SECTION 26

rot: Zählrichtung der Grabreihen · schwarz: Zählrichtung der Grabnummern

#26 – 1 – 1 (Wohlmuth)


Portraitrelief
Signatur
v. Rümann

Dr. Max Wohlmuth
Obermed. Rat prakt. Arzt
* 31.10.1850 – † 8.9.1937.

Sockel
Unser liebes Kind
Ernst August
* 20.8.1891 – † 9.1.1896.
Frau Franziska Wohlmuth
geb. Seidl
* 11.3.1859 – † 2.5.1940.

A. Aufleger 26.1.1.


  • Wohlmuth, Ernst August; 20.8.1891 – 9.1.1896; Arzt-Sohn
  • Wohlmuth, Franziska (vw) / Seidl (gb); 11.3.1859 – 2.5.1940; Arzt-Witwe
  • Wohlmuth, Max, Dr. med.; 31.10.1850 (München) – 8.9.1937; Obermedizinalrat und praktischer Arzt

Grab der Familie Wohlmuth auf dem Alten Südfriedhof München (Januar 2014)

Grab der Familie Wohlmuth auf dem Alten Südfriedhof München (August 2013)

#26 – 1 – 2·3 (Gillitzer)


FAMILIENGRAB

Linke Spalte
Hier ruhen in Gott
unser unvergeßlicher
Gatte u. Vater
Herr
Johann Gillitzer,
kgl. b. Hoffleischlieferant
geb. d. 23. Juni 1838.
gest. d. 12. Okt. 1886.

Rechte Spalte
Ihm
folgte seine Gattin,
unsere
geliebte Mutter:
Frau
Maria Gillitzer,
geb. Baumann,
geb. d. 20. Juni 1846.
gest. d. 31. Mai 1905.

Sie ruhen in Frieden.


  • Gillitzer, Johann; 23.6.1838 – 12.10.1886 (München); Metzgermeister und Hoffleischlieferant
  • Gillitzer, Maria (vw) / Baumann (gb); 20.6.1846 – 31.5.1905; Metzgermeisters-Witwe

Todesanzeige für Johann Gillitzer

Grab der Familie Gillitzer auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#26 – 1 – 4 (Scheibmaier)


Anton Scheibmaier
1818 – 1893
Historienmaler
Emilie Scheibmaier
1825 – 1861
Auguste Scheibmaier
1831 – 1919
Dr. Josef Scheibmaier
1850 – 1918
Geh. Hofrat

R. I. P.


  • Scheibmaier, Anton Wilhelm; 22.3.1818 (München) – 7.12.1893 (München); Historienmaler, Zeichner und Turnlehrer
  • Scheibmaier, Auguste (vw) / Hiessmannseder (gb); 1831 – 1919; Historienmalers-Witwe
  • Scheibmaier, Emilie Josefa Antonia (vh) / Stengl (gb); 1825 (München) – 27.7.1861 (München); Schullehrers-Tochter / Historienmalers-Gattin
  • Scheibmaier, Josef, Dr.; 1850 – 23.8.1918 (Freising); Geheimer Hofrat und Gymnasialdirektor a. D.

Todesanzeige für Emilie Josefa Antonia Scheibmaier

Todesanzeige für Anton Scheibmaier

Todesanzeige für Anton Scheibmaier

Todesanzeige für Anton Scheibmaier

Grab der Familie Scheibmaier auf dem Alten Südfriedhof München (August 2013)

#Anton Wilhelm Scheibmaier

* 22.3.1818 (München)
† 7.12.1893 (München)
Historienmaler, Zeichner und Turnlehrer

#Allgemeine Zeitung (8.12.1893)

Bayerische Chronik.

München, 8. December.

Personalnachrichten. Wie bereits kurz angezeigt, ist gestern Morgen der Historienmaler und frühere Direktor der k. Turnanstalt, Anton Scheibmaier, nach mehr als dreijährigem Krankenlager verschieden. Geboren am 22. März 1818 zu München, wendete sich derselbe frühzeitig zur Kunst, fand an der hiesigen, damals unter Peter Cornelius florirenden Alademie Aufnahme und widmete sich erst unter der Leitung des edlen Joseph Schlotthauer, dann bei Julius Schnorr v. Carolsfeld der Historienmalerei. Zu Scheibmaiers besten Leistungen gehörte ein ganz im großartigen Sinne dieser Schule componirter, den »Tod Mosis« vorstellender Carton, welchen der Künstler alsbald auch als Oelbild zur Ausführung brachte. Dasselbe gelangte später in den Besitz des als Geograph und Optiker seiner Zeit rühmlichst bekannten, leider schon am 16. März 1858 verstorbenen Dr. Ludwig Merz. Frühzeitig mit Maßmann bekannt, betrat Scheibmaier mit seinem Freunde, dem nachmals als Germanisten, Bibliothekar und und Prosessor berühmt gewordenen Franz Pfeiffer (geboren 27. Februar 1815 zu Solothurn, gestorben 29. Mai 1868 zu Wien) den neu errichteten Turnplatz (1832), wo er als eifriger Vorturner und tüchtiger Mitarbeiter am turnerischen Werke bald ein Schüler und Freund des Meisters wurde. Damals ereignete es sich, daß Scheibmaier an einem Sonnentage den Schneckenlauf, das sogenannte Labyrinth, 28 Male vollendete – eine ungeheure, fast unglaubliche Prachtleistung! Als Maßmann dann 1841 nach Berlin übersiedelte, übernahm Scheibmaier die verantwortliche Leitung des Turnplatzes, wurde Turnwart, Turnlehrer und 1848 Vorstand der kgl. Turnanstalt. Mit der ihm eigenen Begeisterung lag Scheibmaier seinem neuen Berufe ob, wodurch seine künstlerischen Bestrebungen freilich nur allzusehr in den Hintergrund treten mußten. Ihm gelang es, die Theilnahme und den Beifall König Maximilians II. zu erhalten; die Folge davon war, daß das Turnen mit der Schule obligat verbunden, in ganz Bayern allgemein eingeführt und eine Central-Turnlehrer-Bildungsanstalt errichtet wurde. Ebenso brachte Scheibmaier das Männerturnen in Aufnahme und begründete den hiesigen Männer-Turnverein. Besondere Aufmerksamkeit widmete Scheibmaier dem damals noch sehr im Argen liegenden Feuerlöschwesen, wozu er auf vielfachen Reisen nach Berlin, Köln, Göttingen und Wien einen Schatz von Anschauungen sammelte. Seine Erfahrungen und Resultate legte er in vielfachen, sowohl an den Magistrat, wie an die Regierung und das Ministerium gerichteten, äußerst sorgfältig ausgearbeiteten Berichten nieder; ein ausführlicher »Entwurf von Grundlagen und Vorschriften zur Bildung militärisch organisirter freiwilliger Feuerwehren« nebst einer bibliographischen Zusammenstellung aller darauf bezüglichen Fachliteratur erschien als lehrreiches Buch (München 1860). Seine Bemühungen ernteten freilich nicht den erwünschten Lohn; doch blieb ihm das tröstliche Bewußtsein, zur Gestaltung der folgenden Verhältnisse mit besten Kräften beigetragen zu haben. Scheibmaier war seinen zahlreichen Schülern ein wahrhaft väterlicher Freund und blieb ihnen immerdar zugethan mit einer rührenden, sein ganzes Wesen, Denken und Thun adelnden Treue und Liebe. Ein ebenso unversieglicher wie reiner Born war seine immergleiche Heiterkeit Opferfähigkeit und sein vor keiner Mühe zurück schreckender heiliger Dienst- und Pflichteifer, welcher sich auch dann noch nicht zur Ruhe begeben wollte, als seine anscheinend eiserne Natur endlich sichtbar ermüdete. Schöne Tage und Feste feierten seine 50jährige Amtsthätigkeit. Dann aber brach seine Lebenskraft eine lange, hartnäckig arbeitende Zersetzung, welche ihm auch die zartsinnigste Pflege seiner Familie nicht abzuwenden vermochte. Er war ein ehrlicher, braver, prächtiger Mann und ein goldechter Charakter. Sein Gedächtniß bleibt bei Allen, die ihn kannten, in vollen Ehren!

Allgemeine Zeitung Nr. 340. München; Freitag, den 8. Dezember 1893.

#26 – 3 – 7 (Bayerle)


Grab der Familie Bayerle auf dem Alten Südfriedhof München (Oktober 2016)

#26 – 4 – 2 (Kröner · Rembold)


Hier ruhet in Gott
unser unvergesslicher,
theurer Gatte und Vater
Herr Georg Rembold
Charcutier,
geb. 26. April 1842, gest. 26. August 1890.

Sockel
Grabstätte der Familie
Georg Rembold.

Linke Seite
Unsere theuern Eltern:
Frau
Victoria Kröner
Schweinmetzgersgattin
geb. 23. Juli 1808, gest. 8. Jan. 1863.
Herr
Joseph Kröner
geb. 13. März 1815, gest. 5. Aug. 1878.
Herr
Leonhard Kröner
Bäckermeister,
gest. 16. April 1874
im 56. Lebensjahre.

J. Lallinger.


  • Kröner, Josef; 13.3.1815 – 5.8.1878 (München); Privatier, ehemaliger Schweinemetzger
  • Kröner, Leonhard; – 16.4.1874 (München), 56 Jahre alt; Bäckermeister
  • Kröner, Viktoria (vh); 23.7.1808 – 8.1.1863 (München); Schweinemetzgers-Gattin
  • Rembold, Georg; 26.4.1842 – 26.8.1890 (München); Charcutier

Todesanzeige für Leonhard Kröner

Todesanzeige für Josef Kröner

Todesanzeige für Georg Rembold

Grab der Familien Kröner · Rembold auf dem Alten Südfriedhof München (August 2013)

#26 – 4 – 3 (Kröner)


Hier ruhen in Gott
Herr Florian Kröner
* 12.1.1822 † 16.6.1881
Frau Ottilie Kröner
* 17.9.1836 † 31.8.1910
Herr Josef Kröner
* 26.2.1859 † 17.3.1900
Frau Regina Kröner
* 16.5.1862 † 4.2.1936.

Sockel
Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
ist nicht tot, er ist nur fern!
Tot ist nur, wer vergessen wird.


  • Kröner, Florian; 12.1.1822 – 16.6.1881 (München); Metzgermeister
  • Kröner, Josef; 26.2.1859 – 4.2.1900
  • Kröner, Ottilie; 17.9.1836 – 31.8.1910
  • Kröner, Regina; 16.5.1862 – 4.2.1936

Todesanzeige für Florian Kröner

Grab der Familien Kröner · Rembold auf dem Alten Südfriedhof München (August 2013)

#26 – 4 – 4 (Reiser)


Familien-Grabstätte.

Hier ruhet in Gott:
unser innigstgeliebter, unvergesslicher
Gatte und Vater
Herr Anton Reiser
Privatier,
geb. 25. März 1846, gest. 2. März 1902.
unsere gute, treubesorgte Mutter
Frau Anna Reiser
geb. 29. Juni 1850, gest. 26. Februar 1918.


  • Reiser, Anna (vw); 29.6.1850 – 26.2.1918
  • Reiser, Anton; 25.3.1846 – 2.3.1902 (München); Privatier

Grab der Familie Reiser auf dem Alten Südfriedhof München (August 2013)

#26 – 4 – 5 (Back · Forstner · Noris)


Back & Noris’sches Familiengrab.

Hier ruhen in Gott:
unsere lieben Eltern
Herr Georg Back,
Schäfflermeister
gest. 14. Juni 1872 43 Jhr. alt.
Frau Therese Back, dessen Gattin
gest. 2. Sept. 1876 46 Jahre alt.
Mein teurer Gatte
Herr Christian Noris,
Grosshändler
gest. 25. Mai 1888 35 Jhr. alt.
Herr Carl Back,
Fabrikant
* 21.I.1867 † 16.I.1930

26.4.5.

Rechte Seite
Anna Forstner
† 24.II.1900.


  • Back, Georg; – 14.6.1872 (München), 46 Jahre alt; Schäfflermeister
  • Back, Karl; 21.1.1867 – 16.1.1930; Fabrikant
  • Back, Therese (vw); – 2.9.1876 (München), 46 Jahre alt; Schäfflermeisters-Witwe
  • Forstner, Anna; – 24.2.1900
  • Noris, Christian; – 25.5.1888; Grosshändler

Grab der Familien Back · Forstner · Noris auf dem Alten Südfriedhof München (August 2013)

#26 – 5 – 3 (Böck)


Grab der Familie Böck auf dem Alten Südfriedhof München (März 2021)

#26 – 5 – 9 (Reisinger)


Josef Reisinger
Großkaufmann
* 18.3.1873 – † 25.7.1914


  • Reisinger, Josef; 18.3.1873 – 25.7.1914 (München); Kaufmann

Todesanzeige für Josef Reisinger

Grab der Familie Reisinger auf dem Alten Südfriedhof München (April 2018)

#26 – 6 – 2 (n. n.)


(September 2019)

#26 – 6 – 3 (Beyer)


Grab der Familie Beyer auf dem Alten Südfriedhof München (September 2019)

#26 – 6 – 12 (Rottmanner · Schultz)


Marianne Schultz
1801 – 1863
Georg Jakob Schultz
1781 – 1864
Julius Rottmanner
1856 – 1889
Julius Rottmanner
1895 – 1924
Sofie Rottmanner
1862 – 1939


  • Rottmanner, Julius; 1895 – 1924
  • Rottmanner, Julius; 29.3.1856 – 21.6.1889 (München-Nymphenburg); Juwelier
  • Rottmanner, Sofie; 1862 – 1939
  • Schultz, Georg Jakob; 1781 – 1864
  • Schultz, Marianne; 1801 – 1863

Todesanzeige für Julius Rottmanner

Grab der Familien Rottmanner · Schultz auf dem Alten Südfriedhof München (September 2019)

Grab der Familien Rottmanner · Schultz auf dem Alten Südfriedhof München (Juni 2015)

#26 – 7 – 15 (Weckerle)


Hier ruhen:
Frau Bertha Weckerle
geb. Fellerer,
k. Bezirksamtsassessorsgattin,
geb. 25. Febr. 1829, gest. 18. Okt. 1869,
deren Gatte
Herr Andreas Weckerle
k. Bezirksamtmann i. Schrobenhausen,
geb. 4. Okt. 1825, gest. 10. Septbr. 1878,
dessen zweite Gattin
Frau Mathilde Weckerle
geb. Fellerer,
k. Bezirksamtmannswittwe,
geb. 19. Juni 1823, gest. 6. Septbr. 1899.
Ihr ginge voraus
Herr Gustav Weckerle, cand. jur.
geb. 23. April 1868, gest. 11. Juli 1890.
Ihnen folgte
Herr Richard Weckerle
Notar in Abensberg
geb. 9. Febr. 1865, gest. 4. April 1921.

J. Lallinger.


  • Weckerle, Andreas; 4.10.1825 – 10.9.1878 (Schrobenhausen); Königlicher Bezirksamtmann
  • Weckerle, Bertha (vh) / Fellerer (gb); 25.2.1829 – 18.10.1869; Bezirksamtsassessors-Gattin
  • Weckerle, Gustav; 23.4.1868 – 11.7.1890 (München); Jurastudent
  • Weckerle, Mathilde (vw) / Fellerer (gb); 19.6.1823 – 6.9.1899; Bezirksamtmanns-Witwe
  • Weckerle, Richard; 9.2.1865 – 4.4.1921; Notar

Todesanzeige für Andreas Weckerle

Todesanzeige für Josef Weckerle

Grab der Familie Weckerle auf dem Alten Südfriedhof München (August 2012)

#26 – 8 – 1 (Rietzler)


Hier ruhen im Frieden
unsere teuren Lieben
Caroline Rietzler
geb. Plank,
geb. 4. Juli 1828, gest. 6. Juli 1872.
Franz Xaver Rietzler
Bildhauer,
geb. 2. Dezember 1838, gest. 10. März 1900.
Mathilde Rietzler
geb. Rest,
geb. 29. September ¿, gest. ¿ 1915.


  • Rietzler, Franz Xaver; 2.12.1838 (Wald/Allgäu) – 10.3.1900 (München); Bildhauer
  • Rietzler, Karoline (vh) / Plank (gb); 4.7.1828 – 6.7.1872 (München); Bildhauers-Gattin
  • Rietzler, Mathilde (vw) / Rest (gb); 29.9.¿ – 14.2.1915 (München); Privatiers-Tochter / Bildhauers-Witwe

Todesanzeige für Mathilde Rietzler

Grab der Familie Rietzler auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

#Franz Xaver Rietzler

* 2.12.1838 (Wald/Allgäu)
† 10.3.1900 (München)
Bildhauer

#Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog (1903)

Rietzler, Franz Xaver, Bildhauer, * 2. Dezember 1838 zu Wald (Allgäu), † 10. März 1900 in München.

Eines Schmiedemeisters Sohn, kam R. nach Besuch der heimatlichen Volksschule zu einem Schreinermeister in die Lehre, wo sich des Knaben eigene Begabung zur Bildnerei kundgab, sodaß man ihn nach München schickte; hier trat bei Prof. Max Widnmann seine innerste Anlage glücklich hervor, zweimal, 1872 und 1873, erwarb derselbe die silberne Medaille. Ein wohlwollender Gönner ermöglichte dem jungen Künstler auf größeren Reisen durch Frankreich und Italien, seine Kenntnisse auch im Gebiete der Architektur möglichst zu erweitern. Nach seiner Rückkehr 1876 begründete R. mit seinem Landsmann, dem Bildhauer Syrius Eberle (* 1844 † 1903) eine Fabrica für christliche Kunst, welche R. nach Eberles Berufung an die Königl. Akademie, allein weiterführte. Von hier aus gingen zahlreiche Altarbauten und andere kirchliche Einrichtungsgegenstände, wobei R. meist die nötigen Statuen und Reliefs herstellte, in die weite Welt: nach Rio de Janeiro, San Paulo, Espiritu-Santo in Brasilien, nach San Francisco in Nordamerika.

Für Kirchen und Kapellen europäischer Gebiete wurden zahlreiche Altäre gebaut: ein zierlicher Altareteto für die Hauskapelle der Fürstin von Bulgarien; ähnliche Arbeiten gelangten nach Turin, Cremona, Rom. Auch nach Spanien und England gingen Aufträge: für die »Englischen Fräulein« in London, für Belgien u. s. w. Ein größeres Arbeitsfeld eröffnete sich in Sachsen, insbesondere für Zwickau und Hof. Viele bayerische Ortschaften erhielten Werke aus R.s Atelier, z. B. Roßhaupten, Eiting, Elbach und Landsberg, die Hauskapelle des Militärlazaretts in der chirurgischen Klinik zu München. Auch viele Porträtbüsten und Grabdenkmäler fertigte R., der auf den Ausstellungen zu Melbourne 1880, Amsterdam 1883 und Chicago Prämierungen erhielt.

Die stilgerechte Restauration des sog. Asam-Hauses (in der Sendlingergasse zu München) 1885 war R.s Werk. Zu dem großen Festzug (1885) bei der Feier des hundertjährigen Wiegenfestes König Ludwigs I. hatte R. den Prachtwagen des »Vereins für christliche Kunst« gerüstet. Drei Jahre versah unser Künstler das Amt eines Armenpflegschaftsrates und saß im Magistratskollegium der Stadt. Nach einer schweren Influenza setzte ein Schlaganfall dieser vielseitigen, eifrigen Tätigkeit ein unerwartetes Ende.

Vgl. Kunstvereinsbericht f. 1900, S. 69 und den warmen Nachruf von Max Fürst im »Rechenschaftsbericht des Vereins für christliche Kunst« München 1901, S. 10.

Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Berlin, 1903.

#26 – 8 – 2 (Sauer)


KARL THEODOR
VON SAUER
K. KAEMMERER
GENERAL DER ARTILLERIE
30. DEZEMBER 1834 – 19. MAI 1911.
CLARA VON SAUER
GEB. AUGUSTIN
30. MAI 1837 – 24. APRIL 1893.

Sockel
DIE LIEBE HÖRET NIMMER AUF.

Rechte Seite
FRANZ SERAPH
VON SAUER
¿ OBERZOLLINSPEKTOR
31. AUGUST 1791 – 30. ¿
ROSALIE
VON SAUER
GEB. FREIIN VON SEEFRIED
10. JULI 1804 – 28. APRIL 1876.


  • Sauer, Franz Seraph Josef von; 31.8.1791 – 3.7.1863 (München); Oberzollinspektor
  • Sauer, Karl Theodor von; 30.12.1834 – 19.5.1911; General der Artillerie und Kämmerer
  • Sauer, Klara von (vh) / Augustin (gb); 30.5.1837 – 24.4.1893 (Ingolstadt); Generalleutnants-Gattin
  • Sauer, Rosalie von (vh) / Seefried, Freiin von (gb); 10.7.1804 – 28.4.1876 (München); Oberzollinspektors-Witwe

Todesanzeige für Franz Seraph Josef von Sauer

Todesanzeige für Rosalie von Sauer

Todesanzeige für Karl Theodor von Sauer

Grab der Familie Sauer auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

Grab der Familie Sauer auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

#Karl Theodor von Sauer

* 30.12.1834
† 19.5.1911
General der Artillerie und Kämmerer

#Rosenheimer Anzeiger (24.5.1911)

Münchener Neuigkeiten.

München, 23. Mai. General der Artillerie von Sauer wurde vorgestern Nachmittag auf dem südlichen Friedhof beerdigt. Im Trauergefolge sah man u. a. den Generaladjutanten Freiherrn von Könitz als Vertreter des Prinzregenten, der auch bereits vorher einen Kranz an der Bahre des Verstorbenen hatte niederlegen und den Hinterbliebenen sein Beileid aussprechen lassen, ferner der Prinzen Ludwig und Leopold und anderer Prinzen des königlichen Hauses, den Kriegsminister Grafen von Horn, zahlreiche Offiziere der Garnisonen München und Ingolstadt, Staatsminister a. D. Grafen von Feilitsch und viele andere hervorragende Persönlichkeiten. Auch Deputationen des Landesverbandes und der Ortgruppe München des Deutschen Flottenvereins, sowie des Flottenvereins der Oesterreichisch-Ungarischen Kolonie in Bayern und mehrere Vereinigungen ehemaliger Festungs- und Fußartilleristen aus München und Ingolstadt waren anwesend. Nach Beendigung der religiösen Zeremonien legte der Militärattache bei der preußischen Gesandschaft in München, Major Freiherr Schenk von Schweinsberg, im Auftrag des Kaisers einen Lorbeerkranz mit roten Rosen und Palme mit schwarz-weiß-roter Schleife am Grabe nieder. Dann sprechen und legten gleichfalls Kränze nieder der Festungsgouverneur und der Bürgermeister von Ingolstadt, ein Mitglied der Ortsgruppe München des Flottenvereins im Auftrage des Fürsten Castell und weiterhin noch eine Anzahl Vertreter militärischer und bürgerlicher Vereinigungen von München und Ingolstadt.

Rosenheimer Anzeiger No. 119. Mittwoch, den 24. Mai 1911.

#26 – 8 – 7 (n. n.)


(März 2021)

#26 – 8 – 8 (n. n.)


(März 2021)

#26 – 8 – 12 (Schnidtmann)


Grab der Familie Schnidtmann auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

#26 – 8 – 13 (Klemm)


Grab der Familie Klemm auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

#26 – 9 – 8 (Schmidhuber)


Hier ruht in Gott
unser geliebter unvergesslicher Gatte u. Vater
Herr Johann Schmidhuber
Privatier
geb. 8. Juli 1840, gest. 21. Aug. 1907.
Ihm folgte seine treue Gattin, unsere beste Mutter
Frau Anna Schmidhuber,
geb. 24. März 1833, gest. 25. Jan. 1915.
Margaretha
geb. 8.I.1863, gest. 26.II.1892.

Kufner.


  • Schmidhuber, Anna (vw); 24.3.1833 – 25.1.1915 (München); Hausbesitzers-Witwe
  • Schmidhuber, Johann; 8.8.1840 – 21.8.1907 (München); Privatier
  • Schmidhuber, Margaretha; 8.1.1863 – 26.2.1892 (München); Spezereihändlers-Tochter

Todesanzeige für Margaretha Schmidhuber

Todesanzeige für Johann Schmidhuber

Todesanzeige für Anna Schmidhuber

Grab der Familie Schmidhuber auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

#26 – 9 – 16 (Eder · Uhlmann)


Uhlmann u. Eder.

Linke Seite
Herr
Alph. Uhlmann
k. Kassa-Officiant
geb. 25. März 1846.
gest. 26. Mai 1889.

Rückseite
Hier ruhen
Frau Charlotte Uhlmann
¿
¿ gest. ¿. Dez. 187¿
¿
August Bonifaz Eder
¿
¿ Heinrich Uhlmann
¿
deren Tochter ¿ treubesorgte Mutter
Frau Aurelie Eder geb. Uhlmann
¿


  • Eder, August Bonifaz; – 22.2.1880 (München), 4 Jahre alt
  • Eder, Aurelie (vh) / Uhlmann (gb)
  • Uhlmann, Alfons; 25.3.1846 – 26.5.1889 (München); Hauptkassaoffiziant
  • Uhlmann, Charlotte (vh); – 31.12.1877 (München); Bezirksgerichtssekretärs-Gattin
  • Uhlmann, Heinrich

Todesanzeige für Charlotte Uhlmann

Todesanzeige für August Bonifaz Eder

Grab der Familien Eder · Uhlmann auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)

#Alfons Uhlmann

* 25.3.1846
† 26.5.1889 (München)
Hauptkassaoffiziant

#Münchner Neueste Nachrichten (29.5.1889)

Lokales.

München, 28. Mai.
(Beerdigungen.) Heute Nachmittags 2¾ Uhr fand im südlichen Friedhof unter zahlreicher Betheiligung das Leichenbegängniß des zweiten Vorstandes des Krieger- und Veteranenvereins München, Vorstand der Sterbekasse dieses Vereins, Kassaoffiziant Alfons Uhlmann statt. Den imposanten Trauerzug eröffnete die Kapelle Willing, Trauerweisen spielend, es folgte die Mehrzahl der Mitglieder des Veteranen- und Kriegervereins mit der Vereinsfahne, sodann der reichgeschmückte Sarg, die Verwandten und sonstige Leidtragende. Die Trauerrede hielt Kooperator Klotz von St. Peter. Der erste Vereinsvorstand D'Haibe widmete dem Verstorbenen einen warmen Nachruf und legte einen Kranz am Grabe nieder. Weitere Kränze wurden mit entsprechenden Ansprachen niedergelegt von der Sterbekasse und vom dramatischen Klub des Vereins.

Münchner Neueste Nachrichten No. 249. Mittwoch, den 29. Mai 1889.

#26 – 10 – 7* (Pixis)


Die Grabinschrift ist nicht überliefert


  • Pixis, Theodor; 1.7.1831 (Kaiserslautern) – 19.7.1907 (Oberpöcking am Starnberger See); Historienmaler und Illustrator

Das Grab ist nicht erhalten


#Theodor Pixis

* 1.7.1831 (Kaiserslautern)
† 19.7.1907 (Pöcking)
Historienmaler und Illustrator

#Coburger Zeitung (23.7.1907)

Vermischtes

Der Münchener Historien-, Porträt- und Genremaler Theodor Pixis, einer der typischen Vertreter der altklassischen Münchener Schule und Schüler Wilhelm Kaulbach ist im 77. Lebensjahre auf seiner Besitzung in Oberpöcking am Starnberger See gestorben. Durch sein Gemälde »Huß auf dem Wege zum Konzil« (1857 Erste Medaille) im Berner Museum hat er seinen Rufe begründet und dann im Auftrage des Königs Max drei Fresken im alten Münchener Nationalmuseum gemalt. Später hat er sich auch der Illustration deutscher Opern zugewendet und für König Ludwig II., der ihm Zutritt zu den Separatvorstellungen gestattet, Szenen aus den Wagnerschen Opern gezeichnet. Hieraus ist dann im Laufe der Jahre die bekannte Richard Wagner-Galerie (45 Blatt), sowie auch ferner der Zyklus »Otto der Schütz« von O. Kinkel entstanden. Noch in den letzten Jahren hat Pixis eine reiche literarische Tätigkeit entfaltet.

Coburger Zeitung No. 170. Dienstag, den 23. Juli 1907.

#Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog (1909)

Pixis, Theodor, Historien- und Genremaler, * 1. Juli 1831 in Kaiserslautern (in der bayerischen Rheinpfalz), † 17. Juli 1907 auf seinem Landgut zu Oberpöcking (bei Starnberg). – P. absolvierte, seit 1847 in München, das Gymnasium, bezog im nächsten Jahre die Universität, um sich nach dem Vorbilde des Vaters, eines ausgezeichneten hochgestellten Beamten, der Rechtsgelehrsamkeit zu widmen, vertauschte aber bald das Corpus juris mit der Palette und die Hochschule mit der Kunstakademie, wo ihn Professor Philipp Foltz, welcher damals eine große Zahl namhafter Talente in seiner Schule vereinte, gerne aufnahm. P., welcher schon 1848 mit einem »Fischhändler« seine gründliche Begabung erwiesen hatte, oblag mit jugendlichem Feuereifer den »streng historischen« Studien. Als erste Probe reifte ein die Deputation der »römischen Frauen im Lager der Volsker vor Coriolan« vorstellendes Bild, ebenso (1855) eine große Szene mit dem von Peter Vinea an Kaiser Friedrich II. geplanten Attentat, 1856 der »Abschied des böhmischen Reformators Johannes Huß von seinen Freunden« (vgl. Julius Grosse in Nr. 256 der »Neuen Münchener Zeitung«, 25. Oktober 1856). Mit solchen, der deutschen Kunst doch ziemlich fern liegenden, unmalerischen Stoffen, plagte sich damals die akademische Jugend. Angeregt durch seinen geistreichen mitstrebenden Freund Karl Lossow (s. »Allg. Deutsche Biographie« 1884, XIX, 223), der einen Zyklus aus der »Gudrun« in der am Comer See erbauten Villa Carlotta für den Erbprinzen von Meiningen begonnen hatte, warf sich P. mit aller Macht auf das Studium dieses mittelhochdeutschen, »die Nebensonne der Nibelungen« benannten Epos und gestaltete eine ganze Reihe von Kartons und Ölbildern, deren erstes, im Kunstverein ausgestelltes Programm mit der am Meeresstrande klagenden Königstochter einen ungenannten Käufer fand, hinter welchem sich der sinnig aufmunternde Vater des Malers entpuppte. Leider fand P. damals keinen weiteren Mäzen. Erst später gedachte König Ludwig II. mit dieser für einen Maler so dankenswerte Stoffe bietenden Dichtung das Erdgeschoß seines neuen Schwanenschlosses ausschmücken zu lassen, doch traten der Freskoausführung beklagenswerte Hindernisse entgegen. Welch prächtiges Gegenstück zu Schnorrs berühmten Nibelungenbildern hätte P. zu schaffen vermocht!

Den Winter 1857 auf 1858 verbrachte der junge Maler zu weiteren Studien in Rom, gleichzeitig mit Caesar Willich, August von Heckel, Engelbrecht, Peroulaz, Zurstrassen, Kaspar Zumbusch, Ludwid Vogt, A. Feuerbach, Steinhäuser und vielen anderen, wo P. ein großes Frühlingsfest mit dem »Auszug der Gralritter« inscenierte und damit jene ausdauernde Begabung bewährte, welche er auch in der Folgezeit als Sänger, Schauspieler und Regisseur bei den dramatischen Aufführungen von Krempelsetzers (s. »Allg. Deutsche Biographie« XVII, 122) Opern betätigte, die von der Künstlergesellschaft »Jung-München« in opferwilligster Weise zur Aufführung gebracht wurden.

Ernste, große Aufträge nahmen zu München vollauf den Künstler in Anspruch, der nach Vollendung seines längst begonnenen Bildes von »Calvins Unterredung mit Miguel Servete« – die Herren Maler quälten sich damals mit Darstellungen von Zwiegesprächen, Reden und Disputationen – drei Fresken für die Galerie des »Nationalmuseums« erhielt mit Darstellungen aus der Geschichte der Wittelsbacher in Schweden: Karl X. Gustav wird zu Upsala zum König gekrönt (1654); sein Zug über den gefrorenen Belt (1657) und König Karl XI, Sieg über die Dänen bei Lund (1676) – somit immerhin anregende Motive für den phantasiebegabten Künstler, der diese Aufgabe glücklich erledigte. Inzwischen stellte P. bei der großen Schillerfeier 1859 lebende Bilder und beteiligte sich an dem zu Ehren des Meisters Cornelius veranstalteten Feste (1861), dessen gelungenen Verlauf P. in einem eigenen Ölbilde mit zahlreichen Porträts festhielt. In ähnlichen Bildern gruppierte P. die Dichter, Künstler und Gelehrten der Isarstadt, welche in geselliger Weise mit den von König Max II. berufenen Koryphäen zu friedlichem Wetteifer sich vereinten; mehrere solcher Tableaux wurden in der »Gartenlaube« und anderswo in Holzschnitt reproduziert, wobei die Porträtähnlichkeit durch das kleine Format, zum großen Leide des Malers, öfters starke Einbuße erlitt; doch sind, trotz der kaum erbsengroßen Köpfchen, die scharf ausgeprägten Gestalten in der trefflichen Charakterisierung immer noch unverkennbar wiedergegeben: in ihrer Weise literar- und kunsthistorische Typen der damaligen Ära. Das gab den Anstoß zu weiterfolgenden Experimenten.

Zwischendurch boten die Maientage der Künstlerschaft, welche zu Pullach mit der »Berennung einer Veste im Bauernkrieg«, oder auf dem seligen Roseneiland im Starnbergersee sich abspielten, heiteren Anlaß zu den originellsten Inszenierungen in freier landschaftlicher Natur, ebenso wie die Huldigung zu Bismarcks Ehrengedächtnis. Auch den sog. Armenbällen im Hoftheater lieh er mit Eduard Ille und Max Manuel langjährige Förderung.

Neben der Historienmalerei war längst schon der lyrisch-poetische Zug zum Volksleben erwacht und rege. Uhlands Heimat kennen zu lernen, durchstreifte P. das ganze Schwaben. Die gleiche Lust und Liebe zum Volksliede führte ihn durch den Schwarzwald und die Thüringerlande. Seine Studien gestalteten sich zu Illustrationen, die in Holzschnitt und Photographie vervielfältigt, Jos. Victor von Scheffels Beifall erregten und von Schwind und Kaulbach förderlich anerkannt wurden. Auch entstanden zwölf Zeichnungen zu Kinkels »Otto der Schütz« und Miltons »Verlorenem Paradies«.

Längere Zeit beschäftigte ihn die Erfindung einer neuen Technik, welche er zuerst bei zahlreichen Porträts, dann bei Landschaften und Stilleben in Anwendung brachte, indem P. photographische Aufnahmen auf durchsichtigem Material auf der Rückseite untermalte und dann rechtseitig durch Lasuren mit großem Zeitgewinn vollendete. Die neue überraschende Methode fand vielfachen Beifall, insbesondere durch Prof. Dr. von Pettenkofer, wurde durch Patente des Deutschen Reiches, sowie in anderen Staaten geschützt (Lützows Zeitschrift 1881, XVII, 475); veranlaßte auch die Gründung einer artistischen Anstalt von Ch. J. Thooft & Komp. (1881). Zufrieden, seine Invention in Theorie und Praxis begründet zu haben, fand P. mit unermüdlicher Phantasie immer noch Zeit zu fröhlichen Genrebildern, z. B. aus dem an Holteis »Vagabunden« erinnernden Wanderleben einer schauspielernden »Schmiere« (»Der Thespiskarren in der Klemme« in Nr. 30 »Über Land und Meer« 1895, 74. Bd., S. 596) oder zu landschaftlichen Schilderungen, die jedoch bald der Darstellung von Richard Wagners Tondichtungen weichen mußten.

Mit der ihm innewohnenden ganzen Energie begeisterten ihn diese Stoffe zu neuen Nachbildungen, die in einer eigenen, über einhalbhundert von Blättern zählenden »Wagnergalerie« (45 Blätter, in photographischen Reproduktionen bei Hanfstängl) erschienen und ihren Weg durch die ganze Welt fanden. Ein freilich sehr betriebsamer Sortimenter setzte 1877 in Berlin 100 000 Exemplare ab und würde noch größeren Erfolg erzielt haben, wenn Jos. Albert die Nachlieferung der Exemplare bewältigt hätte. Zum »Lohengrin« und »Tannhäuser«, zu »Tristan« und den »Meistersingern«, zum »Fliegenden Holländer«, zum ganzen »Ring des Nibelungen« und endlich auch zum «Parsifal«, vermochte P. nicht allein eine Reihe von charakteristischen Typen zu den Hauptpersonen, sondern auch Szenen in einer den Bühnenaufführungen adäquaten Weise festzuhalten, dazu noch die Bildnisse der Rollenträger und eine Auswahl der Frauengestalten, meist in Aquarellen, wovon eine größere Auslese in den Besitz König Ludwigs II. gelangten. In verschiedenen Zwischenräumen kehrte P. gerne zum Porträt zurück. So entstanden die lebensgroßen Bildnisse von Dingelstedt (für die Galerie des Hoftheaters) und Pettenkofer (in der Maillingersammlung), von Paul Heyse, Döllinger, Villard (Berlin 1886) und viele andere, sorgsam durchgeführte Leistungen.

Diese aalglatte Vieltätigkeit noch färbiger zu gestalten drängte dem Maler die Menge seiner Erinnerungen neben Stift und Pinsel die Feder in die Hand, einen wenn auch nur verhältnismäßig geringen Teil seiner Wahrnehmungen und Erlebnisse durch Schrift festzuhalten, aus seinem sozusagen photographisch treuen Gedächtnis dem Papier anzuvertrauen und nachzuerzählen. Daß er diese immer höchst persönlichen Lebensskizzen und Charakteristiken – beispielsweise über W. von Kaulbach, M. von Schwind, W. Busch oder allerlei Traditionelles über König Ludwig I., auch über einen Besuch des jungen Herzogs von Meiningen auf einem Künstlerabend Jung-München, wo der hohe Herr sein Inkognito so gut zu wahren wußte, daß die Maler erst später hinter das heitere Geheimnis kamen, und andere Zeitgenossen, nebenbei auch das heitere Idyll über P.' Erlebnisse mit seinen Hunden (in Nr. 324 »Allgem. Zeitung« vom 22. November 1901) – aus dem flüssigen Memoirenstil nicht zu einer autobiographischen Gestaltung auszuarbeiten oder abzurunden die gehörige Muße fand, ist immer bedauerlich, weil P. vieles mit hinüber nahm, was zur Zeitkunde dienlich gewesen wäre.

Vgl. Spruner, »Wandbilder«. 1868. S. 377. – Regnet in den »Münchener Propyläen«. 1869. S. 612. – Rosenberg, »Münchener Malerschule«. 1887. S. 43. – Fr. von Bötticher, 1898. II. 282 ff. – Luise von Kobell, »König Ludwig II. und die Künstler«. 1898. S. 415 ff. – Friedrich Kley in Nr. 26 »Zeitbilder«. 31. Juni 1901. – Nr. 184 »Allg. Ztg.«. 4. Juli 1901. – Kunstvereins-Bericht f. 1907. S. 20ff. (F. Kirchner). – Nr. 338 »Münchener Neueste Nachrichten«. 21. Juli 1907. Hyac. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Berlin, 1907.

#Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Pixis Theodor, 1831 (Kaiserslautern) – 1907, Historienmaler und Illustrator; er war in München Schüler von Ph. von Foltz und W. von Kaulbach und schuf Fresken im alten Münchner National- (heute Völkerkundlichen) Museum an der Maximilianstraße, Genrebilder, Historien (Huß’ Abschied – in der Berner Galerie), Porträts (Pettenkofer, Döllinger), beliebte Illustrationsfolgen (Bilder zu deutschen Volksliedern, zu Richard Wagner, Milton usw.); seine Erfindung zur photographischen Wiedergabe von farbigen Bildern, die sogenannte »Pixis-Patent-Malerei«, ist schon längst überholt.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.

#26 – 10 – 10 (Geigel)


Johanna Geigel
* 16.7.1861 † 11.10.1911
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  • Geigel, Johanna; 16.7.1861 – 11.10.1911

Grab der Familie Geigel auf dem Alten Südfriedhof München (März 2014)