Lehrers-Witwe

Grab der Familie Scharrer auf dem Alten Südfriedhof München (August 2019)

#16 – 12 – 48 (Rock)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Rock, Anna (vh); – Februar 1888 (München), 55 Jahre; Oberst-Gattin

Grab der Familie Rock auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2020)

#16 – 13 – 1·2 (Schreyer)


Begraebniß der Familie Schreyer

Herr
Carl Alois Schreyer.
Magistratsrath und Stadtapotheker in St. Anna
Ritter des Verdienstordens vom heil. Michael
und Inhaber des goldenen Ehrenzeichens des
Verdienstordens der bayerischen Krone.
geb. 4. November ¿
¿
Frau Augusta Schreyer
geb. ¿
Henriette Augusta Caroline
geb. ¿
Dr. Carl Schreyer
¿
¿ Schreyer
¿
Max Schreyer
¿
Adolph Schreyer
¿

Sockel
¿
Sophie Schreyer
¿

Linke Seite
Eduard Carl August
geb. 30. Sept. 1833
gest. ¿. Januar 1838
Eduard Carl Theodor
geb. 9. Nov. 1839
gest. 18. Januar 184¿
¿ Anton August
geb. 2. Juni 1851
gest. ¿ 1851.


  • Schreyer, Adolf
  • Schreyer, Anton August; 2.6.1851 – ¿.1851
  • Schreyer, Auguste
  • Schreyer, Eduard Karl August; 30.9.1833 – ¿.1.1838
  • Schreyer, Eduard Karl Theodor; 9.11.1839 – 18.1.184¿
  • Schreyer, Henriette Augusta Karoline
  • Schreyer, Karl Alois; 4.11.1805 (Landshut) – 24.10.1865 (München); Apotheker und Stadtrat
  • Schreyer, Karl, Dr.
  • Schreyer, Max
  • Schreyer, Sofie

Grab der Familie Schreyer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

Grab der Familie Schreyer auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#Karl Alois Schreyer

* 4.11.1805 (Landshut)
† 24.10.1865 (München)
Apotheker und Stadtrat

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Schreyer Karl Alois, 1805 (Landshut) – 1865, Apotheker und Stadtrat; nach Studien in Landshut und München erhielt Sch. 1828 die persönliche Apothekerkonzession auf die St.-Anna-Vorstadt (Apotheke am Lehel) verliehen; sein Betrieb war so tadellos und vorbildlich, daß er jahrzehntelang bei den alljährlichen Visitationen eine eigene Belobigung erhielt; kurz vor seinem Tod wurde seine Apotheke in die Maximiliansstraße verlegt; daneben betätigte er sich als Magistratsbevollmächtigter; er hat die am rechten Isarufer von der Reichenbach- bis zur Braunauer Eisenbahn-Brücke flußaufwärts parallel der Claude-Lorrain-Straße gelegenen Anlagen »kultiviert«; die seit 1867 offiziell »Schreyer-Kulturen« bezeichnet werden.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 13 – 4 (Kunstmann)


DR. JUR.
FRIEDRICH
KUNSTMANN
PROF. DES
KIRCHENRECHTS
1811 – 1867


  • Kunstmann, Eduard, Dr. med.; – 1886
  • Kunstmann, Friedrich, Dr. jur.; 4.1.1811 (Nürnberg) – 15.8.1867 (München); Katholischer Theologe

Grab der Familie Kunstmann auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#Dr. jur. Friedrich Kunstmann

* 4.1.1811 (Nürnberg)
† 15.8.1867 (München)
Katholischer Theologe

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Kunstmann Friedrich, Dr. jur., 1811 (Nürnberg) – 1867, katholischer Theologe, Kirchenrechtler und Universitätsprofessor; seit 1839 war K. Religionslehrer in München, von 1842 bis 1846 Erzieher bei der Prinzessin Amalia von Brasilien in Lissabon und seit 1847 Professor des Kirchenrechts in München; K. ist bekannt als Verfasser von Arbeiten über Kirchenrecht, Missionswissenschaft, als Handschriftenforscher und Rechtshistoriker; seine Bedeutung erkennt die gegenwärtige Kirchenrechtsforschung auf dem Gebiet der äußeren Quellengeschichte an.

Hauptwerke: Die Canonensammlung des Remidius von Chur, Die gemischten Ehen unter den christlichen Konfessionen Deutschlands, Grundzüge eines vergleichenden Kirchenrechts der christlichen Konfessionen.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – 13 – 5·6 (Huber · Multerer)


HIER RUHEN IN GOTT
HERR ALOIS HUBER
PRIVATIER
* 1819 – † 188¿
FRAU FRANZISKA HUBER
* 1822 – † 1894
HERR KARL MULTERER
BÄCKERMEISTER
* 7.4.1853 – † 9.11.1926
FRAU KATH. MULTERER
* 1.4.1856 – † 16.6.1933


  • Huber, Alois; 1819 – 188¿; Privatier, ehemaliger Getreidemesser
  • Huber, Franziska (vw) / Senft (gb); 1822 – 1894; Kornmessers-Tochter aus München / Getreidemessers-Witwe
  • Multerer, Karl; 7.4.1853 – 9.11.1926; Bäckermeister
  • Multerer, Katharina (vw) / Huber (gb); 1.4.1856 – 16.6.1933; Privatierstochter aus München / Bäckermeisters-Witwe

Grab der Familien Huber · Multerer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#16 – 13 – 11* (Schmid)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Schmid, Regina; – 6.6.1823 (München), 32 Jahre alt, Tod durch Ertrinken; Kellnerin

Das Grab ist nicht erhalten

#16 – 13 – 14·15 (Zuccarini)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Zuccarini, Franz Anton; 11.1.1755 (Mannheim) – 9.2.1823 (München); Schauspieler und Tänzer

Grab der Familie Zuccarini auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

Grab der Familie Zuccarini auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

#Franz Anton Zuccarini

* 11.1.1755 (Mannheim)
† 9.2.1823 (München)
Schauspieler und Tänzer

#Baierisches Musik-Lexikon (1811)

Franz Zuccarini, geboren zu Mannheim den 11. Jäner 1755, kam schon 1761 zum Theater daselbst, und wurde als Tänzer anfangs gebildet. Da Churfürst Karl Theodor 1776 den Entschluß gefaßt hatte, eine deutsche Theater-Gesellschaft für seinen Hof zu bilden, und hierzu nur junge Leute zu verwenden, so meldete sich auch Zuccarini, dem die Schauspielkunst mehr, als das Tanzen behagte, hierzu, und verrieth, als er die Bühne das erste Mal betrat, ein vorzüglich ausgezeichnetes, gutes Talent. Er hatte an den berühmten Marchand ein grosses Vorbild, und erhielt dann auch das nämliche an den großen Schröder, indem ihm der Churfürst bewilligte nach Hamburg zu gehen, und dort sich auszubilden. Im J. 1780 kam Zuccarini zum Schröder, und erwarb sich großen Beifall. Endlich wurde er 1791 nach München zurück berufen, setzte daselbst seine Dienste als Hofschauspieler fort, und spielte anfangs Liebhaber- dann aber junge Männer- und endlich Väterrollen, welch letztere er nach des Marchand Tode übernahm, und den zu ersetzen nur er vermochte. Zuccarini ist nicht nur ein vortrefflicher Künstler erster Größe; sondern auch in jeder Hinsicht ein wissenschaftlich gebildeter, belesener Mann, und ein Schauspieler der gründliche Theorie mit Praktik verbindet, der nicht auf geradewohl, und aus Routine die Bühne betritt, sondern die Rolle, die er spielt, wohl durchgedacht hat; daher sein überlegtes, schönes und wahres Spiel. Er besitzt die Kraft das Scepter und den bebuschten Helm und das schimmernde Kleid wegzulegen, und den Hirtenstab zu ergreifen, und man wird nirgends den Künstler vermissen, überall den Charakter richtig nachgezeichnet und wahr dargestellt sehen. Er bedarf nicht einer zum tarentinischen Purpur gefärbten Wolle, nicht fremder Zierathen um zu gefallen; er handelt nur, er spricht, und ist dann seines Beifalles sicher. Zuccarini ist überdieß noch ein selbstständiger Schauspieler, der aus sich selbst hervorgieng, sich nur an die Natur hält, und daher jede sclavische Kopie haßt. Uebrigens ist sein Kunsteifer so groß, daß er nicht nur vortreffliche Schauspieler und Schauspielerinnen schon gebildet hat, sondern wirklich noch bildet, und so auch durch seinen gehaltvollen und unverbesserlichen Unterricht der Schauspielkunst großen Nutzen und wesentliche Vortheile verschaft. Man muß einen Zuccarini in Schiller's Meisterwerken und in andern Trauer- Schau- und Lustspielen, von klassischen Dichttern geschrieben, auftreten sehen, um sich von seiner Kunst einen Begriff machen, und seine Größe ganz würdigen zu können.

Felix Josef Lipowsky: Baierisches Musik-Lexikon. München, 1811.

#Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Zuccarini Franz Anton, geboren in Mannheim 1754, besuchte als Kind die dortige Tanzschule und wirkte frühzeitig in Operetten am Französischen Theater mit. Als dieses aufgehoben wurde, kam das deutsche Schauspiel an dessen Stelle und zu dieser Zeit verdiente sich Z. die ersten Sporen. Er ging bald nach Hamburg und hatte dort das Glück, nicht nur von Schröder engagiert zu werden (1780), sondern der Meister übernahm auch die weitere Ausbildung seines Talentes, das er bis zur vollsten Reife leitete. Zwölf Jahre verblieb er in Hamburg und erzielte daselbst, sowie auf von dort unternommenen Gastspielreisen nach Prag, Dresden, Berlin etc. stets die glänzendsten Erfolge. Besonders als »Marquis Posa« stand er auf der Höhe seiner Leistungen als Heldenliebhaber. 1792 verließ er Hamburg, um einem Rufe an das Münchener Hoftheater zu folgen, dem er bis zu seiner Pensionierung (1816) angehörte. Hier waren es wieder Heldenväter-Rollen, die ihn in die Reihen der ersten Repräsentanten dieses Faches stellten. Während seiner hervorragenden künstlerischen Tätigkeit in München hatte er das besondere Glück, mehrere klassische Partien zu kreieren. So war er daselbst am 4. März 1802 der erste »Macbeth«, am 11. September 1806 der erste »Tell«, am 4. April 1804 der erste »Wallenstein« (»Piccolomini«) und am 7. Juni 1802 der erste »Philipp« in »Don Carlos«. In keiner dieser Rollen erhielt er zu seinen Lebzeiten einen ebenbürtigen Rivalen. Er starb am 9. Februar 1823, nachdem er längere Zeit der wohlverdienten Ruhe gepflogen hatte.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Leipzig, 1903.

#16 – 13 – 18 (Hall · Riederer)


Hier ruhen
Herr Karl Riederer
Bildhauer,
* 6.VII.1819, † 3.VI.1884.
Frau Josefine Riederer
geb. Lang,
* 16.XI.1822, † 18.XI.1890.
Frau Josefine Hall
geb. Riederer,
* 4.VI.1852, † 18.V.1918.
Herr Emil Riederer
Kaufmann,
* 26.IX.1854, † 2.V.1930.


  • Hall, Josefine (vh) / Riederer (gb); 4.6.1852 – 18.5.1918
  • Riederer, Emil; 26.9.1854 – 2.5.1930; Kaufmann
  • Riederer, Josefine (vw) / Lang (gb); 16.11.1822 – 18.11.1890
  • Riederer, Karl; 6.7.1819 (München) – 5.6.1884 (München); Bildhauer

Grab der Familien Hall · Riederer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#Karl Riederer

* 6.7.1819 (München)
† 5.6.1884 (München)
Bildhauer

#Allgemeine Zeitung (27.1.1865)

München, 26 Jan. Gestern ward dem hiesigen Kaffeehausbesitzer Hrn. Karl Riederer die Ehre Sr. Maj. dem König eine von ihm sehr gelungen gefertigte Reiterstatuette Allerhöchstdesselben in der Uniform seines Uhlanenregiments vorzeigen zu dürfen. Dieselbe erntete den Beifall Sr. Majestät, und ist nun im Kunstverein zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. Hr. Riederer ist ein sehr begabter Autodidakt, und hatte vor einigen Jahren auch eine nicht minder anerkennenswerthe Reiterstatuette des höchstseligen Königs Max II im Kunstverein ausgestellt.

Allgemeine Zeitung Nr. 27. Beilage. Augsburg; Freitag, den 27. Januar 1865.

#Münchener Bote für Stadt und Land (21.8.1867)

Wie wir bereits früher mittheilten, hat ein Münchener Bürger und Kunstfreund, Hr. Cafetier Riederer, von dem wir schon mehrere sehr gelungene Bildhauer-Arbeiten sahen, von württembergischer Seite den Auftrag erhalten, für die im vorjährigen Jahre gefallenen württembergischen Krieger ein Denkmal anzufertigen, das in Ellwangen errichtet werden soll. Herr Riederer hat nun das Modell in einem Saale der Schrannenhalle vollendet. Ein sterbender Soldat (in Lebensgröße ausgeführt) liegt an einem zerschossenen Schanzkorb, seine Fahne noch krampfhaft haltend. Die Erfindung ist ebenso sinnig, wie die Plastik gelungen. Hr. Riederer, von Ellwangen gebürtig, beansprucht für seine künstlerische Leistung kein Honorar. Das Denkmal wird in der Hörner’schen Anstalt dahier in Erz gegossen werden.

Münchener Bote für Stadt und Land No. 198. Mittwoch, den 21. August 1867.

#Die Künstler aller Zeiten und Völker (1870)

Riederer, Karl, Bildhauer der Gegenwart in München. Von ihm ist ein Cyclus Statuetten, welche den Bürger von 1795–1848 darstellen, ferne eine gelungene Reiterstatuette des Königs Max II. und eine des Königs Ludwig II.

Allg. Zeitung 1865.

Die Künstler aller Zeiten und Völker. Stuttgart, 1870.

#Allgemeine Zeitung (10.2.1885)

Am 5. Juni starb, 65 Jahre alt, der Bildhauer Karl Riederer. Anfänglich, als Besitzer des von Künstlern vielfach besuchten »Café Fink« (nun Baumann) nur Dilettant, gab er seine bürgerliche Stellung auf, um ganz zur Kunst überzutreten, ohne die Leichtigkeit des Gestaltens durch gründliche Studien vertiefen zu können, da der höhere Grad seiner Bildung die früher vernachlässigte Technik nicht aufwog. Indessen fehlte es ihm nicht an Anerkennung, da er sich im Gebiete der Nippsachen und der kleinen Salon-Plastik bewegte, absonderlich liebte er niedliche Reiterstatuetten zu modelliren, so von dem höchstseligen König Max II., von Kaiser Alexander von Rußland (1869) und Sr. Maj. König Ludwig II. von Bayern. Mit dem Tiroler P. Lutt modelliere Riederer 1863 einen Cyklus von Statuetten, welche die Münchener Bürgerwehr von 1795–1849 repräsentirten; 1881 brachte er noch ein Wachsmodell in den Kunstverein, eine Illustration eines lustigen, von einem bayerischen Chevauleger und preußischen Husaren gemeinsam gleich bei Beginn des letzten deutsch-französischen Krieges ausgeführten Reiterstückchens, indem beide nach Verlust ihrer Rosse auf einem erbeuteten französischen Officierspferd sich vor der Gefangenschaft salvirten.

Allgemeine Zeitung Nr. 41. Beilage. München; Dienstag, den 10. Februar 1885.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1889)

Riederer: Karl R., Bildhauer, geboren 1819 zu München. Derselbe kam, von Jugend auf nicht für künstlerische Wege gebildet, doch als Besitzer des von Künstlern aller Art vielbesuchten »Cafe Fink« mit den heiteren Musensöhnen in vielfache Berührung, begann als Plastiker zu dilettiren und gab schließlich seine bürgerliche Stellung auf, um sich ganz der Kunst zu widmen. Leider zu spät, da die angeborene Leichtigkeit des Gestaltens die früher vernachläßigte Technik nicht aufwog. Indessen fehlte es ihm nicht an Anerkennung, da er sich im Gebiete der Nippsachen und der kleinen Salonplastik bewegte. Insbesondere modellirte er niedliche Reiterstatuetten, so des Königs Maximilian II., des Kaisers Alexander von Rußland (1869) und Königs Ludwig II. von Baiern. Mit dem Tiroler Peter Lutt modellirte R. 1868 einen Cyclus von Statuetten, welche die »Münchener Bürgerwehr« von 1795–1849 in höchst prägnanter und culturhistorischer Wahrheit repräsentirten; 1881 brachte er noch ein Wachsmodell in den Kunstverein als Illustration eines lustigen, von einem bairischen Chevauleger und preußischen Husaren gemeinsam gleich bei Beginn des deutsch-französischen Krieges (1870) ausgeführten Reiterstückchens, indem beide nach Verlust ihrer Rosse auf einem erbeuteten französischen Offizierpferde sich vor der Gefangenschaft salvirten. R. starb nach langen schweren Leiden am 5. Juni 1884.

Vgl. Seubert, Künstlerlexikon 1879, III, 143. Allgemeine Zeitung, Beil. 41 vom 10. Februar 1885. Sein Name fehlt übrigens in allen uns zuständigen Quellen.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1889.

#16 – 13 – 20·21 (Hörmann · Zengler)


Hier ruhen
unsere unvergesslichen Eltern
Herr Joh. Georg Hörmann
Privatier, ehem. Weingastgeber,
geb. 29. Juni 1784, gest. 14. Apr. 1869.
Frau Elisabetha Hörmann
geb. 24. Okt. 1789, gest. 23. Okt. 1858.
Deren Söhne u. Töchter
Wilhelm, Handlungscommis,
geb. 30. Mai 1823, gest. 19. Sept. 1842.
Klara, geb. 3. Apr. 1821, gest. 4. Juni 1848.
Karl August, Handlungsreisender,
geb. 22. Juli 1824, gest. 27. Okt. 1862.
Karoline, geb. 7. Dez. 1825, gest. 29. März 1880.
Elise, geb. 30. März 1830, gest. 6. Mai 1884.
Amalie, geb. 27. März 1832, gest. 22. Mai 1905.

Linke Seite
Unsere beste,
treue Dienerin
Margaretha
Zengler
gest. 17. Okt. 1880,
im 73. Lebensjahre.

Aus Dankbarkeit
aufgenommen für 51jährige
treu geleistete Dienste.

Sockel
Ruhestätte der Familie
Hörmann.

16.13.20.21. Kosenbach.


  • Hörmann, Amalie; 27.3.1832 – 22.5.1905
  • Hörmann, Elisabetha (vh) / Maier (gb); 24.10.1789 – 23.10.1858 (München); Weingastgebers-Gattin
  • Hörmann, Elise; 30.3.1830 – 6.5.1884 (München), 54 Jahre alt; Privatiere
  • Hörmann, Johann Georg; 29.6.1784 – 14.4.1869 (München); Privatier, ehemaliger Weingastgeber
  • Hörmann, Karl August; 22.7.1824 – 27.10.1862 (München); Handlungsreisender
  • Hörmann, Karoline; 7.12.1825 – 29.3.1880
  • Hörmann, Klara; 3.4.1821 – 4.6.1848 (München); Weinwirts-Tochter
  • Hörmann, Wilhelm; 30.5.1823 – 19.9.1842 (München); Handlungscommis
  • Zengler, Margaretha; – 17.10.1880 (München), 72 Jahre alt; Dienerin

Todesanzeige für Johann Georg Hörmann

Todesanzeige für Margaretha Zengler

Todesanzeige für Elise Hörmann

Grab der Familien Hörmann · Zengler auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#16 – 13 – 23 (Kustermann)


Grab der Familie Kustermann auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#16 – 13 – 26 (Kisser · Schwarzenbach)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Kisser, Kunigunde (vw); – 13.1.1889 (München), 51 Jahre alt; Hotelbesitzers-Witwe
  • Schwarzenbach, Anton; – 31.7. 1890 (München), 88 Jahre alt; Privatier, ehemaliger Feinbäckermeister

Todesanzeige für Kunigunde Kisser

Todesanzeige für Anton Schwarzenbach

Grab der Familien Kisser · Schwarzenbach auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2020)

#16 – 13 – 27 (Spengruber)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Spengruber, Katharina (vw); – (17).3.1890 (München), 76 Jahre alt; Kabinettskassierers-Witwe

Grab der Familie Spengruber auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2020)

#16 – 13 – 30·31 (Maurer)


JAKOB MAURER
1816 – 1900
ANNA MAURER-WO¿
1846 – 1907


  • Maurer-Wo¿, Anna; 1846 – 1907
  • Maurer; Jakob; 1816 – 1900

Grab der Familie Maurer auf dem Alten Südfriedhof München (September 2012)

#16 – 13 – 36 (Berchem · Eichthal)


Grab der Familien Berchem · Eichthal auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#16 – 13 – 37·38 (Hinker)


HINKER FAMILIENGRAB

ANTON HINKER
BÜRGERL. BRANNTWEINER
20. AUG. 1790 7. OKT. 1854
CRESCENTIA GEB. HIEBEL
4. OKT. 1792 14. JUNI 1830
XAVERIA GEB. SCHMEDERER
VON TÖLZ
15. AUG. 1809 18. DEZ.1836
JOHANN BAPTIST HINKER
BÜRGERL. BRANNTWEINER
16. AUG. 1833 28. MÄRZ 1906
THERESE GEB. BLETSCHACHER
8. JUNI 1832 23. MÄRZ 1908


  • Hinker, Anton; 20.8.1790 – 7.10.1854 (München); Branntweiner
  • Hinker, Johann Baptist; 16.8.1833 – 28.3.1906; Branntweiner
  • Hinker, Kreszentia (vh) / Hiebel (gb); 4.10.1792 – 14.6.1830 (München); Branntweiners-Gattin
  • Hinker, Therese (vh) / Bletschacher (gb); 8.6.1832 – 23.3.1908
  • Hinker, Xaveria (vh) / Schmederer (gb); 15.8.1809 – 18.12.1836 (München); Branntweiners-Gattin

Grab der Familie Hinker auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#16 – 13 – 39·40 (Krause)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Krause, Anna (vw); – (29).9.1845 (München), 83 Jahre alt; Schneiders-Witwe
  • Krause, Ferdinand; – (29).12.1870 (München), 3 Jahre alt; Tuchscherers-Sohn
  • Krause, Ferdinand; – 11.7.1859 (München), 63 Jahre alt; Tuchscherer und Spinnereibesitzer
  • Krause, Friedrich; – (15).1.1872 (München), 1 Jahr alt; Tuchscherers-Sohn
  • Krause, Johann; – 15.11.1857 (München), 69 Jahre alt; Tuchscherer
  • Krause, Walburga (vw); – (15).5.1860 (München), 59 Jahre alt; Tuchscherers-Witwe
  • Krause, Walburga; – (18).8.1876 (München), 1 Tag alt; Privatiers-Tochter
  • Krause, Walburga; – (24).11.1867 (München), 9 Monate alt; Tuchscherers-Tochter

Grab der Familie Krause auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#16 – 13 – 42 (Tillmetz)


Grabstätte
der
Familie Tillmetz.

Hier ruhen die lieben Eltern
Franz und Emma
Tillmetz
deren Söhne
Edmund Tillmetz
kgl. Rechnungskommissär,
geb. 26. Dez. 1834, gest. 9. Feb. 1889.
Rudolf Tillmetz
kgl. Kammervirtuose
u. Professor,
geb. 1. April 1847, gest. 25. Jan. 1915.
Dessen Gattin
Elise Tillmetz
* 2.I.1853 † 17.VII.1935.

Sockel
Dr. Oskar Tillmetz
Sanitätsrat
* 17.12.187¿ † 26.8.1942.
Frau Else Tillmetz
* 10.1.1883 † 22.10.1960


  • Tillmetz, Edmund; 26.12.1834 – 9.2.1889; Rechnungskommissär
  • Tillmetz, Elise (vw); 2.1.1853 – 17.7.1935; Kammermusikers-Witwe
  • Tillmetz, Else [in memoriam]; 10.1.1883 – 22.10.1960
  • Tillmetz, Emma (vh)
  • Tillmetz, Franz
  • Tillmetz, Oskar, Dr.; 17.12.187¿ – 26.8.1942; Sanitätsrat
  • Tillmetz, Rudolf; 1.4.1847 (München) – 25.1.1915 (München); Professor und Kammermusiker (Flöte)

Grab der Familie Tillmetz auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#Rudolf Tillmetz

* 1.4.1847 (München)
† 25.1.1915 (München)
Professor und Kammermusiker (Flöte)

#Bayerischer Kurier (25.5.1864)

Zum ersten Male fand am 22. Mai die musikalische Matinee des Philharmonischen Vereins wieder im großen Saale des k. Odeons statt. Der erste Satz aus Hummels reizend gearbeitetem, sehr melodischem Pianoforte-Konzert in As eröffnete daselbe. Frl. Hulda Knorr erwarb sich dabei durch ihr technisch sehr gewandtes, kräftiges, inniges, und doch von aller Sentimentalität freies Spiel reichen Beifall. Die gleiche Auszeichnung wurde dem jugendlichen Flötisten Herrn Rudolf Tillmetz zu Theil. Seit wir denselben nicht mehr gehört, ist sein herrliches Talent zu noch schönerem Durchbruch gekommen; uns dünkt es, daß sein Ton noch voller, geschmeidiger und seelenvoller als früher geworden sei.

Bayerischer Kurier Nr. 142. München; Mittwoch, den 25. Mai 1864.

#Augsburger Postzeitung (5.11.1873)

Vermischtes.

München. (Concerte.) Das dritte Concert der dießjährigen Saison nahm die Geduld der Hörer weniger in Anspruch, da es dankenswerthe Mannigfaltigkeit bot. Hr. Rudolf Tillmetz, Flötist unseres kgl. Hoforchesters, veranstaltete am 25. im großen Museumssaal ein Concert, wobei sich Frau Diez, Frl. Eugenie Menter, Hr. Kammermusiker Strauß und Hr. Hofmusiker Benno Walter betheiligten. Der Concertant, welcher durch seine eminente Technik eine hervorragende Stelle im kgl. Orchester einnimmt, hatte leider im großen Ganzen eine unglückliche Wahl getroffen; außer einem sehr hübsch gearbeiteten Concert eigener Composition, spielte er ein dankenswerthes Adagio für Flöte von Rheinberger und ein Grand-Rondeau von Kalliwoda, dem wir die Berechtigung, im Concertsaal zu vegetiren, unbedingt absprechen müssen. Doppler's Nocturne für Flöte, Violine, Horn und Pianoforte erweckte wegen seiner Besetzung Zweifel in uns; wir vermuthen, daß hier das Horn für das Cello eintrat; die Violine nimmt sich in dieser Zusammenstellung gar zu dünn und dürftig aus und läßt das Horn die übrigen drei Instrumente nicht aufkommen. Im Uebrigen ist die Composition gefällig und leicht. Die von Herrn Tillmetz vorgetragenen Piecen erfreuten sich der lebhaftesten Anerkennung und stimmen auch wir vollkommen zu, doch störte uns die auffällige Kurzathmigkeit des Virtuosen.

Außerordentliche Beilage zur Augsburger Postzeitung Nr. 260. Mittwoch, den 5. November 1873.

#Münchner Neueste Nachrichten (22.1.1889)

Theater, Literatur und Wissenschaft.

(Auszeichnung.) Der k. Kammermusiker und Lehrer der k. Musikschule, Rudolf Tillmetz, wurde von dem Prinzen Ludwig Ferdinand zum Kammervirtuosen ernannt.

Münchner Neueste Nachrichten No. 35. Dienstag, den 22. Januar 1889.

#Münchner Neueste Nachrichten (30.10.1889)

(Jubiläum.) Der rühmlichst bekannte erste Flötist des k. Hoforchesters, Herr Rudolf Tillmetz, k. Kammermusiker, Lehrer an der k. Musikschule und Kammervirtuos des Prinzen Ludwig Ferdinand, feiert am 1. November sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum. Der Künstler begann somit seine Thätigkeit in unserem Orchester schon mit der Richard Wagner'schen Kunstperiode (1864–1868), wirkte weiter 1883 bei den Parsifal-Aufführungen in Bayreuth mit, machte mehrere Kunstreisen und ist auch mit Kompositionen des Oefteren erfolgreich hervorgetreten, namentlich fanden die für sein Instrument geschriebenen »Schulen« in weitester Ferne dankbare Anerkennung. Auch bekleidete Tillmetz viele Jahre die Stelle eines Musiklehrers am k. Kadettenkorps.

Münchner Neueste Nachrichten No. 502. Mittwoch, den 30. Oktober 1889.

#Münchner Neueste Nachrichten (2.11.1904)

Theater und Musik.

Rudolf Tillmetz, der vortreffliche Flötenmeister unseres Hoforchesters begeht, am 1. November das Jubiläum seiner vierzigjährigen Tätigkeit in diesem Künstlerverbande. Am 1. April 1847 geboren, trat er 1864 als 17jährger Kunsteleve in das Hoforchester ein, nachdem er bereits ein Jahr früher aushilfsweise dort Verwendung gefunden hatte. Am 1. April 1867 erfolgte seine Anstellung als k. Hofmusiker und zehn Jahre später wurde ihm der Kammermusiker-Titel verliehen. Wer an dem Münchner Musikleben näheren Anteil nimmt, kennt die ausgezeichneten Leistungen, durch die sich Tillmetz nicht nur als Orchestermitglied, sondern namentlich auch als Kammermusikspieler und als trefflicher Lehrer seines Instrumentes einen berühmten Namen gemacht hat. Seine erfolgreiche Tätigkeit wurde im Laufe der Jahre durch verschiedene hohe Auszeichnungen anerkannt. so erhielt Tillmetz im Jahre 1894 die Ludwigsmedaille, Abteilung für Kunst und Wissenschaft, 1900 den Professortitel, 1903 den Verdienstorden vom hl. Michael 4. Klasse (neuer Ordnung); ferner im Jahre 1898 das Ritterkreuz des k. spanischen Ordens Isabellas der Katholischen. Außerdem führt er den Titel eines Kammervirtuosen Sr. k. Hoheit des Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern. Möge es dem verdienten Künstler beschieden sein, noch viele Jahre in ungeminderter Rüstigkeit seiner segensreichen Tätigkeit nachzugehen.

Münchner Neueste Nachrichten No. 512. Mittwoch, den 2. November 1904.

#Münchner Neueste Nachrichten (27.1.1915)

Theater und Musik.

Professor Rudolf Tillmetz, der ausgezeichnete Flötist, ehemals Lehrer für Flöte an der kgl. Akademie der Tonkunst, ist nach kurzem Leiden gestorben. Tillmetz wurde am 1. April 1847 zu München geboren. Er war Schüler von Theobald Böhm, wurde bereits 1864 als erster Flötist im Hoforchester angestellt, 1869 auch als Musiklehrer am Kadettenkorps. 1877 wurde er zum Kammermusikus und 1883 zum Flötenlehrer an der kgl. Musikschule ernannt. Tillmetz rief mit Franz Strauß und Reichenbächer regelmäßige Kammermusikaufführungen mit Blasinstrumenten ins Leben. Er gab heraus 24 Studien für Flöte Op. 12, 26 Studien in allen Tonarten und Melodische Studien Op. 29. Im Jahre 1913 trat Tillmetz von seinem Lehramt zurück. Mit ihm ist ein Künstler aus dem Leben geschieden, der in stiller Arbeit viel zur Hebung der musikalischen Bildung getan hat. Als ausübender Künstler wird er gar manchen Besuchern der Hofoper und den Freunden edler Konzertaufführungen in dankbarer Erinnerung bleiben.

Münchner Neueste Nachrichten No. 47. Mittwoch, den 27. Januar 1915.

#Münchner Neueste Nachrichten (29.1.1915)

Lokales
München, 28. Januar

Hof- und Personalnachrichten

Prof. Rudolf Tillmetz †. Der bekannte Künstler, dessen Lebenslauf an dieser Stelle geschildert wurde, fand am Donnerstag nachmittag im Südl. Friedhof seine letzte Ruhestätte. Eine große Anzahl von Trauergästen aller Kreise, darunter Kultusminister Dr. v. Knilling, Oberbürgermeister Dr. v. Borscht, Hofopernregisseur Prof. Fuchs, Beamte der Generalintendanz, Mitglieder des Hoforchesters und Lehrer der Akademie der Tonkunst folgten mit den Angehörigen dem kranzgeschmückten Sarge. Nach der Einsegnung widmete namens der Mitglieder des Hoforchesters und der Musikalischen Akademie Kammermusiker Bihrle »dem lieben Freund und Kollegen, dem großen Künstler, der mehr als vierzig Jahre eine hervorragende Zierde unseres Hoforchesters war, dem vornehmen Menschen« Kranz und Nachruf.

Münchner Neueste Nachrichten No. 52. Freitag, den 29. Januar 1915.

#16 – 13 – 43·44 (Tillmetz)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Tillmetz, Emma (vh); – 3.3.1854 (München), 43 Jahre alt; Cafetiers-Gattin
  • Tillmetz, Franz; – (20).2.1897, 88 Jahre alt; Privatier

Grab der Familie Tillmetz auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2015)

#16 – HZ – 1·2 (Löffler)


* 1822 † 1866
AUGUST LÖFFLER
LANDSCHAFTS-
MALER
RADIERER-
LITHOGRAPH-

Sockel
Familien-
Grab


  • Löffler, August; 24.5.1822 (München) – 19.1.1866 (München); Landschaftsmaler, Lithograph und Radierer

Grab der Familie Löffler auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

Grab der Familie Löffler auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#August Löffler

* 24.5.1822 (München)
† 19.1.1866 (München)
Landschaftsmaler, Lithograph und Radierer

#Kunst-Chronik (16.2.1866)

Löffler, August, geb. zu Augsburg, einer der trefflichsten deutschen Landschaftsmaler, gleich geachtet als Mensch wie als Künstler, starb zu München am 19. Jan. im 44. Lebensjahre. Anfangs durch Heinrich Adam, dann unter Karl Rotmann's Einfluß gebildet, that er sich zuerst durch einen Karten, »Die wilde Jagd« und später durch seine Mitwirkung an dem unter Halbreiter's Namen bekannten »Oelberg-Panorama«, welches gegenwärtig, als Geschenk des jüngstverstorbenen Königs Max II. von Bayern, im Lateran zu Rom sich befindet, rühmlich hervor. Durch diese Arbeit war die Sehnsucht nach dem Orient in ihm erweckt. Nachdem er schon früher Triest und Oberitalien bereist, brachte er die Jahre 1850 und 1851 an den heiligen Stätten der biblischen Geschichte und in Aegypten zu und widmete, auf einer dritten Fahrt nach dem Süden (1853), Athen und dem Inneren Griechenlands ein tief in Natur und Geschichte eindringendes Studium. Zahlreiche Wand- und Staffeleigemälde, Kartons und Skizzen waren die Früchte dieser langjährigen Reisen. Einige von Löffler's Bildern, darunter Ansichten von Betlehem und Damaskus, finden sich in der Wilhelma bei Stuttgart. Zwei und dreißig seiner Blätter aus dem Orient ließ der Lloyd in Triest unter dem Titel: »Der malerische Orient«, mit deutschem und französischem Text, in Stahlstich publiciren. Vier stereochromische Wandgemälde, 14 Fuß lang und 7 Fuß hoch, die vier Hauptmittelpunkte der alten Welt, Memphis, Jerusalem, Athen und Rom darstellend, schmücken einen Saal des Badetablissements in Kochel am Kochelsee. Ein noch größeres Gemälde ähnlicher Art endlich führte Löffler vor Kurzem im Auftrage des Herrn v. Hirsch in Brüssel aus. Eine virtuose Beherrschung der Mittel, ein scharfer Blick für den eigenthümlichen historischen Reiz der orientalischen Natur und in seinen besten Werken der große monumentale Zug der Schule Rottmann's bilden seine hauptsächlichen Vorzüge. Als ein liebenswürdiger bescheidener Gesellschafter überall gern gesehen, folgte er im letzten Herbst der Einladung einer befreundeten Familie in Schlesien und hier scheint sich das Lungenleiden, das vielleicht versteckt in ihm lag, zuerst in besorgnißerregender Weise gezeigt zu haben. Nach mehrmonatlicher Krankheit, die nur bisweilen einen schwachen Hoffnungsschimmer ließ, ist er in der Blüthe seiner Künstlerkraft dahingeschieden.

Kunst-Chronik Nr. 3 und 4. Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst. Leipzig; 16. Februar 1866.

#Zeitschrift für bildende Kunst (1866)

August Löffler.
Mit Abbildung.

Wir kennen nur Vergangenheit, die Zukunft
Ist Räthsel. Vor dem Räthsel stehst Du, starrst
Es an. Des Lebens Faden ist versponnen;
Doch weiter dreht die Spule sich der Zeit,
Schon spannt er bis zum äußersten, – er reißt –
Dann? dann? .. Du rufst Lebwohl; so fest
Wie Du durch's Leben gingst, so unerschrocken,
Mannhaft und ruhig in der Pflicht Erfüllung
Pochst Du an's dunkle Thor, worin das Leben
Für uns verschwindet, an des Todes Pforte.
Wohin sie führt, wir wissen's nicht. Wir wissen
Nur Eins, daß Alle sie durchwandelt haben,
Die je gelebt und sie durchwandeln werden,
Die leben werden. Und Du lächelst ruhig,
Da sie sich öffnet, statt davor zu bangen.

Im dunklen Mutterleibe lebten wir
Das erste Leben und der Mutter Wehen,
Da wir von ihr gerissen wurden, war's
Nicht schmerzhaft, schien es nicht der Tod zu sein?
Nicht Tod das Leben, das wir jetzt allein
Für Leben achten? Nun ein neuer Tod
Uns diesem Leben unter Schmerzen nimmt,
Sollt's nun nicht sein wie damals? Schön'res Leben,
Mit dem das jetz'ge nimmer zu vergleichen?
So sprichst Du lächelnd .. Alle, die ich liebte,
Die mich geliebt, lebt wohl!
Auf Wiedersehn ....

Es ist keine Biographie mit Aufzählung aller Werke des dahingeschiedenen, so tüchtigen und trefflichen Künstlers, die wir hier geben wollen. Sein Leben voll Ringen und Belohnung noch einmal an uns vorüber ziehen zu lassen und einige Erklärungen hinzuzufügen, wie wir sie in Bezug auf die Thätigkeit eines Künstlers für wünschenswerth halten, das ist die Aufgabe, welche wir uns gestellt haben.

August Löffler ward im Jahre 1822 zu München geboren. Der Wunsch seiner Eltern wäre gewesen, daß er gleich manchen seiner Vorfahren und Verwandten Theologie studire, aber der Künstlerdrang überwog in dem Jünglinge. Er wollte Maler werden. Seine erste Anleitung empfing er von Heinrich Adam. Den tiefsten, sein ganzes künstlerisches Leben bestimmenden Eindruck bekam er aber durch Rottmann's Landschaften unter den Arkaden zu München. Rottmann's Sohn, der sich ebenfalls zum Maler heranbilden wollte, machte ihn dann mit dem verehrten Meister selbst bekannt, doch beschränkte sich sein Verhältniß zu diesem auf einige Unterweisungen, welche er von ihm bei Vorlage von Studien erhielt. Sein Schüler im eigentlichen Sinne des Wortes war er nicht. Sollte man nicht meinen, daß man aus den Jugendeindrücken das spätere Streben und Leben des Künstlers gleichsam vorausdeuten könne? Die Arbeiten des Vaters, der als Kupferstecher im topographischen Bureau angestellt war, wiesen den Knaben auf Genauigkeit, Sorgfalt, sichere Linienführung; die Landkarten, welche der Vater arbeitete und von denen Löffler sein Lebenlang ein großer Liebhaber blieb, lenkten seinen Sinn auf die Ferne und Fremde; und zwar war es hier vor Allem der Orient, der die Phantasie des im frommen Elternhause eifrig die Bibel lesenden Knaben gefangen genommen hatte. Aus den Arkadenlandschaften, die er wieder und wieder sah, studirte, kopirte, sog er gleichsam seinen Stil. Ihr Stil ward ihm fast der Stil überhaupt und aus ihnen ist auch eine Besonderheit mancher Löfflerschen Bilder zu erklären, die ihm nicht selten vorgerückt worden ist. Wir wollen hier absehen von dem Bestreben, mit möglichst wenigen, einfachen Linien zu wirken, und besonders darauf verweisen, daß Löffler durchgängig das so beliebte Detail des Vordergrundes verschmähte. Lächelte er häufig mit Recht über die Forderungen, die auch in Werken großen Stils thörichter Weise das Kleinliche nicht vermissen wollen, so mißachtete er sie auch nicht selten da, wo der Gegenstand erlaubt hätte, diesem Geschmack Rechnung zu tragen, ja auch wohl da, wo eine Detailbehandlung geboten war. Nicht aus einseitiger Versteifung freilich in solchem Fall, sondern in der festen Ueberzeugung, daß man dem Modegeschmack des Bestechenden stets entgegen treten solle und ihm auch nicht einmal dem Scheine nach Opfer bringen dürfe. Lieber solle man sich zu weit auf die Seite des strengeren Stils stellen, als auch nur an geleckte Manier streifen. So werde das wahre Gleichgewicht am besten hergestellt. Die Größe eines solchen principiellen Handelns für den ausübenden Künstler, der auf den Erlös seiner Arbeiten angewiesen ist, und in dieser Weise verschmäht, dem Geschmack des Publikums im geringsten zu schmeicheln, wie viele begreifen sie! Wie wenige denken daran! Wie oft wird voreilig ein Tadel über Künstler hingeplappert, die man für die Charakterfestigkeit und Aufopferung bewundern müßte, mit welcher sie das für richtig Erkannte durchfechten. Glücklich diejenigen, die wie Löffler so bedeutend und fest dastehen, daß sie einen solchen Kampf wagen dürfen, ohne ihren Ueberzeugungen zum Opfer zu fallen.

Unermüdlich schritt Löffler vorwärts. Zu rastlosem Fleiß zwangen die sehr einfachen Verhältnisse, in denen er erwuchs, die dagegen freilich reich an Trefflichkeit, Liebe und Pflichterfüllung waren. Er kannte die gewöhnlichen rauschenden und wilden Vergnügungen der Jugend nicht. Er und der Kreis seiner – fast alle bedeutend gewordenen – Freunde bewiesen, daß Jugendfrische, Heiterkeit und Enthusiasmus nicht so nothwendiger Weise mit dem Weinpokal oder dem Bierhumpen oder in anderen Vergnügungen anderer Art aufgefrischt werden müssen, wie Viele wähnen. Was ich geworden bin, sagte uns der Künstler mit gerechtem Stolze, das habe ich aus mir gemacht. Ich hätte mich auch wohl oft ins Wirthshaus setzen mögen, aber für das Geld, welches Andere vertranken, habe ich meine schönen weiten Reisen gemacht. Ich möchte meine damalige Entsagung wahrlich nicht gegen ihre dumpfen Freuden eintauschen.

Die meisten seiner Landschaften dieser ersten Zeit behandelten Ansichten aus der Umgebung Münchens, Isaransichten vorzüglich. Seine Farbe in Oel war etwas schwer und düster; seine Aquarelle schon damals ausgezeichnet. Mit Eifer betheiligte er sich an den Untersuchungen und Arbeiten der Professoren Schlotthauer und Fuchs und malte mehrere Landschaften, bei welchen die neue Methode, Wandgemälde durch Anwendung von Wasserglas zu sichern, angewandt wurde. 1846 machte er den ersten größeren Ausflug südwärts der Alpen nach Istrien und Venedig, an Geld arm, an Freuden reich. Hier, an der Südseite der Alpen sah er nun Formen über Formen, bei denen ihm so recht die Seele aufging. Diese Eindrücke ließen ihm keine Ruhe mehr. Ein großes Rundgemälde von Jerusalem, ausgeführt für Herrn U. Halbreiter nach dessen Skizzen, weckte seine Sehnsucht nach dem Süden und dem stets ersehnten Orient noch unwiderstehlicher. Für dieses Bild malte C. Piloty die Staffage. Er soll es gewesen sein, der beim Zusammenarbeiten durch seine kräftige Lichtwirkung auch Löffler zu einer helleren Farbengebung veranlaßt, die nun die früher dunkle und schwere mehr und mehr verbannte. Im Jahre 1849 hatte Löffler, obwohl er wegen schwerer, vieljähriger Krankheit seines Vaters auch für seine Familie zu sorgen hatte, die Mittel gewonnen, seinen Lieblingswunsch auszuführen und den Orient zu bereisen. Nach besten Kräften durch das Studium der Land- und Ortskunde vorbereitet – auch Colleg über arabische Sprache hatte er gehört, – ging er über Triest dahin und durchzog länger denn ein Jahr Aegypten, Palästina und Kleinasien, seine Studienhefte mit jenen Skizzen und Ansichten füllend, welche jetzt als Gemälde in so manchen Gallerien prangen. Hatte er so die seit frühester Jugend gehegten Wünsche durch eiserne Beharrlichkeit zur schönen Erfüllung gebracht, so litt es ihn nun nicht länger, Hellas fremd zu bleiben, auf welches Rottmann so herrlich in seinen griechischen Landschaften verwies. 1853 ging er, seinen Freund L. Thiersch begleitend, nach Athen. Wiederum auch wissenschaftlich rastlos sich belehrend, eroberte er sich und seiner Kunst nun auch Griechenlands geweihten Boden, ihn auf beschwerlichem Ritt nach allen Richtungen durchziehend. Nach einem Jahre kehrte er zurück, reich an Eindrücken und begeisterter denn je für sein Schaffen. In dem kurzen Zeitraum bis 1858 entstand eine ungewöhnlich große Anzahl seiner schönen Landschaften aus dem Orient und Griechenland. Am bekanntesten sind mehrere der zu Stuttgart im Besitz des Königs von Würtemberg befindlichen Gemälde geworden. Sie befanden sich nebst seinem großen »Delphi« und zwei großen Kartons (Findung Moses und Erscheinung Gottes im brennenden Busch, Nil- und wilde Bergwüsten-Landschaft) auf der historischen Kunst-Ausstellung zu München 1858. Auf die vom Lloyd im Stich herausgegebenen 32 Orientansichten (Text von Dr. M. Busch) wollen wir hier gleichfalls verweisen. Das Jahr 1850 brachte eine Art Stockung und eine Zeit lang auch Wandelung, die ziemlich schwer auf dem rastlosen, sonst so sicheren Künstler lastete und ihm manche Stunde seiner schönsten Zeit des Lebens trübte. Er wollte eine geliebte Braut heimführen und gerade jetzt schien Ebbe in seiner künstlerischen Produktion einzutreten, wo er auf hoher Fluth mit vollen Segeln so gern gefahren wäre. Es war nach fast übermäßiger Anstrengung nur ein kurzes Ausruhen, eine Erholung, um einen neuen, höheren Anlauf zu nehmen; doch machen ja alle solche Pausen und Übergangszeiten auf den Künstler, der plötzlich den kräftigen Schaffensdrang nicht mehr wie sonst spürt und sich schwankend sieht, wo er früher ruhig und sicher seines Weges schritt, einen beunruhigenden Eindruck. So sahen wir den sonst so meisterlich sicheren, völlig in sich festen Künstler eine Zeitlanz schwanken, aber sogleich das Richtigste thun: nach engem Anschluß an die umgebende Natur greifen. Verschiedenes kam zusammen. Er hatte sich dem Orient und der stilvollen Behandlung mit solcher Ausschließlichkeit hingegeben, selbst seine Studien, die er namentlich in dem von ihm so sehr geliebten Kochel am Kochelsee machte, wohl darauf hingearbetet, daß er des Ausruhens bedürftig war, wenn er die volle künstlerische Freiheit des Blickes nicht verlieren wollte. Dann aber überwog die heitere, ja selige Gegenwart, so schön, wie sie nur sich Phantasie träumen kann, zu sehr, um nicht auch die machtvollste künstlerische Erinnerung in den Hintergrund treten zu lassen. Man liebt nicht ungestraft an einem grünen Gebirgssee und versenkt sich mit allen Gefühlen in unser deutsches Leben und Weben, wie es Liebe noch mächtiger offenbaren läßt, wenn die Phantasie im Orient weilen soll. Künstler vergessen häufig, daß man in dieser Weise nicht zweien Herren dienen kann. Löffler that das Richtige. Er setzte für eine Zeit den Orient bei Seite, schob die groß stilisirten Weitbilder zurück und malte den Kochler Wasserfall, die Felsschlucht und andere Bilder ähnlicher Art. Ja in diesen Zeiten konnte er sich auch mit reinen Stimmungslandschaften befreunden, die ihm, dem Meister schöner Linienführung und klarer Komposition, sonst zum mindesten gleichgültig waren. Er selbst schuf mehrere kleine Skizzen, die nur in Bleifeder oder leicht getuscht, von einer Stimmungskraft waren, wie wir sie kaum für möglich gehalten hätten. Eine Zeichnung – trüber Herbstabend; Ecke am See, über ihn hinaus Aussicht auf Rohr und die öde Hügelreihe darüber – hat vor Allen in ihrer tiefen, öden Melancholie einen unauslöschlichen Eindruck auf uns gemacht. Seit seiner Verheirathung im Jahre 1860 ward inmitten seines idyllischen häuslichen Glück's seine Phantasie gleichsam wieder frei und erhob sich mit verstärkter Kraft und Freude. Die unmittelbaren Eindrücke wichen, in alter Gluth mit höherer Freiheit und frischerem Blicke kehrte er zu seiner gewohnten Weise zurück. Schöne, leider so kurze Epoche, die noch so viel, so Bedeutendes versprach! »Meine Jahre mahnen mich, schrieb uns der 42jährige Künstler, aber ich lache dazu; ich fühlte mich noch nie so jung.« Nun blühte ihm wieder die gute Stunde, auf deren Kommen er eine Zeit lang harren mußte, wo er uns schrieb: »Alle Begeisterung, alles ideale Schaffen läßt sich, wie Du selbst weißt, nicht erzwingen; wenn ich denke, ich muß arbeiten, so entfernt sich die Muse immer mehr, und nicht arbeiten, warten, bis der heilge Geist über mich komme – da werd' ich gleich des Teufels. Man muß die gute Stunde fassen und die wird auch mir wieder blühen.« Sie blühte, wie eine Reihe von Landschaften (Athen, Straße nach Eleusis, Jerusalem, Baalbeck-Tempel, Nillandschaft, Gardasee, Kochelsee) bezeugen, von denen einige zu dem Besten gehören, was er geschaffen hat. Dazu öffnete sich ihm eine neue Aussicht. Daß sie so wenig hat erfüllt werden sollen, kaum können wir uns darüber für den Künstler trösten. Stets hatte Löffler die Stereochromie mit Eifer verfolgt. 1859 hatte er, von Anderem abgesehen, die Landschaften an Liebigs Hause gemalt. Nun 1863 und 64 malte er für seinen Schwager in dessen Gesellschaftssaal des Bades Kochel vier große Wandbilder (14' breit und 7' hoch), Memphis, Jerusalem, Athen und Rom, die des größten Aufsehens hinsichtlich der stereochromischen Wandmalerei würdig waren, von denen namentlich Athen ein meisterhaftes, herrliches Werk ist. Hier war für ihn der Boden seines auf schöne Komposition, sichere, klare Linienführung besonders angelegten Stils. Hier wirkte die Einfachheit des Aufbaues; seine Verschmähuug, durch den Vordergrund an- und somit von der Hauptsache abzuziehen, womit manche Künstler nur des Vordergrundes wegen zu malen scheinen gleich schlechten Erzählern, die hinter einer hübschen ausgearbeiteten Eingangsschilderung Trivialität und Langweiligkeit verstecken – die Verschmähunng solcher Anziehungsmittel, hier war sie voll am Platze. Er selbst war stolz auf die Sicherheit und Schnelligkeit, die er hierbei bewiesen hatte. Jerusalem entstand »ohne Skizze, der Phantasie allein vertrauend«. Im selben Jahre wurde er nach Brüssel gerufen, wo er für Baron von Hirsch stereochromisch ein 15' hohes Wandgemälde malte. Wir kennen dasselbe nur aus der Skizze: südliche Landschaft, hohes Gebirg auf einer Seite, Meeresfläche und große Wolken auf der andern, felsige Küste im Vordergrunde. Das Motiv dieser großen, kühnen Komposition wird man in den Gebirgsmassen des Herzogenstandes und Heimgartens am Kochelsee finden und daran Motiv und Ausführung studiren können. Es ward ihm wohl zuweilen eine zu große Treue gegen die Naturansicht vorgeworfen – sein wahres Wesen hing sich zuweilen selbst an seine Idealthätigkeit und übte auf sie einen für diese Sphäre nicht gerechtfertigten, einschränkenden Einfluß, der ihn nicht immer frei genug mit dem Stoffe schalten und walten ließ – jetzt war in allen Schöpfungen die heitere, hochschwebendc Freiheit gewonnen. Als wir vorigen Herbst die Werke seiner letzten Periode sahen, glaubten wir, daß der Künstler sich und seiner Kunst die Bahnen zu ganz unerwarteten Zielen öffnen würde. Auf seiner Staffelei standen eine Nillandschaft und der Kochelsee, Gebirge und See, in Abendgluth. Es war sein Sonnenuntergang. Er hatte nach Italien gehen wollen. Die Cholera schreckte ihn zurück und er nahm nun eine Einladung nach Schlesien an, wo er sich erkältete und todtkrank nach München zurückkehrte. Seine Gesundheit war, seit er das griechische Fieber durchgemacht hatte, nicht die stärkste gewesen; er neigte zu Fiebern. Doch gab es keinen Menschen, der sich mehr auf seine von Jugend auf geübte Abhärtung verließ, als ihn. Diesmal freilich fühlte er, daß sein Uebel an den Lebenswurzeln zehre. Eine Lungenkrankheit hatte sich entwickelt. Vier Monate lang litt er, dann nahm ihn der Tod seiner Gattin, seinen Verwandten und Freunden, die in ihm den bravsten, den trefflichsten Menschen jetzt beweinen.

Eine offenere, wahrhaftere Seele kann nicht gefunden werden; wer einmal durch die äußere Schaale seines eigenthümlichen Wesens hindurchgedrungen war, der mußte ihm gut sein. Wer ihn näher kannte, liebte ihn. Zu Anfang mochte er durch seine Disputirfreude und durch rücksichtslose Angriffe gegen das, was ihm verhaßt war, was Andere aber öfter schweigend hinnehmen und ertragen, reizen und zurückstoßen. Wer für wahrhaftes Wesen und Selbständigkeit Sinn hat, der fühlte sich bald angezogen. Er war in mehr als einer Hinsicht original. Sein Stoicismus gegen alle körperlichen Empfindungen war bekannt. Er verachtete Kälte wie Hitze. Den heißesten Sommertag fand er nicht heiß. Wenn Alles sich in Pelze hüllte, lief er bei klirrendem Frost wo möglich im einfachen Röckchen, ein Anblick zum Frieren für jeden, der ihn sah, und lachte die Frierenden aus.

Weihnachten 1859 badete er mit zwei Bekannten in einer eisfreien Stelle des Kochelsees, um den schönen Sonnenschein des Tags zu feiern. In Genügsamkeit, in Ertragung von Strapazen wetteiferte er, wenn es Noch that, mit jedem Hadschi. Nicht Trank, nicht Speise, wie sehr er das Gute zu schätzen wußte, bekümmerte ihn. Das Einfachste war ihm genügend und war er dabei so froh, wie beim leckeren Mahle. Ertragung von Anstrengungen, unter denen Andere sich herabgestimmt fühlten, machte ihm Freude. Als Fußgänger war es seine Lust, seinen Genossen wo möglich niederzulaufen. Fleisch und Fett hatte er dabei allerdings nicht zu tragen. Er war hager und sehnig wie ein Wüstensohn. Sonnverbrannt glich er einem solchen täuschend. Vielleicht hat er seinem sonst nicht gerade starken Körper durch Ueberanstrengung auf den beschwerlichen Reisen, dann aber auch daheim, doch zu viel zugemuthet. Bitten und Warnungen, sich mehr zu schonen, kümmerten ihn nicht viel. So mäßig er war, so fröhlich beim Becher; aber Wein mußte es sein. Hinsichtlich seines vaterländischen Getränkes, war er kein echter Sohn Münchens. Bier als Festgetränk, anders als zur einfachsten Stillung des Durstes, war ihm widerlich. Aber dem Weine konnte er mit hafisischem Behagen zusprechen, wie denn Hafis auch sonst in seinem Hasse alles Dunkelwesens sein Vorbild war. Nur das Wahre und Klare, das Lichte und Freudige war sein Leben. Reine, einfache Verhältnisse, wie in seinen Bildern, Klarheit, nichts Mysteriöses, ein reines, starkes Gefühl, in dem er sich kräftig nach Neigung und Abneigung wie im Licht und Schatten seiner Gemälde zeigte – das wollte er und befriedigte ihn allein. Pfäfferei und Tyrannei hatte seinen vollsten, im Ausdruck durch nichts zu hemmenden Haß. Doch nur das Ueble, nie traf er Menschen. Bitterkeit, Groll kannte sein in sich geschlossenes und voll befriedigtes Wesen nicht, das durch seine Abgeschlossenheit und Einfachheit einen so originalen, erfreulichen, für den näheren Betrachter antiken Eindruck machte. Besonders in seiner Krankheit trat dies in einer Weise hervor, die auf Alle, die ihn am Rande des Lebens in seiner gleichen Ruhe sahen, um so erschütternder wirkte. Das war ein ganzer Mann, der dem Tode so ruhig und fest in's Auge sah, dem er unerbittlich verfallen war, dem er so getrost entgegen trat – dieser Anblick war oft in seiner einfachen Großartigkeit überwältigend. In der Blüthe der Kraft, glücklich, ungewöhnlichen Erfolgen entgegensehend, plötzlich herausgerissen – er blieb ruhig, hatte keine Klage, während Allen vor Jammer das Herz brechen wollte. So schied er am l9. Januar 1866. Im Leben anspruchslos, bescheiden und zufrieden, ein echter Künstler, vom höchsten Eifer und Ernst für das Schöne und als Künstler von würdigem Stolz beseelt, stets geistig strebend und in vollster Bedeutung des Worts durchgebildet, durch seine nicht unbedeutenden germanistischen, geschichtlichen, geographischen Kenntnisse ein gediegener, durch heitern Sinn bei Frohen ein erfreulicher Gesellschafter, sittlich der musterhafteste Mensch, Freund des Guten, Hasser des Schlechten, immer wahr und treu und rein – so haben wir ihn gefunden vom ersten Augenblicke der Bekanntschaft mit ihm bis an sein Ende, sein trauriges frühes Ende.

C. L.

C. L.: Zeitschrift für bildende Kunst. Leipzig, 1866.

#Kunstvereins-Bericht für 1866 (1867)

Nekrologe.

August Loeffler,
Landschaftsmaler,

geboren in München am 4. Mai 1822, entstammte einer alten Augsburger Familie, deren Glieder in früheren Zeiten in namhaften Aemtern und Würden gestanden hatten. Sein Vater war Kupferstecher im topographischen Bureau des General-Ouartiermeister-Stabes und trug gewiß durch seine verwandte Beschäftigung mittelbar dazu bei, die Neigung seines Sohnes der Kunst zuzuwenden, für welche er sich bereits in seinem 15. Jahre entschied.

Den ersten Unterricht genoß er bei dem Bruder des berühmten Schlachtenmalers Albrecht Adam, dem Landschafter Heinrich Adam und später bei dem Landschafsmaler Julius Lange. Nachdem er jedoch in seiner künstlerischen Ausbildung so weit vorgeschritten war, daß er die Meisterwerke Rottmanns zu verstehen vermochte, wählte er sich fortan ausschließlich diesen großen Landschaftsmaler zum Vorbilde.

Sehr bezeichnend für die von ihm eingeschlagene Richtung ist es, daß Loeffler eine Sammlung von landschaftlichen Radirungcn und Stichen aus der niederländischen Schule, die er besaß, mit einem Male veräußerte, um sie durch Stiche nach den beiden Poussins, Claude de Lorrain etc. zu ersetzen.

Zum Naturstudium zog es ihn der eingeschlagenen Richtung gemäß mehr nach dem Süden, so brachte er einen Sommer und Herbst in der Istrischen Hafenstadt Pola zu, wo neben dm landschaftlichen Reizen die Erinnerungen und Baureste des klassischen Alterthums eine bedeutende Anziehungskraft auf den Künstler übten. Die Frucht dieser Reise waren mehrere Bilder mit vorwiegend südlichem Charakter, in welchen er sich jedoch von einer schwankenden Befangenheit zwischen heimischen und fremdländischen Formen noch nicht loszumachen verstanden hatte.

Um diese Zeit wirkte Professor Schorn an der Münchener Akademie zunächst für Historienmalerei durch Vorbild und Unterricht im Sinne jener so schwierigen aber nothwendiqen Vermittlung zwischen sogenanntem Realismus und Idealismus, wie sie auch Loeffler für die von ihm eingeschlagene Richtung so sehr bedurfte. Stets schnell entschlossen, wenn er Etwas seinen Zwecken förderlich erkannte, erwirkte er sich den Eintritt in Schorn’s Atelier, wo er unter andern Schülern dieses Meisters auch mit Carl und Ferdinand Piloty, Ludwig Thiersch und Correns zusammentraf. Ein Bild, welches er damals im Wetteifer mit so hochbegabten Kunstgenossen ausführte, dürfte zu den Besten seiner Arbeiten zu zählen sein.

Im Jahre 1848 wurde er von dem Maler Halbreiter mit der Ausführung eines grossen Rundgemäldes der Stadt Jerusalem beauftragt. Mit gewohnter Energie machte er sich an die Ausführung dieser Aufgabe, welche um so schwieriger war, als er außer einer kleinen, von Halbreiter an Ort und Stelle aufgenommenen Zeichnung keinen andern Anhaltspunkt hatte und genöthigt war den Charakter der Gegend nach eigner Phantasie zu ergänzen. Dessen ungeachtet fand das Bild allgemeinen und unbedingten Beifall. Jetzt hatte Loeffler auch die Mittel in Händen, um seinen längst genährten Wunsch, den Süden zu sehen, in Ausführung zu bringen. Er gieng im Jahre 1849 über Triest und Griechenland nach Smyrna, um Syrien, Palästina und Egypten zu bereisen. Einige Jahre später nahm er einen längeren Aufenthalt in Griechenland, von welchem er nach fünf Vierteljahren wieder heimkehrte. Bereichert mit vielen Studien und den mannigfaltigsten Eindrücken vollendete er nach seiner Rückkehr in rascher Folge eine Reihe von Gemälden, theils nach bestimmten Motiven theils nach eigner freier Erfindung. Sie alle zeichneten sich durch schöne Verhältnisse, einen sichern bestimmten Aufbau und entschiedene Wirkung aus, durchweg Vorzüge, welche er dem Studium der Rottmann’schen Bilder verdankte. Zwei dieser Gemälde kamen in den Besitz des letztverstorbenen Königs von Preußen und sechs hatte er im Auftrag des Königs Wilhelm von Württemberg ausgeführt. Einen Cyklus in Aquarell gemalter Ansichten aus dem Orient erwarb von ihm der Oesterreichische Loyd in Triest.

Nachdem er sich im Jahre 1850 verehlicht hatte, schien für den rüstigen gegen jeden Witterungs-Einfluß gehärteten kräftigen Mann auf lange hinaus ein neuer Lebensabschnitt ruhigen und gereiften Schaffens und häuslichen Glücks sich zu eröffnen. Allein schon im August 1866 nöthigte ihn eine schwere Erkrankung einen für längere Zeit bestimmten Aufenthalt in Schlesien, wohin er zum Unterrichte einer Dame berufen war, schnell aufzugeben und der Heimath zuzueilen. Im Verlaufe der Krankheit hatte sich ein tödtliches Lungenleiden entwickelt, welchem der im kräftigsten Mannesalter stehende Künstler am 19. Januar 1867 erlag Das zahlreiche Geleite von Kunstgenossen und Freunden, welches seinem Sarge folgte, gab Zeugniß von der Liebe und Achtung, die er genossen. Er verdiente sie durch seinen biederen Charakter und sein ernstes Streben in der Kunst.

Außer seinen bereits angeführten Werken erwähnen wir noch vier großer stereochromischer Wandgemälde im Speisesaal des Kurhauses zu Kochel im bayerischen Gebirge. Sie stellen Ansichten von Memphis, Jerusalem, Athen und Rom dar; dann ein großes stereochromische« Wandgemälde im Hause des Banquiers von Hirsch zu Brüssel.

Auch König Ludwig I. ehrte das Andenken des zu frühe geschiedenen Künstlers durch Erwerbung einer Anzahl von Skizzen aus dessen Nachlaß.

Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München während des Jahres 1866. München, 1867.

#Münchener Künstlerbilder (1871)

August Loeffler,
Landschaftsmaler.

Es mag auf den ersten Blick befremden, daß Genies wie Moritz von Schwind und Carl Rottmann nie Schulen im gewöhnlichen Sinne des Wortes gebildet haben, und doch erklärt es sich einfach genug. Man kann nur was zum Handwerk gehört lehren und lernen, nicht aber das, was Meister wie die Genannten zu dem macht, was sie sind. Viele haben es versucht wie Schwind zu componiren und zu malen, und die Welt weiß zur Genüge, wie wenig dabei herausgekommen. Unter denen aber, die sich Carl Rottmann zum Vorbilde nahmen, war ihm keiner verwandter als August Löffler.

Sein Vater war Landkartenstecher in München, stammte jedoch aus der ehemaligen freien Reichsstadt Augsburg, die sich Bayern im Verlaufe der Napoleonischen Kriege annectirt hatte. August Loeffler ward am 4. Mai 1822 in München geboren und kam schon in zarter Kindheit mit Kunst und Künstlern in Berührung, da sein Vater mit dem seinerzeit sehr geschätzten Prospectenmaler Heinrich Adam, dem jüngeren Bruder Albrecht Adam's, bekannt war. Noch in späteren Jahren erinnerte er sich der heiligen Andacht, mit welcher er denselben an der Staffelei arbeiten sah. Als er dem Elementarunterricht entwachsen und Lateinschüler geworden war, trat er in lebhafteren Verkehr mit dem ihm freundlich gewogenen Künstler und zeichnete unter dessen Leitung nach Wagenbauer, Waterloo, Ruysdael, Swanefeld und Anderen, machte auch bald solche Fortschritte, daß er sich im Aquarellmalen versuchen durfte, in dem er sich später eine so seltene Meisterschaft errang. Heinrich Adam war, wenn auch kein sehr bedeutender, so doch ein höchst gewissenhafter Künstler, wie seine vielen Ansichten bayerischer Städte und Landschaften beweisen. Mit derselben Gewissenhaftigkeit führte er nun August Loeffler, nachdem er dessen unzweifelhafte Begabung erkannt und von dessen unbesiegbarem Drange nach der Kunst überzeugt hatte, den Weg, den er für den besten hielt, und sein Schüler hat nie aufgehört, ihm dafür ein dankbares Andenken zu bewahren.

Im Jahre 1839 fing Loeffler endlich an die Natur zu studiren. Aber obwohl er sein Auge an guten Mustern gebildet, wollt' es ihm doch längere Zeit nicht gelingen, das Gesehene entsprechend darzustellen, was um so begreiflicher, als er stets allein und ohne nachhelfende Anweisung war. Den Winter über saß er meist im Kupferstichcabinet und studirte neben Claude Lorrain und Poussin auch Tizian und Carracci.

Sieben Jahre vorher hatte Carl Rottmann seine italienischen Landschaften vollendet und sie prangten noch in der vollen Pracht ihrer Farbe, als Loeffler sie mit Wasserfarbe copirte. Die Arbeit des jungen Autodidakten war eine so verdienstliche, daß der Münchener Kunstverein die Blätter an sich brachte.

Seine Richtung war schon entschieden und ging nach Großheit der Auffassung und strenger Stylisirung der Zeichnung.

In jener Zeit schloß er sich enger an Carl Piloty, Ludwig Thiersch, Correns, Hamm und Gasser an; der Freundeskreis stellte sich ernste bedeutende Aufgaben, an deren Lösung auch der Landschaftsmaler lebendigen Antheil nahm. Den Carton »Die wilde Jagd«, welcher diesem Zusammenleben seine Entstehung verdankte, pflegte Loeffler zu seinen besten Arbeiten zu zählen. Mit Correns und Hamm durchreiste er 1846 Istrien und Oberitalien zu Fuß und verweilte längere Zeit in Venedig. Das folgenschwerste Ereigniß jener Periode aber war sein Bekanntwerden mit Carl Rottmann, das dessen Sohn Hermann vermittelte, welches aber nur ein flüchtiges blieb.

So kam das Jahr 1847 heran, in welchem Loeffler mit der vom Oberbergrathe v. Fuchs erfundenen und von Professor Dr. Pettenkofer weiter geführten neuen Maltechnik bekannt wurde. Lebhaften Sinnes, wie er war, interessirte er sich bald dafür und führte unter des Professors Schlotthauer Anweisung mehrere Landschaften stereochromisch aus. Auch die Bilder an Liebig's Hörsaal in München rühren von Loeffler's Hand her.

Damals war der Maler Ulrich Halbreiter eben von einer Reise nach Palästina zurückgekehrt und hatte unter zahlreichen andern Studien auch Material zu einem großen Rundgemälde von Jerusalem mit nach Hause gebracht. Er fühlte sich der Ausführung desselben nicht gewachsen und übertrug sie Loeffler, der die schwierige Aufgabe in der würdigsten Weise löste. Das sehr umfangreiche Werk wanderte durch ganz Deutschland und erntete überall wohlverdientes Lob.

Dadurch wurden dem Künstler die Mittel gegeben, seine durch die Lectüre vieler Reiseschilderungen und der Wundermärchen der tausendundeinen Nacht in ihm hervorgerufenen Jugendträume zu verwirklichen. Bereits auf seiner obenerwähnten Reise durch Istrien und Italien hatte er sich gleich Seume als ein unermüdlicher Fußgänger erprobt und machte sich im September 1849, von einigen Freunden bis Triest begleitet, nach dem Orient auf den Weg.

Smyrna mit seiner reizenden Lage und bedeutenden Umgebung hielt ihn zwei Monate fest. Von dort ging er nach Egypten hinüber und nahm in Kairo einen halbjährigen Aufenthalt, den er zu eingehenden Studien über Land und Leute benutzte. Dort lernte er die Berliner Künstler Gejer und Güterbok und den Dresdener A. Oppenheim kennen und durchreiste in ihrer Gesellschaft das heilige Land, aus welchem er Ende des Jahres 1850 nach München zurückkehrte.

Im Winter 1851 besuchte er Dresden und Berlin und zog hier die Aufmerksamkeit des Königs Friedrich Wilhelm IV. auf sich, welcher ihm den Auftrag gab »Jerusalem« und »Die Quelle des Lykus auf dem Libanon« für ihn auszuführen, zwei Bilder, welche 1852 in der Berliner Kunstausstellung sich befanden und sehr günstig aufgenommen wurden. In den Jahren 1852 und 1853 malte er einen »Palmenwald«, »Jerusalem« und einen »Wüstensturm«, welche der König Friedrich von Württemberg erwarb.

Loeffler hatte während seines Aufenthalts im Orient eine reiche Ernte an Studien gehalten, aber jener hatte immerhin nur ein einziges Jahr umfaßt und er fühlte, sie könnten unmöglich ausreichen, wenn er fortfahren wolle, ähnliche Gegenstände zu behandeln. Nicht als ob es an Motiven oder Fantasie gefehlt, aber er mußte sich sagen, daß unsere Zeit sich nicht mit allgemeinen Eindrücken begnügt, sondern vielmehr eine bis in's Kleinste gehende Charakteristik verlangt. Unsere Landschafter gehen nicht sowohl deshalb alljährlich auf's Land, um neue Motive zu sammeln und so gewissermaßen neues Material für künftige Bilder zu beschaffen, als um Herz und Sinne neuerlich durch den Anblick der ewigen Natur zu erfrischen und zu kräftigen, von ihr neue Anregungen zu empfangen.

Diese Ueberzeugung und seine unbesiegliche Wanderlust trieben Loeffler noch einmal in die Ferne. Eben bot sich eine überaus günstige Gelegenheit; sein Freund Ludwig Thiersch hatte den Auftrag erhalten, eine Kirche in Achen mit Wandgemälden zu schmücken, er ging 1853, rasch entschlossen wie er allzeit war, mit ihm nach Griechenland, das er schon zweimal umschifft, dessen Boden aber sein Fuß noch nicht betreten hatte. In der Hauptstadt sich niederlassend benutzte er den Herbst 1853 und den Frühling 1854 zu Studien dortselbst und in der Umgebung, wobei namentlich die schönen Palmen im königlichen Garten reiche Ausbeute lieferten. Den nächsten Sommer dagegen benutzte er, um zu Pferde alle Provinzen Griechenlands zu durchstreichen, die Grenzbezirke und Inseln ausgenommen, was des ausgebrochenen Krieges mit Rußland halber nicht wohl möglich war, und kehrte nach einjährigem Aufenthalte in Griechenland über Wien nach München zurück.

Die erste Frucht dieser Reise war sein großes Bild »Delfi«, welches auf der deutschen historischen Kunstausstellung zu München 1858 sowohl wegen der Größe der idealen Conception als wegen der Macht über die Farbe die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenkte.

Im Jahre 1856 besuchte Loeffler Venedig und Mailand, theils um in den dortigen werthvollen Sammlungen die alten Meister zu studiren, theils um dem geliebten Süden wenn auch nur um ein Weniges näher zu sein.

Im nächstfolgenden Jahre ward ihm vom Könige von Württemberg der ehrenvolle Auftrag, sechs Bilder aus dem heiligen Lande zu malen: Jerusalem, Bethlehem, Jaffa, das todte Meer, Saba und Damaskus. Dieser Zeit gehören auch zwei Cartons an, welche in der bezeichneten Ausstellung waren; »Die Findung Mosis« und »Gott erscheint dem Elias auf dem Berge Horeb« zählen durch die plastische Schönheit der Anordnung und die Wucht der Gedanken ohne Zweifel zu den bedeutendsten Arbeiten des Künstlers, den die Ueberzeugung durchdrang, die Landschaftsmalerei habe nicht minder als die historische und jede andere Kunst die Aufgabe, bedeutsame Gedanken in edler Sprache zum Ausdruck zu bringen.

Im Jahre 1859 machte sich eine bedenkliche Schwankung bemerkbar: seine Seele kehrte vorübergehend aus dem geliebten Oriente heim und begnügte sich mit der Umgebung des Kochelsee's; ja selbst Stimmungslandschaften entstanden in jener Zeit, so ferne sie sonst seinem Wesen lagen. Im folgenden Jahre erhob sich die Fantasie des Neuvermählten zur alten Freiheit und Kraft; er fühlte sich so jung wie nie.

Das Jahr 1860 brachte den »Meerbusen von Navarin« und den »See Genezareth«. Sprach jener durch den wohlklingenden Rhythmus der Linien und maßvolle und doch kräftige Färbung an, so zeigte dieser eine Farbenglut, die Manchen glauben machte, es könne des Künstlers Fantasie und Erinnerung dabei etwas zu weit gegangen sein. Außerdem entstanden um diese Zeit »Athen«, »Straße nach Eleusis«, »Jerusalem«, »Baalbek-Tempel«, »Nillandschaft«, »Gardasee« und »Kochelsee«, von denen einige zum Besten gehören, was Loeffler schuf.

Im Jahre 1862 malte er eine »Ansicht des Dorfes Bethanien vom Oelberge aus gesehen« und eine »Nilgegend«, welche der Künstler mit der den kleinen Moses findenden Königstochter staffirte.

Loeffler nahm den Wohlklang der Linien der griechischen Landschaft mit offener Seele in sich auf und so machen die meisten seiner Bilder den Eindruck eines melodischen Gedichtes. Das bewährte sich auch in seinem 1863 entstandenen »Athen vom Haine von Kolonos aus«. Der tiefe Ernst, der über der Stadt schwebt, rechtfertigt sich vollkommen durch die elegische Stimmung, welche sich eines jeden Gebildeten beim Anblick der Stadt des Perikles bemächtigt. Im selben Jahre stellte er eine höchst brillante »Ansicht der heiligen Stadt vom Oelberge« aus, in welcher die Farbe zu ungewöhnlicher Höhe gesteigert war.

Im Jahre 1864 sah man im Münchener Kunstvereine ein ausgezeichnetes Aquarellbild Loeffler's »Die Tempel von Baalbek und der Libanon«, ein Blatt von ernster, gewaltiger Auffassung, ein Trauerlied auf die Zeit des klassischen Alterthums. Ueberhaupt war Loeffler ein kaum erreichbarer, geschweige übertroffener Meister in der Behandlung der Wasserfarbe.

In den Jahren 1863 und 1864, während welcher er sich viel am Kochelsee aufhielt, malte er im Speisesaal des seinem Schwager gehörigen Bade-Etablissements in Kochel im bayerischen Oberlande vier 7 Fuß hohe und 14 Fuß lange Landschaften als Wandgemälde in stereochromischer Weise, wofür er als Sujets die vier Culturmittelpunkte der alten Welt: Memphis, Athen, Jerusalem und Rom gewählt hatte, von denen namentlich Athen ein meisterhaftes herrliches Werk ist. Sein Jerusalem entstand ohne jegliche Skizze; der Künstler vertraute ganz seiner Fantasie. Im selben Jahre erhielt er einen Ruf nach Brüssel, wo er für den Freih. von Hirsch ein 10 Fuß hohes und 14 Fuß langes Bild »Gebirgsgegend am Meere« ausführte.

Loeffler's Gesundheit war seit längerer Zeit angegriffen. Von der Natur nicht überkräftig angelegt, hatte er mit eisernem Willen seinem Körper auf seinen Reisen Anstrengungen auferlegt, welche derselbe zwar im Augenblicke zu ertragen vermochte, welche aber von bedenklichen Folgen begleitet wurden. Seinen Angehörigen und Freunden war es längst kein Geheimniß mehr, daß die Lungen Schaden genommen. Er kränkelte und siechte merklich hin, bis der Tod am 19. Januar 1866 seinem Leiden ein Ende machte, nachdem er sich auf einer Reise in Schlesien erkältet hatte.

Aus seinem werthvollen Nachlasse an Skizzen und Studien erwarb König Ludwig I. zweiundzwanzig in Oel gemalte Skizzen, welche vorzugsweise Ansichten aus dem heiligen Lande, dann Egypten und Kleinasien, sowie aus Griechenland wiedergeben und nun eine Zierde der Neuen Pinakothek sind.

Des Vaters Karten hatten den Sinn des Knaben in die Ferne gelenkt, Rottmann's Bilder in den Arkaden des Hofgartens ihn in dieser Richtung bestärkt, zugleich aber waren sie ihm Muster und Vorbild der höchsten landschaftlichen Kunst geworden. Gleich Rottmann strebte er danach, mit möglichst einfachen und wenigen Linien zu wirken und verschmähte es, durch reiche Vordergründe zu fesseln. Die Farbe seiner ersten Oelbilder war ziemlich schwer und trübe; wie man sagt, war C. v. Piloty nicht ohne Einfluß auf Loeffler und führte ihn zu einer helleren Farbengebung, als er mit ihm an dem erwähnten Panorama thätig war, das er staffirte.

Die äußeren Verhältnisse Loeffler's waren keine günstigen, sie zwangen ihn, der nach des Vaters Tode auch für Mutter und Geschwister zu sorgen hatte, zu manchen Entbehrungen, aber auch zu rastlosem Fleiße. Von den unter jüngeren Künstlern jener Zeit nicht seltenen Trinkgelagen hielten er und seine Freunde sich grundsätzlich fern und er konnte deshalb mit Recht sagen, für das Geld, das ein Anderer vertrunken hätte, habe er seine großen Reisen gemacht.

Loeffler's Erscheinung war in so ferne eine eigenthümliche, als er auch im strengsten Winter in leichter Kleidung ging; denn für ihn gab es weder Kälte noch Hitze, so sehr hatte er seinen keineswegs herculischen Körper abgehärtet. Ja er trieb dies so weit, daß er einstmals um Weihnachten im Kochelsee badete. Als Fußgänger ward er kaum je besiegt und konnte dabei die größten Entbehrungen heiteren Sinnes ertragen.

Sein Charakter war ein durch und durch offener und wahrer; doch konnte es wohl geschehen, daß er durch seine Lust am Disputiren und scharfe Angriffe auf ihm Verhaßtes mit seinem Charakter weniger Vertraute zurückstieß. Vor allem verhaßt aber waren ihm Pfaffenwesen und Tyrannei.

Als es zum Sterben kam, zeigte sich die ganze Größe des Mannes: er liebte das Leben und sah doch dem Tode ruhig in's Auge. Da Allen das Herz brechen wollte, blieb er ruhig und getrost. Er hatte sich nicht darauf beschränkt, nur das zu lernen, dessen er speziell zur Ausübung seiner Kunst bedurfte; stets geistig strebend hatte er sich einen reichen Schatz geschichtlicher, geografischer und sprachlicher Kenntnisse – selbst das Arabische war ihm nicht fremd – angeeignet und konnte ohne Ruhmredigkeit, wohl aber mit gerechtem Stolze sagen: Was ich bin, das hab' ich selber aus mir gemacht.

Carl Albert Regnet: Münchener Künstlerbilder. Ein Beitrag zur Geschichte der Münchener Kunstschule in Biographien und Charakteristiken. Leipzig, 1871.

#Die Deutschen Maler-Radirer (1872)

AUGUST LOEFFLER.

Löffler, einer der besten und namhaftesten Landschaftsmaler Münchens, erblickte den 5. Mai 1822 zu München das Licht der Welt; er war der einzige Sohn des Kupferstechers Georg Löffler, der im typographischen Bureau des General-Quartiermeister-Stabes beschäftigt war, und entstammte dem alten Augsburgischen Bürgergeschlecht der Neuss-Löffler, dessen Glieder im Zeitalter der Reformation in namhaften Aemtern und Würden gestanden haben; auch jener berühmte Stück- und Kunstgiesser Gregor Löffler, von welchem die schönen Broncestatuen am Grabmal Kaisers Maximilian I. in Innsbruck herrühren, wird für ein Glied dieser Familie gehalten.

So war dem jungen Löffler gewissermassen schon von Jugend auf der Weg vorgezeichnet, den er einzuschlagen hatte. Seine Eltern waren nicht wohlhabend, aber durch Bildung und tiefe Religiosität gleich ausgezeichnet, sie hätten es lieber gesehen, wenn ihr Sohn sich dem Studium der Theologie gewidmet hätte, allein der Hang zur Kunst war zu entschieden in seiner Seele ausgeprägt. Als eine Frucht dieser streng religiösen Erziehung im elterlichen Hause ist dem späteren Künstler für sein ganzes Leben eine hohe Achtung vor der heiligen Schrift und ihren ewigen Wahrheiten geblieben, ja, man kann wohl sagen, dass diese Achtung und seine Empfänglichkeit für die Schönheit der dichterischen Schilderungen der Bibel nicht wenig beigetragen haben, seiner nachmaligen künstlerischen Thätigkeit eine bestimmte Richtung vorzuzeichnen.

Nachdem der junge Löffler in seinem 15. Jahre die Lateinschule absolvirt hatte, entschied er sich fest für die Kunst. Ueber die Anfangsgründe war er schon hinaus, das Zeichnen hatte er mit Eifer unter den Augen des Vaters getrieben, und es war gewiss ein Glück für ihn, dass dieser, durch die eigenthümliche Art seiner topographischen Arbeiten veranlasst, den Knaben stets auf Genauigkeit, Sorgfalt und Sicherheit der Linienführung hinwies; die Landkarten, die derselbe vor seinen Augen entstehen sah und für die er stets eine grosse Vorliebe bewahrt hat, lenkten seinen Sinn auf das Fremde und Ferne, besonders aber auf jene heiligen Stätten des Orients, welche die Phantasie des eifrig die Bibel lesenden Knaben schon ohnehin gefangen genommen hatten.

Den ersten geregelten Unterricht im Landschaftsmalen erhielt Löffler bei dem Vedutenmaler und Zeichner Heinrich Adam, dem jüngeren Bruder des berühmten Schlachtenmalers Albrecht Adam, und später bei dem Landschafter Julius Lange. Aber ihre Richtung und Leistungen befriedigten seinen auf Höheres gerichteten Geist nicht. So wie er in seiner künstlerischen Ausbildung so weit vorgeschritten war, dass er sich Selbstständigkeit in der Wahl und im Urtheil erlauben durfte, lenkte er seine Studien fast ausschliesslich auf die Werke des berühmten Rottmann, und schloss sich dem Sohne dieses hochgefeierten Künstlers an, der ebenfalls die Landschaftsmalerei zu seinem Fach gewählt hatte. So kam Löffler in Rottmann’s Nähe, Haus und Atelier, und versäumte keine Gelegenheit die Arbeiten dieses verehrten Meisters, sei es im Bild, in der Zeichnung, sei es in mündlicher Anweisung, zu studiren. »Aus den Arkaden-Landschaften, die er wieder und wieder sah, durchdachte, copirte, sog er gleichsam seinen Stil überhaupt und aus ihnen ist auch jene Besonderheit mancher Löfflerschen Bilder zu erklären mit möglichst wenigen einfachen Linien zu wirken und ein ausgeführtes Detail des Vorgrundes zu verschmähen.«

Aber ein eigentlicher Schüler Rottmann’s ist Löffler nie geworden, wenn man schon ihn vielfach für einen solchen gehalten hat. Ausser Rottmann waren es besonders die beiden Poussin und Claude Lorrain, deren Werke er, ihren hohen Stil verehrend, zum Vorbilde nahm. Als bezeichnend für seine Richtung mag hier erwähnt werden, dass er eine Sammlung von Kupferstichen der niederländischen Schule, die er besass, auf einmal veräusserte, um sie durch Stiche nach den beiden grossen Franzosen zu ersetzen. Daneben trieb er eifrige Studien nach der Natur in den Umgebungen Münchens, die ja schon vor zwei Jahrhunderten Motive für Claude Lorrain’s schöne Schöpfungen dargeboten hatten. Freilich wies ihn seine Richtung mehr nach dem Süden hin, auch war die Sehnsucht nach Italien laut und rege in seiner Seele, aber Mittel für grössere Reisen standen ihm noch nicht zu Gebote und im Verein mit seinen Schwestern hatte er zunächst noch kindliche Pflichten gegen seine in beschränkten Verhältnissen lebende Eltern zu erfüllen. Die Mehrzahl seiner Landschaften dieser ersten Zeit behandelte Ansichten aus den Umgebungen Münchens, besonders Isargegenden, sein Farbenvortrag in Oel war noch etwas düster und schwer, um so besser gelangen aber schon damals seine Aquarelle.

Durch Lehrthätigkeit und grosse Sparsamkeit hatte er sich endlich die Mittel erübrigt, seinen Ausflug über die Alpen zu bewerkstelligen, Istrien war sein Ziel und eine Frucht dieser Reise war 1844 sein grösseres Oelbild, das Amphitheater in Pola. Die landschaftlichen Reize jener Gegenden, die Erinnerungen und Baureste des classischen Alterthums machten einen bedeutenden Eindruck auf sein empfängliches Gemüth, doch der Aufenthalt war nicht lang genug gewesen, um dem Künstler zur vollen Klarheit über die südliche Natur zu verhelfen; man sieht in seinen Landschaften mit vorwiegend südlichem Charakter aus jener Zeit noch eine gewisse schwankende Befangenheit zwischen heimischen und fremdländischen Formen.

Die Professoren Schlotthauer und Fuchs waren um jene Zeit eifrig mit der Durchbildung der neu erfundenen Stereochromie beschäftigt, jener Kunsttechnik, welche Wandgemälde durch einen Ueberzug von Wasserglas gegen die schädlichen Einwirkungen des Wetters zu sichern sucht. Löffler interessirte sich lebhaft für diese neue Methode, nicht blos nahm er eifrigen Antheil an den theoretischen Untersuchungen der beiden genannten Herren, sondern er war auch unter ihrer unmittelbaren Leitung bemüht, grössere Landschaften, zum Theil eigener Composition, auf Mauergrund, Ziegelplatten und mit Kreide grundirter Leinwand nach den Regeln der neuen Technik auszuführen.

Ein zweiter Ausflug nach Triest, Venedig und der Lombardei in Gesellschaft des gefeierten Portraitmalers Erich Correns und einiger anderer Künstler wirkte nachhaltiger als die erste Reise nach Istrien, Löffler sah Formen in der Natur, die ihm wie aus der Seele gewachsen waren, es ward ihm klarer im Geist über sein eigenes Können und Wollen nicht weniger als über die Ziele der höheren Landschaftsmalerei; die Eindrücke dieser Reise liessen ihm keine Ruhe mehr, er verdoppelte seine Thätigkeit um das ihm vorschwebende Ziel zu erreichen. Nach seiner Rückkehr nach München trat er 1846 in Schorn’s Atelier ein, der soeben aus Berlin für das Fach der Historienmalerei an die Akademie berufen worden war. Schorn suchte zwischen den beiden im Kampf mit einander liegenden Gegensätzen des sogenannten Realismus und Idealismus zu vermitteln; für Löffler, der sich vorwiegend der idealistischen Richtung zugeneigt hatte, konnte eine Versöhnung beider Gegensätze nur von Nutzen sein. Er sah in Schorn’s Atelier eine rege Thätigkeit, ein emsiges Wetteifern junger begabter Talente, denn ausser ihm waren die Brüder Carl und Ferd. Piloty, Lud. Thiersch, Erich Correns und Julius Zimmermann, der Sohn des Gallerie-Directors, eingetreten. Schon im Sommer desselben Jahres entstand jenes Bild, das zu den besten Arbeiten Löffler’s gezählt werden muss, ich meine das später für Rom bestimmte Rundgemälde von Jerusalem, das Ulrich Halbreiter nach einer an Ort und Stelle gemachten Zeichnung durch Löffler ausführen liess. Mit gewohnter Energie griff Löffler das Werk an, das um so schwieriger zu behandeln war, als Halbreiter nur eine kleine, für die Grossartigkeit des Ganzen nicht hinreichende Zeichnung zum Anhaltspunkt bieten konnte und Löffler gezwungen war, den Charakter der Gegend nach eigener Phantasie zu ergänzen. Dessen ungeachtet fand das Bild allgemeinen und unbedingten Beifall. Carl Piloty malte die Staffage und er soll es auch gewesen sein, der Löffler angeregt, aus seinen Bildern den dunklen und schweren Ton zu verbannen und das volle heitere Sonnenlicht wirken zu lassen. Nun hatte auch Löffler die Mittel gefunden, seinen längst genährten Wunsch einer Reise nach dem Orient in Ausführung zu bringen, Halbreiter’s begeisterte Schilderungen des heiligen Landes beschleunigten den Entschluss, und wie ernst er es mit der Reise meinte, mögen seine eifrigen Studien der Orts- und Landeskunde, sein Besuch eines Collegs über arabische Sprache bezeugen. Im Jahre 1849 ging er über Triest und Griechenland nach Smyrna, bereiste länger denn ein Jahr Syrien, Palästina und Egypten und füllte seine Studienhefte mit jenen Skizzen und Ansichten, welche jetzt als Gemälde in so manchen Gallerien glänzen und Zeugniss geben von seinen grossen Fortschritten. Er hatte auf dieser Reise Griechenland nur flüchtig berührt, 1853 nahm er, von Rottmann’s schönen Bildern angeregt, in Gesellschaft des Historienmalers Ludwig Thiersch und des Aquarellisten Ernst Rietschel einen längeren Aufenthalt in Athen, von wo er ganz Griechenland durchstreifte.

Mit den mannigfaltigsten Eindrücken und vielen Studien bereichert vollendete er nach seiner Rückkehr in rascher Folge eine Reihe Bilder, theils nach bestimmten, auf der Reise gewonnenen Motiven, theils nach eigener, freier Erfindung; die besseren derselben gingen in den Besitz der Könige von Würtemberg und Preussen über, sie befanden sich nebst seinem grossen Delphi und zwei grossen Cartons: die Findung Mosis und die Erscheinung Gottes im brennenden Busch, auf der historischen Kunstausstellung in München 1858. Der Lloyd in Triest erwarb eine Folge von 32 Orient-Ansichten, die er in Kupfer stechen liess und mit Text von M. Busch herausgab; an Liebig’s chemischem Laboratorium führte Löffler zwei Landschaften aus Palästina in stereochromischer Wandmalerei aus.

Das Jahr 1859 brachte eine Stockung in die sonst rastlose Productivität des genialen Künstlers, die ziemlich schwer auf ihm lastete und ihm manche Stunde trübte, er stand im Begriff ein geliebtes Weib heimzuführen und mochte wohl auch die letzten Jahre seine Kräfte zu stark angespannt haben. Mit der Stockung trat zugleich eine Wandelung ein, die ihn unsicher und schwankend in der Wahl der Stoffe machte; über die fremde Natur hatte er ganz die heimische vergessen, auch letztere bot fesselnde Reize, namentlich in den Umgebungen Kochels, wo Löffler am liebsten weilte und wo er die meisten seiner deutschen Landschaften gemalt hat; er fing an dem Orient untreu zu werden und malte den Kocheier Wasserfall, die Felsschlucht und andere Bilder ähnlicher Art. Der schaffende Künstler darf nie in Widerspruch zu seinen innern Stimmungen treten, seine Werke sind ja nur ein Product derselben; Löffler that sicher nur das Richtige wenn er die wiedererwachte Liebe für die deutsche Landschaft gewähren liess.

»In solchen Zeiten konnte er sich auch mit der reinen Stimmungslandschaft befreunden, die ihm, dem Meister schöner Linienführung und klarer Composition, sonst zum mindesten gleichgültig war; er selbst schuf mehrere kleine Skizzen die, nur in Blei oder leicht getuscht, von einer Stimmungskraft waren, wie wir sie kaum für möglich gehalten hätten«, bemerkt Lützow. Zum Glück dauerte diese Stockung und Wandelung im Schaffen nur kurze Zeit. Am 3. October 1860 verband sich Löffler ehelich mit Hildegarde Dessauer, die, selbst künstlerisch gebildet, in Düsseldorf unter Sohn ihre Studien gemacht hatte. Die Ehe begründete ein idyllisch-häusliches Glück der beiden Liebenden, Löffler fühlte seine Phantasie wieder frei und beruhigt und kehrte mit verstärkter Kraft und Freude zu seinen gewohnten Stoffen zurück. »Meine Jahre mahnen mich, aber ich lache dazu, ich fühlte mich noch nie so jung.« Nun blühte ihm wieder die gute Stunde und es entstanden eine Reihe Bilder: Athen, Strasse nach Eleusis, Jerusalem, Baalbecktempel u. A., von denen einige zu dem Besten gehören, was er geschaffen hat. Dazu eröffneten sich ihm neue Aussichten in die Zukunft, die sicher zu glänzenden Resultaten geführt hätten, wenn nicht der Tod so bald und unerwartet dazwischen getreten wäre. Ueber seine Vorliebe für die stereochromische Wandmalerei haben wir bereits gesprochen, 1859 hatte er zwei Landschaften an Liebig’s Laboratorium ausgeführt, 1863 malte er für seinen Schwager im Gesellschaftssaal des Bades Kochel vier grosse Wandbilder: Memphis, Jerusalem, Athen und Rom als die vier Culturmittelpunkte der alten Welt: die Bilder bilden das Endresultat seiner Reisen und Studien im Orient und gewissermassen den Abschluss seiner künstlerischen Thätigkeit. Hier fand er die rechte Gelegenheit seinen auf Schönheit der Composition, Sicherheit und Klarheit der Linienführung angelegten Stil zu entfalten, hier wirkte seine Einfachheit und Bestimmtheit im Aufbau, seine Verschmähung der detaillirten Ausführung der Vorgründe, seine Zusammendrängung des Stoffes auf den Hauptplan. Er selbst war stolz auf die Sicherheit und Schnelligkeit, die er bei der Ausführung bewiesen, Jerusalem entstand ohne Skizze, allein aus der Phantasie geboren.

Im Jahre 1864 ging Löffler, von Baron Hirsch gerufen, nach Brüssel, um in dessen Palais ebenfalls eine grosse südliche Landschaft stereochromisch auszuführen: hohes Gebirge auf einer Seite, Meeresfläche auf der andern, felsige Küste im Vorgrund, vielleicht Motive aus den Gebirgsmassen des Herzogenstandes und Heimgartens am Kochelsee.

Das folgende Jahr hatte Löffler im Plan nach Italien zu gehen, die Cholera schreckt ihn zurück und er nahm nun eine Einladung nach Schlesien an, um eine künstlerisch reich begabte Dame im Malen zu unterrichten. In Folge einer Erkältung kehrte er fast todtkrank nach München zurück. Seine Gesundheit war, seitdem er das griechische Fieber gehabt hatte, nicht die stärkste gewesen, er neigte zu Fiebern, aber er vertraute seiner kräftigen gegen Wind und Wetter abgehärteten Natur. Doch dieses Mal stand es schlimmer um ihn, es entwickelte sich eine Lungenkrankheit, die ihn nach vier Monate langen Leiden am 19. Januar 1866 den trauernden Seinen und Freunden entriss.

Wie in Löffler’s künstlerischen Bestrebungen tiefer Ernst das Wesen der Natur zu erfassen und in edlen Formen darzustellen wusste, so war auch in seinem persönlichen Charakter edle Lauterkeit das herrschende Wesen, treu und wahr, Feind alles leeren Scheines, offen und beharrlich in Allem, was er für recht und richtig erkannt hatte, freiheitsliebend und Feind aller Knechtung, wohl oft in seinen Aeusserungen etwas rauh und schroff, aber stets das Beste wollend und nie bitter gegen Personen, ein durchgebildeter fester Charakter, in mehr als einer Hinsicht Original, unermüdlich strebsam in seiner Kunst und mit einem umfassenden Wissen auch auf andern Lebensgebieten ausgestattet; so hatte er sich die Achtung und Liebe aller Gleichstrebenden in nahen und fernen Kreisen erworben als ein leuchtendes Vorbild, was der Mensch auch unter anfänglich ungünstigen Verhältnissen aus sich zu machen vermag, wenn ernsthaftes festes Streben seine Schritte lenkt. Im Leben selbst anspruchslos und bescheiden verthat er die kostbare Zeit nicht in leerem Vergnügen. »Ich hätte mich auch wohl oft in’s Wirthshaus setzen mögen, aber für das Geld, welches Andere vertranken, habe ich meine schönen weiten Reisen gemacht, ich möchte meine Entsagung wahrlich nicht gegen ihre dumpfen Freuden eintauschen.« »Seine Abhärtung gegen alle körperlichen Empfindungen war bekannt, er verachtete Hitze und Kälte, den heissesten Sommer fand er nicht heiss, Weihnachten 1859 badete er mit zwei Bekannten in einer eisfreien Stelle des Kochelsee’s um den schönen Sonnenschein des Tages zu geniessen. In Genügsamkeit, in Ertragung von Strapazen wetteiferte er, wenn es Noth that, mit jedem Hadschi, nicht Trank, nicht Speise, wie sehr er das Gute zu schätzen wusste, kümmerte ihn, Ertragung von Anstrengungen, unter denen Andere sich herabgestimmt fühlten, war seine Freude. Er war hager und sehnig wie ein Wüstensohn, sonnenverbrannt glich er einem solchen.«

Sein Portrait steht in Holzschnitt in den von uns im Eingang genannten Zeitschriften.

Versuchen wir jetzt eine Zusammenstellung seiner bekannteren Bilder.
Zwei Landschaften aus Palästina, stereochromische Wandgemälde an Liebig’s chemischem Laboratorium in München 1859.
Vier stereochromische Wandbilder im Speisesaal des Kurhauses zu Kochel: Memphis, Athen, Rom, Jerusalem, 1864 und 65.
Stereochromisches Wandgemälde im Palais des Baron Hirsch in Brüssel 1864.
Landschaft im Charakter Griechenlands, stereochromisch auf eine Ziegelplatte ausgeführt. Museum zu Leipzig.
Vier Bilder für den König von Würtemberg: Damaskus, Bethlehem, das todte Meer, Kloster Saba bei Jerusalem, 1853.
Zwei Bilder: Jerusalem, der Ursprung des Bahr el Kelb (Lykos), für den König v. Preussen 1852.
Athen von der Strasse nach Eleusis gesehen. Maler C. Jutz in München.
Tempelruinen von Baalbeck. C. Forster in Augsburg.
Bethanien. Maler M. Krug in München.
Gegend bei Athen. J. Pachten in Coblenz.
Athen vom Hymettus aus. Prof. L. Seidel in München.
Beirut am Libanon. M. Vogel in Triest.
Zwei Bilder: Navarin, Tempel des Apollo Epikurius zu Bassä in Arkadien. Berliner akad. Ausstellung 1856.
Zwei Bilder: die kastalische Quelle bei Delphi, Athen vom Hain Kolonäus aus. Kölner Ausstellung 1864.
Zwei Bilder: Delphi mit dem Parnass, die Pyramiden von Gizeh. 1857.
Ebene von Jericho. Münchener Kunstverein 1857.
Aegyptische Landschaft mit der Findung Mosis. Allgemeine deutsche Kunstausstellung zu Köln 1861.
Ein Sandsturm in der Wüste. Im Rosenstein bei Stuttgart.
Zwei Bilder für den König von Würtemberg 1852 und 53: Palmenwald bei Cairo, Ruinen der Stadt Jerusalem, letzteres Bild jetzt in der StaatsGalerie zu Stuttgart.
22 Oelskizzen, Bilder aus dem Morgenland, in der Neuen Pinakothek zu München.

Dr. phil. Andreas Andresen: Die Deutschen Maler-Radirer (Peintres-Graveurs) des neunzehnten Jahrhunderts, nach ihren Leben und Werken. Leipzig, 1872.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1884)

Löffler: August L., Landschaftsmaler, geb. am 5. Mai 1822 zu München (Sohn des Kupferstechers im topographischen Bureau des Generalquartiermeisterstabs Georg L.); erst zum Theologen bestimmt, entschloß er sich, nachdem er schon unter des Vaters Leitung das Zeichnen betrieben hatte, nach Absolvirung der Lateinschule bleibend zur Kunst, erhielt Unterricht bei Heinrich Adam und Julius Lange, vorzüglich aber war es Rottmann's Vorbild, wonach er seinen Stil bildete, außerdem studirte er Poussin und Claude Lorrain, daneben malte er fleißig nach der Natur in der Umgegend von München und der Isar. Nach einer größeren Reise nach Istrien (1844) entstand das schöne Oelbild »Das Amphitheater in Pola«, auch schuf er nun mehrere größere Landschaften, theilweise von eigener Composition, in Stereochromie. Ein zweiter Ausflug mit Correns über die Alpen, nach Triest, Venedig und der Lombardei weckte und nährte die Sehnsucht nach dem Süden, doch trat L. vorerst noch 1846 in Schorn's Atelier, wo er mit den beiden Piloty, Lud. Thiersch, E. Correns und Jul. Zimmermann zusammentraf. Hier lernte ihn Ulrich Halbreiter (Bd. X, 403) kennen, welcher, zurückgekehrt von einer längeren Orientreise, ein hundert Fuß umfassendes Rundbild von Jerusalem aufgezeichnet hatte und nun die landschaftliche Ausführung dem gewandten L. übertrug, welcher dadurch die Mittel gewann, einen längst gewünschten Lieblingsplan auszuführen. 1849 ging er über Triest und Griechenland nach Smyrna, um Syrien, Palästina und Aegypten zu bereisen, wo er einen wahren Schatz von Skizzen und Ansichten sammelte, welche, später wenigstens theilweise verarbeitet, als Gemälde in so manchen Gallerien glänzen. Einen längeren Aufenthalt nahm L. 1853 mit Lud. Thiersch und Ernst Rietschel in Athen, von wo aus er ganz Griechenland durchstreifte. Nach seiner Rückkehr vollendete er rasch eine Reihe von Bildern, von denen zwei (darunter auch das großartige »Delphi«) in den Besitz der Könige von Württemberg und Preußen übergingen. Zwei große Cartons »Die Findung Mosis« und »Die Erscheinung Gottes im brennenden Busch« waren auf der Historischen Kunstausstellung 1858 zu München; der Lloyd in Triest erwarb eine Folge von 32 Orientansichten (in Kupfer gestochen, mit Text von M. Busch); an Liebig's chemischem Laboratorium führte L. zwei Palästinalandschaften in stereochromischer Wandmalerei aus. Auch deutsche Landschaftsbilder malte L., welcher indeß immer wieder mit besonderer Vorliebe zu orientalischen Motiven zurückkehrte. So entstanden die großen Bilder »Athen« und »Die Akropolis« (vgl. Nr. 1020 Illustr. Zeitung, Leipzig, 17. Januar 1863); »Straße nach Eleusis«, »Jerusalem«, »Tempel zu Baalbeck« etc. Im Gesellschaftssaal des Bades zu Kochel malte er 1863 die heute noch wohl erhaltenen Wandbilder von Memphis, Jerusalem, Athen und Rom, als die vier Culturpunkte der alten Welt: sie bilden das Endresultat seiner Reisen und Studien im Orient und gewissermaßen den Abschluß seiner künstlerischen Thätigkeit. Hier fand er die rechte Gelegenheit, seinen auf Schönheit der Composition, Sicherheit und Klarheit der Linienführung angelegten Stil zu entfalten, hier wirkte seine Einfachheit und Bestimmtheit im Aufbau, sein absichtliches Verzichten auf eine detaillirte Ausführung der Vorgründe, sein Zusammendrängen des Stoffes auf den Hauptplan. Im J. 1864 wurde L. nach Brüssel berufen, um im Palais des Baron Hirsch eine große Landschaft auszuführen: hohes Gebirge auf einer Seite, Meeresfläche auf der anderen, felsige Küste im Vorgrund, mit Motiven aus den Gebirgsmassen des Herzogenstandes und Heimgartens am Kochelsee. Ein neuer Ausflug nach Italien unterblieb wegen der dort herrschenden Cholera, dagegen nahm L. eine Einladung nach Schlesien an, um eine künstlerisch reich begabte Dame im Malen zu unterrichten. L. kam krank nach München zurück, wo der abgehärtete, jedem Wetter trotzende, sehnige, an Strapazen und Entbehrungen aller Art gewöhnte und wie es schien, stahlharte Mann, einer Lungenkrankheit am 19. Januar 1866 erlag. Zweiundzwanzig Oelskizzen »Aus dem Morgenlande« sind in der Neuen Pinakothek. Die Reihenfolge seiner Bilder, Radirungen (22 an der Zahl) und Lithographien verzeichnet Andresen ziemlich vollständig. Ein »Sandsturm in der Wüste«, neuestens noch in Ebers: »Aegypten«, 1879, I. 192. »Athen vom Piräus«, photographirt von Albert.

Vgl. Lützow, 1866, I. 153 (mit dem Porträt des Künstlers). Kunstvereins-Bericht für 1866, S. 56. Nagler, Monogramm., 1858, I. 359 (Nr. 796) u. 1864, IV. 267 (Nr. 901). Andresen, Maler-Radirer des XIX. Jahrh., 1870, IV. 262–79. Seubert, 1879, II. 469.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1884.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Löffler August, 1822 (München) – 1866, Landschaftsmaler, Radierer und Lithograph; als Schüler von H. Adam und J. Lange bildete sich L. namentlich unter K. Rottmann zum Landschaftsmaler aus; er malte anfangs Landschaften aus der Umgebung Münchens, später, nachdem er Istrien (1844), Oberitalien (1846 und 1856) und – nach kürzerem Aufenthalt in K. Schorns Atelier in München – 1846 Syrien, Palästina, Ägypten (1849) und Griechenland (1853) bereist hatte, südliche und orientalische Landschaftsbilder im Stil Rottmanns, 1859/60 Bilder aus der Umgebung des Kochelsees; L. führte auch in J. von Liebigs Laboratorium in München einige Fresken in Stereochromtechnik (1859) und Wandbilder im Gesellschaftssaal des Bades Kochel sowie im Palais des Barons von Hirsch in Brüssel aus; eine Probe von Stereochromie (griechische Landschaft auf Ziegelplatte) befand sich im Leipziger Museum, ein Ölgemälde (Rundgemälde Jerusalems nach Studien U. Halbreiters) im Lateranpalast, weitere Werke im Museum Stuttgart und in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung (12 Ölskizzen aus dem Orient); Aquarelle und Zeichnungen Ls. besitzen die Galerie Berlin und die Münchener Maillinger Sammlung.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#16 – HZ – 3·4 (Birzer)


Tafel
Linke Seite
Die Inschrift ist nicht erhalten

Rechte Seite
Herr Otto Birzer
geb. 10. Sept. 1869. gest. 29. Okt. 1928.


  • Birzer, Georg; – 22.11.1886 (München), 57 Jahre alt; Privatier, ehemaliger Bäckermeister
  • Birzer, Josef; – 1889
  • Birzer, Otto; 10.9.1869 – 29.10.1928
  • Birzer, Therese (vh); – 1887

Todesanzeige für Georg Birzer

Grab der Familie Birzer auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

Grab der Familie Birzer auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

#16 – HZ – 6·7 (Drexler)


Hier ruhet in Gott:
unser lieber, unvergesslicher Gatte u. Vater,
Herr Johann Drexler,
Fassfabrikant, k. b. Hoflieferant,
geb. den 14. März 1832, gest. den 11. Juni 1898.
Ihm folgte seine teure Gattin,
unsere liebe Mutter
Frau Martina Drexler,
geb. den 2. März 1837, gest. den 6. März 1913.

J. Deiser.


  • Drexler, Johann; 14.3.1832 – 11.6.1898; Fassfabrikant
  • Drexler, Martina (vw); 2.3.1837 – 6.3.1913; Fassfabrikantens-Witwe

Grab der Familie Drexler auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2014)

#16 – HZ – 10·11 (Schröder)


Familie Schröder.

Hier ruht unser unvergesslicher Vater
Herr Dr. Hugo von Schroeder
k. Generalarzt I. Cl. a. D.
Leibarzt S. K. H. des Prinzen
Ludwig Ferdinand von Bayern,
Grosscomthur, Comthur u. Ritter hoher Orden,
geb. 4. Febr. 1819, gest. 30. Juni 1893.
Hildegunt
geb. 21. Mai, gest. 5. Oktober 1894.
Ilse
geb. 5. Juli 1892, gest. 19. November 1899.

Sockel
Herr Otto Schroeder
¿


  • Schröder, Hildegunt; 21.5.1894 – 5.10.1894
  • Schröder, Hugo von, Dr. med.; 4.2.1819 – 30.6.1893 (München); Königlicher Generalarzt
  • Schröder, Ilse; 5.7.1892 – 19.11.1899
  • Schröder, Otto

Grab der Familie Schröder auf dem Alten Südfriedhof München (August 2014)