SECTION 8

rot: Zählrichtung der Grabreihen · schwarz: Zählrichtung der Grabnummern

#8 – 1 – 4 (Kühlwein)


Grab der Familie Kühlwein auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 1 – 6 (Moradelli)


Fr. Kath. Moradelli
Schlossermeisterswitwe,
geb. 9. Jan. 1859, gest. 10. Dez. 1938.

R. I. P.


  • Moradelli, Katharina (vw); 9.1.1859 – 10.12.1938; Schlossermeisters-Witwe

Grab der Familie Moradelli auf dem Alten Südfriedhof München (Dezember 2012)

#8 – 1 – 15 (Lindl)


Hier ruhet in Gott
unser unvergesslicher, theurer
Gatte und Vater
Herr Magnus Lindl,
Privatier, ehem. Guts- und Brauerei-
Besitzer in Gern.
geb. 2¿. Septbr. 1829, gest. 3. Oktbr. 1891.
¿

Rechte Seite
Frau Anna Lindl,
gest. ¿
Otto Lindl, ¿
Ida Lindl, ¿
Georg Lindl, ¿


  • Lindl, Anna
  • Lindl, Georg
  • Lindl, Ida
  • Lindl, Magnus; 2¿.9.1829 – 3.10.1891 (München); Privatier, ehemaliger Brauerei- und Gutbesitzer
  • Lindl, Otto

Todesanzeige für Magnus Lindl

Grab der Familie Lindl auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 1 – 24* (Eichenauer · Sauer)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Eichenauer, Johann Nepomuk von; – 31.8.1870 (München), 82 Jahre alt; Bayerischer Generalmajor
  • Eichenauer, Maximilian; – 4.3.1890 (München), 61 Jahre alt; Königlicher Oberstleutnant
  • Sauer, Josef; – 16.10.1886 (München), 26 Jahre alt, Tod durch Selbstmord; Mathematiker

Todesanzeige für Maximilian Eichenauer

Das Grab ist nicht erhalten


#Josef Sauer

† 16.10.1886 (München), 26 Jahre alt, Tod durch Selbstmord
Mathematiker

#Neueste Nachrichten (18.10.1886)

Lokales.

München, den 18. Oktober.
(Wahnsinnig.) Gestern Früh 4 Uhr wurden die in der Nähe des Café Belvedere in der Rumfordstraße wohnenden Leute durch einen lauten Schrei aus dem Schlafe gestört: Der im dritten Stock des genannten Hauses wohnende 26jährige Mathematiker Josef Sauer von hier, der seit einiger Zeit an Geistesstörung leidet und gestern in die Irrenanstalt verbracht werden sollte, hatte sich, nur mit einem Hemd bekleidet unter lautem Schreien zum Fenster hinaus auf die Straße gestürzt und war sofort eine Leiche. Der Verstorbene war ein hochtalentirter Mann, der sich nur durch übermäßiges Studium sein Leiden zuzog. Wenige Stunden nach seinem Tode kam die Nachricht, daß eine von ihm gemachte Erfindung vom preußischen Kriegsministerium angenommen worden sei. – Am gleichen Tage Mittags erhängte sich im Haus nebenan ein schon seit Jahren an Trübsinn leidender Viktualienhändler.

Neueste Nachrichten und Münchener Anzeiger No. 291. München; Montag, den 18. Oktober 1886.

#Rosenheimer Anzeiger (20.10.1886)

Bayerische Nachrichten.

München, 18. Oktober. (Erstürzt.) In der Nacht vom Samstag zum Sonntag stürzte sich im Cafe Belvedere an der Rumfordstraße, während in den ebenerdigen Restaurationslokalitäten eine lustige Gesellschaft eben Hochrufe ausbrachte, um 4 Uhr Morgens aus einem Fenster des dritten Stockwerkes ein Mann auf das Trottoirpflaster herab und zerschmetterte sich den Schädel derart, daß er sofort todt liegen blieb. Der Unglückliche war der 28 Jahre alte stud. math. Josef Sauer, welcher schon längere Zeit mit zwei Schwestern im Cafe Belvedere wohnte und an Verfolgungswahn litt. In der kritischen Nacht bildete er sich ein, vom Prinz-Regenten zum Erschießen verurtheilt zu sein und sprang, um der Exekution zu entgehen, im Hemde zum Fenster hinaus. Am Abend vorher hätte er in das Irrenhaus verbracht werden sollen, doch verzögerte sich die Ueberführung und in der Nacht trat die Katastrophe ein.

Rosenheimer Anzeiger No. 239. Tagblatt für Stadt und Land. Mittwoch, den 20. Oktober 1886.

#8 – 1 – 36 (n. n.)


(März 2021)

#8 – 1 – 38 (Burger)


Tafel
Franziska Burger
geb. Mast
* 29.5.1817 † 23.3.1899
Oskar Burger
* 21.12.1843 † 10.3.1924


  • Burger, Franziska (vh) / Mast (gb); 29.5.1817 – 23.3.1899; Justizrats-Witwe
  • Burger, Oskar; 21.12.1843 – 10.3.1924 (München); Apotheker

Todesanzeige für Oskar Burger

Grab der Familie Burger auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#8 – 1 – 39 (Huther · Rehberg)


Leopold Huther
* 1834 † 1875
Therese Huther
184¿
¿


  • Huther, Leopold; 1834 – 1875
  • Huther, Therese
  • Rehberg, Friedrich; 22.10.1758 (Hannover) – 20.8.1835 (München); Portraitmaler, Historienmaler und Lithograph

Grab der Familien Huther · Rehberg auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#Friedrich Rehberg

* 22.10.1758 (Hannover)
† 20.8.1835 (München)
Portraitmaler, Historienmaler und Lithograph

#Die Deutschen Maler-Radirer (1867)

FRIEDRICH REHBERG.

Historienmaler, jüngerer Bruder des geistvollen Publicisten, Geheimen Cabinetsraths A. W. Rehberg von Hannover. Er ward den 22. October 1758 zu Hannover geboren und war der Sohn eines geachteten Staatsdieners, ursprünglich jedoch nicht für die Kunst, sondern für die Rechtswissenschaft bestimmt. Seine ersten Studien im Zeichnen und Malen machte er in Leipzig in Oeser’s Schule, darauf in Dresden an der Akademie unter Casanova und Schenau. Da ihm Mittel zu einer selbständigeren Stellung im Leben zu Gebote standen, richtete er seinen Studienplan, unabhängig vom akademischen Cursus, nach Lust und Neigung ein; er zeichnete und studirte mehr in der churfürstlichen Bildergallerie als in den Sälen der Akademie. Besonders fesselten ihn die italienischen Meister und erweckten die Sehnsucht, das Land selbst zu besuchen, wo diese herrlichen Werke entstanden und gereift waren. Im Sommer 1777 brach Rehberg von Dresden auf, schon am 24. November desselben Jahres begrüsste er zum ersten Male die ewige Stadt.

Er war an R. Mengs empfohlen, der damals die römische Kunstwelt als hochgepriesener Malerfürst beherrschte, zugleich erhielt er Zutritt in das Haus des spanischen Gesandten Azara, so wie bei dem einflussreichen und unterrichteten Legationsrath Reiffenstein. Diese drei Männer spielten damals in Rom eine wichtige Rolle und suchten auch unserem Künstler die seinige zuzutheilen. Azara machte ihm begreiflich, dass der Pittore filosofo (Raphael) Alles übertreffe, was Apelles, Protogenes und Zeuxis in der Malerei geleistet hätten, und Reiffenstein mahnte unaufhörlich, die damals in Rom neu auflebende französische Schule wie die Pest zu fliehen, er rieth, mit den Werken der Caracci in der Farnesischen Gallerie zu beginnen, dann zu Raphael und zuletzt zu den Antiken überzugehen, unter diesen zuerst mit dem Herkules anzufangen, allmälig zum Gladiator, Laokoon und Torso fortzuschreiten und die Studien endlich mit dem Belvedere’schen Apollo zu beschliessen. Solche Grundsätze herrschten damals in Rom, als Rehberg seine künstlerische Laufbahn begann und Rehberg entschied sich für Mengs. Er besuchte die Schule des ihm befreundeten Meisters, studirte daneben jedoch die Werke der Oaracci, des Dominichino und Michel Angelo, besonders aber die Stanzen des Raphael, den er vor allen liebte. Dann zeichnete er sehr viel und fleissig nach den Antiken im Museum und nach den Abgüssen derselben in der französischen Akademie, die den Vorzug hatten, in einem besseren Lichte zu stehen, als die Originale im Museum selbst. In dieser Akademie lernte er mehrere französische Pensionäre kennen, unter diesen den später so berühmt gewordenen David. Beide wurden vertraute Freunde und theilten einander ihre geheimsten Gedanken mit. Einstmals sagte David zu ihm: »Je veux faire un tableau qui fasse trembler et fremir«, und Rehberg, dem ähnliche Gedanken durch den Kopf gingen, vertraute seinem Freunde, dass er ein Bild malen wolle »qui fasse pleurer«. Dieses ist das grosse Bild mit der Geschichte der Niobe, das Pinelli später mit einigen vom Künstler selbst getroffenen Abänderungen radirt hat.

Rehberg verliess Rom 1783, um nach Hannover zurückzukehren. Er war bereits ein Künstler von Ruf und erhielt in seiner Vaterstadt manche ehrenvolle Aufträge, besonders im Portraitfach; so malte er den Bischof von Osnabrück und den Herzog Wilhelm. Das folgende Jahr erhielt er als Zeichnenlehrer an das Philanthropinum in Dessau einen Ruf mit einem Gehalte von 300 Thalern und dem Auftrage, dem Erbprinzen Unterricht im Zeichnen und Malen zu ertheilen. Er nahm den ehrenvollen Auftrag an, verweilte aber in seiner neuen, ihm auf die Dauer nicht zusagenden Stellung nur einige Jahre. 1786 am 8. Juni nahm ihn die Berliner Kunstakademie unter die Zahl ihrer ordentlichen Mitglieder auf und das folgende Jahr wurde er zum Professor an dieser Akademie ernannt mit der Bedingung, wieder nach Rom zurückzukehren und die Leitung einer dort zu errichtenden preussischen Kunstschule zu übernehmen. Das Project kam in Folge der politischen Unruhen nicht zur Ausführung, Rehberg blieb aber in Rom.

Um 1790 entstand sein »Belisar«, der den Preis der Berliner Akademie erhielt und durch Bettelini’s Stich in weiteren Kreisen bekannt geworden ist; das Gemälde erhielt der König von Preussen, in dessen Besitz auch Rehberg’s »Oedipus und Antigone«, »Julius Sabinus« und »Kain’s Brudermord« kamen. Seine Gemälde fanden grossen Beifall und die meisten musste er wiederholen, das Bild mit »Bacchus, Amor und Bathyll, welche Trauben keltern«, sogar acht Mal. Die Composition von »Orpheus und Eurydice« führte er in zwei Gemälden für den Herzog von Leuchtenberg und den Herzog von Cambridge aus. Eine Darstellung des »Jupiter mit der Venus« kam nach England, und eine andere erhielt die Kaiserin Josephine. Nach England wanderten auch sein »Narciss«, »Venus und Amor«, »Amor und Psyche«. Eine Wiederholung des letzten Bildes kaufte Fürst Taxis. Auch den »Oedipus« malte er für die Kaiserin Maria von Russland zum zweiten Mal. Lord Bristol brachte eine Wiederholung des »Julius Sabinus« an sich, sowie das Bild mit »Aeneas und Dido«.

Rehberg stand in den neunziger Jahren auf der Höhe seines Rufes. Jene neue, durch Carstens, Koch und Reinhart begründete Richtung in der Malerei, welche den Sturz der Gewaltherrschaft von Mengs und Hackert zur Folge hatte, war noch nicht zur Herrschaft gelangt. Rehberg hat als Anhänger von Mengs mit diesen Vorkämpfern der neuen deutschen Kunst-Aera nichts gemein. Sein Streben war zwar durchaus edel und auf das Höchste in der Kunst gerichtet, er besass grosse Gewandtheit im Erfinden und Componiren, suchte eine weiche und gefällige Formengebung mit effectvoller Beleuchtung zu verbinden, aber Unnatur hielt noch den reinen Sinn gefesselt, Modelle und Gliedermann vertraten die Stelle unmittelbarer Naturanschauung, im hohlen, leeren Formenwesen ohne kräftiges Innenleben und ohne gemüth- und geistvolle Tiefe sah er das Ideal des Schönen.

Die Nachwelt ist über Rehberg hinweggegangen, sein Name lebt wenig mehr durch seine Bilder, sondern fast nur durch eine andere, eine literarische Schöpfung, fort.

Rebberg lebte in Rom auf grossem Fusse, er hatte eine für damalige Verhältnisse fast glänzende geräumige Wohnung, mit Gypsabgüssen und mit Gemälden reich ausgestattet, Zutritt zu angesehenen römischen Familien und vielen Zuspruch von durchreisenden Fremden. Unter letzteren war es besonders Goethe, der ihn anzog und dessen Umganges er sich noch in späteren Jahren mit Vergnügen erinnerte. Gegen die jüngeren deutschen Künstler, Carstens und seine Mitstrebenden, lebte er in einer Art vornehmer Abgeschlossenheit. Wenig günstig für seinen Ruf war sein Verhältniss zum reichen, aber liederlichen und boshaften Lord Bristol, der in Rom den eifrigen Kunstmäcen spielte und eine Reihe junger Talente um sich versammelt hatte. Wir kennen ihn bereits aus der Biographie Reinhart’s; er ist jener Lord Plumpsack, über den Koch in seiner bekannten »Rumfordschen Suppe« seinen ganzen bittern, vielleicht etwas übertriebenen Spott ausschüttet. Spitznäschen, den wir in Umgang mit diesem Lord Plumpsack erblicken, ist kein anderer als unser Rehberg, »seine Gestalt«, sagt Koch vom Spitznäschen, »war dürftiger Natur und ebenso verblüht und charakterlos wie seine Kunstleistungen, dennoch aber verstand er sich darauf, Figur zu machen, das heisst, er traf an Geist, Geschmack und Betragen seines Gleichen soviel er verlangte. Er macht ein Haus von dem besten Ton, er giebt Gesellschaft nach italienischer Art, Conversazioni genannt, allwo die Langeweile den Präsidentenstuhl einnimmt. Selbst Cardinäle und Gesandte brachten Abende bei ihm zu, da er es an Gebackenem, Gefrorenem und Thee nicht fehlen liess. Dabei öffnete er dann die Zimmer, wo seine Arbeiten aufgestellt waren bei Fackelbeleuchtung. Die besten Abgüsse der Antiken standen neben seinen eigenen Arbeiten als Maassstab seiner eingebildeten Vortrefflichkeit der Bewunderung vornehmer Schwachköpfe preisgegeben.« Was Koch dann weiter über sein Verhältniss zu seiner holden Gebieterin und Maitresse Benedetta Santoccia spottet, ist wenig erbaulich und fast zum Lachen, wenn es weiter heisst: »Vollendet in seiner Art aber ist es, wenn er mit seiner holden Gebieterin in einem antiken Rennwagen (Biga) mit zwei Isabellen daherfährt, als wolle er sich in den olympischen Spielen zeigen; vor dem Wagen her laufen zwei Windhunde mit scharlachrothen Schabraken und silbernen Halsbändern angethan.«

Von Rom aus machte Rehberg im Anfang der neunziger Jahre einen Ausflug nach Neapel. Er war an den bekannten Lord William Hamilton empfohlen. Lady Hamilton war damals eine berühmte Schönheit, die sich in kokettirender Weise auch ganz als eine solche fühlte und in ihrem Hause vor gewählten Gesellschaften nach Art lebender Bilder mimisch-plastische Darstellungen aufführte. Rehberg zeichnete diese Attitüden und liess sie durch Piroli stechen; die Lady erscheint in ihnen als Sibylla, heilige Magdalena, Sophonisbe, Nymphe, tanzende Muse etc. in antiker Gewandung. Diese Attitüden kamen in grossen Ruf und trugen Rehbergs Namen weiter als seine Bilder.

Im Jahre 1805 ging Rehberg nach Berlin, um dem König seine Huldigung darzubringen. Er wurde gnädig empfangen und von den Majestäten mit Aufträgen beehrt, besonders von Seiten der Königin, deren Huld er sich ganz besonders erfreute. Er veranstaltete in den Sälen der Akademie eine Aufstellung von Bildern und Zeichnungen, die allgemeines Aufsehn erregte; es waren: »Amor, Bacchus und Bathyll, Trauben kelternd«, »Metabus, König der Volsker, seine Tochter im Bogenschiessen unterrichtend«, »Narciss am Fluss«, »Orpheus und Eurydice«, »Oedipus und Antigone«, »Homer von der Muse geführt«, »Belisar und sein junger Sohn«, »Julius Sabinus und seine Familie«, »Kain«, »Niobe mit ihren Kindern« und »Endymion«, letztere drei Stücke Zeichnungen in Kreide.

Der neue Curator der Akademie, Staatskanzler Hardenberg, würdigte Rehberg seiner besondern Freundschaft und wünschte, dass er die Geschäfte der in Rom neu zu gründenden preussischen Akademie als Secretair fuhren möchte. Rehberg ergriff mit Freuden diese Auszeichnung, unternahm, um mit Würde auftreten zu können, eine Reise durch Frankreich, England und Deutschland und kehrte über Wien nach Rom zurück. Der Plan kam nicht zur Ausführung und Rehberg blieb in seiner früheren Stellung. Er arbeitete mit Eifer, aber er hatte seine Glanzperiode bereits hinter sich, und die kriegerischen Unruhen griffen störend in alle Verhältnisse ein. Für seine beiden grossen Bilder: »Niobe mit ihren Kindern«, »Aeneas und Dido« fand er keinen Abnehmer; ersteres war ursprünglich für den Palast des Vicekönigs von Mailand bestimmt.

Im Anfang des Jahres 1813 wiederum von Rom nach Berlin zurückgekehrt, veranstaltete er eine neue Ausstellung von seinen mitgebrachten Werken. Doch glaubte er sich bei seinem Monarchen verleumdet, sich dessen königlicher Huld beraubt, und verliess nun gekränkt Anfangs April Berlin, um in England seine Verhältnisse zu verbessern. Dort kam er mit Fürst Blücher zusammen. Er verweilte mehrere Jahre in London und erwarb sich mit seinen Bildern und Zeichnungen Beifall. 1814 malte er eine Allegorie auf die Entthronung Napoleons, welches Bild auch in Kupfer gestochen wurde mit der Unterschrift: »Bonaparte resigning the Crown and Sceptre to the British Lion etc.« Ein anderes Werk, das er in demselben Jahre ebenfalls in London herausgab, verherrlicht in Kupfern die Ankunft des Herzogs von Cambridge in Hannover: »The Arrival and Reception of his royal Highness the Duke of Cambridge at Hannover«.

Rehberg ging von London über München durch Tirol 1818 nach Rom zurück. Für die Ausstellung von Arbeiten deutscher Künstler im Palast Caffarelli auf dem Capitol im Frühjahre 1819 lieferte er verschiedene Zeichnungen in Kreide. Noch im nämlichen Jahre ertheilte ihm der Kaiser von Oesterreich den Auftrag, ein grosses Panorama von Innsbruck auszuführen. Rehberg, Rom verlassend, entledigte sich des Auftrags auf überraschende und jeder gerechten Anforderung genügende Weise. Das Panorama besteht aus 5 Blättern, jedes 14 Zoll hoch und 20 Zoll breit, nebst einer topographischen Karte. Der Kaiser belohnte ihn reichlich und forderte ihn au, das Werk durch Steindruck zu vervielfältigen, was auch geschehen ist.

Rehberg nahm jetzt seinen Wohnsitz in München und beschäftigte sich seit dieser Zeit vorzugsweise mit der Lithographie, auf Wunsch des Staatsministers und Curators der Berliner Akademie, Freiherrn Stein von Altenstein, der die Absicht hatte, diesen Kunstzweig in Berlin emporzubringen und Rehberg dorthin zu berufen. Allein Rehberg sah Berlin nicht wieder, sondern blieb bis an sein Ende in München. Hier beschäftigte ihn sein »Raphael Sanzio von Urbino«, ein kunsthistorisches und lithographisches Werk, das 1824 in zwei Theilen erschien und vielen Beifall fand, indem es sich besonders durch das Bestreben, die Werke Raphael’s mit der Persönlichkeit des grossen Meisters in Einklang zu setzen, auszeichnete. »Die Betrachtung vorzüglicher Kunstwerke soll auch dazu dienen, solche Kraftäusserungen mit der moralischen Geschichte des Menschen in Verbindung zu setzen, es reicht nicht hin, die Leistungen des Künstlers zu kennen, man muss auch einen klaren Begriff von seinem Charakter, eine lebendige Vorstellung von ihm selbst haben.« Die Redaction dieses Werkes für den Druck erfolgte übrigens nicht durch Rehberg, der wohl die Gedanken hatte, sich jedoch nicht auf Stylisirung verstand, sondern durch den verstorbenen kenntnissreichen Kunsthändler.

Börner von Leipzig, der Rehberg schon von früher her kannte und eine Zeit lang mit ihm im Bade Gastein zubrachte. Als der Staatsminister Stein von Altenstein das Werk 1825 im Namen des Künstlers dem Könige überreichte, erhielt Rehberg den Auftrag, Anfangsgründe der Zeichnenkunst auf den Stein zu übertragen und herauszugeben. Sie erschienen im Jahre 1828, sind aber sehr selten geworden, da der Künstler in Stunden des Unmuths zerstörende Hand an die Steine legte.

Seine letzten Lebensjahre gestalteten sich düster und sorgenvoll; er, der einst in guten, ja üppigen Verhältnissen gelebt, endete unter drückenden Sorgen, von Gram, Kummer und Unmuth niedergebeugt, vereinsamt und von aller Welt verlassen. Der Tod erlöste ihn am 20. August 1835 von seinen Leiden.

In seinem Nachlasse fanden sich ausser den beiden grossen Bildern: Niobe mit ihren Kindern, Aeneas und Dido, eine grosse Menge Handzeichnungen, von denen er sich nicht hatte trennen können, Cartons von fast allen seinen Gemälden und eine Menge ausgeführter Cartons nach der Natur, darunter mehrere Landschaften, mit der Feder und mit Kreide gezeichnet.

Bevor wir zu Rehberg’s Radirungen übergehen, geben wir eine Uebersicht der nach seinen Gemälden und Zeichnungen gestochenen und lithographirten Blätter.

Gestochene Blätter:

  1. Drawings faithfully copied from Nature at Naples and with permission dedicated to the right honourable Sir W. Hamilton (Die Attituden der Lady Hamilton) by F. Rehberg. Rom 1794. fol. 12 Bl. Von Piroli gestochen. – Die Originalausgabe dieses Werkes kommt weniger häufig vor, häufiger sind die in Leipzig erschienenen Copieen, die zum Unterschiede von den Originalen den Titel »Attituden der Lady Hamilton« tragen. Auguste Perl, Erbin des Rehberg’schen Nachlasses, liess die Originale durch H. Dragendorf in Steindruck copiren und gab diese zweiten Copieen unter folgendem Titel heraus: »Attitüden der Lady Hamilton. Nach dem Leben gezeichnet von F. Rehberg.« In 12 Bl. Lithographirt von H. Dragendorf und herausgegeben von A. Perl. München 1840. fol.
  2. Belisar mit seinem Sohne. Bettelini sc.
  3. Dasselbe. J. Steinhilber sc. 1818, radirt.
  4. Niobe mit ihren Kindern. 1810. Pinelli sc.
  5. Aeneas und Dido. Pinelli sc.
  6. Landschaft mit Bacchus, Amor und Bathyll, welche Trauben keltern. C. W. de Haller (Haller von Hallerstein von Nürnberg) sc. für die »Tablettes d’un Amateur des Arts«, Berlin 1803.
  7. Dasselbe. Godby sc.
  8. Dasselbe. In Landons Nouv. des Arts IV. 265 abgebildet.
  9. Julius Sabinus, Peschke sc.
  10. Bonaparte resigning the Crown and Sceptre to the British Lion. Allegorie auf Napoleon’s Sturz. Godby sc.?
  11. F. W. Herschel 1814. Godby sc.
  12. Derselbe. E. Müller sc.
  13. Portrait des Herzogs von Cambridge. Godby sc.
  14. Madame la Barone Stael-Holstein. Idem sc.
  15. Portrait Herders. Halbfigur. M. Steinla sc.
  16. Grotto di Matrimtonio auf der Insel Capri. Schellenberg sc.
  17. The Arrival and Reception of his Royal Highness the Duke of Cambridge at Hannover.

Lithographirte Blätter:
18) Kains Brudermord. H. Dragendorf fec.
19) Die Madonna mit dem Kinde nach Raphael, nach Rehberg’s Zeichnung von A. Borum lithographirt.
20) Rafael Sanzio,Brustbild. R. Leiter fec.

Rehberg hat sein eigenes Bildniss 1825 lithographirt nach einer Zeichnung von F. Benucci.

Dr. phil. Andreas Andresen: Die Deutschen Maler-Radirer (Peintres-Graveurs) des neunzehnten Jahrhunderts, nach ihren Leben und Werken. Zweiter Band. Leipzig, 1867.

#8 – 1 – 40 (Frank)


MICHAEL SIGISMUND
FRANK
LEITER DER ABTEILUNG
FÜR GLASMALEREI
AN DER KGL.
PORZELLANMANUFAKTUR
1770 NÜRNBERG
1847 MÜNCHEN


  • Frank, Julius; 11.4.1826 (München) – 30.4.1908 (München), Tod durch Verkehrsunfall; Historienmaler
  • Frank, Michael Sigismund; 1.6.1770 (Nürnberg) – 16.1.1847 (München); Glasmaler und Porzellanmaler

Todesanzeige für Julius Frank

Grab der Familie Frank auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#Julius Frank

* 11.4.1826 (München)
† 30.4.1908 (München), Tod durch Verkehrsunfall
Historienmaler

#Rosenheimer Anzeiger (2.5.1908)

Tageschronik.
München, 1. Mai.

(Ein tödlicher Automobilunfall) ereignete sich vorgestern abend Ecke der Max Josephstraße und Maximiliansplatz. Der 82 Jahre alte Historienmaler Julius Frank wollte die Max Josephstraße überqueren, wurde aber von einer eben des Weges kommenden Automobildroschke erfaßt, zu Boden geschleudert und überfahren. Er erlitt einen Unterschenkelbruch und eine schwere Gehirnerschütterung. Die Sanitätskolonne verbrachte den Schwerverletzten in seine Wohnung an der Arcisstraße, wo er alsbald seinen Verletzungen erlag. Frank war als Historienmaler sehr bekannt und hatte als solcher schon große Aufträge in den Königsschlössern Neuschwanstein und Herrenchiemsee ausgeführt.

Rosenheimer Anzeiger No.101. Tagblatt für Stadt und Land. Samstag, den 2. Mai 1908.

#Münchner Neueste Nachrichten (4.5.1908)

Lokales.
München, 2. Mai.

Rr. Historienmaler Julius Frank †. Im südlichen Friedhof, in demselben Grabe, in dem sein Vater Sigmund Frank, der Wiedererwecker der Glasmalerei, ruht, wurde heute der angesehene Künstler und treffliche Mensch bestattet. Die Münchner Künstlerschaft hatte sich in sehr großer Zahl und mit mehreren Vereinen eingefunden. Mit dem Schwiegersohne, Bezirksarzt Dr. Schmitz (Starnberg), und den übrigen Verwandten befanden sich im Trauergefolge Regierungs- und Polizeidirektor Freiherr von der Heydte, die Professoren v. Hauberrisser, Heß, Fritz v. Miller, Albert Schmidt und Wenglein, Universitätsprofessor Dr. Schönfelder, Domkapitular Dr. Uttendorfer, Hofstiftskanonikus Standhamer und andere. Dem Sarge, welchem Kranzträger vorausschritten, gaben Mitglieder der Geselligen Vereinigung Münchner Künstler mit Wachsfackeln das Ehrengeleite zu dem mit einer reichen Fülle von Kranz- und Blumenspenden gezierten Grabe. Der Geistliche P. Rupert Jud von St. Bonifaz widmete dem Verstorbenen ehrende Worte der Erinnerung: »In Verehrung und Dankbarkeit haben wir hingeschaut auf den bewährten Meister im Reiche der Farben, welcher uns, der jüngeren Generation, eine lebendige Verbindung war mit einer vergangenen großen Zeit, den liebenswürdigen, selbstlosen Künstler, dem die Quellen der Phantasie und des Humors nie versiegten, den überzeugten Freund und Förderer der christlichen Kunst. Es war eine merkwürdige Fügung, daß der ehrwürdige Greis, dem so manches nicht mehr gefallen hat unserer im Hasten und Jagen überstürzten Zeit, ein Opfer des modernen Verkehrs geworden ist. Er war ein Mann des Gemütes, aber auch ein Meister in der Kunst reinen, edlen Lebensgenusses. Kein Geringerer als Viktor Scheffel wußte zu erzählen von so manchem prächtig gelungenen Münchner Künstlerfeste, das Franks Anlagen und Anregungen entsprungen war...« Im Namen der Münchner Künstler-Genossenschaft widmete Schriftführer Groß dem lieben Freunde und Gründungsgenossen den wohlverdienten Lorbeer: »Sein Künstlername wird fortleben und von uns allen wird der Heimgegangene ob seines liebenswürdigen Charakters, goldenen Humors und unverwüstlichen Idealismus stets in ehrendem Andenken gehalten werden.« Für die Allgemeine Deutsche Kunstgenossenschaft legte Maler Schmid-Breitenbach, namens des Künstler-Unterstützungsvereins Maler Blume–Siebert (»dem ältesten Mitgliede«) einen Kranz am Grabe nieder. Im Namen des Vereins für christliche Kunst weihte der erste Vorstand Kunstmaler Wolter den Lorbeer: »Einem unserer edelsten und besten Mitgliede, dem verdienten Gründer des Vereines, der uns nicht nur nahezu 50 Jahre in Treue angehörte, sondern auch über zwei Dezennien das Amt des Vorstandes bekleidete und seit seinem 80. Geburtstage, einstimmig gewählt, unser Ehrenpräsident war«. Die Lorbeerspende der Geselligen Vereinigung Münchner Künstler legte Vorstand Prof. Wimmer nieder. Als Schluß der Trauerfeier erklang in hehren Tönen das Grablied »Ueber den Sternen«, vorgetragen von der Sängerschaft der Geselligen Vereinigung Münchner Künstler.

Münchner Neueste Nachrichten No. 209. Montag, den 4. Mai 1908.

#Generalanzeiger (5.5.1908)

Münchener Tagesneuigkeiten.

München, 4. Mai.
Zeugen gesucht! Bekanntlich wurde am 29. April Abends nach 8 Uhr Ecke der Otto- und Max-Josephstraße der 82 Jahre alte Kunst- und Historienmaler Julius Frank von einem Automobil (vermutlich Automobildroschke) überfahren und so schwer verletzt, daß er nach einigen Stunden starb. Personen, welche Zeugen des Unfalls waren oder zu jener Stunde in der Nähe der Unfallstelle ein Automobil oder eine Automobildroschke benützt haben, oder eine solche in der Richtung Karlsplatz leer zurückschickten, werden gebeten, ihre Adresse entweder der Staatsanwaltschaft oder der Polizeidirektion (Zimmer Nr. 83/1) bekannt zu geben.

Generalanzeiger Nr. 211. Gratis-Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten. Dienstag, den 5. Mai 1908.

#Die christliche Kunst (1907/1908)

Zur Erinnerung an den Historienmaler
Julius Frank
geb. 11. April 1826 zu München gest. 30. April 1908 ebendaselbst

Sein Vater, der außerordentlich strebsame Michael Sigmund Frank (geb. 1.Juni 1770 in Nürnberg, gest. 16.Januar 1847 zu München) errichtete in seiner Heimat eine Porzellanmalerei, in welcher er bald Versuche machte, seine bei Einschmelzung der Platten gewonnenen Erfahrungen auch auf Glastafeln in Anwendung zu bringen. Als findigem Chemiker gelang ihm nach unzähligen Experimenten, die längst verlorenen Geheimnisse der mittelalterlichen Glasmalerei zu ergründen. Schon um 1804 hatte er ziemlich sichere Resultate erreicht, welche während eines Aufenthaltes zu Wallerstein (1814-18) soweit zum Abschluß gediehen, daß Frank bei seiner Übersiedlung nach München an der Kgl. Porzellan-Manufaktur eine gesicherte Stellung erhielt, wo er seinen Ruf als Regenerator der Glasmalerei, insbesondere mit den im Auftrag König Ludwigs I. für den Regensburger Dom gelieferten Fensterbildern errang. [1]

Unter diesen leuchtenden Vorbildern aufgewachsen, fand der kunstbegeisterte Julius Frank an der Münchener Akademie bei Professor Johann Schraudolph freundliche Aufnahme; bei einer Konkurrenz zu einem Altarblatt für die Kirche zu Dinkelsbühl, darstellend St. Georg zu Pferd, im Kampf mit dem Drachen, errang der Jüngling den ersten Preis. Andere Aufträge folgten und gaben ihm bald vollauf Gelegenheit, sich als tüchtigen Öl- und Freskomaler zu bewähren. Der schwererkrankte Josef Anton Fischer [2] empfahl ihn edelmütig, zugleich mit Franz Wurm [3] zur Ausführung eines großen Freskenzyklus in Stonyhorst (England), mit je drei Szenen aus dem Leben des hl. Ignatius, darunter auch die »Stiftung desJesuiten-Ordens«. Daran reihten sich i860 bis 64 sechs Wandbilder in der historischen Galerie des (alten) Münchener National-Museums, mit Darstellungen aus der ältesten Geschichte Bayerns, [4] darunter außer dem »Martyrium der hl. Afra«, die durch L. Schöningers Galvanographie populär gewordene Darstellung der »Lechfeldschlacht«. In den Jahren 1865-67 vollendete er, unter Beihilfe von Nikolaus Baur, [5] die Fresken für die Philippiner Kongregation zu Gostyn (Posen). Weiter folgten eine Allegorie in den Arkaden des südlichen Camposanto (München) über Dr. Harters Familiengruft; eine Personifikation der sieben »Ritterlichen Tugenden« (Probitates) nebst den vier Jahreszeiten im Ahnen- und Speise-Saal des Fürsten zu Wolfegg; ein Kranz von deutschen Märchen im Palais Schwab zu Wien; und viele ähnliche andere Arbeiten. Dazwischen schuf Frank unermüdlich eine Reihe von Altarbildern und Kartonzeichnungen zu Glasgemälden, teilweise auch im Auftrage König Ludwig II. für die Hofkirche der Residenz, staffierte Eibners [6] großes Aquarell vom »Georgi-Ritterfest-Bankett« mit zahlreichen Porträtfiguren, assistierte seinem Schwager Wilhelm Hauschild [7] bei der malerischen Ausschmückung des Thronsaals in Schwanstein.

Nur wenige seiner Schöpfungen kamen durch Photographie in die Öffentlichkeit. Dagegen fanden viele seiner früheren religiösen Genrebilder und Idyllen bei Georg Manz in Regensburg in kleinen Stahlstichen von Kracker, Barfus u. a. die weiteste Verbreitung. Alle seine Kompositionen tragen eine Signatur idealer Schönheit mit gewissenhaftester Durchbildung der Form. Die Kunst galt ihm als heiliger, das Leben veredelnder Beruf. Ein Epigone von Cornelius und Heß, ein Schüler Schraudolph's, hatte er einen großen Teil der grandiosen Ära König Ludwigs I. miterlebt; Frank hielt diese artistischen Traditionen in höchsten Ehren. Er war die lebendige Chronik jener nur zu schnell wieder verrauschten schönen Zeit, besaß ein nie versagendes Füllhorn von Erinnerungen, die er gerne erzählte; leider ist nichts davon in Schrift gebracht.

Daß ihn trotz – oder richtiger infolge seines strenghistorischen Gerechtigkeitsgefühls die im Banne Renans und der folgenden Impressionisten jene im Gebiete der religiösen Malerei eindringende neuere Strömung, die sogenannte »rationelle artistische Bibel-Interpretation«, wenig sympathisch berührte, lag in der Natur der Sache. Seine feinfühlige Auffassung verteidigte beharrlich die alte Position. Durch zwei Dezennien führte Frank unentwegt die Vorstandschaft des vor 48 Jahren mitbegründeten »Vereins für christliche Kunst«.

Gleichsam als ergänzender Gegensatz zu dem tiefen Ernst seiner Schöpfungen trat sein goldener, flüssiger Humor bei jeder Gelegenheit, bei allen früheren Künstlerfesten, Faschings- und Maienspielen mit dramatischen Inszenierungen werktätig hervor, ein neidenswertes Theaterblut beweisend. So beispielsweise bei den Privataufführungen von Emilie Ringseis' biblischem Schauspiel »Veronika« im Kgl. Residenztheater, wo ihm ob seiner klassischen Sprache und des reifdurchdachten Spieles lockende Anerbietungen von hochstehenden, einflußreichen Persönlichkeiten gemacht wurden, sich ganz der Bühne zu widmen. Frank aber blieb seiner Palette getreu, entsagte dem Kothurn, um auf den leichtbeschwingten Soccus einer unverwüstlichen nie verletzenden Laune seine Ueberraschungen auch noch in späteren Freundeskreisen, bei den Familienabenden und Ehrungen der Kunstgenossenschaft und des Sänger-Vereins ausströmen zu lassen, wofür ihm aus Anlaß des achtzigsten Wiegenfestes prompte Vergeltung erblühte.

Sein schöner, feinmodellierter Kopf wurde häufig von Porträtmalern gesucht, zuletzt noch von Fritz Steinmetz-Noris und Leo Samberger (Abb. S. 241).

Diese immerhin eine längere Dauer versprechende Lebenskraft fand durch ein tückisches Automobil ein plötzliches Ende.

Der reiche Nachlaß dürfte erwünschtes Material für eine gebührende Publikation bieten. Die jüngste Jubiläumsausstellung der Allgem. Deutsch. Kunstgenossenschaft im Glaspalast zeigt vier Proben seiner holden Kunst. Wer so in einem Guß sein Bestes gab, bleibt des Dankes der Nachwelt sicher.

Dr. Hyac. Holland

[1] In dieser Zeit wohnte Michael Sigmund Frank im ersten Stockwerke eines kleinen, von der Otto- und Sophienstraße begrenzten Gartenhauses, welches heute noch den Rückbau des durch den früheren Lohnkutscher, späteren Gastwirt und Rentier Anton Tafelmeier aufgeführten großen Eckhauses in der Otto- und Arcostraße bildet. In denselben Räumen hauste darauf während seiner Studienjahre mit einem frühe verstorbenen Bruder der bald so berühmte Rechtslehrer und Universitätsprofessor A. v. Brinz (gest. 15. September 1887); hier schuf in stiller Weltabgeschiedenheit der Dichter und Philosoph Melchior Meyr (geb. 28.Juni 1810 im Dorfe Ehringen bei Nördlingen, gest. 22. April 1871 zu München) die längst vor Berthold Auerbachs »Dorfgeschichten« entstandenen kulturhistorischen »Erzählungen aus dem Ries«; in demselben stillen Stübchen schrieb Franz Trautmann (geb. 28. März 1815, gest. 2. November 1887) den patriotischen Roman »Herzog Christoph« (1851), womit der Autor seinen Ruhm eines bayerischen Walter Scott erwarb. Nun wohnt in den zeitgemäß verjüngten trauten Räumen, das »otium cum dignitate« genießend, eine um Bildung der Jugend hochverdiente Lehrerin: möge ihr noch eine lange vergnügliche Rast beschieden sein! Michael Sigmund Frank betätigte sich als Senefelders Freund mit einer 80 Bildnisse berühmter deutscher Künstler umfassenden, in Kreide auf Stein gezeichneten »Galerie« (München 1815); das selten gewordene Werk wurde jüngst in Hirsemanns Antiquariat zu Leipzig als Incunabel der Lithographie um 95M. ausgeboten. M. S Franks Andenken ehrt eine von Herrn Kommerzienrat Zettler am Sterbehaus (Müllerstraße 55) angebrachte Steintafel.

[2] Josef Anton Fischer (geb. 28. Februar 1814 zu Oberstdorf im Allgäu, gest. 20. März 1859 in München). Vgl. meine »Charakterbilder«, München 1864, S. 3-11.

[3] Über Franz Wurm (geb. 30.März 1818 zu Stiefenhofen im Allgäu, gest. 11. Juli 1865 in Gutenberg), den in Griechenland, Frankreich und England vielseitig tätigen, aber wenig bekannten Maler, vgl. Liliencron's »Allg. Deutsche Biographie« 1898. S. 44, 332.

[4] C. von Spruner »Wandbilder des Bayer. Nat.-Museums«. 1868, S. 4 ff., 522 ff, 611 ff. Außer den oben genannten: S. Severin verkündet in Bayern das Christentum; Herzog Tassilo eröffnet die gelehrte Schule zu Frauenchiemsee; Tiberius und Drusus als Gründer Augsburgs; S. Magnoald stiftet die Abtei St. Mang zu Füssen und eröffnet die Eisenwerke am Säuling.

[5] Über die Schicksale des weniger bekannten Nikolaus Baur (geb. 6. November 1816 zu Trier, gest. 2. Oktober 1879 zu München) vgl. den Nekrolog in Beilage 354 »Allgem. Ztg.« vom 20. Dezember 1879

[6] Friedrich Eibner Architekturmaler, geb. 25.Februar 1825 zu Hilpoltstein, gest. 18. November 1877 in München.

[7] Über Wilhelm Hauschild, geb. 16. November 1827 zu Schlegel (Grafschaft Glatz in Preuß.-Schlesien), gest. 14. Mai 1887 in München, vgl. »Allgem. Deutsche Biographie« 1905, 50, 77-81.

Die christliche Kunst (1907/1908)

#Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler (1916)

Frank, Julius, Maler u. Steinzeichner, geb. 11. 4. 1826 in München, f 30. 4. 1908 ebenda. Sohn u. Schüler Sigmund F.s (s. d.) u. weitergebildet unter Joh. Schraudolph an der Münchner Akad., die ihm beim Wettbewerb zu einem Hochaltarbilde für die St. Georgskirche zu Dinkelsbühl (Mittel-Franken) den 1. Preis u. ein Stipendium zu einer Italienreise verlieh, schuf F. neben zahlreichen weiteren Altargemälden (für die Kirchen zu Arberg in M.-Franken, zu Mamming in Nieder-Bayern, zu Gmund am Tegernsee, zu Saalfelden u. Wals im Salzburgischen u. a. m.) und neben Kirchenfresken wie denjenigen im Jesuitenkolleg zu Stonyhurst bei Preston (Nord-England, – Szenen aus d. Leben des hl. Ignatius, gemeinsam mit Franz Wurm um 1855 ausgef. nach Kartons Jos. Ant. Fischer’s, s. d ), im Philippinerkloster zu Gostyn (Prov. Posen, – Szenen aus d. Leben Christi nebst 4 Evangelisten etc., nach eigenen Kartons F.s ausgef. 1864-67 gemeinsam mit Nik. Baur, s. d.) und in der kleinen Kapelle am Gasteig zu München (Maria als Helferin, 1869) 1860-64 als Hauptwerke 6 der 143 großen histor. Wandfresken im alten Bayr. Nat.-Mus. an der Maximilianstr. zu München (jetzt provisor. Deutsches Mus.), darstellend die Gründung von Augsburg unter Tiberius, das Martyr, der hl. Afra in Augsburg, die Christianisierung Bayerns durch den hl. Severin, die Gründung von Füssen durch den hl. Magnoald, die Schulgründung zu Frauen-Chiemsee durch Herzog Thassilo u. die Hunnenschlacht auf dem Lechfelde (der Karton zu letzt. temperamentvoll bewegten Hauptbilde signiert »J. Frank I860«, galvanographisch reprod. von L. Schöninger) und 4 der histor. Wandfresken im 3. Stockwerk des Rathauses zu München (1887 begonnen, cf. Kunst f. Alle 1887 p. 175); ferner dekorative Wand- und Deckenbilder etc. in Ölmalerei im fürstl. Waldburg'schen Schlosse Wolfegg (Württemberg, – im Empfangssaale Allegorien der Rittertugenden u. Ansichten der Waldburg'schen Stammschlösser, im Speisesaale Gastmahl zu Emaus u. Puttenallegorien der 4 Jahreszeiten), im Palais Schwab zu Wien (Weihburggasse, – im Salon deutsche Märchenbilder u. a.) u. in den Königsschlössern Ludwigs II. v. Bayern (in Herren-Chiemsee einige der Deckenbilder der Gr. Galerie etc., in Linderhof die »Leda« nach Boucher im Blauen Kabinett, in Neu-Schwanstein die byzantinisierende »Madonna in Trono« am got. Prunkbett u. a); endlich Kartons zu Glasgemälden für die Hofkapelle der kgl. Residenz zu München (3 Emporenfenster mit Heil. Abendmahl, Auferstehung Christi und Pfingstwunder), für die Kapelle zu Wilzhofen (zw. Ammer- u. Würmsee, gestiftet vom Prinzregenten Luitpold) etc. Auf F. Eibner's großem Architektur-Aquarell »Bankett der bayr. St. Georgsritter« malte F. für König Ludwig II. die Porträtfiguren. Gelegentlich hat er sich auch als Steinzeichner betätigt, so auf 2 lithograph. Blättern mit blumenstreuenden Genien (Illustrationen zu Frühlingsliedern). Einige seiner zeichnerischen Jugendkompositionen wurden von Joh. Kräcker (»Morgen- u. Abendsegen«, datiert 1857) u. a. in Stahlstich vervielfältigt. Nachdem er 20 Jahre lang den Münchner »Verein für Christi. Kunst« als Vorstand geleitet und bei den Faschings- u. Maienfesten der Münchner Künstlergenossenschaft bis ins hohe Greisenalter eine führende Rolle gespielt hatte, wurde der 82jährige Cornelius-Epigone im Frühjahr 1908 in München das Opfer eines Automobilunfalles.

C. v. Spruner, Die Wandbilder des Bayer. Nat.-Mus., 1868, p. 4 ff., 522 ff., 611 ff. – Maillinger, Bilderchronik v. München, 1876 ff., III und IV (Register). — A. Seubert, Kstlerlex. 1878. – F. Pecht, Gesch. d. Münch. Malerschule, 1888, p. 211. – V. v. Scheffel, Episteln, 1892, p. 290 ff. – F. v. Bötticher, Malerwerke des 19. Jahrh., 1891 ff., I. — L. v. Kobell, König Ludwig II. v. Bayern u. die Kunst, 1900, p. 462 u. Abb. p. 15 u. 335 ff.; cf. Das Kgl. Schloß Herren-Chiemsee, Führer von 1886, p. 12. — H. Holland in Zeitschr. »Die Christl. Kunst«, München 1904 ff., IV 239 ff. (mit F.s Porträt nach Gern. Leo Samberger’s), cf. II 171 f.; ders. in Bettelheim’s Biograph. Jahrbuch XIII (1910) p. 43 ff. – Fürst-Wolter, Jubil.-Festgabe d. Vereins f. Christl. Kunst, München 1910, p. 35, 48, 139 u. Abb. p. 133, 135. – Nekrologe in Bericht d. Münch. Kstvereins 1908 p. 16 u. in Münch. Neueste Nachr. v. 1. 5. 1908.

H. Holland.

Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Herausgegeben von Ulrich Thieme. Leipzig, 1916.

#Michael Sigismund Frank

* 1.6.1770 (Nürnberg)
† 16.1.1847 (München)
Glasmaler und Porzellanmaler

#Allgemeines Künstler-Lexicon (1895)

Frank, Michael Sigismund, der Wiederhersteller der deutschen Glasmalerei, geb. 1769 in Nürnberg, † 18. Jan. 1847 in München, strebte schon in der Jugend nach der Wiederauffindung dieser verloren gegangenen Kunst, arbeitete seit 1804 auch in grösseren Dimensionen, war 1814–18 im Schloss des Fürsten Wallerstein thätig und wurde 1827 nach München zur Errichtung der kön. Glasmalereianstalt berufen, aus der als erste grössere Leistung die Fenster für den Dom in Regensburg hervorgingen, denen dann die nachherigen Fenster in der Aukirche zu München nach Entwürfen von Joseph Anton Fischer, Schraudolph u. A. folgten.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Frank Michael Sigismund, 1770 (Nürnberg) – 1847, Porzellan- und Glasmaler; F. erlernte in Nürnberg die Porzellanmalerei und beschäftigte sich schon in jungen Jahren mit der Wiederentdeckung der Kunst der Glasmalerei, als deren »Wiedererfinder« er angesehen wird; nachdem 1804 die ersten noch unvollkommenen Versuche gelungen waren, überreichte er 1808 am königlichen Hof eine Probe seiner Kunst; 1806 wurde F. unter Hinterlegung seiner Erfahrungen an die königliche Porzellanmanufaktur nach München berufen, der eine eigene Abteilung für Glasmalerei angegliedert wurde, die 1827 eine selbständige, von F. geleitete, Anstalt wurde; die ersten bedeutenderen Arbeiten waren Glasgemälde für den Regensburger Dom, denen Werke für die Maria-Hilf-Pfarrkirche in München-Au erfolgten.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 1 – 41 (Fink)


Hier ruhet in Gott
Frau Anna Fink
Apothekers-Gattin,
geb. 21. Novbr. 1842, gest. 4. Dezbr. 1890.
Deren Gatte
Justin Fink
Apotheker
geb. 13. April 1837, gest. 11. Mai 1907.

R. I. P.

Linke Seite
Luise Fink
geb. 1. Novbr. 1835
gest. 24. Juli 1864.

Rechte Seite
Nannette Fink
Rechtsanwaltswitwe
gest. im 82. Lebensjahre
d. 8. Dezbr. 1877.

Heiligensetzer


  • Fink, Anna (vh); 21.11.1842 – 4.12.1890; Apothekers-Gattin
  • Fink, Justin; 13.4.1837 – 11.5.1907 (München); Apotheker
  • Fink, Maria Luise/Aloisia; 1.11.1835 – 24.7.1864 (München); Advokatenstochter von Untergünzburg
  • Fink, Nannette (vw) / Voraus (gb); – 8.12.1877 (München), 81 Jahre alt; Rechtsanwalts-Witwe

Todesanzeige Maria Luise Fink

Todesanzeige für Nannette Fink

Todesanzeige für Justin Fink

Grab der Familie Fink auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#8– 1 – 48 (n. n.)


(Mai 2021)

#8 – 2 – 1 (Maierhofer)


Grab der Familie Maierhofer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 2 – 2·3 (Fahnenberg auf Burgheim)


DEIN WILLE GESCHEHE


  • Fahnenberg auf Burgheim, Alexander Freiherr von; 4.1.1812 – 30.7.1842 (München); Kämmerer
  • Fahnenberg auf Burgheim, Friedrich Freiherr von; 7.5.1785 (Regensburg) – 12.5.1833 (München); Diplomat

Todesanzeige für Alexander Freiherr von Fahnenberg auf Burgheim

Grab der Familie Fahnenberg auf Burgheim auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2014)

#Friedrich Freiherr von Fahnenberg auf Burgheim

* 7.5.1785 (Regensburg)
† 12.5.1833 (München)
Diplomat

#Königlich Bayerischer Polizey-Anzeiger (6.11.1833)

Dienstag den 5. November d. J. und an den folgenden Tagen, jedesmal Vormittags von 9 bis 12 Nachmittags von 2 bis 6 Uhr werden in der Elisenstraße No. 7., dem botanischen Garten gegenüber, im 2 Stockwerke aus der Verlassenschaft Sr. Excel. des Großherzoglich badischen Gesandten am königl. bayer’schen Hofe, Freyherrn von Fahnenberg, gegen baare Bezahlung, öffentlich versteigert, als:

ein ganz vollständiges Service vom französischen Silber für 24 Personen, silberne Salzgefäße, Kannen, Kühltöpfe, Löffel u. s. a. Silbergeräthe; Glasuntersätze u. s. a. von Plaqué, Uhren, Lampen, Tische und Girondel-Leuchter vom französischen Bronze, eine goldene Repetir- und eine Cylinder-Uhr von Breguet, Gypsbüsten, ein vollständiges Service von Nymphenburger-Porzellain mit Goldrand für 18 Personen, große französische Cabarets; Consol-Toiletten u. a. Spiegel von französischem Glase, elegant gebaute Meubels von Nußbaumholz, darunter mehrere Garnituren von Sopha’s, Fauteults und Seßeln, ein Wiener- und ein Flügel von Baumgartner, Kupferstiche von den ersten neuern Meistern und ältern von Ridinger und Quasch, Gemälde von König in eleganten Rahmen, viele Lithographien, s. a., Matrazen u. a. Bettgeräthe, Sopha- und Zimmer-Teppiche, Tischwasche von Damast, feine Bettwäsche, mehrere Drapperien und Vorhänge von Moußeline; weiße und rothe französische Weine, Liqueurs, eine Mineralien-Sammlung, eine Bibliothek von 500 Bänden (meist diplomatische und historische Werke.) eine Berline, eine Caleche, ein Wienerjagd-Wagen nebst Schlittengestell und Pelzdecken u. a. Stallrequisiten, Küchengeschirr von Kupfer, Messing etc. Koffers, Körbe und vieles andere.

Genannte Gegenstände können 3 Tage vor der Auktion jedesmal von 10 bis 4 Uhr eingesehen werden.

Hirschvogl, Auktionator.

Königlich Bayerischer Polizey-Anzeiger von München Nro. 87. Mittwoch, den 6. November 1833.

#8 – 2 – 6 (Desloges)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Desloges, Anna von; 18.7.1832 – 31.5.1864 (München); Bankbeamtens-Gattin
  • Desloges, Wilhelm von; 24.4.1821 – 22.1.1884 (München); Bankbeamter

Todesanzeige für Wilhelm von Desloges

Grab der Familie Desloges auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2014)

#8 – 2 – 7 (Wachter)


Grab der Familie Wachter auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2014)

#8 – 2 – 8 (Kluckhohn)


Hier ruhen in Frieden
die Schwestern und Frauen
Auguste Kluckhohn
geborene Schenck,
geb. d. 3. Mai 1835, gest. d. 5. Juni 1864
Louise Kluckhohn
geborene Schenck
geb. d. 3. März 1841
gest. d. 3. Febr. 1878


  • Kluckhohn, Auguste (vh) / Schenck (gb); 3.5.1835 – 5.6.1864 (München); Professors-Gattin
  • Kluckhohn, Heinrich; 1868 – 3.11.1869 (München); Professors-Kind
  • Kluckhohn, Karl; 1878 – (16).1.1878; Professors-Kind
  • Kluckhohn, Luise (vh) / Schenck (gb); 3.3.1841 – 3.2.1878 (München); Professors-Gattin

Todesanzeige für Auguste Kluckhohn

Todesanzeige für Heinrich Kluckhohn

Todesanzeige für Luise Kluckhohn

Grab der Familie Kluckhohn auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2014)

Grab der Familie Kluckhohn auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

Grab der Familie Kluckhohn auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

Grab der Familie Kluckhohn auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

Grab der Familie Kluckhohn auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2013)

#8 – 2 – 9* (Nassau · Zimmermann)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Nassau, Jak.; – 1886 (München); Rittmeister
  • Zimmermann, Robert; 21.4.1818 (Zittau) – 6.6.1864 (München); Landschaftsmaler, Lithograph und Zeichner

Todesanzeige für Robert Zimmermann

Das Grab ist nicht erhalten


#Robert Zimmermann

* 21.4.1818 (Zittau)
† 6.6.1864 (München)
Landschaftsmaler, Lithograph und Zeichner

#Allgemeine Deutsche Biographie (1900)

Zimmermann: Robert Z., Landschaftsmaler, Bruder des berühmten Albrecht Z., geboren am 21. April 1818 zu Zittau, widmete sich erst unter der väterlichen Leitung der Musik und erregte, insbesondere als Pianist, schöne Erwartungen, ging dann zur Bühne und genoß den Unterricht von Heckscher und Pauli, konnte aber seiner kleinen Statur wegen keine Anstellung an dem Dresdener Hoftheater erhalten; trieb dann Zeichnen und Lithographie und folgte schließlich seinen Brüdern nach München, wo er seit 1846 als Landschaftsmaler anerkennende Erfolge errang. Mit besonderer Vorliebe wählte er seine Motive aus den Vorlanden und Bergen von Altbaiern und Tirol; doch pflegte er auch das Architektur- und Thierstück, starb aber schon nach längeren Leiden am 6. Juni 1864.

Vgl. Nagler 1852. XXII, 285. – Kunstvereinsbericht f. 1864, S. 56.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1900.

#8 – 2 – 18 (n. n.)


(Mai 2018)

#8 – 2 – 23* (Kolb · Thoma)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Kolb, Georg; – 5.6.1835 (München), 30 Jahre alt; Wegen Mordes an dem Fuhrmann Deinzer zum Tode verurteilt, stirbt zwei Tage nach Verkündung des Todesurteils am Nervenfieber (Typhus); Maurer und Soldat
  • Thoma, Adam; – 12.8.1888 (München), 54 Jahre alt; Schneidermeister

Todesanzeige für Adam Thoma

Das Grab ist nicht erhalten


#Johann Georg Kolb

† 5.6.1835 (München), 30 Jahre alt; Wegen Mordes an dem Fuhrmann Deinzer zum Tode verurteilt, stirbt zwei Tage nach Verkündung des Todesurteils am Nervenfieber (Typhus)
Maurer und Soldat

#Augsburger Tagblatt (5.6.1835)

Vermischte Nachrichten.

München am 3. Juni. So eben (4 Uhr) wurde im k. Stadtgerichtsgebäude dem beurlaubten Soldaten Kolb (vom 1. Linien-Infanterie-Regiment), welcher den sogenannten Eichlober (Fuhrmann) auf der Straße nach Freising vor 2 Jahren erschossen hat, das Todesurtheil mit der Bestätigung Sr. Majestät feierlich vorgelesen Der K. Kreis- und Stadtgerichtsdirektor B. v. Lerchenfeld, der Stadtgerichtsrath Steger, der Auditor und der Beichtvater des Malefikanten waren gegenwärtig. Sein kranker Zustand hält ab, dem Urtheile gemäß, ihn in 24 Stunden hinzurichten, weshalb ihm 3mal 24 Stunden Frist geschenkt wurden, welche der Unglückliche schwerlich mehr erleben dürfte, da die Publikation des Urtheils ihn zu sehr erschütterte; er brachte diese Zeit mit Gebet zu. Der Richtplatz wird vor den Salzstädeln auf dem Marsfelde erwählt; Samstag Vormittags 10 Uhr ist die festgesetzte Zeit.

Augsburger Tagblatt Nr. 154. Freitag, den 5. Juni 1835.

#Augsburger Tagblatt (6.6.1835)

Vermischte Nachrichten.

München, den 4. Juni. Der gestern in der Frohnfeste (nicht im k. Stadtgerichtsgebäude) zum Tode verurtheilte Soldat Kolb hat das Nervenfieber bekommen und befindet sich sehr schlecht, weswegen die Execution des Urtheils bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit aufgeschoben worden ist. Er lebte im Concubinat mit der Fuhrmanns-Frau, welche ihn wahrscheinlich zu seinem Verbrechen verleitete. Vor 2½ Jahren schoß er ihn an den sogenannten Saustädeln am linken Isarufer nächst der Cuirassier-Kaserne nieder. Es wäre dies die erste Hinrichtung in unserer Königsstadt seit dem Regierungs-Antritte Seiner Majestät des Königs Ludwigs, höchstwelcher Sich damals zu entschließen geruhte, die hier zum Tode verurtheilten Individuen die ersten zehn Jahren zu begnadigen, welche nun beinahe vorüber sind. »Eichlober« wurde bewußter Fuhrmann deswegen geheißen, weil er so gerne Karten spielte. Die Frau des »Eichlobers« sitzt schon lange im Zuchthause. Sein Sohn ging mit dem 4ten Transporte nach Griechenland, bekam unterwegs (in Triest) Streit mit einem Italiener, den er in Folge desselben so stark beschädigte, daß er Tags darauf seinen Geist aufgab. Jener wird, wenn er nicht binnen ½ Jahr um 300 fl. ausgelöst wird, (was aber unmöglich ist, da seine Angehörigen hier vermögenlos sind) dort hingerichtet.

Augsburger Tagblatt Nr. 155. Samstag, den 6. Juni 1835.

#Münchner Tagblatt (6.6.1835)

Hiesiges.

Der beabschiedete Soldat Georg Kolb, welchem wegen verübten Mordes an einem hiesigen Fuhrmann am verfloßnen Mittwoch Vormittags 10 Uhr das Todesurtheil publizirt wurde, nach welchem derselbe heute hingerichtet hätte werden sollen, ist gestern Morgens 4 Uhr in der Frohnfeste am Nervenfieber gestorben.

Münchner Tagblatt Nr. 155. Samstag, den 6. Juni 1835.

#Der Bayerische Volksfreund (10.6.1835)

Bayern.

München. Der wegen qualifizirten Mordes zum Tode verurtheilte Georg Kolb ist im außerehelichen Stande erzeugt, seiner Profession ein Schneidergesell, diente 6 Jahre beim Militär und pflog schon während dieser Dienstzeit eine tadelhafte Aufführung. Nach seiner Entlassung hieng er stets dem Müßiggange nach, und so kam es, daß er als gedungene Mörder die Tat verübte, für welche er am Schaffot büßen sollte, wenn ihn nicht der Herr über Leben und Tod früher durch die Krankheit des Scorbuts und Nervenfieber in das Jenseits gerufen hätte.

Mehrere Tage paßte Kolb mit geladener Waffe dem Fuhrmann Deinzer zur bestimmten Zeit seines Nachhausegehens auf, ohne sein Vohaben ausführen zu können, bis es ihm endlich gelang, den sorglos Heimkehrenden durch einen ganz in seiner Nähe abgefeuerten Pistolenschuß meuchlings zu morden. In die Brust getroffen, gab der Verwundete schnell seinen Geist auf. Der Mörder entfloh, und was gewiß merkwürdig ist, ging andern Tag Morgens 6 Uhr in die Kirche, um die Messe zu hören. Bei ihm war sonach Religion blos äußere Werkheiligkeit, ohne daß die Heilige selbst in seinem Herzen und Gemüth ihren Sitz hatte, ohne daß der wahrhaft himmlische Götterfunke ihn beseelte: Gott! wie mag ein solch blutbefleckter Mensch vor den Altar treten, wie sein Gebeth zu Gott erheben – nur in Folge innigster Reue wäre dieses möglich – doch auch diese war bei ihm nicht eingetreten; denn nach langen hartnäckigen Läugnen, und langer Dauer seiner Untersuchung, legte er erst vor Obrigkeit das Geständniß der verruchten That, und wie die Sage geht, noch mit vielem Gleichmuthe ab. Seiner Strafe auf dieser Welt entging er, möge ihm der barmherzige Gott Jenseits gnädig seyn. Der, welcher Herzen und Nieren prüft, wird auch seine Verhältniße während seines Lebenslaufes brücksichtigen, besonders da Kolb eines jener Geschöpfe ist, welche sich legitimer Eltern nicht zu erfreuen haben, bei denen größtentheils Vernachläßigung in der Jugenderziehung eintritt; die schon von Kleinen an kein gutes Beispiel sehen und hören, früh in die Welt hinausgeschleudert ohne Leitung und Aufsicht sich selbst überlassen werden, und so statt des Keim des Guten, jenen des Bösen einsaugen. Möchten doch jene, die im Taumel der Leidenschaft Geschöpfen ihr Daseyn geben, ohne sich dann gewissenloser Weise um ihre Erziehung und Bildung zum tauglichen Staatsbürger zu bekümmern, durch dieses tragische Beispiel erinnert werden, daß sie vielleicht Diebe und Mörder, überhaupt unglückliche Menschen zur Last der menschlichen Gesellschaft in die Welt gesetzt haben, und daß vielleicht der Fluch dieser Unglücklichen, wenn auch unbekannt, auf ihnen lastet.

Diese wenigen Worte, möchten sie doch gutes Erdreich gewinnen, und dieses traurige Ende Kolbs in manchen leichtfertigen Gemüthe den Sinn zum Bessern, zur Tugend und wahren innigen Religiosität befestigen, welche nur allein sichern Hort vor Sünde und Verbrechen gewährt.

Der Sohn des Ermordeten, welcher mit dem 4ten Transport nach Griechenland abgegangen ist, soll dem Vernehmen nach in Triest Streit mit einem Italiener bekommen und denselben tödtlich verwundet haben, in Folge dessen derselbe auch gestorben ist. Der Thäter soll nun auch seiner Verurtheilung entgegen sehen.

Der Bayerische Volksfreund Nro. 92. München; Mittwoch, den 10. Juni 1835.

#Allgemeine Zeitung (11.6.1835)

Inland.

München. Der nahen Hinrichtung des Johann Georg Kolb, Mörders des Fuhrmanns Deinzer, kam (wie bereits berichtet) der Tod zuvor, der ruhig zu Werke geht, ohne Geräusch, ohne Spektakel zu erregen. Kolb lag beinahe 4 Jahre im Gefängnisse, hartnäckig im Leugnen verharrend; endlich gestand er; die Folge war die ausgesprochene Hinrichtung. Da aber Kolb schon lange kränkelte, war er zur Zeit, als die Sentenz verkündet werden mußte, so krank, daß man vorsichtig die wenigen lichten Augenblicke der Besinnung abwarten und eilig erhaschen mußte, ihm den Vorgang begreiflich zu machen. Dieses geschah Mittwoch den 3. d. Nachmittags 4 Uhr, was jedoch schon vorschriftsmäßig am Vormittag hätte geschehen sollen. Kolb begriff den Vortrag, und nahm, fast in sich vorbereitet, das schreckliche Wort stille auf. Tags darauf aber hatten die Krankheitsumstände und die Gefahr so sehr zugenommen, daß er im Delirium diesen Tag und den folgenden zubrachte; es war also unmöglich, die Bestätigung seines Geständnisses und den Eid ihm abzunehmen, der die Komplicität hätte erhärten sollen. Am 5. Morgens war er eine Leiche. Es war ihm bestimmt, ruhig abzutreten, nicht gewaltsam aus diesem Leben getrieben zu werden.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern Nr. 162. Nürnberg; Donnerstag, den 11. Juni 1835.

#8 – 2 – 41 (Restallino)


CARLO
RESTALLINO
PORTRAITMALER
1776 DOMODOSSOIA
1864 MÜNCHEN


  • Restallino, Carlo; 1776 (Domo d’Ossola/Italien) – 3.7.1864 (München); Portraitmaler

Grab der Familie Restallino auf dem Alten Südfriedhof München (August 2011)

#Carlo Restallino

* 1776 (Domo d’Ossola/Italien)
† 3.7.1864 (München)
Portraitmaler

#Baierisches Künstler-Lexikon (1810)

Restallino (Karl), zu Zornasco im Königreich Itlien 1776 geboren, lernte die Anfangsgründe der Zeichen- und Malerkunst in der Gallerie zu München unter der Leitung des Hofkammerraths und Vice-Direktors Jakob Dorner, und bildete sich dann vollends beim Hofmaler Mathias Klotz. Er unternahm hierauf Reisen nach dresden und Berlin, und endlich auch nach Italien. Anfangs malte er in Oel, widmete sich aber in der Folge ganz der Miniaturmalerei, worin er solche große Fortschritte machte, daß er 1808 als Königl. Hofmaler zu München mit Gehalt angestellt wurde. Unter seine vorzüglichsten Gemälde in Miniatur gehören: die Porträte Ihrer Majest. des Königs und der Königin von Baiern, der verwittweten Herzogin von Pfalzzweibrücken, Maria Amalie Königl. Hoheit, und der verwittweten Churfürstin von Pfalzbaiern, Maria Leopoldine Durchl. Kenner zählen ihn unter die ersten der jetzigen Künstler in Miniatur-Gemälden.

Felix Josef Lipowsky: Baierisches Künstler-Lexikon. München, 1810.

#Neues Maler-Lexicon zum Handgebrauch für Kunstfreunde (1833)

Restallino, Carl, geb. zu Zornasco in Italien 1776, lernte die Anfangsgründe der Zeichen- und Malerkunst in der Münchner Galerie unter Dorner’s Leitung und bildete sich dann vollends bei Klotz und durch seine Kunstreisen nach Dresden, Berlin und Italien. Er malte anfangs in Oel, legte sich aber in der Folge ganz auf Miniaturmalerei und machte bald solche Fortschritte, daß er 1806 königl. bayer. Hofmaler wurde. Man zählt ihn unter die ersten Miniaturmaler neuerer Zeit.

Neues Maler-Lexicon zum Handgebrauch für Kunstfreunde. Nürnberg, 1833.

#Über Miniaturmalereien (1861)

Restallino, Carlo, Miniaturmaler, wurde 1776 zu Zornasco in Italien geboren, kam aber schon in jungen Jahren nach München und genoss da anfänglich den Unterricht Jacob Dorners. Später begab er sich unter die Leitung des Hofmalers Math. Klotz, unternahm hierauf eine Reise nach Dresden und Berlin und zuletzt nach Italien, da er sich dem strengeren historischen Fache widmen wollte, später malte er ausschliesslich in Miniatur. Er porträtirte den König Maximilian, die Königin Therese und fast alle andern Mitglieder des königlich bairischen Hofes. Der König Maximilian ernannte ihn zum Staatspensionär.

T. Biehler: Über Miniaturmalereien. Mit Angaben vieler Künstler und Hofbibliotheken, welche interessante Manuscripte mit Miniaturen besitzen. Wien, 1861.

#Die Künstler aller Zeiten und Völker (1864)

Restallino, Carlo, Miniaturmaler in München, geboren zu Zornasco in Italien im Jahr 1776. Er kam früh nach München und erlernte daselbst die Kunst bei J. Dorner und M. Klotz, worauf er sich durch Reisen nach Dresden, Berlin und Italien weiter ausbildete. Im Jahre 1808 wurde er königlicher Hofmaler in München und ist nunmehr pensionirt. Wir nenen von seinen Arbeiten: die Bildnisse des Königs Maximiian, der Königin Karoline, der Herzogin Maria Amalia von Zweibrücken.

Literatur. Lipowsky, Bayrisches Künstlerlexikon. Müller, Universallexikon für München.

Friedrich Müller: Die Künstler aller Zeiten und Völker. Stuttgart, 1864.

#Die Monogrammisten (1871)

Carl Restallino, geschickter Miniaturmaler, geb. zu Domo d‘Ossola in Piemont 1776. Er kam früh nach München, wo er den Unterricht des M. Klotz und J. Dorner genoss. Seine Arbeiten fanden bald Beifall und zogen besonders die Aufmerksamkeit des Hofes auf sich. Er war zu seiner Zeit der geachtetste Miniaturmaler Münchens. Seit 1820 wirkte er als Zeichnenlehrer am Max-Joseph-Stift. 1864 starb er. Auf Werken seiner Hand kommt die oben stehende Abkürzung vor [Rest.].

Dr. Georg Kaspar Nagler: Die Monogrammisten und diejenigen bekannten und unbekannten Künstler aller Schulen, welche sich zur Bezeichnung ihrer Werke eines figürlichen Zeichens, der Initialen des Namens, der Abbreviatur desselben etc. bedient haben. München, 1871.

#Allgemeines Künstler-Lexicon (1901)

Restallino, Carlo, Maler, geb. 1776 in Zornasco (Domo d’Ossola), † 1864 in München, Schüler von J. Dorner und M. Klotz das. Er besuchte auch Dresden und Berlin, sowie sein Vaterland. Er malte Miniaturen und wurde 1808 Hofmaler in München, 12 Jahr später am Max Joseph-Stift das. Er malte Bildnisse, drunter viele vom Bayrischen Hof.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Vierter Band. Frankfurt am Main, 1901.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Restallino Carlo, 1776 (Domo d’Ossola/Italien) – 1864, Porträt- und Miniaturmaler; schon neunjährig kam R. nach München, lernte die Anfangsgründe der Zeichen- und Malerkunst bei J. Dorner und bildete sich dann vollends bei M. Klotz aus; das Porträtmalen war sein Hauptfach; er malte u. a. Porträts von König Max I., Königin Karoline, Kronprinz Ludwig (späteren Ludwig I.), Kronprinzessin (bzw. Königin) Therese, Herzog Max in Bayern und Kronprinz Max (späteren König Max II.); von R. stammen auch Porträts von Fürsten zu Berlin, Dresden, Karlsruhe und Regensburg (Thurn und Taxis); seine letzte Arbeit war die Porträtierung der sämtlichen jüngeren Mitglieder der königlichen Familie im Auftrag König Ludwigs I.; König Max I. hatte R. zum Staatspensionär ernannt.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 2 – 43 (Höfler)


Grab der Familie Höfler auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#8 – 2 – 47 (Villinger)


Grab der Familie Villinger auf dem Alten Südfriedhof München (März 2021)

#8 – 2 – 49 (n. n.)


(Mai 2018)

#8 – 2 – 56 (Pertsch)


JOHANN
NEPOMUK
PERTSCH
KGL. OBERBAURAT
1780 – 1835


  • Pertsch, Johann Nepomuk; 1780 (Buchhorn am Bodensee/Wttbg.) – 27.6.1835 (München); Königlicher Oberbaurat

Grab der Familie Pertsch auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

Grab der Familie Pertsch auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

#Johann Nepomuk Pertsch

* 1780 (Buchhorn am Bodensee/Wttbg.)
† 27.6.1835 (München)
Königlicher Oberbaurat

#Neues allgemeines Künstler-Lexicon (1841)

Pertsch, Johann Nepomuk, Architect, wurde 1780 zu Buchhorn am Bodensee geboren, und es war gerade ein glücklicher Zufall, der ihn auf die Bahn führte, auf welcher er später zu schönem künstlerischen Ziele gelangte. Er besuchte schon in frühen Jahren verschiedene Städte Deutschlands, und endlich richtete er seine Schritte nach Italien, um die Meisterwerke der Baukunst jenes Landes zu studiren. Er besuchte Rom und Florenz, wo die mächtigen Bauten des 14. und 15. Jahrhunderts vor allen seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Auch Venedig bot ihm reichen Stoff zu architektonischen Studien, und im Gebiete jener Stadt hatte Pertsch mehrere Villen gebaut. Von Venedig aus besuchte er Triest, wo er jetzt Gelegenheit fand, in einem grossem Werke den Schatz seiner Erfahrungen darzulegen. Er baute daselbst die griechische Kirche. Nach seiner Rückkehr in’s Vaterland trat er in k. bayerische Dienste, und wurde endlich k. Ober-Baurath in München. Hier baute er die protestantische Kirche, welche im Grundrisse ein Oval bildet, mit einem Glockenthurme; allein der alte Plan erlitt im Verlaufe des Baues so vieler Abänderungen, welche Rücksichten und Zufälligkeiten geboten, dass ihn zuletzt der Architekt selbst kaum erkannt hat. Von grösserer Bedeutung ist aber das von Pertsch erbaute Gefängniss, die neue Frohnfeste, welche, als Resultat seiner italienischen Studien, in grandiosem Style erbaut ist. Das Gebäude zeigt mächtige Massen, die aber mit grosser Kunst und Leichtigkeit gefügt sind, so dass das Auge mit Wohlgefallen an denselben hingleitet. Es ist dieses ein Hauptgebäude der Stadt, welches den Namen des Urhebers verherrlichet. Dieser Künstler starb 1835.

Dr. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Bearbeitet von Dr. G. K. Nagler. München, 1841.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Pertsch Johann Nepomuk, 1780 (Buchhorn am Bodensee/Wttbg.) – 1835, Baukünstler und Oberbaurat; nach seiner Ausbildung war P. zunächst in Venedig und Triest, wo er eine griechische Kirche erbaute, tätig; dann wurde er als Oberbaurat in den bayerischen Staatsdienst übernommen; in München baute P. 1820/24 die einstige Fronfeste am Unteren Anger (an Stelle der heutigen Stadtwerke und des Hochhauses), zur selben Zeit vollendete er auch die im Sinn der klassizistischen Kunst mit bemerkenswert klaren und guten Verhältnissen errichtete Prinz-Arnulf-Kaserne an der Türkenstraße; sein Glanzstück war die von 1827/33 im italienischen Renaissancestil geschaffene erste protestantische (St.-Matthäus-)Kirche in der Sonnenstraße, die 1938 »aus verkehrstechnischen Gründen« abgerissen wurde.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 3 – 1 (n. n.)


(März 2021)

#8 – 3 – 10 (Thäter)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Thäter, Julius Cäsar; 7.1.1804 (Dresden) – 14.11.1870 (München); Kupferstecher

Todesanzeige für Julius Cäsar Thäter

Grab der Familie Thäter auf dem Alten Südfriedhof München (Dezember 2012)

Grab der Familie Thäter auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

#Julius Cäsar Thäter

* 7.1.1804 (Dresden)
† 14.11.1870 (München)
Kupferstecher

#Zeitschrift für bildende Kunst (3.2.1871)

Nekrolog.

Julius Cäsar Thaeter, der bekannte treffliche Kupferstecher, der am 13. November verflossenen Jahres in München verschieden ist, ward am 7. Januar 1804 in Dresden armen Eltern geboren. Noth und Unglück standen an seiner ärmlichen Wiege und begleiteten ihn fast durch sein halbes Leben. Als der Vater schon bald nach des Sohnes Geburt das Augenlicht verlor, mußte die Mutter mit ihrer Hände Arbeit die ganze Familie ernähren. Der Erwerb war so spärlich, daß oft kein Bissen im Hause war, den Hunger zu stillen. Die Erinnerung an jene trübe Zeit haftete nur allzufest in des Kindes Gedächtniß; noch in späteren Jahren konnte es Thaeter nicht vergessen, daß er von seinem ärmlichen Bette aus Vater und Mutter händeringend im engen Zimmer hatte hin- und hergehen sehen und daß der Hunger es war, der ihn verhinderte, einzuschlafen, wie tief er sich auch unter seine Decke vergrub.

Julius war schon acht Jahre alt und noch dachten die Eltern nicht daran, ihn in die Schule zu schicken, deren Besuch mit pekuniären Opfern verbunden war, die sie nicht zu bringen vermochten. Da fiel es unglücklicher Weise dem Vater ein, dem Jungen das Abc beizubringen. Seine Zärtlichkeit für das arme Kind war schon bei der Geburt desselben nicht allzugroß und nahm nicht in demselben Maaße zu, wie das Elend und die Noth der Familie zugenommen. Stets gereizten Sinnes, brachte der Vater keinen Ueberfluß an Geduld mit in die Unterrichtsstunde, und da der Junge den Anforderungen des Lehrers nicht so rasch entsprach, als dieser fordern zu können meinte, setzte es blutige Hiebe. Da erlöste ein Freund des Vaters das gequälte Kind, indem er und zwar mit besserem Erfolge, weil mit größerer Ruhe, den Unterricht fortsetzte.

Die Belagerung der sächsischen Hauptstadt brachte neues namenloses Unglück über Thaeter’s Haus. Der Typhus, in den überfüllten Militärlazarethen großgezogen, zeigte sich auch in der Stadt. Thaeter’s ganze Familie lag daran auf den Tod erkrankt darnieder, ohne daß sich eine Seele ihrer annahm. Das Unglück im eigenen Hause stumpft den Sinn für das fremde ab und macht egoistisch. Selber im Fieberdelirium liegend, sah der Knabe seinen Vater sterben und nach dessen Beerdigung seine Mutter auf demselben Bette liegen. »So lagen sie Alle bewußtlos und verlassen da, der Kälte und dem Verschmachten nahe, der fürchterlichsten Krankheit ganz hingegeben. O, unser Elend war fürchterlich!« sagt Thaeter in seinen hinterlassenen Aufzeichnungen aus seinem Leben. »Nur der allmächtige Gott konnte uns vom elendesten Tode erretten, und er sah unsre Noth und erbarmte sich unser gnädig und schenkte uns das Leben.«

Die Jugendkraft des Knaben ward zuerst Herr über die Krankheit. Als er kaum im Stande war, sich auf die Straße zu schleppen, durchzog er die Stadt, die noch von Soldaten wimmelte, um sich für die noch immer kranke Mutter Kartoffeln und Brot zu erbetteln. Bald fand er auch einen Herrn, bei dem er die Dienste eines Stiefelputzers versah. Als solcher hatte er den Tag über manche Freistunde. Ein Knabe seiner Bekanntschaft besaß eine Wahrsagekarte. Julius erbat sich dieselbe zum Abschreiben und ging mit der Kopie in den von den unteren Volksklassen besuchten Wirthshäusern herum, den Gästen zu wahrsagen. Dann lernte er einen Kupferstecher kennen, der ihm Exemplare seiner Stiche anvertraute und wieder zog der Knabe von Wirthshaus zu Wirthshaus, um seine Waare dort abzusetzen. Aus dem wandernden Propheten war ein fliegender Kunsthändler geworden. Doch fehlte es bald an Käufern und nun lehrte die Mutter den Knaben stricken, damit er die Kunst dazu verwende, Strumpfbänder zu stricken und diese zu verkaufen. Leider waren bald keine Strumpfbänder mehr an Mann zu bringen.

Nun kam Julius zu einem Schneider in die Lehre, nicht als ob er besonderes Vergnügen an der Erlernung dieses ehrsamen Handwerkes gefunden hätte, sondern nur deshalb, weil der Meister barmherzig genug war, ihn ohne Lehrgeld in’s Haus zu nehmen. Nun brauchte der arme Junge doch nicht mehr Hunger zu leiden. Aber der Schneider und sein Weib hatten die üble Gewohnheit, sich zu prügeln, und Julius lief davon, um diese Szenen nicht mit ansehen zu müssen. Da nahm sich ein Goldarbeiter seiner an. Der Mann war nicht so übel; nur sah es mit dem Erlernen des Geschäftes schlimm genug aus, denn Julius mußte den ganzen Tag über den Laden hüten, in welchen sich aber so wenig Käufer einfanden, daß der Besitzer bald nachher bankerott wurde.

Nachdem Julius zu Ostern des Jahres 1817 confirmirt worden, kam er als Factotum zu einem jüdischen Lottocollecteur, der weder lesen noch schreiben konnte und dem er aus diesem Grunde nicht nur Stiefel und Kleider reinigen, einheizen und Kafé kochen, sondern auch Briefe lesen und beantworten, sowie die Lottolisten führen mußte. Ueberdieß war der Jude ein Hitzkopf und Julius machte sich endlich aus dem Staube, als ihm die Mißhandlungen gar zu arg wurden. Brodlos, wie er war, suchte er einen kränklichen Vetter auf, der gleichfalls wenig mit Glücksgütern gesegnet war, so daß er zu Weihnachten Christbäume feil hielt. Julius erbot sich, das Verkaufsgeschäft zu übernehmen. Man ward Handels einig und Julius saß in des Vetters Rock und mit dessen Mütze auf dem Kopfe auf dem Christmärkte. Doch Weihnachten war bald vorüber und damit das Geschäft beendet.

Nun nahm ihn der Hofkupferstecher S. – nomen nihil ad rem, sagen die Lateiner – als »Hauspudel«, wie Thaeter zu sagen pflegte, in sein Haus auf. Seine Stellung darin läßt sich in ein paar Worten charakterisiren: er mußte thun, was kein anderer Hausgenosse thun mochte. Und seltsamer Weise datirt aus dieser Zeit und aus diesem Hause Thaeter’s Entschluß, sich der Kunst des Stechens zu widmen. Er muß schwere Stunden verlebt haben bei dem kränklichen und hypochondrischen Manne und doch gedachte er stets mit Liebe und Milde aller derselben, wie dessen, der sie ihm bereitet. Nie kam ein hartes Wort über den grämlichen Professor aus seinem Munde. Erlaubten es dessen stets geschwollene Hände, ausnahmsweise einmal eine Platte vor- und den Stichel zur Hand zu nehmen, so stand gewiß sein Factotum alsbald hinter ihm und schaute ihm aufmerksam über die Schulter. Das gefiel dem Alten und er fragte wohl im Scherz, ob er auch Lust zum Kupferstechen habe. Als der Knabe mit einem lebhaften »Ja« antwortete, erhielt er Papier und Stift und Vorlagen von Augen und Nasen, mit der Weisung, sie nachzuzeichnen. Die Dinge geriethen so wohl, daß sich der alte Herr zu verwundern schien und in ungewohnter Freundlichkeit erklärte, der Junge dürfe von nun ab fleißig zeichnen. Doch ward nichts daraus, da die Leiden des Alten am nächsten Morgen wiederkehrten. Beim besten Willen war nichts recht zu machen, weder dem Professor, noch seinen Söhnen, noch seiner Schwester: Alle betrachteten ihn wie ihren Hund und behandelten ihn demgemäß.

Endlich war es nicht mehr zu ertragen und Julius verließ das Haus und schlich sich heim zur Mutter. Ihr vertraute er zu ihrer nicht geringen Ueberraschung sein Vorhaben, Kupferstecher zu werden. Er wollte »was Ordentliches« lernen, und um das zu erreichen, mußte er in eine Zeichenschule. Das hatte freilich große Schwierigkeiten, aber Mutterliebe überwindet Alles und ihr gelang es auch, des Sohnes Aufnahme in die Zeichenschule der königlichen Akademie durchzusetzen. Das war am 5. Oktober des Jahres 1818.

Aber vom Zeichnen konnte er nicht leben. So putzte er denn nach wie vor Stiefel und Kleider und kopirte in den freien Mittags- und Abendstunden Manuskripte. Später kolorirte er ganze Nächte hindurch Bilderbogen, um der Mutter unter die Arme zu greifen.

Nach vieler Mühe kam er 1825 nach Leipzig und fand dort so ergiebige Unterstützung, daß es ihm möglich wurde, im nächsten Jahre 1826 nach Nürnberg zu Reindl zu gehen. Der aber hatte kaum seine Art und Weise gesehen, als er ihn auch schon barsch zurückwies und ihm den Rath gab, lieber Schuster als Kupferstecher zu werden. Gleichwohl ließ sich Thaeter dadurch nicht abschrecken. Er blieb auf dem einmal betretenen Wege und sein rastloses Streben ward schon in Bälde durch die Anerkennung Einsichtsvoller und Unbefangener belohnt.

Das Jahr 1828 führte ihn nach Berlin, wo er sich indeß nicht heimisch fühlte. So machte er sich denn schon im nächsten Jahre auf den Weg nach München, wo Samuel Amsler den Stichel führte. Hier trat er in lebhaften Verkehr mit Cornelius, Schnorr, Kaulbach, Schwind u. A. und sicherte sich eine Stellung, welche es ihm erlaubte, einen eigenen Heerd zu gründen, indem er sich am 30. August 1832 mit Mathilde Kummer verehelichte. Zwei Jahre später siedelte er definitiv nach München über und erneuerte die früher angeknüpften Beziehungen.

Im Jahre 1842 erhielt Thaeter einen Ruf an die Kunstschule in Weimar und 1844 einen solchen an die Dresdener Akademie. Als im Jahre 1849 Amsler in München mit Tod abging, ward er an dessen Stelle als Professor der Kupferstecherkunst an die Akademie berufen, wo er im stillen Kreise seiner Schüler eine glänzende Wirksamkeit entfaltete. Im nächsten Jahre ernannte ihn die Dresdener Akademie zum Ehrenmitgliede und König Maximilian II. zeichnete den beispiellos bescheidenen Mann durch die Verleihung des Michaelordens erster Klasse aus, 1860.

Als nach des Freiherrn v. Aretin Heimgang Herr v. Hefner-Alteneck zum Direktor des bayerischen Nationalmuseums ernannt wurde, trat Thaeter in die dadurch freigewordene Stelle eines Conservators am königlichen Kupferstich- und Handzeichnungskabinet.

Thaeter war äußerst produktiv. Alle seine Werke auszuzählen, würde hier zu weit führen; doch mögen wenigstens diejenigen angeführt werden, die ihm bleibend eine Stelle ersten Ranges für alle Zeiten sichern. Es sind dies der Spaziergang nach Cornelius (1825), die Umrisse zu Faust nach Schwind (1950), Barbarossa nach Mücke (1835), die Hunnenschlacht nach Kaulbach (1835–1837), Kriemhilt an Siegfried’s Leiche nach Schnorr (1837), die Parzen nach Carstens (1840), Charon’s Ueberfahrt nach ebendemselben (1841), Barbarossa in Mailand und Venedig nach Schnorr (1842–1844), Rudolph von Habsburg und die Landfriedensbrecher nach Schnorr (1844), Ritter Kurt’s Brautfahrt nach Schwind (1846). Hieran reihen sich die Stiche nach Cornelius‘ Entwürfen zum Berliner Camposanto, namentlich die apokalyptischen Reiter (1849), der Thurmbau zu Babel nach Kaulbach (1852), die Blätter zu Hermann’s Geschichtswerk, die Werke der Barmherzigkeit nach Schwind (1855), sowie dessen Aschenbrödel (1858). Ferner der güldene Abt (1854), die Psalmen (1859) und die Volksbibel (1863), sämmtlich nach dem ihm durch innige Freundschaft verbundenen Gustav König (Lutherkönig). Auch sehr schätzbare Bildnisse stach Thaeter und zwar gleich nach dem Leben auf die Kupferplatte.

Seine Stiche zeichnen sich durch Treue der Auffassung, liebevolles Eingehen in den Geist des Vorbildes, Richtigkeit und Feinheit der Zeichnung und meisterhafte Führung des Stichels aus; sie wollen gleich denen Dürer’s und Marc Anton’s nicht durch den Farbenausdruck oder glänzende Technik blenden, sondern durch die Einfachheit im Vortrage des Gedankens, in strenger Zeichnung und Haltung. Von der modernen Behandlungsweise des Stiches hat Thaeter nur wenig angenommen. Thaeter war für seine Kunst hochbegeistert und vertheidigte sie wohl auch, wenn nöthig, mit der Feder. Sein reicher künstlerischer Nachlaß befindet sich in der Hand seines z. Z. in Lindau lebenden Sohnes.

Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst Nr. 8. Leipzig, den 3. Februar 1871.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Thäter Julius Caesar, 1804 (Dresden) – 1870, Kupferstecher und Akademieprofessor; er lernte auf der Dresdener Kunstakademie bei Seiffert und wurde durch den Stich nach einer Zeichnung von P. von Cornelius (Spaziergang am Ostertag) weit bekannt; nach Mitarbeit bei Rauch in Berlin kam Th. nach München, wo er sich bei seinem Lehrer und Freund S. Amsler weiterbildete; 1834 stach er für das Prachtwerk des Grafen A. Raczynski mehrere Platten; 1842 ging er an die Kunstschule in Weimar, 1844 an die Akademie in Dresden, 1849 wurde er als Nachfolger S. Amslers nach München berufen, wo er neben der Professur später die Konservatorstelle am königlichen Kupferstichkabinett erhielt.

Hauptwerke: Krimhild beim Leichnam Siegfrieds (nach Schnorr), Die Demütigung der Mailänder (nach Mücke), Die Hunnenschlacht (nach W. von Kaulbach), Die Apokalyptischen Reiter (nach P. von Cornelius), Die Werke der Barmherzigkeit (nach M. von Schwind); Ths. Stiche zeichnen sich bei einfacher Behandlungsweise in strengem zeichnerischen Stil durch treue Wiedergabe des Charakters der Originale aus.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 3 – 17 (Gross)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Gross, Kreszentia (vh); – (13).2.1889 (München), 40 Jahre alt; Schreinermeisters-Gattin

Todesanzeige für Kreszentia Gross

Grab der Familie Gross auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 3 – 29 (Körber)


Grab der Familie Körber auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

#8 – 3 – 36 (Burkhard · Schmid · Wieser)


Hier ruht
im stillen Frieden
der hochwohlgeborne Herr
Anton Burkhard,
freiresign. kgl. Advokat
u. Rechtsanwalt,
geb. am 14. Februar 1816 in Amberg
gest. am 13. Februar 1895 in München.
Ihm folgte
schon nach einem Jahre
seine treue Gattin
Walburga Burkhard,
geb. am 6. Januar 1819
gest. am 20. Februar 1896.
Frau Josefine Wieser,
geb. Burkhard * 21.XII.1851 † 26.¿.1929.

J. Lallinger

Tafel
Bei ihnen ruht ihre Enkelin
Emma Schmid
k. Generaldirektionsratstochter
geb. am 22. Juli 1875, gest. am 24. April 190¿


  • Burkhard, Anton; 14.2.1816 (Amberg) – 13.2.1895 (München); Advokat und Rechtsanwalt
  • Burkhard, Walburga (vw); 6.1.1819 – 20.2.1896; Anwalts-Witwe
  • Schmid, Emma; 22.7.1875 – 24.4.1903 (München); Generaldirektionsrats-Tochter
  • Wieser, Josefine (vw) / Burkhard (gb); 21.12.1851 – 26.2.1929 (München); Arzt-Witwe

Todesanzeige für Anton Burkhard

Todesanzeige für Walburga Burkhard

Todesanzeige für Josefine Wieser

Grab der Familien Burkhard · Schmid · Wieser auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 3 – 37 (Burgmayer)


FAMILIE
BURGMAYER


  • Burgmayer, Maria (vw) / Deuber (gb); – 15.5.1890 (München), 69 Jahre alt; Kreisforstmeisters-Witwe

Todesanzeige für Maria Burgmayer

Grab der Familie Burgmayer auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2008)

#8 – 3 – 44* (Flerx)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Flerx, Louis; 11.8.1825 (München) – 23.7.1888 (München); Schauspieler und Regisseur

Todesanzeige für Louis Flerx

Das Grab ist nicht erhalten


#Louis Flerx

* 11.8.1825 (München)
† 23.7.1888 (München)
Schauspieler und Regisseur

#Deutscher Bühnen-Almanach (1889)

Louis Flerx, früher lange Jahre hindurch Schauspieler, zuletzt Regisseur in München, ist am 23. Juli aus dem Leben geschieden. Geboren zu München am 11. August 1825, wurde Louis Flerx auf Wunsch seiner Mutter, der k. k. Hofschauspielerin Josepha Flerx, für die juristische Laufbahn bestimmt. Er bezog die Universität, vermochte sich jedoch mit dem Studium nicht zu befreunden, und im Jahre 1848 trat er sein erstes Engagement in Raab in Ungarn an. Von dort kam er im folgenden Jahre an das Carltheater in Wien, wo er bis 1855 verblieb. In diesem Jahre übernahm er die Direktion des Stadttheaters in Brünn, welche er bis 1857 führte. In den nun folgenden Jahren war er zunächst als Oberregisseur am Stadttheater in Breslau, sodann in Danzig, Hamburg und Stettin thätig, bis ihn 1863 ein Engagement an Johann Schwaiger’s Theater in seine Heimathstadt zurückbrachte. Er folgte im Jahre 1865 einem Rufe nach Pest und kehrte im Jahre 1867 nach München an das damalige Aktien-Theater, das spätere königl. Theater am Gärtnerplatz, zurück, an welchem er als Regisseur und Schauspieler in verdienstvoller Weise bis zum Jahre 1882 thätig war. In diesem Jahre erkrankte er an einem Gehirnleiden, das ihn zwang, seiner Wirksamkeit zu entsagen. Diesem dauernd fortschreitenden Leiden ist er jetzt erlegen. Von der reichen Wirksamkeit des verstorbenen Künstlers gehörte der relativ größte Theil dem Münchener Gärtnerplatz-Theater an. Seine Thätigkeit an diesem Institute war eine vielseitige. Als Regisseur bewies er Geschmack und Erfindungsgabe, seine Inscenirungen trugen den Stempel echt künstlerischen Geistes. Seinem schauspielerischen Fache nach war er ein glücklicher Darsteller von volkstümlichen Charakter- und komischen Rollen.

Deutscher Bühnen-Almanach. Berlin, 1889.

#8 – 3 – 45 (n. n.)


(Mai 2018)

#8 – 3 – 47 (Mielach)


Hier ruht in Gott
unser treubesorgter Gatte und Vater
Herr Georg Mielach
k. Postrat,
geb. d. 29. November 1819, gest. d. 25. März 1904.
Dessen Gattin
Anna, geb. Gerzabeck
geb. d. 6. Januar 1824, gest. d. 4. Februar 1907.
Rosa Mielach
* 26.II.1858 † 5.9.1939


  • Mielach, Anna (vw) / Gerzabeck (gb); 6.1.1824 – 4.2.1907; Postrats-Witwe
  • Mielach, Georg; 29.11.1819 – 25.3.1904; Postrat
  • Mielach, Rosa; 26.2.1858 – 5.9.1939

Grab der Familie Mielach auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 3 – 56 (Tierbächer)


TIERBÄCHER


  • Tierbächer, Ferdinand; 23.12.1820 (Regensburg) – 22.09.1885 (München); Kupferstecher

Grab der Familie Tierbächer auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

#8 – 4 – 6 (Zerluth)


Familie Zerluth.

Hier ruhen:
Herr Georg Zerluth
Mehlhändler
Inhab. d. Armee Denkzeichens 1870/71
gest. 4. März 1880 im 32. Lebensjahre.
Frau Magdal. Zerluth
k. Werkmeistersgattin.
gest. 20. Juli 1880 im 69. Lebensjahre
Herr Georg Zerluth
k. Werkmeister,
gest. 21. Mai 1883 im 84. Lebensjahre.
Herr Josef Zerluth
Buchbindermeister
gest. 4. Okt. 1906 im 68. Lebensjahre
Frl. Joh. Zerluth
gest. 18. Sept. 1914 im 70. Lebensjahre.


  • Zerluth, Georg; – 21.5.1883; Werkmeister der Sattelbockschnitzerei
  • Zerluth, Georg; – 4.3.1880; Mehlhändler
  • Zerluth, Johanna; – 18.9.1914 (München), 69 Jahre alt; Privatiere
  • Zerluth, Josef; – 4.10.1906; Buchbindermeister
  • Zerluth, Maria Magdalena (vh) / Oppenrieder (gb); – 20.7.1880; Hammerschmieds-Tochter aus Polling / Werkmeisters-Gattin

Grab der Familie Zerluth auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2014)

#8 – 4 – 11 (Harlander)


Hier ruhet
unser innigstgeliebter, theurer
Gatte u. Vater,
Herr Eligius Harlander,
städt. Schlacht & Viehhof-Inspektor,
geb. d. 1. Dez. 1823, gest. d. 15. Aug. 1889.
Unsere unvergessliche
treubesorgte Mutter,
Frau Josefa Harlander,
st. Schlacht & Viehhof-Inspektorswitwe,
geb. d. 4. Mai 1845, gest. g. 1. Septbr. 1904.

Familie Harlander.

8.4.11. Burlein.

Sockel-Tafel
Hans Harlander,
geb. 31. Okt. 1867, gest. 28. Dez. 1924
Eda Harlander,
geb. 15. Mai 1873, gest. 29. Sept. 1942


  • Harlander, Eda; 15.5.1873 – 29.9.1942
  • Harlander, Eligius ; 1.12.1823 – 15.8.1889; Schlachthofinspektor
  • Harlander, Hans; 31.10.1867 – 28.12.1924
  • Harlander, Josefa (vw); 4.5.1845 – 1.9.1904; Schlachthofinspektors-Witwe

Grab der Familie Harlander auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2018)

#8 – 4 – 16 (Fromm · Grombach)


Carl August Fromm
geb. 1. April 1844,
gest. 11. Oktober 1893
Hedwig Grombach
geb. Fromm
geb. 4. Juni 1877, gest. 4. April 1940
Eugen Grombach
geb. 21. Februar 1867
gest. 12. Dezember 1941
Eugen Grombach
* 1.VI.1909, gefallen 23.VII.1944
in Rußland


  • Fromm, Karl August; 1.4.1844 – 11.10.1893
  • Grombach, Eugen; 1.6.1909 – 23.7.1944 (Rußland)
  • Grombach, Eugen; 21.2.1867 – 12.12.1941
  • Grombach, Hedwig (vh) / Fromm (gb); 4.6.1877 – 4.4.1940

Grab der Familien Fromm · Grombach auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2011)

#8 – 4 – 17 (Lehr)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Lehr, Franz Xaver; – Juli 1888 (München), 62 Jahre alt; Gold- und Silberarbeiter

Grab der Familie Lehr auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2018)

#8 – 4 – 19* (Wüstemann)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Wüstemann, Max, Dr. phil.; – 30.11.1888 (München), 58 Jahre alt; Schriftsteller

Todesanzeige für Dr. phil. Max Wüstemann

Das Grab ist nicht erhalten


#Dr. phil. Max Wüstemann

† 30.11.1888 (München), 58 Jahre alt
Schriftsteller

#Münchner Neueste Nachrichten (2.12.1888)

Nachtrag.

(Todesfall.) Heute Nacht verstarb dahier nach längerem Leiden Herr Schriftsteller Max Wüstemann. Derselbe, ein Sohn des berühmten Lateiners Wüstemann zu Gotha und früher selbst im gothaischen Staatsdienste, war Jurist, lebte aber seit etwa 15 Jahren hier in München als geachteter Privatgelehrter und Journalist. Mit Vorliebe hat er sich kunstwissenschaftlichen Studien gewidmet.

Münchner Neueste Nachrichten No. 555. Sonntag, den 2. Dezember 1888.

#Münchner Neueste Nachrichten (22.10.1890)

Literatur und Wissenschaft.

(Die Autographen-Sammlung) des hier in München verstorbenen Dr. Max Wüstemann wird am 24. November 1890 und ff. durch das Auktionsinstitut von List & Francke in Leipzig zur Versteigerung kommen. Der uns vorliegende 96 Seiten starke Katalog führt 2725 Nummern auf. Die Sammlung enthält eine große Zahl werthvoller Stücke.

Münchner Neueste Nachrichten No. 485. Mittwoch, den 22. Oktober 1890.

#Allgemeine Zeitung (7.11.1890)

Kleine Zeitung.

Dresden, 5. Nov. Autographenversteigerung. Der am 30. November 1888 zu München in seinem 60. Lebensjahre verstorbene Privatgelehrte Dr. Max Wüstemann, ein Sohn des als Philologen bekannten früheren Gymnasialprofessors Dr. Ernst Friedrich Wüstemann in Gotha, war ein unermüdlich fleißiger Sammler von Handschriften. War es ihm auch nicht vergönnt, viele Seltenheiten ersten Ranges zu erwerben, so waren ihm doch seine vielfachen Verbindungen mit Schriftstellern und namentlich Künstlern, wie mit hochgestellten Gönnern bei seinem Sammeleifer von großem Nutzen. Insbesondere gelang es ihm, seine Sammlung von Autographen neuzeitiger Maler, Bildhauer, Kupferstecher, Schauspieler, Musiker, Sänger etc. zu einer beachtenswerthen Vollständigkeit zu bringen. Außerdem kam der größte Theil des brieflichen Nachlasses der Maler Vogel v. Vogelstein, E. A. Klein, Schleich, Rugendas, Quaglio, Montmorillon, des Bildhauers Dannecker, des Theaterdirectors Schmidt in Hamburg und anderer namhafter Persönlichkeiten der Kunstwelt in seinen Besitz, wie auch vielfache Schriftstücke aus dem Nachlasse von Fr. v. Gentz, des Fürsten Metternich, des Professors Eichstädt, des Schriftstellers Ad. Bube und des eigenen Vaters seine Sammlung zieren. Einer großen Anzahl von Autographen hat Dr. Wüstemann auch die in Zeitungen und Zeitschriften erschienenen biographischen Artikel über die betreffenden Personen, sowie deren Bildniß beigefügt. Was nun der Verstorbene ein Menschenalter hindurch mit rastlosem Eifer zusammengetragen und aufs sorgfältigste geordnet – es umfaßt zugleich das einzige Gut, das von ihm seiner Wittwe hinterlassen worden – soll demnächst unter den Hammer kommen. Das bekannte Auctionsinstitut von List u. Francke in Leipzig wird die Wüstemann'sche Autographensammlung mit all ihren Zugaben den 24. November und folgende Tage öffentlich versteigern und hat für diesen Zweck ein ausführliches Verzeichnis der Sammlung erscheinen lassen, das auf 96 Octavseiten 2725 Nummern mit näheren Angaben aufzählt; 2697 Nummern kommen auf die Handschriften, 28 auf Bücher, Facsimiles, Werke, Kataloge u. A. m. Allen Autographensammlern wird die Versteigerung Gelegenheit bieten, ihre Sammlung nach der einen oder anderen Richtung hin zu vermehren.

Allgemeine Zeitung Nr. 309. München; Freitag, den 7. November 1890.

#Vorwort zum Auktions-Katalog der Autographen-Sammlung (24.11.1890)

Vorwort.

Der am 30. Novbr. 1888 verstorbene Herr Dr. Max Wüstemann, Privatgelehrter in München, war ein ausserordentlich fleissiger und unermüdlicher Sammler von Autographen. Seit etwa 40 Jahren arbeitete er mit einer seltenen Ausdauer an der Vermehrung seiner nun zum Verkauf bestimmten Sammlung; war es ihm auch nicht vergönnt, in derselben viele Seltenheiten ersten Ranges zu vereinigen, so waren ihm doch seine vielfachen Verbindungen mit Litteraten, Künstlern, sowie hochgestellten Gönnern zur Erreichung seines Zweckes von grossem Nutzen. – Als Mitarbeiter an Herm. Müllers biogr. Künstlerlexikon und des Moniteur des Dates (von Oettinger), etc., sowie als grosser Verehrer aller schönen Künste, trat er in vielfache Beziehungen zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart, und es gelang ihm hierdurch, seine Sammlung von Autographen neuerer Maler, Bildhauer, Kupferstecher, Schauspieler, Musiker, Sänger u. s. w. zu einer beachtenswerten Vollständigkeit zu bringen. Ausserdem kam der grösste Teil des brieflichen Nachlasses der Maler Vogel v. Vogelstein, E.A. Klein, Schleich, Rugendas, Quaglio, Montmorillon, des Bildhauers Dannecker, des Theaterdirektors Schmidt in Hamburg u. Anderer in seinen Besitz, wie seine Sammlung auch vielfache Schriftstücke aus dem Nachlasse von Fr. v. Gentz, des Fürsten Metternich, des Professor Eichstädt, des Litteraten Ad. Bube, sowie seines Vaters, des Professor Dr. Wüstemann in Gotha zieren.

Wir haben noch zu erwähnen, dass der Verstorbene mit regem Fleisse den Autographen vielfach Biographieen der betreffenden Personen, meist in Zeitungsnummern enthalten, beifügte, welche ebenso wie zahlreiche Portraits den Sammlern eine willkommene Zugabe sein werden. Auf die grosse Anzahl der in Convolute vereinigten Briefe möchten wir hauptsächlich die Aufmerksamkeit angehender Sammler lenken.

Die Frucht der angestrengten Thätigkeit unseres Dr. Wüstemann auf diesem Felde ist nun in dem vorliegenden Kataloge niedergelegt. Was der Verstorbene durch ein Menschenalter hindurch mit Lust und Liebe zusammengebracht und gesammelt hat, soll unter den Hammer kommen, meistbietend versteigert und in alle Winde zerstreut werden.

Es bleibt uns nur noch übrig, den Katalog der wohlwollenden Beachtung aller Sammler angelegentlich zu empfehlen und sie auf die gute Gelegenheit, ihre Sammlung nach der einen, oder der anderen Richtung hin zu ergänzen und zu vermehren, besonders aufmerksam zu machen. Die uns in dieser Hinsicht zugehenden Wünsche und Aufträge werden wir, wie stets, mit grösster Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit ausführen.

Leipzig, im Sommer 1890.

List & Francke.

Vorwort zum Auktions-Katalog der hinterlassenen Autographen-Sammlung von Herrn Dr. Max Wüstemann in München. List & Francke. Leipzig, 1890.

#8 – 4 – 22 (Auerbeck)


Grab der Familie Auerbeck auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 4 – 38 (Giefel)


Familien-Grabstätte.

Hier ruht
unsere unvergessliche, gute
Gattin u. Mutter
Frau Karolina Giefel,
geb. Schwarzmann,
Charkutiers-Gattin.
geb. Wolnzach 15. Jan. 1860, gest. 27. März 1895
Meine liebe, herzensgute Gattin,
Frau Rosina Giefel,
geb. Niederhammer,
geb. 2. Sept. 1862, gest. 23. Sept. 1921.

R. I. P.

Sockel
8.4.38 Burlein.


  • Giefel, Karolina (vh) / Schwarzmann (gb); 15.1.1860 (Wolnzach) – 27.3.1895; Charkutiers-Gattin
  • Giefel, Rosina (vh) / Niederhammer (gb); 2.9.1862 – 23.9.1921

Grab der Familie Giefel auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#8 – 4 – 55·56 (Trappentreu · Wallpach)


Hier ruhen im Frieden
Johann Baptist Trappentreu
Bierbrauer zum Sternecker
u. Rittmeister der Landwehr älterer Ordnung,
gest. den 22. August 1883 im 78. Lebensjahre.
Anna Trappentreu
Bierbrauers Gattin,
gest. den 3. Novbr. 1872 im 60. Lebensjahre.

Sockel
Ihnen folgte meine unvergessliche Gattin
Frau Berta von Wallpach
Edle zu Schwanenfeld, verwitw. Trappentreu, Apothekersgattin
geb. ¿ Oktober 1855, gest. 7. September 1927.
Und deren Gatte
Herr Alfred von Wallpach
Edler zu Schwanenfeld, Apothekenbesitzer,
geb. 18. Januar 1859, gest. 1. Oktober 1935.


  • Trappentreu, Anna (vh); – 3.11.1872; Bierbrauers-Gattin
  • Trappentreu, Johann Baptist; 26.5.1805 (München) – 22.8.1883 (München); Bierbrauers-Sohn / Bierbrauer
  • Wallpach, Alfred von, Edler zu Schwanenfeld; 18.1.1859 – 1.10.1935; Apotheker
  • Wallpach, Berta von, Edle zu Schwanenfeld (vh) / Trappentreu (vw); 10.1855 – 7.9.1927; Apothekers-Gattin

Johann Baptist Trappentreu. Stadtarchiv München: Historischer Verein von Oberbayern – Bildersammlung.

Grab der Familien Trappentreu · Wallpach auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

Grab der Familien Trappentreu · Wallpach auf dem Alten Südfriedhof München (April 2014)

Grab der Familien Trappentreu · Wallpach auf dem Alten Südfriedhof München (April 2014)

Grab der Familien Trappentreu · Wallpach auf dem Alten Südfriedhof München (April 2014)

Grab der Familien Trappentreu · Wallpach auf dem Alten Südfriedhof München (September 2011)

Grab der Familien Trappentreu · Wallpach auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Johann Baptist Trappentreu

* 26.5.1805 (München)
† 22.8.1883 (München)
Bierbrauers-Sohn / Bierbrauer

#Geschichte des Spitales, der Kirche und der Pfarrei z. hl. Geist in München (1891)

3. Johann Baptist Trappentreu.
e) Trappentreus Persönlichkeit.

Johann B. Trappentreu war am 26. Mai 1805 in München als der Sohn eines Bierbrauers geboren. Er hat in seiner Jugend nicht in glänzenden Verhältnissen gelebt. Als Knabe hat er beim Baue des Sterneckerkellers den Schubkarren gemeinsam mit den Taglöhnern geschoben. Die einfachen Verhältnisse, in denen er erzogen war, hat er liebgewonnen und hat sie für sein ganzes Leben beibehalten. Die Bierbrauerei hat er gründlich erlernt und ist bis zum Schlusse seines Lebens nicht bloß der Herr, sondern auch der erste Arbeiter seines Geschäftes gewesen. Im Jahre 1833 hat er sich vermählt mit Fräulein Anna Wolf, Bierbrauerstochter von Landshut. In dieser Ehe lebte er glücklich bis zum Jahre 1872, wo ihm am 3. November die Gattin durch den Tod entrissen wurde. Aus dieser Ehe waren vier Kinder entsprossen, die den Eltern längst in die Ewigkeit voraus gegangen waren, die Söhne unvermählt, die Töchter vermählt, jedoch ohne Hinterlassung von Kindern. Im Jahre 1873 vermählte sich Trappentreu zum zweitenmale mit Fräulein Berta Hinterhuber. Auch diese zweite Ehe war trotz großer Verschiedenheit des Alters eine sehr glückliche. Es blieb dieselbe Einfachheit und Herzlichkeit wie in der ersten Ehe, und Trappentreu konnte auch fortan, wenn er etwas Gutes thun wollte, seine gewohnte Frage stellen: »Frau, was meinst Du dazu?«

Trappentreu hatte die Welt gesehen. Er war bei der ersten Weltausstellung in London wie in Paris und erzählte gerne von seinem Aufenthalte in Konstantinopel. Er war auch 38 Jahre lang Rittmeister der Landwehr älterer Ordnung, und er, der schlichte Bürger, ging in seiner Uniform stolz daher. Nächst seinem Geschäfte war es aber seine Lebensaufgabe, mit wahrhaft verschwenderischer Hand Gutes zu thun für die Ehre Gottes wie für das Wohl der Mitmenschen. Die Summen, welche er in dieser Weise gespendet, lassen sich auch nicht einmal annähernd bezeichnen. Er selbst hat kein Verzeichnis darüber geführt. Die St. Peterskirche verdankt ihm ein gleiches Benefizium, wie die von hl. Geist. Zur Benediktuskirche hat er den Grund gegeben und wollte »ihr den Hut aufsetzen«, d. h. er hat den dortigen Turm gebaut. Die sämtlichen Klöster, insbesondere die Niederbronner Schwestern, haben immerwährend von ihm empfangen. Die große Glocke in Andechs ist von ihm; wie viele kleinere Glocken ringsum im Lande von ihm gegeben wurden, kann nicht gesagt werden. Er war als der Glockenmann bekannt. Er hat in Bayern, in Deutschland, in Europa, in Amerika, in Asien und Afrika gegeben. Nach Indien sind in die dortigen Klöster große Summen gewandert, und vom Himalaya hat man ihm zum Ausdrucke des Dankes eine ganze Sammlung der dort vorkommenden Pflanzen verehrt. Auf dem Berge Karmel und in Jerusalem war sein Name bekannt. Der Norden und Süden Afrikas weiß von ihm zu erzählen. Als Schreiber dieser Zeilen vor mehr als 20 Jahren diesen Wohlthäter der Menschheit zum erstenmale sah, um ihm die augenblickliche Not eines Gesellenvereins vorzutragen, sagte er, indem er seine nebenansitzende Frau ansah: »Frau, was meinst Du?« – und diese meinte, er solle die notwendigen 6000 fl. geben. Ein andermal bei einer Begegnung auf der Straße zog er einen Brief aus der Tasche mit den Worten: »Lesen Sie diesen Brief, und sagen Sie mir morgen, was Sie davon halten.« Es war ein Bittgesuch von dem katholischen Krankenhause in Lübeck, dem eine größere Summe fehlte zur Ansstiftung einer Spitalkaplaneistelle, – die Summe wurde gegeben. Darum konnte der Priester an seinem Grabe über den Text sprechen: »Ehre den Herrn mit deinem Vermögen und mit den Erstlingen deiner Früchte, so werden sich füllen deine Scheunen mit Sättigung und von Wein werden überfließen deine Keltern.« Sprichw. 3, 9–10.

Trappentreu war Mitglied der Kirchenverwaltung von hl. Geist. Es war für den gegenwärtigen Pfarrer sehr hart, bei seinem Amtsantritte den Mann missen zu müssen, welcher seit vielen Jahren das erste Pfarrkind der ganzen Pfarrei war. Am Tage der Installation – Sonntag den 29. Juli 1883 – nach dem feierlichen Gottesdienste war der erste Gang des Pfarrers – zu Trappentreu. Dieser lag seit fünf Monaten krank und weinte wie ein Kind, daß er an diesem Festtage nicht dabei sein konnte.

Am 22. August 1883 ist er gestorben. Im Tode wurde er geehrt wie ein König. Als am Sterbetage nachmittags die Leiche beigesetzt wurde, war die halbe Stadt auf den Beinen. Vom Sterbehause im Thal aus entwickelte sich, obwohl sonst nur ein Kondukt von Priestern die Leiche begleitet, ein großartiger Leichenzug. Auf den Straßen standen die Leute rechts und links wie bei der Fronleichnamsprozession; als der Zug in die Nähe der hl. Geistkirche kam, fing zuerst die große Glocke zu läuten an, bis nach und nach alle Glocken einfielen. Als man in die Nähe von St. Peter kam, begrüßten die Glocken die Leiche. In der Sendlingerstraße, am Friedhofe – überall läuteten die Glocken, und es war kein neugieriges Schauspiel, sondern die Leute standen in heiliger Stille fromm betend zu beiden Seiten des Leichenzuges. Man sah, wie die Leute der Leiche Kußhände zuwarfen, oder wie sie das Zeichen des Kreuzes darüber machten. Es war ein ganz einziges Schauspiel!

Am 24. August schien es, als ob ganz München auf dem Kirchhofe sich eingefunden hätte. In würdigster Haltung nahm die Bevölkerung an dem Begräbnisse und am nächsten Tage an dem Seelengottesdienste teil. Das waren Tage tiefster Trauer, aber auch großer Ehre für die Pfarrei zum hl. Geiste.

Adalbert Huhn: Geschichte des Spitales, der Kirche und der Pfarrei z. hl. Geist in München. München, 1891.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Trappentreu Johann Baptist, 1805 (München) – 1883, Bierbrauer zum »Sternecker« und Wohltäter; nächst seinem Beruf war Ts. Lebensaufgabe, verschwenderisch zur Ehre Gottes und für seine Mitmenschen Gutes zu tun; die St.-Peters- und die Hl.-Geist-Pfarrkirchen zu München verdanken ihm Benefizien, zur St.-Benedikt-Kirche hat er den Baugrund gestiftet, er wollte ihr auch mit dem von ihm geschenkten Turm »den Hut aufsetzen«, wegen der vielen Glocken, die er für Kirchen gestiftet – u. a. auch die große Glocke von Andechs –, wurde er als »Glockenmann« bekannt; als großer Wohltäter war sein Name bis auf den Berg Karmel, nach Jerusalem und sogar bis nach Nord- und Südafrika wegen seiner Schenkungen für die Missionen gedrungen; T. zählt zu den populärsten und wohltätigsten Bürgern von München.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 5 – 10 (Rid)


Familien-Grab.

Hier ruhen
Frau Anna Rid,
kgl. Obersekretärs-Gattin,
geb. 26. Juni 1848, gest. 22. Februar 1895.
ferner
Frau Kanzleirat Anna Rid,
geb. Herrschmann,
geb. 20. Juni 1863, gest. 31. Mai 1926.
deren beider Gatte
Herr Kanzleirat Nikomedes Rid,
Oberinspektor des Obersten Landgerichts
geb. 15. September 1845 gest. 6. Juni 1931

Schwarz


  • Rid, Anna (vh); 26.6.1848 – 22.2.1896; Obersekretärs-Gattin
  • Rid, Anna (vh) / Herrschmann (gb); 20.6.1863 – 31.5.1926; Kanzleirats-Gattin
  • Rid, Nikomedes; 15.9.1845 – 6.6.1931; Kanzleirat

Grab der Familie Rid auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 5 – 35 (Ostermeier)


Familie Ostermeier.

Hier ruhen in Gott
Frau Agathe Ostermeier
Fuhrwerkbesitzersgattin
geb. 5. Febr. 1847, gest. 26. März 1910.
Herr Josef Ostermeier
Fuhrwerksbesitzer
geb. 9. Febr. 1833, gest. 3. Novbr. 1916.

Sockel
Joseph Ostermeier,
Fuhrwerksbesitzers-Sohn,
geb. 29. April 1869. gest. 9. Jan. 1890.

8.5.35. Burlein.


  • Ostermeier, Agathe (vh); 5.2.1847 – 26.3.1910; Fuhrwerkbesitzers-Gattin
  • Ostermeier, Josef; 29.4.1869 – 9.1.1890; Fuhrwerkbesitzers-Sohn
  • Ostermeier, Josef; 9.2.1833 – 3.11.1916; Fuhrwerkbesitzer

Grab der Familie Ostermeier auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#8 – 5 – 40 (Berberich · Ungerer)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Berberich, Vinzenz; – 31.8.1870 (München), 29 Jahre alt; Bildhauer
  • Ungerer, Mathilde; – 1.1.1882 (München), 6 Jahre alt; Bildhauers-Tochter
  • Ungerer, Mathilde (vh); – (28).2.1886 (München), 38 Jahre alt; Bildhauers-Gattin

Todesanzeige für Vinzenz Berberich

Todesanzeige für Mathilde Ungerer

Grab der Familien Berberich · Ungerer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 5 – 46 (Bromberger · Wittmann)


Familien-Grabstätte

Hier ruhet
unser lieber Gatte u. Vater
Herr Johann Wittmann
gest. den 2. April 1895
im 66. Lebensjahre.
Unsere lieben Eltern
Herr Johann Bromberger,
gest. den Aug. 1899
im 82. Lebensjahre.
Frau Marie Bromberger
gest. den 30. Juni 1909,
im 80. Lebensjahre.

Ruhe sanft.


  • Bromberger, Johann; – ¿.8.1899
  • Bromberger, Marie (vw); – 30.6.1909 (München), 79 Jahre alt; Gerbers-Witwe
  • Wittmann, Johann; – 2.4.1895 (München), 66 Jahre alt; Privatier

Grab der Familien Bromberger · Wittmann auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 5 – 55 (Stollnreuther)


Familien-Grabstätte
Stollnreuther


  • Stollnreuther, Anna; – (4).4.1870 (München), 22 Jahre alt; Mechanikers-Tochter
  • Stollnreuther, Elise; – 14.12.1860 (München), 1 Jahr alt; Mechanikers-Tochter
  • Stollnreuther, Hedwig; – 5.3.1863 (München), 1 Jahr alt; Mechanikers-Tochter
  • Stollnreuther, Ignaz; – 17.4.1872 (München), 21 Jahre alt; Mechaniker
  • Stollnreuther, Johanna Maria; – (10).5.1870 (München), 11 Monate alt; Mechanikers-Tochter
  • Stollnreuther, Josefa Antonia (vw) / Mahler (gb); – (14).4.1906, (München), 81 Jahre alt; Uhrmachers-Tochter aus Türkheim/Schwaben / Privatiers-Witwe
  • Stollnreuther, Karl; – 16.10.1874 (München), 17 Jahre alt; Mechaniker
  • Stollnreuther, Karl; – (14).4.1892 (München), 75 Jahre alt; Privatier
  • Stollnreuther, Ludwig (Zwillings-Bruder von Max); – (26).12.1865 (München), 1 Jahr alt; Mechanikers-Sohn
  • Stollnreuther, Max (Zwillings-Bruder von Ludwig); – (26).12.1865 (München), 1 Jahr alt; Mechanikers-Sohn
  • Stollnreuther, Theresia; – 26.11.1860 (München), 4 Monate alt; Mechanikers-Tochter

Todesanzeige für Karl Stollreuther

Grab der Familie Stollnreuther auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 5 – 56 (König)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • König, Christine; – (23).4.1889 (München), 77 Jahre alt; Privatiere
  • König, Elisabetha (vw); – 19.4.1857 (München), 69 Jahre alt; Bierwirts-Witwe
  • König, Elise; – (1).9.1896 (München), 67 Jahre alt; Privatiere
  • König, Johann Evangelist; – (11).7.1842 (München), 58 Jahre alt; Bierwirt
  • König, Magdalena (vw); – (12).11.1903 (München), 71 Jahre alt; Städtische Leihhauskassierers-Witwe
  • König, Max; – (10).7.1858 (München), 10 Tage alt; Leihhausaktuars-Sohn
  • König, Max; – (22).2.1898 (München), 72 Jahre alt; Ehemaliger Leihhauskassierer

Grab der Familie König auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 6 – 45 (Heiss)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Heiss, Katharina; – 24.7.1888 (München), 28 Jahre alt; Ländmeisters-Tochter

Todesanzeige für Katharia Heiss

Berichtigung für Katharia Heiss

Grab der Familie Heiss auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 6 – 46 (Wagner)


Hier ruht
unser unvergesslicher Gatte u. Vater
Herr Franz Xaver Wagner
Dekorationsmaler
geb. 29. Juli 1834 gest. 5. Juli 1893
¿
Frau Therese Wagner
geb. 23. Febr. 1843 gest. 28. März 1918.


  • Wagner, Franz Xaver; 29.7.1834 – 5.7.1893; Dekorationsmaler
  • Wagner, Therese (vh); 23.2.1843 – 28.3.1918

Grab der Familie Wagner auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 6 – 54 (Kappelsberger)


Plakette
Ludwig Kappelsberger
1862 – 1939
Theresia Kappelsberger
1872 – 1939


  • Kappelsberger, Ludwig; 1862 – 1939
  • Kappelsberger, Theresia; 1872 – 1939

Grab der Familie Kappelsberger auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2018)

#8 – 6 – 56 (Strasser)


Familien-Grab.

Hier ruhen
Frau Anna Strasser,
geb. Mettenleiter
kgl. Bezirkskassakontroleurs-Gattin
gest. 30. Januar 1876 im 38. Lebensjahre
deren Gatte
Herr Josef Strasser
kgl. Bezirkskassakontroleur
gest, 14. März 1896 im 63. Lebensjahre.
Seine zweite Gattin
Frau Therese Strasser
geborene Strassburger
gest. 3. März 1899 im 42. Lebensjahre.


  • Strasser, Anna (vh) / Mettenleiter (gb); – 30.1.1876; Bezirkskassakontrolleurs-Gattin
  • Strasser, Josef; – 14.3.1896; Königlicher Bezirkskassakontrolleur
  • Strasser, Therese (vw) / Strassburger (gb); – 3.3.1899; Bezirkskassakontrolleurs-Witwe

Grab der Familie Strasser auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 7 – 37 (n. n.)


(Oktober 2019)

#8 – 7 – 39 (n. n.)


(Oktober 2019)

#8 – 7 – 41·42 (Arnold)


Grab der Familie Arnold auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2019)

#8 – 7 – 54 (Ried)


Grab der Familie Ried auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2019)

#8 – 7 – 55·56 (Kitt)


HIER RUHEN
ZUR ERDE GEBETTET
BEFREIT VON SORGE UND LEID
HEINRICH KITT
KGL. NOTAR IN MÜNCHEN
18.VII.1820 – 8.VI.1872
UND DESSEN EHEFRAU
THERESE KITT
GEB. CAPECCHI
30.IV. 1827 – 10.VIII.1877
WALBURGA KITT
GEB. BARETH
UNIVERSITÄTSPROFESSORSEHEFRAU
20.V.1863 – 6.VII.1932
DR. MED. H. C. ET DR. MED. VETH.
THEODOR KITT
ORD. O. UNIVERSITÄTSPROFESSOR
PROF. HONORAR. DER TECHN.
HOCHSCHULE MÜNCHEN
GEHEIMER VETERINÄRRAT
2.XI.1858 – 10.X.1941


  • Kitt, Heinrich; 18.7.1820 – 8.6.1872; Notar
  • Kitt, Theodor; 2.11.1858 – 10.10.1941; Tierarzt und Schriftsteller
  • Kitt, Therese (vw) / Capecchi (gb); 30.4.1827 – 10.8.1877; Notars-Witwe
  • Kitt, Walburga (vh) / Bareth (gb); 20.5.1863 – 6.7.1932; Universitätsprofessors-Gattin

Grab der Familie Kitt auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

Grab der Familie Kitt auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

#8 – 8 – 2 (Biber · Sommer)


Hier ruhen in Gott:
Herr Heinrich Sommer,
k. Rentbeamter a. D.
* 21. April 1811 † 30. Nov. 1888.
Herr Franz Biber,
k. Steuerassessor
* 18. Sept. 1861 † 18. Nov. 1905.


  • Biber, Franz; 18.9.1861 – 18.11.1905; Königlicher Steuerassessor
  • Sommer, Heinrich; 21.4.1811 – 30.11.1888; Königlicher Rentbeamter a. D.

Grab der Familien Biber · Sommer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 8 – 18 (Lippert)


Lippert


  • Lippert, Hugo; – 10.12.1856 (München), 48 Jahre alt; Steuerliquidationsaktuar
  • Lippert, Katharina (vw); – 23.1.1857 (München), 41 Jahre alt; Steuerliquidationsaktuars-Witwe

Grab der Familie Lippert auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 8 – 43 (Wildgans)


Wildgans
Augustin 1813 † 1886
Maria 1812 † 1900


  • Wildgans, Augustin; 1813 – 1886
  • Wildgans, Maria; 1812 – 1900

Grab der Familie Wildgans auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 8 – 46 (Kindermann)


AUGUST
KINDERMANN
* 1817 † 1891
HOF- UND
KAMMERSÄNGER


  • Kindermann, August; 6.2.1817 (Potsdam) – 6.3.1891 (München); Sänger

Grab der Familie Kindermann auf dem Alten Südfriedhof München (August 2007)

Grab der Familie Kindermann auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

#August Kindermann

* 6.2.1817 (Potsdam)
† 6.3.1891 (München)
Sänger

#Almanach des k. b. Hof- und National-Theaters (1.1.1872)

Fünfundzwanzigjähriges Jubiläum
des Herrn
August Kindermann,
Königl. Kammersängers und Opernregisseurs.

Im Monat Juni d. J. waren 25 Jahre verflossen, seit August Kindermann zum ersten Male als Gast in der Rolle des Grafen Almaviva in »Figaros Hochzeit« auf der Königl. Hofbühne erschien, welcher er von jenem Augenblicke an ohne Unterbrechung angehörte. Mit großer Freude ergriff man allgemein die Gelegenheit, der Verehrung Ausdruck zu geben, die der Liebling des Publikums und die Zierde der Königl. Oper in so hohem Maße genießt und verdient, denn der in hohem Mannesalter stehende Künstler erfreut sich nicht nur noch immer des herrlichsten Stimm-Materials, an welchem Zeit und Anstrengung spurlos vorübergegangen sind, seine Darstellungen tragen auch wie in seiner Jugend den Stempel der feurigen Begeisterung, der Inspiration, der eigenthümlichen originalen Auffassung. Er ist ein Gesangsheros, wie es zur Zeit wenige gibt und das Verdienst seiner Ausbildung gehört ihm selbst, denn als Naturalist seine Laufbahn beginnend, ist er durch eigene scharfe Beobachtungs- und Beurtheilungsgabe und forschenden Fleiß ein großer Meister geworden.

Am 6. Februar 1817 als Sohn eines armen Webers zu Potsdam geboren, sollte er nach nothdürftig empfangenem Schulunterricht das Gewerbe seines Vaters erlernen und fortführen, aber dem lebhaften Knaben sagte dies nicht zu. Ein günstiges Geschick führte seine Eltern im Jahre 1828 nach Berlin, woselbst sich seine Schwester mit dem jetzigen Hofkapellmeister in Dresden, Dr. Julius Nietz, verehlichte. Ohne jeglichen Vorunterricht wurde er im Jahre 1836 in den Chor des Hoftheaters zu Berlin aufgenommen. Obwohl von dem Generalmusikdirektor Spontini, dem die große, wohllautende Stimme bald auffiel, in verschiedenen kleinen Rollen verwendet, veranlaßte ihn doch der Wunsch nach bedeutenderer Beschäftigung im Jahre 1839 ein Engagement als zweiter Bassist am Leipziger Stadttheater anzunehmen, wo er in der Rolle des Orovist in »Norma« den ersten großartigen Triumph erlebte. Bald wurde er Albert Lortzings Freund, der für ihn den Hans Sachs schrieb.

Im Jahre 1846 wurde er als erster Baritonist für die Wiener Oper engagirt. Franz Lachner, der ihn noch in Leipzig vor seiner Abreise hörte, bewog ihn, seinen Weg nach Wien über München zu nehmen. Sein hier im Juni 1846 stattfindendes Gastspiel als »Almaviva«, »Jäger«, »Tell« und »Belisar« war von solch’ großartigem Erfolg, daß König Ludwig I. den Wiener Contrakt durch Zahlung der stipulirten Conventionalstrafe löste und den Künstler lebenslänglich an München fesselte. Kindermann wußte sich in der Gunst des Publikums immer mehr zu befestigen und ist seit dieser Zeit der erklärte Liebling desselben geblieben.

Der 15. Juni d. J. war zur Feier der 25jährigen Wirksamkeit des großen Sängers auf der kgl. Hofbühne bestimmt. Von frühem Morgen bis spät Abends kamen in die Wohnung des Jubilars Kränze, Bouquets und Geschenke der mannigfaltigsten Art, so wie von auswärts eine Menge von Glückwunsch-Telegrammen. Am Abend war zur Aufführung »Figaro’s Hochzeit« von der Intendanz angesetzt und sollte die Festvorstellung dadurch einen besonderen Reiz erhalten, daß die Tochter des Jubilars, Marie, Hofopernsängerin in Cassel, mit dem Vater als »Cherubim« auftreten konnte.

In der festlich geschmückten Garderobe wurde dem Jubilar vor Beginn der Vorstellung eine kalligraphisch prachtvoll ausgestattete Adresse der Mitglieder der musikalischen Akademie überreicht. Bei seinem Erscheinen auf der Bühne, wie nach der ersten Arie wurde er mit Kränzen von den höchsten Persönlichkeiten, den Königl. Hoheiten Prinz Adalbert und Prinz Ludwig, sowie von Freunden und Collegen fast überschüttet. Die Ovationen steigerten sich bis zum Schlusse der Vorstellung.

Zu Hause angekommen, fand er eine Deputation von acht Herren und einer Dame anwesend. Nachdem der Theater-Männerchor das Mendelssohn’sche Quartett: »Wem Gott will rechte Gunst erweisen« gesungen hatte, hielt Herr Regisseur Richter eine herzliche Ansprache an den Jubilar und überreichte ihm im Namen des Personals einen silbernen Lorbeerkranz, auf dessen Blättern seine bedeutendsten Parthieen aufgezeichnet waren. – Frau Diez widmete der Gattin des Gefeierten in Anerkennung ihrer wesentlichen musikalischen Verdienste ein prachtvolles Riesenbouquet. Hierauf sang der Theaterchor folgendes, von Hrn. E. Possart gedichtetes und von Herrn Hofkapellmeister Wüllner in Musik gesetztes Lied:

Heil dem Geschick, das Dich erhalten
Zu dieses Festtags Wiederkehr!
Heil Dir! den gottbegnadet Walten
Erkor zu deutschen Sanges Ehr!
Der Du, zu Preis und Ruhm
Dem deutsche« Künstlerthum,
Ein Menschenalter schaffend und versüßt:
Du deutscher Sänger, sei uns hochgegrüßt!

Wenn staunend Deinem Meistersange
Das Ohr voll hoher Wonne lauscht,
Wie er, in jugendlichem Drange,
So wundermächtig Dir entrauscht,
Dann jubelnd preisen wir
Als Festes Kron’ und Zier’:
Daß Du besiegt der Zeiten Allgewalt,
Und ewig jung Dein hohes Lied erschallt!

So lange Töne uns begeistern,
So lange noch ein letztes Lied
Von Sänger-Preis und Sanges-Meistern
Des deutschen Volkes Brust durchzieht,
Erklingt unsterblich fort
Als hohen Ruhmes Hort:
Das Lied von Deiner Sangesfreudigkeit,
Ein tönend Denkmal durch die fernste Zeit!

Herr Possart schloß die Feier mit einem dreimaligen Hoch auf den Jubilar.

Am 6. August dekorirte in Gegenwart des gesammten Personals der Intendant des Hoftheaters, Herr Baron von Perfall, Excellenz, im Namen Seiner Majestät den Jubilar mit dem Ritterkreuz des St. Michael-Ordens II. Klasse.

Unter den reichen Geschenken befand sich auch ein sehr originelles, welches von einer kleinen Gesellschaft von Kunstfreunden ausging. Umgeben von Eichenlaub sind die Worte und Noten aus Tannhäuser: »Gegrüßt sei uns, du kühner Sänger!« gezeichnet und in jedem Kopfe der Noten ist die Photographie eines Mitgliedes angebracht. Ebenso befinden sich in den Blättern des Eichenlaubs kleine Medaillons mit den Porträts der übrigen, meist aus Herren des Orchesters bestehenden Mitglieder.

Möge es dem Jubilar, der bis jetzt beinahe 1800mal in 117 verschiedenen Rollen aufgetreten ist, vergönnt sein, noch viele Jahre durch seine herrlichen Leistungen das Publikum zu entzücken und seine Triumphe in ungeschwächter Kunstfülle fortzusetzen.

Almanach des k. b. Hof- und National-Theaters auf das Jahr 1871. München, den 1. Januar 1872.

#Die Scheinwelt und ihre Schicksale (1893)

Mit August Kindermann's Erscheinen auf den Brettern der Münchener Hofbühne ging ein Stern von ungewöhnlicher Pracht an unserem Kunsthimmel auf und strahlte in ungetrübter Reine und Größe volle vierzig Jahre hindurch, bis auch die ewig fordernde Zeit dieses Phänomen löschte und der Sänger von Gottesgnaden am 6. März 1891 in sein Blumengrab stieg. Die Initiative zum Engagement Kindermann's hatte Franz Lachner gegeben, der den Sänger in Leipzig, wo er am Stadttheater wirkte und im Freundeskreise eines Lortzing's, Robert Blum und Karl Herloßsohn sieben Jahre lang weilte, aufsuchte und ihn zu einem Münchener Gastspiel, welches für sein ganzes Leben entscheidend werden sollte, überredete. Das Ergebniß dieser glänzenden Sängerfahrt, die einen Cyclus von vier Opern Graf (Figaro), Jäger, Tell und Belisar umfaßte, führte zu seinem lebenslänglichen, ruhmvollen Engagement. Wie wir wissen, wirkte Kindermann noch während der ersten acht Jahre seines Engagements neben Pellegrini und erst nach dessen Ausscheiden nahm er seine künstlerische Stellung am hiesigen Hoftheater im ganzen Umfange ein. August Kindermann wurde am 6. Februar 1817 in Potsdam geboren und begann als fünfzehnjähriger Bassist des sogenannten Extrachors an dem kgl. Opernhaus in Berlin seine Bühnenlaufbahn. Am 6. Dezember 1837 sang Kindermann als erste Solopartie den Kampfrichter in »Agnes von Hohenstaufen«; jedoch sein Chordirektor, Joseph Eßler, setzte dem vorwärtsstrebenden Künstler, dessen Basses Grundgewalt er nicht gerne im Chore missen wollte, Widerstand entgegen. Erst das Jahr 1839 brachte seinem Künstlergeschicke eine günstige Wendung und führte ihn an die von Direktor Ringelhardt geleitete Leipziger Bühne, wo Kindermann seine ersten Lorbeeren sammeln durfte.

Die Scheinwelt und ihre Schicksale. Eine 127jährige Historie der Münchener kgl. Theater im populärer Form und als Jubiläums-Ausgabe. Zu Ehren des fünf und zwanzigjährigen Dienst-Jubiläums Seiner Excellenz des Herrn General-Intendanten Freiherrn von Perfall von Max Leythäuser. München; 1893.

#Ein Beitrag zur Geschichte der königlichen Theater in München (1894)

Bezüglich der am 9. September 86 zu Ehren Kindermann’s stattgehabten Aufführung schreibt der Hagen’sche Bühnen-Almanach:

Hunderte von Rollen hat er gesungen, tausende Male hat er durch die Macht seines Gesangs entzückt und hingerissen, und neuerdings hat er an seinem Ehrenabend bewiesen, daß er diese Macht noch voll besitzt. Das Haus war überfüllt! Als das erwartungsvolle Publikum seinen Liebling erblickte, brauste Jubel und Begeisterung durch den Raum. Jede kleinste Gelegenheit benützte man, um dem Künstler zu beweisen, wie tief er sich in die Herzen Aller hineingesungen. Unter lautloser Stille begann August Kindermann das immer schöne »Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar.« Und da er geendet und die jubelnden Zurufe immer stärker erschollen, die Kränze immer dichter fielen, da hob er den Kranz, der ihm aus der Intendanzloge zugeworfen wurde, auf und mit bewegter Stimme sang er folgende Strophe, die seinen heißen Dank bekunden sollte:

»Nun hab ich gesungen wohl fünfzig Jahr,
Durch Euch war leicht mir die Kunst,
Und ward ich ein Greis mit gelichtetem Haar,
Jung blieb ich durch Eure Gunst.
Ihr habt ein halbes Jahrhundert lang
Mit Huld begleitet meinen Gesang,
Und wenn Ihr sie ferner mir weiht,
Dann bleibt mir die köstliche Zeit.«

Nach dem Schluß der Oper hob sich der Vorhang nochmals zu einer glänzenden Feier. Der Jubilar saß auf einem mit Blumenguirlanden gezierten Sessel, umgeben von allen seinen Colleginnen und Collegen, aus deren Mitte Herr Regisseur Heinrich Richter hervortrat, um in feierlicher Ansprache den Altmeister zu ehren. Bei dem Satze, mit welchem er ihm den goldenen Lorbeer überreichte: »Nimm ihn hin, Du hast ihn redlich verdient, denn du sangst nicht nur mit der Kehle, sondern auch mit der Seele,« stürmte mitten in die Rede hinein jubelnder Beifall. Fräulein Dreßler, die liebliche Darstellerin der Marie, überreichte hierauf den Ehrenpokal,welchen ihm seine Collegen gewidmet hatten. Mit einem vom Chorpersonal gesungenen Hymnus schloß die erhebende Feier, worauf Kindermann mit tief bewegter Stimme dem verehrten Kunstpersonal, sowie dem Publikum in schlichten Worten seinen Dank aussprach. S. k. Hoheit der Prinz-Regent verlieh dem Künstler die goldene Medaille für Wissenschaft und Kunst, S. k. Hoheit Herzog Max die große goldene Erinnerungsmedaille mit seinem Brustbild und eine kostbare Busennadel.

Karl von Perfall: Ein Beitrag zur Geschichte der königlichen Theater in München, den 25. November 1867–25. November 1892. Verlag von Piloty & Löhle. München, 1894.

#Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903)

Kindermann August, geboren am 6. Februar 1817 in Potsdam, war der Sohn eines armen Webers, der ihn als Lehrbursch in einer Buchhandlung unterbrachte. Bereits damals fiel seine hübsche Stimme in gesellschaftlichen Kreisen auf, und schon mit 15 Jahren wurde K., ohne eingehenden Vorunterricht, in den Chor des Hoftheaters in Berlin aufgenommen. Generalmusikdirektor Spontini bemerkte die wohllautende Stimme des Knaben und vertraute ihm am 6. September 1837 in seiner eigenen Oper »Agnes von Hohenstaufen« eine erste Solopartie an (»Der Kampfrichter«).

Dies förderte ihn nicht wenig und er erhielt im Laufe der Zeit manch nettes Röllchen zugeteilt. Da er jede Aufgabe zu aller Zufriedenheit löste und stets mit günstigstem Erfolge verwendet wurde, sich aber noch immer nicht eine Aussicht auf entschiedene Besserung seiner künstlerischen Lage zeigte, verließ er 1839 das Hoftheater und nahm als zweiter Bassist Engagement am Leipziger Stadttheater, wo er als »Orovist« in »Norma« debütierte und hierbei seinen ersten unbedingten Beifall errang. Nun war sein Weg geebnet, er fand nicht nur genügende Beschäftigung zur Weiterentwickelung, sondern gehörte während der ganzen Zeit seines Wirkens am Leipziger Stadttheater (1839–1846) zu den Lieblingen des Publikums.

Dort lernte er auch Albert Lortzing kennen, mit dem ihn ein inniges Freundschaftsband verknüpfte. Der Komponist schrieb für den Künstler die Titelrolle seiner Oper »Hans Sachs« (Erstaufführung am 23. Juni 1840 zur Gutenbergfeier) und den »Grafen Eberhardt« im »Wildschütz« (Erstaufführung am 31. Dezember 1842), welche beide Partien K. meisterhaft verkörperte.

1846 erhielt der Sänger einen verlockenden Antrag als erster Bariton nach Wien. Doch veranlaße ihn Franz Lachner zuerst ein Gastspiel am Hofoperntheater in München zu absolvieren und dann erst sein Wiener Engagement anzutreten. Dieses Gastspiel war aber von so außerordentlichem Erfolge begleitet (»Almaviva«, »Jäger«, »Tell« und »Belisar«), daß König Ludwig sofort die Konventionalstrafe zu erlegen befahl, um den Künstler lebenslänglich an München zu fesseln. Im Anfang hatte K. eine etwas schwierige Position, denn Pelegrini war sein Rivale. Er wußte sich jedoch trotzdem in der allgemeinen Gunst immer mehr und mehr zu befestigen, und als 1854 Pelegrini ausschied, wuchs seine künstlerische Stellung ins Gigantische.

Die große Verehrung, die man ihm allgemein entgegenbrachte fand 1871, anläßlich seines 25jährigen Engagements am Münchner Hoftheater, beredten Ausdruck. Man setzte zur Feier »Figaros Hochzeit« an, denn als »Graf Almaviva« hatte er auch vor 25 Jahren an dieser Hofbühne zum erstenmal gastiert, und daß seine Tochter Marie Kindermann, damals Opernsängerin in Kassel, als »Cherubin« mit ihrem Vater auftrat, gab der Festvorstellung noch einen besonderen Reiz. In noch erhöhterem Maße brachten die Münchner ihre Liebe und Verehrung für den großen Künstler am 9. September 1886 anläßich seines 40jährigen Dienstjubiläums zum Ausdruck. Ein Jahr später trat K., der schon längst zum königlichen Kammersänger ernannt war, mit dem Titel eines Ehrenmitgliedes des Hoftheaters ausgezeichnet, in den Ruhestand.

Am 6. März 1891 ereilte ihn der Tod. Dieser Künstler mit der denkbar herrlichsten Stimme war eigentlich Autodidakt, und nie produzierte er mühselig Erlerntes, sondern stets das Ergebnis eigener individueller Auffassung. Die Art derselben war viel mehr ein Ergebnis der Inspiration, der feurigen Begeisterung des Momentes, als der Reflexion, des Grübelns des Theoretikers. Wenn K. stets dabei das Richtige getroffen hatte und der unfehlbare Erfolg den Beweis lieferte, daß seine natürliche Begabung ihm über alle gefährlichen Klippen hinweghalf – so gibt dies Zeugnis von der Größe seines Genies.

Trotzdem verschloß er sich nicht eigensinnig gegen das Gute und Schöne an den Leistungen seiner Kunstgenossen. So lange er lebte, hatte er sich ein unbefangenes Ohr, ein empfängliches Herz für alles bewahrt, was ihm als nachahmenswert erschien. So hat er, der so lange Zeit seiner innersten Überzeugung nach der klassischen Richtung in der Musik huldigte, den interessanten Erscheinungen der Wagnerschen Dramen die höchste Aufmerksamkeit gewidmet und gerade als Wagnersänger Bedeutendes geschaffen. (Er kreierte den »Wotan« bei den Erstausführungen von »Rheingold« am 22. Oktober 1869 und »Walküre« am 26. Juni 1870).

K. besaß ein volltöniges, sympathisches, kräftiges Organ, eine solide, technische Ausbildung, große musikalische Begabung, deutliche Aussprache, lebenswahres, ergreifendes Spiel und einen gesunden Humor. Zu seinen besten Leistungen gehörten: »Pizarro« in »Fidelio«, »Figaro« in der Mozartschen Oper und in Rossinis »Barbier«, »Lord Ashton« in »Lucia von Lammermoor«, »Tristan«, »Stadinger« in »Waffenschmied« etc. Den »Titurel« sang er s. Z. bei den Bayreuther »Parzifal«-Aufführungen. K., der als Naturalist die Laufbahn betrat, wurde durch forschenden Fleiß und besondere Beobachtungs- und Beurteilungsgabe ein Meister, der wie nur Wenige über das innerste Wesen der Gesangskunst Aufschluß zu geben vermochte.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Leipzig, 1903.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Kindermann August, 1817 (Potsdam) – 1891, Hof- und Kammersänger; seine Laufbahn begann K. als Mitglied des Hoftheaterchors in Berlin (1835), 1839 wurde er zweiter Bassist am Stadttheater in Leipzig, 1846 Mitglied und 1855 Oberregisseur des Hoftheaters in München; der Baritonist war ein Freund A. Lortzings, der seinen Hans Sachs für ihn schrieb; er hatte bei den Uraufführungen des Rheingold und der Walküre den Wotan »creiert« und in Bayreuth den Titurel im Parsival gesungen.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 8 – 50 (Poschinger)


AUGUST RITTER v. POSCHINGER
1823 – 1876
LUISE EDLE v. POSCHINGER
1831 – 1913
OTTMAR v. POSCHINGER
1925


  • Poschinger, August Ritter von; 1823 – 1876
  • Poschinger, Luise Edle von; 1831 – 1913
  • Poschinger, Ottmar von; – 1925

Grab der Familie Poschinger auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 8 – 55 (Kamps · Loehle · Pickl-Goldstein)


Obelisk
HIER RUHEN
FRZ. FIDEL LOEHLE
K. B. HOFKÜCHENMEISTER
GEB. 31. DEZ. 1756
GEST. 7. SEPT. 1813.
ANNA
DESSEN WITTWE
GEB. 23. APR. 1766
GEST. 19. APR. 1823.
JOS. LOEHLE
BEGRUENDER DER KUNSTANSTALT
v. PILOTY u. LOEHLE
RITTER D. HERZ. PARM. ST. LUDWIGS
CIV. VERD. ORD.
GEB. 26. OKT. 1807 GEST. 13. FEB. 1840.
THERESE LOEHLE
GEB. SAGNE
K. TOPOGR. KUPFERSTECHERS GATTIN
GEB. 22. MAI 1807 GEST. 9. JULI 1845.
CONR. LOEHLE
K. B. HOFOFFIZIANT
GEB. 25. JUNI 1793 GEST. 7. NOV. 1846.
LUDW. LOEHLE
GEB. 23. MAI 1848 GEST. 13. MAI 1850.
FRANZ LOEHLE
K. B. HOF- u. OBERPOSTRATH
RITTER HOHER ORDEN
GEB. 28. JAN. 1792 GEST. 5. JUNI 1857.
AUGUSTE LOEHLE
GEB. LAAR
GEB. 16. MAI 1804 GEST. 4. APR. 1873.
JOHANN LOEHLE
K. KUPFERSTECHER A. D. IM K. B. TOPOGR. BUREAU
GEB. 16. JULI 1801 GEST. 11. MAI 1878.
PETER LOEHLE
K. INGENIEUR-GEOGRAPH A. D. IM K. B. TOPOGR. BUREAU
GEB. 14. AUG. 1799 GEST. 21. JUNI 1878.
KAROLINE LOEHLE
GEB. MEUNIER
K. TOPOGR. KUPFERSTECHERS WITTWE
GEB. 3. MAI 1822 GEST. 11. NOV. 1898.

Sockel
PAUL LOEHLE
GEB. 3. NOV. 1890 ZU REHHAG BEI BERN
GEST. 8. JUNI 1897 ZU NYMPHENBURG.
ADOLF LOEHLE
RENTNER, EHEDEM INHABER u. DIREKTOR DER
KUNSTANSTALT VON PILOTY u. LOEHLE IN MUENCHEN
MITBEARBEITER DES ERSTEN ERDPROFILES
GEB. 4. APRIL 1838. GEST. 13. OKTOBER 1905.
FRANZ KAMPS
APOTHEKER
GEB. 9. JANUAR 1861. GEST. 21. FEBRUAR 1932.
Frl. MARIE PICKL-GOLDSTEIN
GEB. 29. DEZEMBER 1878 – GEST. 7. MÄRZ 1935.


  • Kamps, Franz; 9.1.1861 – 21.2.1932; Apotheker
  • Loehle, Adolf; 4.4.1838 – 13.10.1905; Kunstmaler, Zeichner und Inhaber der Kunstanstalt Piloty und Loehle
  • Loehle, Anna (vw); 23.4.1766 – 19.4.1823; Hofküchenmeisters-Witwe
  • Loehle, Auguste (vh) / Laar (gb); 16.5.1804 – 4.4.1873
  • Loehle, Franz; 28.1.1792 – 5.6.1857; Hofrat und Oberpostrat
  • Loehle, Franz Fidel; 31.12.1756 – 7.9.1813; Hofküchenmeister
  • Loehle, Johann; 16.7.1801 – 11.5.1878; Kupferstecher
  • Loehle, Josef; 26.10.1807 (Regensburg) – 13.2.1840 (München); Lithograph und Begründer der Kunstanstalt Piloty und Loehle
  • Loehle, Karoline (vw) / Meunier (gb); 3.5.1822 – 11.11.1898; Kupferstechers-Witwe
  • Loehle, Konrad; 25.6.1793 – 7.11.1846; Hofoffiziant
  • Loehle, Ludwig; 23.5.1848 – 13.5.1850
  • Loehle, Paul; 3.11.1890 (Rehhag bei Bern) – 8.6.1897 (München)
  • Loehle, Peter; 14.8.1799 – 21.6.1878; Ingenieur-Geograph
  • Loehle, Therese (vh) / Sagne (gb); 22.5.1807 (München) – 9.7.1845 (München); Uhrgehäusemachers-Tochter / Kupferstechers-Gattin
  • Pickl-Goldstein, Marie; 29.12.1878 – 7.3.1935

Grab der Familien Kamps · Loehle · Pickl-Goldstein auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Johann Baptist Loehle

* 16.7.1801
† 11.5.1878 (München)
Kupferstecher

#Neueste Nachrichten (16.5.1878)

München, 15. Mai.

(Unlieb verspätet.) Vergangenen Samstag schied ein wackerer Künstler aus unserer Mitte. Des Morgens 4 Uhr entschlief schnell und unerwartet der Kupferstecher Hr. Joh. Bapt. Löhle, vormaliger kgl. Kupferstecher im k. topographischen Bureau und seit einer Reihe von Jahren Vorstand und Leiter der Kunstanstalt von »Piloty und Löhle«. Als solcher gehört er mit seinem Namen der Geschichte der Kunst. Um die Kunst und deren Verbreitung hat er sich namhafte Verdienste durch die Herausgabe zahlreicher und bedeutender Reproduktionswerke erworben und der von ihm geleiteten Firma denjenigen ehrenvollen Ruf in weitesten Kreisen gewahrt, dessen sie sich von allem Anfang an seit länger als 4 Jahrzehnten, nach der Gründung des Instituts durch Ferdinand Piloty, dem Vater, und Joseph Löhle allezeit erfreut hat. Der Verewigte stand noch im besten Mannesalter.

Neueste Nachrichten Nr. 136. München; Donnerstag, den 16. Mai 1878.

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#Adolf Loehle

* 4.4.1838 (München)
† 13.10.1905
Kunstmaler, Zeichner und Inhaber der Kunstanstalt Piloty und Loehle

#Münchner Neueste Nachrichten (16.10.1905)

Lokales.
München, 14. Oktober.

Adolf Loehle †. Wie bereits kurz mitgeteilt, ist der ehemalige Inhaber und Direktor der Kunstanstalt Piloty & Loehle gestern verschieden. Adolf Loehle, Sohn des seinerzeit rühmlich bekannten kgl. topographischen Kupferstechers und Kartographen Johann Loehle und dessen Gattin Therese geb. Sagne, wurde am 4. April 1838 in München geboren. Von Jugend an zur künftigen Leitung der im Jahre 1832 unter der Aegide Königs Ludwig I. zur lithographischen Herausgabe der kgl. Pinakotheken gegründeten Kunstanstalt von Piloty & Loehle dahier bestimmt, trat er nach erworbener Vorbildung 1857 in diese Kunstanstalt ein und wirkte in derselben bei Herausgabe ihrer großartigen Verlagswerke, die Weltruf erlangten. Nach dem Tode seines Vaters und seines Oheims übernahm Adolf Loehle im Jahre 1878 die alleinige Leitung der k. priv. Kunstanstalt von Piloty & Loehle und verlegte noch Vollendung des großen lithographischen Pinakothek-Werkes von 320 Blättern den Schwerpunkt der Anstalt auf das Landkartenfach, in welchem unter seiner Leitung u. a. gediegene Karten von Bayern ins Leben gerufen wurden. Auch der Entwurf der gegenwärtigen amtlichen Verkehrs- und Ort-Entfernungskarte von Bayern, Württemberg und Baden stammt von ihm.

Der bei Anlaß des Deutschen Geographentages 1884 von Hauptmann Ferd. Lingg († 1899) ausgestellte geistvolle Entwurf eines »Meridionalschnittes durch Europa in einheitlichem Maßstabe« gab Loehle Gelegenheit durch Erweiterung, Ausführung und Herausgabe dieses Wertes in seiner Kunstanstalt, die Erdbeschreibung um ein Originalwerk ersten Ranges unter dem Titel: »Erdprofil der Zone vom 31. bis 65. Grad nördl. Breite«, das zum ersten Male eine der Natur entsprechende Darstellung der Erdoberfläche gibt, zu bereichern. Dieses Werk, dem Autoritäten der geographischen Wissenschaft, Generalfeldmarschall Graf Moltke an der Spitze, einstimmige bewundernde Anerkennung zollten — hat Loehle nicht etwa nur nach Linggs ursprünglichem Entwürfe mechanisch reproduzieren lassen und publiziert, sondern in fast dreijähriger Arbeit zum »Erdprofil« ausgestaltet.

Trotz der übereinstimmenden, seltenen Anerkennung der Fachautoritäten, aus deren gesammelten Urteilen über das »Erdprofil« klar hervorgeht, daß schlechterdings niemand eine anschauliche, sinnliche Vorstellung von der wahren Oberflächengestaltung unserer Erde, ja von dieser selbst, besitzt, der dieses Werk nicht gesehen hat — erzielt dasselbe bis heute noch nicht die verdiente allgemeine Verbreitung, und zwar deshalb, weil es etwas absolut Neues ist. Denn wenn Fachzeitschriften ersten Ranges das Werk u. a. für die »bedeutendste graphische Publikation, die die Erdkunde unserer Tage aufzuweisen hat«, erklären, oder ausrufen: »Endlich erhalten wir einmal ein vollständig richtiges Bild der Erdoberfläche!« — so sollte man glauben, daß das Werk überall verbreitet sein müsse, umsomehr als es nicht etwa ausschließlich fachwissenschaftlich ist, sondern dessen Hauptvorzug in seiner populären Anschaulichkeit liegt. Allerdings ist es kein Buch, keine Karte und kein Globus — und somit kann es noch so manches Jahr dauern, bis die so glückliche, anerkannt vollkommen neue Lösung der Aufgabe, ein richtiges, anschauliches Bild unserer Erde, im wahren Verhältnis zu ihren Bergen und Meeren wie zur Atmosphäre, und vom Erdkern bis in die Sternenwelt reichend, zu geben, allgemein gekannt und genützt wird. Im Jahre 1890 trat Loehle die Kunstanstalt von Piloty & Loehle käuflich an die Firma Dr. C. Wolf & Sohn dahier ab, zog sich ins Privatleben zurück und widmete sich der Erziehung seines Kindes, eines aufgeweckten Knaben, der ihm aber schon in jungen Jahren durch raschen Tod entrissen wurde.

Adolf Loehle hat Verfügungen getroffen, daß nach seinem Tode das seit mehr als einem halben Jahrhundert in der Loehleschen Gemäldesammlung befindliche Dalberg-Loehlesche Schiller-Porträt, lebensgroßes Brustbild nach dem Leben, in Oel gemalt von Höflinger 1781, Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser zur eventuellen Begründung einer Deutschen National-Porträt-Galerie überreicht werden solle. [Als interessante Erscheinung mag hier noch erwähnt werden, daß wir in der Lage waren, obige Daten eigenen Aufzeichnungen Adolf Loehles zu entnehmen, welche uns gemäß eines letzten Wunsches des Verstorbenen nach dessen Tode freundlich zur Verfügung gestellt wurden. D. Red.]

Münchner Neueste Nachrichten No. 483. Montag, den 16. Oktober 1905.

#Generalanzeiger der Münchner Neuesten Nachrichten (25.11.1905)

Aus dem Rathause.
München, 24. November.
(Aus dem Verwaltungssenat.)

Vermächtnis.

Dem Historischen Stadtmuseum hat Herr Adolf Loehle in seinem Erbvertrag ein koloriertes Handexemplar des unter seiner Leitung entstandenen Linggschen Erdprofiles, ein Exemplar der von seinem Vater Johann Loehle entworfenen und in Kupfer gestochenen Spezialkarte von Südwestdeutschland (auf der Pariser Weltausstellung von 1867 prämiiert), weiter die zur ehrenden Anerkennung der Leistungen und Vervollkommnungen der Kunstanstalt von Piloiy und Loehle in München auf dem Gebiete der Lithographie geprägte große goldene Medaille des Königs Wilhelm II. der Niederlande vom Jahre 1817 vermacht. Hiefür wird gedankt.

Generalanzeiger der Münchner Neuesten Nachrichten Nr. 551. Samstag, den 25. November 1905.

#Allgemeines Künstler-Lexikon (1921)

Loehle, Adolf von, Maler und Zeichner, geb. 4. April 1838 in München. Er malte Fürstenbildnisse und hat deren besonders für die Reproduktion gezeichnet. Er war 1878–90 Besitzer und Direktor der Kunstanstalt Piloty und Loehle in München, in der er seit seiner Jugend thätig gewesen war.

Allgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Frankfurt am Main, 1921.

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#Josef Loehle

* 26.10.1807 (Regensburg)
† 13.2.1840 (München)
Lithograph und Begründer der Kunstanstalt Piloty und Loehle

#Neuer Nekrolog der Deutschen (1843)

63. Joseph Löhle,

Direktor und Miteigentümer der lithographischen Anstalt von Piloty und Löhle zu München, Ritter des herzogl. luccesischen St. Ludwig Civilverdienstordens;
geb. d. 26. Okt. 1807, gest. d. 13. Febr. 1840.

Er war der jüngste Sohn des k. baier. Hofküchenmeisters Franz Fidel Löhle und zu Regensburg geboren. Nach dem im J. 1813 erfolgten Tode seines Vaters erhielt er die erste Jugendbildung im k. Erziehungsinstitute zu Neuburg a. D., welches er aber, wegen entschiedener Vorliebe für die Kunst, noch vor Vollendung der Gymnasialstudien verließ und an der k. Akademie der Künste zu München mit Zeichnungen im historischen Fache mit günstigstem Erfolge sich beschäftigte. Dort machte er die Bekanntschaft des durch seine vorzüglichen Leistungen im Fache der Steinzeichnung in bleibendem Andenken stehenden G. Bodmer, dessen treuer Freund und Gefährte er ward. Sie waren gemeinschaftlich die ersten selbstständigen Herausgeber lithographirter Bilder und das von ihm unternommene, in ganz Deutschland vielseitig verbreitete Bild, König Otto's, Königs von Griechenland, Abschied zu München am 6. Dec. 1832, machte zuerst seinen Namen in ehrenvoller Weise bekannt. Im J. 1833 verband sich L. mit dem im historischen Fache rühmlichst bekannten Lithographen Ferd. Piloty zur gemeinschaftlichen Herausgabe der lithographieren Abbildungen aus der königl. Pinakothek zu München und der Gemäldegallerie zu Schleißheim, welches Werk von diesem Zeitpunkte an sich fortwährend entschieden verbesserte und in allen Ländern Europa's einen höchst ehrenvollen Ruf erwarb. Unter seiner Leitung machte, durch gesammelte vielseitige Erfahrungen, vorzüglich der lithographische Kunstdruck in München wesentliche Fortschritte und in Anerkennung dieses Strebens nach Vervollkommnung der Lithographie verlieh ihm der Herzog von Lucca im Jahre 1838 den St. Ludwigs-Civilverdienstorden. Kurz vor dem im J. 1837 erfolgten, für die Kunst allzufrühen Hinscheiden seines Freundes Bodmer erwarb L. durch Kauf seine sämmtlichen Werke und setzte deren Herausgabe mit seinem Associé Ferd. Piloty neben dem Pinakothekwerke fort.

Dieser herbe Verlust machte indessen auf den zurückgebliebenen treuen Freund den tiefsten Eindruck und stimmte sein Gemüth vor der Zeit zum Ernste des spätern Mannesalters, obgleich er in einer sehr glücklichen Ehe und einer seltnen Harmonie mit mehreren Brüdern lebte. In Mitte seines Wirkens und in voller Jugendkraft überraschte ihn der Tod nach kurzem Unwohlsein am obengenannten Tage und er folgte seinem Freunde Bodmer, nachdem er gleich ihm erst kurz das 33. Lebensjahr angetreten hatte. Sein offenes, freundliches Benehmen und seine Menschenfreundlichkeit erwarben ihm die allgemeine Liebe seiner Mitbürger und Untergebenen. Außer seiner Gattin hinterließ er eine 10jährige Tochter.

Neuer Nekrolog der Deutschen. Weimar, 1843.

#Die Künstler aller Zeiten und Völker (1860)

Löhle, Joseph, Lithograph in München, geboren zu Regensburg im Jahr 1807. Sein Vater Franz Fidel war königl. bayrischer Hofküchenmeister. Noch vor Vollendung der Gymnasialstudien zu Neuburg a. D. begab er sich an die Akademie nach München, wo er sich mit G. Bodmer innigst befreundete. Sie waren gemeinschaftlich die ersten selbstständigen Herausgeber lithographirter Bilder, und das von ihm allein unternommene Stück, König Otto’s Abschied zu München im Jahr 1832, erwarb ihm zuerst Ruf. Im Jahr 1833 verband er sich mit Ferd. Piloty zu Herausgabe der lithographirten Abbildungen aus der königl. Pinakothek zu München und der Gemäldegallerie zu Schleissheim. In Anerkennung seines Strebens nach Vervollkommnung der Lithographie verlieh ihm der Herzog von Lucca im Jahr 1838 den St. Ludwigs Civilverdienstorden. Nach dem Tode Bodmer’s setzte er die Herausgabe der Werke desselben mit genanntem Piloty fort. Im Jahr 1840 starb er als Direktor und Miteigenthümer der lithographischen Anstalt von Piloty und Löhle zu München. Literatur. Neuer Nekrolog der Deutschen 1840. S. 205 ff.

Die Künstler aller Zeiten und Völker. Stuttgart, 1860.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1884)

Löhle: Joseph L., Lithograph, geb. am 26. Octbr. 1807 als der jüngste Sohn des k. baier. Hofküchenmeisters Franz Fidel L., erhielt nach dem Tode seines Vaters (1813) die erste Bildung im königl. Erziehungsinstitute zu Neuburg an der Donau, welches er wegen entschiedener Vorliebe für die Kunst noch vor dem Absolutorium verließ, an der Akademie zu München mit Zeichnungen im historischen Fach sich beschäftigend. Mit G. Bodmer bekannt und befreundet, gaben sie bald gemeinsam lithographische Blätter heraus; namentlich war es die große »König Otto's von Griechenland Abschied zu München 1832« vorstellende Steinzeichnung (nach Ph. Foltz, lithographirt von Bodmer), womit L. seinen Ruf begründete. Im J. 1833 verband sich L. mit dem als Lithographen im historischen Fach bekannten Ferdinand Piloty (dem Vater der beiden nachmals berühmten Maler) zur gemeinsamen Herausgabe lithographirter Copien aus der königl. Pinakothek zu München und der Gemäldegallerie zu Schleißheim, ein Werk, welches sich fortwährend verbesserte und in allen Ländern Europa's einen epochemachenden Ruf erwarb. Somit war die heute noch florirende, neuestens auch durch photographische Reproductionen bekannte Kunstanstalt »Piloty und Löhle« begründet. Nach Bodmer's Tode (1837) erwarb L. dessen sämmtliche Steinzeichnungen und setzte deren Herausgabe mit Ferd. Piloty neben dem großen Pinakothek- und Galleriewerke fort. L. starb am 13. Febr. 1840 (sein Porträt als Brustbild lithographirt von J. Fertig, gr. Fol.). Darauf trat sein Bruder Joh. Bapt. L. (Kupferstecher im königl. topographischen Bureau) als Vorstand und Leiter in diese Anstalt bis zu seinem Tode am 11. Mai 1878. Ihm folgte sein Bruder Peter L. (Ingenieurgeograph vom königl. baier. Generalquartiermeisterstabe) schon am 21. Juni 1878, im 79. Lebensjahre in das Grab.

Vgl. Kunstvereinsbericht für 1840, S. 95 f. Müller-Klunzinger, 1860, II. 611. Seubert, 1878, II. 470.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1884.

#8 – 9 – 1 (Khreninger)


HIER RUHT IN GOTT
FAMILIE
VON KHRENINGER

8-9-1


  • Khreninger, Marie von (vw); – 1887; Regierungsrats-Witwe

Grab der Familie Khreninger auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 2* (Kaul)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Kaul, Johann; – 30.10.1863 (München), 62 Jahre alt, Tod durch Selbstmord; Regierungsrat

Das Grab ist nicht erhalten


#Johann Kaul

† 10.1863 (München), Tod durch Selbstmord
Regierungsrat

#Neues bayerisches Volksblatt (1.11.1863)

Morgenpost am 1. November.

München, 31. Oktbr. Diesen Morgen wurde bei der Westermühle ein männlicher Leichnam aus dem Isarkanale gezogen und als der des k. Regierungsrathes Johann Kaul recogniscirt. Es kann nicht den mindesten Zweifel unterliegen, daß der Unglückliche in einem Anfalle von Geistesstörung welche sich gestern Abend evident zeigte, den Tod in der Isar gesucht hat.

Neues bayerisches Volksblatt Nr. 301. Stadtamhof; Sonntag, den 1. November 1863.

#Ingolstädter Tagblatt (2.11.1863)

Vaterländisches.

In neuerer Zeit häufen sich in München die Selbstmorde. Vor Kurzem suchten mehrere junge Mädchen aus Liebesgram in der Isar ihren Tod, am Donnerstag wurde bei der Kaiblmühle die Leiche eines unbekannten Mannes aus dem Kanal gezogen und gestern früh fand man oberhalb der Westermühle im Isarkanal die Leiche des k. Regierungsrathes Kaul bei der Staatschuldentilgungskommission. Derselbe ging am Freitag Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr von seinem Bureau, wo man schon öfters Spuren von Geistesstörung an ihm bemerkte, weg und wie es scheint geradezu nach dem Kanal oberhalb dem Gottesacker, um dort den Tod zu suchen. Für den Unglücklichen gibt sich allgemeine Theilnahme kund.

Ingolstädter Tagblatt No. 306. Montag, den 2. November 1863.

#8 – 9 – 10 (Stadtler)


FAMILIE STADTLER

HIER RUHEN
HERR GEORG STADTLER
METZGERMEISTER
26. JUNI 1835 – 6. MAI 1887.
SEIN ENKEL, UNSER INNIGGELIEBTES KIND
KORBINIAN
* 6.OKT. 1914 † 23. NOV. 1921.

Rechte Seite
¿BERGER
9.8.19.


  • Stadtler, Georg; 26.6.1835 – 6.5.1887; Metzgermeister

Grab der Familie Stadtler auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 13·14 (Pfriem · Schönmann)


FAMILIE
SCHÖNMANN

FRAU MARGARETHE PFRIEM
13.4.1817 – 25.11.1889.
GRETCHEN SCHÖNMANN
24.6.1883 – 22.6.1897.
FRAU FANNY SCHÖNMANN
25.10.1859 – 9.10.1921.
HERR JOSEF SCHÖNMANN
7.8.1854 – 13.3.1925.


  • Pfriem, Margarethe; 13.4.1817 – 25.11.1889
  • Schönmann, Fanny (vh); 25.10.1859 – 9.10.1921
  • Schönmann, Gretchen; 24.6.1883 – 22.6.1897
  • Schönmann, Josef; 7.8.1854 – 13.3.1925

Grab der Familien Pfriem · Schönmann auf dem Alten Südfriedhof München (März 2008)

Grab der Familien Pfriem · Schönmann auf dem Alten Südfriedhof München (März 2008)

#8 – 9 – 15 (Harrasser · Leybold)


Grab der Familien Harrasser · Leybold auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 17 (Kammerecker)


Dem Andenken
des geliebten Bruders u. Onkels
Herrn Justizrath
Wilhelm Kammerecker,
freires. k. Advokat u. Rechtsanwalt
geb. den 13. Sept. 1835, gest. den 9. Feb. 1900.

Ihm gingen voran:
Frau Franziska Kammerecker,
Apellger. Sekretärsgattin,
geb. den 28. Juni 1808, gest. den 6. April 1871.
Herr Karl Kammerecker,
k. Apellger. Sekretär,
geb. den 2. April 1798, gest. den 3. Nov. 1871.
Fräulein
Karoline Kammerecker,
geb. den 20. Feb. 1837, gest. den 24. Okt. 1874.

Rückseite
8.9.17. Babenstuber


  • Kammerecker, Franziska (vh); 28.6.1808 – 6.4.1871; Appellationsgerichtssekretärs-Gattin
  • Kammerecker, Karl; 2.4.1798 – 3.11 1871; Appellationsgerichtssekretär
  • Kammerecker, Karoline; 20.2.1837 – 24.10.1874
  • Kammerecker, Wilhelm; 13.9.1835 – 9.2.1900; Advokat und Rechtsanwalt

Grab der Familie Kammerecker auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 18 (Göttner · Kürzeder)


Hier
ruht in Gott
mein lieber unvergeßlicher Gatte
Herr Johann Göttner
Privatier,
geb. 4. Jan. 1851,
gest. 17. April 1924,
dessen Gattin
unsere liebe Großmutter
Frau Josefa Göttner
geb. 19. März 1852,
gest. 6. April 1930.

Familie Göttner.


  • Göttner, Johann; 4.1.1851 – 17.4.1924 (München); Privatier
  • Göttner, Josefa (vw); 19.3.1852 – 6.4.1930; Privatiers-Witwe
  • Kürzeder, Christine; – 10.8.1885 (München), 26 Jahre alt; Küchenbeschliesserin

Todesanzeige für Christine Kürzeder

Todesanzeige für Johann Göttner

Grab der Familien Göttner · Kürzeder auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 19·20 (Holzmann · Kellerer)


HERR
JOSEF KELLERER
¿


  • Holzmann, Sigmund; – (11).2.1880 (München), 58 Jahre alt; Ehemaliger Lehrer
  • Kellerer, Anna; – (8).7.1842 (München), 19 Jahre alt; Bäckers-Tochter
  • Kellerer, Antonia (vh) / Botzleiner (gb); – 24.8.1854 (München), 32 Jahre alt; Bäckers-Gattin
  • Kellerer, Johann Baptist; – 20.2.1895 (München), 70 Jahre alt; Privatier
  • Kellerer, Maria Franziska Rosalia; – 18.2.1857 (München), 1 Jahr alt; Brennereibesitzers-Tochter
  • Kellerer, Wally; – (29).6.1877 (München), 3 Monate alt; Bäckers-Tochter

Grab der Familien Holzmann · Kellerer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 24 (Gezeck)


Hier ruhen
meine lieben Eltern,
Herr Josef Gezeck,
bürgl. Buchbinder,
geb. 1803, gest. 1. Mai 1865.
Frau Monika Gezeck,
geb. 1830, gest. 2. Mai 1898.
Deren einziger Sohn
mein unvergesslicher, lieber Gatte,
Herr Josef Gezeck,
Silberarbeiter,
geb. 1852, gest. 30. März 1912.
Frau Anna Gezeck
geb. 1862, gest. 1. Mai 1932.

¿.24. Burlein.


  • Gezeck, Anna; 1862 – 1.5.1932
  • Gezeck, Josef; 1803 – 1.5.1865; Buchbinder
  • Gezeck, Josef; 1852 – 30.3.1912; Silberarbeiter
  • Gezeck, Monika (vw) / Kain (gb); 1830 – 2.5.1898 (München); Schneidermeisters-Tochter aus Rosenheim / Buchbinders-Witwe

Grab der Familie Gezeck auf dem Alten Südfriedhof München (Juli 2017)

#8 – 9 – 26 (Butti)


Grab der Familie Butti auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 27·28 (Braun)


Familie Braun.
Hier ruhet in Gott:
unser unvergesslicher Gatte u. Vater,
Herr Georg Braun
Metzgermeister,
gestorben d. 7. Mai 1902.
Ihm folgte
nach einem Leben voller Hingabe
für ihre Kinder unsere geliebte Mutter
Frau Berta Braun
geb. Staudacher
geboren d. 6. Januar 1851,
gestorben d. 25. August 1936.

Sockel
Ruhe sanft!


  • Braun, Berta (vw) / Staudacher (gb); 6.1.1851 – 25.8.1936; Metzgermeisters-Witwe
  • Braun, Georg; – 7.5.1902; Metzgermeister

Grab der Familie Braun auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 29 (Dorn · Schmidhamer)


Joseph Schmidhamer
geb. d. 18. April 1779, gest. d. 8. Mai 1847.
Max Dorn
geb. d. 22. Febr. 1834, gest. d. 9. Mai 1909.
Frau Anna Dorn
geb. d. 12. Juli 1854, gest. d. 3. Febr. 1916.


  • Dorn, Anna (vh); 12.7.1854 – 3.2.1916
  • Dorn, Max; 22.2.1834 – 9.5.1909
  • Schmidhamer, Josef; 18.4.1779 – 8.5.1847

Grab der Familien Dorn · Schmidhamer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 30 (Heubuch)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Heubuch, Anton; – (13).8.1891, 56 Jahre alt; Privatier
  • Heubuch, Leopold; – (8).9.1898, 23 Jahre alt

Grab der Familie Heubuch auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 34 (Künsberg)


Grab der Familie Künsberg auf dem Alten Südfriedhof München (Dezember 2017)

#8 – 9 – 41* (Filser)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Filser, Anton; – (27).7.1887 (München), 47 Jahre alt; Fassmaler
  • Filser, Jakob; – (29).3.1880 (München), 80 Jahre alt; Ehemaliger Zeichnungslehrer
  • Filser, Johanna (vw); – (3).5.1886 (München), 68 Jahre alt; Zeichnungslehrers-Witwe
  • Filser, Maria; – (25).2.1859 (München), 5 Jahre alt; Zeichnungslehrers-Tochter
  • Filser, Sofie; – 26.3.1858 (München), 1 Jahr alt; Zeichnungslehrers-Tochter
  • Filser, Theres (vh); – (26).4.1850 (München), 46 Jahre alt; Zeichnungslehrers-Gattin

Das Grab ist nicht erhalten


#Jakob Filser

† (29).3.1880 (München), 80 Jahre alt
Ehemaliger Zeichnungslehrer

#Münchener Conversations-Blatt (18.9.1833)

Die Privat-Zeichnungsschule des Herrn Jakob Filser dahier, zeichnet sich auch in diesem Jahre wieder durch eine öffentliche Ausstellung der Arbeiten seiner Eleven aus, deren Leistungen in so kurzer Zeit die gedeihlichsten Fortschritte beurkunden, und des entschiedensten Beifalles werth sind, besonders da diese Schüler nur 8 bis 15 Jahre alt sind. Der Besuch dieser Ausstellung gewährt einen schönen Genuß, und gibt ein Zeugniß von der unermüdeten Tbätigkeit des Herrn Zeichnungslehrers Filser. Das Lokal (Schäfflergasse Nro. 19. im ersten Stocke) steht nur drei Tage in dieser Woche, nämlich am Sonntag Montag und Dienstag jedem Besuchenden offen.

Münchener Conversations-Blatt Nr. 254. Mittwoch, den 18. September 1833.

#8 – 9 – 43 (Gresbeck)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Gresbeck, Friedrich von; 6.12.1806 – 16.4.1885; Senatspräsident
  • Gresbeck, Pauline von (vw); 15.5.1815 – 24.10.1887; Senatspräsidentens-Witwe

Grab der Familie Gresbeck auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 46 (Hinsberg)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Hinsberg, Helene; – 4.8.1875 (München), 26 Jahre alt; Oberinspektors-Tochter
  • Hinsberg, Margaretha (vw); – 8.10.1864 (München), 68 Jahre alt; Privatiers-Witwe

Grab der Familie Hinsberg auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 47·48 (Rabel)


¿-Rabel'sches Familiengrab

FAMILIENGRABSTÄTTE RABEL

DOMINIKUS FRANZ RABEL
1790 – 1850
ANNA, GEB. PAPPRION
1797 – 1876
ANTON RABEL
1828 – 1884
SOPHIE, GEB. SCHRETTINGER
1840 – 1915
ADOLPH RABEL
1832 – 1896
ELISE, GEB. DEUTTER
1850 – 1900
BERTHA RABEL
1877 – 1889
HELENE RABEL
1881 – 1908


  • Rabel, Adolf; 1832 – 1896
  • Rabel, Anna (vw) / Papprion (gb); 1797 – 17.8.1876 (München); Kaufmanns-Witwe
  • Rabel, Anton; 1828 – 4.3.1884 (Ebersberg); Bezirksamtmann
  • Rabel, Berta; 1877 – Mai 1889 (München); Kaufmanns-Tochter
  • Rabel, Dominikus Franz; 1790 – 1850
  • Rabel, Elise (vh) / Deutter (gb); 1850 – April 1900 (München), 49 Jahre alt; Fabrikantens-Witwe
  • Rabel, Helene; 1881 – 1908
  • Rabel, Sofie (vh) / Schrettinger (gb); 1840 – 1915

Todesanzeige für Anna Rabel

Todesanzeige für Anton Rabel

Grab der Familie Rabel auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 9 – 52 (Lamezan · Stromer-Reichenbach)


Freifrau v. Stromer-Reichenbach
geb. den 20. April 1793, gest. den 24. Sept. 1835.
Gustav Freiherr von Lamezan
geb. den 9. März 1815, gest. den 11. Nov. 1880.
Sophie Freifrau von Lamezan
geb. den 23. Sept. 1816, gest. den 8. Okt. 1896.
Ferdinand Freiherr von Lamezan
geb. den 10. April 1843, gest. den 18. Sept. 1896.
Magdalena Freifrau von Lamezan
geb. Hauff,
geb. den 25. Juni 1853, gest. den 21. Mai 1923.

12.9.52. Babenstuber.


  • Lamezan, Ferdinand Freiherr von; 10.4.1843 (Landau/Rheinland-Pfalz) – 18.9.1896 (München); Offizier und Deutscher Generalkonsul
  • Lamezan, Gustav Freiherr von; 9.3.1815 – 11.11.1880
  • Lamezan, Magdalena Freifrau von (vh) / Hauff (gb); 25.6.1853 – 21.5.1923
  • Lamezan, Sofie Freifrau von (vh); 23.9.1816 – 8.10.1896
  • Stromer-Reichenbach, Freifrau von; 20.4.1793 – 24.9.1835

Grab der Familien Lamezan · Stromer-Reichenbach auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Ferdinand Freiherr von Lamezan

* 10.4.1843 (Landau/Rheinland-Pfalz)
† 18.9.1896 (München)
Offizier und Deutscher Generalkonsul

#Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog (1897)

Lamezan, Ferdinand Freiherr von, deutscher Generalkonsul in Antwerpen. Am 10. April 1843 zu Landau in der Pfalz geboren, trat er im Mai 1859 als Junker in das I. bayerische Artillerie-Regiment Prinz Luitpold, ward nach etwa Monatsfrist Unterlieutenant und machte 1870 als Oberlieutenant im 3. bayerischen Artillerie-Regiment den Krieg gegen Frankreich mit, in dem er sich namentlich in der Schlacht bei Beaugency-Cravant am 8. Dezember 1870 auszeichnete; denn, obwohl ihm ein Granatsplitter den rechten Fuss zerschmettert hatte, führte er, der schweren Verwundung nicht achtend, am Boden liegend, das Kommando über die beiden ihm anvertrauten Geschütze fort und leitete mit grösster Kaltblütigkeit das Feuer auf die nur noch etwa 500 Schritt entfernten feindlichen Schützen. Das eiserne Kreuz II. Klasse und das Ritterkreuz 2. Klasse des bayerischen Militär-Verdienstordens waren sein Lohn dafür. Infolge seiner Verwundung sah sich Frhr. v. L. genöthigt aus dem aktiven Militärdienste auszuscheiden. Er widmete sich hierauf in München dem Studium der Rechte und Staatswissenschaften und trat im Jahre 1874 in das Auswärtige Amt ein. Zwei Jahre spater wurde er zunächst als Vicekonsul an das Kaiserliche Generalkonsulat in Odessa entsandt und bekleidete dann bis zu seiner im März 1892 erfolgten Ernennung zum Generalkonsul in Antwerpen nach einander die Konsularposten in Helsingfors (April 1878), in Tiflis (November 1884) und in St. Petersburg (Juni 1887). Frhr. v. L. war ein ausgezeichneter Beamter von reicher Begabung und umfassenden Kenntnissen, der sich in allen ihm übertragenen Stellungen bewährte. Seine während einer langjährigen Thätigkeit in Russland erworbene Vertrautheit mit den dortigen wirthschaftlichen Verhältnissen erwies sich als besonders werthvoll bei den deutsch-russischen Handelsvertragsverhandlungen im Jahre 1893/94, zu denen er als Kommissar zugezogen worden war. Im Jahre 1882 veröffentlichte er einen Aufsatz über »Die Entwickelung der deutschen Kolonie in Finland« im Korrespondenzblatt des deutschen Schulvereins in Berlin, 1884 einen eingehenden Bericht Über »Die Wälder und die Waldnutzungen in Finland vom wirthschaftlichen Standpunkte«, mit zwei Tafeln graphischer und kartographischer Darstellungen im XXIV. Jahrgange der Zeitschrift des Königl. Preußischen Statistischen Bureaus. Die Verdienste des Verstorbenen in Krieg und Frieden wurden neuerdings aus Anlass der 25-jährigen Wiederkehr des Tages von Beaugency-Cravant noch besonders durch die Verleihung des Königlichen Kronenordens II. Klasse anerkannt. Er starb ganz plötzlich in München am 18. September 1896.

Zeitschrift des Königl. Preuss. Statist. Bureaus.

Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Berlin, 1897.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Lamezan Ferdinand, von Freiherr, 1843 (Landau/Rheinland-Pfalz) – 1896, Deutscher Generalkonsul und Nationalökonom; L. zeichnete sich als Offizier im Krieg von 1870/71, in dem er bei Beaugency-Cravant schwer verwundet wurde, aus; nach Ausscheiden aus der Armee studierte er Rechte und Staatswissenschaften und trat 1874 in das Auswärtige Amt in Berlin ein; 1876 wurde L. Vizekonsul in Odessa, 1878 Konsul in Helsingfors, 1884 in Tiflis, 1887 in St. Petersburg (= Leningrad) und 1892 Generalkonsul in Antwerpen; er hat bei den deutsch-russischen Handelsvertragsverhandlungen als Kommissar teilgenommen; auch als Nationalökonom trat L. hervor.

Hauptwerke: Die Entwicklung der deutschen Kolonie in Finnland, Die Wälder und Waldnutzungen in Finnland vom Wirtschaftsstandpunkt aus; er war ein ausgezeichneter Diplomat von reicher Begabung und umfassenden Kenntnissen, der sich in allen Stellungen bewährte.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 9 – 56 (Bernreither · Holz · Pfeiffer · Spörr)


Hier ruhen:
Eugen Bernreither
Hauptmann im 10ten Inf. Regt.
geb. ¿. Juni 1831,
gest. den Heldentod zu Sedan den 1. Septbr. 1870.
Elise Bernreither
Majorsgattin,
geb. den 17. Nov. 1792, gest. den 27. Septbr. 18¿
Johann Bapt. Bernreither
kgl. Major
geb. den 14. April 1791, gest. den 6. April 1877.
Hermann Holz
Kunstmaler
geb. den 20. Mai 1821, gest. den 16. Okt. 1883.

Sockel
Adelgunde Holz
Kunstmalers-Witwe
geb. den 24. Sept. 1829, gest. den 12. Nov. 1917.

Rechte Seite
Wilhelm Pfeiffer
Kunstmaler
geb. den 15. Januar 1822,
gest. den 28. November 1891.
Elisabeth Spörr
geb. Pfeiffer
geb. den 16. Januar 1863,
gest. den 13. Mai 1899.
Eugenie Pfeiffer
Kunstmalers-Kind
geb. den 14. Oktbr. 1871,
gest. den 10. Febr. 1872.

Sockel
Amalie Pfeiffer
Kunstmalers-Witwe
geb. den 10. Januar 1828,
gest. den 25. Februar 1909.


  • Bernreither, Elise (vw); 17.11.1792 – 27.9.1875 (München); Majors-Gattin
  • Bernreither, Eugen; 4.6.1831 (München) – 1.9.1870 (Bazeilles); Hauptmann
  • Bernreither, Johann Baptist; 14.4.1791 – 6.4.1877 (München); Major a. D.
  • Bernreither, Josefine (vw); – (9).5.1887 (München); Hauptmanns-Witwe
  • Holz, Adelgunde (vw) / Bernreither (gb); 24.9.1829 – 12.11.1917 (München); Majors-Tochter / Kunstmalers-Witwe
  • Holz, Hermann; 20.5.1821 (Bremen) – 16.10.1883 (München); Portraitmaler, Landschaftsmaler, Photograph, Schriftsteller und Bienenzüchter
  • Pfeiffer, Amalie (vw) / Bernreither (gb); 10.1.1828 – 25.2.1909; Kunstmalers-Witwe
  • Pfeiffer, Eugenie; 14.10.1871 (München) – 10.2.1872 (München); Kunstmalers-Tochter
  • Pfeiffer, Friedrich Wilhelm; 15.1.1822 (Wolfenbüttel) – 28.11.1891 (München); Genremaler, Landschaftsmaler und Tiermaler (Pferde)
  • Spörr, Elisabeth (vh) / Pfeiffer (gb); 16.1.1863 – 13.5.1899; Kaufmanns-Gattin

Todesanzeige für Hermann Holz

Grab der Familien Bernreither· Holz · Pfeiffer · Spörr auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2019)

Grab der Familien Bernreither· Holz · Pfeiffer · Spörr auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#Eugen Bernreither

* 4.6.1831 (München)
† 1.9.1870 (Bazeilles)
Hauptmann

#Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee (1871)

10. Infanterie-Regiment »Prinz Ludwig.«

Hauptmann Eugen Bernreither,

wurde als der Sohn des Majors Bernreither den 4. Juni 1831 zu München geboren. Dem Willen seiner Eltern und dem eigenen Wunsche folgend, trat er in das Cadeten-Corps. Nachdem er der Anstalt 5 Jahre angehört hatte, trat er am 1. Oktober 1848 in seinem 17. Jahre als Freiwilliger in das 1. Infanterie-Regiment. Am 10. November 1850 wurde Bernreither zum Unterlieutenant im 10. Infanterie-Regiment befördert, welches damals in Kurhessen stand. Der 3. November 1861 brachte ihm den Grad eines Oberlieutenants. In den folgenden Jahren erwarb er sich durch die umsichtige und geschickte Leitung des Turnunterrichts und des Bajonettfechtens der Unteroffiziere seines Bataillons besondere Anerkennung.

Nachdem sich Bernreither unmittelbar vor Ausbruch des Krieges im Jahre 1866 noch verehelicht hatte, eilte er seinem bereits abmarschirten Regimente nach. Er kämpfte während des Feldzugs mit Auszeichnung und wurde durch Armeebefehl vom 21. August 1866 für sein braves Verhalten im Gefechte von Kissingen am 10. Juli 1866 öffentlich belobt. Am 5. Juli 1866 zum Hauptmann II. Classe befördert, wurde er von der mobilen Armee nach Ingolstadt abberufen, um eine Depotcompagnie zu übernehmen.

Hauptmann Bernreither vereinigte in seiner Person die Eigenschaften und Kenntnisse eines tüchtigen Offiziers, er brachte seine Compagnie in kurzer Zeit auf einen trefflichen Standpunkt der Ausbildung und erwarb sich dadurch die Anerkennung seiner Vorgesetzten. Beim Ausbruche des Krieges 1870 marschirte er begeistert an der Spitze seiner ihm vertrauensvoll folgenden Compagnie gegen den Feind. Er kämpfte in dem Gefechte bei Beaumont am 30. August 1870 mit großer Bravour und Anszeichnung, schon 2 Tage später, in der Schlacht von Sedan, traf ihn ein feindliches Geschoß, das seinem thatenreichen Leben ein rasches, schmerzloses Ende bereitete. Er fiel an der Spitze seiner Compagnie in treuer Erfüllung seiner Pflicht. An demselben Tage wurde Bernreither mit noch mehreren seiner Kameraden im Friedhofe von Bazeilles begraben. Auf den Wunsch seiner noch lebenden hochbetagten Eltern und seiner hinterlassenen tiefgebeugten Gattin wurde später seine irdische Hülle nach München verbracht.

Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee. Nürnberg, 1871.

#Hermann Holz

* 20.5.1821 (Bremen)
† 16.10.1883 (München)
Portraitmaler, Landschaftsmaler, Photograph, Schriftsteller und Bienenzüchter

#Allgemeine Zeitung (30.12.1883)

Nekrologe Münchener Künstler.

XXXIII.

Wenige Tage vor Weishaupt ging am 16. Oktober der Kunstmaler Hermann Holz aus dem Leben. Derselbe war (geboren am 20. Mai 1821 zu Bremen) in den vierziger Jahren nach München gekommen, machte als Schüler von Bernhardt und Graefle Portraits, wendete sich aber dann zur Photographie und erwarb dadurch einen geachteten Namen und ein schönes Vermögen. Später malte Holz unter Millners Leitung einige Landschaften, warf sich dann aber ganz auf seine Lieblingsbeschäftigung als Imker, wurde als solcher erster Vereinsvorstand der Münchener Bienenzüchter und schrieb in Dr. Stautners »Bienen-Zeitung« (München 1879 ff.) eine Reihe von Aufsätzen, in welchen er seine zahllosen, scharfsinnigen mikroskopischen und anatomischen Beobachtungen und Erfahrungen niederlegte, darunter ganze Abhandlungen, z. B. über seinen Betrieb der Bienenzucht und die »Studien über die Faulbrutkrankheit« der Bienen (1880). Seine langjährigen Untersuchungen über den »Bienenstachel« waren noch nicht abgeschlossen, als ein in Folge schwerer Vermögensverluste eingetretener Schlagfluß seinem verdienstlichen Forschen ein jähes Ziel setzte.

Allgemeine Zeitung Nr. 362. München; Sonntag, den 30. Dezember 1883.

#Allgemeine Deutsche Biographie (1905)

Holz: Hermann H., Maler, Photograph, Bienenzüchter und Fachschriftsteller, geboren am 20. Mai 1821 zu Bremen, † am 16. October 1883 in München; kam beiläufig 20 Jahre alt, ausgestattet mit guten Vorkenntnissen nach München, malte als Schüler von Bernhardt und Graefle Porträts, wendete sich aber dann zur Photographie und erwarb dadurch einen geachteten Namen und ein schönes Vermögen. Später machte er unter Karl Millner's Leitung Fortschritte in der Landschaft und schuf einige anziehende Bilder, warf sich dann aber ganz auf seine Lieblinglingsbeschäftigung als Imker, wurde als solcher erster Vereinsvorstand der Münchener Bienenzüchter und schrieb in Stautner's »Bienen-Zeitung« (München 1879 ff.) eine Reihe von Aufsätzen, in welchen er seine zahllosen scharfsinnigen, mikroscopischen und anatomischen Beobachtungen und Erfahrungen niederlegte, darunter »Zur Einwinterung der Bienen«, über Drohnen und Drohnenbau, Fütterungsversuche, über die Wachsmotte, ein neues Desinfectionsmittel für Bienenwohnungen, eine kranke Bienenkönigin, 1880 über die Nachzucht von Königinnen, über die Faulbrutkrankheit der Bienen, 1881, 1882: Gewinnung des krystallisirten Honigs ohne Zerstörung der Waben; gutartige und bösartige Bienen, ihren Einfluß auf den Honig und die Bedeutung des Bienengiftes, die gefährliche Pollenmilbe und die praktische Wichtigkeit wissenschaftlicher Witterungsbeobachtungen für die Bienenzucht u. s. w. Seine langjährigen Untersuchungen über den Bienenstachel waren noch nicht abgeschlossen, als ein infolge schwerer Vermögensverluste eingetretener Schlaganfall seinem verdienstlichen Forschen ein jähes Ziel setzte.

Vgl. Beil. 362 d. Allg. Zeitung v. 30. Dec. 1883.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1905.

#Friedrich Wilhelm Pfeiffer

* 15.1.1822 (Wolfenbüttel)
† 28.11.1891 (München)
Genremaler, Landschaftsmaler und Tiermaler (Pferde)

#Allgemeine Zeitung (30.11.1891)

Bayerische Chronik.

Der Genre- und Pferdemaler Wilhelm Fr. Pfeiffer ist am 28. Nov. dahier nach kurzer Krankheit gestorben. Geboren am l5. Januar 1822 zu Wolfenbüttel, erhielt derselbe die erste Vorbildung in seiner Heimath und kam dann frühzeitig nach München, wo er als Landschaftsmaler mit theiweise humoristischer Staffage excellirte. Am liebsten wählte er Motive mit Pferden, insbesondere Ernte-Scenen. Sehr beliebt waren seine kleinen Reiterbilder und Pferdeportraits, welche insgesammt in hohen Besitz kamen. Auch für Se. Maj. König Ludwig II. hatte Pfeiffer die schönsten Thiere des kgl. Marstalls gemalt. Leider war es dem Künstler nicht mehr gegönnt, seinen siebenzigsten Geburtstag zu erleben, zu dessen Feier seine nächsten Freunde schon insgeheim rüsteten.

Allgemeine Zeitung Nr. 332. München; Montag, den 30. November 1891.

#8 – 10 – 1 (Obermeyer)


Ruhestätte
des
Herrn Franz Obermeyer.
Privatier, ehem. Handelsgärtner,
geb. d. 13. April 1828, gest. d. 21. Januar 1901
und dessen Gattin:
Frau Franziska Obermeyer,
geb. d. 6. Januar 1834, gest. d. 19. April 1915.
Herr Johann Obermeyer, Kaufmann,
geb. d. 4. Feb. 1866, gest. d. 9. Juni 1902.

8.10.1.


  • Obermeyer, Franz; 13.4.1828 – 21.1.1901; Handelsgärtner
  • Obermeyer, Franziska (vw); 6.1.1834 – 19.4.1915; Handelsgärtners-Witwe
  • Obermeyer, Johann; 4.2.1866 – 9.1.1902; Kaufmann

Grab der Familie Obermeyer auf dem Alten Südfriedhof München (März 2008)

#8 – 10 – 2·3 (Grunder · Moosmann · Müller)


Familie Grunder.

Hier ruhen
Herr Ludwig Heinrich Grunder
Wagenfabrikant
geb. 28. Septbr. 1784, gest. 14. Septbr. 1837.
Frau Magdalena Grunder
geb. 16. März 1792, gest. 22. Septbr. 1854.
Frau Josefa Grunder,
geb. Neumaier,
geb. 2. Juni 1821, gest. 9. März 1842.
Herr Ludwig Grunder,
ehemaliger Wagenfabrikant,
geb. 4. Oktober 1818, gest. 20. Mai 1877.
Frau Therese Grunder,
geb. 5. Novbr. 1820, gest. 19. Septbr. 1898.

Sockel
Frl. Marie Grunder,
geb. 10. Septbr. 1843, gest. 16. Febr. 1924.
Frau Justizrat, Therese Müller
geb. Grunder
geb. 21. Mai 1846, gest. 7. Okt. 1924.

8.10.2.3. Burlein.

Sockel-Tafel
Frau Dr. Laura Moosmann
geb. Müller.
Advokatensgattin in Bregenz,
geb. d. 16. Februar 1837, gest. d. 26. Mai 1904.


  • Grunder, Josefa (vh) / Neumaier (gb); 2.6.1821 – 9.3.1842
  • Grunder, Ludwig; 4.10.1818 – 20.5.1877; Wagenfabrikant
  • Grunder, Ludwig Heinrich; 28.9.1784 – 14.9.1837 (München); Wagenfabrikant
  • Grunder, Magdalena (vw) / Roth (gb); 16.3.1792 – 22.9.1854 (München); Wagenfabrikantens-Witwe
  • Grunder, Marie; 10.9.1843 – 16.2.1924
  • Grunder, Therese (vh); 5.11.1820 – 19.9.1898
  • Moosmann, Laura, Dr. (vh) / Müller (gb); 16.2.1837 – 26.5.1904; Advokatens-Gattin
  • Müller, Therese (vh) / Grunder (gb); 21.5.1846 – 7.10.1924

Grab der Familien Grunder · Moosmann · Müller auf dem Alten Südfriedhof München (März 2016)

#Magdalena Grunder (vw) / Roth (gb)

* 16.3.1792
† 22.9.1854 (München)
Wagenfabrikantens-Witwe

#Bayerische Landbötin (13.10.1854)

Blumen
auf das Grab der wohledlen Frau
Magdalena Grunder,
Wagenfabrikantens-Wittwe.

Edle Frau! voll Güt' und Milde,
Mußtest Du so schnell erbleichen,
Mußt' so plötzlich schon der Engel
Dir die Friedenspalme reichen.

Noch hast Du vor wenig Tagen
Deine Enkel froh beglückt,
Welche nun so schmerzlich klagen,
Daß Dich Gott der Welt entrückt.

Dir ist wohl, Du ruh'st in Frieden
Unberührt von Schmerz und Leid;
Seligkeit ist Dir beschieden,
Fern vom Wechsel dieser Zeit.

Und der Armen Dankes Thränen
Folgen Dir in's Jenseits nach,
Denn Du stilltest manches Sehnen,
Halfst aus manchem Ungemach.

Dort in jenen lichten Höhen
(Flüstert uns die Ahnung zu)
Werden wir sie wiedersehen,
Die jetzt schläft in sel'ger Ruh.

Elise Sch..dt.

Bayerische Landbötin No. 247. München; Freitag, den 13. Oktober 1854.

#8 – 10 – 6* (Stuhlmüller)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Stuhlmüller, Karl Ferdinand; 1787 (Neuburg an der Donau) – 2.3.1832 (München); Generalzolladministrationsrat

Das Grab ist nicht erhalten

#8 – 10 – 13·14 (Pflieger)


Hier ruhen:
Babette Pflieger, Hofbräumeistersgattin,
gest. 23. März 1855, im 36. Jahre.
August Pflieger, Hofbräumeister a. D.
Inh. d. gold. Ehrenz. d. V.-Ord. d. b. Krone, gest. 8. Juni 1885, im 68. Jahre.
Herr Hans Pflieger
gest. d. 17. Mai 1902, im 54. Lebensjahre.
Crescenz Pflieger, Hofbräumeisters-Witwe,
gest. d. 1. Januar 1906, im 86. Lebensjahre.
Herr Max Aug. Pflieger,
gest. d. 16. Mai 1918, im 68 Lebensjahre.
Herr Jos. Aug. Pflieger
gest. d. 16. Juli 1926, im 74. Lebensjahre.


  • Pflieger, August; – 8.6.1885; Hofbraumeister a. D.
  • Pflieger, Babette (vh); – 23.3.1855; Hofbraumeisters-Gattin
  • Pflieger, Hans; – 17.5.1902
  • Pflieger, Josef August; – 1.7.1926
  • Pflieger, Kreszenz (vw); – 1.1.1906; Hofbraumeisters-Witwe
  • Pflieger, Max August; – 16.5.1918

Grab der Familie Pflieger auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 10 – 17 (Baader)


¿
Philipp Jakob Baader
¿
Anna Baader
¿


  • Baader, Albert; – (24).11.1888, 20 Jahre alt; Metzgermeisters-Sohn
  • Baader, Anna (vw); – (23).8.1880, 78 Jahre alt; Jungmetzgers-Witwe
  • Baader, Philipp; – (3).8.1880, 38 Jahre alt; Hoffleischer

Grab der Familie Baader auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 10 – 23 (Amtmann · Schöffel)


Grab der Familien Amtmann · Schöffel auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 10 – 24 (Poissl)


JOHANN NEPOMUK
FREIHERR v. POISSL
* 1783 † 1865

Sockel
ER WIRKTE ALS
HOFMUSIK- u. HOFTHEATER-
INTENDANT


  • Poißl, Johann Nepomuk Freiherr von; 15.2.1783 (Haunkenzell, Lkr. Bogen/Ndb.) – 17.8.1865 (München); Komponist, Hofmusik- und Hoftheaterintendant | Wikipedia

Todesanzeige für Johann Nepomuk Freiherr von Poissl

Grab der Familie Poissl auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2008)

#Johann Nepomuk Freiherr von Poißl

* 15.2.1783 (Haunkenzell, Lkr. Bogen/Ndb.)
† 17.8.1865 (München)
Komponist, Hofmusik- und Hoftheaterintendant

#Artistisches München im Jahre 1835 (1836)

Poyßl, Johann Nepomuk Freiherr v., königl. bayer. Kammerherr und Hofmusik-Intendant, Kapitular-Kommenthur des St. Georgs-Ordens und Kommandeur des großherzoglich hessischen Ludwigs-Ordens, ist am 15. Februar 1783 zu Haunkenzell im bayerischen Walde, einem Landgute seines Vaters, geboren.

Er erhielt von frühester Jugend an, Anfangs im väterlichen Hause und dann auf öffentlichen Schulen, eine sorgfältige Erziehung, so daß er schon in einem Alter von 17 Jahren auf die Universität nach Landshut kam, und dort durch vier Semester philosophischen und juridischen Studien oblag. Noch ehe er die letzteren hatte förmlich absolviren können, berief ihn sein, im Lebensalter vorgerückter und häufig kränkelnder Vater nach Hause, und übergab ihm eines seiner Landgüter, wo er sich bald vermählte, und bis zum Jahre 1805 auf dem Lande lebte.

Während dieses Landaufenthaltes entwickelte sich Poyßls vorherrschende Neigung zur Musik und Poesie, welche schon am Knaben und Jünglinge deutlich zu erkennen, aber durch andere ihm vorgeschriebene Studien zurückgedrängt war, im nun selbstständigen jungen Manne immer freier und kräftiger, und bewog ihn zu dem Entschlusse, sein ganzes Leben dem Studium der Kunst zu widmen.

Zu diesem Zwecke begab er sich mit seiner Familie nach München, wählte den damaligen Hofkapellmeister Danzi zu seinem Lehrer in der Tonsetzkunst, und machte in kurzer Zeit bedeutende Fortschritte. Schon im Jahre 1806 erschien auf der Hofbühne zu München das erste dramatische Werk des Frhrn. von Poyßl: »die Opernprobe,« komische Oper in 2 Akten. Es wurde beifällig aufgenommen, denn es ließ wenigstens erwarten, daß bald Besseres aus der Feder des jungen Tonsetzers folgen werde. Die zwei Jahre später erschienene ernsthafte Oper: »Antigonus,« rechtfertigte auch schon zum großen Theile diese Erwartung, wenn sie gleich als Ganzes noch nicht hoch genug stand, um ihrem Komponisten einen Namm zu machen.

Von 1808 an sah sich Frhr. von Poyßl wegen häuslichen Verhältnissen genöthigt, mit seiner Familie auf sein Landgut zurückzukehren, und dort bis gegen das Ende des Jahres 1814 zu bleiben.

Diese Zeit benützte er mit dem anhaltendsten Eifer zu tiefem Selbststudium der Harmonie, des Contrapunktes und der Aesthetik, und nährte gleichsam den eigenen Geist ausschließend mit der Anschauung klassischer Werke Mozarts, J. Haydn’s, Händels, Glucks, Jomelli’s und anderer großer Meister; dabei aber unterließ er nicht, während seines alljährlichen, ungefähr viermonatlichen Aufenthaltes zu München den Rath und die reichen Erfahrungen des hocherfahrenen Kapellmeisters Winter, und des gründlich gelehrten Harmonikers und Contrapumtisten Grätz zu benützen, und auch der treffliche Vogler, dessen nähere Bekanntschaft er durch seinen Freund Meyerbeer, Voglers ausgezeichnetsten Schüler, gemacht hatte, kam ihm freundlich mit Rath und besonders mit erläuterndem Aufschlusse über dasjenige entgegen, was ihm beim Selbststudium des Systemes der Harmonielehre dieses großen Meisters dunkel oder zweifelhaft geblieben war.

Neben diesem theoretischen Studium fuhr er fort, neue Werke für die Kirche, den Konzert-Saal und das Theater zu liefern, und unter den letztern stammen aus dieser Zeitperiode seine beiden italienischen Opern: »Ottaviano in Sicilia« und »Merope,« dann die Operette »Aucassin und Nicolette,« und die tragische Oper »Athalia.«

Die beiden erstern wurden 1812 in München mit wahrhaft ausgezeichnetem Beifalle, die dritte 1813 mit wenigem, dagegen Athalia 1814 mit sehr großem Erfolge gegeben, und letztere ging bald auf mehrere große Bühnen Deutschlands über, fand fast überall die nämliche Anerkennung, und wurde für eines der ausgezeichnetsten dramatisch-musikalischen Werk, erklärt.

Vom Ende des Jahres 1814 an kehrte Frhr. von Poyßl wieder mit seiner Familie nach München zurück, wo er von da an auch seinen bleibenden Wohnsitz aufschlug.

Von 1815 bis 1822, in welcher Zeit er verschiedene ausgedehnte Reisen in und außer Deutschland unternahm, schrieb er neben mehreren Werken für die Kirche und den Konzert-Saal noch die Opern:
Der Wettkampf zu Olimpia, heroische Oper in 3 Akten.
Dir wie Mir, komische Oper in 2 Akten. (Nicht dargestellt.)
Nittetis, ernsthafte Oper in 3 Akten.
Issipile, ernsthafte Oper in 3 Akten. (Nicht dargestellt.)
La Rapresaglia, komische Oper in 2 Akten (Italienisch.)
Die Prinzessin von Provence, Original-Zauber-Oper in 3 Akten.
Sechs Musikstücke zu Dittersdorfs Doktor und Apotheker, statt eilf wegbleibenden des Originales eingelegt.

Im Jahre 1816 erhielt er einen Ruf an das Hoflager Sr. königl. Hoheit des letztverstorbenen Großherzogs von Hessen nach Darmstadt, wo er mit der zuvorkommendsten Gnade behandelt, mit ihm ein Kontrakt über neu zu schreibende Werke auf sechs folgende Jahre abgeschlossen, und ihm von Sr. königl. Hoheit dem Großherzoge, zum Beweise voller Anerkennung seines Talentes, Höchsteigenhändig das Kommandeurkreuz des Haus- und Verdienst-Ordens ertheilt wurde.

Im darauf folgenden Jahre 1817 reiste er auf den Ruf des damaligen kunstsinnigen General-Intendanten, Grafen von Brühl, nach Berlin, um dort seine Oper »Athalia« selbst in Scene zu setzen, was auch zur vollesten Zufriedenheit des dortigen Allerhöchsten königl. Hofes und des Publikums dieser großen Stadt vollzogen wurde.

Bei Gelegenheit dieser Reise wurde er auch von den Königlichen und Großherzoglichen Höfen zu Dresden und Weimar der ausgezeichnetsten und huldvollsten Aufnahme gewürdigt, und erhielt von des letztverstorbenen Königs von Sachsen Majestät den ehrenvollen Auftrag, von allen seinen folgenden größern Werken ungesäumt Abschriften an Allerhöchstdieselbe einzusenden, was er auch mit schuldiger Bescheidenheit befolgte, und mehrere glänzende und ihn hochehrende Beweise königlicher Huld erhielt.

In dieser Periode und der darauf folgenden Zeit wurden verschiedene seiner Werke auf den Hofbühnen zu Berlin, Dresden, Stuttgart, Darmstadt, Mannheim, Weimar, Kassel und Braunschweig, und auf den National-Theatern zu Frankfurt a. M und Prag gegeben, und einige derselben erfreuten sich des ausgezeichnetsten Beifalles.

Das neue königl. Hof- und National-Theater zu München wurde mit seiner »Prinzessin von Provence,« als erste Oper im Darstellungs-Cyclus der Wiedereröffnung nach dem Brande, und das neue herzogliche Hoftheater zu Braunschweig mit der nämlichen Oper eröffnet.

Im Jahre 1823 übertrug ihm Se. Höchstselige königl. Majestät Maximilian Joseph die Stelle eines zweiten Hofmusik-Intendanten, und zu Ende Aprils 1824 neben dieser noch die Stellen eines Intendanten des deutschen Hof- und Nationaltheaters und der italienischen Hofoper. Im Jahre 1825 wurde er nach dem Ableben des Frhrn. v. Rumling zum ersten und alleinigen Hofmusik-Intendanten ernannt.

Von 1824 bis 1833 waren der Amts- und Berufsgeschäfte des Frhrn. v. Poyßl so viele und dringende, daß ihm für seine Lieblingsbeschäftigung, die Komposition, nur wenig Zeit mehr übrig blieb, und in diesen vollen neun Jahren schrieb er, außer einigen gehaltvollen Kirchenwerken, nur die einzige Oper: »Der Untersberg,« und die Musikstücke zum Trauerspiele »Belisar,« und zu dem Festspiele »Kaiser Ludwigs Traum.«

Zu Ende Februars 1833 fand Se. Majestät der König für gut, ihn in der Eigenschaft als Hoftheater-Intendant temporär zu quiesziren, ihn aber in der Stelle eines Hofmusik-Intendanten in der Aktivität zu belassen. Seit dieser Zeit, wo sich natürlich seine Amtsgeschäfte sehr vermindert haben, beschäftigt er sich wieder mit gleichem Eifer, wie früher, mit neuen Leistungen im Gebiete der Musik, und sein neuestes, bereits ganz vollendetes Werk, ein großes Oratorium in zwei Abtheilungen wird bald öffentlich bekannt werden.

Kenner, welche dieses Oratorium in Partitur gesehen haben, hegen große Erwartungen von der Wirkung desselben, und erklären es für das Beßte, was je aus der Feder unseres Komponisten gekommen ist.

Gegenwärtig beschäftigt ihn ein großes theoretisches Werk, an dem er mit ganzer Liebe arbeitet, und von dem er hofft, daß es Veranlassung zu emsigerer Bebauung eines Feldes im Gebiete der Musik geben soll, welches leider bis jetzt so ziemlich unbebaut liegt, und auf dem viel Unkraut wuchert. Es ist dies Werk ein »Versuch einer Aesthetik der Musik;« trotz dem aber, daß es nur für einen Versuch gelten soll und wird, ist es so umfassend und inhaltreich, daß wohl noch mehr als ein Jahr hingehen wird, ehe es dem Druck übergeben werden kann.

Auch im Felde der Dichtkunst hat sich Frhr. von Poyßl mit Glück versucht. Auf der königl. Hofbühne zu Stuttgart wurde zu der Zeit, wo Eßlair noch im Fache jüngerer Helden in seiner ganzen Blüthe stand, sein nach Racine frei bearbeitetes Trauerspiel: »Andromacha,« mit großem Beifalle gegeben, und die Gedichte mehrerer seiner Opern, namentlich jenes der »Prinzessin von Provence,« ein sehr gelungener Prolog zum Geburtsfeste Ihrer Majestät der Königin Therese von Bayern, und mehr als dies alles, sein aus dem tiefsten Gemüthe hervorgegangenes Festspiel: »Vergangenheit und Zukunft,« welches zur Feier der Thronbesteigung Sr. Majestät des Königs Otto von Griechenland auf der hiesigen Hofbühne gegeben wurde, so wie der Text seines obengenannten neuesten Oratoriums: »Der Erndtetag,« sind vollgültige Zeugnisse seines poetischen Talentes.

Das neunjährige Wirken des Frhrn. v. Poyßl als Hoftheater-Intendant, so wie seine Wirksamkeit seit den eilf Jahren seiner Führung der Hofmusik-Intendanz soll, obwohl Führung der Kunstanstalten auf den Stand der Kunst den entschiedensten Einfluß ausübt, doch nicht berührt werden, weil hier nur von dem Componisten und Dichter, nicht aber von dem Beamten die Rede seyn kann.

Nachstehendes Verzeichniß der beachtungswertheren Werke dieses Tonsetzers mag von der regen Liebe zeugen, mit der er alle Musestunden der Kunst zu widmen seine Freude findet:

Kirchenmusik.
Zwei große Messen und zwei Psalmen zu Offertorien mit Begleitung des ganzen Orchesters.Ein achtstimmiges stabat mater, ein achtstimmiges Miserere, ein sechsstimmiges Miserer und ein achtstimmiges salve Regina, alle vier Werke ohne Instrumental-Begleitung.
Eine große Cantate zur Eröffnung der Münchner Synagoge.
Konzert-Musik.
Eine kleine Cantate: Der Frühlingstag. Ein Clarinett-Konzert. Ein Violoncell-Konzert. Mehrere Arien, Duette, Chöre. Mehrere italienische und deutsche Konzerte und Lieder.Das neue oben besprochene große Oratorium: »Der Erndtetag.«

Dramatische Werke.
Die Opernprobe, komische Oper in 2 Akten.
Antigonus, ernsthafte Oper in 3 Akten.
Ottaviano in Sicilia, Drama seria in tre Atti.
Merope, Drama seria in due Atti. (Diese Nasolinische Oper mußte auf Allerhöchsten Befehl, wegen der Individualität der sie in München darstellenden Künstler, umgearbeitet werden, und das Verhältniß stellte sich so, daß die sechs ausgezeichnetsten Musikstücke Nasolini’s unberührt verblieben, und eilf ganz neue dazu komponirt wurden).
Aucassin und Nicolette, Singspiel in 3 Akten.
Athalia, tragische Oper in 3 Akten.
Der Wettkampf zu Olympia, heroische Oper in 3 Akten.
Nitettis, heroische Oper in 2 Akten.
Dir wie Mir, komisches Singspiel in 2 Akten.
Issipile, ernsthafte Oper in zwei Akten.
La Rapresaglia, Drama giocosa in due Atti.
Sechs Musikstücke zu Dittersdorf’s Doktor und Apotheker.
Die Prinzessin von Provence, Original-Zauberoper in 3 Akten.
Der Untersberg, romantische Oper in 3 Akten.
Chöre und Märsche zum Trauerspiele: »Belisar,« zum Schauspiele: »Renata,« und zum Festspiele: »Kaiser Ludwigs Traum.«

Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835 oder Verzeichniß gegenwärtig in Bayerns Hauptstadt lebender Architekten, Bildhauer, Tondichter, Maler, Kupferstecher, Lithographen, Mechaniker etc. Aus den von ihm selbst entworfenen oder revidirten Artikeln zusammengestellt und als Seitenstück zum gelehrten München im Jahre 1834 herausgegeben durch Adolph von Schaden. München, 1836.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Poißl Johann Nepomuk, von, Freiherr, 1783 (Haunkenzell, Lkr. Bogen/Ndb.) – 1865;, Hofmusik- und Hoftheater-Intendant; P. bildete sich bei Danzi aus und bemühte sich lange vergeblich um einen Posten bei der Hofmusik, nur von Unterstützungen lebend, erst 1823 wurde er Vertreter des Hofmusikintendanten von Rumling, von 1825–1848 war er erster Hofmusik- und Hoftheaterintendant; als Singspiel- und Opernkomponist mit 14 Opern stand P. zwischen Mozart und Weber, war textlich jedoch von italienischen und französischen Vorschlägen abhängig; er schuf auch ein Oratorium (Der Erntetag), kirchenmusikalische Werke und Märsche.

Hauptwerke: Die Opernprobe, Antigonus, Der Wettkampf von Olympia (von K. M. von Weber 1820 aufgeführt), Ludwigs Traum, Der Untersberg.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 10 – 29* (Täuffenbach)


Überlieferte Grabinschrift aus: Ludwig Hauff: Leben und Wirken Maximilian II., König’s von Bayern. München, 1864.

König Maximilian II.
der treuen Pflegerin
seiner Kindheit
Antonie von Täuffenbach,
geb. am 31. Dezember 1775,
gest. am 31. Oktober 1849.


  • Täuffenbach, Antonie von; 31.12.1775 – 31.10.1849 (München); Erste Erzieherin von König Max II.

Das Grab ist nicht erhalten

#8 – 10 – 34 (Halbreiter)


ULRICH
HALBREITER
MALER u.
KOMPONIST
1812 – 1877


  • Halbreiter, Ulrich; 11.7.1812 (Freising) – 26.11.1877 (München); Historienmaler und Komponist

Todesanzeige für Ulrich Halbreiter

Grab der Familie Halbreiter auf dem Alten Südfriedhof München (Februar 2008)

Grab der Familie Halbreiter auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2007)

#Ulrich Halbreiter

* 11.7.1812 (Freising)
† 26.11.1877 (München)
Historienmaler und Komponist

#Allgemeine Deutsche Biographie (1879)

Halbreiter: Ulrich H., Historienmaler und Silberarbeiter, geb. am 11. Juli 1812 zu Freising, † am 26. November 1877 zu München, kam früh mit seinen Eltern nach München, studirte auf der Akademie, besonders unter der väterlich-liebevollen Leitung Schlotthauer's, welchen er 1834 auch auf einer Studienreise nach Mailand und Oberitalien begleitete. Nachdem H. unter Heinrich v. Heß in der Basilika und unter Cornelius an den Fresken der Ludwigskirche mitgeholfen hatte, ging er mit einer von Oberbaurath Gärtner geführten Künstlercolonie nach Athen, um mit Kranzberger, Claudius Schraudolph und Anderen in der Residenz König Otto I. einen 280 Fuß langen Fries mit Scenen aus den griechischen Freiheitskämpfen in Fresco zu malen, wozu der unerschöpfliche L. Schwanthaler die Entwürfe skizzirt hatte. Auf H. kam die »Schlacht bei Karbonissi unter Marko Bozzaris«, die »Verheerung von Morea unter Ibrahim Pascha« und die »Vertheidigung von Missolunghi«, außerdem malte er eine Anzahl von Gruppen für die Wände des königlichen Tanzsaales. Ende December 1843 ging H. über Smyrna nach Constantinopel, von da nach Alexandria und Kairo, überall die unmittelbaren Eindrücke durch den Zeichenstift festhaltend, dann eilte er mit einem Wüstenritt über Gaza, Jaffa und Ramlah nach Jerusalem. Ueberrascht durch die Ungenauigkeit und Willkühr der von dieser Stadt existirenden Abbildungen, ging H. vier Wochen lang täglich auf den Oelberg, um vom Thurme der Auffahrtskapelle die vor ihm liegende Stadt mit der rings sich bietenden Fern- und Rundsicht zu zeichnen. Nach verschiedenen Abstechern an den Jordan und das todte Meer, den Hebron und Bethlehem, wo er überall reiche Landschaftsstudien sammelte, reiste H. nach Jaffa und auf dem Seewege nach Kaipha, bestieg den Karmel, ritt über Nazareth, wo er wieder längere Zeit zeichnete, an den Tabor und nach Tiberias, dann nach St. Jean d'Acre, fuhr über Sidon nach Beyrut, ging mit einer Karawane nach Damaskus und Baalbek, endlich über Beyrut nach Cypern, Smyrna und Syra, nach Malta und Sicilien, wo er Syracus, Catania und Messina besuchte und über Palermo und Neapel nach Rom kam. Nach viermonatlichen Studien kehrte er in die Heimath zurück, wo er die eingeheimsten Studien zunächst zu einem 100 Fuß im Umfang haltenden, 18 Fuß hohen Rundgemälde mit der vom Oelberg aus gezeichneten Ansicht von Jerusalem und der weitesten Umgebung verwerthete, wozu ihm A. Löffler als Landschaftsmaler half, während Ferdinand Piloty und Theodor Horschelt die Staffagen übernahmen. Das Bild erhielt ob seiner künstlerischen Vollendung und minutiösen Treue und Wahrheit die größte Anerkennung durch G. H. v. Schubert, Titus Tobler, Dr. Sepp und andere Palästinareisende. Nach einer langen Rundfahrt über Wien, Berlin und Köln gelangte es schließlich als ein Geschenk frommer Katholiken an den Papst nach Rom, wo es im zweiten Stockwerk des Lateran eine beinahe vergessene und möglichst ungünstige Aufstellung an der Wand eines langen Corridors fand. Von diesem Bilde erschien ein sieben Fuß langer Kupferstich von Ruf in Zürich; außerdem gab H. heraus sechs von Lebschée und Borum auf Stein gezeichnete Blätter, mit je einer größeren Ansicht im Mittelbild und vierzehn kleineren, dasselbe umrahmenden Veduten, alle von gleich liebevoller Durchbildung und diplomatischer Treue. Sie errangen eine gewisse Autorität, kein einschlägiges Fachwerk ignorirte selbe, wie die Werke von J. A. Meßmer, Fr. Adolf und Otto Strauß, Dr. Sepp u. A. beweisen. Außer mehreren Porträtbildern malte H. ein Altarbild (»Anbetung der Hirten und Könige«, gestochen von A. Rordorf) in die Kirche zu Erpfting (1846), eine 20 Fuß hohe »Himmelfahrt Mariens«, eine »Hl. Anna« für Graf Arco-Valley (in Ried), etliche Altarbilder nach Unterammergau. Außerdem entwarf H., da er durch Heirath in Besitz eines altrenommirten Silberarbeitergeschäfts gekommen war, eine Menge von Zeichnungen als rüstiger Vorkämpfer eines besseren Geschmacks und zwar zu einer Zeit, wo das große Wort von der »Hebung des Kunsthandwerks« noch ein dunkler Begriff war. In jüngeren Jahren verfügte H. über eine ausgezeichnete Singstimme, womit er vielfach in Concerten glänzte, insbesondere durch den Vortrag jauchzender Almenlieder und Bergreihen, welche er auf oftmaligen Wanderzügen durch die Alpen aus dem Munde des Volkes eingeheimst hatte. Eine Auswahl, welche auch viele eigene Compositionen Halbreiter's enthält, erschien unter dem Titel »Bayerische Gebirgslieder«, ausgestattet mit Arabesken (München 1839) in 3 Heften, außerdem noch 1848 ein kleiner Cyclus »Soldaten-G'sangeln« (gedichtet von P. Zipperer).

Vgl. Nekr. in Beil. 353. Allg. Ztg. 19. Decbr. 1877.

H. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1879.

#8 – 10 – 41 (Gönner)


DR. NIKOLAUS
VON GOENNER
STAATSRAT
* 1764 † 1827


  • Gönner, Anna von; 18.5.1793 – 21.11.1841 (München); Staatsratstochter
  • Gönner, Elise von (vh) / Büller, von (gb); 19.1.1798 – 15.9.1876 (München); Generalsekretärs-Witwe
  • Gönner, Emma von; 18.10.1824 – 26.2.1891 (München); pensionierte Dame des Max Joseph-Stiftes
  • Gönner, Karl von; 10.7.1830 – 2.12.1880 (München); Artillerie-Hauptmann a. D.
  • Gönner, Katharina von; 24.6.1799 – 3.9.1848 (München); Staatsrats-Tochter
  • Gönner, Michael von; 29.7.1794 – 31.3.1876 (München); Generalsekretär a. D.
  • Gönner, Nikolaus Thadddäus von, Dr. phil.; 18.12.1764 (Bamberg) – 18.4.1827 (München); Jurist und Staatsrat

Todesanzeige für Michael von Gönner

Todesanzeige für Elise von Gönner

Todesanzeige für Karl von Gönner

Todesanzeige für Emma von Gönner

Grab der Familie Gönner auf dem Alten Südfriedhof München (März 2008)

Grab der Familie Gönner auf dem Alten Südfriedhof München (März 2008)

#Dr. phil. Nikolaus Thadddäus von Gönner

* 18.12.1764 (Bamberg)
† 18.4.1827 (München)
Jurist und Staatsrat

#Allgemeine Deutsche Biographie (1879)

Gönner: Nicolaus Thaddäus von G., Jurist und Staatsmann, geb. 18. Decbr. 1764 in Bamberg, † 1827 in München. 1792 zum Professor ernannt, von 1799–1800 in Ingolstadt, von 1800–1811 Professor in Landshut; 1804 Prokanzler daselbst. 1811 Mitglied der Geheimrathcommission zur Ausarbeitung des neuen Strafgesetzbuchs in München, 1812 Director des Appellationsgerichts im Isarkreise, 1813 geadelt, 1815 geheimer Justizreferendar, 1817 Staatsrath. Nach Verlegung der Universität Landshut nach München hielt G. als Honorarprofessor daselbst Vorträge über Rechtsphilosophie. – Seine Hauptwerke sind folgende: »Handbuch des gemeinen deutschen Processes«, 4 Theile (1802–1804); »Deutsches Staatsrecht« (1804); »Archiv für Gesetzgebung und Reform des juridischen Studiums«, 4 Bde. (1808–1812); »Von Staatsschulden, deren Tilgungsanstalten und vom Handel mit Staatspapieren« (1826). Seine eigentliche Bedeutung machte sich auf legislativem Gebiete geltend und zwar nicht nur in seinem Vaterlande Baiern durch seine Mitgliedschaft in der Gesetzgebungscommission und durch seinen »Entwurf eines Gesetzes über das gerichtliche Verfahren in bürgerlichen Rechtssachen«, 3 Bde. (1815–1817), ferner sein mit Schmidtlein herausgegebenes »Jahrbuch der Gesetzgebung und Rechtspflege im Königreich Baiern«, 3 Bde. (1818–1820), sondern auch über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus, indem ihm die gleichzeitigen Gesetzgebungsarbeiten in Oesterreich, Preußen, Sachsen, Rußland zur Beurtheilung vorgelegt wurden.

Vgl. Pierer's Lexikon, 6. Aufl. 9. Bd.

E. Ullmann.

E. Ullmann: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1879.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Goenner Nikolaus Thaddäus, Dr. phil., von, 1764 (Bamberg) – 1827, Jurist, Universitätsprofessor und Staatsrat; Sohn eines domkapitularischen Kastners und Rechnungsrevisors am fürstbischöflichen Vikariat zu Bamberg, studierte G. in seiner Vaterstadt und Göttingen und praktizierte beim Reichskammergericht in Wetzlar; 1792 wurde er Professor des römischen, dann auch des Staatsrechts in Bamberg; als solcher kam G. 1799 nach Ingolstadt und 1800 nach Landshut; 1811 wurde er Mitglied der Kommission zur Ausarbeitung des neuen bayerischen Gesetzbuchs in München, 1812 Direktor des Appellationsgerichts des Isarkreises, 1815 Geheimer Justizreferendar und 1817 Geheimrat sowie Staatsrat; als Anhänger der philosophisch-juristischen Schule, zu deren einflußreichsten Häuptern er gehörte, übernahm er 1826 an der Münchner Universität das Lehramt für philosophische Rechtswissenschaft; er hatte bereits das Bamberger Strafgesetzbuch durch viele Milderungen umgearbeitet, war Lehrer Ludwigs I. und Mitarbeiter bei der Herausgabe der bayerischen Staatsdienerpragmatik.

Hauptwerke: Auserlesene Rechtsfälle (4 Bde.), Handbuch des deutschen gemeinen Prozesses (4 Bde.), Deutsches Staatsrecht, Archiv für die Gesetzgebung und Reform des juristischen Studiums, Kommentar über das Hypothekengesetz für Bayern (2 Bde.), (zusammen mit Schmidtlein) Jahrbücher der Gesetzgebung und Rechtspflege im Königreich Bayern (3 Bde.), Über Kultur und Verteilung der Gemeindeweiden, Der Staatsdienst; seine bedeutendste gesetzgeberische Leistung ist die auf den Grundsätzen der Publizität und Spezialität beruhende Neuordnung des bayerischen Hypothekenwesens, die durch das Hypothekengesetz und die Prioritätsordnung vom 1. Juni 1822 erfolgt ist.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#8 – 10 – 44 (Dallmayer)


Grab der Familie Dallmayer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 10 – 47·48 (Burghard · Grandauer)


Linke Spalte
Hier ruhen
die unvergesslichen Eltern
Frau Ursula Burghard
geb. 18. März 1761, gest. 26. Sept. 1825,
und deren Gatte
Herr Michael Burghard
Rothgerbermeister
geb. 29. Sept. 1759. gest. 20. Jan. 1843.
Ihnen folgte ihr Sohn
Herr Josef Burghard
Privatier
geb. 6. Dez. 1793, gest. 12. März 1868
und mein theurer Gatte und Vater
Herr Michael Burghard
Privatier, ehem. Rothgerbermeister
Inhaber der silbernen Medaille
des Verdienst-Ordens der bayer. Krone
geb. 11. April 1802, gest. 9. Jan. 1882,
unsere innigstgeliebte Tochter u. Schwester
Frl. Maria Burghard
geb. 24. Jan. 1846, gest. 10. April 1884.
Ihr folgte unsere innigstgeliebte Mutter
Frau Maria Burghard
geb. Grandauer
geb. 10. April 1810, gest. 26. Okt. 1888.
Herr Josef Grandauer
Bierbrauer in Geisenhausen
gest. im 74. Lebensjahre.

Rechte Spalte
Hier ruhet
unsere geliebte Gattin u. Mutter
Frau Maria Burghard
geb. Loder
Lederfabrikantens-Gattin
geb. 6. Sept. 1847. gest. 27. April 1899.
Ihr folgte
unser unvergesslicher Vater
Herr Nikolaus Burghard
Leder- u. Treibriemen Fabrikant
geb. 22. April 1842. gest. 1. Febr. 1911.
Herr Franz Burghard
Kaufmann
geb. 26. Dez. 1877. gest. 28. März 1939.
Frau Justine Burghard
geb. Woller
geb. 10. Febr. 1872. gest. 16. Sept. 1942.


  • Burghard, Franz; 26.12.1877 – 28.3.1939; Kaufmann
  • Burghard, Josef; 6.12.1793 – 12.3.1868 (München); Privatier
  • Burghard, Justine (vh) / Woller (gb); 10.2.1872 – 16.9.1942
  • Burghard, Maria; 24.1.1846 – 10.4.1884 (München); Privatiers-Tochter
  • Burghard, Maria (vh) / Grandauer (gb); 10.4.1810 – 26.10.1888 (München); Privatiers-Witwe
  • Burghard, Maria (vh) / Loder (gb); 6.9.1847 – 27.4.1899 (München); Lederfabrikantens-Gattin
  • Burghard, Michael; 29.9.1759 – 20.1.1843 (München); Privatier, ehemaliger Rotgerbermeister
  • Burghard, Michael; 11.4.1802 – 9.1.1882 (München); Privatier, ehemaliger Rotgerbermeister
  • Burghard, Nikolaus; 22.4.1842 – 1.2.1911 (München); Leder- und Treibriemenfabrikant
  • Burghard, Ursula (vh); 18.3.1761 – 26.9.1825; Rotgerbermeisters-Gattin
  • Grandauer, Franz Josef; – 27.5.1856 (München), 73 Jahre alt; ehemaliger Bierbrauer; Privatier aus Geisenhausen

Todesanzeige für Franz Josef Grandauer

Todesanzeige für Josef Burghard

Todesanzeige für Michael Burghard

Todesanzeige für Maria Burghard

Todesanzeige für Maria Burghard

Todesanzeige für Nikolaus Burghard

Grab der Familien Burghard · Grandauer auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)

#8 – 10 – 50 (n. n.)


(Mai 2018)

#8 – 10 – 51 (n. n.)


(Dezember 2017)

#8 – 10 – 52·53 (Graf)


Die Grabinschrift ist nicht erhalten


  • Graf, Christine; – (24).6.1852, 8 Jahre alt; Obsthändlers-Tochter
  • Graf, Johann; – 16.7.1870 (München), 32 Jahre alt; Obsthändler
  • Graf, Johann; – 22.8.1877 (München), 66 Jahre alt; Privatier
  • Graf, Theres; – (20).8.1856 (München), 14 Jahre alt; Obsthändlers-Tochter
  • Graf, Therese (vw); – (8).10.1882, 77 Jahre alt; Privatiers-Witwe

Todesanzeige für Johann Graf

Todesanzeige für Johann Graf

Grab der Familie Graf auf dem Alten Südfriedhof München (Mai 2018)